68. Wie man mit der Güte der Eltern umgehen sollte
Als Kind hatte ich eine schwache Konstitution und war oft krank. Manchmal eilten meine Eltern mit mir mitten in der Nacht zur Klinik. Sie klopften spät nachts an die Tür des Arztes, und egal wie unfreundlich sein Tonfall oder wie schlecht seine Haltung auch war, meine Eltern waren immer bereit, es zu ertragen, nur damit ich sofort behandelt werden konnte. Sie hatten Angst, dass sich mein Zustand verschlimmern könnte, daher blieben sie über Nacht da, um für mich da zu sein. Später, also als ich etwas älter war, taten mir meine Eltern Leid, wenn ich sah, dass sie jeden Tag nach der Arbeit erschöpft waren. Aber sie sagten immer zu mir: „Wir müssen mehr Geld verdienen, um dir ein besseres Leben zu ermöglichen und um dir kaufen zu können, was du magst.“ Ich fand, dass meine Eltern so viel für mich getan hatten, und fasste den Entschluss, sie zu ehren und nicht zuzulassen, dass sie zu müde würden. Wenn meine Eltern zur Arbeit gingen, machte ich immer das Haus sauber und lernte, Wäsche zu waschen und zu kochen. Jedes Mal, wenn sie nach Hause kamen und sahen, dass alles in Ordnung war, sagten sie hocherfreut: „Dieses Kind haben wir nicht umsonst großgezogen!“ Wenn ich diese Worte hörte, fühlte ich mich sehr glücklich. Ich dachte, es sei es wert, meinen Eltern das Leben etwas zu erleichtern und ihnen ein wenig mehr Zeit zum Ausruhen zu geben.
Später begannen wir drei, an Gott zu glauben, und ich ging an einen anderen Ort, um meine Pflicht zu tun. Meine Mutter unterstützte mich sehr dabei, meine Pflicht zu tun, und obwohl mein Vater nicht genauso glücklich darüber war, respektierte er meine Wahl. Mit der Zeit wurden die Umstände immer widriger, und viele Brüder und Schwestern wurden bei der Ausführung ihrer Pflichten verhaftet. Als ich einmal nach Hause kam, sagte mein Vater besorgt zu mir: „Wir haben dich so viele Jahre großgezogen und nie verlangt, dass du eine allzu glänzende Zukunft hast; wir wollten nur, dass du bei uns bleibst. Aber du bist von zu Hause weggegangen, um deine Pflicht zu tun, und meistens können wir dich nicht sehen, wenn wir es wollen. Jetzt sind die Umstände ziemlich widrig; was soll ich tun, wenn du irgendwann verhaftet wirst? Was wird dann aus deiner Zukunft?“ Die Worte meines Vaters überraschten mich sehr. Wie konnte er so etwas sagen? Wenn ich aus Angst vor einer Verhaftung meine Pflichten aufgeben würde, würde ich dann nicht Gott verraten und zur Deserteurin werden? Ich sagte ernst zu meinem Vater: „Papa, du solltest mich nicht davon abbringen, meine Pflicht zu tun. Ich bin jetzt erwachsen, und das Haus zu verlassen, um meine Pflicht zu tun, ist eine Entscheidung, die ich nach reiflicher Überlegung getroffen habe. Du solltest mich unterstützen!“ Er war sehr wütend und sagte: „Ich habe dich all die Jahre großgezogen, und du gehst einfach so. Ich schätze, ich sehe das jetzt klar: Ich habe ein undankbares Biest großgezogen!“ Als ich diese Worte hörte, war ich zutiefst bekümmert, und ich konnte nicht verhindern, dass mir Tränen in die Augen stiegen. Ich musste daran denken, wie mein Vater mich immer, wenn ich als Kind krank war, die ganze Nacht im Arm hielt, ohne ein Auge zuzutun, nur um auf mich aufzupassen, und wie meine Eltern immer hart arbeiteten, um Geld zu verdienen und mir ein gutes Leben zu ermöglichen. Aber jetzt ehrte ich sie nicht nur nicht, ich konnte ihnen nicht einmal Gesellschaft leisten. Ich hatte meine Verpflichtung als ihre Tochter überhaupt nicht erfüllt. Als ich meinem zornigen Vater nachsah, als er wegging, fühlte ich mich schuldig; ich wollte bei meinen Eltern sein und mehr Zeit mit ihnen verbringen. Doch in diesem Moment dachte ich an Gott. In der Zeit, bevor ich an Gott glaubte, fühlte ich mich oft innerlich leer und wusste nicht, warum ich auf dieser Welt war. Nachdem ich gläubig geworden war, verstand ich schließlich durch das Lesen Seiner Worte, dass es Gott ist, der die Menschen erschaffen hat, und dass es Gott ist, der mir diesen Lebensatem gab. Ich habe meine eigene Mission auf dieser Welt. Erst da fand ich den Wert meiner eigenen Existenz und fühlte mich nicht mehr leer und verloren. Da ich solch eine große Liebe von Gott erfahren hatte, konnte ich nicht ohne Gewissen sein und meine Pflicht aufgeben. In diesem Augenblick erlangte ich die Kraft, mich gegen mein Fleisch aufzulehnen, und ging wieder hinaus, um weiter meine Pflicht zu tun.
