14. Ein Tag, den man nie vergisst
An einem Morgen im Dezember 2012 um kurz nach neun predigte ich gerade mit einigen Brüdern und Schwestern das Evangelium, als plötzlich ein Polizeiauto direkt vor uns hielt. Ohne sich auszuweisen, verdrehte mir ein Polizist die Arme auf den Rücken und stieß mich in sein Auto. Eine Schwester und ein Bruder wurden ebenfalls in den Wagen gezerrt. Mein Herz raste. Ich hatte keine Ahnung, was die Polizei mit mir vorhatte. Ich dachte bei mir: „Was, wenn ich die Folter nicht aushalte, zu einem Judas werde und Gott verrate?“ Hastig betete ich zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu beschützen. Ich schwor, lieber zu sterben, als zu einem Judas zu werden und meine Brüder und Schwestern zu verraten. Nach dem Gebet war ich nicht mehr ganz so nervös.
Auf der Wache wurden wir getrennt und einzeln verhört. Ein Polizist fuhr mich harsch an: „Wer ist euer Leiter? Wo wohnst du?“ Ich antwortete: „Ich weiß nicht, wer der Leiter ist. Ich habe gegen kein Gesetz verstoßen, warum wurde ich verhaftet?“ Sie lachten schallend auf und meinten: „Was verstehst du schon vom Gesetz? Hast du etwa die Erlaubnis der Zentralregierung, das Evangelium zu predigen? Hat das Amt für religiöse Angelegenheiten sein Okay gegeben? Du hast illegale Missionsarbeit betrieben und die öffentliche Ordnung gestört. Wir sollten dich dem Amt für religiöse Angelegenheiten übergeben, damit die sich um dich kümmern!“ Ein anderer Beamter sagte: „Solange du mit uns kooperierst, lassen wir dich gehen.“ Ich ignorierte sie einfach. Da stürmte ein Polizist von der Tür herein und trat mir mit voller Wucht gegen die rechte Wade. Es tat so weh, dass ich dachte, der Knochen sei gebrochen. Er trat mit solcher Wucht zu, dass er selbst zu Boden fiel, woraufhin die anderen Beamten zu lachen anfingen. Er stand wieder auf und ließ seine Wut an mir aus, indem er mir eine schallende Ohrfeige verpasste. Der Schlag war so hart, dass ich Sterne sah; mir wurde so schwindelig, dass ich fast umfiel. Kurz darauf schwoll meine rechte Gesichtshälfte an. Dann trat er mir noch einmal heftig gegen die rechte Wade, sodass ich in eine Ecke des Raumes geschleudert wurde. Aggressiv holte er aus, um mir in den unteren Rücken zu treten. Ich hatte panische Angst. Was, wenn er mich treten und meinen unteren Rücken verletzen würde? Ich fing an zu weinen. Genau in diesem Moment hielten ihn einige der anderen Beamten zurück. Ein anderer Polizist redete in einem sanfteren Ton auf mich ein: „Hör zu, Kleine, wir wollen dich gar nicht so behandeln. Du musst uns nur deine Adresse geben, dann lassen wir dich gehen.“ Ich dachte bei mir: „Meine Eltern glauben beide an Gott und tun Pflichten. Wenn ich ihnen meine Adresse verrate, ziehe ich sie da mit hinein. Falls sich die Brüder und Schwestern zufällig gerade bei uns versammeln und alle verhaftet werden, hätte ich eine böse Tat begangen.“ Also sagte ich nichts. Dann wies einer der Beamten alle anderen an zu gehen, weil er allein mit mir sprechen wollte. Er fragte mich: „Willst du hier raus? Wenn ja, sag uns einfach deine Adresse. Oder du kooperierst mit uns und wirst unsere Informantin. Schleus dich für uns in die oberen Ränge der Kirche ein, und wir arbeiten zusammen. Wenn du zustimmst, lassen wir dich gehen.“ Als er sah, dass ich ihn ignorierte, kam ihm scheinbar eine andere Idee und er sagte: „Wir sind hier jetzt nur noch zu zweit. Ich weiß, du kannst andere Mitglieder wahrscheinlich nicht offen verraten, aber ich kann deine Identität schützen. Wir fahren mit meinem Auto los, du bleibst im Wagen sitzen und musst nur mit dem Finger auf einen deiner Brüder und Schwestern zeigen. Solange du ein anderes Mitglied benennst, das deine Stelle einnimmt, lassen wir dich gehen. Was meinst du?“ Als ich das widerwärtige Gesicht dieses Polizisten sah, ekelte ich mich. Ich dachte bei mir: „Wir sind hier vielleicht nur zu zweit, aber Gottes Geist prüft alle Dinge genau. Du kannst andere Menschen täuschen, aber niemals Gott. Wenn du glaubst, ich werde eine Informantin, verrate meine Brüder und Schwestern und verrate Gott, dann hast du dich getäuscht!“ Entschieden antwortete ich: „Ich kenne niemanden!