39. 75 Tage inhaftiert
Eines Tages im September 2009 gingen zwei Schwestern und ich los, um einem religiösen Leiter das Evangelium zu predigen. Der Leiter jedoch lehnte ab und rief über zehn Mitglieder seiner Gemeinde herbei, die uns schlugen und uns zur örtlichen Polizeiwache brachten. Ich hatte damals große Angst und befürchtete, die Polizei würde uns foltern. Ich wusste, dass die KPCh Gott über alles hasst und sich Ihm widersetzt und Gläubige, die sie schnappte, ungestraft töten konnte. Viele Brüder und Schwestern waren nach ihrer Verhaftung gefoltert worden, und einige hatte man sogar zu Tode geprügelt oder zum Krüppel gemacht. Ich befürchtete, dass ich wegen meiner schmächtigen Statur der Folter durch die Polizisten nicht standhalten könnte, also tat ich so, als wäre ich stumm. Als sie mich fragten, woher ich kam, wer mein Kirchenleiter war und wer mich geschickt hatte, um dort das Evangelium zu predigen, sagte ich kein Wort. Daraufhin zwangen sie mich, in der Hocke zu bleiben, doch nach einer Weile machten meine Beine nicht mehr mit, und ich fiel zu Boden. Zwei Polizisten traten und stampften wahllos auf mich ein und befahlen mir aufzustehen und wieder in die Hocke zu gehen. Kurz darauf begannen meine Beine furchtbar zu schmerzen, und mein ganzer Körper war schweißgebadet. Ein Polizist sagte spöttisch: „Wie fühlt sich das an? Schön, was? Wenn du nicht anfängst zu reden, lassen wir dich noch ewig so hocken.“ Der andere Polizist rief grob dazwischen: „Du bist ganz schön stur, was? Da müssen wir wohl andere Saiten aufziehen. Ich kriege deinen Mund schon noch auf!“ Nach diesen Worten klemmte er mir Bierflaschen in die Kniekehlen und sagte: „Wenn die Flaschen runterfallen, setzt es Prügel.“ Nach einer Weile konnte ich die Hocke einfach nicht mehr halten, und die Bierflaschen fielen scheppernd zu Boden. Sie traten mich zu Boden und fingen an, bösrtig auf mich einzutreten und einzustampfen. Meine Beine, mein Rücken, meine Schultern und mein Kreuz schmerzten unerträglich, und ich rollte mich klein zusammen, mein Herz von Schmerz zerrissen. Obwohl die chinesische Verfassung eigentlich ausdrücklich Glaubensfreiheit garantiert und es unser gutes Recht ist, an Gott zu glauben und das Evangelium zu predigen, verfolgt und foltert uns die KPCh ununterbrochen weiter. Sie ist wirklich niederträchtig! In diesem Moment erinnerte ich mich daran, wie die Jünger des Herrn Jesus verfolgt worden waren: Stephanus wurde bei lebendigem Leib gesteinigt, weil er am Weg des Herrn festhielt, und Petrus wurde ins Gefängnis geworfen, weil er das Evangelium predigte und Gott bezeugte, und schließlich kopfüber gekreuzigt. Ich dachte an Gottes Worte: „Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr“ (Matthäus 5,10). Diese Geschichten machten mir großen Mut – die Heiligen aller Zeitalter hatten bei der Verbreitung des Evangeliums des Herrn gewaltige Verfolgung erlitten und waren für Gott sogar den Märtyrertod gestorben. Sie hatten ein starkes und überwältigendes Zeugnis abgelegt. Ich hingegen war schwach geworden und litt Höllenqualen, nachdem ich nur ein kleines bisschen Verfolgung und Folter erlitten hatte. Das, was ich durchmachte, reichte nicht im Geringsten an das heran, was die Heiligen früherer Zeitalter erlitten hatten. Es hatte Wert und Bedeutung, für das Predigen des Evangeliums von Gottes Königreich verfolgt und gefoltert zu werden. Als mir das klar wurde, verschwand mein Schmerz, und ich schöpfte neuen Glauben. Ich betete still zu Gott und bat Ihn, mir den Willen zu geben, Leid zu ertragen, Satan nicht nachzugeben und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben, um Gott zu verherrlichen.