Im Jahr 2019 wurde ich einmal bei der Ausführung meiner Pflicht verhaftet. Während des Verhörs brachte die Polizei meinen Onkel in die Haftanstalt und sagte, er sei mein leiblicher Vater. Sie forderten mich auf, unverzüglich die Situation der Kirche preiszugeben, damit ich nach Hause gehen und mit meinen leiblichen Eltern wiedervereint werden könne. Ich sagte nichts. Am Ende zahlte mein Onkel, damit ich aus der Haft freikam. Die Polizei vermutete, dass ich meinen Eltern im Glauben an Gott folgte, und erlaubte mir nicht, nach Hause zurückzukehren oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie gestatteten es meinem Onkel nur, mich an einen anderen Ort zu bringen. Weil mein Onkel die Kaution für mich gezahlt hatte, rief die Polizei ihn fast täglich an, um ihn einzuschüchtern. Mein Onkel glaubte den Gerüchten, die er von der Kommunistischen Partei hörte, und versuchte, mich vom Glauben an Gott abzubringen. Er sagte: „Du bist erwachsen, du solltest es besser wissen. Deine Mutter und ich, ebenso wie deine Adoptiveltern, können diese Qualen nicht mehr ertragen. Weil du an Gott glaubst, ruft die Polizei jeden Tag an, um uns zu schikanieren. Ich bin schon so alt. Als die Polizei mich zurechtwies, legte ich trotzdem beschämt ein gutes Wort für dich ein. Weißt du, wie schwer das für mich ist?“ Zu sehen, wie mein leiblicher Vater und meine Adoptiveltern in meine Angelegenheiten verwickelt wurden, bereitete mir unerträgliche Schmerzen. Ein altes Sprichwort besagt: „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt.“ Seine Eltern zu ehren und dafür zu sorgen, dass sie sich weniger Sorgen machen, ist etwas, das jedes Kind tun sollte. Meine Adoptiveltern hatten mich all die Jahre großgezogen, und meine leiblichen Eltern wurden von der Polizei erpresst, 140.000 Yuan für meine Freilassung zu zahlen. Ich fühlte eine so große Schuld in mir. Früher konnte ich bei der Ausführung meiner Pflicht nicht an ihrer Seite sein, um mich um sie zu kümmern, und nun wurde ich wegen meines Glaubens verhaftet und zog sie in mein Leiden hinein. Ich habe nichts von dem getan, was Kinder tun sollten; alles, was ich ihnen gebracht habe, sind Lasten. Je mehr ich darüber nachdachte, desto schlechter fühlte ich mich, und ich dachte sogar: „Ist es wahr, dass die Probleme mit meiner Familie erst dann nachlassen werden, wenn ich den Glauben an Gott aufgebe? Ist es wahr, dass die Polizei erst dann aufhören wird, meine Familie genau zu beobachten und meine Eltern weiter zu belästigen und zu demütigen, wenn ich tot wäre?“ Zu dieser Zeit fühlte ich mich extrem bedrückt. Ich wusste, dass ich mit dem Gedanken gespielt hatte, Gott zu verraten, und ich dachte, ich sei Ihm etwas schuldig. Aber sobald ich daran dachte, wie meine Adoptiv- und leiblichen Eltern in meine Schwierigkeiten verwickelt worden waren, war ich innerlich voller Schuldgefühle. Ich war innerlich hin- und hergerissen und konnte nie zur Ruhe kommen.
In dieser Zeit zwangen mich mein Onkel und meine Tante, eine Arbeit anzunehmen, um mich vom Glauben an Gott abzubringen. Sie ließen mich auch von meinen Kollegen überwachen, und wenn ich auch nur zu spät nach Hause kam, fragten sie mich aus: „Wo warst du? Mit wem hast du dich getroffen?“ Meine Tante fiel sogar flehend vor mir auf die Knie und trat in einen Hungerstreik, nur um mich unter Druck zu setzen, damit ich meinen Glauben an Gott aufgäbe. Angesichts solcher Umstände hatte ich das Gefühl, kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Ich spürte, dass ich in diesem Haus keine Freiheit und vor allem keine Menschenrechte hatte. Es fühlte sich an, als würde mir jemand die Kehle zuschnüren und ich rang nach Luft. Ich wollte mich wehren und mit ihnen streiten: „Warum behandelt ihr mich so, nur weil ich an Gott glaube?“ Aber sobald ich daran dachte, dass sie meinetwegen in diese Schwierigkeiten geraten waren und dass sie so viel Geldstrafe hatten zahlen müssen, verschwand der Widerstand in meinem Herzen. Stattdessen dachte ich, dass ich es war, die sie nicht ehrte, dass sie keine andere Wahl hatten, als mich so zu behandeln, und dass Eltern immer recht haben. Besonders wenn ich daran dachte, dass ich in den letzten Jahren nicht an der Seite meiner Eltern gewesen war, um ihnen Gesellschaft zu leisten und sie zu ehren, fühlte ich umso mehr, dass ich sie im Stich gelassen hatte. In dieser Zeit versuchte ich mit allen Mitteln das wiedergutzumachen, was ich meinen Eltern schuldig war. Ich kaufte ihnen Gesundheitsprodukte, übernahm die gesamte Hausarbeit und tat alles, was ich konnte, um zu arbeiten und Geld zu verdienen. Gerne ertrug ich die Mühsal, jeden Tag bis spät in die Nacht Überstunden zu machen. Ich wollte einfach mehr Geld verdienen, um ihnen etwas mehr Freude zu bereiten. Ehe ich mich versah, entfernte ich mich immer weiter von Gott. Nach einiger Zeit rief die Polizei an und sagte, sie würden kommen, um mich abzuholen, und dass sie von mir etwas über die Situation der Kirche hören wollten. Ich wusste, wenn ich weiterhin zu Hause bliebe, bestand die Gefahr, verhaftet zu werden, aber ich dachte auch, wenn ich ginge, wüsste ich nicht, wann ich zurückkehren könnte. Außerdem, wenn die Polizei mich nicht finden könnte, würden sie es dann nicht an meinen Eltern und meinem Onkel und meiner Tante auslassen? Wenn das wirklich der Fall wäre, wie undankbar wäre ich dann! Alles, woran ich denken konnte, waren die Worte meiner Eltern: Meine Tante wollte, dass ich an ihrer Seite blieb, und wollte eine intakte Familie haben. Mein Onkel sagte, ich sei erwachsen und vernünftig und müsse Rücksicht auf sie nehmen. Mein Vater sagte, er wolle, dass ich ihn ehrte, und er wolle kein undankbares Kind großgezogen haben. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass alles zusammenbrach, und so betete ich zu Gott: „Gott, da die Polizei mich verhaften will, kann ich nicht zu Hause bleiben. Aber ich denke, wenn ich gehe, würde ich die Eltern nicht ehren und hätte kein Gewissen. Ich leide große Schmerzen. Gott, wie soll ich mich entscheiden? Bitte führe mich!“ Nach dem Gebet dachte ich an eine Passage aus Gottes Worten: „Gäbe es nicht die Prädestination des Schöpfers und Seine Führung, so würde ein Leben, das neu in diese Welt geboren wird, nicht wissen, wohin es gehen oder wo es bleiben muss, würde keine Angehörigen haben, nirgends hingehören und keine wirkliche Heimat haben. Aber durch die sorgfältigen Vorkehrungen des Schöpfers, hat dieses neue Leben einen Ort zum Verbleiben, Eltern, einen Ort, an den es gehört, und Verwandte, und damit macht sich dieses Leben auf den Weg seiner Reise. Während dieses gesamten Vorgangs wird die Entstehung dieses neuen Lebens durch die Pläne des Schöpfers bestimmt, und alles, was es einmal besitzen wird, wird ihm vom Schöpfer verliehen. Von einem frei schwebenden Körper, der noch nichts sein Eigen nennt, wird es nach und nach zu einem Menschen aus Fleisch und Blut, der sichtbar und greifbar ist, der eine der Schöpfungen Gottes ist, der denkt, atmet und der Wärme und Kälte spürt; der an allen üblichen Aktivitäten eines geschaffenen Wesens in der materiellen Welt teilnehmen kann, und der all die Dinge durchleben wird, die ein geschaffener Mensch im Leben durchleben muss. Die Vorbestimmung der Geburt eines Menschen durch den Schöpfer bedeutet, dass Er diesem Menschen alles Notwendige zum Überleben zuteilwerden lassen wird; und genauso bedeutet die Tatsache, dass ein Mensch geboren wird, dass er alles Notwendige für das Überleben vom Schöpfer erhalten wird, und von diesem Zeitpunkt an wird er in anderer Form leben, vom Schöpfer versorgt und unterliegt der Souveränität des Schöpfers“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Aus Gottes Worten verstand ich, dass ich nur ein einsamer, umhertreibender Körper bin. Es war Gott, der eine Familie und Eltern für mich angeordnet hatte; es war Gott, der darüber herrschte. Aber meine Geburt in diese Welt war nicht nur dazu da, familiäre Wärme zu genießen und meine Eltern zu ehren, sondern vor allem, damit ich die Verantwortung und Mission übernehme, die von einem geschaffenen Wesen erwartet werden. Nun dachte ich daran, meine eigene Pflicht aufzugeben, um meine Eltern zufriedenzustellen. Das ist nicht, was Gott sehen wollte. Gott hatte mich mit allem versorgt; ich konnte meine Pflicht nicht aufgeben und Ihn verraten. Danach verließ ich mein Zuhause, um meine Pflicht zu tun.
Bald darauf erfuhr ich, dass die Polizei, da sie mich nicht verhaften konnte, stattdessen meinen Onkel mitgenommen hatte. Sie ließen verlauten, dass sie ihn erst freilassen würden, wenn ich zurückkehrte. In diesem Augenblick wurde mir etwas schwindelig, und ich dachte, dass ich meinem Onkel etwas geschuldet hatte. Ich wollte unbedingt zurückgehen und seinen Platz in der Haft einnehmen. Ich war nicht in der Stimmung, meine Pflicht zu tun, und alles, woran ich dachte, waren die Stimmen und Gesichter meiner Familie. Ich dachte, ihr Unglück sei allein meine Schuld, besonders als ich daran dachte, dass mein Onkel verhaftet worden war; ich wusste nicht, wie die Polizei ihn behandeln würde. Würden sie ihn schlagen? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr schmerzte es mich, und ich betete in meinem Herzen zu Gott: „Gott, heute stehe ich vor solchen Umständen, und ich weiß nicht, wie ich sie durchleben soll. Mein Herz tut weh, und ich habe kein Herz dafür, meine Pflicht zu tun. Ich will nicht in einem solchen Zustand leben. Gott, was soll ich tun? Ich flehe Dich an, mich zu führen, damit ich diesen Zustand in mir wenden kann.“ Nach dem Gebet las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Manche Menschen entsagen ihren Familien, weil sie an Gott glauben und ihre Pflichten tun. Sie werden deswegen bekannt. Die Regierung durchsucht häufig ihr Haus, belästigt ihre Eltern und bedroht sogar ihre Eltern, damit sie sie der Regierung ausliefern. Alle ihre Nachbarn reden über diese Menschen und sagen: ‚So jemand hat kein Gewissen. Er kümmert sich nicht um seine alten Eltern. Nicht nur, dass er seine Eltern nicht ehrt, er verursacht ihnen auch so viel Ärger. Das ist ein Kind, das seine Eltern nicht ehrt!