30. Die Feuerprobe im Gefängnis
Von klein auf war ich schon immer schwächlich und anfällig für Krankheiten. Seit ich denken kann, litt ich unter täglichen Kopfschmerzen, und mit zwölf Jahren bekam ich eine Herzkrankheit. Danach litt ich auch an einer Magen-Darm-Erkrankung und Bronchitis. Da ich von mehreren Krankheiten geplagt wurde, kam mir das Leben furchtbar elend vor. Mit 24 Jahren begann ich, an den Herrn Jesus zu glauben, las oft in der Bibel und betete zum Herrn. Durch meinen Glauben verspürte ich Gelassenheit und Freude, und meine Krankheiten besserten sich stark, ohne dass ich es überhaupt bemerkte. Um die Liebe des Herrn zu vergelten, begann ich, Sein Evangelium zu verbreiten und freute mich auf den Tag, an dem der Herr wiederkehren würde. 1999 hörte ich endlich Gottes Stimme und hieß die Wiederkehr des Herrn Jesus willkommen. Ich erkannte, dass der Allmächtige Gott erschienen war, um Sein Werk auszuführen und viele Wahrheiten auszudrücken, um die Menschheit aus den Fesseln der Sünde zu erretten, sie den Katastrophen entkommen zu lassen und sie in Sein Königreich zu führen. Ich war zutiefst begeistert und schloss mich den Reihen derer an, die das Evangelium verbreiteten, in der Hoffnung, das Evangelium des Himmelreichs zu noch mehr Menschen zu bringen.
Eines Tages im März 2003 wurde ich von der Polizei verhaftet, als ich das Evangelium verbreitete. Nachdem sie mich durchsucht und einen Pager und ein Notizbuch gefunden hatten, fragte mich einer: „Woher stammt dieser Pager?“ Ich sagte ihm, es sei mein persönlicher Pager. Daraufhin nahm er ein Plastikrohr, schlug mehrmals bösartig auf mich ein, packte mich und warf mich hinten in ein Auto. Die Polizisten schlugen mir dann abwechselnd brutal ins Gesicht und schrien dabei: „Das hast du davon, dass du herumläufst und das Evangelium verbreitest! Jetzt haben wir dich!“ Ich hatte schreckliche Angst und betete eilig zu Gott, bat Ihn, mich zu schützen und mir Glauben und Kraft zu geben. Als wir beim Büro für öffentliche Sicherheit des Landkreises ankamen, schleppten mich die Polizisten in einen leeren Raum und warfen mich auf ein Metallblech. Im Nordosten Chinas war es im März noch sehr kalt und mir war so kalt, dass ich ununterbrochen zitterte. Ich sagte zu den Polizisten: „Ich habe eine Herzkrankheit und werde deswegen mit Spritzen und Medikamenten behandelt. Ich darf der Kälte nicht ausgesetzt sein.“ Die Polizisten ignorierten mich einfach. Ich konnte mich nur zusammenrollen und schlang meine Arme fest um meine Brust, doch kurz darauf wurde mir so kalt, dass ich ununterbrochen krampfte und mit den Zähnen klapperte. Erst als die Polizisten mich mit einer Nadel in Hände und Nase stachen, kam ich endlich wieder zu mir und hörte auf zu krampfen. Später trugen sie mich in einen anderen Raum, warfen mich auf einen Stuhl und gingen essen. Ich war etwas verängstigt und besorgt darüber, wie die Polizisten mich bei ihrer Rückkehr wohl foltern würden. Ich betete ununterbrochen zu Gott und bat Ihn um Seinen Schutz. Mitten im Gebet erinnerte ich mich an diese Passage aus Gottes Worten: „Du musst für die Wahrheit Mühsal erleiden, du musst dich für die Wahrheit opfern, du musst für die Wahrheit Erniedrigungen ertragen, und um mehr von der Wahrheit zu erlangen, musst du dich noch mehr Leiden unterziehen. Das ist es, was du tun solltest“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Ich dachte: „Ja, ich sollte Mühsal erleiden und vor Satan für Gott Zeugnis ablegen, denn das findet Gottes Anerkennung.“ Ich dachte auch daran, wie Satan Hiob in Versuchung geführt hatte. Als Hiob über Nacht all seinen Besitz und seine Kinder verlor und sein Körper von Geschwüren übersät war, konnte er trotz dieses großen Leids immer noch den Namen Gottes preisen, was Satan letztendlich demütigte und scheitern ließ. Gott ließ mich in diese Situation geraten, um mich zu prüfen und meinen Glauben zu perfektionieren. Egal, was die Polizisten mit mir taten, ich wusste, ich musste in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben.
