10. Der verborgene Beweggrund dahinter, die Unzulänglichkeiten anderer nicht anzusprechen
Schwester Li Le war Predigerin und auch für die Nachverfolgung unserer Kirchenarbeit zuständig. Normalerweise verstanden wir uns sehr gut, und immer, wenn mein Zustand schlecht war, hielt sie aufgrund ihrer Erfahrung Gemeinschaft mit mir und half mir. Vor Kurzem entdeckte ich jedoch, dass sie keinen Sinn für die Bürde ihrer Pflicht hatte. Jede Woche traf sie sich nur einmal mit uns Diakonen, um sich einen groben Überblick über die Kirchenarbeit zu verschaffen, aber bei Problemen mit der Arbeit suchte sie selten mit uns zusammen nach der Wahrheit, um eine Lösung zu finden. Ich dachte daran, dass Li Le für die Arbeit mehrerer Kirchen verantwortlich war. Wenn sie in einem solchen Zustand bliebe, würde das die Arbeit all dieser Kirchen beeinträchtigen. Ich sollte sie darauf ansprechen oder ihre Situation den höheren Leitern berichten, damit diese sich umgehend ein Bild von ihrem Zustand machen, mit ihr Gemeinschaft halten und sie dazu bringen konnten, sich zu ändern. Aber ich habe es nie getan. Ich hatte kürzlich einen gemeinschaftlichen Austausch von Li Le gehört, in dem sie sagte, sie betrachte sich bei der Arbeit, das Evangelium zu predigen, als Laiin, verstehe nicht viel von den fachlichen Aspekten der Arbeit und habe auch die Grundsätze des Predigens des Evangeliums nicht gut erfasst. Sie war der Meinung, dass die Ausführung dieser Pflicht für sie etwas anstrengend sei. Eigentlich war ihr Kaliber nicht schlecht und es war nicht so, dass sie es gar nicht tun konnte. Es war nur so, dass sie bei der Ausführung ihrer Pflicht keinen Sinn für die Bürde hatte. Solange sie nur gewissenhaft einige der Grundsätze erfasste, könnte sie ihre Pflicht gut tun. Aber wenn ich ihre Situation zu diesem Zeitpunkt den Leitern berichtete und von ihr verlangte, die Arbeit der Kirche nachzuverfolgen und zu beaufsichtigen, würde sie dann nicht denken, meine Anforderungen an sie wären zu streng? Und würde sie deswegen in einen niedergeschlagenen Zustand verfallen und nicht mehr bereit sein, ihre Pflicht zu tun? Vergiss es, dachte ich. Den Zustand von Li Le zu erfassen ist die Aufgabe der höheren Leiter. Selbst wenn ich nichts sagte, sollten sie es doch wissen. Bei diesem Gedanken beschloss ich, die Situation mit Li Le nicht zu melden. Als Li Le sich später mit uns traf, wollte ich mehrmals über ihr Problem bei der Ausführung ihrer Pflicht sprechen, aber ich hatte Angst, sie würde sagen, meine Anforderungen an sie seien zu streng. Wenn sie das nicht akzeptieren könnte, würde das unsere Beziehung zerstören, und sie würde mich danach anders behandeln. Die paar Male, als mir die Worte schon auf der Zunge lagen, schluckte ich sie doch wieder hinunter.
Kurz darauf las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Es ist nicht so schwierig, das Problem der falschen Leiter und Antichristen zu lösen; falsche Leiter verrichten keine praktische Arbeit und sind leicht zu durchschauen; Gleiches gilt für Antichristen, die die Kirchenarbeit stören und unterbrechen – auch sie sind leicht zu durchschauen. Bei all dem geht es um das Problem, dass Gottes auserwähltes Volk bei der Ausführung seiner Pflichten gestört wird, und ihr solltet solche Menschen melden und aufdecken – nur so könnt ihr verhindern, dass die Kirchenarbeit verzögert wird. Das Melden und Aufdecken von falschen Leitern und Antichristen ist eine entscheidende Arbeit, die garantiert, dass Gottes auserwähltes Volk seine Pflichten gut ausführen kann, und alle in Gottes auserwähltem Volk tragen diese Verantwortung. Ganz gleich, wer es ist, solange es sich um einen falschen Leiter oder einen Antichristen handelt, sollte Gottes auserwähltes Volk ihn aufdecken und ans Licht bringen, und auf diese Weise werdet ihr eurer Verantwortung gerecht. … Ihr hört euch seit Jahren Predigten an, und selbst jetzt könnt ihr falsche Leiter und Antichristen immer noch nicht erkennen, stattdessen seid ihr bereit, euch mit Antichristen zu vermischen, um mit ihnen zu schlemmen und sorglos in den Tag hineinzuleben. Ein solches Verhalten genügt, um zu zeigen, dass ihr keine wahren Gläubigen an Gott seid. Erstens liebt ihr die Wahrheit nicht und akzeptiert sie nicht; zweitens habt ihr keinerlei Verantwortungsbewusstsein für eure Pflicht, von treuer Ausführung ganz zu schweigen; die Kirchenarbeit lasst ihr einfach links liegen. Ihr scheint zwar eure Pflicht auszuführen, erzielt aber keine Ergebnisse, sondern erledigt nur die Formalitäten. Ganz gleich, wie falsche Leiter und Antichristen die Kirchenarbeit stören und beschädigen, ihr seid euch dessen überhaupt nicht bewusst, und es lässt euch völlig kalt. … Das Haus Gottes hat euch die ganze Zeit bewässert und ihr habt euch viele Predigten angehört, und was ist das Ergebnis? Ein so schwerwiegendes Problem wie das Auftauchen eines Antichristen in der Kirche geschieht, und doch seid ihr