35. Unauslöschliche Reue

Von Pan Li, China

Eines Tages im November 2020 hörte ich, dass ein Kirchenleiter namens Zhao Jun von der Polizei verhaftet worden war. Da ich mit der Situation in Zhao Juns Kirche relativ gut vertraut war, bat mich meine obere Leiterin, herauszufinden, was passiert war und wie Zhao Jun verhaftet worden war, und mich zeitnah um die notwendigen Folgemaßnahmen zu kümmern. Als mir diese Aufgabe zugewiesen wurde, war ich etwas eingeschüchtert und dachte: „Da Zhao Jun gerade erst verhaftet wurde, ist es für mich jetzt sehr gefährlich, in diese Kirche zu gehen. Wenn ich von den Polizisten erwischt werde, die unsere Kirche beobachten, was wird dann mit mir geschehen? Laufe ich da nicht geradewegs in eine Falle?“ Doch dann dachte ich daran, dass Zhao Jun mit vielen Leuten und Gastfamilien in Kontakt gestanden hatte und sie durch seine Verhaftung alle in Gefahr schwebten. Ich wusste, dass ich allen Bescheid sagen musste, sofort Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Nachdem ich mich zu einer Entscheidung gekommen war, machte ich mich schnell auf den Weg zur Kirche, um die Brüder und Schwestern zu benachrichtigen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass es bei zwei der Gastfamilien, die ich in der Nacht zuvor besucht hatte, zu Zwischenfällen gekommen war. Kurz nachdem ich gegangen war, wurde das Haus der einen Familie durchsucht und bei der anderen Familie wurden sowohl der Mann als auch die Frau verhaftet. Wäre ich nur ein wenig später von dort weg, wäre ich auch verhaftet worden. Im Dezember gab es in verschiedenen Kirchen eine weitere Welle von groß angelegten Verhaftungen. Die Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, wurde zusammen mit über dreißig Brüdern und Schwestern, darunter Leiter und Mitarbeiter, verhaftet, einer nach dem anderen. Das war eine sehr gefährliche Situation. Es war entscheidend, allen anderen Brüdern und Schwestern, die unwissentlich in Gefahr schwebten, Bescheid zu sagen, sich zu verstecken und die Bücher mit Gottes Worten zur sicheren Aufbewahrung an andere weiterzugeben. Zu der Zeit hatten wir bereits den Kontakt zu bestimmten Kirchen verloren, es gab keine geeigneten Häuser, um die Bücher mit Gottes Worten und das Kircheneigentum aufzubewahren, und einige unserer Brüder und Schwestern hatten keinen Zugang zu sicheren Gastunterkünften. Angesichts einer so schwierigen Lage fühlte ich mich ziemlich schwach, verängstigt und unruhig. Es schien, als könnte ich jeden Moment verhaftet werden. Ich dachte bei mir: „Was, wenn ich in so jungen Jahren verhaftet und zu Tode geprügelt werde?