Als die Polizisten sahen, dass ich immer noch nicht reden wollte, verboten sie mir zu schlafen. Die beiden Polizisten bewachten mich abwechselnd, und sobald mir die Augen zufielen, traten sie mich. Gegen ein Uhr morgens brachten mich zwei andere Beamte, die gerade ihre Schicht angetreten hatten, in die Haupthalle der Polizeiwache und zwangen mich, mich auf den Boden zu setzen. Einer der Beamten brüllte mich bösartig an: „Wie ich höre, stellst du dich extrem stur und willst uns nichts über deinen Glauben an Gott verraten. Da muss ich dir wohl eine kleine Lektion erteilen, damit du den Mund aufmachst!“ Damit trat er mich bösartig zu Boden und presste meinen Kopf mit seinem Fuß hart auf den Boden. Der Schmerz war unerträglich, als sich sein Schuh in meinen Kopf bohrte, und ich hatte das Gefühl, er würde meinen Kopf regelrecht zermalmen. Der andere Beamte presste mir seinen Fuß schwer auf die Brust, sodass mir sofort die Luft wegblieb und ich höllische Schmerzen litt. Danach trampelte er mit voller Wucht auf meinen Oberschenkeln und Waden herum. Ich litt an entsetzlichen inneren Qualen und dachte: „Auch wenn ich in dieser Welt weder bedeutend bin noch einen hohen Status habe, habe ich noch nie die Demütigung ertragen müssen, so mit Füßen getreten zu werden.“ Ich betete unablässig zu Gott und bat Ihn um Kraft, damit ich diesem Leiden standhalten und in meinem Zeugnis standhaft bleiben konnte. Nach dem Gebet erinnerte ich mich daran, wie der Herr Jesus gekreuzigt worden war: Er trug eine Dornenkrone, römische Soldaten verhöhnten Ihn und versuchten, Ihn zu demütigen, Er wurde ausgepeitscht, bis Sein Körper ein einziges Geflecht aus Wunden war, und letztendlich wurde Er auf brutale Weise ans Kreuz genagelt. Ich dachte an Gottes Worte, die besagen: „Auf dem Weg nach Jerusalem erlitt Jesus Qualen, als würde in Seinem Herzen ein Messer herumgedreht, und dennoch hatte Er nicht die geringste Absicht, umzukehren; stets trieb Ihn eine starke Kraft vorwärts, dorthin, wo Er gekreuzigt werden würde. Schließlich wurde Er ans Kreuz geschlagen und wurde zum Abbild des sündigen Fleisches und vollendete somit das Werk der Erlösung der Menschheit. Er überwand alle Einschränkungen des Todes und des Hades. Vor Ihm verloren Tod, Hölle und Hades ihre Macht und wurden von Ihm bezwungen. Er lebte dreiunddreißig Jahre, in denen Er stets Sein Äußerstes tat, um Gottes Absichten gemäß Gottes Werk jener Zeit zufriedenzustellen. Dabei zog Er niemals Seinen eigenen persönlichen Gewinn oder Verlust in Betracht, sondern plante immer um der Absichten Gottes des Vaters willen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Wie man im Einklang mit Gottes Absichten dient). Ich dachte darüber nach, dass der Herr Jesus der Schöpfer und der König des Universums ist, doch trotz Seines so erhabenen und ehrenvollen Status war Er bereit, solches Leid und solche Demütigung auf Sich zu nehmen, um die Menschheit zu erlösen. Was bedeutete da schon ein wenig Leid und Demütigung für einen schmutzigen und verdorbenen Menschen wie mich, der nicht mehr wert ist als eine bloße Ameise? Es war ein Segen, die Gelegenheit zu haben, dieses Leid zu ertragen und für Gott Zeugnis abzulegen, also sollte ich mich darüber freuen. Als mir das klar wurde, schöpfte ich neue Motivation und hatte den Willen, dieses Leid zu ertragen. Danach gingen sie zu einer anderen Foltermethode über. Ein Polizist zündete sich eine Zigarette an, steckte sie mir in die Nase und balancierte dann ein Trinkglas auf meinem Kopf. Dabei sagte er: „Wenn die Zigarette oder das Glas auf den Boden fällt, wirst du schon sehen, was ich mit dir mache!“ Als die Zigarette fast bis zu meiner Nase heruntergebrannt war, atmete ich kräftig durch die Nase aus, um die Zigarette herauszupusten. Sobald der Beamte sah, wie die Zigarette zu Boden fiel, trat und trampelte er auf mir herum, und dann griff er sich vier oder fünf Hände voll ungeschältem Reis, legte sie mir auf den Nacken und zog meinen Kragen zurück, um den ungeschälten Reis unter meine Kleidung rieseln zu lassen. Sofort spürte ich am ganzen Körper ein stacheliges Jucken, das kaum zu ertragen war. Gegen fünf Uhr morgens trafen zwei Beamte ein. Als man ihnen mitteilte, dass ich keinerlei Informationen preisgegeben hatte, holte einer von ihnen einen Gürtel aus seiner Tasche und begann, mit dem Schnallenende des Gürtels bösartig auf meine Handrücken, Schienbeine und Knie einzuschlagen. Diese Schläge bereiteten mir brennende Schmerzen. Da ich mich immer noch weigerte zu reden, gaben sie nach mehr als zwanzig Schlägen auf und verschwanden.
