5. Ein unauslöschlicher Schmerz

Von Wu Fan, China

Eines Tages in der zweiten Hälfte des Jahres 2002 wurde ich plötzlich von der Polizei verhaftet, als ich gerade meine Pflicht tat. Sie brachten mich in ein Gästehaus und zeigten mir Videoaufnahmen meiner Banktransaktionen. Sie fragten mich unerbittlich aus, woher ich das Geld hatte, wo ich wohnte, wer die Kirche leitete und so weiter. Als ich die Antwort verweigerte, folterten sie mich mit verschiedenen Methoden: Sie zwangen mich in die Hocke, schlugen mir bössrtig mit Lederschuhen ins Gesicht und ließen mich von über einem Dutzend Polizisten verhören, wobei sie Schlafentzugstaktiken einsetzten. Das hieß, sie ließen mich nicht schlafen. Sobald ich die Augen schloss, schlugen mir die Polizisten hart ins Gesicht, traten derb nach mir oder brüllten mir plötzlich laut ins Ohr. Durch diesen extremen und andauernden Schlafmangel litt ich unter Verwirrung, hohem Fieber, Schwindel und einem Klingeln in den Ohren. Ich fing sogar an, doppelt zu sehen.

Am zwanzigsten Tag der polizeilichen Folter kam mein Körper an seine Grenzen. Ich brach auf dem Boden zusammen und konnte nicht mehr die Kraft aufbringen, aufzustehen. Ich konnte die Augen nicht mehr öffnen und mein Bewusstsein begann sich zu trüben. Sogar das Atmen fiel mir schwer und ich dachte, ich könnte jeden Moment sterben. Ich war voller Angst und musste ständig an meine Mutter, meine Frau und meine Kinder denken. Ich sorgte mich, dass sie, falls ich sterben würde, damit nicht fertigwerden und einen Nervenzusammenbruch erleiden würden. Wie sollten sie danach weiterleben? In meinem Dämmerzustand hörte ich die Polizisten sagen: „Selbst wenn du so stur bist, dass du lieber stirbst, wird dein Tod trotzdem völlig folgenlos sein! Wir verscharren dich einfach irgendwo und niemand wird es je erfahren!“ Sie sagten auch: „Sag uns einfach, wo du wohnst, und wir schließen den Fall! Wir wollen uns nicht die ganze Nacht mit dir herumschlagen, während du hier herumsiechst.“ Ich dachte bei mir: „Wenn ich heute Nacht nichts sage, werde ich das wohl nicht überstehen. Vielleicht kann ich ihnen etwas Unwichtiges verraten.“ Ich dachte an die ältere Schwester, die mich aufgenommen hatte. Sie wusste nur wenig über die Angelegenheiten der Kirche. Wenn ich zugeben würde, bei ihr gewohnt zu haben, würde das der Kirche nicht schaden, oder? Meine Verhaftung lag schon zwanzig Tage zurück und die Bücher mit Gottes Worten in ihrem Haus müssten längst an einen anderen Ort gebracht worden sein. Wenn sie keine Beweise fänden, könnte die Polizei der Schwester höchstwahrscheinlich nichts anhaben. Als ich das dachte, konnte ich nicht zu Gott beten, und als die Polizei mir das Haus dieser Schwester zeigte, bestätigte ich, dass es ihres war, und erwähnte sogar, wie viele Personen ihre Familie umfasste. Kaum waren diese Worte über meine Lippen gekommen, wurde mein Verstand plötzlich klar und mir wurde bewusst, dass ich zu einem Judas geworden war. Mich überkam schreckliche Angst und mein ganzer Körper wurde taub. Ich machte mir furchtbare Vorwürfe und bereute es zutiefst. Ich hasste mich dafür, dass ich ein Judas werden und die Schwester verraten konnte. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen, um meine Worte zurückzunehmen, doch es war alles zu spät. Ich dachte daran, wie die Schwester mich ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit bei sich aufgenommen hatte, und ich verriet sie, nur um mich selbst zu retten. Mein Gewissen quälte mich noch mehr und ich hasste mich für meine völlig fehlende Menschlichkeit, besonders als ich mich an Gottes Worte erinnerte: „Zu jenen, die Mir in Zeiten der Drangsal nicht die geringste Treue gezeigt haben, werde Ich nicht mehr barmherzig sein, denn Meine Barmherzigkeit geht nur so weit. Ich finde des Weiteren keinen Gefallen an denen, die Mich einmal verraten haben, und noch weniger will Ich Mich mit denen abgeben, welche die Interessen ihrer Freunde verraten. Dies ist Meine Disposition, unabhängig davon, wer die Person sein mag. Ich muss euch Folgendes sagen: Wer Mein Herz zutiefst bricht, wird von Mir kein zweites Mal Milde empfangen, und wer Mir treu ist, wird für immer in Meinem Herzen bleiben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Diese Worte bohrten sich mir wie ein Messer ins Herz und mein Gewissen plagte mich noch mehr und fühlte sich verurteilt. In meinem Herzen wusste ich, dass Gottes Disposition gerecht und heilig ist und dass Er keine Kränkung durch den Menschen duldet. Gott hasst jene, die Ihn verraten und die Brüder und Schwestern ausliefern, um sich selbst zu retten. Ich wurde zu einem schändlichen Judas, indem ich diese Schwester verriet, und ich verletzte Gottes Herz. Gott konnte mich nun unmöglich noch retten; ich hatte mir selbst meinen Weg des Glaubens abgeschnitten. Bei all diesen Gedanken fühlte es sich an, als würde mein Herz vor Schmerz zerspringen. Nacht für Nacht fand ich keinen Schlaf und lebte in Qualen und Selbstvorwürfen. Ich stand bei Gott und bei dieser Schwester in der Schuld. Ich konnte mir selbst nicht verzeihen. Als die Polizei danach sah, dass sie nichts weiter aus mir herausbekommen konnte, hängte sie mir falsche Anschuldigungen an und verurteilte mich zu anderthalb Jahren Haft. Zu der Zeit war mein Körper viel zu schwach; schon nach ein paar Schritten beim Hofgang fing ich schwer an zu keuchen. Die Polizei fürchtete, sie könnten meinen Tod verschulden, also entließen sie mich nach fünfzig Tagen aus gesundheitlichen Gründen auf Bewährung, erlaubten mir jedoch nicht, die Gegend zu verlassen. Ich musste ihnen monatlich meinen Aufenthaltsort melden und alle drei Monate auf dem Polizeirevier Bericht über meine ideologische Einstellung erstatten. Später erfuhr ich, dass die Polizei die Schwester damals zu Hause aufgesucht hatte und sie ihre Pflichten nicht mehr ausführen konnte.

