53. Ausbruch aus dem Käfig meiner Familie
Ich nahm das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage 2005 an. Damals lernte ich durch Versammlungen und das Lesen von Gottes Wort viele Wahrheiten und Geheimnisse kennen, von denen ich noch nie gehört hatte: Ich erfuhr, wie Gott die Menschen führt und rettet, und über die Bestimmung, den Wert und die Bedeutung menschlichen Lebens sowie über sein Ergebnis und Ziel. Durch die Worte des Allmächtigen Gottes konnte ich viele Probleme und Schwierigkeiten in meinem Leben lösen. Es war toll, an Gott zu glauben. Als mein Mann davon erfuhr, war er entschlossen, gegen meinen Glauben anzukämpfen. Mein Onkel wurde einmal vom Regime verhaftet, weil er an den Herrn glaubte. Mein Mann wusste, dass die Kommunisten den Glauben an Gott verbieten. Er hatte Angst, dass ich auch verhaftet werde und es die gesamte Familie trifft, daher war er gegen meinen Glauben. Ich war damals Vertretungslehrerin, und er hatte Angst, die Schule könnte es herausfinden und mich feuern, deshalb drangsalierte und behinderte er mich noch mehr. Er erlaubte mir damals weder weder Gottes Worte zu lesen noch mir Hymnen anzuhören, geschweige denn, Versammlungen zu besuchen oder meine Pflicht zu tun.
Einmal ertappte er mich dabei, wie ich Gottes Wort las, und wurde wirklich wütend. Er sagte, „Unsere Regierung verbietet den Glauben, aber du glaubst trotzdem! Wenn dich der Schulausschuss erwischt, verlierst du nicht nur deine Arbeit, sondern kommst auch ins Gefängnis. Ich hab kein Geld für die Kaution, also hör auf mit dem Glauben, bevor es zu spät ist!“ Als ich fortfuhr zu glauben, drohte er mir, „Solange ich lebe, denk nicht einal daran, deinen Glauben zu praktizieren!“ Das schwächte meine Entschlossenheit. Ich dachte, „Mein Mann wird mich auf keinen Fall meinen Glauben praktizieren lassen. Wenn ich darauf bestehe, weiter zu glauben, was wird er mir da antun?“ Dann fielen mir Gottes Worte ein: „Du musst Meinen Mut in deinem Inneren besitzen und du musst Grundsätze haben, wenn es darum geht, nichtgläubigen Verwandten gegenüberzustehen. Um Meinetwillen darfst du aber auch keiner dunklen Macht nachgeben. Du musst dich auf Meine Weisheit verlassen, um dem vollkommenen Weg zu folgen, und darfst es nicht zulassen, dass auch nur eine von Satans Verschwörungen erfolgreich ist. Tu dein Möglichstes, um dein Herz vor Mich zu bringen, und Ich werde dich trösten und Frieden und Freude in dein Herz bringen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 10). Gottes Worte motivierten mich sehr. Ich dachte daran, wie mein Mann von der KPCh dazu verleitet worden war, mich zu bedrohen und mich dazu zu zwingen, meinen Glauben aufzugeben. Oberflächlich betrachtet sah es so aus, als wäre mein Mann derjenige, der mich drangsalierte und davon abhielt, Gott zu folgen, aber in Wahrheit steckte dahinter Satans List, der versuchte, die Drangsalierung durch meinen Mann zu benutzen, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten und Gottes Rettung einzubüßen. Ich fiel nicht auf Satans Machenschaften herein. Ich glaubte daran, dass Gott, solange ich mich auf Ihn verließ und nach Seinen Worten handelte, mich darin führen würde, die Drangsalierung meines Mannes zu überwinden. Danach versteckte ich meine Bücher mit Gottes Worten, und nur, wenn er nicht zu Hause war, las ich in ihnen, nahm an Versammlungen teil und predigte das Evangelium. Erst im Juli 2008 fand er schließlich heraus, dass ich immer noch meinen Glauben praktizierte und meine Pflicht tat, und er rastete aus. Auf der Suche nach meinen Büchern mit Gottes Worten und dem MP5-Player, mit dem ich mir Hymnen angehört hatte, stellte er das ganze Haus auf den Kopf. Er