euch dessen nicht bewusst. Das zeigt, dass ihr überhaupt keine Fortschritte gemacht habt, dass ihr abgestumpft und stumpfsinnig seid, und dass ihr eurem Fleisch frönt. Ihr seid ein Haufen Toter, unter euch ist kein einziger Lebender, keiner, der die Wahrheit verfolgt, höchstens ein paar Arbeitskräfte. Ihr glaubt die ganze Zeit an Gott und hört Predigten, nur um euch am Ende mit einem Antichristen gemein zu machen, ihn nicht aufzudecken oder zu melden – was ist der Unterschied zwischen euch und jemandem, der nicht an Gott glaubt? Ihr seid bei den Antichristen, ihr seid nicht Gottes Volk; ihr folgt Antichristen, ihr folgt Satan und seid bestimmt keine Nachfolger Gottes. Auch wenn ihr nicht die bösen Dinge getan habt, die der Antichrist getan hat, seid ihr ihm doch gefolgt und habt ihn beschützt, denn ihr habt ihn nicht aufgedeckt oder gemeldet und ständig die Ausrede vorgebracht, dass ihr nicht viel Umgang mit dem Antichristen hattet und nicht wusstet, was er tat. Habt ihr damit den Antichristen nicht sehenden Auges gedeckt? Der Antichrist hat so viel Böses getan und die Kirchenarbeit lahmgelegt, das Kirchenleben in ein totales Chaos gestürzt, und doch sagt ihr, ihr wusstet nicht, was der Antichrist tat – wer sollte das glauben? Ihr habt mit euren eigenen Augen gesehen, dass der Antichrist die Kirchenarbeit störte und beschädigte, und wart dennoch völlig gleichgültig und habt überhaupt nicht reagiert. Niemand hat ihn aufgedeckt oder gemeldet – ihr habt es alle versäumt, auch nur diese eine winzige Verantwortung zu erfüllen, und ihr seid dermaßen gewissen- und vernunftlos!“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 7: Sie sind niederträchtig, heimtückisch und hinterlistig (Teil 1)). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass Gott all diese Wahrheiten zum Ausdruck gebracht hat, um uns zu versorgen. Sein gemeinschaftlicher Austausch über die Wahrheiten bezüglich der Unterscheidung von Antichristen und falschen Leitern ist sehr detailliert und umfassend. Er hofft, dass wir, wenn Menschen die Arbeit von Gottes Haus stören, unsere Verantwortung erfüllen und aufstehen können, um die Arbeit der Kirche zu schützen. Wenn jemand sieht, wie die Arbeit von Gottes Haus beeinträchtigt wird, es aber nicht bewusst wahrnimmt und auch keinen Gerechtigkeitssinn hat, nicht aufsteht, um es zu unterbinden oder den höheren Leitern zu melden, dann ist so jemand ein toter Mensch ohne Gewissen und ohne einen Funken Zeugnis. Was Gott entlarvte, war genau mein Zustand. Ich sah, dass Li Le in letzter Zeit selten die Kirchenarbeit nachverfolgte und dass dies die Arbeit bereits beeinträchtigt hatte. Doch aus Angst und Sorge, unsere Beziehung zu zerstören, wagte ich nicht, sie darauf hinzuweisen oder es den höheren Leitern zu melden. Ich schützte die Kirchenarbeit nicht im Geringsten, und Gott verabscheute mich wirklich. Bei diesem Gedanken machten sich in meinem Herzen Vorwürfe breit, und ich öffnete meinen Laptop, um Li Les Situation den höheren Leitern zu melden. Aber ich hatte immer noch Bedenken und dachte: „Wenn ich Li Les Problem melde, werden die höheren Leiter sicher mit ihr Gemeinschaft halten, und sie wird wissen, dass ich es war, die es ihnen berichtet hat. Was würde sie dann von mir denken? Würde sie denken, ich hätte hinter ihrem Rücken ihre Unzulänglichkeiten aufgedeckt? Wenn sie einen Groll gegen mich entwickelte, wie könnten wir dann in Zukunft zusammenarbeiten, um unsere Pflichten zu tun?“ Als ich an all das dachte, löschte ich die Nachricht sofort. Ich dachte bei mir: „Jeder ist mal in einem schlechten Zustand, und jeder hat in bestimmten Bereichen seine Mängel. Es ist besser, sich nicht an den kleinen Problemen anderer aufzuhängen und sie zu melden. Vielleicht wird sich Li Le nach einer Weile ihres Problems bewusst und ändert sich. Besser, ich melde es nicht.“
Einige Tage später gingen Li Le und ich zu einer Versammlung, um die Arbeit umzusetzen, und ich las diesen Abschnitt aus Gottes Worten noch einmal: „Das Haus Gottes hat euch die ganze Zeit bewässert und ihr habt euch viele Predigten angehört, und was ist das Ergebnis? Ein so schwerwiegendes Problem wie das Auftauchen eines Antichristen in der Kirche geschieht, und doch seid ihr euch dessen nicht bewusst. Das zeigt, dass ihr überhaupt keine Fortschritte gemacht habt, dass ihr abgestumpft und stumpfsinnig seid, und dass ihr eurem Fleisch frönt. Ihr seid ein Haufen Toter, unter euch ist kein einziger Lebender, keiner, der die Wahrheit verfolgt, höchstens ein paar Arbeitskräfte“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 7: Sie sind niederträchtig, heimtückisch und hinterlistig (Teil 1)). Als ich die Worte „tote Menschen“ las, fühlte ich einen Stich mitten ins Herz. Bei dem Gedanken, dass ich stets unfähig war, die Wahrheit zu praktizieren, machte ich mir innerlich Vorwürfe. Ich sprach ein stilles Gebet in meinem Herzen: „Gott, bitte führe mich, damit ich die Interessen der Kirche schützen und Li Le auf ihr Problem hinweisen kann.