Die Polizisten kamen schnell zurück und begannen ohne ein Wort, mir ins Gesicht zu schlagen. Es reichte ihnen nicht, mich mit den Händen zu schlagen, sie zogen auch ihre Schuhe aus und schlugen mit den Sohlen auf mein Gesicht, meinen Kopf und meinen Körper ein. Zuerst war es sehr schmerzhaft und ich fühlte eine Beklommenheit in meinem Herzen. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte, den Schmerz zu ertragen, während mir die Tränen über das Gesicht strömten. Nach einiger Zeit wurde mein Gesicht von den wiederholten Schlägen taub und ich spürte keinen Schmerz mehr. Einer von ihnen nahm ein über einen Meter langes Plastikrohr, schlug damit auf meinen Körper ein und setzte mir mit seinen Fragen hart zu: „Wie viele Mitglieder hat eure Kirche? Wer ist der Leiter eurer Kirche? Sprich jetzt!“ Ich sagte kein Wort, woraufhin er noch wütender wurde und mir einen harten Schlag auf den Kopf versetzte, wodurch mein Kopf sofort zu dröhnen begann. Danach brachten sie mich in einen anderen Raum, wo ich zwei Schwestern aus meiner Versammlung sah, die zusammengekauert auf einer Bank in der Ecke saßen. Der Hauptmann der Staatssicherheitsbrigade zeigte auf die beiden Schwestern und sagte zu mir: „Kennen Sie diese beiden?“ Ich sagte: „Nein.“ Das machte ihn so wütend, dass er ein Plastikrohr nahm, mir damit hart auf den Kopf schlug und dann mit Schlägen und Tritten auf mich einprasselte, sodass keine Stelle meines Körpers verschont blieb. Ich wurde benommen und verwirrt. Ein anderer Polizist fragte mich dann: „Woher stammen dieser Pager und das Notizbuch? Wofür sind sie?“ Während er das sagte, nahm er das Plastikrohr und bereitete sich darauf vor, mich erneut zu schlagen. Ich hatte große Angst, dass ich eine solche Folter nicht ertragen und meine Brüder und Schwestern verraten würde, also betete ich in meinem Herzen ununterbrochen zu Gott. Ich erinnerte mich an Gottes Worte, die besagen: „Ihr müsst alles geben, um Mein Zeugnis zu schützen. Dies soll der Zweck eures Handelns sein – vergesst das nicht“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 41). Ich musste mein Leben aufs Spiel setzen, um in meinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben. Egal, wie grausam die Polizisten mich behandelten, ich durfte Gott nicht verraten. Genau in dem Moment schlug mich ein Polizist zu Boden und zog mir dann das Plastikrohr über den Kopf, sodass es in meinem Kopf dröhnte. Dann schlug er wie von Sinnen auf meinen Kopf und Körper ein, sodass mein ganzer Körper voller blutiger Striemen war. Mein Herz raste und zog sich krampfhaft zusammen, und es fühlte sich an, als würde es mir bis zum Hals schlagen. Ich dachte, ich würde jeden Moment sterben. Ich fühlte mich etwas schwach und fragte mich: Wenn sie so weiterschlagen, werden sie mich dann tatsächlich totschlagen? Genau da erinnerte ich mich wieder an Gottes Worte: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Mein Leben lag in Gottes Händen. Egal, wie brutal die Polizisten waren, ohne Gottes Erlaubnis konnten sie mir nichts anhaben. Selbst wenn sie mich totschlügen, würde ich Gott nicht verraten haben, ich wäre in meinem Zeugnis standhaft geblieben und meine Seele wäre noch nicht gestorben. Wenn ich wie Judas meine Brüder und Schwestern verraten würde, nur um dem vorübergehenden Leid meines Fleisches zu entgehen, und somit Gottes Disposition verletzen würde, würde ich mich nicht nur später schuldig fühlen, sondern nach dem Tod auch in die Hölle kommen und meine Seele wäre zur ewigen Verdammnis verurteilt. Als mir all das klar wurde, fühlte ich mich etwas ruhiger und hatte nicht mehr so viel Angst. Genau in diesem Moment hörten die Polizisten auf zu schlagen. Ich sagte, ich müsse auf die Toilette, aber der Hauptmann starrte mich nur an und sagte: „Sie gehen nirgendwohin!“, bevor er mir dann in den Unterleib trat. Der Tritt führte dazu, dass ich die Kontrolle über meine Blase verlor, und meine dick gefütterte Hose war bald völlig durchnässt.