zertrat den Player. Um mich davon abzuhalten, meinen Glauben zu praktizieren, nahm er sich sogar Urlaub von seinem lukrativen Job, um zu Hause den ganzen Tag überwachen zu können, was ich tat. Ich konnte keine Versammlungen besuchen und fühlte mich wirklich gequält, also schlich ich mich bei der erstbesten Gelegenheit hinaus, um meine Brüder und Schwestern zu sehen. Aber zu meiner Überraschung rief er die Polizei, um uns anzuzeigen. Zum Glück fanden sie keine Bücher mit Gottes Worten oder andere Beweise, also verhafteten sie uns nicht. Als er später herausfand, dass das Haus meiner Schwester nebenan ein Versammlungsort war, machte er Fotos von den Brüdern und Schwestern und drohte, sie anzuzeigen. Infolgedessen trauten sich die Brüder und Schwestern nicht mehr, sich dort zu versammeln. Wann immer er mich dabei erwischte, wie ich Kontakt zu meinen Brüdern und Schwestern aufnahm, schlug oder beschimpfte er mich. Er schlug mich unzählige Male, und ich hatte ein Klingeln in einem Ohr, das monatelang nicht verschwand. In dieser Zeit summte ich oft dieses eine Kirchenlied „Ich wünsche den Tag der Herrlichkeit Gottes zu sehen“: „Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen“ („Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Ich dachte daran, dass es Gottes unermesslicher Liebe zu verdanken war, dass ich als geschaffenes Wesen das Glück hatte, Gott zu folgen und von Ihm gerettet zu werden. Ich würde lieber sterben, als Satan nachzugeben und Gott zu verraten. Je mehr mein Mann mich drangsalierte, desto mehr sollte ich Gott folgen, in meinem Zeugnis standhaft bleiben und Satan beschämen. Später machte sich die Kirche Sorgen, mein Mann würde mich weiter schlagen, wenn ich Versammlungen besuchte oder meine Pflicht tat, und dass er andere Brüder und Schwestern anzeigen würde. Also ließen sie mich vorübergehend keine Versammlungen mehr besuchen und Gottes Worte nur noch zu Hause lesen.
In den folgenden drei Jahren konnte ich nur die Zeiten nutzen, in denen mein Mann außer Haus war, um heimlich Gottes Worte zu lesen, mich gelegentlich mit meiner Schwester nebenan zu treffen, um Gemeinschaft zu halten und Freunden und Familie das Evangelium zu predigen. Ich war so eingesperrt wie ein Vogel im Käfig. Ich dachte an meine Zeit mit den Brüdern und Schwestern zurück, wie wir über die Wahrheit Gemeinschaft hielten und Lieder zum Lobpreis Gottes sangen; was für glückliche, wunderbare Zeiten das doch waren! Ich dachte auch daran, dass Gottes Werk der Errettung der Menschheit in den letzten Tagen ein einmaliges Ereignis war und die Gelegenheit im Nu vorüber sein würde. Ich durfte sie also nicht verpassen. Ich sehnte mich danach, ein normales Gemeindeleben zu führen, das Evangelium zu predigen und mit den anderen für Gott Zeugnis abzulegen, aber all das war nur noch Wunschdenken. Ich fühlte mich so bedrückt und gequält und versteckte mich oft ganz allein, um zu weinen. Ich wollte laut herausschreien: „An Gott zu glauben bedeutet, den richtigen Weg zu gehen. Ich habe die richtige Wahl getroffen. Warum habe ich dann so viele Probleme dabei?“ Dann dachte ich an eine Passage von Gottes Worten: „Das Land, das seit Tausenden von Jahren unrein ist, ist unerträglich dreckig, es wimmelt von Elend, Geister greifen überall um sich, täuschen und betrügen. Sie erheben grundlose Anschuldigungen, greifen skrupellos zu bösartigen Mitteln, trampeln diese Geisterstadt nieder und hinterlassen sie mit Leichen übersät. Der Gestank der Verwesung bedeckt das Land und durchdringt die Luft und es wird streng bewacht. Wer kann die Welt jenseits der Himmel sehen? Der Teufel schnürt den ganzen Leib des Menschen eng zusammen, verschleiert ihm beide Augen und