42. Tage der Folter durch Elektroschocks

Von Wang Hui, China

An einem Junitag 2004 gegen halb zwei Uhr nachmittags, ich hielt gerade mit zwei Schwestern einen Mittagsschlaf, stürmten plötzlich etwa ein Dutzend Polizisten herein. Sie befahlen uns, uns in die Ecke zu hocken, und durchsuchten das Haus, ohne sich auszuweisen. Sie durchsuchten jeden Winkel und fanden schließlich einige CDs, Bücher mit Gottes Worten, ein Handy und eine Quittung über eine Spende von 200.000 Yuan. Danach brachte uns die Polizei zum Büro für Öffentliche Sicherheit des Landkreises. Ich betete im Stillen zu Gott, bat Ihn, mir Glauben und Kraft zu schenken und mir zu helfen, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben, kein Judas zu werden und Ihn nicht zu verraten. Ein Polizist verhörte mich und fragte nach meinem Namen und Wohnort. Als ich schwieg, stürzte er auf mich zu, packte mich an den Haaren und verpasste mir sieben oder acht harte Ohrfeigen. Mit zusammengebissenen Zähnen sagte er: „Du glaubst wohl, du kannst den Mund halten, was? Ich bring dich schon zum Reden!“ Er schlug mich so heftig, dass sich mir im Kopf alles drehte und mein Gesicht brannte. Dann befahl mir ein anderer Beamter, mich mit der Nase an die Wand gepresst hinzustellen, wobei mein Körper die Wand nicht berühren durfte, während ich die Arme auf Schulterhöhe seitlich ausgestreckt halten musste. Mehr als eine Stunde stand ich so da, war vor Erschöpfung schweißgebadet, mein Rücken schmerzte, als würde er brechen, und meine Arme waren so wund und schwer, dass ich es kaum noch ertragen konnte.

Am Abend brachte mich die Polizei in ein Gästehaus, um noch in derselben Nacht ein Geständnis aus mir herauszupressen. Ich musste mich mit ausgestreckten Beinen auf den Zementboden setzen, die Arme schulterbreit gerade nach vorne gestreckt. Mein Blick musste nach vorne gerichtet sein; ich durfte nicht nach unten schauen, die Arme nicht beugen und mein Oberkörper musste aufrecht bleiben. Dann fragten sie mich beim Verhör nach meinem Namen, meinem Wohnort und wann ich begonnen hatte, an den Allmächtigen Gott zu glauben. Ich sagte nichts. Daraufhin holte ein Polizist die Quittung über die 200.000-Yuan-Spende hervor und sagte zu mir: „Wo sind die 200.000 Yuan? Spuck’s aus! Wir wissen sowieso schon alles über dich. Du bist eine Leiterin in der Kirche, also sag uns die Wahrheit!“ Als ich das hörte, bekam ich es ein wenig mit der Angst zu tun. Da sie die Quittung gefunden hatten und wussten, dass ich eine Leiterin war, würden sie mich nicht so leicht davonkommen lassen. Ich wusste nicht, wie sie mich als Nächstes foltern würden. In diesem Moment dachte ich an Gottes Worte: „Du solltest dich nicht vor diesem und jenem fürchten. Ganz gleich wie vielen Schwierigkeiten und Gefahren du gegenüberstehen magst, solltest du in der Lage sein, vor Mir standfest zu bleiben und dich durch kein Hindernis aufhalten zu lassen, sodass Mein Wille ungehindert ausgeführt werden kann. Das ist deine Pflicht … Fürchte dich nicht; mit Mir als deiner Stütze, wer könnte je deinen Weg blockieren?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 10). Gottes Worte gaben mir Glauben. Gott herrscht über alle Dinge, und egal, wie grausam die Polizei auch sein mochte, sie war in Gottes Hand. Ich wusste, solange ich auf Gott blickte, mich auf Ihn verließ und fest an Seiner Seite stand, würde Er mich führen, um Satan zu überwinden. Bei diesem Gedanken hatte ich nicht mehr so viel Angst. Sofort danach verhörte mich die Polizei weiter, fragte, wo das Geld der Kirche sei und wer die oberen Leiter wären. Ich schwieg die ganze Zeit. Einer der Polizisten wurde wütend, setzte mir den Elektroschocker auf die Handrücken und begann, mir Stromschläge zu versetzen, wobei ich mich nicht bewegen durfte. Meine Hände zitterten unkontrolliert, und je mehr sie zitterten, desto stärker waren die Stromschläge. Bei jedem Stromstoß zuckte mein ganzer Leib und ich schrie vor Schmerz auf. Dann trat mir der Polizist auf die Schienbeine und bearbeitete meine Füße mit dem Elektroschocker, sodass sich meine Beine unwillkürlich zusammenzogen. Der Polizist verhörte mich weiter: „Spuck’s aus! Wo sind die 200.000 Yuan?“ Ich sagte immer noch nichts. Er geriet in Rage und fing an, mir wahllos Stromschläge zu versetzen: am Kiefer, auf dem Rücken, am Hinterkopf. Als er mir Stromschläge an den Hinterkopf gab, fühlte es sich an, als wäre mein Kopf heftig von etwas Hartem getroffen worden. Der Schmerz war unerträglich und mir drehte sich alles im Kopf. Als er mir Stromschläge am Kiefer verpasste, zitterten meine Lippen und meine Zähne klapperten aufeinander. Instinktiv warf ich mich zu Boden, um mich zu schützen. Rasend vor Wut packte der Polizist mich am Kragen und riss mich zurück in die sitzende Haltung. Dann nahm er eine Fernbedienung und schlug mir damit etwa ein Dutzend Mal auf beide Gesichtshälften. Während er mich schlug, schleuderte er mir entgegen: „Mal sehen, wie lange du noch den Mund halten kannst! Ich glaube nicht, dass du aus Stein bist!