‘ Stehen diese Worte im Einklang mit der Wahrheit? (Nein.) Aber werden all diese Worte von Nichtgläubigen nicht als richtig angesehen? Unter Nichtgläubigen denkt man, dass eine solche Sichtweise die legitimste und vernünftigste Sichtweise ist, dass sie im Einklang mit menschlicher Ethik steht und den Verhaltensmaßstäben entspricht. Egal wie viele Inhalte in diesen Maßstäben enthalten sind, wie zum Beispiel wie man seine Eltern ehrt, wie man sich im Alter um sie kümmert und ihre Beerdigungen arrangiert, oder wie viel man ihnen zurückzahlt, und unabhängig davon, ob diese Maßstäbe mit der Wahrheit übereinstimmen oder nicht, werden sie von Nichtgläubigen als positive Dinge betrachtet und als richtig angesehen, und sie gelten unter allen Gruppen von Menschen als tadellos. Unter Nichtgläubigen sind das die Maßstäbe, nach denen Menschen leben sollten, und du musst diese Dinge tun, um in ihren Herzen ein guter Mensch zu sein, der dem Maßstab entspricht. Bevor du an Gott geglaubt und die Wahrheit verstanden hast, hast du nicht auch fest daran geglaubt, dass man ein guter Mensch ist, wenn man sich auf diese Art verhält? (Ja.) Zudem hast auch du diese Dinge verwendet, um dich selbst zu bewerten und dich zurückzuhalten, und du hast von dir selbst verlangt, diese Art von Mensch zu sein. Wenn du ein guter Mensch sein wolltest, musst du folgende Dinge in die Maßstäbe deines Verhaltens aufgenommen haben: wie man seine Eltern ehrt, wie man dafür sorgt, dass sie weniger Sorgen haben, wie man ihnen Ehre zukommen lässt und sie gut dastehen lässt und wie man seinen Vorfahren zu Ruhm gereicht. Das waren die Maßstäbe des Verhaltens in deinem Herzen und die Ausrichtung deines Verhaltens. Nachdem du jedoch die Worte Gottes und Seine Predigten gehört hast, begann sich deine Sichtweise zu ändern, und du hast verstanden, dass du allem entsagen solltest, um deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun, und dass Gott ein solches Verhalten von den Menschen verlangt. Bevor du dir sicher warst, dass das Tun deiner Pflicht als geschaffenes Wesen die Wahrheit war, dachtest du, du solltest deine Eltern ehren, aber du hast auch gespürt, dass du deine Pflicht als geschaffenes Wesen tun solltest und warst innerlich im Zwiespalt. Durch die kontinuierliche Bewässerung und Behütung der Worte Gottes hast du allmählich die Wahrheit verstanden, und dann hast du erkannt, dass es vollkommen normal und gerechtfertigt ist, deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Bis heute haben viele Menschen die Wahrheit annehmen können und sie haben den Verhaltensmaßstäben der traditionellen Auffassungen und Einbildungen der Menschen vollständig den Rücken gekehrt. Wenn du diese Dinge vollständig loslässt, wirst du nicht mehr durch verurteilende und verdammende Worte von Nichtgläubigen eingeschränkt, während du Gott folgst und deine Pflicht als geschaffenes Wesen tust, und es wäre dir ein Leichtes, die Fesseln, die dir von traditionellen Auffassungen auferlegt worden sind, abzulegen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, war ich sehr bewegt. Meistens hatte ich Recht und Unrecht nach weltlichen Moralvorstellungen beurteilt, aber das stand nicht im Einklang mit der Wahrheit. Mein Leben hat seinen Ursprung in Gott; Er ist es, der meine Seele in diese Welt gebracht und eine Familie und Eltern für mich angeordnet hat, der mich auserwählt hat, Seine Errettung der letzten Tage anzunehmen, und der mir die Gelegenheit gegeben hat, meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Das ist die Liebe und Gnade Gottes. Aber weil mein Onkel von der Polizei verhaftet wurde, dachte ich, diese Mühsal sei meiner Familie wegen meines Glaubens an Gott widerfahren, und ich wollte meine Pflicht aufgeben und Ihn verraten. Wie dumm ich doch war! Alles, was meine Familie bis heute erlitten hat, wurde von dem Dämon, der Kommunistischen Partei, herbeigeführt. Sie widersetzte sich Gott und verfolgte Christen, schikanierte meine Familie und verhaftete meinen Onkel und war dafür verantwortlich, dass meine Eltern keinen einzigen Tag in Frieden verbringen konnten. Die Kommunistische Partei war der wahre Schuldige! Aber ich hasste nicht die Kommunistische Partei, sondern dachte, es sei mein Glaube an Gott, der meine Familie in Schwierigkeiten gebracht hatte. Ich konnte wirklich nicht mehr zwischen Recht und Unrecht unterscheiden. Jetzt verstand ich, dass es für mich vollkommen normal und gerechtfertigt war, Gott zu folgen und meine Pflicht zu tun. Das sind das Gewissen und die Vernunft, die Menschen haben sollten! Ich dachte an eine weitere Passage aus Gottes Worten: „Das Maß an Leid, welches jeder Einzelne erdulden muss, und die Entfernung, die er auf seinem Weg zurücklegen muss, wurden von Gott bestimmt, und niemand kann einem anderen wirklich helfen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (6)). Egal, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, das Leben jedes Menschen liegt in Gottes Händen und wird von Gott gelenkt und beherrscht. Gott hat vorherbestimmt, wie viel jeder Mensch leiden wird, und das können wir nicht ändern. Meine Eltern und Adoptiveltern sind ebenfalls in Gottes Händen; ich sollte sie Gott anvertrauen. Und dann betete ich still zu Gott, bereit, alles Gott anzuvertrauen und mich Seiner Anordnung zu unterwerfen. Danach stürzte ich mich in die Ausführung meiner Pflicht.