Ich blieb über einen Monat zu Hause, doch dann kam die Polizei, um mich erneut zu verhaften, also floh ich eilig in eine andere Stadt, um zu arbeiten. Kurz darauf spürte mich die Polizei auf der Baustelle auf, um mich zu verhaften, und ich floh noch in derselben Nacht von der Baustelle. Diese Zeit war die schwerste für mich. Ich verlor den Kontakt zur Kirche und meine Verwandten und Freunde verstießen mich. Ich hatte keinen Ort, an dem ich mich verstecken konnte, irrte überall umher und schlief oft unter Brücken. Damals fühlte ich mich besonders hilflos, als ob Gott mich nicht mehr wollte. Ich wusste, ich hatte Gottes Disposition verletzt und eine solche Vergeltung verdient. Körperliches Leid konnte ich eigentlich ertragen, doch dass ich Gott, das Gemeindeleben und die Gelegenheit, Gottes Worte zu lesen, verloren hatte, brachte mich dazu, lieber tot als lebendig sein zu wollen. Ich traute mich nicht, zu Gott zu beten, und fühlte mich auch nicht würdig, zu Ihm zu beten. Ich hatte das Gefühl, zu einem Judas geworden zu sein, zu jemandem, den Gott verabscheute. Würde Gott meinen Gebeten noch Gehör schenken? Nacht für Nacht fand ich keinen Schlaf und war von so großer Reue erfüllt, dass ich gar nicht mehr weiß, wie oft ich mich selbst ohrfeigte. Oft wollte ich meinem Schmerz durch den Tod ein Ende setzen. Später dachte ich an Gottes Worte und begann, Seine Absicht etwas besser zu verstehen. Gottes Worte sagen: „Heutzutage haben die meisten Menschen diese Erkenntnis nicht. Sie glauben, dass Leiden wertlos ist und dass die Welt sie zurückweist, ihr Leben zu Hause voller Probleme ist, sie Gott nicht gefallen und ihre Zukunftsaussichten schlecht sind. Wenn ihr Leid ein gewisses Ausmaß erreicht, wollen manche Menschen sogar sterben. Dies ist nicht wahre Liebe zu Gott; solche Leute sind Feiglinge. Sie haben keine Ausdauer, kein Rückgrat und sind unfähig! Gott wünscht sich sehr, dass der Mensch Ihn liebt, aber je mehr der Mensch Ihn liebt, umso größer ist das Leid des Menschen; und je mehr der Mensch Ihn liebt, umso größer sind die Prüfungen des Menschen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur durch die Erfahrung schmerzhafter Prüfungen kannst du die Lieblichkeit Gottes kennen). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass die Umstände, in denen ich mich befand, auf Gottes Gerechtigkeit zurückzuführen waren – eine verdiente Vergeltung für meine Tat als Judas. Doch ich war von Gott geschaffen und sollte nicht selbst den Tod wählen; ich sollte Gottes Bestrafung annehmen. Sollte ich in Zukunft die Chance dazu haben, würde ich Gott weiter folgen. Selbst wenn es bedeutete, Gott zu dienen, würde ich es bereitwillig tun. Also verwarf ich alle Todesgedanken, fiel weinend auf die Knie und betete: „Gott! Ich verdiene den Tod; ich verdiene es, verflucht zu werden …“ Lange Zeit war das das Einzige, was ich im Gebet zu Gott sagen konnte, bevor mir die Stimme versagte.

2008 fanden mich die Brüder und Schwestern und sagten, mein Verrat an der Schwester sei nur ein Moment der Schwäche gewesen, der der Kirche keinen nennenswerten Schaden zugefügt habe. Sie sagten, dass ich meine Pflicht stets gut erfüllt hätte, und dann teilte mir die Kirche wieder eine Pflicht zu. In diesem Moment war ich zu Tränen gerührt. Ich glaubte, ich hätte es verdient, bestraft und in die Hölle geschickt zu werden, weil ich Gott verraten hatte und zum Judas geworden war. Aber Gott behandelte mich nicht nach meiner Verfehlung; Er gab mir eine Chance zur Umkehr. Ich empfand noch mehr Reue und Selbsthass, als mir klar wurde, wie sehr ich bei Gott in der Schuld stand. Ich nahm mir fest im Herzen vor, dass ich, ganz gleich, welche Pflichten mir die Kirche in Zukunft übertragen würde, diese schätzen und erfüllen würde, um Gott Seine Liebe zu vergelten. Später begann die Kommunistische Partei, an verschiedenen Orten Gläubige zu verhaften, und auch zwei Leiter unserer Kirche wurden festgenommen. Kurz darauf hörte ich, dass sie zu Judassen geworden waren und aus der Kirche ausgeschlossen wurden. Damals dachte ich bei mir: „Wenn sie ausgeschlossen wurden, weil sie zu Judassen wurden, und ich mich auch so verhalten habe, ist mein Ausschluss dann nicht nur eine Frage der Zeit?“ Bei diesen Gedanken schmerzte mein Herz leicht. Ich hatte das Gefühl, dass meine Verfehlung zu groß war, und egal, wie sehr ich mich auch bemühte, meine Hoffnung auf Errettung schien gering. Vielleicht würde mich die Kirche eines Tages ausschließen, falls ich bei der Ausführung meiner Pflichten einen Fehler machte. Ich bereute es damals noch mehr und hasste mich dafür, dass ich in meinem Zeugnis nicht standhaft geblieben war. Wäre ich damals in meinem Zeugnis nur standhaft geblieben, müsste ich jetzt nicht so leiden. Das alles geschah nur, weil ich zu viel Angst vor dem Tod gehabt hatte und es vorzog, an einem unwürdigen Dasein festzuhalten. Ich hatte mir das selbst eingebrockt und musste es nun auch ausbaden; ich konnte niemand anderem die Schuld geben. Deshalb gab ich mir bei der Ausführung meiner Pflichten noch mehr Mühe, in der Hoffnung, meine Verfehlung durch mehr gute Taten wiedergutzumachen. Was Gottes Segnungen, Versprechen und Seine Worte des Trostes und der Ermutigung an die Menschen anging, hatte ich das Gefühl, dass sie mich nicht mehr betrafen oder einschlossen. Als ich später bei der Zusammenstellung der Unterlagen für die Entfernung von Leuten mitwirkte, wurde ich jedes Mal, wenn ich die Unterlagen über diese Judasse sammelte und ordnete, an den Schaden erinnert, den ich der Schwester zugefügt hatte, als ich zum Judas wurde. Diese Sache hatte sich wie ein Brandmal in mein Herz eingebrannt. Immer wenn ich daran dachte, fühlte ich mich angeklagt, und der Schmerz war, als würde man mir ein Messer ins Herz rammen. Diese Angelegenheit war zu einem ewigen Makel und Schmerz in meinem Herzen geworden. Später bekam ich verschiedene Krankheiten wie ein Herzleiden und Bluthochdruck, und mein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Ich fing an mich zu fragen: War das nun die Vergeltung? Oder hatte Gott mich aufgegeben? Das führte zu noch größerem Leid und noch größerer Schwäche in meinem Herzen. Wenn ich manchmal bei der Ausführung meiner Pflicht Verdorbenheit offenbarte, wusste ich, dass ich die Wahrheit suchen musste, um meine verdorbene Disposition zu beheben. Aber dann dachte ich daran, wie groß meine Verfehlung und wie schwerwiegend ihre Natur war, und ich fragte mich: Konnte Gott mich noch retten? Würde Er mich noch erleuchten, damit ich die Wahrheit verstand? So lebte ich ständig in einem niedergeschlagenen Zustand.