“ Als er schließlich vom Schlagen müde wurde, befahl er mir, mich wieder in die vorherige Sitzposition mit erhobenen Armen zu begeben. Wann immer meine Haltung nicht seinen Anforderungen entsprach, versetzte er meinen Händen und Füßen Stromschläge mit dem Elektroschocker oder schlug mir mit der Fernbedienung und mit Zeitschriften ins Gesicht. So ging das weiter, als die Polizei mich bis MItternacht folterte. Nach all den Stromschlägen und Schlägen wurde ich innerlich schwach. Wenn sie mich direkt nach meiner Verhaftung schon so folterten, welche anderen Foltermethoden würden sie als Nächstes anwenden? Ich wusste nicht, ob ich das aushalten würde. Also dachte ich: „Wenn ich ihnen etwas Unwichtiges sage, erspare ich mir vielleicht einige Qualen und muss nicht solche entsetzlichen Schmerzen erleiden.“ Doch dann überdachte ich es: „Wenn ich rede, würde ich dann nicht zu einem Judas?“ In diesem Moment erinnerte ich mich an Gottes Worte: „Zu jenen, die Mir in Zeiten der Drangsal nicht die geringste Treue gezeigt haben, werde Ich nicht mehr barmherzig sein, denn Meine Barmherzigkeit geht nur so weit. Ich finde des Weiteren keinen Gefallen an denen, die Mich einmal verraten haben, und noch weniger will Ich Mich mit denen abgeben, welche die Interessen ihrer Freunde verraten. Dies ist Meine Disposition, unabhängig davon, wer die Person sein mag(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Gottes Worte leiteten mich an und ließen mich verstehen, dass Seine gerechte Disposition keine Kränkung duldet und dass Gott diejenigen hasst, die Ihn verraten. Wenn ich Gott wie ein Judas verriete, nur um körperliches Leid zu vermeiden, dann würde ich für alle Ewigkeit zur Sünderin werden, die Gottes Fluch verdient. Als ich daran dachte, fasste ich den Entschluss, den Schmerz zu ertragen, und dachte: „Egal, wie sehr mich die Polizei auch foltert, ich werde in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Satan zu beschämen.“

Am nächsten Tag brachte mich die Polizei in ein anderes Hotel und zwang mich, in der gleichen Haltung wie zuvor auf dem Zementboden zu sitzen. Ein Polizist in den Dreißigern kam auf mich zu und verpasste mir ein paar harte Ohrfeigen, um mich dazu zu zwingen, meinen vollen Namen, meine Adresse und die Namen der oberen Leiter preiszugeben. Er lästerte Gott außerdem. Als er sah, dass ich immer noch schwieg, griff er wütend nach einem Elektroschocker und bearbeitete meine Handflächen, Handrücken, den Hinterkopf und meinen Kiefer. Die Stromschläge waren so heftig, dass ich auf dem Boden sitzend durchgeschüttelt wurde. Dann schob er mir den Elektroschocker in die Ärmel und versetzte beiden Armen Stromschläge. Meine Arme zuckten unkontrollierbar, und ich brach schreiend vor Schmerz auf dem Boden zusammen. Dann trat er mir auf die Unterschenkel, schob den Elektroschocker in meine Hosenbeine und gab meinen Beinen Stromschläge. Nach etwa fünf Minuten brach ich zusammen und lag völlig schlaff auf dem Boden. Ich war schweißgebadet, meine Beine und Arme schmerzten und waren taub. Der Schmerz war wirklich unerträglich. Dann packte mich der Polizist am Kragen und zerrte mich wieder in eine sitzende Position. Er zog seine Lederschuhe aus und schlug mir damit mehrmals ins Gesicht. Währenddessen verhöhnte er mich: „Du glaubst doch an den Allmächtigen Gott, oder? Warum rettet dich dein Gott dann nicht?“ Ich wurde so heftig geschlagen, dass ich Sterne sah, und meine Wangen brannten wie Feuer. Ich brach auf dem Boden zusammen und konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen. Ich fürchtete, die brutale Folter der Polizei nicht aushalten zu können, also betete ich im Stillen zu Gott: „Gott, meine geistliche Größe ist zu gering. Bitte gib mir Glauben und die Kraft, zu leiden, damit ich in meinem Zeugnis für Dich standhaft bleiben kann.“ In diesem Moment erinnerte ich mich an einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Fürchte dich nicht vor diesem oder jenem; der Allmächtige Gott der Heerscharen wird gewiss mit dir sein; Er fungiert als eure Rückendeckung und euer Schutzschild(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 26). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. Gott herrscht über alles und hat alles unter Kontrolle, Er ist meine Stütze und mein Rückhalt. Auch die Polizei ist in Gottes Hand, also hatte ich nichts zu befürchten. Ich fasste den Entschluss, mich, egal wie sehr ich litt oder gefoltert wurde, auf Gott zu verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben.