Später las ich eine Passage aus Gottes Worten, die mir ein weiteres Verständnis meines eigenen Zustands brachte. Der Allmächtige Gott sagt: „Chinesen glauben aufgrund der Konditionierung durch die chinesische traditionelle Kultur in ihren traditionellen Auffassungen, dass man seine Kindespflicht gegenüber seinen Eltern einhalten muss, und dass jedes Kind, das seine Kindespflicht nicht erfüllt, aufsässig ist. Diese Vorstellungen wurden den Menschen seit ihrer Kindheit anerzogen, und so wird es in praktisch jedem Haushalt gelehrt, wie auch in jeder Schule und in der Gesellschaft im Allgemeinen. Wenn der Kopf eines Menschen mit solchen Dingen gefüttert wurde, denkt er: ‚Die Kindespflicht gegenüber meinen Eltern einzuhalten ist wichtiger als alles andere. Würde ich sie nicht einhalten, wäre ich kein guter Mensch; ich wäre ein aufsässiges Kind, ich würde in der öffentlichen Meinung verachtet werden. Ich wäre jemand, der kein Gewissen hat.‘ Ist diese Ansicht korrekt? Die Menschen haben so viele von Gott kundgetane Wahrheiten bezeugt – hat Gott gefordert, dass man seinen Eltern gegenüber seine Kindespflicht erfüllen soll? Ist das eine der Wahrheiten, die Gläubige an Gott verstehen müssen? Nein, das ist es nicht. Gott hat nur über einige Grundsätze Gemeinschaft gehalten. Nach welchem Prinzip soll man, gemäß Gottes Worten, andere Menschen behandeln? Liebe das, was Gott liebt, und hasse das, was Gott hasst. Das ist der Grundsatz, an den man sich halten sollte. Gott liebt diejenigen, die nach der Wahrheit streben und Seinen Willen befolgen können; das sind auch die Menschen, die wir lieben sollten. Diejenigen, die Gottes Willen nicht befolgen können, die Gott hassen und gegen Gott aufbegehren – diese Menschen werden von Gott verabscheut, und wir sollten sie auch verabscheuen. Das ist es, was Gott von den Menschen verlangt. Wenn deine Eltern nicht an Gott glauben, wenn sie sehr wohl wissen, dass der Glaube an Gott der richtige Weg ist und dass er zur Rettung führen kann, und sie dafür nicht nur unempfänglich sind, sondern Gottgläubige auch richten und verurteilen, dann sind sie zweifellos Menschen, die der Wahrheit abgeneigt sind und sie hassen, und zweifellos Menschen, die sich Gott widersetzen und Gott hassen – und Gott verabscheut und hasst sie natürlich. Könntest du solche Eltern verabscheuen? Sie stellen sich gegen Gott und verunglimpfen Ihn – und sind somit mit Sicherheit Dämonen und Satane. Könntest du sie verabscheuen und verfluchen? Das sind alles praktische Fragen. Wenn deine Eltern dich davon abhalten, an Gott zu glauben, wie solltest du sie dann behandeln? Du solltest dich an Gottes Anforderung halten: Liebe das, was Gott liebt, und hasse das, was Gott hasst. Der Herr Jesus sagte während des Zeitalters der Gnade: ‚Wer ist Meine Mutter, und wer sind Meine Brüder?‘ ‚Wer dem Willen Meines Vaters im Himmel folgt, der ist Mein Bruder, Schwester und Mutter.‘ Diese Worte gab es bereits damals im Zeitalter der Gnade und jetzt sind die Worte Gottes sogar noch klarer: ‚Liebe das, was Gott liebt, und hasse das, was Gott hasst.‘ Diese Worte bringen es auf den Punkt, doch die Menschen sind oft nicht imstande, deren wahre Bedeutung zu begreifen. Wenn jemand Gott leugnet und sich Ihm widersetzt und von Gott verflucht wurde, aber ein Elternteil oder Verwandter von dir ist und er, soweit du das beurteilen kannst, keine böse Person zu sein scheint, und er dich gut behandelt, dann könnte es sein, dass du dich nicht dazu überwinden kannst, diese Person zu hassen, und sogar in engem Kontakt mit ihr bleibst, ohne dass sich eure Beziehung ändert. Zu erfahren, dass Gott solche Menschen hasst, wird dich belasten, und du kannst dich nicht auf Gottes Seite stellen und sie erbarmungslos ablehnen. Du stehst immer unter der Einschränkung deiner Gefühle und kannst dich nicht vollständig von ihnen lösen. Woran liegt das? Es liegt daran, dass deine Gefühle zu stark sind und dich daran hindern, die Wahrheit zu praktizieren. Diese Person ist gut zu dir, also kannst du es nicht über dich bringen, sie zu hassen. Du könntest sie nur hassen, wenn sie dir Schaden zugefügt hätte. Wäre dieser Hass im Einklang mit den Wahrheitsgrundsätzen? Außerdem wirst du von traditionellen Auffassungen beeinflusst: Da es sich bei dieser Person um einen Elternteil oder Verwandten handelt, glaubst du, die Gesellschaft würde dich verachten und die öffentliche Meinung verurteilen, und man würde dich als ein undankbares Kind und gewissenlos verdammen, ja sogar als unmenschlich, solltest du diese Person hassen. Du glaubst, du würdest göttliche Verurteilung und Strafe erleiden. Selbst wenn du sie hassen möchtest, lässt es dein Gewissen nicht zu. Warum macht dein