“ Nach meinem Gebet hielt Li Le Gemeinschaft über die Manifestierung, dass sie keine wirkliche Arbeit auf Grundlage von Gottes Worten leistete. Sie sagte, besonders wenn sie sah, dass einige Kirchenleiter ein ziemlich gutes Kaliber hatten und sie die Arbeit nicht so gut erledigen konnte wie sie, Angst davor hatte, dass sie auf sie herabschauen würden. Sie sagte, dass ihr Arbeitsvermögen als Predigerin nicht mit dem der Kirchenleiter mithalten konnte, weshalb sie die Arbeit dieser Kirche nicht allzu sehr nachverfolgte. Li Le hatte erkannt, dass ihre mangelnde Beaufsichtigung und Nachverfolgung der Arbeit eine Ausdrucksform einer falschen Leiterin war. Würde ich nicht Salz in ihre Wunden streuen, wenn ich sie nach dem, was sie gerade gesagt hatte, auf ihr Problem hinwies? Würde sie nicht denken, ich sei lieblos und nähme keine Rücksicht auf ihre Gefühle? Also habe ich sie nur kurz und knapp ermahnt. Später dachte ich, es wäre besser, Li Les Situation den Leitern zu melden. Auf diese Weise könnten sie umgehend mit ihr Gemeinschaft halten und ihr helfen. Also meldete ich den Leitern die paar Situationen, die ich beobachtet hatte. Nachdem die Leiter mit ihr Gemeinschaft gehalten und sie auf ihr Problem hingewiesen hatten, öffnete sich Li Le während einer Versammlung und sagte, sie habe Gottes Worte über die Entlarvung falscher Leiter gegessen und getrunken und erkannt, dass sie die Arbeit weder nachverfolgt noch beaufsichtigt und ihre Aufgabe nicht gut erfüllt hatte. In der Folge nachverfolgte Li Le die Kirchenarbeit etwas häufiger, und sie analysierte mit uns die Gründe, warum die Evangeliumsarbeit keine Ergebnisse hervorbrachte, und versuchte, diese Probleme wirklich anzugehen. Als ich sah, dass Li Le ein wenig tatsächliche Arbeit leisten konnte, war ich sehr glücklich.
Danach dachte ich nach: „Warum habe ich mich nie getraut, Li Les Problem anzusprechen oder es den Leitern zu melden? Was genau hat mich dabei zurückgehalten?“ Bei meiner Suche las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „In den Philosophien für weltliche Belange findet sich ein Lehrsatz, der besagt, ‚Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft.‘ Das bedeutet, dass man, um diese gute Freundschaft zu bewahren, über die Probleme des Freundes schweigen muss, auch wenn man sie deutlich sieht. Sie halten die Grundsätze ein, anderen nicht ins Gesicht zu schlagen oder ihre Unzulänglichkeiten bloßzustellen. Sie täuschen sich gegenseitig, verstecken Dinge voreinander, und intrigieren gegeneinander. Obwohl sie ganz genau wissen, was für ein Mensch der andere ist, sagen sie es nicht freiheraus, sondern wenden listige Methoden an, um ihre Beziehung zu bewahren. Warum sollte man eine solche Beziehung aufrechterhalten wollen? Es geht darum, sich in dieser Gesellschaft, innerhalb seiner Gruppe, keine Feinde machen zu wollen, was bedeuten würde, dass man sich oft in gefährliche Situationen begibt. Da du weißt, dass jemand zu deinem Feind werden und dir schaden wird, nachdem du seine Unzulänglichkeiten bloßgestellt oder ihn verletzt hast, und da du dich nicht in eine solche Lage bringen möchtest, wendest du folgenden Lehrsatz der Philosophien für weltliche Belange an: ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen in einer solchen Beziehung stehen, gelten sie angesichts dessen dann als wahre Freunde? (Nein.) Sie sind keine wahren Freunde und schon gar keine Vertrauten. Um was für eine Art von Beziehung handelt es sich also genau? Handelt es sich nicht um eine grundlegende soziale Beziehung? (Doch, das tut es.) In solch einer sozialen Beziehung können die Menschen keine offenen Gespräche führen, keine tiefen Verbindungen aufbauen und nicht über alles sprechen, worüber sie sprechen wollen. Sie können nicht laut aussprechen, was sie auf dem Herzen haben, oder die Probleme laut aussprechen, die sie in anderen Menschen sehen, oder Worte, von denen andere profitieren würden. Stattdessen suchen sie sich nette Dinge aus, die sie sagen, um sich bei anderen einzuschmeicheln. Sie wagen es nicht, die Wahrheit zu sagen oder die Grundsätze aufrechtzuerhalten, um zu verhindern, dass andere ihnen gegenüber feindselige Gedanken entwickeln. Wenn niemand eine Bedrohung für jemanden darstellt, lebt diese Person dann nicht relativ in Ruhe und Frieden? Ist dies nicht das Ziel der Menschen, wenn sie den Spruch ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ propagieren? (Das ist es.) Es handelt sich eindeutig um eine verschlagene und betrügerische Art zu überleben, die ein Element der Reserviertheit enthält und deren Ziel die Selbsterhaltung ist. Wenn sie so leben, haben Menschen keine Vertrauten, keine engen Freunde, bei denen sie sagen können, was immer sie wollen. Zwischen den Menschen herrscht nur gegenseitige Reserviertheit, gegenseitige Indienstnahme und gegenseitige Intrigen, wobei