“ Den ganzen Tag lief ich mit sorgenschwerer Miene umher, und die Tage schienen im Schneckentempo zu vergehen. Ich fragte mich ständig, wann sich diese Situation endlich bessern würde. Zu dieser Zeit hörte ich, dass mehrere Dutzend Sondereinsatzkräfte aus der Provinz angerückt waren mit dem spezifischen Ziel, Gläubige zu verhaften. Ich wurde noch nervöser und ängstlicher und dachte: „Nach mir wird bereits gefahndet. Biete ich mich der Polizei nicht geradezu an, wenn ich jetzt die Bücher woanders hinbringe? Wenn sie mir folgen und mich verhaften, wird die Polizei mich sicher nicht so einfach davonkommen lassen. Die KPCh kann Gläubige ungestraft töten – wenn sie mich verhaften, werden sie mich dann zu Tode prügeln? Ich habe so viele Jahre an Gott geglaubt, alles aufgegeben und mich aufgewendet, nur um am Ende zu Tode geprügelt zu werden? Werde ich dann noch Errettung erlangen können? Wenn nicht, wären dann nicht all meine Jahre des Leidens umsonst gewesen? Wenn ich zu mehreren Jahren Haft verurteilt werde, wie soll ich das Leben im Gefängnis ertragen?“ Der Gedanke an ein Leben im Gefängnis, wo man lieber tot wäre, als unter solchen Bedingungen zu leben, war nicht zu ertragen. Ich lebte in ständiger Angst und traute mich nicht, die Bücher umzulagern. Also schrieb ich einen Brief an Bruder Li Yi und bat ihn, die Bücher so schnell wie möglich woanders hinzubringen. Doch selbst nach mehreren Briefen erhielt ich nie eine Antwort von ihm. Weitere Tage vergingen, und die Bücher waren immer noch nicht umgelagert worden. Ich war besorgt, dass meine obere Leiterin mir vorwerfen würde, bei meiner Pflicht unverantwortlich zu sein, also bat ich die Leiterin, jemand anderen mit den Folgemaßnahmen zu beauftragen. Um meine persönlichen Absichten und Motive zu vertuschen, sagte ich, ich hätte eine geringe Größe und keine Erfahrung mit einer solchen Situation, und für bestimmte Aspekte der Arbeit müsste ich micht mit jemandem besprechen und beraten. Das würde die Leiterin denken lassen, dass ich mein Bestes gab, um meine Pflicht zu tun, und eine Last in der Kirchenarbeit trug. So würde mir die Leiterin keine Vorwürfe machen, selbst wenn Probleme auftauchten. Bald darauf beauftragte meine Leiterin Schwester Yun Qing, mit mir zusammen die Folgemaßnahmen durchzuführen.

Danach spitzte sich die Lage von Tag zu Tag zu – eine Meldung nach der anderen über verhaftete Brüder und Schwestern traf ein, und ich hörte auch, dass die Polizei an die persönlichen Daten vieler Brüder und Schwestern gelangt war. Ich schrieb Briefe an die Gruppenleiter und forderte sie auf, allen Brüdern und Schwestern Bescheid zu sagen, sich sofort zu verstecken. Aber ich hatte einfach nicht den Kopf dafür, mich um ihre Sicherheit zu kümmern. Ich fühlte mich sehr unruhig und verängstigt und machte mir Sorgen, dass auch ich irgendwann bald verhaftet werden würde. Deswegen habe ich einige Aufgaben nicht gründlich gemacht und habe die Leute, die sich verstecken mussten, nicht wie erforderlich benachrichtigt. Infolgedessen wurde eine Schwester namens Wang Lan verhaftet. Sie wurde einige Zeit später wieder nach Hause gebracht und starb dort innerhalb von zehn Stunden. Ich fühlte mich sehr schuldig – hätte ich mich nur ein wenig mehr angestrengt und meine Verantwortung wahrgenommen, Wang Lan rechtzeitig zu benachrichtigen, dass sie sich verstecken muss, wäre sie vielleicht nicht verhaftet worden und gestorben. Ich war für Wang Lans Verhaftung verantwortlich, und dafür gab es keine Entschuldigung.

