59. Aufwachsen in Stürmen

Von Mi Xue, China

Eines Tages im März 2013 kamen einige Schwestern und ich von einer Versammlung nach Hause. Als wir das Haus betraten, sahen wir, dass es ein einziges Chaos war. Wir ahnten, dass die Polizei den Ort durchsucht hatte, also zogen wir sofort um. Kurz nach unserem Umzug stürmten auch schon Leute aus der Nachbarschaft mit der Polizei herein. Die Polizei trieb uns im Wohnzimmer zusammen und begann dann, alles zu durchwühlen. In einem unbeobachteten Moment gelang es mir, eine SIM-Karte in meiner Tasche zu zerbrechen. Einer der Polizisten bemerkte es, öffnete gewaltsam meine Hand und schrie wütend, als er die zerbrochene Karte sah: „Sie mag jung aussehen, aber sie hat es faustdick hinter den Ohren. Nehmt sie mit zum Verhör.“ Er ließ mich auch von einer Polizistin durchsuchen, und dann verfrachteten sie uns in ein Polizeiauto. Ich hatte ziemlich große Angst, also betete ich zu Gott: „Gott, ich weiß nicht, wohin sie mich bringen oder wie sie mich foltern werden. Bitte führe mich und gib mir Glauben. Egal, wie sehr ich leide, ich werde kein Judas sein. Ich werde Dich nicht verraten.“ Nach dem Gebet beruhigte ich mich allmählich.

Die Polizei brachte mich in einen Verhörraum auf der Wache und befahl mir, die Arme zu heben und in der Hocke zu verharren. Nach ein paar Minuten wurden meine Arme kraftlos, meine Beine zitterten, meine Brust fühlte sich eng an und ich brach zu Boden. Dann setzte mich die Polizei auf eine Folterbank, den sogenannten Tigerstuhl, und schnallte meine Füße sehr fest an die Stuhlbeine. Wenig später brachte eine untersetzte Kriminalpolizistin einige Dokumente herein und sagte zu mir: „Wir führen gerade eine große landesweite Verhaftungsaktion durch, eine Razzia gegen euch Gläubige des Allmächtigen Gottes. Wir haben alle eure Leiter und haben eure Kirche zerschlagen. Was nützt es da noch, weiter den Mund zu halten? Rede einfach, dann kannst du gehen.“ Als ich das hörte, war mich gleich klar, dass dies einer von Satans Tricks war und sie nur versuchte, mich zu einem Judas zu machen. Darauf durfte ich nicht hereinfallen. Selbst wenn viele Brüder und Schwestern verhaftet worden waren, kann das Werk Gottes nicht so einfach von ihnen zerschlagen werden. Ich entgegnete: „Der Allmächtige Gott sagt: ‚Wir alle glauben, dass kein Land und keine Macht das verhindern kann, was Gott vollbringen will, und dass diejenigen, die versuchen, Gottes Werk zu behindern, die sich dem Wort Gottes widersetzen und die den Plan Gottes stören und versuchen, ihn zu beeinträchtigen, letztendlich von Gott bestraft werden(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes. Anhang 2: Gott herrscht über das Schicksal der gesamten Menschheit).“ Daraufhin schnaubte sie nur verächtlich, schüttelte den Kopf und ging hinaus. Dann fing ein anderer Beamter an, mich auszufragen: „Seit wann sind Sie religiös? Wie lange sind Sie schon in dieser Gegend? Mit wem hatten Sie Kontakt? Wo haben Sie sich aufgehalten?“ Als ich kein Wort sagte, drohte er mir: „Wenn Sie nicht reden, schlagen wir Sie einfach tot und verscharren Ihre Leiche oben in den Bergen.“ Mir wurde klar, dass diese Leute Menschen wie Tiere schlachteten und ihnen ein Menschenleben überhaupt nichts bedeutete. Ich fragte mich, ob sie mich wirklich totschlagen würden. Voller Angst sprach ich ein stilles Gebet zu Gott und dachte dann an diese Worte von Ihm: „Fürchte dich nicht vor diesem oder jenem, denn der Allmächtige Gott der Heerscharen wird gewiss mit dir sein; Er ist eure Rückendeckung und Er ist euer Schutzschild(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 26). Ich wusste, es war wahr, dass Gott mein Schild ist und über alles herrscht. Mein Leib und meine Seele waren in Seinen Händen, also war es nicht an der Polizei zu entscheiden, ob ich zu Tode geprügelt würde. Dieser Gedanke gab mir Glauben und Kraft. Danach verhörte mich die Polizei ununterbrochen weiter, aber ich sagte ihnen nichts.