versiegelt fest seine Lippen. Der König der Teufel hat seit mehreren tausend Jahren gewütet, bis zum heutigen Tag, an dem er noch immer streng über die Geisterstadt wacht, als wäre sie ein uneinnehmbarer Dämonenpalast. Währenddessen starrt dieses Rudel von Wachhunden mit stechendem Blick. Sie fürchten zutiefst, dass Gott sie überrumpeln wird, sie alle ausmerzt und sie ohne einen Ort des Friedens und der Glückseligkeit zurücklässt. Wie könnten die Menschen einer Geisterstadt wie dieser Gott jemals gesehen haben? Hätten sie je die Liebenswürdigkeit und Lieblichkeit Gottes genießen können? Könnten sie je die Angelegenheiten der menschlichen Welt verstehen? Wer von ihnen kann die eifrigen Absichten Gottes verstehen? Es ist somit nicht verwunderlich, dass der menschgewordene Gott vollkommen verborgen bleibt: Wie könnte in einer dunklen Gesellschaft wie dieser, in der die Dämonen gnadenlos und unmenschlich sind, der König der Teufel, der Menschen ohne mit der Wimper zu zucken tötet, die Existenz eines Gottes tolerieren, der liebenswert, gütig und auch heilig ist? Wie könnte er die Ankunft Gottes begeistert mit Jubel und Beifall begrüßen? Diese Lakaien! Sie vergelten Güte mit Hass, sie fingen vor langer Zeit an, Gott wie einen Feind zu behandeln, sie misshandeln Gott, sie sind hochgradige Barbaren, sie haben nicht den geringsten Respekt vor Gott, sie plündern und überfallen, sie haben jegliches Gewissen verloren, sie widersetzen sich jeglichem Gewissen und sie betören die unschuldige Menschheit bis in die Benommenheit. Welche Nachfolger der alten Weisen? Welche geliebten Anführer? Das sind alles elende Wichte, die sich Gott widersetzen! Ihre Einmischung hat alles unter dem Himmel in einen Zustand der Dunkelheit und des Chaos versetzt! Welche Religionsfreiheit? Welche legitimen Rechte und Interessen der Bürger? Das sind alles Tricks, um das Böse zu vertuschen!“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (8)). Durch die Enthüllung von Gottes Worten durchschaute ich das Wesen und die Wahrheit des Widerstands der Dämonen der KPCh gegen Gott. Ich dachte daran, wie die KPCh mutwillig Atheismus verkündet und sagt: „Die Himmel, die Erde und alle Dinge sind auf natürliche Weise entstanden“, „Die Menschen stammen von Affen ab“, „Es hat noch nie einen Erretter gegeben“ und so weiter. Sie nutzen diese absurden Theorien, um die Menschen in die Irre zu führen, mit dem Ziel, sie dazu zu bringen, Gott zu leugnen und zu verraten, sich ihnen in ihrem Widerstand gegen Gott anzuschließen und letztendlich von Gott vernichtet zu werden und als ihre Grabbeigaben zu enden. Jetzt, in den letzten Tagen, da Gott im Fleisch menschgeworden ist, um die Menschheit zu retten, macht die KPCh fanatisch Jagd auf Christus und verhaftet und verfolgt mutwillig Christen, mit dem Ziel, Gottes Werk der letzten Tage zu unterdrücken und in China eine atheistische Herrschaft zu errichten. Die KPCh ist eine dämonische Legion, die Gott als ihren Feind betrachtet. Sie ist eine mörderische, sich Gott widersetzende Verkörperung Satans. Dass mein Mann mich drangsalierte und mich daran hinderte, meinen Glauben zu praktizieren, lag daran, dass er von der atheistischen Philosophie der KPCh in die Irre geführt worden war. Er glaubte nicht an Gott und hatte Angst, mit hineingezogen zu werden, falls ich von der KPCh verhaftet würde, also war er strikt gegen meinen Glauben an Gott. All das Leid, das ich durchmachte, war das Werk der KPCh. Ich hasste diese alten Dämonen von ganzem Herzen. Seit ich anfing, an Gott zu glauben, machte mein Mann mit der KPCh gemeinsame Sache, um mich zu drangsalieren. Er verbot mir, Gottes Worte zu lesen, Versammlungen zu besuchen und meine Pflichten