538 Der Glaube des Menschen an Gott ist ein erbärmlicher Anblick
I
Viele, die Gott folgen, machen sich nur Gedanken darüber, wie sie Segnungen erhalten oder Katastrophen abwenden können. Sobald das Werk und die Führung Gottes erwähnt werden, verstummen sie und verlieren jegliches Interesse. Sie glauben, dass das Verstehen solch langweiliger Fragen ihrem Leben kein Wachstum und ihnen keinen Nutzen bringen wird. Dementsprechend gehen sie, obwohl sie einige Informationen über Gottes Führung gehört haben, nicht ernsthaft damit um. Sie betrachten sie nicht als etwas Wertvolles, das es zu akzeptieren gilt, geschweige denn, dass sie sie begreifen, indem sie sie als einen Teil ihres Lebens annehmen. Der Zweck, mit dem diese Menschen Gott folgen, ist ganz einfach und dient nur einem Ziel: gesegnet zu werden. Diese Menschen haben einfach keine Lust, irgendetwas Beachtung zu schenken, das nichts mit diesem Ziel zu tun hat.
II
Die Beziehung des Menschen zu Gott beruht lediglich auf bloßem Eigeninteresse. Es ist eine Beziehung zwischen dem Empfänger und dem Geber von Segnungen. Es ist die Beziehung zwischen einem Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer strengt sich nur an, um den Lohn zu erhalten, den ihm der Arbeitgeber gibt. In dieser Art von Beziehung, die auf Eigeninteresse basiert, gibt es keine familiäre Verbundenheit, sondern nur geschäftlichen Austausch. Es gibt kein Lieben und Geliebtwerden, nur Gönnerhaftigkeit und Barmherzigkeit. Es gibt kein Verständnis, nur hilflos unterdrückte Empörung und Täuschung. Es gibt keine Vertrautheit, nur eine Kluft, die nicht zu überqueren ist. Wer kann, jetzt, da dieser Punkt erreicht worden ist, einen solchen Verlauf rückgängig machen? Und wie viele Menschen sind fähig, wirklich zu verstehen, wie prekär diese Beziehung geworden ist? Keiner kann sich vorstellen, wie peinlich und unansehnlich eine solche Beziehung zu Gott ist, wenn die Menschen in die freudige Stimmung, gesegnet zu werden, eintauchen.
aus „Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes. Anhang 3: Der Mensch kann nur unter Gottes Führung gerettet werden“