Eines Tages erfuhr eine Schwester von meinem Zustand und hielt Gemeinschaft über ihre Erfahrungen, um mir zu helfen. Sie las mir auch einen Abschnitt aus Gottes Worten vor. Gott sagt: „Bestimmt Gott anhand des Grads der Verdorbenheit eines Menschen, ob er gerettet wird oder nicht? Bestimmt Er anhand der Größe seiner Verfehlungen oder des Umfangs seiner Verdorbenheit, ob Er ihn richtet und züchtigt? Bestimmt Er seinen Bestimmungsort und sein Ergebnis aufgrund seines Aussehens, seines familiären Hintergrunds, des Niveaus seines Kalibers oder wie sehr er gelitten hat? Gott fällt Seine Entscheidung nicht aufgrund solcher Dinge; Er achtet nicht einmal auf diese Dinge. Du musst also verstehen, dass, da Gott die Menschen nicht anhand dieser Dinge misst, du sie deshalb auch nicht anhand dieser Dinge messen solltest(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Um die Wahrheit zu erlangen, muss man Lektionen von den Menschen, Ereignissen und Dingen um sich herum lernen). Durch Gottes Worte wurde mir klar, dass Gott das Ergebnis und den Bestimmungsort eines Menschen nicht nach der Größe seiner Verfehlung oder dem Ausmaß seiner Verdorbenheit bestimmt. Vielmehr achtet Gott darauf, ob ein Mensch nach einer Verfehlung wirklich Buße tut, und bestimmt sein Ergebnis und seinen Bestimmungsort letztendlich danach, ob er die Wahrheit besitzt und ob sich seine Disposition geändert hat. Ich sollte meine eigenen Auffassungen loslassen, die Wahrheit suchen, über mich nachdenken und meine Probleme lösen. Das steht im Einklang mit Gottes Absicht. Als mir das klar wurde, löste sich in mir viel von der angestauten Last, die ich viele Jahre mit mir herumgetragen hatte. Unter Tränen betete ich zu Gott: „Gott! Jahrelang habe ich in einem negativen Zustand gelebt, mir Sorgen um meine Aussichten und meinen Bestimmungsort gemacht und es fehlte mir der Wille, nach der Wahrheit zu streben. Danke, dass Du mir durch die Schwester geholfen hast. Ich bin bereit, vor Dir Buße zu tun. Gott! Bitte führe mich, damit ich meine Probleme lösen kann.“

Nach dem Gebet las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Es gibt noch eine weitere Grundursache dafür, dass die Menschen in Niedergeschlagenheit verfallen, und zwar, dass den Menschen bestimmte Dinge passieren, bevor sie erwachsen werden oder nachdem sie das Erwachsenenalter erreicht haben. Das heißt, sie begehen einige Verfehlungen oder tun einige dumme, törichte und ignorante Dinge. Wegen dieser Verfehlungen, dieser dummen und ignoranten Dinge, die sie getan haben, verfallen sie in Niedergeschlagenheit. Diese Art der Niedergeschlagenheit ist eine Selbstverurteilung und sie ist auch eine Art von Charakterisierung der Art von Mensch, die sie sind. … Wann immer sie sich eine Predigt oder einen gemeinschaftlichen Austausch über die Wahrheit anhören, schleicht sich diese Mutlosigkeit langsam in ihren Kopf und in ihr innerstes Herz. Sie drehen sich selbst durch die Mangel und fragen sich: ‚Kann ich das tun? Bin ich imstande, nach der Wahrheit zu streben? Bin ich in der Lage, Errettung zu erlangen? Welche Art von Mensch bin ich? Ich habe diese Sache früher getan, ich war so eine Art Mensch. Bin ich jenseits der Errettung? Wird Gott mich dennoch retten?‘ Manchmal können einige Menschen ihre Niedergeschlagenheit loslassen und sie hinter sich lassen. Sie setzen ihre Aufrichtigkeit und die ganze Energie, die sie aufbringen können, ein, um ihre Pflichten, Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten zu erfüllen, und widmen sich mit ihrem ganzen Herzen und ihrem ganzen Verstand dem Streben nach der Wahrheit, dem Nachdenken über Gottes Worte und dem eifrigen Bemühen, diese zu verstehen. Doch sobald eine bestimmte Situation oder ein bestimmter Umstand aufkommt, werden sie wieder von Niedergeschlagenheit übermannt, und sie verursacht, dass sie sich tief in ihren Herzen wieder angeklagt fühlen. Sie denken sich: ‚Früher hast du diese Sache getan, und du bist ein Mensch dieser Art gewesen. Kannst du Errettung erlangen? Hat es irgendeinen Sinn, die Wahrheit zu praktizieren? Was hält Gott von dem, was du getan hast? Wird Gott dir das, was du getan hast, vergeben? Kannst du jene Verfehlung wiedergutmachen, wenn du jetzt auf diese Weise den Preis bezahlst?‘ Sie machen sich oft Selbstvorwürfe und fühlen sich tief im Inneren angeklagt, und sie zweifeln oft an sich selbst und grillen sich selbst mit Fragen. Sie können diese Mutlosigkeit nie ablegen und spüren in ihren Herzen ein immerwährendes Gefühl der Unbehaglichkeit wegen der schändlichen Sache, die sie getan haben. Sie glauben also seit so vielen Jahren an Gott und scheinen weder etwas von dem gehört zu haben, was Gott gesagt hat, noch irgendetwas davon verstanden zu haben. Es ist, als wüssten sie nicht, ob das Erlangen von Errettung irgendetwas mit ihnen zu tun hat, ob sie freigesprochen und erlöst werden können, oder ob sie dazu qualifiziert sind, Gottes Gericht und Züchtigung und Seine Errettung zu empfangen. Von all diesen Dingen haben sie keine Ahnung. Da sie keine