zu tun, schlug mich unzählige Male und zeigte mich und meine Brüder und Schwestern sogar bei der Polizei an. Ich erkannte, dass die Wesensnatur meines Mannes wahrheits- und gotthassend war, und dass ich immer von ihm drangsaliert werden würde, wenn ich versuchen sollte, meinen Glauben zu Hause zu praktizieren. Ich dachte oft daran, mich von ihm scheiden zu lassen und von zu Hause wegzugehen, um meinen Glauben richtig zu praktizieren und meine Pflicht richtig zu tun. Aber wann immer ich daran dachte, von zu Hause wegzugehen, machte ich mir Sorgen um meinen Sohn. Er war noch ein Teenager – es wäre so schwer für ihn, seine Mutter zu verlieren! Zuhause konnte ich ihm Bibelgeschichten vorlesen, mit ihm über Gottes Worte Gemeinschaft halten und ihn vor Gott bringen. Wenn ich ginge, wer würde ihn in seinem Glauben führen? Wann immer ich daran dachte, fühlte ich mich besonders schwach, mir fehlte der Mut, mich von meinem Mann scheiden zu lassen, und ich ertrug einfach still mein Leben in Gefangenschaft. Wenn ich von Leid geplagt war, trat ich im Gebet vor Gott und las heimlich Gottes Worte. Nur dann fühlte ich mich ein wenig getröstet.
Im Oktober 2011 schlich ich mich ein paar Mal hinaus, um Versammlungen zu besuchen. Mein Mann bedrohte die Brüder und Schwestern und sagte, wenn sie mich bei sich aufnähmen, würde er ihnen das Leben schwer machen. Er bedrohte auch mich und sagte: „Solange du hier wohnst, werde ich nicht zulassen, dass du an Gott glaubst! Wenn du glauben willst, dann musst du dieses Haus verlassen!“ Es war bitter enttäuschend, ihn das sagen zu hören. Kaum zu glauben, dass er mich nur wegen meines Glaubens an Gott hinauswerfen würde, ohne den geringsten Gedanken an all unsere gemeinsamen Jahre. Damals dachte ich an eine Passage von Gottes Worten: „Warum liebt ein Ehemann seine Frau? Warum liebt eine Ehefrau ihren Ehemann? Warum ehren Kinder ihre Eltern? Warum sind Eltern in ihre Kinder vernarrt? Welche Absicht hegen alle Menschen? Ist es nicht ihre Absicht, ihre eigenen Pläne und egoistischen Begierden zu erfüllen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gott und Mensch werden gemeinsam in die Ruhe eingehen). Gottes Worte waren so wirklichkeitsnah. Es gibt keine wahre Liebe zwischen Menschen. Die Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau basiert auf einer Grundlage von gegenseitigem Nutzen. Bevor ich an Gott glaubte, hatte mich mein Mann noch nie so behandelt. Doch sobald er befürchtete, mit hineingezogen zu werden, falls ich wegen meines Glaubens an Gott verhaftet würde, verschwendete er keinen Gedanken mehr an all unsere gemeinsamen Ehejahre, drangsalierte mich auf jede erdenkliche Weise, schlug mich und drohte sogar, mich aus dem Haus zu werfen. War er nicht nur deshalb so skrupellos, weil er seine eigenen Interessen schützen wollte? Als mir das klar wurde, dachte ich bei mir: „Da er versucht, mich wegzustoßen, kann ich auch einfach gehen und ohne Einschränkung an Gott glauben und meine Pflicht tun.“ Als mein Sohn dann einige Zeit später bei seiner Tante zur Nachhilfe war, brach ich zu einer etwa 50 Kilometer entfernten Kirche auf und konnte endlich am Gemeindeleben teilnehmen und meine Pflicht tun. Aber damals machte ich mir immer noch Sorgen um meinen Sohn. Wenn ich mal eine ruhige Minute hatte oder an Feiertagen, wenn ich Kinder nach Schulschluss zu ihren Eltern nach Hause kommen sah, dachte ich daran, wie traurig mein Kind sein musste, weil ich nicht zu Hause war, und ich wollte nach Hause fahren, um ihn zu sehen. Aber ich fürchtete, mein Mann würde mich schlagen, drangsalieren und beschimpfen, also traute ich mich nicht, zurückzugehen. Ich konnte nur heimlich Tränen vergießen.