Am selben Tag brachten die Polizisten mich und die beiden anderen Schwestern in ein Untersuchungsgefängnis. Ich konnte nicht aufrecht stehen und musste gebückt gehen, wobei ich mit den Händen meinen Bauch stützte. Dem Wärter, einem älteren Mann, reichte es anscheinend, denn er sagte: „Das sind doch nur Leute, die an Gott glauben. Sie haben nichts Falsches getan, warum wurden sie so geschlagen?“ Er gab jeder von uns eine dünne Decke, und wir mussten auf dem kalten Boden schlafen. Meine Hose war immer noch nicht trocken, ich fror schrecklich und rollte mich in Embryonalstellung zusammen. Später brachte mir der alte Mann ein paar Medikamente und eine Tasse warmes Wasser. Ich wusste, dass Gott sich damit meiner Schwäche erbarmte und diesen Mann geschickt hatte, um uns zu helfen. In meinem Herzen war ich Gott dankbar. Am nächsten Tag nahm die Polizei eine der Schwestern zum Verhör mit. Wir waren sehr besorgt und beteten ununterbrochen für sie. Jeden Tag fühlten wir uns ständig angespannt. Nach drei Tagen und zwei Nächten wurde die Schwester endlich zu uns zurückgebracht. Als sie gebückt zu ihrem Bett humpelte, eilten wir an ihre Seite. Ich sah, dass ihr ganzer Körper mit blauen Flecken übersät war und dass ihre Füße lila und blau und wie Ballons angeschwollen waren. Die Schwester erzählte, dass sie, nachdem man sie weggebracht hatte, von der Polizei ununterbrochen geschlagen wurde. Vier oder fünf Polizisten schlugen und traten abwechselnd auf sie ein, fesselten ihr die Hände mit Handschellen auf dem Rücken und rissen sie gewaltsam hoch, was ihr so starke Schmerzen bereitete, dass sie mehrmals das Bewusstsein verlor. Die Polizisten schütteten ihr schmutziges Spülwasser ins Gesicht, um sie aufzuwecken, und schlugen weiter auf sie ein. Die ganzen drei Tage und zwei Nächte gaben sie ihr weder Essen noch Wasser. Ich war außer mir vor Wut: Diese Dämonenbande hatte sie so unmenschlich behandelt! Aber ich hatte auch schreckliche Angst. Meine früheren Verletzungen waren noch nicht verheilt, und ich wusste nicht, wie die Polizisten mich als Nächstes foltern würden. Würde ich das aushalten können? Ich betete in meinem Herzen ununterbrochen zu Gott und bat Ihn, mir Kraft zu geben.