Gewissen so etwas? Es liegt daran, dass seit deiner Kindheit der Keim für eine gewisse Denkweise in deinem Kopf eingepflanzt wurde – durch das, was dir von deiner Familie weitergegeben wurde, durch die Erziehung deiner Eltern und durch die Indoktrination der traditionellen Kultur. Diese Denkweise ist tief in deinem Herzen verankert und lässt dich fälschlicherweise glauben, die Kindespflicht sei vollkommen normal und gerechtfertigt und bei allem, was dir von deinen Vorfahren weitergegeben wurde, handele es sich immer um gute Dinge. Da du es zuerst gelernt hast, bleibt es dominant und wird zu einem großen Stolperstein und einer Störung in deinem Glauben und deiner Akzeptanz der Wahrheit, was dazu führt, dass du nicht in der Lage bist, die Worte Gottes in die Praxis umzusetzen und zu lieben, was Gott liebt, und zu hassen, was Gott hasst“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Satan alle möglichen Mittel einsetzt, um die Menschen zu verderben. Zum Beispiel brachten uns die Erziehung durch unsere Eltern, die Bildung unserer Schulen und die Meinungen der Menschen um uns herum zu dem Glauben, dass wir, weil unsere Eltern uns aufgezogen haben, ihre Güte erwidern müssen und dass dies bedeutet, Menschlichkeit und ein Gewissen zu haben. Andernfalls würden wir als gewissenlos gelten, die Eltern nicht ehren und von anderen verachtet werden. Von klein auf wurden mir diese Ideen und Ansichten eingeflößt, wie zum Beispiel „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Die Eltern haben immer recht.“ Weil ich diese traditionellen Ideen und Ansichten in mir trug, machte ich mir Vorwürfe und fühlte mich schuldig, als ich von zu Hause wegging, um meine Pflicht zu tun, und mich nicht um meine Eltern kümmern konnte. Ich war nicht in der Stimmung, meine Pflicht zu tun, und ich bereute es, um ihrer willen weggegangen zu sein. Als ich sah, dass mein Onkel 140.000 Yuan für meine Freilassung ausgab, und als ich erfuhr, dass er von der Polizei schikaniert und verhaftet wurde, dachte ich, meine Familie sei nur wegen meines Glaubens an Gott in diese Schwierigkeiten geraten, und ich wollte meine Pflicht aufgeben und Gott verraten, ja sogar mein eigenes Leben nehmen. Mein Onkel und meine Tante kontrollierten meine Freiheit und überwachten meine Wege, um mich vom Glauben an Gott abzuhalten. Meine Tante fiel sogar vor mir auf die Knie und trat in einen Hungerstreik, um mich zu zwingen, meinen Glauben an Gott aufzugeben. Ich litt große Schmerzen und fühlte mich extrem unter Druck. Aber ich wagte es nicht und war nicht willens, mich ihnen zu widersetzen. Ich glaubte daran, dass „Die Eltern immer recht haben“, und dass ich sie zu wenig ehrte, wenn ich als ihr Kind ihnen solche Härten zumutete – Härten, die so weit gingen, dass meine Tante vor mir flehend auf die Knie fiel. Obwohl ich zu dieser Zeit wusste, dass ihnen zu gehorchen und meine Pflicht nicht zu tun, einem Verrat an Gott gleichkam und ich meine Chance verlieren würde, die Wahrheit zu erlangen, fehlte mir die Kraft, mich ihnen zu widersetzen. Obwohl ich nie sagte, dass ich aufhören würde, an Gott zu glauben, zeigten meine verschiedenen Verhaltensweisen während des größten Teils dieses Jahres, dass ich mich Satan und dem traditionellen Denken beugte. Alles, was übrig blieb, waren Verfehlungen und Schandflecke; ich verriet Gott immer und immer wieder. Jetzt sah ich klar, dass, obwohl es eine positive Sache war, seine Eltern zu ehren, dies nicht die Wahrheit war, und dass mir bei einer solchen Sichtweise die Grundsätze fehlten und ich nicht einmal imstande war, Gut und Böse sowie Recht und Unrecht zu unterscheiden. Mein Onkel und meine Tante versuchten, mich vom Glauben an Gott abzubringen, hielten mich heimlich gefangen und sprachen lästerliche Worte über Ihn. Sie sagten sogar, solange sie lebten und wenn sie nicht stürben, würden sie mir nicht erlauben, an Gott zu glauben; wenn ich bei Gott bliebe, würde ich meine Familie verlieren, und wenn ich bei meiner Familie bliebe, würde ich Gott verlieren. Ihr Wesen war der Wahrheit und Gott feindlich gesinnt. Auch mein Adoptivvater hielt mich ständig zurück und spielte die negative Rolle als einer von Satans Dienern. Ich hätte sie durchschauen sollen, hätte das lieben sollen, was Gott liebt, hassen sollen, was Er hasst. Aber ich glaubte an den Grundsatz „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“, und solch ein traditionelles Denken führte mich dazu, gegen Gott zu rebellieren. Ich hätte beinahe meine Pflicht aufgegeben und Ihn verraten. Jetzt verstand ich, dass die Ideen und Ansichten, die Satan den Menschen einflößt, alle hinterlistige Pläne beinhalten. Sie sind irreführend und schaden den Menschen.