jede Person das aus der Beziehung mitnimmt, was sie braucht. Ist das nicht so? Im Grunde genommen ist das Ziel des Satzes ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘, andere nicht zu kränken, sich keine Feinde zu machen und sich selbst zu schützen, indem man niemandem Schaden zufügt. Es ist eine Taktik und eine Methode, die man übernimmt, um nicht zu Schaden zu kommen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Früher stimmte ich dem Sprichwort „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ durchaus zu. Denn dieses Sprichwort lehrte mich, dass man im Umgang mit anderen auf deren Gefühle Rücksicht nehmen muss. Man darf nicht zu hart zu anderen sein oder ihre Unzulänglichkeiten anprangern. Ich dachte, Menschen, die so handeln können, wären gute Menschen, Menschen mit Vernunft und Moral. Nachdem ich Gottes Enthüllung sah, verstand ich endlich, dass das Sprichwort „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ eine Philosophie für weltliche Belange war und dass diejenigen, die danach lebten, extrem hinterlistig, betrügerisch, selbstsüchtig und verachtenswert werden würden. Oberflächlich betrachtet schien ein solches Verhalten rücksichtsvoll gegenüber anderen zu sein, aber in Wirklichkeit war die Absicht dahinter, niemanden zu kränken. Selbst wenn man die Probleme eines anderen bemerkte, erwähnte man sie nicht, spielte den Jasager und schützte seine rein menschlichen Beziehungen. Wenn man auf diese Weise mit Menschen umging, mochte es nach außen hin so aussehen, als ob die Beziehungen sehr gut gepflegt wären, aber es gab keine Aufrichtigkeit zwischen ihnen. Sie halfen sich nicht gegenseitig, sondern waren eher auf der Hut voreinander und benutzten einander. Ich lebte nach der Philosophie für weltliche Belange, bekannt als „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß.“ Als ich sah, dass Li Le in letzter Zeit selten die Arbeit der Kirche nachverfolgte und beaufsichtigte, wollte ich es ihr gegenüber anfangs ansprechen oder den Leitern melden. Aber ich dachte mir, man solle die Unzulänglichkeiten anderer nicht ansprechen, und Li Le hatte ja selbst gesagt, dass die Arbeit für sie etwas anstrengend sei. Wenn ich also erwähnte, dass sie die Arbeit nicht nachverfolgte oder beaufsichtigte, würde ich dann nicht zu viel von ihr verlangen? Ich redete mir ein, dass jeder mal einen schlechten Zustand hat und seine eigenen Unzulänglichkeiten aufweist, und entschied mich zu schweigen. Als ich hörte, wie Li Le sich öffnete und erkannte, dass sie die Arbeit nicht nachverfolgt hatte, fürchtete ich, dass es, wenn ich ihr Problem nach dem, was sie gesagt hatte, ansprach, so wäre, als ob ich ihre Narben bloßstellte, also sagte ich nur ein paar nichtssagende Worte. Oberflächlich betrachtet schien ich auf Li Le Rücksicht zu nehmen, aber dahinter verbarg sich meine verachtenswerte Absicht. Ich hatte Angst, sie würde sagen, ich hätte zu viel von ihr verlangt oder dass ich sie verpetzte und ihre Unzulänglichkeiten anprangerte. Wenn ich sie wegen dieser Angelegenheit kränkte, würde sie einen Groll gegen mich hegen und mir in Zukunft die kalte Schulter zeigen, und wir würden nicht mehr so harmonisch und freudvoll zusammenarbeiten wie jetzt. Um meine Beziehung zu ihr zu schützen, gab ich immer wieder das Praktizieren der Wahrheit auf. Oberflächlich betrachtet schien es, als ob Li Le und ich uns bestens verstanden und gute Freundinnen wären, die keine Geheimnisse voreinander hatten, aber ich war ihr gegenüber überhaupt nicht aufrichtig oder liebevoll. Ich dachte daran, wie Li Le oft mit mir Gemeinschaft hielt und mir half, wenn mein Zustand schlecht war, und wenn sie ein Problem bei mir sah, sprach sie es an, damit ich es erkennen und mich ändern konnte. Aber um mir keinen Feind zu machen, schaute ich herzlos zu, wie Li Le in ihrer verdorbenen Disposition lebte und schenkte ihr keine Beachtung, wobei ich so tat, als wäre ich rücksichtsvoll ihr gegenüber. Li Le konnte ihr eigenes Problem nicht erkennen und war nicht in der Lage, ihren Zustand umgehend zu ändern. Ihr Lebenseintritt erlitt dadurch Verluste und auch die Kirchenarbeit wurde beeinträchtigt. Ich war wirklich so selbstsüchtig und verachtenswert! Das war keineswegs rücksichtsvoll von mir; es war, als würde ich zusehen, wie sie in eine Grube fällt, ohne ihr wieder herauszuhelfen. War ich nicht ein Jasager, ein bösherziger Mensch? Als ich darüber nachdachte, erlangte ich endlich ein gewisses Unterscheidungsvermögen gegenüber dieser satanischen Philosophie: „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß.“ Satan benutzte diese Philosophien für weltliche Belange, um die Menschen zu verderben: Er brachte sie dazu, voreinander auf der Hut zu sein und sich gegenseitig auszunutzen, was sie immer selbstsüchtiger, kälter und unmenschlicher machte. Wenn ich weiterhin nach diesem satanischen Kodex leben würde, würde ich nur immer betrügerischer werden.