Am frühen Morgen des dritten Tages sagte einer von ihnen: „Sind Sie jetzt bereit zu reden?“ Ich sagte kein Wort. Wütend packte er mich am Kragen und schlug mir ins Gesicht, sodass meine Ohren klingelten und mein Gesicht brannte. Als ich dann einen Moment unachtsam war, rollte er einige Papiere zu einer Röhre zusammen und schlug mir damit auf die Augen, was so schmerzhaft war, dass es sich anfühlte, als würden sie gleich herausfallen. Instinktiv schloss ich die Augen. Ein Beamter sagte wütend: „Augen auf!“ Langsam öffnete ich meine Augen, konnte aber nichts sehen. Erst nach zehn Minuten konnte ich wieder etwas erkennen. Meine Augen schmerzten sehr und ich wollte sie nur noch schließen. Die Polizisten dachten wohl, ich sei schläfrig, also schlugen sie mir mit einer Wasserflasche auf den Kopf und traten mir immer wieder gegen den Kopf und die Arme. Und um mich wach zu halten, befestigten sie meine Haare und Hände mit Klettband an der Lehne des Tigerstuhls. Ich musste meinen Kopf ständig aufrecht halten. Um meine Schmerzen zu lindern, versuchte ich mühsam, mich gegen die Lehne des Tigerstuhls zu lehnen. Mir war schwindelig, mein Körper schmerzte, ich hatte Herzrasen und fühlte mich elend. Ich hatte Angst, es nicht durchzustehen, also rief ich immer wieder zu Gott: „Gott, bitte gib mir die Entschlossenheit zu leiden, bitte gib mir Glauben. Ich werde mich niemals Satan beugen!“ In meinem Schmerz dachte ich an einige Worte Gottes: „Der große rote Drache verfolgt Gott und ist der Feind Gottes, und so werden die Menschen in diesem Land Demütigung und Verfolgung ausgesetzt, weil sie an Gott glauben. Und somit werden diese Worte in euch, dieser Gruppe von Menschen, erfüllt. Da Gott Sein Werk in einem Land verrichtet, das sich Gott widersetzt, trifft Sein ganzes Werk auf gewaltige Hindernisse, und viele Seiner Worte können nicht sofort erfüllt werden; daher werden Menschen aufgrund der Worte Gottes geläutert, was ebenfalls zum Leid gehört(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). Durch Gottes Worte sah ich, dass die Kommunistische Partei der Feind Gottes ist und dass sie Gott und die Wahrheit hasst. Sie will alles tun, um uns vom Glauben an Gott abzuhalten, und wendet verschiedene grausame Foltermethoden an, um uns dazu zu bringen, Ihn zu verraten. Ich wurde im Land des großen roten Drachen geboren, also ist dies etwas, was ich erleiden muss. Aber durch die Unterdrückung der Kommunistischen Partei sah ich, wie böse sie ist, wie sie sich im Wesentlichen Gott widersetzt. Ich wollte Satan erst recht ablehnen und mich Gott zuwenden, um in meinem Zeugnis durch den Glauben standhaft zu bleiben, Satan zu beschämen und ihn besiegt zu sehen. Diese Chance zu haben, für Gott Zeugnis abzulegen, war Sein Segen und eine besondere Gunst. Diese Erkenntnis gab mir Glauben, und es fühlte sich nicht mehr so schwer für mich an.

Danach begannen sie wieder, mich zu verhören, und als ich schwieg, drohten sie mir: „Je früher Sie reden, desto einfacher wird es für Sie. Wir geben Ihnen fünf Minuten.“ Dann stellten sie einen Timer vor mich. Während ich die Zeit vergehen sah, jede Minute, jede Sekunde, betete ich ununterbrochen zu Gott: „Gott, ich weiß nicht, was diese Dämonen mit mir vorhaben. Bitte beschütze mich. Ich werde meine Brüder und Schwestern unter keinen Umständen verraten.“ Fünf Minuten vergingen. Als einer von ihnen sah, dass ich nicht redete, legte er meine Hände hinter meinem Rücken in Handschellen, packte mich am Kragen, beugte sich ganz nah über mein Gesicht und fragte mich dann bösartig, wer der Kirchenleiter sei und mit wem ich Kontakt gehabt hätte. Ich schwieg weiterhin, also zündete er sich eine Zigarette an und blies mir immer wieder den Rauch ins Gesicht. Von dem Rauch wurde mir übel und Tränen liefen mir über das Gesicht. Dann schlug er mir mit voller Wucht ins Gesicht und traf mein rechtes Ohr, sodass ich auf dem Ohr taub war. Als er sah, dass ich immer noch nicht redete, weiteten sich seine Augen vor Wut. Er packte mich mit beiden Händen am Hals und sagte: „Willst du jetzt reden oder was? Wenn nicht, erwürge ich dich. Du wirst mich nie vergessen, du wirst jede Nacht Albträume davon haben, wie ich dich schlage.