Dann, eines Tages im September 2012, traf ich auf der Straße meinen Schwager und er zwang mich, nach Hause zu kommen. Nachdem ich wieder zu Hause war, rief mein Mann zu einem großen Familientreffen auf. Er rief seine jüngeren und älteren Brüder, meinen Stiefvater, meinen Schwager und andere zusammen, um zu versuchen, mich zu überreden. Mein Schwager bedrohte mich und sagte: „Wenn du nicht meine Schwägerin wärst, würde ich dich mit nur einem Anruf dem Büro für öffentliche Sicherheit ausliefern.“ Mein Stiefvater goss weiteres Öl ins Feuer und stachelte meinen Mann an, mich zu drangsalieren. Als ich sah, wie sich sich die Situation entwickelte, machte ich mir Sorgen, da so viele Menschen gegen meinen Glauben an Gott waren, dass mein Mann mich in Zukunft noch mehr drangsalieren würde, also bemerkte ich klugerweise nur, dass ich nach Hause gekommen war, um mein Leben zu leben. Erst dann gaben meine Verwandten Ruhe. An meinem dritten Tag zurück zu Hause sah ich, dass die Leiterin meiner Kirche meine Schwester nebenan besuchte, und so ging ich aufgeregt hinüber, um sie nach den Versammlungen der Kirche zu fragen. Zu meiner Überraschung folgte mir mein Mann und schrie mich aggressiv an, ich solle wieder ins Haus gehen. Ich wollte meine Schwestern nicht in Schwierigkeiten bringen, also ging ich schnell wieder zurück. Als die Kirchenleiterin aus dem Haus meiner Schwester kam, bedrohte mein Mann sie mit einer Schaufel und sagte: „Wenn du dich hier noch einmal blicken lässt, ist es nicht meine Schuld, wenn ich ungemütlich werde!“ Dann nahm er ein Küchenmesser und stürmte in das Haus meiner Schwester, mit der Absicht, auf sie einzustechen, und der Mann meiner Schwester und ich mussten uns beeilen, um ihn zurückzuhalten. Danach traf ich mich nicht mehr mit meinen Brüdern und Schwestern, aus Angst, sie in Gefahr zu bringen.
In dieser Zeit litt ich unter großen seelischen Qualen und verkroch mich oft allein und weinte. Einmal schlich ich mich aus dem Haus, um mit einer Schwester zu plaudern, nachdem mein Mann ausgegangen war, doch auf dem Rückweg entdeckte mich mein Mann auf der Straße, als er nach Hause fuhr. Er fauchte mich an und sagte: „Weißt du, dass ich dich mit diesem Auto überfahren könnte?“ Als ich das hörte, gefror mir das Herz. Er wollte mich mit seinem Auto überfahren, nur weil ich an Gott glaubte. Dies ließ mich noch deutlicher erkennen, dass mein Mann ein gotthassender Teufel war und nie aufhören würde, mich zu drangsalieren. Ich würde meinen Glauben in diesem Haus nicht praktizieren können, also war meine einzige Option, zu gehen. Aber als ich daran dachte, wegzugehen, wurde ich unglaublich traurig. Ich war gerade erst wieder mit meinem Sohn vereint, und wenn ich wieder ginge, wäre es so schwer für ihn! Wer würde ihn anleiten, an Gott zu glauben und den richtigen Weg zu gehen, wenn ich ginge? Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger konnte ich es ertragen, meinen Sohn zu verlassen. Mir blieb nichts anderes übrig, als im Gebet immer wieder vor Gott zu treten: „Lieber Gott! Mein Mann unterdrückt und behindert mich unaufhörlich. Ich möchte von hier weggehen, damit ich meinen Glauben praktizieren kann, aber ich kann meinen Sohn nicht loslassen. Lieber Gott! Ich kann mich einfach nicht entscheiden, was ich tun soll. Bitte erleuchte und führe mich.“ Danach stieß ich auf ein Kirchenlied aus Gottes Worten „Kann der Mensch für diese kurze Zeit nicht sein Fleisch beiseitelassen?“:
1 … Sind die Menschen unfähig, ihr Fleisch für diese kurze Zeit beiseite zu legen? Welche Dinge können die Liebe zwischen dem Menschen und Gott spalten? Wer ist imstande die Liebe zwischen dem Menschen und Gott auseinanderzureißen? Sind es die Eltern, Ehemänner, Schwestern, Ehefrauen oder die qualvolle Verfeinerung?