Später las ich einen anderen Abschnitt aus Gottes Worten und verstand, was das Ansprechen von Unzulänglichkeiten bedeutet und was es heißt, Menschen wirklich zu helfen. Gott sagt: „Ist der Ausdruck ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚Wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ gut oder schlecht? Trägt der Ausdruck ‚bloßstellen‘ die Bedeutung, dass Menschen offenbart oder entlarvt werden, wie es in den Worten Gottes der Fall ist? (Nein, das tut er nicht.) Nach Meinem Verständnis des Ausdrucks ‚bloßstellen‘, wie er in der menschlichen Sprache existiert, hat er nicht diese Bedeutung. Er besitzt im gewissem umfang die Natur einer böswilligen Form der Bloßstellung; er bedeutet, die Probleme und Unzulänglichkeiten der Menschen oder einige Dinge und Verhaltensweisen zu entlarven, die anderen unbekannt sind, oder irgendwelche Intrigen, Ideen oder Ansichten, die im Hintergrund vorgehen. Dies ist die Bedeutung des Ausdrucks ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen gut miteinander auskommen, Vertraute sind, ohne dass Barrieren zwischen ihnen bestehen, und jeweils hoffen, dass sie voneinander profitieren und sich gegenseitig helfen können, dann wäre es am besten für sie, wenn sie sich zusammensetzen und ihre momentanen Probleme in Offenheit und Aufrichtigkeit klar und deutlich darlegen. Das ist richtig so und stellt kein Bloßstellen der Unzulänglichkeiten des anderen dar“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Gottes Worte korrigierten meine falsche Sicht auf die Dinge. Der Teil „stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ aus dem Sprichwort „wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ ist ein böswilliges Aufdecken der Probleme und Mängel anderer Menschen. Die Motivation dahinter ist nicht, den Menschen zu helfen, sondern sie birgt einige heimtückische Absichten. Es dient dem Erreichen der eigenen, unredlichen Ziele, und so zu handeln bedeutet nur, Menschen anzugreifen und ihnen Schmerz zuzufügen. Es ist für die Menschen keineswegs erbaulich oder von Vorteil. Das „Bloßstellen“ hingegen, von dem Gott spricht, ist eine positive Sache. Es bedeutet, das Problem von jemandem zu bemerken und ihm aufrichtig helfen zu wollen, ihn dazu zu bringen, die Natur des Problems zu erkennen und sich umgehend ändern zu können. Menschen auf diese Weise bloßzustellen, ist für sie von Vorteil, und es ist nicht das böswillige Anprangern ihrer Unzulänglichkeiten. Als ich bemerkte, dass Li Les Problem bereits die Arbeit beeinträchtigte, hätte ich sie durch das Ansprechen des Problems dazu bringen können, es zu erkennen, sich zu ändern und ihre Pflicht gut zu tun. Dies den Leitern zu berichten, diente auch dazu, dass sie Li Les Situation erfassen und ihr umgehend helfen konnten, sich zu ändern, damit die Kirchenarbeit nicht beeinträchtigt würde. Das war das Praktizieren der Wahrheit und eine Hilfe für die Brüder und Schwestern. Es war kein böswilliges Anprangern ihrer Unzulänglichkeiten und schon gar kein Verpetzen hinter ihrem Rücken. Es war eine positive Sache. Wenn jemand die Wahrheit annimmt, ist er in der Lage, nachzudenken, sich selbst zu erkennen und sich umgehend zu ändern, wenn er mit dem Hinweis und der Bloßstellung seiner Probleme durch andere konfrontiert wird. Dies ist sowohl für den eigenen Lebenseintritt als auch für die Kirchenarbeit von Vorteil. Genau wie bei Li Le: Durch den Hinweis und die Hilfe der Leiter war sie in der Lage, über sich selbst nachzudenken, sich zu erkennen und ihre Haltung gegenüber ihrer Pflicht umgehend zu ändern. Bei Problemen mit der Evangeliumsarbeit diskutierte sie mit uns und suchte nach Lösungen, und nach dem gemeinschaftlichen Austausch hatte sie einen gewissen Weg der Praxis gefunden. Ich erkannte, dass das Ansprechen und Bloßstellen des Problems von jemandem nicht bedeutet, streng zu ihm zu sein. Wer strenge Anforderungen an jemanden stellt, der berücksichtigt vielmehr nicht dessen Größe oder Kaliber und achtet nicht darauf, ob er sein Bestes gibt, sondern stellt stattdessen hartnäckig Anforderungen, sobald Abweichungen oder Unzulänglichkeiten sichtbar werden. So kleinlich zu sein und nach Fehlern zu suchen, führt leicht dazu, dass man Menschen einschränkt und sie sogar negativ werden lässt. Als Leiterin und Mitarbeiterin war es hingegen Li Les Aufgabe, die Kirchenarbeit zu beaufsichtigen und nachzuverfolgen. Außerdem hatte sie ein gewisses Kaliber, und obwohl sie mit der Evangeliumsarbeit nicht vertraut war, hätte sie, solange sie fleißig lernte, einige Grundsätze beherrschen oder in der Zusammenarbeit mit Brüdern und Schwestern in einer Gruppe einige Probleme lösen können. Sie lebte in ihrer verdorbenen Disposition und leistete keine tatsächliche Arbeit, also gehörte es zur normalen Aufsicht über Leiter und Mitarbeiter, ihr Problem anzusprechen und zu melden. Stattdessen glaubte ich abwegiger- und absurderweise, dass ich zu streng zu ihr war. Diese Sichtweise war wirklich absurd!