“ Er würgte mich so sehr, dass ich kaum noch Luft bekam und das Gefühl hatte, gleich meinen letzten Atemzug zu tun. Ich sagte ihm, dass ich nichts wusste, ob er mich würgte oder nicht. Dann kam ein großer Beamter herein und deutete dem, der mich würgte, dass es dort Sicherheitskameras gäbe und er mich zum Verprügeln in die Ecke bringen solle. Endlich bekam ich wieder etwas Luft. Er zerrte mich vom Tigerstuhl, riss an meinen Handschellen, stieß mich in eine Ecke und schlug dann meinen Kopf gegen die Wand. Er tat das unzählige Male, ich zählte nicht mehr mit. Beim letzten Mal schlug er ihn direkt gegen eine Tafel, die an der Wand hing. Es fühlte sich an, als wäre mein Schädel durch den Schlag eingedrückt worden, und ich fiel einfach mit einem dumpfen Geräusch zu Boden. Mir war, als würde sich die Welt drehen, als würde mein Kopf gleich explodieren und mein Herz war wie in Stücke gerissen. Ich konnte meine Augen nicht öffnen und hatte das Gefühl zu ersticken. Es war unglaublich schmerzhaft. Ich betete zu Gott: „Gott, bitte nimm mir den Atem, damit ich diese Qual nicht länger ertragen muss.“ Nach einer Weile konnte ich nur mühsam meine Augen öffnen, und ich fragte mich: „Warum bin ich nicht tot?“ Dann wurde mir klar, dass ich Gott nicht hätte bitten sollen, mir den Atem zu nehmen; das war eine unvernünftige Forderung. Er wollte, dass ich weiterlebte, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Satan zu beschämen. Aber ich hatte gehofft zu sterben, um diesem Leid zu entkommen. Das war kein Zeugnisablegen. Bei diesem Gedanken fühlte ich mich irgendwie schuldig. Genau in diesem Moment hörte ich einen Polizisten schreien: „Aufstehen! Aufstehen!“ Er trat mich, als ich nicht reagierte, und sagte: „Stellst du dich tot?“ Ich sprach ein stilles Gebet: „Gott, diese Dämonen foltern mich, damit ich Dich verrate. Bitte gib mir Glauben. Ich werde in meinem Zeugnis standhaft bleiben, selbst wenn es mich mein Leben kostet.“ Einer von ihnen packte mich an den Schultern an der Kleidung, riss mich halb hoch und ließ mich dann wieder schwer auf den Boden fallen. Meine Hände und mein Rücken schmerzten sehr, weil ich die ganze Zeit Handschellen an hatte, also rollte ich mich auf dem Boden zu einer Kugel zusammen, um den Schmerz etwas zu lindern. Ein Beamter zog mich hoch, stellte mich an die Wand, zwang mich, gerade zu stehen, und trat mir in den linken Oberschenkel, bevor ich überhaupt reagieren konnte. Ich krümmte mich vor Schmerz, und er bellte mich an: „Steh auf!“ Aber alles tat so weh, dass ich unmöglich stehen konnte. Dann trat er mir in die Taille, was mir für einen Moment den Atem raubte. Es fühlte sich an wie ein Messerstich. Ein anderer zerrte mich zurück in die Ecke und schlug mir quer durchs Gesicht, sodass meine Mundwinkel bluteten. Dann zündete er sich eine Zigarette an und sagte: „Wenn du weiter schweigst, verbrenne ich dir dein Gesicht mit dieser Zigarette, du wirst entstellt sein.“ Dann hielt er sie ganz nah an mein Gesicht. Als ich die Hitze der Zigarette spürte, bekam ich große Angst und dachte: „Wenn er mir wirklich Verbrennungen zufügt, hinterlässt das schreckliche Narben, und überall, wo ich hingehe, wird man über mich reden und spotten.“ Der Gedanke, dass Leute mit dem Finger auf mich zeigten und über mich redeten, war schrecklich. Dann erinnerte ich mich an diese Worte Gottes: „Die guten Soldaten des Königreichs werden nicht zu einer Gruppe von Menschen ausgebildet, die nur über die Wirklichkeit sprechen oder angeben können; vielmehr werden sie ausgebildet, um Gottes Worte jederzeit auszuleben, um unnachgiebig zu bleiben, welchen Rückschlägen sie auch entgegensehen, und um beständig übereinstimmend mit Gottes Worten zu leben und nicht zur Welt zurückzukehren. Das ist die Wirklichkeit, von der Gott spricht; das ist, was Gott vom Menschen verlangt(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur die Wahrheit in die Praxis umsetzen heißt Wirklichkeit besitzen). Aus Gottes Worten verstand ich, dass ein wahrer Gläubiger, egal was passiert, fähig ist, in seinem Glauben an Gott stark zu bleiben, ohne jemals den Mächten der Finsternis nachzugeben oder Gott zu verraten. Die Polizei wollte mich mit Entstellung bedrohen, damit ich Gott verriete, und darauf durfte ich nicht hereinfallen. Außerdem könnte ich – selbst wenn ich entstellt wäre – Gottes Anerkennung erlangen und inneren Frieden