Kurze Zeit später kam meine obere Leiterin mit einem Bericht zu mir, den die Brüder und Schwestern über mich verfasst hatten. Darin wurde Folgendes aufgedeckt: Als es wirklich darauf ankam, hatte ich meine Brüder und Schwestern nicht geschützt, die Bücher mit Gottes Worten nicht umgelagert, mich auf selbstsüchtige und verachtenswerte Weise selbst geschützt und die Kirchenarbeit nicht geschützt oder aufrechterhalten. Die Leiterin hat mich daraufhin auf der Stelle entlassen. Mir wurde klar, dass ich in dieser Zeit in Feigheit gefangen gelebt und keine echte Arbeit geleistet hatte. Ich hatte es verdient, entlassen zu werden. Inmitten meiner Andachten und meiner Selbstreflexion stieß ich auf diesen Abschnitt von Gottes Worten: „Die erste grundlegende Sache, die Leiter und Mitarbeiter tun müssen, besteht darin, gut auf die verschiedenen Materialien von Gottes Haus aufzupassen, ordnungsgemäße Überprüfungen vorzunehmen und für Gottes Haus Wache zu halten, und nicht zuzulassen, dass irgendwelche Dinge beschädigt werden, verschwendet werden oder in den Besitz böser Menschen geraten. Das ist das Mindeste, was sie tun sollten. Sobald du als Leiter oder Mitarbeiter gewählt wirst, erachtet Gottes Haus dich als seinen Haushalter: Du gehörst zur Kategorie der Verwalter, und die Aufgabe, die du übernimmst, ist schwerer als die von anderen. Du trägst eine große Verantwortung. Deshalb geht es bei jeder Haltung, die du hast, jeder deiner Handlungen, jedem deiner Pläne für den Umgang mit Angelegenheiten und jeder deiner Methoden zur Problemlösung – um die Interessen von Gottes Haus. Wenn du nicht einmal die Interessen von Gottes Haus bedenkst oder sie beherzigst, dann bist du als Haushalter Seines Hauses ungeeignet. … Was ist also, wenn man es von der Perspektive der Menschlichkeit her betrachtet, bei der Auswahl von Leitern und Mitarbeitern das Grundlegendste, das sie aufweisen sollten? Sie müssen ein Gewissen und einen Sinn für Gerechtigkeit haben, und sie sollten angemessene Beweggründe haben. Zuerst muss ihre Menschlichkeit sich bewähren. Egal, wie viel Arbeitsvermögen sie besitzen oder auf welchem Niveau ihr Kaliber ist, wenn solche Menschen als Verantwortliche dienen, werden sie den Anforderungen als Haushalter gerecht. Allermindestens werden sie die Interessen von Gottes Haus und die gemeinsamen Interessen der Brüder und Schwestern wahren können. Sie werden keinesfalls die Interessen der Brüder und Schwestern noch die von Gottes Haus verraten. Wenn die Interessen von Gottes Haus und die der Brüder und Schwestern Gefahr laufen, Schaden zu nehmen oder beeinträchtigt zu werden, werden die Leiter und Mitarbeiter vorher daran gedacht haben, und sie werden als Erstes vortreten und sie schützen, selbst wenn das ihrer eigenen Sicherheit schadet oder sie deswegen einen Preis zahlen oder leiden müssen. Menschen mit einem Gewissen und Vernunft können all das. Einige falsche Leiter und Mitarbeiter versuchen, schnell einen sicheren Ort zu finden, um sich zu verstecken, wenn sie in eine gefährliche Situation geraten, aber was die wichtigen Sachen von Gottes Haus angeht – Bücher mit Gottes Worten, Handys, Computer usw. – diese Dinge sind ihnen egal, und sie erkundigen sich auch nicht danach. Wären sie besorgt darüber, dass ihre Verhaftung Auswirkungen auf die Arbeit der Kirche als Ganzes hätte, dann könnten sie andere schicken, um sich um diese Dinge zu kümmern – aber diese falschen Leiter verstecken sich, und dabei geht es ihnen nur um ihre eigene Sicherheit. Sie fürchten sich zu Tode, und um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, tun sie nicht, was sie tun können. Daher kommt es oft vor, dass die Nachlässigkeit, Untätigkeit und Verantwortungslosigkeit von falschen Leitern dazu führt, dass verschiedene Gegenstände von Gottes Haus und Gott dargebrachte Opfergaben vom großen roten Drachen geplündert und eingezogen werden, wenn gefährliche Situationen