Als die Polizei sah, dass ich immer noch schwieg, wechselte sie zu einer sanfteren Taktik. An diesem Nachmittag, gegen 17 Uhr, kam ein Polizist um die fünfzig auf mich zu und sagte in ruhigem Ton: „Es gibt keinen Grund, so stur zu sein. Wenn du uns sagst, was du weißt, verspreche ich dir, dass du nach Hause gehen kannst. Du glaubst doch nur an Gott, oder? Das ist doch keine so große Sache. Solange du uns einfach sagst, was du weißt, kannst du nach Hause gehen und dein Leben weiterleben. Sieh dich doch an, es lohnt sich wirklich nicht, für deinen Glauben so sehr zu leiden. Du weißt nur allzu gut, wie unangenehm sich diese Elektroschocker anfühlen. Denk gut über deine Optionen nach!“ Ich dachte bei mir: „Seit meiner Verhaftung hat mich die Polizei geschlagen, beschimpft und mit Stromschlägen gequält, aber dieser Mann war nicht so hart zu mir. Ich spüre, dass hier Satans Machenschaften am Werk sind.“ In diesem Moment dachte ich an Gottes Worte: „Mein Volk sollte jederzeit vor den Intrigen Satans auf der Hut sein, die Pforte Meines Hauses für Mich bewachen … und einander zu versorgen, um zu vermeiden, in Satans Falle zu tappen, denn dann wäre es für Reue zu spät(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 3). Die Erleuchtung durch Gottes Worte ließ mich verstehen, dass Satan unerbittlich intrigiert. Die Polizei hatte mich gefoltert, um mich zu einem Geständnis zu zwingen, meine Brüder und Schwestern zu verraten und Gott zu betrügen. Aber jetzt hatten sie ihre Haltung geändert und gaben vor, freundlich zu sein, um mich zu täuschen. Sie waren wirklich heimtückisch und verabscheuungswürdig! Als er nach einer Weile sah, dass ich nichts sagte, ließ er schließlich seine Maske fallen und sagte in strengem Ton: „Dein Glaube an den Allmächtigen Gott ist vom Staat nicht erlaubt und wird außerdem von der KPCh bekämpft. Wenn du nicht gestehst, werden deine Kinder weder studieren, noch zum Militär, in die Partei oder in den Staatsdienst eintreten können. Denkst du denn gar nicht an sie? Die Zukunft deiner Kinder wird deinetwegen ruiniert. Überleg es dir gut!“ Als er meine Kinder erwähnte, spürte ich einen herzzerreißenden Schmerz: „Wenn meine Kinder in Zukunft nicht zur Schule gehen oder keinen guten Job finden können, werden sie mir das dann übel nehmen?“ Je mehr ich nachdachte, desto verzweifelter wurde ich. In meinem Schmerz und meiner Verzweiflung dachte ich an einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wer von der ganzen Menschheit wird in den Augen des Allmächtigen nicht umsorgt? Wer lebt nicht inmitten der Vorherbestimmung des Allmächtigen?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 11). Gottes Worte erleuchteten mich sofort. Das Schicksal meiner Kinder lag in Gottes Händen. Die Situationen, die sie in ihrem Leben durchmachen würden, und wie viel Leid sie ertragen müssten, war alles von Gott vorherbestimmt. Egal wie zügellos der große rote Drache auch war, er konnte das Schicksal meiner Kinder nicht ändern. Ich musste meine Kinder Gott anvertrauen und mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Die Polizei versuchte, die Zukunft meiner Kinder zu benutzen, um mir zu drohen und mich dazu zu bringen, meine Brüder und Schwestern zu verraten und Gott zu verraten. Ich durfte nicht zulassen, dass ihre Machenschaften Erfolg hatten. Gegen 19 Uhr brachte mich die Polizei zu einer Polizeistation in der Gemeinde, wo mir die örtliche Polizei einige Fotos zur Identifizierung zeigte. Ich dachte bei mir: „Ihr werdet mich niemals dazu bringen, meine Brüder und Schwestern zu verraten!“ Also schüttelte ich nur den Kopf und blieb stumm, egal, was die Polizei mich fragte. Nachdem sie etwa ein Dutzend Fotos aufgerufen hatten, hatte das Gerät plötzlich eine Störung und konnte keine weiteren Bilder mehr laden. Die Polizei musste mich zurück ins Hotel bringen. Auf dem Rückweg bedrängte mich ein Polizeihauptmann mit dem Nachnamen Qin weiter wegen des Verbleibs des Spendengeldes. Ich sagte, ich wüsste es nicht. Daraufhin geriet er in Rage und schlug mir mehrmals mit der Faust gegen die Stirn. Mein Kopf dröhnte von den Schlägen. Bei jedem Dorf, das wir passierten, fragte Qin mich: „Warst du schon einmal hier?