Am Nachmittag des zweiten Tages wurde ich in die Haftanstalt des Landkreises gebracht. Ein Wärter der Haftanstalt sagte zu den Insassen: „Der hier ist ein Gläubiger, der das Evangelium gepredigt hat und uns einfach nichts verraten will. Bereitet ihm mal einen richtig ‚herzlichen Empfang‘!“ Die Insassen umringten mich und sahen mich bedrohlich an. Sie waren alle mit freiem Oberkörper, und einige hatten sogar Tätowierungen, was mich ein wenig einschüchterte. Ich war bereits von den Beamten auf dem Polizeirevier gefoltert worden, und mein Körper war übersät mit Verletzungen. Jetzt stand ich einer ganzen Bande böser und bösartig aussehender Häftlinge gegenüber; würde mein Körper diese Misshandlungen aushalten, wenn sie mich weiterquälten? Wenn ich die Qualen nicht ertragen könnte und Gott wie Judas verraten würde und dann verflucht und bestraft würde, wäre mein Glaube an Gott dann nicht ein völliger Fehlschlag? Es wäre besser, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen und meinem Leben ein Ende zu setzen, als Gott zu verraten. In diesem Moment erinnerte ich mich an eine Passage aus Gottes Worten: „Wenn ihr Leid ein gewisses Ausmaß erreicht, wollen manche Menschen sogar sterben. Dies ist nicht wahre Liebe zu Gott; solche Leute sind Feiglinge. Sie haben keine Ausdauer, kein Rückgrat und sind unfähig! Gott wünscht sich sehr, dass der Mensch Ihn liebt, aber je mehr der Mensch Ihn liebt, umso größer ist das Leid des Menschen; und je mehr der Mensch Ihn liebt, umso größer sind die Prüfungen des Menschen. … Somit müsst ihr während dieser letzten Tage für Gott Zeugnis ablegen. Ungeachtet dessen, wie groß euer Leid ist, solltet ihr bis zum Ende gehen, und sogar mit eurem letzten Atemzug müsst ihr Gott noch treu sein und euch Gottes Orchestrierung ausliefern; nur dies ist wahre Liebe zu Gott, und nur dies ist das starke und überwältigende Zeugnis“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur durch die Erfahrung schmerzhafter Prüfungen kannst du die Lieblichkeit Gottes kennen). Gottes Worte halfen mir zu erkennen, dass diejenigen, die sich den Tod wünschen, wenn sie mit großem Leid und Drangsalen konfrontiert werden, Feiglinge und die Lachnummer Satans sind und Gottes Absicht nicht zufriedenstellen können. Bevor ich verhaftet wurde, hatte ich lauter als jeder andere davon geredet, Gott zu lieben, Gott zufriedenzustellen und Zeugnis für Ihn abzulegen. Doch als ich dann gefoltert wurde und zu leiden begann, wurde ich negativ und schwach und wollte den Tod nutzen, um all dem zu entfliehen. Wo war da meine Größe? Als mir das klar wurde, schämte ich mich zutiefst und fühlte mich schuldig. Ich betete im Stillen zu Gott: „Gott, ganz gleich, wie sie mich quälen, ich werde mich immer auf Dich verlassen und in meinem Zeugnis standhaft bleiben.“