finden, solange ich nur kein Judas wäre, sondern in meinem Zeugnis standhaft bliebe. Wenn ich Gott verraten würde, um mich selbst zu schützen, würde ich nur mein somit unehrenhaftes Dasein in die Länge ziehen, und mein Gewissen würde niemals zur Ruhe kommen. Das wäre unerträglich. Ich dachte an eine Stelle aus einer Kirchenhymne: „Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen(„Folge dem Lamm und singe neue Lieder, Ich wünsche mir, den Tag zu sehen, an dem Gott Herrlichkeit erlangt“). Ich spürte, wie Glaube und Mut in mir aufstiegen, der Folter der Beamten entgegenzutreten. Ich schloss meine Augen und betete still: „Gott! Egal, wie sie mich foltern, selbst wenn sie mein Gesicht verbrennen, ich werde in meinem Zeugnis standhaft bleiben. Bitte gib mir Glauben und die Entschlossenheit zu leiden.“ Dann biss ich die Zähne zusammen und ballte meine Fäuste. Die Polizei hielt das für Angst und fing an, höhnisch zu lachen. Ich öffnete meine Augen und starrte ihn an, und er sagte mit einem kalten Lächeln: „Ich habe es mir anders überlegt. Ich werde dir die Zunge verbrennen, und zwar so, dass du nicht einmal mehr reden kannst.“ Während er das sagte, versuchte er, meinen Mund aufzubrechen, aber es gelang ihm nicht, egal wie sehr er sich bemühte. Wütend packte er mich an den Schultern, trampelte auf meine Füße, sprang dann hoch, landete mit voller Wucht auf ihnen und drehte seine Schuhabsätze auf meinen Füßen hin und her. Dann packte er die Handschellen und riss sie hin und her, sodass ich auf Zehenspitzen stehen musste. Meine Handgelenke schmerzten höllisch und meine Arme fühlten sich an, als würden sie gleich abreißen. Er sagte spöttisch: „Ist dein Gott nicht allmächtig? Lass ihn doch kommen und dich retten!“ Ich betete zu Gott, rief Ihn unaufhörlich an und war erfüllt von Hass auf diese Dämonen.

Als er erschöpft war, lehnte er sich gegen den Tisch und rauchte eine. Ich fragte mich, welche anderen Foltermethoden sie bei mir noch anwenden würden und ob ich am Ende sterben würde. Wenn ja, hoffte ich, es würde schnell gehen, denn diese Hölle auf Erden, die sie mir bereiteten, war unerträglich. Ich wusste nicht, wann das alles ein Ende haben würde. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich. Ich dachte bei mir: „Ich kann niemals die Kirchenleiter oder die Brüder und Schwestern verraten. Vielleicht kann ich ihnen einfach erzählen, wie ich gläubig geworden bin, um es hinter mich zu bringen, damit sie aufhören, mich zu schlagen.“ Dann aber dachte ich: „Meine Eltern sind Gläubige. Wenn ich das erzähle, werden sie und auch einige Brüder und Schwestern mit hineingezogen. Das würde mich zu einem Judas machen und Gott würde mich bestrafen.“ Dann erinnerte ich mich an diese Hymne aus Gottes Worten: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen. Wenn die Menschen zaghafte und ängstliche Gedanken hegen, dann deshalb, weil Satan sie getäuscht hat; Satan fürchtet, dass wir die Brücke des Glaubens überqueren werden, um in Gott einzutreten. Satan versucht auf jede erdenkliche Weise, uns seine Gedanken zu schicken. Wir sollten jeden Augenblick beten, dass Gott uns erleuchtet und erhellt, uns jeden Augenblick darauf verlassen, dass Gott unser Inneres vom Gift Satans reinigt, es jeden Augenblick praktizieren, uns Gott geistlich zu nähern, und Gott die Herrschaft über unser ganzes Sein überlassen und uns ganz von Ihm einnehmen lassen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Durch Gottes Worte wurde mir klar, dass der Gedanke, ihnen aus Feigheit zu erzählen, wie ich zum Glauben gekommen war, ein Nachgeben gegenüber Satans Tricks war. Ich sah, dass mein Glaube an Gott wirklich schwach war und es mir an der Entschlossenheit fehlte, Leid zu ertragen. Dass ich es bis dahin geschafft hatte, lag nicht an meiner Größe, sondern daran, dass Gottes Worte mich Schritt für Schritt geführt hatten. In dieser Lage musste ich mich wirklich auf Gott stützen und Glauben haben. Egal wie sie mich folterten, ich durfte Gott niemals verraten. Ich betete in meinem Herzen: „O Gott, ich bin bereit, mein Leben in Deine Hände zu legen und werde Deine Anordnungen annehmen. Ich werde kein Judas sein, selbst wenn sie mich zu Tode foltern.“ Zu meiner Überraschung rief dann der Vorgesetzte die Polizisten weg. Still dankte ich Gott.