“ Daraufhin drohte er mir: „Versuchst du etwa, jemanden zu schützen? Glauben deine Eltern auch an Gott? Die Leute, die mit dir verhaftet wurden, haben uns schon alles über dich erzählt. Wir wissen alles über dich, was wir wissen müssen. Ich gebe dir hier die Chance, reinen Tisch zu machen. Wenn du uns nichts sagst, wirst du es im Gefängnis nicht annähernd so leicht haben. Die werden dich zwingen, scharfes Pfefferwasser zu trinken, deine Finger mit Bambusstäben einklemmen, dir Nadeln unter die Fingernägel stechen, dir Bambusspieße in die Ohren stecken und die anderen Insassen anweisen, dich zu schikanieren. Das wird die reinste Hölle auf Erden!“ Bei seiner Beschreibung lief es mir eiskalt den Rücken herunter, und ich war zu Tode erschrocken. Ich dachte bei mir: „Haben sie mich wirklich verraten? Wenn mir die Polizei wirklich Bambusspieße in die Ohren sticht, werde ich dann nicht taub? Meine Finger mit Bambusstäben einklemmen, mir Nadeln unter die Nägel stechen – die Finger sind doch so empfindlich, das muss unfassbar schmerzhaft sein! Wenn sie mich ins Gefängnis stecken und foltern, könnte ein mageres, kleines Mädchen wie ich das wirklich durchstehen? Oder würde ich dort sterben? Ich bin doch erst zwanzig, mein Leben fängt gerade erst an. Ich will noch nicht sterben! Vielleicht könnte ich ihnen einfach irgendeine Kleinigkeit erzählen, um ihre Forderungen zu erfüllen.“ Da wurde mir plötzlich unbehaglich, und ich wusste tief in meinem Herzen ganz genau: „Damit, dass ich verhaftet und verfolgt werde, werde ich auf die Probe gestellt. Wenn ich ihnen auch nur ein bisschen erzähle, werden sie mit Sicherheit weiter nachbohren. Wenn sie zu einem kleinen Mädchen wie mir schon so grausam sind, wer weiß, wie brutal sie dann erst zu meinen Brüdern und Schwestern sein werden! Ich darf nicht mein Gewissen verraten und nur an mich selbst denken. Ich darf kein Diener Satans werden und Gott verraten. Ganz gleich, ob die anderen Brüder und Schwestern mich verraten haben oder nicht, ich muss standhaft bleiben. Selbst wenn es bedeutet, ins Gefängnis zu gehen und gefoltert zu werden, ich darf Gott auf keinen Fall verraten.“
Danach sagte ich, egal wie sie mich auch verhörten, immer nur, ich wisse von nichts. Einer der Beamten wurde so wütend, dass er auf den Tisch schlug und brüllte: „Dann müssen wir es wohl auf die harte Tour machen!“ Dann legte mir ein anderer Polizist Handschellen an, packte mich an den Haaren und riss meinen Kopf heftig nach hinten. Daraufhin stürzten sich drei oder vier andere Beamte auf mich und fingen an, auf mich einzuschlagen und einzutreten. Sie traten mir vor allem gegen die Waden und schlugen mir auf den Kopf, in den Bauch und in den unteren Rücken. Einer der Beamten verpasste mir einen so harten Schlag in den Bauch, dass ich mich in einer Ecke des Raumes zu einer Kugel zusammenkrümmte und anfing zu weinen. Ein Polizist fragte mich: „Na, wirst du jetzt reden?“ Ich funkelte ihn zornig an. Ein anderer Beamter packte mich am Kragen, schlug meinen Kopf gegen die Wand sowie gegen einen Metallschrank und würgte mich am Hals. Es tat so weh, dass ich kaum noch atmen konnte. Erst als es so aussah, als würde ich gleich ohnmächtig werden, wies der Polizist neben mir ihn an, aufzuhören. Ich brach auf dem Boden zusammen und rang nach Luft. Ich dachte darüber nach, dass sich die Polizei nicht an die bösen Menschen in unserer Gesellschaft herantraut, aber wenn es um uns Gläubige geht, foltern, schlagen und töten sie uns sogar völlig skrupellos. In meinem Herzen schrie ich auf: „Gibt es denn gar keine Gerechtigkeit auf dieser Welt? Wie können sie sich überhaupt ‚Volkspolizei‘ nennen?“ Genau in diesem Moment erinnerte ich mich an eine Hymne mit Gottes Worten mit dem Titel „Die in der Dunkelheit sollen sich erheben“:
1 Das Land, das seit Tausenden von Jahren unrein ist, ist unerträglich dreckig, es wimmelt von Elend, Geister greifen überall um sich, täuschen und betrügen. Sie erheben grundlose Anschuldigungen, greifen skrupellos zu bösartigen Mitteln, trampeln diese Geisterstadt nieder und hinterlassen sie mit Leichen übersät. Der Gestank der Verwesung bedeckt das Land und durchdringt die Luft und es wird streng bewacht. Wer kann die Welt jenseits der Himmel sehen? Wie könnten die Menschen einer Geisterstadt wie dieser Gott jemals gesehen haben? Hätten sie je die Liebenswürdigkeit und Lieblichkeit Gottes genießen können? Könnten sie je die Angelegenheiten der menschlichen Welt verstehen? Wer von ihnen kann die eifrigen Absichten Gottes verstehen?