Antworten erhalten, und weil sie kein genaues Urteil erhalten, fühlen sie sich tief in ihrem Inneren andauernd niedergeschlagen. In ihren innersten Herzen erinnern sie sich immer wieder an das, was sie getan haben, spielen es in ihren Köpfen immer wieder durch, erinnern sich daran, wie alles begann und wie es endete, und an das, was davor und danach geschah. Unabhängig davon, auf welche Weise sie sich daran erinnern, fühlen sie sich immer sündig, und so sind sie aufgrund dieser Angelegenheit über Jahre hinweg ständig niedergeschlagen. Sogar wenn sie gerade ihre Pflichten ausführen, sogar wenn sie die Verantwortlichen für eine bestimmte Arbeitsaufgabe sind, haben sie weiterhin das Gefühl, keine Hoffnung auf Errettung zu haben. Deshalb stellen sie sich niemals direkt der Angelegenheit, die Wahrheit als etwas höchst Richtiges und Wichtiges zu verfolgen. Sie glauben schlicht und einfach, dass der Fehler, den sie gemacht haben, oder die Sache, die sie in der Vergangenheit begangen haben, von den meisten Menschen als sehr schlecht angesehen oder verurteilt und verschmäht wird, oder dass sogar Gott diese Sache verurteilt, und dass sie, selbst wenn sie in Zukunft nach der Wahrheit streben, nicht gerettet werden können. Unabhängig davon, in welcher Stufe Gottes Werk sich befindet oder wie viele Worte Er geäußert hat, begegnen sie der Angelegenheit des Strebens nach der Wahrheit nie auf die richtige Art und Weise. Woran liegt das? Daran, dass die endgültige Schlussfolgerung, die sie aus diesen Erfahrungen ziehen, falsch ist, und sie dementsprechend nicht in der Lage sind, ihre Niedergeschlagenheit hinter sich zu lassen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Gottes Worte drangen mir ins Herz, und was sie bloßstellten, war mein wahrer Zustand. Ich war verhaftet worden und zum Judas geworden, hatte Gott betrogen und die Schwester verraten. Diese Sache hatte sich in mein Herz eingebrannt. Obwohl die Kirche mich aufgenommen hatte und mich meine Pflichten ausführen ließ, war ich nie über diese Hürde hinweggekommen. Jedesmal, wenn ich daran dachte, dass ich zum Judas geworden war, und welchen Schaden ich der Schwester zugefügt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass ich jemand ohne Chance auf Errettung war. Jedes Mal, wenn ich erfahrungsbasierte Videos von Brüdern und Schwestern sah, die verhaftet und gefoltert wurden, aber in ihrem Zeugnis standhaft blieben, schämte ich mich, fühlte mich schuldig und mein Gewissen plagte mich. Jedes Mal, wenn ich die Unterlagen für die Entfernung von Judassen sammelte und ordnete, war es wie ein Messerstich in mein Herz, und ich hasste mich dafür, dass ich damals in meinem Zeugnis nicht standhaft geblieben war. Wäre ich nur standhaft geblieben, dann würde mein Herz jetzt nicht so leiden. Obwohl ich meine Pflichten nach außen hin ausführte, war ich innerlich immer niedergeschlagen und hatte das Gefühl, anders zu sein als die anderen. Ich hatte Gott verraten und war zum Judas geworden – ein Mensch, den Gott verabscheut. Wollte Gott mich noch? Würde Er mich noch retten? Der Gedanke an diese Dinge erfüllte mich mit Schmerz und Unbehagen. Ich traute mich nicht einmal, zu Gott zu beten, weil ich das Gefühl hatte, dass Er mich verabscheute und meine Gebete nicht erhören würde. Auch beim Lesen von Gottes Worten war es so: Immer wenn ich Worte der Ermahnung, des Trostes, der Verheißung oder des Segens las, hatte ich das Gefühl, sie seien nicht für jemanden wie mich gedacht. Ich verdiente Gottes Verheißungen oder Segnungen nicht; ich verdiente nur Flüche und Bestrafung! Ich hatte lange in einem Zustand gelebt, in dem ich Gott missverstand, und mir fehlte die Entschlossenheit, nach der Wahrheit zu streben. Ich gab mich schon damit zufrieden, die Arbeit gut auszuführen, um für meine Verfehlung zu sühnen. In Wirklichkeit hatte Gott mir das Recht nicht genommen, Seine Worte zu essen und zu trinken, und Er hatte mir die Gelegenheit gegeben, meine Pflichten auszuführen und nach der Wahrheit zu streben. All dies war Gottes Gunst. Dennoch lebte ich in einem Zustand der Niedergeschlagenheit. Wenn sich bei der Ausführung meiner Pflichten Verdorbenheit zeigte, wusste ich, dass ich die Wahrheit suchen sollte, um sie zu beheben. Aber wann immer ich daran dachte, zum Judas geworden zu sein, hatte ich das Gefühl, dass es vergeblich war, egal wie sehr ich mich anstrengte oder wie sehr ich strebte. Konnte Gott jene noch retten, die Ihn verraten hatten? Ich dachte mir, ich sollte mich einfach weiter mehr abmühen und meine Pflichten erfüllen, um Wiedergutmachung zu leisten, und vielleicht würde Gott dann eines Tages meine treue Mühe sehen und meine Bestrafung mildern. Ich war ständig von meiner Verfehlung belastet und lebte in einem Zustand der Niedergeschlagenheit. Obwohl im Laufe der Jahre viele Dinge geschehen waren, gab ich mich damit zufrieden, mich einfach anzustrengen und Dinge zu erledigen, ohne mich auf meinen Lebenseintritt zu konzentrieren, und verpasste so viele Gelegenheiten, die Wahrheit zu erlangen.