Kurze Zeit später kam ein Beamter zur Tür, machte ein Foto von mir und sagte: „Ich werde dein Foto ins Internet stellen und dich zu einer ‚Berühmtheit‘ machen, damit all deine Freunde, Verwandten und alle anderen sehen, wie du jetzt aussiehst und dass ihr Gläubigen verrückt seid.“ Das machte mir überhaupt keine Angst, und ich antwortete: „Sind Sie nicht diejenigen, die mich so zugerichtet haben? Wenn Sie das Foto ins Netz stellen, wird die ganze Welt nur die Wahrheit darüber sehen, wie Sie Christen verfolgen.“ Eine Polizistin sagte: „Also, ich bin überzeugt. Ich weiß wirklich nicht, was es mit eurem Gott auf sich hat oder woher all eure Kraft kommt. Nach alledem bestehst du immer noch darauf, an deinem Glauben festzuhalten. Ich hätte nie gedacht, dass so ein junger Mensch so zäh sein kann.“ Als ich sie das sagen hörte, dankte ich Gott in meinem Herzen. Dann dachte ich an diese Worte Gottes: „Gottes Lebenskraft kann über jede Macht siegen; mehr noch, sie übertrifft jede Macht. Sein Leben ist ewig, Seine Macht außergewöhnlich und Seine Lebenskraft kann von keinem geschaffenen Wesen und keiner feindlichen Macht überwältigt werden(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur Christus der letzten Tage kann dem Menschen den Weg des ewigen Lebens schenken). All die Tage, an denen sie mich geschunden und gefoltert hatten, hatte ich Feigheit und Schwäche gespürt und wollte dem sogar durch den Tod entkommen. Aber Gott war bei mir, beschützte mich, und es waren Gottes Worte, die mir Glauben und Kraft gaben und mich dazu brachten, all diese brutale Folter zu überwinden. Ich dankte Gott von Herzen.

Als mich eine Beamtin etwas später zur Toilette brachte, sagte sie zu mir: „Sie werden dich bald wieder verhören, und du solltest einfach reden. Sonst kommst du für Jahre ins Gefängnis und kommst danach als Krüppel wieder raus. Weißt du, wie Gefangene behandelt werden? Die Frauen verprügeln andere Frauen und rammen dir Holzstöcke zwischen die Beine. Wenn sie dich in die Finger bekommen, ist dein Leben ruiniert.“ Als ich das hörte, war ich erfüllt von Hass und Furcht, und bei der Aussicht, bevor ich nicht einmal 30 war, zur Invalidin zu werden, wusste ich wirklich nicht, wie ich danach weiterleben sollte. Ich war Einzelkind, und wenn ich eine Behinderung hätte, hätten meine Eltern niemanden mehr, auf den sie sich verlassen könnten. Dann erinnerte ich mich an diese Worte Gottes: „Abraham opferte Isaak – was habt ihr geopfert? Hiob opferte alles – was habt ihr geopfert? So viele Menschen haben sich selbst geopfert, ihr Leben gegeben und Blut vergossen, um den wahren Weg zu suchen. Habt ihr diesen Preis gezahlt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Bedeutung der Rettung der Nachkommen Moabs). Abraham konnte seinen einzigen Sohn opfern, und als Hiob geprüft wurde, alles verlor, was er hatte, und am ganzen Körper mit Geschwüren bedeckt war, lachten seine Freunde ihn aus und seine Frau verspottete ihn, aber er haderte nie mit Gott. Er blieb in seinem Zeugnis standhaft. Hiob und Abraham hatten wahren Glauben an Gott, und sie legten durch Prüfungen ein überwältigendes Zeugnis ab. Ich musste ihrem Beispiel folgen, in meinem Zeugnis standhaft bleiben und Satan demütigen, egal wie sehr ich litt. Ich sprach dieses stille Gebet zu Gott: „Gott, ich glaube, dass absolut alles unter Deiner Herrschaft steht, also liegt es in Deinen Händen, ob ich eine Behinderung davontrage. Egal, was mit mir geschieht oder wie sehr ich leide, ich bin bereit, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Dich zufriedenzustellen.“ Also sagte ich zu der Beamtin: „Das wäre gewissenlos. Mein Gewissen fände niemals Frieden, wenn ich meine Brüder und Schwestern verraten würde. Selbst wenn ich verurteilt werde, werde ich niemals etwas gegen mein Gewissen tun.“ Als sie das hörte, brachte sie mich wortlos zurück in den Verhörraum.