2 Warum das Werk Gottes so umfassend behindern? Warum verschiedene Tricks anwenden, um Gottes Volk zu betrügen? Wo ist die wahre Freiheit und wo sind die legitimen Rechte und Interessen? Wo ist die Fairness? Wo ist der Trost? Wo ist die Wärme? Warum von betrügerischen Intrigen Gebrauch machen, um Gottes Volk hereinzulegen? Warum von Gewalt Gebrauch machen, um Gottes Kommen zu unterdrücken? Warum Gott jagen, bis Er keinen Ort mehr hat, wo Er Sein Haupt hinlegen kann? Warum lehnt ihr die Ankunft Gottes ab? Warum seid ihr so gewissenlos? Seid ihr dazu bereit, die Ungerechtigkeiten in solch einer dunklen Gesellschaft wie dieser zu erdulden?
…
– Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (8)
Früher hatte ich keinerlei Unterscheidungsvermögen gegenüber der KPCh. In ihren Lehrbüchern behauptete sie, die Religionsfreiheit zu unterstützen, und so glaubte ich ihr blindlings und sang sogar Lobeshymnen auf sie. Erst nachdem ich von der KPCh verfolgt wurde, erkannte ich ihr wahres Gesicht. Die KPCh behauptet nur, die Religionsfreiheit zu unterstützen, um die Menschen zu täuschen, doch in Wirklichkeit widersetzt sie sich Gott hemmungslos und verfolgt Christen. Der Allmächtige Gott ist gekommen, um die Wahrheit auszudrücken und die Menschheit von Satans Verdorbenheit und Qualen, von Satans dunklem Einfluss zu erretten und uns auf den rechten Lebensweg zu führen. Das ist etwas Großartiges, doch die KPCh verfolgt uns und befiehlt ihren Beamten, gezielt an Gott Glaubende zu verhaften und brutal zu misshandeln. Die KPCh ist wirklich durch und durch böse! Sie ist ein Dämon, der Gott hasst und sich Ihm widersetzt!
Dann ließen sie mich eine halbe Stunde lang in Handschellen, wobei sie meinen rechten Arm über die Schulter nach hinten verdrehten und meinen linken Arm von hinten hoch rissen. Sie zwangen mich, in die Hocke zu gehen und befahlen mir, vor ihnen niederzuknien. Als ich mich weigerte, packten zwei Beamte meine Arme, und ein dritter rammte mir sein Knie in die Kniekehle, um mich so in die Knie zu zwingen. Ich war durch die Folter völlig erschöpft und kniete mit dem Gesicht zur Wand auf dem Boden. Mir war klar, dass sie mich nicht so einfach gehen lassen würden, wenn sie keine Informationen über die Kirche aus mir herausbekämen. Ich war erst seit zwei Stunden hier drin, und schon jetzt hatte man mich bis zur Erschöpfung gefoltert, und mein ganzer Körper schmerzte. Ich fragte mich, wie viel Folter mir noch bevorstand und ob ich das alles ertragen könnte. Ich fühlte mich wie ein kleines Schaf, das plötzlich einem Rudel Wölfe in die Fänge geraten war und jeden Moment verschlungen werden konnte. Ich war völlig verzweifelt und hatte große Angst. In meinem Herzen betete ich unaufhörlich zu Gott: „Lieber Gott, ich fühle mich in meinem Herzen sehr schwach. Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalten kann. O Gott, diese Situation ist mit Deiner Erlaubnis über mich gekommen, aber ich verstehe nicht, was Deine Absicht dahinter ist. Bitte führe mich.“ Genau in diesem Moment kam mir eine Zeile aus Gottes Worten in den Sinn: „Nur wenn du Glauben hast, wirst du imstande sein, Gott zu sehen. Wenn du Glauben hast, wird Gott dich vervollkommnen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). Plötzlich wurde mir alles klar. Gott hoffte, dass ich meinen Glauben an Ihn bewahren würde, während ich Verfolgung und Drangsal erlebte. In meinem Kopf sang ich die Hymne „Prüfungen verlangen Glauben“:
1 Während Menschen Prüfungen durchmachen, ist es normal, dass sie schwach sind, im Inneren negativ sind, Gottes Absichten nicht verstehen oder es ihnen an Klarheit in Bezug auf den Weg der Praxis fehlt. Doch in jedem Fall musst du an Gottes Werk glauben und darfst, wie Hiob, Gott nicht verleugnen. Obwohl Hiob schwach war und er den Tag seiner eigenen Geburt verfluchte, bestritt er nicht, dass alle Dinge, die die Menschen nach ihrer Geburt besitzen, ihnen von Jehova gewährt werden, und dass Jehova auch der Eine ist, der sie wegnimmt. Was für Prüfungen er auch durchmachen musste, er behielt diesen Glauben bei.