Bei meiner Selbstreflexion stieß auf einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Die Menschen glauben alle an Gott, um Segnungen, Belohnungen und Kronen zu erlangen. Hat nicht jeder Mensch diese Absicht im Herzen? In Wirklichkeit hat sie jeder Mensch. Das ist eine Tatsache. Obwohl die Menschen nicht oft darüber sprechen und ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen zu erlangen, sogar vertuschen, sind dieses Verlangen, diese Absicht und dieses Motiv, die tief in den Herzen der Menschen liegen, nie ins Wanken gekommen. Ganz gleich, wie viel geistliche Theorie die Menschen verstehen, welche erfahrungsbasierten Erkenntnisse sie besitzen, welche Pflicht sie tun können, wie viel Leid sie erdulden oder wie hoch der Preis ist, den sie zahlen, nie lassen sie die Absicht, Segnungen zu erlangen, die tief in ihren Herzen verborgen ist, los und mühen sich dafür immer still ab und beschäftigen sich. Ist das nicht die Sache, die am tiefsten in den Herzen der Menschen vergraben ist? Wie würdet ihr euch ohne diese Absicht, Segnungen zu erlangen, fühlen? Mit welcher Haltung würdet ihr eure Pflicht tun und Gott folgen? Was würde aus den Menschen werden, wenn diese Absicht, Segnungen zu erlangen, die in ihren Herzen verborgen ist, vollständig ausgemerzt würde? Es ist möglich, dass viele Menschen negativ würden und dass einige bei ihren Pflichten demotiviert würden und das Interesse an ihrem Glauben an Gott verlieren würden. Sie schienen ihre Seelen verloren zu haben, und es sähe so aus, als ob ihnen ihre Herzen weggenommen worden wären. Deshalb sage Ich, dass die Absicht, Segnungen zu erlangen, etwas ist, das tief in den Herzen der Menschen verborgen ist. Vielleicht haben sie, während sie ihre Pflicht tun oder das Kirchenleben führen, das Gefühl, dass sie einige Wahrheiten verstanden haben und fähig sind, ihren Familien zu entsagen und sich freudig für Gott aufzuwenden, und dass sie nun Erkenntnis über ihre Absicht haben, Segnungen zu erlangen, und dieser Absicht den Rücken gekehrt haben und nicht mehr von ihr beherrscht oder eingeschränkt werden. Dann denken sie, dass sie nicht mehr die Absicht haben, Segnungen zu erlangen, aber Gott sieht das anders. Die Menschen betrachten Angelegenheiten nur oberflächlich. Ohne Prüfungen sind sie mit sich zufrieden. Solange sie die Kirche nicht verlassen oder den Namen Gottes leugnen und sie darauf beharren, sich für Gott aufzuwenden, glauben sie, sie hätten sich geändert. Sie haben das Gefühl, bei der Ausführung ihrer Pflicht nicht länger von ihrem Enthusiasmus oder momentanen Impulsen angetrieben zu werden. Stattdessen glauben sie, dass sie nach der Wahrheit streben und dass sie die Wahrheit fortlaufend suchen und praktizieren können, während sie ihre Pflicht tun, sodass ihre verdorbenen Dispositionen gereinigt sind und sie etwas echte Veränderung erreichen. Wenn allerdings Dinge passieren, die direkt mit ihrem Bestimmungsort und Ergebnis zusammenhängen, wie äußert sich das? Die wahre Situation wird in ihrer Gesamtheit offenbart(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sechs Kriterien für Wachstum im Leben). Gott hat aufgedeckt, dass der Glaube der Menschen an Ihn von Hintergedanken geprägt ist, dass es ihnen nur um ihr Schicksal, ihre Aussichten und um persönliche Segnungen geht. Wenn sie eines Tages keine Segnungen mehr erlangen oder keine guten Aussichten für ihr Schicksal sehen, halten sie den Glauben an Gott für sinnlos und leben infolgedessen in ständiger Niedergeschlagenheit. Ich dachte an Paulus: Zuerst widersetzte er sich dem Herrn Jesus, indem er Seine Jünger verhaftete und verfolgte. Dann, auf dem Weg nach Damaskus, streckte Gott Paulus mit einem gewaltigen Licht nieder und berief ihn zum Apostel. Paulus predigte das Evangelium viele Jahre lang, anfangs nur, um für seine Sünden zu sühnen und Wiedergutmachung zu leisten. Aber er strebte überhaupt nicht nach der Wahrheit, um seine verdorbene Disposition zu ändern. Infolgedessen war seine satanische Natur, sich Gott zu widersetzen, nach vielen Jahren der Arbeit völlig unverändert geblieben. Er glaubte sogar, seine jahrelange Mühe und Arbeit hätten seine Sünden bereits gesühnt und seine Verdienste würden seine Fehler überwiegen. Daher forderte er ganz offen eine Krone von Gott und wurde letztendlich von Ihm ausgemustert. Als ich über mich selbst nachdachte, erkannte ich, dass ich denselben Weg wie Paulus gegangen war. Weil ich die Schwester verraten hatte und zum Judas geworden war, dachte ich, die Hoffnung auf Segnungen sei verschwindend gering. Besonders als ich sah, wie zwei Leiter der Kirche ausgeschlossen wurden, weil sie zu Judassen geworden waren, fürchtete ich, dass auch mich die Kirche eines Tages ausschließen würde. Ich wurde negativ und ließ nach, mir fehlte jegliche Entschlossenheit, nach der Wahrheit zu streben, und ich hatte das Gefühl, Gott würde mich nicht mehr retten. Egal, wie sehr ich mich anstrengte oder nach der Wahrheit strebte, es würde für mich kein gutes Ergebnis und keinen guten Bestimmungsort mehr geben. Ich erkannte, dass mein Glaube an Gott und die Ausführung meiner Pflichten nur dem Zweck dienten, Segnungen zu erlangen, und nicht, um die Wahrheit zu erlangen und mich Gott zu unterwerfen oder Ihn zufriedenzustellen, indem ich die Pflicht eines geschaffenen Wesens erfüllte. In den letzten Jahren hatte mich meine Verfehlung ständig geplagt und ich hatte mir Sorgen um meine Aussichten und meinen Bestimmungsort gemacht. Obwohl ich durchaus meine Verfehlung bereute und hasste, war meine tief verwurzelte Sichtweise, nach Segnungen zu streben, nicht behoben. Dadurch wurde mir klar, dass ich vor Gott nicht wirklich Buße getan hatte. Vielmehr versuchte ich, meine Verfehlung vor Gott zu sühnen, indem ich einen Preis zahlte und mich aufwendete, damit mein Gewissen mich nicht länger plagte. Ich sah, dass ich immer noch versuchte, mit Gott ein Geschäft zu machen, nachdem ich ein so großes Übel begangen hatte. Das war wirklich abscheulich, selbstsüchtig und gemein. Das führte dazu, dass ich noch größere Reue und noch größeren Selbsthass empfand.