“, und ich sagte nur: „Ich war noch nie hier.“ Als wir an der letzten Stadt vorbeikamen, fragte er erneut: „Du warst wahrscheinlich schon einmal hier, oder? Wie viele Gastfamilien gibt es hier? Wenn du mit uns kooperierst und uns hilfst, jemanden zu fassen, lassen wir dich gehen. Das ist deine Chance, dich zu rehabilitieren.“ Ich dachte bei mir: „Ich habe nach meiner Verhaftung bereits unter eurer grausamen Folter gelitten. Ich werde niemals meine Brüder und Schwestern verraten und sie der Verhaftung und diesem Leid ausliefern.“ Also sagte ich zu ihm: „Ich habe die Orientierung verloren und weiß nicht, wo ich hier bin. Ich weiß nicht, ob es hier Gastfamilien gibt.“ Mir wurde von der Fahrt schlecht und ich musste mich fast übergeben. Sie hatten Angst, ich könnte das Auto besudeln, und mussten mich deshalb zurückbringen. Es war bereits nach 23 Uhr, als ich wieder im Hotel ankam. Die Polizei zwang mich dann, in der gleichen Position wie zuvor auf dem Boden zu sitzen. Mein Blick musste geradeaus gerichtet sein, und sie ließen mich nicht schlafen; fünf Beamte bewachten mich abwechselnd. Sobald mir die Augenlider schwer wurden, versetzten sie mir einen Stromschlag mit dem Elektroschocker, schlugen mich mit einer Fernbedienung oder rissen mich an den Haaren vorn am Haaransatz. Wenn meine Hände sanken, verbrannten sie mir mit einem Feuerzeug die Handflächen und Finger. So wurde ich die ganze Nacht lang gefoltert.

Am Morgen des dritten Tages umringten mich sechs oder sieben Polizisten. Sie befragten mich nach meiner Adresse, meinem vollen Namen und den oberen Leitern. Ich blieb stumm. Einer der Polizisten nahm einen meiner Hausschuhe, packte mich an den Haaren und riss meinen Kopf gewaltsam nach hinten. Dann schlug er mir mit dem Hausschuh sieben- oder achtmal ins Gesicht und schrie dabei: „Du bist nicht aus Eisen! Heute prügeln wir dich, bis du redest.“ Zu den anderen Beamten sagte er: „Seid nicht zimperlich mit ihr!“ Danach stürmte er davon. Zwei Beamte packten jeder einen Arm, während ein anderer mir den Elektroschocker in den Nacken und an den Kiefer hielt und mir brutale Stromschläge versetzte. Bei jedem Stromstoß zitterte mein Körper unkontrollierbar. Dann schob mir ein Polizist den Elektroschocker in den Ärmel und bearbeitete meinen Arm etwa zwei Minuten lang. Mein Arm zitterte unkontrollierbar von den Stromschlägen. Danach malträtierte er auf die gleiche Weise meinen anderen Arm. Inzwischen waren meine Haare völlig durchnässt, und der Schweiß lief mir von der Stirn in die Augen, sodass ich sie kaum noch öffnen konnte. Ich konnte nur die Zähne zusammenbeißen und es aushalten. Als sie sahen, dass ich immer noch nicht reden wollte, traten sie mir auf die Unterschenkel und bearbeiteten dann meine Beine mit dem Elektroschocker. Ich kollabierte auf dem Boden, mein ganzer Körper war schlaff und in kalten Schweiß gebadet. Ich hatte keine Kraft mehr zum Wehren, ich konnte nur noch vor Schmerz schreien. Die Polizisten sahen, dass ich völlig erschöpft war. Sie hielten inne und fragten: „Willst du jetzt reden? Wenn nicht, fangen wir wieder von vorne an.“ Ich hatte furchtbare Angst vor weiteren Stromschlägen, also blieb mir keine andere Wahl, als ihnen meine Adresse, meinen vollen Namen und mein Alter zu nennen. Ein Beamter namens Wu sagte dann triumphierend: „Du bist genau die, die wir gesucht haben. Jemand, der Bücher transportiert hat, hat dich bereits verraten. Du warst es, die ihn beauftragt hat, die Bücher auszuliefern. Du hast wirklich Nerven, dass du es sogar wagst, Leute damit zu beauftragen, Bücher über den Glauben an Gott zu drucken. Glaubst du wirklich, wir lassen dich davonkommen? Lass dir eines sagen: Wir beobachten dich schon seit zwei Monaten und haben Fotos von dir gemacht. Aber ich hätte nie erwartet, dass du so stur bist! Du suchst ja förmlich den Ärger!“ Als ich die Worte des Beamten hörte, überkam mich eine Welle der Angst. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass sie mich zwei Monate lang verfolgt hatten. Das bedeutete, sie kannten jeden, mit dem ich in dieser Zeit Kontakt hatte, und ich wusste nicht, ob noch andere Brüder und Schwestern hineingezogen worden waren. In diesem Moment konnte ich nur im Stillen für meine Brüder und Schwestern beten und Gott bitten, sie zu beschützen. Dann forderte mich der Beamte Wu auf, meine Brüder und Schwestern zu identifizieren. Er nannte die Namen mehrerer Schwestern und fragte, ob ich sie kennen würde. Ich sagte immer wieder nur: „Ich kenne sie nicht.“ Er sprang auf und verpasste mir mehrere Ohrfeigen, während er schimpfte: „Du sagst ständig, du kennst sie nicht, dabei bist du ihre Leiterin! Sei nicht so stur! Denk gut nach und gestehe ehrlich, sonst wirst du eine harte Zeit haben!“ Ich blieb stumm. Da richtete einer der Beamten einen Elektroschocker auf mich und schrie: „Wenn du nicht redest, gebe ich dir einen Vorgeschmack, was echter Schmerz ist!“ Dann hob er den Elektroschocker und versetzte mir einen Stromschlag am Mund. Der Stromstoß war so heftig, dass meine Lippen zuckten, mein ganzer Körper bebte und ich unwillkürlich zurückzuckte. Dann versetzte er meinem Kiefer noch mehrere Stromschläge. Er bearbeitete auch meine Handrücken etwa zwei Minuten lang. Meine Hände zuckten instinktiv zurück und mein Körper wich aus. Dann trat er mir auf die Unterschenkel und traktierte meine Füße mit dem Elektroschocker. Die Stromschläge waren so stark, dass meine Füße unkontrollierbar ausschlugen und ich vor Schmerz laut schrie. Mein ganzer Leib war in kalten Schweiß gebadet und meine Haare waren wieder durchnässt. Ich kollabierte auf dem Boden und rief in meinem Herzen verzweifelt zu Gott. Ich bat Gott, mir die Willenskraft zu geben, dieses Leid zu ertragen. Dann erinnerte ich mich an Gottes Worte: „Ganz gleich, was Gott in den Menschen tut, sie müssen an dem festhalten, was sie selbst besitzen, aufrichtig vor Gott sein und Ihm bis ganz zum Schluss ergeben sein. Das ist die Pflicht der Menschheit. Menschen müssen das hochhalten, was sie tun sollten(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Du solltest deine Treue zu Gott aufrechterhalten). Gottes Worte gaben mir erneut Glauben und Kraft, und ich gewann die Entschlossenheit und den Mut, bis zum Ende gegen Satan zu kämpfen. Ich biss die Zähne zusammen und sagte immer noch nichts. In diesem Moment trat ein Polizist hinter mich und versetzte mir einen harten Tritt ins Kreuz. Es fühlte sich an, als würde mein Rücken brechen, und ein stechender Schmerz durchfuhr mich. Dann befahl er mir, mich wieder in die gleiche Position zu setzen. Aber da ich in den letzten Tagen so lange in dieser Haltung verharrt hatte, waren meine Arme so schwer, dass ich sie einfach nicht mehr heben konnte. Wie von Sinnen packte der Polizist meine Handschellen und riss sie brutal nach oben, nur um sie dann plötzlich wieder fallen zu lassen. Er wiederholte das, bis er schweißgebadet war. Dann schlug er mir mehrmals ins Gesicht und fluchte: „Ich glaube nicht, dass du aus Stein bist. Ich komme später wieder und kümmere mich um dich.“ Mein Gesicht war von den Schlägen geschwollen und taub, und meine Handgelenke hatten von den Handschellen zu bluten begonnen. Eine Weile später begannen die Polizisten wieder, mir Stromschläge zu verpassen, und sie folterten mich, bis mein ganzer Leib völlig kraftlos war. Meine beiden Arme fühlten sich an wie ausgerenkt, und der Schmerz war unerträglich. In dieser Nacht bewachten mich mehrere Polizisten abwechselnd und ließen mich nicht schlafen. Dann brachten sie Papier und einen Stift und zwangen mich, die Namen und Adressen der Gastfamilien aufzuschreiben, die ich kannte. Ich dachte bei mir, dass ich meine Brüder und Schwestern niemals verraten würde, aber ich konnte die Folter wirklich nicht mehr ertragen. Also tat ich nur so, als würde ich schreiben, während ich den Stift in der Hand hielt. Sie dachten, ich würde gestehen, also rührten sie mich in dieser Nacht nicht mehr an.