2 Können die Gefühle des Gewissens das Bild Gottes im Menschen wegwischen? Sind die Verschuldung der Menschen und ihr Handeln untereinander ihre eigenen Taten? Können sie vom Menschen behoben werden? Wer ist in der Lage, sich selbst zu schützen? Sind die Menschen in der Lage, für sich selbst zu sorgen? Wer sind die Starken im Leben? Wer ist in der Lage, Mich zu verlassen und alleine zu leben? Warum bittet Gott immer wieder darum, dass alle Menschen die Arbeit der Selbstreflexion verrichten? Warum sagt Gott: „Wessen Nöte sind durch seine eigene Hand veranlasst worden?“?
– Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Offenlegung der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 24 plus Kapitel 25
Gottes Worte hatten bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen, und ich fühlte mich ziemlich schuldig. Ich dachte daran, wie Gott im Fleisch menschgeworden ist, um die Menschheit zu retten, und wie Er die Wahrheit kundtut, mit großer Nachsicht unter den Menschen erscheint und wirkt, enorme Demütigung erträgt und der Menschheit, dem Ziel Seiner Errettung, all Seine Liebe anbietet. Das Leid, das Gott ertragen hat, um den Menschen zu retten, ist unermesslich, und Gottes Liebe ist so echt. Gott hofft, dass wir uns erheben und Seine Absichten berücksichtigen, alles beiseitelegen, um das Evangelium zu predigen und für Ihn Zeugnis abzulegen. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu uns. Aber ich war egoistisch und verachtenswert. Ich dachte nur daran, dass sich niemand um meinen Sohn kümmern würde, wenn ich von zu Hause wegginge, um meine Pflicht zu tun, ohne dabei jedoch Gottes Absichten zu berücksichtigen. Ich hasste mich selbst dafür, dass ich schwach, nutzlos und in meinem Gewissen abgestumpft war und nicht alles beiseitelegen konnte, um Gott zu folgen. Weil ich meinen Sohn nicht loslassen konnte, ließ ich mich lieber zu Hause einsperren, von meinem Mann schlagen, einkerkern und kontrollieren, ohne die Möglichkeit, Gottes Worte zu lesen, geschweige denn die Gelegenheit zu haben, meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Ich hatte nicht die geringste Entschlossenheit, nach der Wahrheit zu streben und Gott zu lieben. Abraham war bereit, seinen einzigen Sohn als Opfer für Gott aufzugeben. Warum also konnte ich mich nicht vorübergehend von meinem Sohn trennen, um meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun, nach der Wahrheit zu streben und Gottes Errettung zu erlangen? Ich durfte meine Pflicht nicht beseitelegen, nur weil ich meinen Sohn nicht loslassen konnte. Ich wusste, dass sich Gottes Rettungswerk dem Ende zuneigte und sich bald die großen Katastrophen ereignen würden. Zu Hause konnte ich Gottes Worte nicht lesen, keine Versammlungen besuchen und meine Pflicht nicht tun. Wenn das so weiterginge, würde ich die Wahrheit nicht erlangen oder gute Taten vorbereiten können, und ich würde unweigerlich in einer der kommenden Katastrophen zugrunde gehen. Wie sollte ich meinen Sohn dann auf den richtigen Weg führen? Lag das Schicksal meines Sohnes nicht auch in Gottes Händen? Ich hatte keine Kontrolle darüber, wie viel er laut seinem Schicksal leiden musste oder ob er den richtigen Weg einschlagen würde. Als mir das klar wurde, legte sich meine Angst ein wenig.