auftreten, was zu schwerwiegenden Verlusten führt. Wenn diese Situationen gerade erst in der Kirche entstanden sind, sollten Leiter und Mitarbeiter als Erstes daran denken, die Geräte und Materialien von Gottes Haus an geeignete Orte zu bringen und sie zur Verwaltung an geeignete Personen zu übergeben; es darf auf keinen Fall zugelassen werden, dass der große rote Drache sie nimmt. Aber falsche Leiter denken nie an so etwas; sie setzen die Interessen von Gottes Haus nie an erste Stelle, sondern ihre eigene Sicherheit. Dass falsche Leiter keine echte Arbeit verrichten, führt oft dazu, dass es bei verschiedenen wichtigen Sachen von Gottes Haus zu Verlusten kommt oder diese beschädigt werden. Ist das nicht eine ernstzunehmende Verantwortungslosigkeit seitens der falschen Leiter?(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (11)). Gottes Worte beschrieben ganz genau die Verantwortlichkeiten eines Leiters. Ein Leiter sollte Menschlichkeit und einen Sinn für Gerechtigkeit besitzen und vertrauenswürdig sein. Wenn es darauf ankommt, sollten Leiter immer die Brüder und Schwestern beschützen und die Bücher mit Gottes Worten in Sicherheit bringen, selbst wenn das bedeutet, Leid zu ertragen und die eigenen persönlichen Interessen zu gefährden. Falsche Leiter sind unglaublich egoistisch und verachtenswert. Selbst wenn sie von Zeit zu Zeit Arbeit verrichten, sind sie bei der Art von Arbeit, die sie bevorzugen, immer wählerisch. Sie denken immer nur an ihre eigenen Interessen, und die Interessen des Hauses Gottes sind ihnen komplett egal. Solche Menschen haben einen schlechten Charakter, und Gott verabscheut sie. Als ich mit damit verglich, erkannte ich, dass ich genau so war wie die falschen Leiter, die Gottes Worte entlarvten. Als die Verhaftungen in der Kirche begannen, schob ich gefährliche Arbeit an andere Leute ab und bat Li Yi, die Bücher woanders hinzubringen, und als er nicht rechtzeitig auf meine Briefe antwortete, habe ich die Bücher nicht schnell selbst umgelagert, und schrieb stattdessen einen Brief an meine obere Leiterin: Ich schrieb, dass ich eine geringe Größe hätte, und bat die Leiterin, jemand anderem diese Arbeit zuzuteilen. Ich machte Ausflüchte, um mich zu selbst schützen, und schob gefährliche Arbeit an andere ab, um mich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Als unsere Lage immer schlimmer wurde, hatte ich einfach keine Lust, mich um die Einzelheiten der Folgemaßnahmen zu kümmern. Stattdessen erledigte ich die Dinge nur oberflächlich, tat so, als würde ich arbeiten, delegierte die Arbeit von oben herab und schob die gesamte Arbeit der Folgemaßnahmen auf die Gruppenleiter ab, sodass sie gezwungen waren, sich selbst einzuschalten und die Situationen zu lösen. Als ich hörte, dass Wang Lan Gefahr lief, verhaftet zu werden, hätte ich ihr umgehend einen Brief schreiben und sie daran erinnern sollen, unterzutauchen. Hätte ich das getan, wäre sie vielleicht nicht verhaftet worden und hätte ihr Leben nicht verloren. Aber ich lebte gefangen in Angst und Zaghaftigkeit und benachrichtigte die Leute nicht so, wie ich es hätte tun sollen. Einige der Brüder und Schwestern waren negativ und schwach geworden, aber ich hielt keine Gemeinschaft mit ihnen und unterstützte sie nicht. In jeder Situation überlegte ich immer, wie ich meine eigenen Interessen schützen konnte, und kümmerte mich nicht im Geringsten um die Kirchenarbeit. Wie egoistisch und verachtenswert ich doch war! Als Kirchenleiterin war es meine Verantwortung, Gottes auserwähltes Volk und die Interessen des Hauses Gottes zu schützen, doch als es wirklich darauf ankam, schreckte ich vor meiner Pflicht zurück. Ich war egoistisch und verachtenswert, kümmerte mich nur um mich selbst und hatte keinen Hauch von Gewissen oder Vernunft. Infolgedessen wurde eine Schwester verhaftet und zu Tode gefoltert, die Kirchenarbeit verzögerte sich und ich beging eine unauslöschliche Verfehlung.