Am dritten Tag nach der Rückkehr meiner Schwester, um 8 Uhr morgens, kam der Hauptmann der Staatssicherheitsbrigade, um mich zu verhören. Ein Polizist legte mir Handschellen an, drückte meinen Nacken nach unten, damit ich mich nach vorn beugen musste, und stieß mich vorwärts. Ein anderer Polizist trat mir von hinten so fest in den Schritt, dass ich fast umfiel. Sie stießen mich in einen kleinen Raum, in dem nur ein Bett stand, und fesselten mich mit Handschellen an ein Gitter am Kopfende des Bettes. Ich hatte keine Ahnung, welche Folter mich erwartete, und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Mit einem finsteren Lachen sagte der Hauptmann zu einem der Polizisten: „Steck ihr ein paar Herztabletten in den Mund und bring sie dazu, sie zu schlucken. So stirbt sie nicht so leicht, wenn wir sie schlagen. Wir müssen heute eine Antwort aus ihr herausbekommen.“ Dann stopften sie mir gewaltsam die Pillen in den Mund und begannen, mich mit Plastikrohren von Kopf bis Fuß zu schlagen; nicht einmal meine Fußspanne blieben verschont. Bei jedem Schlag zuckte ich vor Schmerz zusammen. Während sie mich schlugen, quetschten sie mich über die Kirche aus. Ich hatte Angst, dass ich ihre Folter nicht ertragen würde, also betete ich eilig zu Gott um Hilfe. Ich dachte an Gottes Worte, die besagen: „Diejenigen, die Gott als ‚Überwinder‘ bezeichnet, sind Menschen, die immer noch in ihrem Zeugnis standhaft bleiben können, ihren Glauben und ihre Treue zu Gott bewahren und, ganz gleich was geschieht, ein reines Herz vor Gott behalten und ihre aufrichtige Liebe zu Gott aufrechterhalten können, während sie unter Satans Einfluss stehen und sie von Satan belagert werden – sprich, während sie sich umgeben von den Mächten der Finsternis befinden. Auf diese Weise sind sie in ihrem Zeugnis vor Gott standhaft geblieben. Solche Menschen werden von Gott als ‚Überwinder‘ bezeichnet“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Du solltest deine Treue zu Gott aufrechterhalten). Gottes Worte ließen mich erkennen, dass Gott die Verhaftung, Verfolgung und Folter durch den großen roten Drachen nutzt, um unseren Glauben zu perfektionieren und uns zu einer Gruppe von Überwindern zu machen. Von der Polizei festgenommen und gefoltert zu werden war Gottes Weg, mich zu prüfen und auf die Probe zu stellen, und es war eine Gelegenheit, für Ihn Zeugnis abzulegen. Egal wie die Polizisten mich quälten, selbst wenn sie mich totschlagen würden, ich würde Gott niemals verraten oder meine Brüder und Schwestern verkaufen. Die Polizisten fragten mich immer wieder, wer der Leiter unserer Kirche sei, und schlugen dann erneut brutal mit ihren Plastikrohren auf meinen ganzen Körper ein. Ich rollte mich seitlich zu einer Kugel zusammen, biss die Zähne zusammen und sagte kein Wort. Nachdem sie mich den ganzen Vormittag verhört hatten und sahen, dass ich nichts sagen würde, drohten sie mir, außer sich vor Zorn: „Wenn du uns nichts sagst, verpassen wir dir eine zehn- oder zwanzigjährige Haftstrafe, und du kommst hier nicht mehr raus!“ Danach brachten sie mich zurück in die Zelle, in der sie uns festhielten. Während des Verhörs war ich am ganzen Körper geschlagen und mit blauen Flecken übersät worden, aber die Polizisten mit diesem besiegten Ausdruck in ihren Gesichtern zu sehen, die nichts vorzuweisen hatten, machte mich so glücklich. Ich dankte Gott ununterbrochen für Seinen Schutz, der es mir ermöglicht hatte, dem Tod noch einmal von der Schippe zu springen.