Am frühen Morgen des 1. April kamen die Polizisten, um mich wieder zu verhören, aber ich sagte immer noch nichts. Gegen 14 Uhr an diesem Nachmittag steckten sie mich in einen Gefangenentransporter, um mich in eine Gehirnwäsche-Anstalt zu bringen. Auf dem ganzen Weg dorthin dachte ich im Stillen über Gottes Worte nach: „Wenn die Menschen keinerlei Zuversicht haben, ist es nicht leicht für sie, diesen Weg fortzusetzen. Jeder kann jetzt sehen, dass Gottes Werk nicht im Geringsten mit den Auffassungen und Vorstellungen der Menschen übereinstimmt. Gott hat so viel gewirkt und so viele Worte gesprochen, und auch wenn die Menschen anerkennen, dass sie die Wahrheit sind, können immer noch Vorstellungen über Gott in ihnen aufkommen. Wenn die Menschen die Wahrheit verstehen und erlangen wollen, müssen sie das Vertrauen und die Willenskraft haben, um an dem festhalten zu können, was sie bereits gesehen haben, und an dem, was sie aus ihren Erfahrungen gewonnen haben. Ganz gleich, was Gott in den Menschen tut, sie müssen an dem festhalten, was sie selbst besitzen, aufrichtig vor Gott sein und Ihm bis ganz zum Schluss ergeben sein. Das ist die Pflicht der Menschheit. Menschen müssen das hochhalten, was sie tun sollten(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Du solltest deine Treue zu Gott aufrechterhalten). Ich wusste bereits, dass zu glauben Verfolgung und Leid bedeuten würde, und ich hatte mir vorgenommen, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Gott zufriedenzustellen, egal welcher Art von Unterdrückung oder Leid ich ausgesetzt sein würde. Aber als ich es wirklich erlebte, wurde mir klar, dass es nicht so einfach war, wie ich gedacht hatte, in seinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Es ging nicht nur darum, enthusiastisch zu sein, sondern es erforderte Glauben und die Entschlossenheit, Leid zu ertragen. Gott ließ mich diese brutale Umgebung als Prüfung durchmachen, um meinen Glauben zu vervollkommnen, mich zu reinigen und zu erretten. Ich glaubte, dass Gott mich führen würde, egal was geschah. Als ich die Hymne sang, wuchs mein Glaube, und ich wusste, egal wie sie mich folterten, ich musste mich auf Gott stützen, um es durchzustehen und Ihm bis ganz zum Ende zu folgen.

Als wir in der Gehirnwäsche-Anstalt ankamen, wies die Polizei zwei Beamte an, mich rund um die Uhr zu bewachen, mir Fragen über die Kirche zu stellen, mich einer Gehirnwäsche zu unterziehen und mich dazu zu bringen, eine Abschwörungs-Erklärung zu schreiben. Am dritten Morgen sagten sie, sie wollten mir ein Video zeigen, das sie in meiner Heimatstadt gefilmt hatten. Daraufhin schlug mir das Herz bis zum Hals. Ich fragte mich, ob sie mein Zuhause durchsucht hatten und ob meine Eltern in Schwierigkeiten waren. Ich war besorgt, dass einige Brüder und Schwestern aus der dortigen Kirche betroffen sein könnten. Meine Angst wurde immer größer. Ich konnte nicht mehr stillsitzen und meine Glieder fühlten sich wie taub an. In meinem Herzen betete ich zu Gott. In dem Video sah mein Vater irgendwie gelblich und aufgedunsen aus. Er sagte ein paar Worte zu mir, mit denen er mich unauffällig ermutigte, mich auf Gott zu stützen und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Als ich das hörte, liefen mir die Tränen nur so über das Gesicht und ich fühlte mich schrecklich. Mir wurde auch klar, dass die Polizei versuchte, meine emotionale Bindung auszunutzen, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten, und ich verachtete die Kommunistische Partei aus tiefstem Herzen. Ich dachte an etwas, das Gott gesagt hatte: „Welche Religionsfreiheit? Welche legitimen Rechte und Interessen der Bürger? Das sind alles Tricks, um das Böse zu vertuschen!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (8)). Die Kommunistische Partei spricht zwar von Religionsfreiheit, aber in Wirklichkeit verhaftet und verfolgt sie Christen wie wahnsinnig, foltert sie brutal und verurteilt sie aufgrund haltloser Anschuldigungen. Unzählige Christen sind gezwungen, ständig auf der Flucht zu sein, können ihre Eltern nicht sehen oder ihre Kinder aufziehen. All das wird von der Kommunistischen Partei verübt. Die Partei ist der Hauptschuldige, wenn es darum geht, christliche Familien zu zerreißen. Die Beamten standen daneben und lächelten finster, als sie mich weinen sahen, und dachten wohl, dass ich danach sicher reden würde. Aber als ich immer noch schwieg, schlugen sie auf den Tisch, beschimpften mich, drehten sich dann um und gingen wütend davon.