Am vierten Tag sah die Polizei, dass ich nichts geschrieben hatte. Sie zwangen mich, beide Hände über meinen Kopf zu heben, und ich durfte meine Arme weder auf dem Kopf ablegen noch sie beugen. Ich konnte die Arme nicht einmal zehn Minuten oben halten, bevor sie zu schmerzen begannen und sich unwillkürlich voneinander lösten. Die Klammern der Handschellen gruben sich tief in mein Fleisch. Weniger als eine halbe Stunde später schmerzten meine Arme so sehr, dass ich sie einfach nicht mehr hochhalten konnte. Einer der Beamten geriet in Raserei, stürzte auf mich zu, packte meine Handschellen und riss sie mehr als ein Dutzend Mal gewaltsam auf und ab. Jedes Mal, wenn er daran riss, lastete mein ganzes Gewicht auf meinen Handgelenken. Es fühlte sich an, als würden sie mit einem Messer aufgeschnitten. Ich hatte das Gefühl, ich könnte es einfach nicht mehr aushalten. Also betete ich innerlich zu Gott: „Gott, ich fürchte die Folterqualen von diesen Dämonen, und ich habe Angst, dass ich es nicht aushalten kann und Dich verrate. Bitte gib mir Glauben und Kraft und beschütze mich, damit ich in meinem Zeugnis standhaft bleibe und Satan beschäme.“ In diesem Moment erinnerte ich mich an einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Abraham opferte Isaak – was habt ihr geopfert? Hiob opferte alles – was habt ihr geopfert? So viele Menschen haben sich selbst geopfert, ihr Leben gegeben und Blut vergossen, um den wahren Weg zu suchen. Habt ihr diesen Preis gezahlt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Bedeutung der Rettung der Nachkommen Moabs). Abraham war fähig, Gott seinen einzigen Sohn zurückzugeben. Hiob verlor all seinen Reichtum und seine Kinder, und sein Leib war mit Geschwüren bedeckt, aber er klagte nicht gegen Gott, sondern konnte weiterhin Gottes heiligen Namen preisen. Im Laufe der Geschichte gaben viele Heilige ihr Leben für das Evangelium Gottes. Sie alle hatten wahren Glauben an Gott und waren fähig, alles für Ihn zu opfern. Aber was hatte ich für Gott getan? Angesichts einer solchen Situation empfand ich nur Angst und Schrecken. Verglichen mit den Heiligen der Vergangenheit war ich ein Nichts. Dieser Gedanke ließ mich tiefe Scham empfinden, doch gleichzeitig wurde mein Herz von Kraft erfüllt, und ich gewann den Glauben, der Folter der Polizei standzuhalten. Ich betete in meinem Herzen: „Gott, heute lege ich mich in Deine Hände. Egal, wie viel Leid ich ertrage, ich werde in meinem Zeugnis für Dich standhaft bleiben.“ Zwei Beamte packten mich dann jeweils an einem Arm, während ein anderer mir mit einem Elektroschocker Stromschläge in den Nacken und an den Kiefer versetzte. Dann schob er den Schocker in meine Ärmel, um meine Arme zu bearbeiten. Anschließend nahmen sie einen Becher Wasser und schütteten ihn mir über die Unterschenkel. Zwei Beamte traten mir auf die Schienbeine, dann traktierten sie meine Beine mit dem Elektroschocker. Ich zitterte am ganzen Körper und schrie vor Schmerz. Am Ende hatte ich nicht einmal mehr die Kraft zu schreien und kollabierte einfach auf dem Boden. Mein Gesicht war von einer Mischung aus Tränen und Schweiß durchnässt, als wäre ich gerade aus dem Wasser gezogen worden. Der Beamte Wu schrie mich dann an: „Du bist die Kirchenleiterin für diese Gegend, also sag uns: Wo sind die 200.000 Yuan? Wer sind deine oberen Leiter? Wie viele Leute glauben hier an den Allmächtigen Gott? Welche Druckerei hast du für deine Bücher benutzt? Du wirst mir heute alles erzählen, sonst wirst du dein blaues Wunder erleben!“ Als ich in ihre wilden und bedrohlichen Gesichter blickte, hasste ich diese Dämonen von ganzem Herzen! Aber dann dachte ich an meine Lage. Ich hatte keine Möglichkeit, mich zu wehren; ich konnte mich nur von ihnen foltern und misshandeln lassen. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich – Angst, in ihren Händen zu sterben. In diesem Moment erinnerte ich mich an einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Bei allem im Universum gibt es nichts, wobei Ich nicht das letzte Wort habe. Gibt es irgendetwas, das nicht in Meinen Händen liegt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 1). Gott kontrolliert alles und herrscht über alles. Ob ich zu Tode gefoltert werden würde, lag in Gottes Hand. Ohne Gottes Erlaubnis konnten mir diese Dämonen nichts anhaben, egal wie brutal sie waren. Ich musste Glauben an Gott haben. Ich dachte auch daran, wie Petrus fähig war, für Gott kopfüber gekreuzigt zu werden. Er konnte sein Leben Gott ohne Vorbehalte hingeben. Er erreichte Unterwerfung bis in den Tod und liebte Gott bis zum Äußersten. Der Tod von Petrus war bedeutungsvoll und wertvoll, und er fand Gottes Billigung. Ich wollte Petrus’ Beispiel folgen, und selbst wenn es den Tod bedeutete, würde ich in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben.