In meiner Suche stieß ich auf zwei weitere Abschnitte aus Gottes Worten, die mir halfen, Seine gerechte Disposition etwas besser zu verstehen. Gottes Worte sagen: „Die meisten Menschen haben einige Verfehlungen begangen und einige Makel über sich gebracht. Zum Beispiel haben sich einige Leute Gott widersetzt und blasphemische Dinge gesagt; einige haben Gottes Auftrag abgelehnt und es abgelehnt, ihre Pflicht auszuführen, und wurden von Gott verschmäht; einige haben Gott verraten, als sie mit Versuchungen konfrontiert waren; einige haben während ihrer Inhaftierung die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben und damit Gott verraten; einige stahlen Opfergaben; einige vergeudeten Opfergaben; einige störten häufig das Kirchenleben und fügten Gottes auserwähltem Volk Schaden zu; einige bildeten Cliquen und quälten andere Leute und stürzten so die Kirche ins Chaos; einige verbreiteten Auffassungen und Tod und schadeten damit den Brüdern und Schwestern; und einige unterhielten unangemessene Beziehungen zum anderen Geschlecht und lebten promiskuitiv und hatten einen schrecklichen Einfluss. Es genügt zu sagen, dass jeder Verfehlungen begeht und Makel hat. Doch einige Menschen sind in der Lage, die Wahrheit zu akzeptieren und Buße zu tun, während andere die Wahrheit nicht annehmen können und eher sterben würden, als Buße zu tun. Sie sollten also entsprechend ihrer Wesensnatur und ihren beständigen Äußerungsformen behandelt werden. Diejenigen, die Buße tun können, sind diejenigen, die wirklich an Gott glauben; was aber die wahrhaft Unbußfertigen betrifft, so sollten sie wie jeweils angemessen entfernt oder ausgeschlossen werden. Manche Menschen sind böse, manche sind unwissend und töricht, und manche sind Bestien. Jeder Mensch ist anders. Manche bösen Menschen sind von bösen Geistern besessen, während andere die Diener des Teufels Satan sind. Manche von ihnen haben eine besonders skrupellose Natur, während manche eine besonders betrügerische Natur haben. Manche sind von Natur aus besonders geldgierig, und andere genießen es von Natur aus, sexuell promiskuitiv zu sein. Die Äußerungsformen jeder Art von Mensch sind unterschiedlich, also sollten alle Menschen umfassend in Übereinstimmung mit ihrer Natur und ihren konsistenten Äußerungsformen beurteilt werden. … Gottes Umgang mit einem Menschen ist nicht so einfach, wie die Menschen es sich vorstellen. Gottes Haltung gegenüber einem Menschen – ob Er ihn mag, ihm abgeneigt ist oder ihn verabscheut – basiert in erster Linie auf der Haltung dieses Menschen gegenüber der Wahrheit. Unabhängig davon, was jemand in welchem Kontext sagt, prüft Gott dies genau und versteht es, denn Gott prüft das Herz und das Wesen des Menschen genau. Die Menschen glauben immer: ‚Gott hat nur Göttlichkeit. Er ist gerecht und duldet keine Kränkung durch den Menschen. Er berücksichtigt die Schwierigkeiten des Menschen nicht und versetzt sich nicht in dessen Lage. Wenn sich ein Mensch Gott widersetzt, wird Gott ihn bestrafen.‘ So verhält es sich überhaupt nicht. Wenn die Menschen Gottes Werk, Seine Grundsätze für die Behandlung von Menschen und Seine Gerechtigkeit so verstehen, ist das ein schwerer Fehler. Gottes Bestimmung des Ergebnisses eines jeden Menschen basiert nicht auf den Auffassungen und Vorstellungen der Menschen, sondern auf Gottes gerechter Disposition. Er wird jedem Menschen entsprechend dem, was er getan hat, vergelten. Gott ist gerecht, und früher oder später wird Er alle Menschen voll und ganz überzeugen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Jede Person, die akzeptiert hat, von Gottes Worten erobert zu werden, wird mehrere Gelegenheiten haben, gerettet zu werden; bei der Rettung jeder Person wird Gott ihr so viel Spielraum wie nur möglich geben. Mit anderen Worten, Gott wird ihr die allergrößte Nachsicht entgegenbringen. Solange die Menschen vom falschen Weg zurückkehren und solange sie Buße tun können, wird Gott ihnen Gelegenheiten geben, Seine Errettung zu erlangen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ihr solltet die Vorteile von Status beiseitelegen und Gottes Absichten verstehen, dem Menschen Errettung zu bringen). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Gottes Disposition wahrhaft gerecht ist. In Seiner Gerechtigkeit gibt es nicht nur Gericht und Zorn, sondern auch Barmherzigkeit und Nachsicht. Wie Gott die Menschen behandelt, basiert ganz besonders auf Grundsätzen. Er fällt kein Urteil über sie aufgrund ihrer vorübergehenden Verfehlungen, sondern beurteilt umfassend die Natur und den Hintergrund ihrer Handlungen sowie ihre Größe und die daraus resultierenden Konsequenzen. Wenn jemand aus einem Moment der Schwäche jemanden verrät, ohne der Kirche nennenswerten Schaden zuzufügen, und ohne Gott von ganzem Herzen zu verleugnen oder zu verraten, und später wirklich Buße tut, zeigt Gott immer noch Barmherzigkeit und gibt ihm eine Chance zur Umkehr. Manche Menschen schlagen sich nach ihrer Verhaftung voll und ganz auf die Seite des großen roten Drachen; sie verraten die Brüder und Schwestern sowie die Interessen der Kirche und machen sich sogar zu Komplizen des großen roten Drachen. Sie alle werden als böse Menschen entlarvt, für die es keine Rettung mehr gibt. Solchen Menschen gegenüber zeigt Gott keine Barmherzigkeit. Ich erinnerte mich an meine eigene Gefangennahme und Folter. Durch den andauernden Schlafmangel war ich an meine körperlichen Grenzen getrieben worden und hatte dann die ältere Schwester verraten, ohne jedoch der Kirche großen Schaden zuzufügen. Danach empfand ich tiefe Reue und Selbsthass. Meine Handlungen stellten eine schwere Verfehlung dar, und Gottes Haus gab mir trotzdem eine Chance zur Umkehr. Was diese beiden Kirchenleiter betrifft: Nach ihrer Gefangennahme entschieden sie sich, zu Judassen zu werden, und zwar ohne jegliche Folter, nur aus Angst vor körperlichem Leid. Sie unterzeichneten nicht nur „Die Drei Erklärungen“, sondern verrieten auch Leiter und Mitarbeiter aus über einem Dutzend Kirchen, wodurch die Arbeit vieler Kirchen zum Erliegen kam und erheblicher Schaden entstand. Ihre Taten waren nicht auf einen Moment der Schwäche zurückzuführen. Ihr Wesen war das eines Judas, und sie waren unverbesserliche, böse Menschen. Die Entscheidung der Kirche, sie auszuschließen, stimmte völlig mit den Grundsätzen überein – es war Gottes Gerechtigkeit. Mir wurde klar, dass ich schon viele Jahre an Gott glaubte, Ihn aber nicht kannte. Ich lebte in einem Zustand des Missverständnisses und der Vorsicht Gott gegenüber und glaubte, Gott würde Menschen sofort verurteilen, sobald sie Verfehlungen begingen, ohne ihnen eine Chance auf Errettung zu geben. Ich erkannte, wie betrügerisch und niederträchtig ich geworden war.