Einen Monat später kamen ein paar Beamte zurück, um mich erneut zu verhören. Sie zeigten mir Fotos und forderten mich auf, Brüder und Schwestern zu identifizieren. Einer sagte zu mir: „Wenn du nichts zugibst, wirst du für die Verbrechen anderer bestraft, und ich werde sehen, wie viel wir dir anhängen können. Du bekommst acht oder zehn Jahre, dann werden wir ja sehen, wie hart du bist!“ Ein anderer versuchte, mich in Versuchung zu führen: „Mach einfach mit, schreib die Erklärung, dass du deine Religion aufgegeben hast, und wir tun, was immer du willst.“ Ich rührte mich nicht, also versuchte er mich erneut zu ködern: „Ich weiß, deine Eltern haben keine anderen Kinder und sie haben sich so abgemüht, um dich großzuziehen. Du denkst jetzt vielleicht, dass eine lange Haftstrafe nichts ausmacht, aber du wirst dich elend fühlen, wenn der Tag wirklich kommt, und dann wird es zu spät für Reue sein. Du hast zwei Möglichkeiten: 1. Gib deine Religion auf und verleugne den Allmächtigen Gott, und wir bringen dich direkt nach Hause. 2. Beharre auf deinem Glauben und geh ins Gefängnis. Die Wahl liegt ganz bei dir. Du solltest es dir besser gut überlegen.“ Ich war in einem ziemlichen Zwiespalt. Wenn ich diese Abschwörungs-Erklärung schreiben würde, wäre das ein Verrat an Gott, aber wenn ich meinen Glauben wählte, würde ich ins Gefängnis kommen. Würde ich meine Eltern jemals wiedersehen? Wenn ich ins Gefängnis ginge, würden die Leute meine Eltern ganz bestimmt verurteilen, und ihre nichtgläubigen Verwandten und Freunde würden sie angreifen. Es wäre wirklich hart für sie. Im Video sah das Gesicht meines Vaters gelblich und aufgedunsen aus. Hatte er gesundheitliche Probleme? Dieser Gedanke machte mich immer unglücklicher und ich kämpfte sehr mit mir, also betete ich: „Gott, ich kann Dich nicht verraten, aber ich kann meine Eltern nicht loslassen. Gott, was soll ich tun?“ Genau in diesem Moment kamen mir diese Worte Gottes in den Sinn: „Ganz gleich, wer wegrennt, du kannst es nicht. Andere Menschen glauben nicht, aber du musst es. Andere Menschen verlassen Gott, aber du musst Gott hochhalten und Zeugnis für Ihn ablegen. Andere verleumden Gott, aber du kannst es nicht tun. … Du solltest Seine Liebe vergelten und du musst ein Gewissen haben, denn Gott ist unschuldig(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Bedeutung der Rettung der Nachkommen Moabs). „Du musst ein Gewissen haben“, diese Worte klangen mir immer wieder in den Ohren. In den Jahren meines Glaubens hatte ich so viel von Gottes Gnade erfahren. Ich hatte auch einige Wahrheiten gelernt und wusste, was für ein Mensch ich sein sollte. Ich hatte so viel von Gott empfangen. Ihn zu verraten, wäre gewissenlos. Aber die Wahl zwischen Gott auf der einen und meinen Eltern auf der anderen Seite war eine Qual. Es war ein besonders heftiger Kampf in meinem Inneren. Still sprach ich ein Gebet und bat Gott, mich zu führen und mir Glauben zu schenken. Nach meinem Gebet kamen mir diese Worte Gottes in den Sinn: „Viele von euch haben zwischen richtig und falsch geschwankt, nicht wahr? In all dem Kampf zwischen Positiv und Negativ, Schwarz und Weiß – zwischen Familie und Gott, Kindern und Gott, Harmonie und Bruch, Reichtum und Armut, Status und Gewöhnlichkeit, Unterstützung und Ablehnung usw. – kann es doch sicherlich nicht sein, dass ihr euch der Entscheidungen, die ihr getroffen habt, nicht bewusst seid! Vor die Wahl gestellt zwischen einer harmonischen und einer zerrütteten Familie habt ihr erstere gewählt, und zwar ohne zu zögern. Zwischen Reichtum und Pflicht habt ihr wiederum ersteren gewählt, ohne auch nur den Willen zu haben, ans Ufer zurückzukehren. Zwischen Luxus und Armut habt ihr ersteren gewählt; als ihr zwischen euren Kindern, Ehefrauen und Ehemännern oder Mir wählen musstet, habt ihr erstere gewählt; und zwischen Auffassungen und der Wahrheit habt ihr immer noch erstere gewählt. Angesichts eurer bösen Taten aller Art habe Ich einfach das Vertrauen in euch verloren, Ich bin einfach erstaunt. Eure Herzen sind unerwartet unfähig, sich erweichen zu lassen. … Wenn ihr aufgefordert würdet, erneut zu wählen, wie wäre eure Haltung dann? Wäre es immer noch das erstere? Würdet ihr es Mir noch immer mit Enttäuschung und schmerzreichem Kummer zurückzahlen? Würden eure Herzen noch immer nur ein Fünkchen Wärme aufweisen? Wüsstet ihr immer noch nicht, was zu tun ist, um Mein Herz zu trösten? Was wählt ihr in diesem Moment?