2 Welcher Art von Läuterung du anhand von Gottes Worten auch unterzogen wirst, in deinen Erfahrungen ist das, was Gott will, alles in allem dein Glaube und dein gottliebendes Herz. Indem Er auf diese Weise wirkt, vervollkommnet Er den Glauben, die Liebe und die Entschlossenheit der Menschen. Gott vollbringt das Werk der Vervollkommnung an den Menschen, und sie können es nicht sehen, können es nicht berühren; unter solchen Umständen ist Glaube erforderlich. Wenn etwas nicht vom bloßen Auge erblickt werden kann, ist Glaube erforderlich. Wenn du deine eigenen Auffassungen nicht loslassen kannst, ist Glaube erforderlich. Wenn dir Gottes Werk nicht klar ist, dann ist erforderlich, dass du Glauben hast, und dass du eine feste Haltung einnimmst und in deinem Zeugnis standhaft bleibst. Als Hiob diesen Punkt erreichte, erschien ihm Gott und sprach zu ihm. Das heißt, nur wenn du Glauben hast, wirst du imstande sein, Gott zu sehen. Wenn du Glauben hast, wird Gott dich vervollkommnen.
– Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden
Nachdem ich die Hymne im Stillen gesungen hatte, war mein Gesicht tränenüberströmt. Ich dachte daran, wie Hiob seine Prüfung durchmachte, seine Kinder und seinen gesamten Besitz verlor und am ganzen Körper mit Geschwüren übersät war; er durchlitt extreme körperliche und seelische Qualen. Angesichts dieser Prüfung war Hiob sich über Gottes Absicht zunächst im Unklaren, und er fühlte sich unfassbar gequält und verzweifelt, doch er besaß ein gottesfürchtiges Herz. Er jagte nicht den Banditen hinterher und haderte auch nicht. Stattdessen trat er zuerst vor Gott, betete zu Ihm und suchte Ihn. Schließlich sagte er: „Jehova hat’s gegeben, Jehova hat’s genommen; der Name Jehovas sei gelobt“ (Hiob 1,21), und legte so ein überwältigendes Zeugnis ab. Dadurch erkannte ich Gottes Absicht. Gott nutzte diese Situationen, um meinen Glauben zu vervollkommnen. Ich sollte aus der Geschichte Hiobs lernen, Glauben an Gott haben, zu Ihm beten und mich auf Ihn verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben.
Nachdem mich die Polizisten mehr als zehn Minuten lang hatten knien lassen, befahlen sie mir aufzustehen. Ein großer Beamter packte mich an den Haaren und riss meinen Kopf so weit nach oben, dass nur noch meine Zehenspitzen den Boden berührten. Der Schmerz war so unerträglich, dass es sich anfühlte, als hätte man mir die Kopfhaut vom Schädel gerissen. Dann fing er an, die Zehen meines linken Fußes mit seinen Schuhen zu zermalmen und zu zerquetschen, und stellte sich mit seinem ganzen Gewicht auf meinen Spann. Es tat so weh, dass ich dachte, die Knochen in meinen Füßen könnten gebrochen sein, also stieß ich ihn weg. Als er merkte, wie weh mir das tat, stellte er sich prompt wieder auf meinen Spann. Meine Beine fingen an zu zittern, und ich ging unwillkürlich in die Hocke, aber er riss mich wieder hoch, presste meine Hände gegen die Wand und blieb weiter auf meinen Füßen stehen. In diesem Moment dachte ich zum ersten Mal, dass ich lieber sterben würde, als diese Schmerzen weiter zu ertragen. Erst als aus meinem linken Fuß ein trockenes Knacken zu hören war, hörte er endlich auf. Ich dachte wirklich, meine Fußknochen seien gebrochen, aber es war alles in Ordnung. Ich wusste, dass Gott für mich sorgte und mich beschützte. Ich dankte Gott von ganzem Herzen. Dann kam ein Polizist herein, der etwas über zwanzig zu sein schien, und fragte mich anzüglich: „Wie alt bist du? Hast du einen Freund? Wenn du nicht reden willst, ist das auch in Ordnung. Aber je eher du auspackst, desto eher lassen wir dich gehen. Und heute Nacht komme ich dich besuchen.“ Dann kam er ganz nah an mich heran und raunte: „Was glaubst du wohl, was ein Junge und ein Mädchen ganz allein in einem leeren Raum so alles anstellen?“ Er sagte noch viele andere extrem schmutzige und obszöne Dinge zu mir. Dann kam eine Polizistin herein und sagte mit einem eisigen Lächeln: „Wenn sie nicht redet, reißt ihr einfach die Kleider vom Leib. Stellt sie nackt und mit einem Schild um den Hals auf eine belebte Kreuzung, damit jeder sie sehen kann. Dann stellt ihre Nacktfotos ins Internet und seht mal, ob sie sich dann noch in die Öffentlichkeit traut. Sie wird für den Rest ihres Lebens gebrandmarkt sein!