Auf Befehl der Polizei verlangte der Anführer der Insassen, meinen Namen und meine Adresse zu erfahren. Er knurrte bösartig: „Du bist ein Gläubiger und ein politischer Gefangener, also sind deine Verbrechen noch schwerwiegender als die eines Mörders. Wenn du nicht redest, dann warte nur ab, was ich mit dir mache!“ Aber ich sagte immer noch kein Wort. Als er sah, dass ich nicht reden wollte, stand er auf und verdrehte mir die Arme, während zwei andere Insassen meine Knöchel auf den Boden drückten. Dann schlugen vier oder fünf andere Insassen abwechselnd mit den Fäusten auf meine Waden und Oberschenkel ein. Jeder Schlag schmerzte unerträglich, und ich spürte, dass ich nicht mehr lange durchhalten würde. Ich dachte bei mir: „Werden mich diese Insassen zu Tode quälen?“ Ich flehte Gott ununterbrochen um Schutz an und bat Ihn um Kraft, damit ich dem Wüten dieser Dämonen standhalten konnte. Nach dem Gebet dachte ich an die Worte des Herrn Jesus: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“ (Matthäus 10,28). Und es stimmte: Diese Dämonen waren wirklich bösartig, doch sie konnten nur meinen Körper zurichten und martern, meine Seele konnten sie nicht töten. Außerdem ist der Tod des Körpers kein wirklicher Tod. Von der KPCh verfolgt und getötet zu werden, weil ich Gott bezeugte, bedeutete, um der Gerechtigkeit willen verfolgt zu werden, und Gott hieß dies gut. Mir kam eine Hymne in den Sinn: „Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen“ („Folge dem Lamm und singe neue Lieder, Ich wünsche mir, den Tag zu sehen, an dem Gott Herrlichkeit erlangt“). Während ich über den Text der Hymne nachdachte, wuchs in mir der Wille, allem Leid standzuhalten und in meinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben. Nach diesen Schlägen waren meine Beine grün und blau geschlagen und furchtbar geschwollen. Jede noch so kleine Berührung verschlimmerte den Schmerz. Wegen der schweren Muskelverletzungen an meinen Beinen konnte ich nicht in die Hocke gehen, weshalb ich mich auf den Rand der Hocktoilette setzen musste, wenn ich auf die Toilette ging. Ihre brutalen Übergriffe gehörten bald zur Tagesordnung. Einer der Insassen, ein ausgebildeter Boxer, benutzte mich als Sandsack, um seine Faust- und Handballenschläge zu üben, und schlug mir oft mit den Händen in den Nacken. Jedes Mal, wenn er ausholte und mir in den Nacken schlug, wurde mir schwindelig. Ein besonders bösartig aussehender Insasse drückte mich einmal aufs Bett, packte mich fest am Hals und hätte mich fast erwürgt, als er sah, dass ich keine Informationen über meinen Glauben an Gott preisgeben würde, ganz gleich, wie sehr ich auch gefoltert wurde. Mehrmals wickelten der Anführer der Insassen und seine Handlanger die Zündköpfe von Streichhölzern in Wattebäusche, klemmten sie mir zwischen die Finger und Zehen und zündeten sie an. Das verbrannte meine Finger und Zehen und verursachte sengende Schmerzen. Danach trat der Anführer der Insassen absichtlich auf meine verbrannten Zehen, bis Blut aus den Wunden quoll. Jedes Mal, wenn die Insassen mich quälten und misshandelten, rief ich zu Gott, betete und bat Ihn um Kraft. Nur durch Gottes Führung war ich in der Lage, den ständigen Qualen durch diese Dämonen standzuhalten.