Später stieß ich auf diesen Abschnitt von Gottes Worten: „Dass man seine Pflicht tut, ist keine unbedeutende Sache; bei der Ausführung ihrer Pflichten werden die Menschen am meisten offenbart, und Gott bestimmt das Ende der Menschen danach, wie sie ihre Pflichten beständig ausführen. Was bedeutet es, wenn jemand seine Pflicht nicht gut ausführt? Es bedeutet, dass er die Wahrheit nicht annimmt, nicht wirklich Buße tut und von Gott ausgemustert wird. Wenn falsche Leiter und falsche Mitarbeiter entlassen werden, wofür steht das dann? Es steht für die Haltung, die Gottes Haus zu solchen Menschen hat, und natürlich auch für Gottes Haltung zu solchen Menschen. Was also ist Gottes Haltung zu nutzlosen Menschen wie diesen? Er verschmäht sie, verurteilt sie und mustert sie aus. Wollt ihr euch also immer noch den Vorteilen von Status hingeben und falsche Leiter sein?(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (8)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, strömten mir die Tränen über das Gesicht. Ich erkannte, dass meine Entlassung ein Zeichen von Gottes Zorn war, und konnte spüren, dass Gottes gerechte Disposition unverletzlich ist. Als ich daran zurückdachte, wie ich immer zuerst an meine eigene Sicherheit dachte, die Kirchenarbeit nicht schützte und keine Rücksicht auf die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern nahm – was zu nicht wiedergutzumachenden Konsequenzen führte, war ich unglaublich reumütig. Obwohl ich ungeschoren davongekommen war, hatte ich meine Verantwortlichkeiten nicht erfüllt, eine Verfehlung begangen, die ich niemals wiedergutmachen konnte, und Gottes Hass und Verachtung auf mich gezogen. Es war meine eigene Schuld, dass mich meinen Brüder und Schwestern gemeldet hatten. Während dieser Zeit musste ich oft weinen, wenn ich an diese Dinge dachte, und hasste mich dafür, dass ich so am Leben hing und den Tod fürchtete. Jedes Mal, wenn dieses Thema zur Sprache kam, fühlte ich einen dumpfen Schmerz in meinem Herzen und hatte das Gefühl, bei Gott und meinen Brüdern und Schwestern in der Schuld zu stehen. Ich hasste mich dafür, nicht besser als ein Tier zu sein, und dachte, dass keine Strafe von Gott zu streng für mich wäre.

Danach fing ich an, nach Antworten zu suchen, um zu verstehen, warum ich in schwierigen Situationen immer versuchte, mich selbst zu schützen. Ich stieß auf diesen Abschnitt von Gottes Worten: „Bevor die Menschen Gottes Werk erfahren und die Wahrheit verstehen, ist es Satans Natur, die das Kommando übernimmt und sie von innen heraus beherrscht. Was beinhaltet diese Natur im Einzelnen? Warum bist du zum Beispiel selbstsüchtig? Warum verteidigst du deinen eigenen Status? Warum bist du so sehr von deinen Gefühlen beeinflusst? Warum magst du jene ungerechten Dinge und jene bösen Dinge? Was ist die Grundlage dafür, dass du solche Dinge magst? Woher kommen diese Dinge? Warum magst und akzeptierst du sie? Inzwischen habt ihr alle verstanden: Der Hauptgrund ist, dass Satans Gifte im Menschen sind. Was also sind Satans Gifte? Wie äußern sie sich? Wenn du zum Beispiel fragst: ‚Wie sollten die Menschen leben? Wofür sollten die Menschen leben?‘, werden alle antworten: ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel.‘ Allein diese eine Redensart drückt die eigentliche Wurzel des Problems aus. Satans Philosophie und Logik sind zum Leben der Menschen geworden. Was es auch sein mag, wonach die Menschen streben, sie tun es tatsächlich für sich selbst – und deshalb leben sie alle für sich selbst. ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ – das ist die Lebensphilosophie des Menschen, und es repräsentiert auch die menschliche Natur. Diese Worte sind zur Natur der verdorbenen Menschheit geworden und sie beschreiben zutreffend die satanische Natur der verdorbenen Menschheit. Diese satanische Natur ist gänzlich zur Grundlage der Existenz der verdorbenen Menschheit geworden. Seit mehreren tausend Jahren und bis heute lebt die verdorbene Menschheit nach diesem Gift Satans(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man den Weg des Petrus beschreitet). Durch das Lesen von Gottes Worten erkannte ich, dass das satanische Gift „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ tief in mir verwurzelt und zu meinem Maßstab dafür geworden war, wie ich mich als Mensch verhielt. Wenn mir Gefahr drohte, habe ich mich ständig selbst geschützt, und die Interessen des Hauses Gottes waren mir egal. Ich machte mir nur Sorgen darüber, wie ich einer Verhaftung entgehen und gefährliche Arbeit an andere Leute abschieben konnte. Alles, woran ich denken konnte, war meine eigene Sicherheit. Ich hatte keine Lust, mich um die Folgemaßnahmen zu kümmern und habe meine Verantwortlichkeiten nicht erfüllt. Es ist einzig und allein den Brüdern und Schwestern zu verdanken, die die Bücher mit Gottes Worten rechtzeitig in umgelagert haben, dass die Interessen der Kirche keinen Schaden genommen hatten. Ich lebte nach Satans Giften, war unglaublich egoistisch und verachtenswert geworden und hatte jegliche Menschlichkeit verloren. Immer wieder versäumte ich es, die Wahrheit zu praktizieren, und hatte nicht die geringste Treue zu meiner Pflicht, und Gott hasste und verabscheute mein Verhalten. Wenn ich nicht Buße tun und mich ändern würde, würde ich meine Chance auf Errettung verlieren. Da wurde mir klar, wie tief verdorben meine Disposition war und dass Gott mich mit dieser Entlassung retten wollte.

Dann stieß ich auf diesen Abschnitt von Gottes Worten: „Wie kamen jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar zu Tode gebracht – so starben sie den Märtyrertod. … Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Gottes Worte erklären ganz genau, was es bedeutet, für Gott den Märtyrertod zu sterben. Die Apostel und Jünger des Herrn Jesus waren Gott bis in den Tod treu und gaben ihr kostbares Leben auf, um Gottes Evangelium zu verbreiten. Sie legten mit ihrem Leben Zeugnis davon ab, dass der Herr Jesus Gott ist, und bezeugten Gottes Werk der Erlösung der Menschheit. Um das Evangelium des Herrn Jesus zu verbreiten, wurde Stephanus zu Tode gesteinigt und Petrus kopfüber gekreuzigt. Obwohl ihr Fleisch zugrunde ging, waren ihre Tode sinnvoll und ehrenhaft. Gott lobte sie dafür, wie sie mit ihrem eigenen Leben Zeugnis für Ihn ablegten. Nun sahen sich die Mitglieder der Kirche schwerer Verfolgung und Verhaftungen ausgesetzt, und einige Brüder und Schwestern wurden nach ihrer Verhaftung gefoltert und gequält, aber sie gaben Satan nicht nach und gingen lieber ins Gefängnis, als Gott zu verraten. Was Wang Lan betraf, so zog sie es vor zu sterben, anstatt zu einem Judas zu werden. Ich hingegen hatte in dieser Situation immer nur an meine eigene Sicherheit gedacht, mein eigenes Leben über alles andere gestellt, nicht die geringste Treue zu meiner Pflicht gezeigt und meine Verantwortlichkeiten nicht erfüllt. Obwohl ich nicht verhaftet wurde und mein Leben behielt, hatte ich überhaupt kein Zeugnis abgelegt, und es war eine Schande, am Leben zu sein. Ich fühlte mich unglaublich schuldig und war nicht länger bereit, ein so unehrenhaftes Dasein zu führen. Mir wurde auch klar, dass Gott den großen roten Drachen benutzt, um Ihm Dienst zu erweisen und um festzustellen, wer ein wahrer Gläubiger und wer ein falscher Gläubiger ist, wer Zeugnis ablegt und wer nicht, und dann jeden seiner Art nach einteilt. Das ist die Weisheit von Gottes