Später las ich diese Passage aus Gottes Worten: „Was also die Menschen betrifft, egal, ob deine Eltern gewissenhaft für dich gesorgt oder sich hingebungsvoll um dich gekümmert haben, sie sind lediglich ihrer Verantwortung und Verpflichtung nachgekommen. Unabhängig davon, aus welchem Grund sie dich großzogen, es war ihre Verantwortung – da sie dich zur Welt brachten, sollten sie die Verantwortung für dich übernehmen. Kann man auf dieser Grundlage alles, was deine Eltern für dich getan haben, als Güte ansehen? Das kann man nicht, oder? (Richtig.) Dass deine Eltern ihrer Verantwortung dir gegenüber nachkommen, zählt nicht als Güte – zählt es als Güte, wenn sie ihrer Verantwortung gegenüber einer Blume oder Pflanze nachkommen, indem sie sie gießen und düngen? (Nein.) Das ist noch weiter von Güte entfernt. Blumen und Pflanzen wachsen im Freien besser – wenn man sie in den Boden pflanzt, und es Wind, Sonne und Regenwasser gibt, gedeihen sie noch besser. Wenn man sie in einen Topf im Haus pflanzt, wachsen sie nicht so gut und entwickeln sich nicht so gut wie im Freien! In welche Familie man auch hineingeboren wird, ist von Gott bestimmt. Du bist ein Mensch, der Leben besitzt, und Gott übernimmt die Verantwortung für jedes Leben, befähigt die Menschen zum Überleben und dazu, das Gesetz zu befolgen, an das sich alle Geschöpfe halten. Es ist nur so, dass du als Mensch in der Umgebung gelebt hast, in der deine Eltern dich großgezogen haben, also solltest du in dieser Umgebung aufgewachsen sein. Dass du in dieser Umgebung geboren wurdest, ist Gottes Bestimmung; dass du von deinen Eltern bis ins Erwachsenenalter großgezogen wurdest, ist ebenfalls Gottes Bestimmung. Jedenfalls kommen deine Eltern, wenn sie dich aufziehen, einer Verantwortung und Verpflichtung nach. Dich zu einem Erwachsenen heranzuziehen ist ihre Verpflichtung und Verantwortung, und das kann man nicht als Güte bezeichnen. Da man es nicht als Güte bezeichnen kann, kann man dann sagen, dass es etwas ist, was du genießen solltest? (Ja, das kann man.) Es ist eine Art Recht, das du genießen solltest. Du solltest von deinen Eltern großgezogen werden, denn bevor du das Erwachsenenalter erreichst, ist die Rolle, die du spielst, die eines Kindes, das großgezogen wird. Deshalb kommen deine Eltern dir gegenüber lediglich einer Art Verantwortung nach, die du einfach entgegennimmst, ganz bestimmt aber ist es keine Gunst oder Güte, die du von ihnen entgegennimmst. Kinder zu bekommen und zu umsorgen, sich zu vermehren und die nächste Generation aufzuziehen ist für jedes Lebewesen eine Art Verantwortung. Zum Beispiel müssen Vögel, Kühe, Schafe und sogar Tiger sich nach der Fortpflanzung um ihren Nachwuchs kümmern. Es gibt keine Lebewesen, die ihren Nachwuchs nicht aufziehen. Es mag einige Ausnahmen geben, aber diese bleiben uns unbekannt. Es handelt sich um ein natürliches Phänomen der Existenz von Lebewesen, es handelt sich um einen Instinkt, den Lebewesen haben, und kann nicht der Güte zugeschrieben werden. Sie halten sich lediglich an das Gesetz, das der Schöpfer für Tiere und Menschheit erlassen hat. Daher ist es keine Art von Güte, wenn deine Eltern dich aufziehen. Auf dieser Grundlage kann man sagen, dass deine Eltern nicht deine Gläubiger sind. Sie erfüllen dir gegenüber ihre Pflicht. Es spielt keine Rolle, wie viel Herzblut sie für dich aufwenden und wie viel Geld sie für dich ausgeben, sie sollten nicht von dir verlangen, sie zu entschädigen, denn als Eltern ist das ihre Verantwortung. Da es ihre Verantwortung und Verpflichtung ist, sollte es kostenlos sein, und sie sollten keine Entschädigung verlangen. Deine Eltern haben dich großgezogen, womit sie lediglich ihrer Verantwortung und Verpflichtung nachgekommen sind, was unentgeltlich sein sollte und kein Geschäft. Das heißt, du brauchst mit deinen Eltern nicht im Sinne der Idee von Entschädigung umzugehen oder deine Beziehung zu ihnen danach auszurichten“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Aus Seinen Worten verstand ich, dass das Gebären, Aufziehen und die sorgfältige Fürsorge der Eltern für ihre Kinder keine Güte ist, sondern vielmehr ihre Verantwortung und Pflicht als Eltern. Es ist genauso, wie Gott sagte, dass, wenn man Blumen und Gräser von draußen in sein Haus holt, diese Person die Verantwortung hat, sich um sie zu kümmern, sie zu gießen und zu düngen; das ist ihre Verantwortung. Ein anderes Beispiel sind Katzen, Hunde und andere Tiere, die sich vermehren und um ihre Jungen kümmern, was für sie instinktiv ist. Bei menschlichen Eltern und ihren Kindern ist es genauso. Wenn ein Kind noch nicht erwachsen ist, ist das Aufziehen und Umsorgen eine Verantwortung und Verpflichtung, die alle Eltern erfüllen sollten, und es ist auch ein Instinkt, den Gott den Menschen gegeben hat. Kinder stehen deswegen nicht in der Schuld ihrer Eltern. Ich glaubte immer, dass die sorgfältige Fürsorge meiner Adoptiveltern eine Güte sei, die zurückgezahlt werden müsse, und dass ich die Güte meines Onkels und meiner Tante, mich zur Welt gebracht zu