Eines Tages Ende November wurde ich zum vierten Mal von der Staatsanwaltschaft verhört, weigerte mich aber immer noch zu reden. Ein Beamter sagte zum Anführer der Insassen: „Er verrät uns einfach nichts, und der Staatsanwaltschaft reicht es langsam. Du musst irgendetwas aus ihm herausbekommen, koste es, was es wolle.“ Daraufhin befahl der Anführer vier oder fünf anderen Insassen, mich komplett auszuziehen. Dann zündete er eine Plastikschüssel an und ließ das heiße, geschmolzene Plastik auf meine Haut tropfen. Bei jedem Tropfen wand ich mich vor Schmerz – es war so qualvoll, dass es unerträglich war. Ich wehrte mich heftig, aber sie drückten mich fest auf den Boden, sodass ich mich nicht rühren konnte. In meinem Herzen flehte ich immer wieder zu Gott: „Gott, ich halte das nicht mehr aus. Bitte beschütze mich. Gib mir Kraft und den Willen, dieses Leid zu ertragen, damit ich Satan nicht nachgebe und in meinem Zeugnis für Dich bis in den Tod standhaft bleiben kann.“ Wieder musste ich daran denken, wie der Herr Jesus von den römischen Soldaten bei lebendigem Leib ans Kreuz genagelt worden war und wie Er langsam ausblutete. Trotz Seiner Größe und Erhabenheit wurde der Gott in der Höhe Fleisch und erduldete auf Erden unerträgliches Leid, um die Menschheit zu erretten. Gott war unschuldig und hatte solches Leid nicht verdient, doch um den Menschen zu erretten, erduldete Er all das stillschweigend. Da ich nur ein verdorbener Mensch war, bedeutete es gar nichts, dieses bisschen Leid zu ertragen. In China, wo Gott als Feind betrachtet wird, lässt es sich kaum vermeiden, unter Verfolgung zu leiden, wenn man Gott folgen und die Wahrheit und das Leben erlangen will. Doch dieses Leiden ist wertvoll und bedeutungsvoll, denn man erträgt es, um die Wahrheit zu erlangen und gerettet zu werden. Diese brutale Folter ließ mich das wahrheitshassende, gottverabscheuende und niederträchtige Wesen der KPCh deutlich erkennen. Sie widersetzen sich Gott, quälen die Menschen grausam und sind nichts weiter als böse Geister und Dämonen. Als mir das alles klar wurde, hasste ich den großen roten Drachen nur noch mehr, denn je mehr er mich verfolgte, desto mehr würde ich mich auf Gott verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und ihn zu beschämen! Ich kämpfte gegen den Schmerz an und überstand diese Tortur irgendwie. In dieser Nacht, während die Insassen schliefen, sah ich mir meine Verletzungen an: Meine Oberschenkel und Waden waren schwer geprellt. Meine Brust war verbrannt, die Haut war blutig und zerfetzt. Mein ganzer Körper war mit Brandwunden übersät. Ich dachte bei mir: „Sie haben mich schon so zugerichtet. Werde ich das aushalten, wenn sie mich morgen wieder so foltern?“ Mir schauderte bei dem Gedanken an die qualvollen Schmerzen, die mich erwarteten, und ich hatte das Gefühl, mein Kopf würde gleich platzen. Ich spürte, dass die Situation die Grenze dessen überschritten hatte, was mein Körper aushalten konnte, und ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Hastig betete ich zu Gott: „Gott, mein Herz ist voller Angst, und ich glaube, ich halte das nicht mehr lange durch. Bitte gib mir die Kraft, standhaft zu bleiben.“ Nach dem Gebet dachte ich an Gottes Worte, die besagen: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen. Wenn die Menschen zaghafte und ängstliche Gedanken hegen, dann deshalb, weil Satan sie getäuscht hat; Satan fürchtet, dass wir die Brücke des Glaubens überqueren werden, um in Gott einzutreten“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Gottes Worte zeigten mir einen Weg auf – nur wenn ich mich auf meinen Glauben verließ und bereit war, mein Leben zu opfern, würde ich das standhaft und ohne Furcht überstehen. Tappte ich nicht genau in Satans Falle, wenn ich mich von Feigheit und Angst beherrschen ließ? Ich betete zu Gott, denn ich wollte nicht länger in Angst leben und mich von Satan zum Narren halten lassen. Ich war bereit, mich voll und ganz in Seine Hände zu begeben, und wollte in meinem Zeugnis standhaft bleiben und Satan beschämen, selbst wenn sie mich zu Tode prügelten. Ich spürte eine große Erleichterung und hatte den Glauben, mich allem zu stellen, was als Nächstes auf mich zukommen würde. In diesem Moment dachte ich an eine Hymne namens „Erhebt euch inmitten von Finsternis und Unterdrückung “: „Die