“ Während sie das sagte, löste sie meine Handschellen und fing an, mir meine Daunenjacke auszuziehen. Ich hatte furchtbare Angst. Ich hatte eigentlich gedacht, dass sie als Frau vielleicht etwas Mitgefühl für mich aufbringen würde, doch es stellte sich heraus, dass sie genauso böse war wie ihre männlichen Kollegen. Ein anderer Polizist fing an, mit seiner Hand über meine Taille zu reiben, und sagte: „Du hast eine ziemlich gute Figur.“ Die anderen Polizisten brachen alle in unflätiges Gelächter aus. Ihr Lachen klang, als käme es direkt aus der Hölle. Ich hatte solche Angst, dass ich kurz davor war, in Tränen auszubrechen, und dachte: „Es gibt nichts, wovor diese Polizisten zurückschrecken würden. Wenn sie mir wirklich alle Kleider vom Leib reißen, wie könnte ich mit einer solchen Schande weiterleben? Es wäre besser zu sterben, als eine solche Demütigung ertragen zu müssen.“ Ich sah, dass das Fenster vor dem Tisch kein Gitter hatte, und dachte daran, hinauszuspringen. Als sie merkten, dass ich darüber nachdachte, verriegelten sie es. Daraufhin schlug ich meinen Kopf so fest ich nur konnte gegen die Wand. Ein Polizist presste mich so an die Wand, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. Wütend brüllte er: „Du willst sterben? So leicht kommst du uns nicht davon! Ich werde dir das Leben zur Hölle machen!“ Ich wollte sterben, aber sie ließen mich nicht. Ich litt unsägliche Qualen. Genau in diesem Moment kam mir die Hymne mit Gottes Worten mit dem Titel „Strebt danach, Gott zu lieben, wie groß euer Leiden auch sei“ in den Sinn: „Ihr müsst während dieser letzten Tage für Gott Zeugnis ablegen. Ungeachtet dessen, wie groß euer Leid ist, solltet ihr bis zum Ende gehen, und sogar mit eurem letzten Atemzug müsst ihr Gott noch treu sein und euch Gottes Orchestrierung ausliefern; nur dies ist wahre Liebe zu Gott, und nur dies ist das starke und überwältigende Zeugnis“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur durch die Erfahrung schmerzhafter Prüfungen kannst du die Lieblichkeit Gottes kennen). Ich verstand Gottes Absicht. Gott wollte, dass ich lebe, um Zeugnis für Ihn abzulegen. Nach nur ein wenig Leid schon sterben zu wollen, war nicht das Verhalten von jemandem, der Gott liebt. Das war das Verhalten eines feigen, nutzlosen Menschen. Ich musste weiterleben! Wenn sie mir wirklich all meine Kleider vom Leib rissen und mich zur Schau stellten, dann wäre das ein Beweis für ihre Christenverfolgung. Bei diesem Gedanken wollte ich nicht mehr sterben. Dann musterte mich ein Polizist mit Nachnamen Xie lüstern und sagte: „Du bist ganz hübsch anzusehen. Gerade mal zwanzig, was? Du hast noch keinen Freund? Ich würde gerne sehen, ob du noch Jungfrau bist.“ Dabei kam er näher, drängte sich an mich und berührte mein Gesicht und mein Kinn. Ich hatte Angst und stieß ihn weg. Er taumelte zurück und stieß sich an der Tischkante, wurde dann wütend, stürzte auf mich zu und presste meine Hände gegen die Wand. Er küsste mich überall im Gesicht und am Hals. Ich war so außer mir, dass ich aufschrie. Ein paar der zuschauenden Polizisten brüllten vor Lachen. Um nicht sexuell missbraucht zu werden, trat ich nach ihm und hielt ihn auf Abstand. Ein anderer Polizist fing an, mit seiner Kamera Fotos von mir zu machen. Er sagte: „Wie kannst du es wagen, einen Polizisten zu schlagen!“ Das machte mich rasend vor Wut. Sie hatten sich alle auf mich gestürzt, aber versuchten mir vorzuwerfen, ich hätte sie geschlagen? Verdrehten sie da nicht völlig die Tatsachen? Aber ich dachte auch: „Wenn ich mich wehre und sie ein Foto machen, können sie das Bild ins Internet stellen und es dazu benutzen, die Kirche in Verruf zu bringen und ihr etwas anzuhängen. Würde ich damit nicht Schande über Gott bringen?“ Ich wollte nicht, dass sie etwas gegen die Kirche in der Hand hatten, also musste ich meine Tränen hinunterschlucken und ihre Schikanen schweigend ertragen. Am Ende bekamen sie nicht das Bild, das sie wollten, und so gingen sie.