Eines Tages las ich zwei Abschnitte aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis für die eigentliche Ursache, warum ich die Wahrheit nicht praktizierte. Der Allmächtige Gott sagt: „Die meisten Menschen sind bereit, nach der Wahrheit zu streben, und wollen die Wahrheit praktizieren, aber oft haben sie lediglich die Entschlossenheit und ein Verlangen, das zu tun; innerlich ist die Wahrheit jedoch nicht zu ihrem Leben geworden. Wenn du also auf böse Mächte stößt, die die Arbeit der Kirche stören und sabotieren – zum Beispiel, wenn du mit falschen Leitern konfrontiert bist, die Angelegenheiten unter Verletzung der Grundsätze handhaben und keine echte Arbeit leisten, oder mit bösen Menschen und Antichristen, die Böses tun und die Arbeit der Kirche stören und dadurch Gottes auserwähltem Volk schaden –, hast du nicht den Mut, Stellung zu beziehen und dich zu Wort zu melden. Warum fehlt dir dieser Mut? Liegt es daran, dass du ängstlich bist oder dich nicht gut ausdrücken kannst, oder traust du dich nicht, dich zu Wort zu melden, weil du keine klare Sicht der Dinge hast? Es liegt an keinem dieser Dinge. In erster Linie ist es die Konsequenz daraus, dass du durch deine verdorbenen Dispositionen eingeschränkt wirst. Eine der verdorbenen Dispositionen, die du offenbarst, ist eine betrügerische Disposition: Wenn etwas passiert, ist das Erste, woran du denkst, deine eigenen Interessen, die Konsequenzen deiner Handlungen und ob sie für dich von Vorteil sein werden. Das ist eine betrügerische Disposition, nicht wahr? Eine andere ist eine selbstsüchtige und gemeine Disposition. Du denkst: ‚Was hat es mit mir zu tun, dass sie den Interessen von Gottes Haus schaden? Ich bin kein Leiter, warum sollte ich mich also einmischen? Das hat nichts mit mir zu tun und ist nicht meine Verantwortung.‘ Solche Gedanken und Worte sind nichts, was du dir absichtlich ausdenkst, sondern werden von dir unbewusst hervorgebracht – das sind die verdorbenen Dispositionen, die Menschen offenbaren, wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Sobald die Wahrheit zu deinem Leben geworden ist, wirst du, wenn du jemanden siehst, der Gott lästert, Gott nicht fürchtet, beim Tun seiner Pflicht nachlässig ist oder die Arbeit der Kirche unterbricht und stört, in der Lage sein, gemäß den Wahrheitsgrundsätzen gegen diese Person vorzugehen, jene Leute zu erkennen, die erkannt werden sollten, und jene Leute zu entlarven, die entlarvt werden sollten. Wenn die Wahrheit nicht zu deinem Leben geworden ist und du immer noch in deinen satanischen Dispositionen lebst, dann wirst du, wenn du böse Menschen und Teufel siehst, die Unterbrechungen und Störungen der Arbeit der Kirche verursachen, ein Auge zudrücken und dich taub stellen und es ignorieren, ohne irgendwelche Gewissensbisse zu verspüren. Du wirst sogar denken, dass es nichts mit dir zu tun hat, ganz gleich, wer Störungen bei der Arbeit der Kirche verursacht. Ganz gleich, wie sehr der Arbeit der Kirche und den Interessen des Hauses Gottes geschadet wird, wird dich das weder interessieren noch wirst du deswegen nachfragen oder irgendwelche Gewissensbisse verspüren. In diesem Fall bist du jemand ohne Gewissen oder Vernunft, ein Ungläubiger, eine Arbeitskraft. Du isst, was Gott gehört, trinkst, was Gott gehört, und genießt alles, was von Gott kommt, bist aber dennoch der Meinung, dass jeder Schaden, der den Interessen des Hauses Gottes zugefügt wird, nichts mit dir zu tun hat – das macht dich zu einem Verräter, der sich auf Kosten der Seinen auf die Seite von Außenstehenden stellt, die Art von Kreatur, die die Hand beißt, die sie füttert. Wenn du die Interessen von Gottes Haus nicht schützt, bist du dann überhaupt ein Mensch? Du bist ein Dämon, der sich in die Kirche eingeschlichen hat. Du täuschst vor, an Gott zu glauben, gibst vor, zu Gottes auserwähltem Volk zu gehören, und willst im Haus Gottes schmarotzen – du hast keine Ähnlichkeit mit einem menschlichen Wesen, und du bist eindeutig ein Ungläubiger“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte legten meinen wahren Zustand offen. Ich erkannte, dass ich die Wahrheit nicht besaß und von einer betrügerischen und selbstsüchtigen satanischen Disposition beherrscht wurde. Wenn mir etwas widerfuhr, dachte ich nur an meine eigenen Interessen und schützte die Arbeit der Kirche überhaupt nicht. Ich sah ganz klar, dass Li Le bei ihrer Pflicht keinen Sinn für die Bürde hatte, dass sie die Arbeit selten nachverfolgte und beaufsichtigte und dass