Später fand durch Gottes Worte den Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn die Menschen ihre Missverständnisse über Gott ausräumen wollen, dann müssen sie einerseits ihre eigenen verdorbenen Dispositionen kennenlernen und die Fehler, die sie gemacht haben, die Umwege, die sie gegangen sind, sowie ihre Verfehlungen und Nachlässigkeiten im Detail analysieren und erkennen. Nur auf diese Weise werden sie in der Lage sein, ihre eigene Natur klar zu sehen und Kenntnis darüber zu erlangen. Darüber hinaus müssen sie klar erkennen, warum sie den falschen Weg einschlagen und so viele Dinge tun, die gegen die Wahrheitsgrundsätze verstoßen, und was die Natur dieser Handlungen ist. Außerdem müssen sie verstehen, was genau Gottes Absichten und Anforderungen an sie sind, warum sie immer unfähig sind, nach Gottes Anforderungen zu handeln, und warum sie immer gegen Seine Absichten verstoßen und tun, was sie wollen. Bring diese Dinge vor Gott und bete, und verstehe sie klar. So kannst du deinen Zustand umkehren, deine Denkweise ändern und dein Missverständnis über Gott beseitigen. Manche Menschen hegen immer unangemessene Absichten, ganz gleich, was sie tun, sie haben immer böse Vorstellungen und können nicht prüfen, ob ihr innerer Zustand richtig oder falsch ist, oder es gemäß Gottes Worten erkennen. Diese Menschen sind verworren. Eines der deutlichsten Merkmale eines verworrenen Menschen ist, dass er, nachdem er etwas Schlechtes getan hat, negativ bleibt, wenn er zurechtgestutzt wird, sich sogar der Verzweiflung hingibt und festlegt, dass er am Ende ist und nicht gerettet werden kann. Ist das nicht das erbärmlichste Verhalten eines verworrenen Menschen? Er kann nicht in Übereinstimmung mit Gottes Wort über sich selbst nachdenken und auch nicht nach der Wahrheit suchen, um das Problem zu lösen, wenn er mit Schwierigkeiten konfrontiert wird. Ist das nicht sehr verworren? Kann man Probleme lösen, wenn man sich der Verzweiflung hingibt? Kann das ständige Kämpfen in Negativität Probleme lösen? Die Menschen sollten verstehen, dass sie, wenn sie einen Fehler machen oder ein Problem haben, die Wahrheit suchen sollten, um es zu lösen. Sie müssen zunächst darüber nachdenken und verstehen, warum sie Böses getan haben, was ihre Absicht und ihr Ausgangspunkt war, warum sie es tun wollten und welches Ziel sie verfolgten, und ob jemand sie dazu ermutigt, angestiftet oder verleitet hat oder ob sie es bewusst getan haben. Diese Fragen müssen genau reflektiert und verstanden werden. Dann werden sie in der Lage sein, zu erkennen, welche Fehler sie gemacht haben und was sie selbst sind. Wenn du nicht in der Lage bist, das Wesen deiner Übeltaten zu erkennen oder eine Lehre daraus zu ziehen, dann kann das Problem nicht gelöst werden. Viele Menschen tun schlimme Dinge und denken weder über sich selbst nach noch erlangen sie Selbsterkenntnis. Können solche Menschen also jemals wirklich Buße tun? Gibt es irgendeine Hoffnung für ihre Errettung? Die Menschheit ist die Nachkommenschaft Satans, und unabhängig davon, ob sie Gottes Disposition verletzt hat oder nicht, ist ihre Wesensnatur dieselbe. Die Menschen sollten öfter über sich selbst nachdenken und sich selbst besser kennenlernen. Sie sollten klar erkennen, inwieweit sie sich gegen Gott aufgelehnt und sich Ihm widersetzt haben, und ob sie die Wahrheit noch akzeptieren und praktizieren können. Wenn sie dies deutlich sehen, werden sie wissen, wie groß die Gefahr ist, in der sie sich befinden. In der Tat sind alle verdorbenen Menschen aufgrund ihrer Wesensnatur in Gefahr; es kostet sie viel Mühe, die Wahrheit zu akzeptieren, und es ist nicht leicht für sie. Einige Menschen haben Böses getan und ihre Wesensnatur offenbart, während andere noch nichts Böses getan haben, aber nicht unbedingt viel besser sind als andere – sie hatten einfach noch nicht die Situation oder die Gelegenheit dazu. Da du diese Verfehlungen hast, musst du dir in deinem Herzen darüber im Klaren sein, welche Haltung du jetzt einnehmen, wofür du vor Gott Rechenschaft ablegen solltest, und was Er sehen will. Du musst diese Dinge durch Gebet und Suche klären; dann wirst du wissen, wie du in Zukunft streben solltest, und wirst nicht mehr von den Fehlern, die du in der Vergangenheit gemacht hast, beeinflusst oder eingeschränkt werden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man nach der Wahrheit strebt, kann man seine Auffassungen und Missverständnisse über Gott auflösen). Als ich über Gottes Worte nachdachte, war mein Herz tief berührt. Gott schaut nicht nur auf die vergangenen Verfehlungen der Menschen. Solange ein Mensch vor Gott tritt, die Wahrheit annimmt, seine Pflichten mit Treue und Verantwortungsbewusstsein ausführt und durch echte Taten Reue zeigt – wenn Gott die Veränderung dieses Menschen sieht, wird Er ihm eine Chance auf Errettung geben. Nehmen wir zum Beispiel Petrus. Als der Herr Jesus gefangen genommen wurde, verleugnete Petrus Ihn dreimal. Er bereute