Polizist Xie ließ mich von einem anderen Polizisten in Handschellen legen und meine Arme gegen die Wand drücken. Er trat mir auf die Füße, öffnete den Reißverschluss meiner Daunenjacke und fing an, mich überall am Rücken und an der Taille zu betatschen. Meine Hände und Füße waren fixiert, sodass ich keine Möglichkeit hatte, mich zu wehren. Ich war so verzweifelt, dass ich zu schluchzen begann. Erst als in diesem Moment seine Freundin hereinkam, ließ er endlich von mir ab. Eine Weile später kam Polizist Xie wieder herein und stürzte sich auf mich, als wäre er besessen. Zu diesem Zeitpunkt war sonst niemand im Raum. Er presste meine Beine fest zusammen, schlang seine Arme um mich und betatschte mich überall. Er zog mir sogar die Hose herunter. Ich hatte furchtbare Angst und umklammerte fest meinen Hosenbund. Er verpasste mir eine brutale Ohrfeige, und ich schrie auf. Dann hielt er mir Mund und Nase zu. Ich bekam keine Luft mehr, und je mehr ich mich wehrte, desto mehr verließen mich die Kräfte. Genau so hatte ich im Fernsehen gesehen, wie Vergewaltiger mit ihren Opfern umgingen. Ich hatte wahnsinnige Angst und war völlig verzweifelt. Voller Wut und völlig außer sich brüllte Polizist Xie: „Schrei doch! Schrei so laut du kannst! Mal sehen, ob dein Gott kommt, um dich zu retten!“ Seine Schamlosigkeit und Boshaftigkeit machten mich unglaublich wütend. Hastig betete ich zu Gott: „Lieber Gott, ich will nicht von Satan mit Füßen getreten werden. Bitte rette mich, bitte rette mich!“ Genau in dem Moment, als ich mein flehentliches Gebet an Gott richtete, löste Polizist Xie seinen Griff von meiner Nase und meinem Mund, und ich holte tief Luft. Sofort stieß ich einen lauten Schrei aus. Mehrere Polizisten im Nebenraum hörten das und kamen herüber. Erst da ließ er von mir ab. Ich sackte auf dem Boden zusammen und dachte über das nach, was gerade passiert war. Ohne Gottes Schutz wäre ich vergewaltigt worden. In meinem Herzen dankte ich Gott.
Gegen Mittag desselben Tages kamen sieben oder acht Polizisten herein. Als ich mich weigerte, mit ihnen zu kooperieren, kam der Revierleiter auf mich zu, verdrehte mir das Ohr und kniff mich fest in den Nacken. Vor Schmerz zog ich den Kopf ein. Er lachte mich aus und spottete: „Ziehst wohl den Kopf ein wie eine Schildkröte, was?“ Auch die anderen machten sich nun über mich lustig. Sie umzingelten mich und fingen an, mich wie einen Ball hin und her zu stoßen. Zwei der Polizisten nutzten die Gelegenheit sogar aus, um mich in die Brust und die Taille zu kneifen. Was für ein Haufen Barbaren das doch war! Vor Wut biss ich die Zähne zusammen; ich wollte mich wehren! Hätte ich das alles nicht am eigenen Leib erfahren, hätte ich niemals geglaubt, dass dies die „Volkspolizei“ ist, von der es in unseren Schulbüchern und im Fernsehen immer heißt, sie „diene dem Volk“ und „kämpfe für Gerechtigkeit“. Ich hielt es einfach nicht mehr aus und schrie sie an: „Vergreifen sich echte Männer etwa an einem kleinen Mädchen?“ Als ich das sagte, hörten sie sofort auf. Kurze Zeit später drückte mir ein Polizist eine Waffe an die Schläfe und drohte mir: „Ich könnte dich auf der Stelle erschießen! Wenn wir euch Gläubige schnappen, können wir euch ungestraft umbringen. Wir können euch einfach so erschießen. Sobald du tot bist, schaffen wir dich einfach raus und verscharren dich! Wenn du noch letzte Worte hast, dann sag sie jetzt!“ Während er das sagte, lud er die Waffe hörbar durch. Als ich merkte, dass er keine Witze machte, bekam ich solche Angst, dass mir die Knie weich wurden. Ich dachte bei mir: „Ist mein Leben wirklich in so jungen Jahren schon vorbei? Ich hatte das unglaubliche Glück, Gott zu begegnen, der gekommen ist, um die Menschheit zu erretten. Werde ich nun sterben, noch bevor ich das Schauspiel miterleben darf, wie sich das Evangelium des Königreichs im gesamten Universum verbreitet, und bevor sich meine verdorbene Disposition ändert? Das ist wirklich schwer zu ertragen.