An unserem fünfzehnten Tag im Untersuchungsgefängnis brachten uns die Polizisten zu dritt auf den Hof. Einer von ihnen sagte: „Lasst die Hunde los!“ Dann fügte er mit finsterer Stimme hinzu: „Mal sehen, ob ihr jetzt redet!“ In diesem Moment kamen plötzlich zwei Polizeihunde von der Seite des Hofes angerannt, ihre langen Zungen hingen heraus und ihre Köpfe waren hoch erhoben, und sie stürmten direkt auf uns zu. Als sie bei uns dreien ankamen, begannen sie, im Kreis um uns herumzulaufen. Ich hatte schreckliche Angst und dachte: „Werden diese Hunde uns totbeißen?“ Ich betete eilig zu Gott. Im Gebet erinnerte ich mich an die Geschichte von Daniel, der, obwohl er in die Löwengrube geworfen wurde, nicht starb, weil Gott bei ihm war und die Mäuler der Löwen verschloss, sodass sie ihn nicht beißen konnten. Ich erinnerte mich auch an Gottes Worte, die besagen: „Du solltest dich nicht vor diesem und jenem fürchten. Ganz gleich wie vielen Schwierigkeiten und Gefahren du gegenüberstehen magst, solltest du in der Lage sein, vor Mir standfest zu bleiben und dich durch kein Hindernis aufhalten zu lassen, sodass Mein Wille ungehindert ausgeführt werden kann. Das ist deine Pflicht … Fürchte dich nicht; mit Mir als deiner Stütze, wer könnte je deinen Weg blockieren? Erinnere dich daran! Erinnere dich! Alles enthält Meine guten Absichten und unterliegt Meiner genauen Prüfung. Folgt alles, was du sagst und tust, Meinem Wort? Wenn die Feuerprüfungen über dich kommen, wirst du dich hinknien und rufen? Oder wirst du dich zusammenkauern, unfähig, dich vorwärts zu bewegen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 10). Gottes Worte gaben mir Glauben. Gott ist mein Halt, und ohne Seine Erlaubnis konnten die Hunde mir nichts anhaben. Meine Angst ließ langsam nach und ich vertraute darauf, dass alles in Gottes Händen lag. Erstaunlicherweise beschnupperten uns die Hunde nur, wedelten mit dem Schwanz und gingen wieder. Erleichtert atmete ich tief durch, dankte Gott ununterbrochen in meinem Herzen, und mein Glaube an Ihn wurde noch stärker.
Danach brachten uns die Polizisten in ein Gefängnis. In der Zelle trafen wir drei weitere Schwestern, die ebenfalls alle am ganzen Körper schwer geschlagen worden waren. Zwei Tage später wurden wir einzeln nacheinander verhört. Sie brachten mich in einen kleinen Raum und löcherten mich mit verschiedenen Fragen zu Details der Kirche. Als ich ihnen nichts sagen wollte, traten sie mich zu Boden, zwangen mich, auf dem Boden zu knien, stellten sich dann auf meine Waden und rissen an meinen Haaren, um meinen Kopf gewaltsam nach hinten zu ziehen. Danach setzte sich ein Polizist rittlings auf meinen Nacken, packte meine Haare und zerrte über zehn Minuten lang daran herum. Als er von mir abstieg, begann er, sich im Intimbereich zu berühren und obszöne Gesten zu machen, während er mich mit einem lüsternen Blick ansah. Ich drehte angewidert den Kopf weg und dachte: „Wie kann er sich Polizist nennen? Er ist ein Schurke, eine Bestie!“ Danach zeigte er auf die Medikamente in der Schublade und sagte: „Wir haben hier jede erdenkliche Art von Präparaten. Eine Spritze, und wir können dich in eine Verrückte oder in ein menschliches Wrack verwandeln. Danach wird dich niemand mehr wie einen Menschen behandeln.“ Mit einem finsteren Lachen fuhr er fort: „Die KPCh vertritt eine atheistische und materialistische Philosophie, Gläubige wie dich müssen wir ausmerzen. Wenn du uns keine Informationen gibst, werden wir diese Mittel an dir anwenden.