es zutiefst und konzentrierte sich danach darauf, nach der Wahrheit zu streben und danach zu trachten, Gott zu lieben und sich Ihm zu unterwerfen. Am Ende wurde Petrus für Gott kopfüber ans Kreuz genagelt und legte ein wunderbares Zeugnis ab. Dann ist da noch David. Er nahm sich die Frau des Uria und wurde von Gott schwer gemaßregelt. David empfand tiefe Reue und wiederholte das Vergehen nie wieder, selbst in seinen späten Jahren nicht, als ein junges Mädchen sein Bett wärmte. Er verbrachte sein Leben damit, den Bau des Tempels vorzubereiten, und leitete das Volk Israel darin an, Gott anzubeten. Dadurch zeigte er Gott seine Reue durch echte Taten. Über die Erfahrungen von Petrus und David nachzudenken, zeigte mir den Weg nach vorn. Ich musste mich meiner Verfehlung richtig stellen, gründlich über mich nachdenken, die Wahrheit suchen, um meine Verfehlung aufzuarbeiten, und vor Gott aufrichtig Buße tun. Später erkannte ich, dass ich mein Zeugnis aus zwei Gründen verloren hatte, als ich die Schwester verriet. Erstens überwältigten mich meine Gefühle der Zuneigung. Als die Polizei mich folterte und mein Leben bedrohte, konnte ich meine Mutter, meine Kinder und meine Frau nicht loslassen. Ich fürchtete, dass sie den Schicksalsschlag nicht verkraften könnten, wenn ich sterben würde. Also verriet ich Gott und lieferte die Schwester aus, womit ich zum schändlichen Judas wurde. Tatsächlich lag das Schicksal meiner Familie in Gottes Händen. Welches Leid oder welchen Schmerz sie im Leben auch ertragen mussten, es war von Gott vorherbestimmt. Selbst wenn ich an ihrer Seite geblieben wäre, hätten sie sich dem Leid stellen müssen, das für sie bestimmt war – daran hätte ich absolut nichts ändern können. Doch das alles konnte ich nicht durchschauen; ich ließ mich immer noch von meinen Gefühlen einschränken – das war wirklich töricht von mir. Der andere Grund war, dass ich die Frage des Todes nicht durchschauen konnte – ich hatte keinen echten Glauben an Gott. Als ich zwanzig Tage lang von der Polizei gefoltert worden war, stieß meine körperliche Belastbarkeit an ihre Grenze. In diesem Moment hatte ich besonders große Angst vor dem Tod und schloss einen Kompromiss mit Satan. Ich dachte an die Jünger des Herrn Jesus. Um das Evangelium des Herrn zu predigen, wurden sie gesteinigt, von Pferden zu Tode geschleift oder ans Kreuz genagelt. Sie ertrugen Verfolgung um der Gerechtigkeit willen. Ihr Tod war ein Zeugnis dafür, dass sie Satan besiegt und gedemütigt hatten, und Gott gedachte ihrer. Der Herr Jesus sagte: „Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 16,25). Ich jedoch hing gierig am Leben und hatte Angst vor dem Tod, verriet die Schwester und klammerte mich an ein unwürdiges Dasein. Obwohl ich körperlich noch am Leben war, ertrug ich jeden Tag seelische Qualen und lebte das Leben eines wandelnden Leichnams. Nun erkannte ich: Selbst wenn ich wegen meines Glaubens von der Polizei verstümmelt oder getötet würde, wäre das etwas, das Gott gutheißen würde. Als mir das klar wurde, nahm ich mir fest vor: Sollte ich jemals wieder vom großen roten Drachen gefangen genommen werden, würde ich in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben und meine vergangene Verfehlung wiedergutmachen, selbst wenn es mich das Leben kostete.

Kurz darauf stand die Kirche vor einer weiteren groß angelegten Verhaftungswelle, und die Kirche beauftragte mich mit den Arbeiten zu ihrer Aufarbeitung. Bei Besprechungen über verschiedene Aufgaben brachte ich mich aktiv ein, konzentrierte mich darauf, nach den Grundsätzen zu handeln und meine Verantwortung nach besten Kräften zu erfüllen. Immer wenn sich bei der Ausführung meiner Pflichten meine verdorbene Disposition zeigte, suchte ich aktiv nach der Wahrheit, um sie zu beheben. Außerdem übte ich mich darin, Artikel über meine Erfahrungszeugnisse zu schreiben. Ich fasste den festen Entschluss: Selbst wenn es für mich in Zukunft kein gutes Ergebnis oder keinen guten Bestimmungsort geben sollte, würde ich mich dennoch bemühen, meine Pflichten zu erfüllen und ernsthaft nach der Wahrheit zu streben, um Gottes Herz ein wenig Trost zu spenden.

All die Jahre hatte ich in einem Zustand der Niedergeschlagenheit gelebt. Obwohl ich Reue empfand und mich selbst hasste, suchte ich nie nach der Wahrheit, um meine Probleme anzugehen. Dies führte dazu, dass mein Leben in den letzten Jahren keine Fortschritte machte und ich viele Gelegenheiten verpasste, die Wahrheit zu erlangen. Durch die Führung von Gottes Worten konnte ich meine Missverständnisse und Barrieren Gott gegenüber abbauen und mich von den Fesseln und Einschränkungen meiner Verfehlung befreien, was es mir ermöglichte, meine Pflichten auszuführen und normal nach der Wahrheit zu streben. Ich bin Gott aus tiefstem Herzen wahrlich dankbar.

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Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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