haben, vergelten müsse. Jetzt verstand ich, dass dieser Lebensatem mir von Gott gegeben wurde und nicht von meinen Eltern. Wenn Gott mir diesen Lebensatem nicht gegeben hätte, dann wäre ich, selbst wenn meine Eltern mich zur Welt gebracht hätten, nur eine Totgeburt gewesen. Meine Eltern zogen mich auf und kümmerten sich um mich und gaben mir ein gutes Umfeld zum Wachsen. Das ist, was sie als Eltern tun sollten, und es ist das, was Gott vorherbestimmt und angeordnet hat. Und während meiner Wachstumsphase war es ebenso Gott, der sich wirklich um mich kümmerte und mich beschützte. So wie damals, als ich einmal nach der Schule zu schnell mit meinem E-Bike fuhr und nicht mehr bremsen konnte und zwischen Steinplatten und einem großen Lastwagen eingeklemmt wurde. Damals fuhr der Lastwagen mit voller Geschwindigkeit vorwärts, und auch ich wurde gezwungen, mit meinem E-Bike weiterzufahren. Die ganze Zeit war mein Fuß zwischen dem Lastwagen und meinem E-Bike eingeklemmt und rieb ununterbrochen an ihnen. Als die Straße breiter wurde, kam mein E-Bike endlich zum Stehen. Es war wirklich nervenaufreibend. Damals brach vielen Leuten der Schweiß aus, da sie dachten, ich würde mit Sicherheit schwer verletzt sein. Ich dachte auch, dass ich mit diesem Fuß bestimmt nicht mehr laufen könnte. Zu meiner Überraschung sah ich, dass ich keine einzige Wunde am Körper hatte. Ich habe wirklich aus erster Hand erfahren, wie Gott mich immer im Stillen umsorgt und beschützt. Auch als mein Onkel und meine Tante 140.000 Yuan an die Polizei zahlten, damit ich freigelassen wurde, dachte ich, dies sei die größte Güte, die ich empfangen könne, und dass ich sie ihnen zurückzahlen müsse. Jetzt verstand ich, dass, obwohl es so aussah, als wären es mein Onkel und meine Tante, die dieses Geld bezahlten, im Hintergrund Gott alles beherrschte und arrangierte. Während dieser Zeit verdienten mein Onkel und meine Tante sehr leicht Geld, so leicht, dass sie selbst überrascht waren. Wenn ich jetzt darüber nachdenke: Wenn Gott sie nicht gesegnet hätte, all das Geld zu verdienen, woher wäre dann das Geld gekommen, um mich freizulassen? Ich erinnerte mich, dass Gott sagte: „Wenn uns jemand etwas Gutes tut, sollten wir das von Gott annehmen, insbesondere wenn es sich um unsere Eltern handelt, die uns in die Welt gebracht und aufgezogen haben; all das ist von Gott angeordnet. Gott herrscht über alle Dinge; der Mensch ist nur ein Werkzeug, das Er in Seinen Dienst stellt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Oberflächlich betrachtet waren es meine Eltern, die mich großzogen, und mein Onkel und meine Tante, die für meine Freilassung bezahlten. Aber aus der Perspektive der Wahrheit wurde all dies von Gott beherrscht und angeordnet. Meine Eltern sind nicht meine Gläubiger; ich muss diese Schuld nicht mit meinem Leben und auf Kosten meiner Errettung begleichen. Ich kann sie ehren, aber nur im Rahmen meiner eigenen Möglichkeiten. Unter geeigneten Umständen und Bedingungen kann ich ihnen Gesellschaft leisten und sie ehren. Aber wenn die Bedingungen nicht gegeben sind, muss ich mir keine Vorwürfe machen. Ich muss nur meine Pflichten gut tun. Wenn ich Gott und die Wahrheit aufgeben würde, um meine Eltern zu ehren, dann würde ich den Schöpfer verraten haben, auch wenn die Leute mich dann eine gute Tochter nennen würden, die die Eltern ehrt – das ist eine große Rebellion und ein großer Mangel an Menschlichkeit! Wem ich tatsächlich etwas schuldete, das waren nicht meine Eltern, sondern das war Gott. Es waren Gottes Fürsorge und Sein Schutz, die es mir ermöglicht haben, bis heute durchzuhalten; Er ist derjenige, dem ich am meisten danken sollte! Also betete ich zu Gott: „Gott, was meine Eltern erleben und wie die Polizei sie behandelt, liegt jetzt in Deinen Händen. Ich kann nichts ändern, und ich bin bereit, sie Dir zu übergeben. Ich möchte nur in Frieden meine Pflicht als geschaffenes Wesen tun und Dein Werk richtig erleben.“
Von da an fühlte ich mich in Bezug auf die Umstände, denen meine Familie begegnete, etwas gelassener und begann darüber nachzudenken, wie ich meine Pflicht gut tun konnte. Bald darauf nahm ich Kontakt zu meiner Mutter auf. Sie schrieb mir einen Brief, in dem sie ihre Erfahrungen mit mir teilte. Sie sagte, dass das Erleben dieser Umstände ihre Entschlossenheit, nach der Wahrheit zu streben, gestärkt habe, und sagte mir, ich solle mir keine Sorgen um die Ereignisse zu Hause machen, sondern mich darauf konzentrieren, nach der Wahrheit zu streben und meine Pflicht zu erfüllen. Sie sagte auch, dass die Polizei sah, dass ich immer noch nicht nach Hause gekommen war, und wusste, dass es nutzlos war, meinen Onkel weiter festzuhalten, also ließen sie ihn frei. In diesem Moment war ich sehr emotional. Mir wurde zutiefst bewusst, dass die Umstände, denen ich bis jetzt begegnet war, Gottes Absicht in sich trugen und dass sie dazu bestimmt waren, meine Sicht auf die Dinge umzukehren und die Unreinheiten in mir zu reinigen. So übernimmt Gott die Verantwortung für mein Leben! Dank sei Gott!