“ Während er sprach, holte er eine Zigarette aus der Schublade, zündete sie an und hielt sie mir dann unter die Nase, sodass mir der Rauch in die Nasenlöcher stieg, wodurch ich husten musste und mir schwindelig und übel wurde. Dann sagte er: „In dieser Zigarette ist eine Droge, die dich dazu bringen wird, mir alles zu erzählen, was du weißt, auch wenn du es nicht willst.“ Das machte mir ziemlich Angst. Wenn ich wirklich unter Drogen gesetzt würde und meine Brüder und Schwestern verraten würde, wäre ich dann nicht ein Judas? Und was, wenn ihre Spritzen dazu führen würden, dass ich den Verstand verlieren oder zu einem menschlichen Wrack werden würde? Wie sollte ich dann leben? Ich betete ununterbrochen zu Gott: „Oh Gott. Ich will kein Judas werden. Aus eigener Kraft kann ich die Qualen durch die Polizei nicht überwinden. Bitte führe und schütze mich.“ Genau in diesem Moment erinnerte ich mich an eine Passage aus Gottes Worten: „Bei allem im Universum gibt es nichts, wobei Ich nicht das letzte Wort habe. Gibt es irgendetwas, das nicht in Meinen Händen liegt?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 1). Tatsächlich hat Gott die Herrschaft über alle Dinge. Mein Leben lag in Seinen Händen und ob ich eine Geisteskrankheit entwickeln oder zu einem menschlichen Wrack werden würde, hing ganz von Ihm ab. Ich musste auf Gott vertrauen. Schließlich schien die Zigarette mit der Droge, die der Polizist mich zu inhalieren zwang, überhaupt keine Wirkung auf mich zu haben; ich blieb völlig klar im Kopf. Das zeigte mir, dass Gott immer bei mir war, mich beschützte und auf mich aufpasste. Ich konnte nicht anders, als Gott in meinem Herzen zu danken, und meine Angst ließ nach. Nachdem die Zigarette zu etwa zwei Dritteln heruntergebrannt war, sah der Polizist, dass ich immer noch bei ziemlich klarem Kopf war und aufmerksam zu sein schien, warf die Zigarette wütend auf den Boden und seufzte: „Schickt diese hier ins Gefängnis!“ Am Morgen des 13. Mai sagte ein Polizist zu mir: „Ihr Glaube an Gott verstößt gegen die Gesetze der KPCh. Sie wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt und zu zwei Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt.“ Ich war ziemlich aufgebracht, als ich ihn das sagen hörte. Zwei Monate Haft waren schon unerträglich gewesen, und ich hatte keine Ahnung, wie ich zwei Jahre Umerziehung durch Arbeit überstehen sollte. Der Polizist fuhr fort: „Machen Sie sich gar nicht erst die Mühe, Berufung einzulegen. Auf dieser Welt mangelt es nicht an Fehlurteilen, und Sie sind nicht die Einzige. Selbst wenn Sie Berufung einlegen, werden Sie niemals einen Prozess gegen die KPCh gewinnen.“ Als ich ihn diese teuflischen Worte aussprechen hörte, wurde mir das böse, hässliche Wesen der KPCh noch klarer. Zwei Tage später wurde ich in ein Arbeitslager geschickt.
Im Arbeitslager war ich zusammen mit neun anderen Schwestern inhaftiert. Jeden Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen, und nach den Morgenübungen wurden wir gezwungen, mit dem Flechten von Matten zu beginnen. Wenn wir ein wenig zu langsam waren, wurden wir angeschrien, und wenn wir unsere Aufgaben nicht zu Ende brachten, wurden wir bestraft. Manchmal mussten wir die ganze Nacht durcharbeiten und manchmal sogar drei Tage und drei Nächte ohne Schlaf auskommen. Während meiner Zeit im Arbeitslager aß ich nie eine volle Mahlzeit und befand mich in einem ständigen Zustand der Erschöpfung, des Schlafmangels und des Hungers. Oft schlief ich im Stehen ein. Der Wärter schikanierte uns oft, weil wir Gläubige waren. Ich litt unter häufigem Harndrang, und wenn ich darum bat, auf die Toilette zu gehen, verhöhnten mich die beiden vom Wärter angestifteten Hauptgefangenen absichtlich mit den Worten: „Das ist nicht dein Zuhause, du kannst nicht einfach gehen, wann du willst! Halt ein!