Gegen 14 Uhr brachte die Polizei einen Stapel Fotos und forderte mich auf, sie eines nach dem anderen zu identifizieren. Ich sagte immer wieder nur, dass ich keinen dieser Leute kennen würde. Einer der Polizisten griff nach einem Ordner und drosch mir damit ins Gesicht. Der Schlag war so hart, dass ich Sterne sah und mein Kopf sich schwer anfühlte. Dann kam ein anderer Beamter auf mich zu und schlug mir unzählige Male ins Gesicht. Während er mich schlug, knirschte er mit den Zähnen und sagte: „Ich prügle das Geständnis heute aus dir heraus!“ Ich wurde so schlimm geschlagen, dass ich aus dem Mundwinkel blutete und meine Lippen anschwollen. In meinem Kopf drehte sich alles, und ich saß einfach regungslos da. Der Beamte befahl mir dann, mich wieder in die gleiche Position wie zuvor zu setzen, aber da ich die letzten drei Tage weder gegessen noch getrunken hatte und von der Polizei gefoltert worden war, hatte ich absolut keine Kraft mehr im Leib. Nachdem ich meine Hände eine Weile hochgehalten hatte, sanken sie wieder. Der Beamte nahm dann ein Feuerzeug und hielt die Flamme unter meine Finger. Sobald meine Hände sanken, durchfuhr mich ein stechender Schmerz, als meine Finger verbrannten. Am Ende waren meine Hände gelb versengt, und der Schmerz war so heftig, dass ich nicht einmal den Mut hatte, sie zu betasten. Die Polizei befahl mir dann, einen Elektroschocker mit beiden Händen zu halten. Sobald meine Hände sanken, schalteten sie den Strom ein und versetzten meinen Handflächen Stromschläge. Innerhalb einer knappen halben Stunde geschah das etwa vier- oder fünfmal. Später brachte ein anderer Beamter einen etwa dreißig Zentimeter langen, fingerdicken Bambusstock und begann, damit aus Leibeskräften auf meine Handrücken zu schlagen. Meine Hände schwollen so stark an, dass sie wie Hefeklöße aussahen. Auf den Handrücken zeigten sich tiefblaue Striemen, aus denen Blut sickerte. Dann packte der Beamte meine Handschellen und riss sie etwa ein Dutzend Mal gewaltsam auf und ab. Die Klammern der Handschellen gruben sich in mein Fleisch, und aus meinen Handgelenken begann Blut zu fließen. Er schlug mir hart ins Gesicht und fragte dabei: „Wirst du jetzt endlich gestehen? Wo sind die 200.000 Yuan?“ Ich ignorierte ihn. Wütend griff er wieder nach dem Elektroschocker, schob ihn in meine Ärmel und bearbeitete meine Arme. Zähneknirschend sagte er: „Mal sehen, wie hart du wirklich bist!“ Ich brach wieder auf dem Boden zusammen, aber er zerrte mich erneut hoch und schüttete Wasser über meine Unterschenkel. Dann schob er den Elektroschocker in meine Hosenbeine und traktierte meine Beine. Die Stromschläge waren so heftig, dass meine Füße wild um sich traten, und ich konnte nicht anders, als zu versuchen, meine Beine mit den Händen zu schützen. Vor Wut rasend, versetzte der Beamte meinen Armen, Füßen und Handrücken immer wieder Stromschläge. Schließlich trampelte er mir mehrmals hart auf die Schienbeine. Es fühlte sich an, als wären sie gebrochen, und ich schrie laut vor Qual. Erst dann ließen die Polizisten endlich von mir ab. Völlig erschöpft kollabierte ich auf dem Boden. Ein paar Beamte versammelten sich um mich und starrten mich an. Einige zeigten auf mich und verhöhnten mich, andere tuschelten untereinander. Ich hasste diese Dämonen von ganzem Herzen, hatte aber auch panische Angst, dass sie mich weiter foltern würden. In meinem Herzen rief ich immer wieder zu Gott und bat Ihn, mich zu beschützen und zu führen. In diesem Moment dachte ich an ein Kirchenlied, das ich früher gesungen hatte, „Ich wünsche den Tag der Herrlichkeit Gottes zu sehen“: „Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen(„Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Je mehr ich innerlich sang, desto stärker fühlte ich mich. Egal, wie die Polizei mich als Nächstes foltern würde, selbst wenn sie mich verkrüppeln oder töten würden, ich würde Gott niemals verraten und entschlossen in meinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben.