Danach las ich noch mehr von Gottes Worten, verstand etwas mehr von der Wahrheit und ließ meine Sorgen um meinen Sohn schließlich los. Ich las folgende Passage: „Abgesehen davon, einem Menschen das Leben zu schenken und ihn aufzuziehen, besteht die Verantwortung, die die Eltern im Leben eines Menschen tragen, lediglich darin, diesem Menschen von außen eine Umgebung für sein Heranwachsen zu stellen, und mehr nicht – denn nur die Vorherbestimmung des Schöpfers hat einen Einfluss auf das Schicksal eines jeden Menschen. Was für eine Zukunft jemand haben wird, kann von keinem Menschen kontrolliert werden; sie wurde lange im Voraus vorherbestimmt, und nicht einmal die Eltern eines Menschen können sein Schicksal ändern. Was das Schicksal betrifft, ist jeder unabhängig; jeder hat sein eigenes Schicksal. Niemandes Eltern können also Schicksal eines Menschen im Leben überhaupt durchkreuzen, noch können sie irgendetwas tun, um ihm weiterzuhelfen, wenn es um die Rolle geht, die er im Leben spielt. Man kann sagen, dass, ganz gleich in welche Familie jemand vorherbestimmt hineingeboren wird und in welcher Umgebung er aufwächst, diese Dinge nichts weiter als die Voraussetzungen dafür sind, seine Mission im Leben zu vollenden. Sie bestimmen in keiner Weise das Schicksal eines Menschen im Leben oder die Art von Schicksal, in dem er seine Mission vollendet. Somit können niemandes Eltern einem Menschen dabei helfen, seine Mission im Leben zu vollenden, noch kann irgendein Verwandter ihm dabei helfen, seine Rolle im Leben auszufüllen. Wie jemand seine Mission vollendet und in was für einer Lebensumgebung er seine Rolle übernimmt, hängt ganz und gar von seinem Schicksal im Leben ab. Mit anderen Worten: Keine objektiven Bedingungen können die vom Schöpfer vorherbestimmte Mission irgendeines Menschen beeinflussen. Jeder erreicht in der bestimmten Umgebung, in der er aufwächst, die Reife; dann schlägt er Schritt für Schritt seinen eigenen Lebensweg ein und erfüllt das Schicksal, das der Schöpfer für ihn arrangiert hat. Ganz natürlich und automatisch tritt er in das weite Meer der Menschheit ein und nimmt seinen Platz im Leben ein, und um der Vorherbestimmung des Schöpfers und Seiner Herrschaft willen beginnt er, seine Verantwortlichkeiten als geschaffenes Wesen zu erfüllen“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Durch das Lesen von Gottes Worten erkannte ich, dass das Schicksal eines Kindes nichts mit seinen Eltern zu tun hat, sondern durch Gottes Herrschaft bestimmt wird. Das Schicksal meines Sohnes lag in Gottes Händen. Ich konnte nicht kontrollieren, wie viel mein Sohn leiden würde oder ob er den richtigen Weg einschlagen würde – all das unterlag Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen. Das erinnerte mich an Josef: Er war schon in jungen Jahren von seinen Brüdern in die Sklaverei nach Ägypten verkauft worden und hatte keine Eltern an seiner Seite, die sich um ihn kümmerten und ihn führten. Doch Gott Jehova stand ihm bei, führte und beschützte ihn. Egal, wie die Frau des Hauptmanns der Leibwache auch versuchte, ihn zu verführen, er ließ sich nicht hinreißen. Zudem erlitt Josef in Ägypten viele Mühsale, doch diese stärkten tatsächlich seine Entschlossenheit und lehrten ihn, sich auf Gott zu verlassen. Ich dachte auch an jene Brüder und Schwestern, die ihr Zuhause nicht verlassen hatten, um ihre Pflichten zu tun – sie ermutigten ihre Kinder oft, den Glauben zu praktizieren und den richtigen Weg zu gehen, und einige ihrer Kinder praktizierten tatsächlich den Glauben und folgten Gott auf dem richtigen Weg, doch andere ließen sich von bösen weltlichen Trends mitreißen und wurden immer dekadenter. Ich sah, dass ein Kind nicht deshalb den richtigen Weg ging, weil seine Eltern an seiner Seite waren, sondern es darauf ankam, ob es in seiner Natur lag, die Wahrheit zu lieben, und ob Gott das für das Kind vorherbestimmt hatte. Wenn mein Sohn Menschlichkeit besaß und Gegestand von Gottes Errettung war, dann würde er auch ohne mich an seiner Seite gesund aufwachsen und schließlich an Gott glauben. Das alles lag in Gottes Händen – ich brauchte mir darüber keine Sorgen zu machen. In all meinen Jahren als Gläubige hatte ich so viel von der Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen, aber wegen meiner Bindung zu meinem Sohn war ich unfähig, meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Wie egoistisch von mir! Ich musste Gottes Liebe vergelten, indem ich das Evangelium predigte, für Ihn Zeugnis ablegte und mehr Menschen in Gottes Haus brachte.