grausame Verfolgung durch den großen roten Drachen hat mich das Gesicht Satans durchschauen lassen. Durch zahlreiche Prüfungen und Trübsal habe ich Gottes Weisheit und Allmacht kennengelernt. Wie könnte ich, nachdem ich die Wahrheit erkannt und Glauben gewonnen habe, zufrieden sein, Gott nicht zu folgen? Ich hasse Satan zutiefst, und den großen roten Drachen hasse ich noch mehr. Dort zu leben, wo der Dämonenkönig regiert, ist wie in einem Gefängnis zu leben. Satan ist mir auf den Fersen; es gibt keinen sicheren Ort, an dem ich bleiben kann. An Gott zu glauben und Ihn anzubeten, ist vollkommen normal und gerechtfertigt. Da ich mich entschieden habe, Gott zu lieben, werde ich bis zum Ende treu sein. Satan, der Dämonenkönig, ist äußerst grausam, wirklich schamlos und verachtenswert. Ich sehe deutlich das dämonische Antlitz Satans, und mein Herz liebt Christus noch mehr. Ich werde niemals Gott verraten und ein unwürdiges Dasein fristen, indem ich vor Satan das Knie beuge. Ich werde alle Nöte und Schmerzen durchleiden und die dunkelsten Nächte durchstehen. Um Gottes Herz zu trösten, werde ich ein siegreiches Zeugnis ablegen“ („Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Diese Hymne berührte mich zutiefst, und je öfter ich sie sang, desto mehr Mut schöpfte ich. Erst nach dieser brutalen Verfolgung durch die KPCh erkannte ich ganz klar ihr gottfeindliches, grausames und dämonisches Wesen. Als Gläubige gehen wir den richtigen Weg im Leben: wir predigen das Evangelium, bezeugen Gott und ermöglichen es anderen, Gottes Errettung zu empfangen. Das ist eine gerechte Sache, doch die KPCh verhaftet und verfolgt Gläubige wie von Sinnen, foltert diejenigen, die sie schnappen, fast zu Tode, um sie dazu zu bringen, Gott zu verraten, und um das Ziel der KPCh zu erreichen, für immer die Macht auszuüben und die Menschen zu kontrollieren. Die KPCh ist nichts weiter als eine Bande von Dämonen, die Gott und die Wahrheit hassen! Als ich erkannte, wie abstoßend und böse die KPCh wirklich ist, hasste ich sie von ganzem Herzen, verwarf sie und war fest entschlossen, ihr niemals nachzugeben!
Gleich am nächsten Tag, als der Anführer der Insassen sah, wie zerfetzt die Haut auf meiner Brust durch die ganzen Verbrennungen war, wurde er etwas unruhig und sagte zu den anderen: „Wir dürfen ihn nicht weiter quälen. Wenn er uns wegstirbt, hängen sie uns das an, und unsere Strafen werden verlängert.“ Als ich das hörte, wusste ich, dass Gott mir einen Ausweg geschaffen hatte, und ich dankte Ihm im Stillen. Letztendlich fand die Polizei keine Beweise gegen mich, beharrte aber darauf, mich wegen „Störung der gesellschaftlichen Ordnung“ anzuklagen, wofür ich zu 75 Tagen Haft verurteilt wurde.
Ich erduldete furchtbares Leid und grausame Verfolgung durch die KPCh, doch Gottes Worte erleuchteten und führten mich auf jedem Schritt meines Weges, erfüllten mich mit Glauben und Kraft und gaben mir die Stärke, in all diesen Drangsalen standhaft zu bleiben. Ohne Gottes Schutz und die Führung Seiner Worte hätten sie mich jederzeit zu Tode foltern können. Gleichzeitig durfte ich erkennen, wie Gott waltet und souverän über alle Dinge herrscht. Ganz gleich, wie bösartig und zügellos Satan auch ist, er ist nur Gottes besiegter Feind. Genau wie die Worte des Allmächtigen Gottes sagen: „Ganz gleich, wie ‚ungeheuer mächtig‘ Satan ist, wie dreist und ehrgeizig er ist, wie groß seine Fähigkeit ist, Schaden zuzufügen, wie weitreichend seine Fähigkeiten sind, den Menschen zu verderben und zu ködern, wie clever die Tricks und Listen sind, mit denen er den Menschen einschüchtert, oder wie vielfältig die Formen seiner Existenz sind, er war nie in der Lage, ein einziges Lebewesen zu erschaffen, Gesetze oder Regeln für die Existenz aller Dinge festzulegen oder irgendein Objekt zu regieren oder die Herrschaft darüber zu haben, sei es belebt oder unbelebt. Innerhalb des Kosmos und des Firmaments gibt es keine einzige Person und keine einzige Sache, die von ihm ins Dasein gerufen wurde oder die seinetwegen existiert; es gibt keine einzige Person oder Sache, die seiner Herrschaft untersteht oder von ihm regiert wird. Im Gegenteil, er muss nicht nur unter der Herrschaft Gottes existieren, sondern auch allen Befehlen und Anordnungen Gottes gehorchen. Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I).