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Wem genau gilt deine Treue?). Ich spürte, dass Gott direkt neben mir stand und auf meine Antwort wartete. Ich wusste, ich durfte Gott nicht verraten, nur um meine menschliche Zuneigung zu befriedigen und die Harmonie in der Familie zu wahren. Gott ist allmächtig, und die Gesundheit und das Leben meiner Eltern lagen in Seinen Händen. Mir ständig Sorgen um sie zu machen, zeigte nur, dass es mir an Glauben an Gott fehlte. Wir konnten uns vielleicht nicht sehen, aber ich wusste, solange wir uns auf Gott stützten, würde Er uns führen. Dieser Gedanke gab mir meinen Glauben zurück und ich fühlte mich bereit, mich gegen mein Fleisch aufzulehnen, um Gott zufriedenzustellen. Ich betete: „Oh Gott, ich bin bereit, meine Eltern in Deine Hände zu legen und mich Deinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen.“ Daraufhin ballte ich meine Fäuste, stand auf und sagte: „Ich habe meine Entscheidung getroffen und ich entscheide mich für den Allmächtigen Gott. Er ist der allein wahre Gott, der die Himmel, die Erde und alle Dinge erschaffen hat, und Er ist der wiedergekehrte Herr Jesus. Ich werde Gott niemals verleugnen.“ Nachdem ich das gesagt hatte, war ich innerlich völlig im Frieden. Ohne die Führung durch Gottes Worte hätte ich es wirklich schwer gehabt, über Satans Versuchung zu triumphieren. Als der Beamte sah, wie entschlossen ich war, zeigte er seine ganze Brutalität. Er knallte einen dicken Stapel Papiere auf den Tisch, schlug mir fest ins Gesicht und schrie mich dann an: „Du bist ein hoffnungsloser Fall! Glaubst du, wir werden nichts herausbekommen, nur weil du nicht redest? Lass mich dir eines klar machen – wir hatten euch schon drei Monate lang beschattet. Glaubst du also, wir wüssten nicht alles über dich? Wir wollen nur sehen, ob du eine gute Haltung zeigst, also überleg es dir.“ Ich sagte: „Ich werde Gott nicht verleugnen, ich werde Ihn nicht verraten, selbst wenn das Gefängnis bedeutet.“ Danach brachten sie mich in ein städtisches Untersuchungsgefängnis.

Dort bekam ich oft hohes Fieber, meine Füße und Hände schwollen an, und sie zwangen mich, jeden Tag zwei Stunden im Schneidersitz zu sitzen. Während des Verhörs hatten sie mir in die Taille getreten, was meine Niere verletzt hatte, sodass mein unterer Rücken so sehr schmerzte, dass ich nicht aufrecht sitzen konnte. Es war wirklich schwer, jeden Tag bis zum Schlafengehen durchzuhalten, und trotzdem wurde ich oft geweckt, um Nachtschicht zu machen. Nach ein paar Wochen bekam ich Probleme beim Wasserlassen, mein Bauch war aufgebläht und schmerzte, und auch mein unterer Rücken tat mir weh. Und dann, jeden Tag gegen 18 oder 19 Uhr, schoss mein Fieber in die Höhe und mein Gesicht glühte. Ein Arzt untersuchte mich und sagte, ich hätte eine fast zweieinhalb Zentimeter große Zyste in meiner linken Niere, die entzündet sei. Wenn es richtig wehtat, betete ich zu Gott und suchte Seine Nähe, sang Hymnen zu Seinem Lob, und dann vergaß ich unbemerkt den Schmerz. Nachdem ich 27 Tage im Untersuchungsgefängnis gewesen war, wurde ich bis zur Verhandlung gegen Kaution freigelassen, und ich dachte naiv, ich könnte wirklich nach Hause gehen. Aber zu meiner Überraschung brachten mich die Polizei meiner Heimatstadt und örtliche Regierungsbeamte direkt in eine weitere Gehirnwäsche-Anstalt für 48 Tage Umerziehung und Gehirnwäsche und anschließend zur örtlichen Polizeiwache zur Registrierung. Der Polizeichef rief mich in sein Büro und sagte: „Sie sind jetzt auf Bewährung frei, Ihr Fall ist also noch anhängig. Ein Jahr lang dürfen Sie die Stadtgrenzen nicht verlassen. Selbst wenn Sie in der näheren Umgebung etwas zu erledigen haben, müssen Sie zuerst hierherkommen, sich bei uns melden und eine Erlaubnis beantragen. Außerdem müssen Sie jederzeit bereit sein, sich bei uns zu melden.“ Obwohl ich wieder zu Hause war, hatte ich immer noch keine Freiheit, und jedes Mal, wenn ich in die Stadt ging, folgte mir jemand. Nachdem das einige Monate so ging, blieb mir keine andere Wahl, als mein Zuhause zu verlassen, um meine Pflicht zu tun. Die Polizei schickte den Parteisekretär unseres Dorfes zu mir nach Hause, um nach mir zu suchen und sich nach meinem religiösen Status zu erkundigen. Er sagte meiner Familie, wenn ich meinen Glauben weiter praktizierte, würden sie mich wieder verhaften, und ich müsse mich bei der Polizeiwache melden. Ich war wütend, als ich davon hörte. Und ich dachte: „Ich werde auf jeden Fall an Gott glauben, und nicht nur das, ich werde allem entsagen, um das Evangelium zu predigen und Zeugnis für Gott abzulegen! Ich werde definitiv weitermachen und mich dabei auf Gott stützen.“ Dank sei Gott!

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