“ Genau in diesem Moment dachte ich an die Worte, die der Herr Jesus gesprochen hatte: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“ (Matthäus 10,28). Der große rote Drache kann nur mein Fleisch quälen und misshandeln, aber er kann meine Seele nicht zerstören. Er ist doch nur ein Papiertiger. Äußerlich wirkt er zwar furchteinflößend, doch ganz gleich, wie sehr er tobt und wütet, er befindet sich immer in Gottes Händen. Ohne Gottes Erlaubnis würde er es nicht wagen, mir irgendetwas anzutun. Ich dachte daran, wie Petrus in seinem Streben danach, Gott zu lieben, kopfüber für Ihn gekreuzigt worden war. Als er gekreuzigt wurde, betete er zu Gott und sagte: „Oh Gott! Deine Zeit ist jetzt gekommen, die Zeit, die Du für mich vorbereitet hast, ist gekommen. Ich muss für Dich gekreuzigt werden, ich muss dieses Zeugnis für Dich ablegen und ich hoffe, dass meine Liebe Deine Anforderungen zufriedenstellen kann und dass sie reiner werden kann. Heute ist es für mich tröstend und beruhigend, für Dich sterben zu können und für Dich ans Kreuz genagelt zu werden, denn nichts ist für mich erfreulicher, als für Dich gekreuzigt werden zu können und Deine Wünsche zufriedenzustellen, und mich Dir hingeben zu können, Dir mein Leben zu opfern“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Das Gebet von Petrus war sehr erhellend für mich. Ich fühlte mich Gott viel näher und hatte keine Angst mehr vor dem Tod. Ich dachte daran, wie Gott mich seit meiner Verhaftung beschützt hatte. Und als Satan mich in Versuchung führte, waren es Gottes Worte, die mich darin leiteten, seine Machenschaften zu durchschauen. Wenn ich schwach war, schenkte Er mir Glauben und Kraft, und als ich in Gefahr schwebte, bewahrte Er mich davor, von Satan zertrampelt zu werden. Petrus konnte sich Gott unterwerfen und ließ sich kopfüber für Ihn kreuzigen. Ich besaß zwar nicht die Größe von Petrus, war aber bereit, ihn mir zum Vorbild zu nehmen. Es wäre mir eine Ehre, heute für Gott zu sterben. Gottes Liebe bewegte mich zutiefst, und ich betete im Stillen zu Ihm: „O Gott, ich bin Dir so vieles schuldig. In meinem Leben habe ich nie ernsthaft nach der Wahrheit gestrebt oder versucht, Dich zu lieben. Sollte es für mich jemals ein nächstes Leben geben, werde ich weiterhin an Dich glauben, Dir folgen und Deine Liebe vergelten!“ Einige der Polizisten sahen, dass ich weinte. Sie dachten wohl, ich hätte Angst, und sagten: „Das ist deine letzte Chance. Wenn du noch ein paar Abschiedsworte hast, dann spuck sie jetzt aus!“ Ich erwiderte: „Jeder muss irgendwann sterben. Ich sterbe, weil ich um der Gerechtigkeit willen verfolgt werde, also bereue ich nichts.“ Nach diesen Worten schloss ich die Augen und wartete auf den Schuss. Der Polizist wurde so wütend, dass seine Hand anfing zu zittern, und er sagte: „Dein Wunsch ist mir Befehl!“ Er befahl mir, den Kopf zur Seite zu drehen, zielte mit der Waffe auf meine Schläfe und drückte mehrmals ab, doch aus irgendeinem Grund starb ich nicht. Da wurde mir klar, dass er die Kugel herausgenommen hatte. Ein anderer Polizist schlug mit beiden Händen auf den Tisch und brüllte: „Bildest du dir etwa ein, eine Heldin zu sein? Egal, was wir mit dir anstellen, nichts scheint zu funktionieren!“ Sie stießen mir gegen die Schläfe, schlugen mir mit der Waffe auf den Kopf und höhnten: „Na los, heul doch! Warum heulst du nicht?“ Ich dachte an eine Hymne, in der es heißt: „Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden“ Zuvor hatte ich angesichts ihrer Folter und Drohungen immer nur geweint, um ihr Mitleid zu erregen. Ich hatte überhaupt keinen Glauben an Gott gehabt. Ich war vor Satan zu Kreuze gekrochen und hatte keinerlei Entschlossenheit gezeigt. Ich durfte Gott mit meiner Rückgratlosigkeit nicht länger Schande bereiten. Also trocknete ich meine Tränen, ballte die Fäuste und fasste den festen Entschluss, diesen Kampf mit Satan bis zum blutigen Ende auszufechten! In meinem Kopf sang ich die Hymne „Ich wünsche mir, den Tag der Herrlichkeit Gottes zu sehen“: „Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen“ („Folge dem Lamm und singe neue Lieder“).