dies den normalen Fortschritt der Kirchenarbeit bereits beeinträchtigte. Wäre ich ein Mensch mit Menschlichkeit und Gewissen gewesen, hätte ich Li Le umgehend darauf hingewiesen und es den höheren Leitern gemeldet. Aber um meine Beziehung zu ihr zu schützen, redete ich mir die paar Male, als mir die Worte schon auf der Zunge lagen, ein: „Die Leiter treffen sich oft mit Li Le, also werden sie ihren Zustand auch ohne mein Zutun erfassen“, und wählte das Schweigen. Als ich den höheren Leitern von Li Les Problem berichten wollte, hatte ich Angst, sie zu kränken, erfand eine weitere hochtrabende Ausrede und sagte: „Jeder ist mal in einem schlechten Zustand, man sollte nicht zu viel von anderen verlangen.“ Ich erfand Ausreden, nur um die Wahrheit nicht praktizieren zu müssen. Ich war wirklich so betrügerisch, so hinterhältig! Ich wurde von so vielen von Gottes Worten versorgt und behütet; hätte ich auch nur ein bisschen Menschlichkeit und Gewissen, hätte ich aufstehen und alles in meiner Macht Stehende tun müssen, um die Kirchenarbeit zu schützen, als ich sah, dass sie Verluste erlitt. Hätte ich Li Les Problem rechtzeitig angesprochen, hätte sie es vielleicht früher erkannt und umkehren können, und die Arbeit wäre nicht so lange aufgehalten worden. All das waren die Folgen dessen, dass ich selbstsüchtig und verachtenswert war und die Wahrheit nicht praktizierte. Außerdem dachte ich früher immer, es sei Sache der höheren Leiter, Li Les Problem anzusprechen. Auch diese Ansicht von mir war falsch. Die Arbeit der Kirche zu schützen ist die Verantwortung eines jeden in Gottes auserwähltem Volk. Als Mitglied des Hauses Gottes bin ich dafür verantwortlich, die Arbeit der Leiter und Mitarbeiter zu beaufsichtigen. Wenn ich sehe, dass Leiter oder Mitarbeiter etwas tun, das gegen die Grundsätze verstößt oder der Kirchenarbeit schadet, sollte ich es ansprechen und meine Verantwortung erfüllen. Nachdem ich das alles erkannt hatte, wollte ich nicht länger nach meiner verdorbenen Disposition leben und betete zu Gott, Er möge mich führen, einen Weg der Praxis zu finden.
Ich las in Gottes Worten, wo es heißt: „Wenn es sich um eine Handlung handelt, die mit den Grundsätzen übereinstimmt, dann ist es, selbst wenn du dadurch Menschen kränkst oder deswegen hinter deinem Rücken beschimpft wirst, von geringer Bedeutung; wenn es sich jedoch um eine Handlung handelt, die nicht mit den Grundsätzen übereinstimmt, dann hast du damit, selbst wenn du dadurch die Zustimmung und Unterstützung aller gewinnst und mit allen gut auskommst – du es aber nicht vor Gott verantworten kannst –, einen Verlust erlitten. Wenn du Beziehungen zur Mehrheit pflegst, dafür sorgst, dass sie glücklich und zufrieden ist, und dir ihr Lob verdienst, aber Gott, den Schöpfer, kränkst, dann bist du ein Narr sondergleichen. Deshalb musst du, was auch immer du tust, klar und deutlich verstehen, ob es mit den Grundsätzen übereinstimmt, ob es Gott gefällt, was Gottes Einstellung dazu ist, welche Haltung die Menschen einnehmen sollten, welche Grundsätze die Menschen wahren sollten, welche Anweisungen Gott gegeben hat und wie du es tun solltest – darüber solltest du dir zuerst im Klaren sein“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (24)). „Wenn du die Absicht und Sichtweise eines Jasagers hast, dann wirst du in allen Angelegenheiten nicht die Wahrheit praktizieren oder die Grundsätze wahren, und so wirst du immer scheitern und stürzen. Wenn du nicht aufwachst und nie nach der Wahrheit strebst, dann bist du ein Ungläubiger und wirst nie die Wahrheit und das Leben erlangen. Was solltest du dann tun? Wenn du mit Angelegenheiten konfrontiert wirst, die die Interessen von Gottes Haus betreffen, musst du zu Gott beten und Ihn anrufen und Ihn bitten, dir Glauben und Kraft zu schenken, damit du in der Lage bist, die Grundsätze zu wahren, zu tun, was du tun solltest, die Dinge entsprechend den Grundsätzen zu handhaben, an dem Standpunkt festzuhalten, den du haben solltest, die Interessen von Gottes Haus zu schützen, und zu verhindern, dass die Arbeit von Gottes Haus irgendwelche Verluste erleidet. Wenn du fähig bist, dich gegen deine Eigeninteressen, deinen Stolz und deinen Standpunkt eines Jasagers aufzulehnen, und wenn du das, was du tun solltest, mit ehrlichem, ganzem Herzen tust, dann hast du Satan besiegt und diesen Aspekt der Wahrheit gewonnen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte zeigten mir einen Weg der Praxis. Bei den Dingen, die mir widerfuhren, musste