“ Ich hielt so lange ein, dass ich kaum noch laufen konnte, aus Angst, dass ich bei einer zu schnellen Bewegung die Kontrolle verlieren und es danebengehen würde. Am Ende musste ich einen Schritt nach dem anderen machen und mich langsam zur Toilette bewegen. Aber als ich endlich auf der Toilette war, konnte ich nicht urinieren. Es war schrecklich. Eines Tages erlitt eine Schwester in ihren Sechzigern aufgrund von Überarbeitung einen Herzinfarkt, brach auf dem Boden zusammen und hatte Schaum vor dem Mund. Der Wärter half ihr nicht nur nicht, er trat sie sogar zweimal. Als sie wieder zu sich kam, zwang er sie, weiterzuarbeiten. Ein andermal behauptete eine Hauptgefangene, die Arbeit einer Schwester entspreche nicht dem Standard, obwohl dies ganz eindeutig nicht stimmte. Der Wärter sagte, die Schwester sei passiv, drücke sich vor der Arbeit und weigere sich zu schuften. Zur Strafe steckte er sie in eine kleinere Zelle, hängte sie auf und schlug sie zwei Tage lang ununterbrochen. Danach wurde sie in der Kantine auf eine Bühne gebracht und gezwungen, vor allen Selbstkritik zu üben. Als ich die tiefen, blau-lila Abdrücke der Handschellen an den Handgelenken der Schwester sah, kochte die Wut in mir hoch. Nur wegen unseres Glaubens hatte uns der große rote Drache verhaftet, uns nach Belieben geschlagen, zur Umerziehung durch Arbeit geschickt und uns endlos misshandelt. Sie gaben uns Gläubigen keine Überlebenschance! Genau in dem Moment dachte ich an eine Hymne aus Gottes Worten mit dem Titel „Die in der Dunkelheit sollen sich erheben“:
1 Das Land, das seit Tausenden von Jahren unrein ist, ist unerträglich dreckig, es wimmelt von Elend, Geister greifen überall um sich, täuschen und betrügen. Sie erheben grundlose Anschuldigungen, greifen skrupellos zu bösartigen Mitteln, trampeln diese Geisterstadt nieder und hinterlassen sie mit Leichen übersät. Der Gestank der Verwesung bedeckt das Land und durchdringt die Luft und es wird streng bewacht. Wer kann die Welt jenseits der Himmel sehen? Wie könnten die Menschen einer Geisterstadt wie dieser Gott jemals gesehen haben? Hätten sie je die Liebenswürdigkeit und Lieblichkeit Gottes genießen können? Könnten sie je die Angelegenheiten der menschlichen Welt verstehen? Wer von ihnen kann die eifrigen Absichten Gottes verstehen?
2 Warum das Werk Gottes so umfassend behindern? Warum verschiedene Tricks anwenden, um Gottes Volk zu betrügen? Wo ist die wahre Freiheit und wo sind die legitimen Rechte und Interessen? Wo ist die Fairness? Wo ist der Trost? Wo ist die Wärme? Warum von betrügerischen Intrigen Gebrauch machen, um Gottes Volk hereinzulegen? Warum von Gewalt Gebrauch machen, um Gottes Kommen zu unterdrücken? Warum Gott jagen, bis Er keinen Ort mehr hat, wo Er Sein Haupt hinlegen kann? Warum lehnt ihr die Ankunft Gottes ab? Warum seid ihr so gewissenlos? Seid ihr dazu bereit, die Ungerechtigkeiten in solch einer dunklen Gesellschaft wie dieser zu erdulden?
Jetzt ist die Zeit: Seit langem hat der Mensch seine ganze Kraft gesammelt und soll dafür all sein Herzblut hingeben und jeden Preis bezahlen, um das abscheuliche Gesicht dieses Dämons wegzureißen und den Menschen, die geblendet wurden und jede Art von Leid und Elend ertragen haben, zu erlauben, sich aus ihrem Schmerz zu erheben und sich gegen diesen bösen alten Teufel aufzulehnen.
– Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (8)
Ich erkannte mit absoluter Gewissheit, dass die KPCh ein Dämon ist, der die Wahrheit hasst und Gott als seinen Feind betrachtet. Ich fasste den Entschluss, mich gegen die KPCh vollständig aufzulehnen, in meinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben und den großen roten Drachen zu demütigen.