Im Februar 2013 verließ ich entschlossen meine Familie und nahm einen Zug zu einer Kirche in einer weit entfernten Stadt. Als der Zug an der Schule meines Sohnes vorbeifuhr, blickte ich auf das Gebäude, in dem mein Sohn Unterricht hatte, und dachte bei mir: „Wer weiß, wann ich ihn wiedersehen werde.“ Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Das ließ mich die Herrschaft des Teufels Satan noch mehr hassen. Sie hatte mich von meiner Familie losgerissen und mich daran gehindert, frei meinen Glauben zu praktizieren und meine Pflicht zu tun. Doch all das entfachte meinen Antrieb noch mehr, nach der Wahrheit zu streben und nach dem Licht zu suchen. Ich dachte an Gottes Worte: „Du bist ein geschaffenes Wesen – selbstverständlich solltest du Gott anbeten und ein bedeutsames Leben anstreben. Wenn du Gott nicht anbetest, sondern in deinem unreinen Fleisch lebst, bist du dann nicht nur ein Tier in menschlicher Kleidung? Da du ein Mensch bist, solltest du dich für Gott aufwenden und alles Leid ertragen! Das wenige Leid, dem du heute unterworfen bist, solltest du mit Freude und beruhigt akzeptieren und ein bedeutsames Leben führen – wie Hiob und Petrus. In dieser Welt trägt der Mensch des Teufels Kleidung, isst die Speisen vom Teufel und arbeitet und dient unter dem Joch des Teufels und wird von ihm so niedergetrampelt, dass er schließlich völlig von Schmutz überzogen ist. Er hat die Bedeutung des Lebens nicht begriffen, noch den wahren Weg erlangt – welche Bedeutung liegt dann darin, so zu leben? Ihr seid Menschen, die nach dem richtigen Pfad streben und sich um Verbesserung bemühen. Ihr erhebt euch im Land des großen roten Drachen und seid jene, die Gott gerecht nennt. Ist dies nicht das bedeutungsvollste Leben?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Praxis (2)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass ich Ihm in diesem widrigen Umfeld folgen und meine Pflicht tun konnte – das war Gottes Vorherbestimmung und der Weg, auf den Gott mich führte. Als geschaffenes Wesen war ich bereit, mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen, ernsthaft die Wahrheit zu suchen und meine Pflicht zu erfüllen, um Gott zufriedenzustellen und die Teufel und Satan zu beschämen. Als mir das klar wurde, fühlte ich mich viel friedvoller und innerlich ruhiger. Ich dankte Gott dafür, dass Er mich darin geführt hatte, mich aus der Gefangenschaft meines Mannes zu befreien, was mir erlaubte, meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun und den richtigen Weg zu gehen.
Danach tat ich weiterhin meine Pflicht in einer weit entfernten Kirche. In diesen Jahren habe ich Gottes Worte und Sein Wirken erfahren, einige Wahrheiten verstanden und hatte das Gefühl, ziemlich viel dazugewonnen zu haben. Ich danke Gott für Seine Führung!