Werk. Nachdem ich das erkannt hatte, war ich entschlossen, meine Pflicht gut auszuführen und in meinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben. Ich betete zu Gott und sagte: „O Gott, ich war zu egoistisch und verachtenswert. Weil ich schreckliche Angst davor hatte, verhaftet und gefoltert zu werden, habe ich die Kirchenarbeit nicht geschützt und eine unauslöschliche Verfehlung begangen. Egal welcher Situation ich mich künftig gegenübersehe, ich werde mein Leben aufs Spiel setzen, um die Interessen der Kirche zu wahren. Ich werde kein unehrenhaftes Dasein mehr führen. Ich bin bereit, mein Leben in Deine Hände zu legen und mich Deiner Herrschaft und Deinen Anordnungen zu unterwerfen.“

Einige Monate später wurde ich erneut zur Gemeindeleiterin gewählt. Nachdem ich meine Pflicht nur wenige Tage ausgeführt hatte, erhielt ich einen Brief von meiner oberen Leiterin, in dem stand, dass die KPCh durch eine Überwachungskamera ein Bild von mir in die Hände bekommen hatte. Die Leiterin riet mir, nicht das Haus zu verlassen, es sei denn, es wäre absolut notwendig. Nachdem ich den Brief erhalten hatte, war ich zwar etwas besorgt, aber meine Pflichtausführung wurde davon nicht beeinflusst. Wenn die Arbeit es erforderte, dass ich das Haus verließ, tarnte ich mich nur ein wenig und ging dann los, um meine Pflicht zu tun. Kurze Zeit später wurde eine Reihe von Brüdern und Schwestern in meiner Kirche verhaftet, und ich musste mich wieder um die Folgemaßnahmen kümmern. Ich erkannte, dass Gott mich auf die Probe stellte. Obwohl ich mich besorgt und beunruhigt war, dachte ich an mein egoistisches und verachtenswertes Verhalten in der Vergangenheit und daran, wie ich gefährliche Arbeit an andere abgeschoben und mir einen dauerhaften Makel bei Gott eingehandelt hatte und zu Satans Gespött geworden war – angesichts der aktuellen Situation musste ich Buße tun und aufhören, so zu leben wie in der Vergangenheit. Ich betete im Stillen zu Gott und sagte Ihm, dass ich bereit sei, mich auf Ihn zu verlassen, um die Folgemaßnahmen so schnell wie möglich zu erledigen. Danach traf ich schnell detaillierte Vorkehrungen mit den Gruppenleitern, um die Bücher mit Gottes Worten umlagern zu lassen, und die Brüder und Schwestern brachten bald erfolgreich alle Bücher an einen neuen Ort. Als ich auf diese Weise praktizierte, fühlte ich mich innerlich viel wohler und wusste, dass diese Ruhe von Gott kam. Zwei Monate später wurden über zehn Brüder und Schwestern verhaftet, darunter ein ehemaliger Kirchenleiter. Angesichts dieser Situation konzentrierte ich mich nicht wie in der Vergangenheit auf meine eigene Sicherheit. Stattdessen verließ ich mich auf Gott, um die Folgemaßnahmen zu bewältigen, meine Brüder und Schwestern zu schützen und zu verhindern, dass die Interessen des Hauses Gottes Schaden nahmen. Ich beriet mich mit meinen Mitarbeitern, wie wir die Brüder und Schwestern am besten schnell benachrichtigen konnten, sich zu verstecken und die Bücher woanders hinzubringen. Dank der Zusammenarbeit der Brüder und Schwestern wurden alle Bücher erfolgreich umgelagert. Als ich die gute Nachricht hörte, war ich wirklich glücklich und dankte Gott für Seine Führung! Ich dachte daran zurück, wie ich in der Vergangenheit bei jeder Gelegenheit meine eigenen Interessen geschützt und mich vor meiner Pflicht gedrückt hatte und als falsche Leiterin offenbart worden war. Dieses Mal war ich endlich nicht mehr von meiner Angst vor dem Tod eingeschränkt gewesen und konnte die Wahrheit praktizieren und meine Verantwortlichkeiten erfüllen. Es war allein den Worten Gottes zu verdanken, dass ich diese Verwandlung durchmachen konnte.

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