Später wurden wir eingeteilt, künstliche Wimpern herzustellen, und mussten jede Nacht Überstunden machen. Wegen der langen Arbeitszeiten verschwamm meine Sicht und meine Hände zitterten, wenn ich die Pinzette hielt. Ich war von vornherein schwächlich, und durch die übermäßige Erschöpfung verschlechterte sich mein Zustand von Tag zu Tag. Ich hatte oft Fieber, musste aber auch krank weiterarbeiten. Sogar der Toilettengang war ein Problem – die Hauptgefangene schikanierte mich absichtlich und ließ mich erst gehen, wenn ich zu weinen anfing, weil ich zu lange einhalten musste. Ich fühlte mich unglaublich deprimiert und elend und wusste nicht, wie ich diese zwei Jahre überstehen sollte. Manchmal fühlte ich mich so gepeinigt, dass ich am liebsten geweint hätte, und manchmal dachte ich daran, mir das Leben zu nehmen. In dieser Zeit betete ich oft zu Gott und erinnerte mich an diese Passage aus Seinen Worten: „Wenn du mit Leid konfrontiert wirst, musst du imstande sein, deine Rücksicht auf das Fleisch abzulegen und dich nicht über Gott zu beklagen. Wenn Gott sich vor dir verbirgt, musst du imstande sein, den Glauben zu haben, Ihm zu folgen, deine bisherige Liebe aufrechtzuerhalten, ohne zuzulassen, dass sich diese verändert oder verflüchtigt. Was Gott auch tut, du musst Ihn so orchestrieren lassen, wie Er es will, und es vorziehen, dein eigenes Fleisch zu verfluchen, anstatt dich über Ihn zu beklagen. Wenn du mit Prüfungen konfrontiert wirst, musst du es vorziehen, den Schmerz zu ertragen, das aufzugeben, was du liebst, und bitterlich zu weinen, anstatt es zu versäumen, Gott zufriedenzustellen. Nur das ist wahre Liebe und wahrer Glaube. Unabhängig davon, was deine tatsächliche Größe ist, musst du zunächst sowohl über diese Entschlossenheit verfügen, zu leiden, als auch über wahren Glauben. Du musst auch die Entschlossenheit haben, dich gegen das Fleisch aufzulehnen; du musst lieber leiden und Verluste im Hinblick auf deine persönlichen Interessen erfahren, als Gottes Absichten nicht zufriedenzustellen. Du musst auch fähig sein, Reue in deinem Herzen zu empfinden: Früher warst du unfähig, Gott zufriedenzustellen, und jetzt kannst du reumütig sein. In diesem Hinblick darf es dir an nichts davon mangeln – durch diese Dinge wird Gott dich nämlich vervollkommnen. Wenn du diese Bedingungen nicht erfüllst, kannst du nicht vervollkommnet werden“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). Früher sagte ich oft, ich sei bereit, es Hiob und Petrus gleichzutun und würde in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Gott zufriedenzustellen, egal wie schrecklich die Prüfungen auch wären, denen ich gegenüberstand. Aber jetzt, da ich tatsächlich mit dieser Situation konfrontiert war, erkannte ich, dass ich nur Slogans und Glaubenslehren aufgesagt hatte und keinen wahren Glauben an Gott und keine Unterwerfung Ihm gegenüber besaß. Satan quälte mein Fleisch, um mich dazu zu bringen, von Gott abzuweichen und Ihn zu verraten, aber Gott nutzte dieses schwierige Umfeld, um meine Unzulänglichkeiten aufzudecken und meinen Glauben und meine Liebe zu perfektionieren. Ich musste mich auf Gott verlassen, um diese Situation zu erfahren, und egal wie sehr ich litt, ich musste Gott zufriedenstellen. Als ich mich der Situation erst einmal unterworfen hatte, empfand ich es nicht mehr als ein so großes Leid. Später untersuchte mich der Arzt im Arbeitslager und stellte fest, dass ich eine schwere Tachykardie und eine fortgeschrittene Herzerkrankung hatte. Danach wies mir der Wärter keine zusätzliche Arbeit mehr zu. Ich wusste, dass Gott mir einen Weg bahnte, und ich dankte Ihm von ganzem Herzen. Unter Gottes Schutz überstand ich ein Jahr und zehn Monate Haft.
Wenn ich an meine Erfahrung zurückdenke: Jedes Mal, wenn ich dachte, ich könnte die Folter und die Qualen nicht überstehen, gaben mir Gottes Worte Glauben und Kraft und führten mich durch eine Mühsal nach der anderen. Nur durch Gottes Schutz und Seine Liebe konnte ich die Folter des großen roten Drachen überleben und lebendig aus dem teuflischen Gefängnis herauskommen, obwohl ich eine schwache Konstitution hatte und an mehreren Krankheiten litt! Dank sei dem Allmächtigen Gott!