Einige der Polizisten sahen, wie ich meine Fäuste fest ballte, kochten vor Wut und sagten: „Sie ist sturer als ein Esel!“ Als ich sah, wie frustriert die Polizei war und nicht mehr weiterwusste, erkannte ich, dass diese Horde von Teufeln und Satanen gedemütigt und besiegt war. Ich verstand nun wirklich, was Gott meinte, als Er sagte: „Wenn Menschen bereit sind, ihr Leben zu opfern, wird alles unbedeutend, und niemand kann ihnen beikommen. Was könnte wichtiger sein als Leben? Auf diese Weise wird Satan unfähig, mehr in den Menschen zu tun, da gibt es nichts, was er mit dem Menschen tun kann“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Offenlegung der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 36). Die Achillesferse des Menschen ist seine Angst vor dem Tod. Der Teufel Satan kannte meine Achillesferse und nutzte sie, um mir zu drohen und mich davon abzuhalten, an Gott zu glauben und Ihm zu folgen. Doch Gottes Weisheit wird auf der Grundlage von Satans Machenschaften ausgeübt. Als ich mein Leben Gott übergab, wurde Satan machtlos; er scheiterte und war gedemütigt.
Gegen Mittag gingen einige der Polizisten zum Essen, während drei zurückblieben, um mich zu bewachen. Ein Polizist kam auf mich zu, setzte ein falsches Lächeln auf und fragte mich: „Warum weinst du nicht?“ Ich sagte: „Ich habe keinen Grund zum Weinen.“ Daraufhin sagte er: „Wenn du nicht weinst, geben wir dir einen Grund dazu!“ Dabei nahm er eine schwarze Flasche zur Hand. Er riss mir die Augen auf und sprühte mir die Chemikalie in Mund und Augen, während ein anderer Polizist meine Arme und meinen Kopf festhielt. Sofort fingen meine Augen an zu brennen und zu tränen, und ich konnte sie unmöglich offen halten. Die Chemikalie brannte schmerzhaft auf meinen Wangen, und auch mein Hals brannte von der Chemikalie, die ich da verschluckt hatte. Es tat so weh, dass ich nicht einmal mehr sprechen konnte und ständig spucken musste. Er drohte mir zudem, dies sei eine Art Gift, das mich in einer halben Stunde töten würde. Der dritte Polizist packte mich an den Handschellen und brachte mich in einen anderen Raum. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich meine Augen wieder ein wenig öffnen, und sie sprühten mir noch mehr von der Chemikalie ins Gesicht. Dann ketteten sie mich an die anderen Brüder und Schwestern, mit denen ich verhaftet worden war, stellten einen Ventilator auf die höchste Stufe und rissen alle Fenster und die Tür auf. Er selbst trug einen dicken Parka und wärmte sich die Füße an einem Heizstrahler. Er lachte schallend und sagte: „Schön kuschelig warm, was?“ Es war tiefster Winter, und meine Hände und Füße wurden schnell eiskalt. Genau in diesem Moment hörte ich, wie eine der Schwestern anfing, mit den Füßen im Takt zu wippen und leise ein Lied zu singen. Ich lauschte aufmerksam und merkte, dass sie eine Hymne zum Lobpreis Gottes sang. Auch ich begann, mit dem Fuß im Takt zu wippen. Während ich sang, spürte ich, wie meine Kräfte zurückkehrten, und ich dachte bei mir: „Ganz gleich, wie sehr mich diese Teufel auch foltern, ich mache trotzdem weiter. Selbst wenn es meinen Tod bedeutet, werde ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Gott zufriedenzustellen!“ Zu meiner Überraschung ließen sie uns gegen drei Uhr nachmittags gehen. Es stellte sich heraus, dass sie in dieser Zeit so viele Brüder und Schwestern verhaftet hatten, dass weder in der Untersuchungshaftanstalt noch im Gefängnis Platz für uns war. Als sie merkten, dass sie keine wertvollen Informationen aus uns herausbekamen, ließen sie uns einfach laufen. Ich wusste jedoch, dass dies Gottes Barmherzigkeit war. Er hatte uns einen Ausweg geschaffen. In meinem Herzen dankte ich Gott.
Während meiner Verhaftung und Verfolgung durch die KPCh litt mein Fleisch zwar ein wenig und ich wurde gedemütigt, doch ich erlangte dadurch echtes Unterscheidungsvermögen über das böse Wesen der KPCh. Ich sah deutlich, dass die KPCh nur ein Gott hassender und sich Gott widersetzender Dämon ist. Solange der große rote Drache an der Macht ist, ist Satan an der Macht, der alle Menschen brutal behandelt und verdirbt. In meinem Herzen sagte ich mich vom großen roten Drachen los, lehnte mich gegen ihn auf und sehnte den Tag herbei, an dem Christus und die Gerechtigkeit an die Macht kommen würden. Ich hoffte, dass das Königreich Christi bald verwirklicht werden würde, und hatte nun noch mehr Glauben, um Gott bis ganz ans Ende zu folgen!