In der fünften Nacht brachte der Beamte Wu wieder Papier und einen Stift und befahl mir, die Antworten auf ihre Fragen aufzuschreiben. Er fügte hinzu: „Schreib das bis zum Morgengrauen sauber auf, sonst wirst du den Rest deiner Tage mit dem Elektroschocker verbringen!“ Da ich seit fünf Tagen nicht geruht hatte, nickte ich im Sitzen immer wieder ein. Einer der Beamten zwang mich aufzustehen, um wach zu bleiben. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, schrien sie mich an oder schlugen mit einem Elektroschocker auf den Stuhl. Ich war extrem angespannt, und jeder Schlag versetzte mich in Todesangst. Ich stand schwankend da, mein Kopf fühlte sich völlig leer an. Ich sah alles doppelt, mein Bewusstsein war verschwommen, und ich konnte die Fragen der Polizei nicht mehr richtig verstehen. Egal, was sie fragten, ich antwortete nur noch mit „Ja“. Ich hatte schreckliche Angst, von der Polizei manipuliert zu werden, also kniff ich mich fest in die Stelle zwischen Nase und Oberlippe und zwischen Daumen und Zeigefinger und versuchte mit aller Kraft, wach zu bleiben. Gleichzeitig rief ich in meinem Herzen unentwegt zu Gott: „Gott! Ich habe keine Kontrolle mehr über mich. Ich habe schreckliche Angst, dass mir ein Fehler unterläuft und ich meine Brüder und Schwestern verrate. Bitte eröffne mir einen Ausweg.“ Nach einer Weile sah ich, dass die Polizisten, die mich bewachten, alle zusammengesackt und eingeschlafen waren. Mir wurde klar, dass Gott mir hier einen Ausweg eröffnete, und ich beschloss zu fliehen. Langsam schob ich mich in Richtung Tür und war schon bald dort. Ich öffnete sie vorsichtig und ging die Treppe hinunter, aus Angst, irgendein Geräusch zu machen, das die Polizei aufwecken könnte. Dabei schlug mir das Herz bis zum Hals. Draußen rannte ich verzweifelt in eine Gasse. Nach fünf Tagen und Nächten ohne Essen, Trinken und Schlaf, noch dazu die brutale Polizeifolter, waren meine körperlichen Kräfte völlig aufgebraucht. Nach ein paar Schritten wurden meine Beine weich und gaben fast nach, aber aus Angst, dass die Polizei mich einholen würde, zwang ich mich, weiterzurennen. Ich taumelte weiter, quer durch unzählige Gassen und Straßen, bis ich schließlich zu einem Hof kam, auf dem gerade ein Haus gebaut wurde. Es regnete in dieser Nacht. Ich legte mich flach in eine Ecke auf einen Schrotthaufen und bedeckte mich mit einem Grasbüschel. Ich fror und zitterte am ganzen Körper. In diesem Moment hörte ich die Polizisten, die mich verfolgten, schreien: „Wenn wir sie schnappen, ziehen wir ihr das Fell über die Ohren, selbst wenn wir sie nicht umbringen!“ Das Geschrei der Polizei erfüllte mich mit Angst, und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich rief in meinem Herzen immer wieder zu Gott: „Gott! Was soll ich tun? Gott! Bitte beschütze mich.“ Ich hielt den Atem an und lag völlig still auf dem Bauch. Nach einer Weile wurde es allmählich wieder ruhiger, und die Anspannung in meinem Herzen ließ endlich nach.

Gegen zwei Uhr morgens hörte ich keine Geräusche mehr, also traute ich mich endlich hervor. Nach einigen Schwierigkeiten fand ich das Haus einer älteren Schwester. Als sie sah, dass ich mit Verletzungen übersät war, machte sie mir schnell Wasser für ein Bad heiß und brachte mir dann eine dampfende Schüssel Eiernudeln. Ich wusste, das alles war Gottes Liebe. Ich war so gerührt, dass ich in Tränen ausbrach und nicht mehr aufhören konnte zu weinen. In meinem Herzen dankte ich Gott immer wieder. Später kaufte die Schwester eine kleine Metallsäge, und nach mehr als zwei Stunden schaffte sie es endlich, meine Handschellen durchzusägen. Als die Handschellen schließlich aufbrachen, hielt die Schwester meine Handgelenke mit beiden Händen und weinte voller Mitgefühl. Es dauerte über zwei Monate, bis die Wunden an meinen Handgelenken verheilt waren. Nach fünf Tagen ohne Schlaf bekam ich Migräne und Tinnitus. Durch die vielen Stromschläge mit dem Elektroschocker entwickelte ich eine panische Angst vor Elektrizität. Ich traue mich zu Hause nicht, Stecker von Elektrogeräten anzufassen, da selbst die kleinste Berührung mir das Gefühl gibt, es würde Strom in meine Hand fließen.

Während meiner Verhaftung wurde ich unzählige Male mit Stromschlägen gefoltert. Jedes Mal, wenn ich Schmerzen hatte oder mich schwach fühlte, rief ich zu Gott und betete. Es waren Gottes Worte, die mir Glauben und Kraft gaben. Ich sah die Autorität von Gottes Worten, erfuhr Seine Liebe und Seinen Schutz, und mein Glaube an Gott wurde noch stärker. Gleichzeitig erkannte ich durch all diese Folter auch deutlich das teuflische Wesen der KPCh, die Gott hasst und sich Ihm widersetzt. Sie ist ein leibhaftiger Dämon, der die Seelen der Menschen verschlingt und ihre Körper quält. Ich begann, sie aus tiefstem Herzen abzulehnen und mich gegen sie aufzulehnen, und ich wurde entschlossener denn je, Gott bis zum bitteren Ende zu folgen!

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