ich danach forschen, wie ich im Einklang mit den Grundsätzen handeln konnte. Ich durfte nicht aus Angst, jemanden zu kränken, darauf verzichten, die Wahrheit zu praktizieren oder seine Probleme aufzudecken. Denn auch wenn meine Beziehung zu ihnen dadurch gewahrt bliebe, würde ich Gott kränken, wenn ich gegen die Wahrheitsgrundsätze verstieße und den Interessen von Gottes Haus schadete. Gott liebt reine und ehrliche Menschen, die, wenn sie sehen, dass die Interessen des Hauses Gottes Schaden nehmen, in der Lage sind, die Arbeit der Kirche zu schützen, ohne an ihre eigenen Interessen zu denken. Nachdem ich das alles erkannt hatte, fasste ich insgeheim den Entschluss, dass ich in Zukunft nicht länger ein Feigling sein durfte, um mich selbst zu schützen, wenn ich etwas bemerkte, das den Interessen der Kirche schadete. Selbst wenn die andere Person nicht akzeptierte, was ich ansprach, mir die kalte Schulter zeigte oder mir gegenüber deswegen Vorurteile entwickelte, sollte ich mich davon nicht einschränken lassen. Mein Beweggrund war es, anderen zu helfen und die Interessen der Kirche zu schützen. Das war eine positive Sache, und ich sollte mich nicht von meiner verdorbenen Disposition einschränken lassen. Wenn wir immer nur an unsere eigenen Interessen denken, können wir unsere verdorbene Disposition nicht überwinden. Deshalb sollten wir zu Gott beten und uns auf Ihn verlassen. Wir sollten Ihn bitten, uns mehr Glauben und Kraft zu geben, damit wir fähig sind, unsere persönlichen Interessen loszulassen, ehrliche Menschen zu werden und unsere Verantwortung zu erfüllen. Nur so können wir Hoffnung auf Errettung haben.
Später habe ich mich bewusst darin geübt, ein ehrlicher Mensch zu sein. Es gab eine Zeit, in der sich Shen Qing, eine Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, selten um die Bewässerungsarbeit kümmerte. Ein Bewässerer hatte aus persönlichen Gründen zwei Wochen lang keine Neulinge bewässert, und Shen Qing wusste nichts davon. Ich dachte, dass Shen Qing die Bewässerungsarbeit beaufsichtigte und dass sie einen Überblick über die aktuellen Arbeitssituationen der Bewässerer haben und Probleme bei der Bewässerungsarbeit umgehend lösen sollte. Ich musste Shen Qing auf ihre Probleme hinweisen, damit sie sie erkannte und so schnell wie möglich umkehrte. So würde die Bewässerung der Neulinge nicht aufgehalten werden. Aber dann dachte ich, wenn ich diese Probleme einzeln ansprechen würde, könnte Shen Qing es vielleicht nicht akzeptieren? Sie leistete ja normalerweise etwas Arbeit, also waren ihre Nachverfolgungen vielleicht nur in dieser Zeit nicht rechtzeitig, und sie würde sich danach schon wieder bessern. Ich erkannte, dass ich schon wieder meine Beziehungen zu anderen schützen wollte. Dann dachte ich wieder an die Worte Gottes, die ich früher gelesen hatte: „Wenn du fähig bist, dich gegen deine Eigeninteressen, deinen Stolz und deinen Standpunkt eines Jasagers aufzulehnen, und wenn du das, was du tun solltest, mit ehrlichem, ganzem Herzen tust, dann hast du Satan besiegt und diesen Aspekt der Wahrheit gewonnen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gott liebt ehrliche Menschen. Da ich Shen Qings Problem bemerkt hatte, sollte ich es ihr gegenüber ansprechen. Das diente dem Schutz der Kirchenarbeit und war überhaupt nicht böswillig. Selbst wenn sie es nicht akzeptierte und mir die kalte Schulter zeigte, würde ich es nicht bereuen, meine Verantwortung erfüllt zu haben. Ich betete zu Gott und bat Ihn, mir mehr Kraft zu geben, die Wahrheit zu praktizieren. Nach dem Gebet sprach ich alle Probleme an, die ich bei Shen Qing bemerkt hatte. Anfangs akzeptierte sie es nicht, sondern argumentierte und versuchte, sich zu rechtfertigen. Also zeigte ich anhand von Gottes Worten auf, dass sie keine tatsächliche Arbeit leistete, und hielt mit ihr Gemeinschaft darüber, wie man die Arbeit richtig nachverfolgen sollte. Am nächsten Tag öffnete Shen Qing sich und sagte, durch meinen Hinweis auf ihr Problem habe sie endlich erkannt, dass sie bei der Ausführung ihrer Pflicht oberflächlich gewesen war, und sie sei bereit, sich zu ändern. Danach war Shen Qing bei ihrer Pflicht ziemlich aktiv und begann, die Arbeit der Bewässerer im Detail nachzuverfolgen. Als ich sah, dass Shen Qing sich ändern konnte, war ich sehr glücklich. Ich hatte endlich die Wahrheit in die Praxis umgesetzt. In Zukunft bin ich bereit, mich auf Gott zu verlassen und die Wahrheit zu praktizieren, um ein wirklich guter Mensch zu werden.