68. Der Schmerz, der entsteht, wenn ich mich mit anderen vergleiche
2023 bewässerte ich in der Kirche Neulinge. Durch das Training konnte ich einige Grundsätze in verschiedenen Bereichen erfassen. Die mit mir zusammenarbeitenden Schwestern waren noch nicht lange geübt, und wenn sie Schwierigkeiten hatten, sei es bei ihren Pflichten oder bei ihrem persönlichen Lebenseintritt, kamen sie zu mir, damit ich ihnen half, sie zu lösen. Ich hatte das Gefühl, im Team etwas zu gelten, und genoss es, dass man sich auf mich verließ und mich bewunderte. Eines Tages erhielt ich unerwartet eine Nachricht von der Verantwortlichen, in der sie mich bat, Evangeliumspredigten zu beurteilen. Ich konnte nicht anders, ich fühlte mich irgendwie beunruhigt: „Bei der Bewässerung von Neulingen habe ich schon einige Grundsätze erfasst und die Pflicht ging mir schon leicht von der Hand. Aber wenn ich eine neue Pflicht übernehme, muss ich wieder üben und mich neu einarbeiten. Und wenn ich diese Pflicht nicht gut ausführe und dann entlassen werde, was werden die Brüder und Schwestern dann von mir denken? Wäre das nicht eine riesige Blamage für mich?“ Nach langem Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass ich bei meiner jetzigen Pflicht sicherer wäre. Doch als ich daran dachte, dass die Kirche dies so angeordnet hatte, fand ich, dass eine Ablehnung mich äußerst unvernünftig erscheinen lassen würde, also fügte ich mich widerwillig.
Anfangs führte mich Schwester Yu Xin beim Erlernen der Grundsätze. Wenn ich etwas nicht verstand, haben wir gemeinsam nach Informationen recherchiert, und allmählich begann ich, einige Grundsätze für die Beurteilung von Predigten zu erfassen. Ich dachte bei mir: „Anscheinend bin ich dieser Pflicht gewachsen.“ Einige Tage später kam Schwester Qing Ming ins Team. Zuerst teilte Qing Ming ihre Meinung nicht oft mit, aber nach einer Woche bemerkte ich, dass sie sich schnell verbesserte. Während ich nach dem Durchlesen einer Predigt noch keine Probleme finden konnte, hatte sie die Mängel darin bereits erkannt. Bei mehreren Predigten hintereinander war sie die Erste, die die Probleme entdeckte. Unweigerlich spürte ich ein Gefühl der Bedrohung: „Qing Ming ist später dazugekommen als ich, aber sie macht schnellere Fortschritte. Wenn das so weitergeht, werde ich am Ende nicht noch weiter hinter sie zurückfallen? Macht mich das nicht zur Schwächsten im Team?“ Von diesem Gedanken wurde ich ziemlich aufgebracht. Wenn wir später gemeinsam Predigten beurteilten, machte ich mir Sorgen, dass ich die Probleme nicht erkennen würde, oder dass meine Ansichten möglicherweise ungenau wären. Während ich nach dem Lesen einer Predigt noch am Überlegen war, begann Qing Ming manchmal schon, ihre gut begründeten Ansichten zu teilen. Yu Xin stimmte ihren Analysen zu, und wenn ich sah, wie Yu Xin und Qing Ming lachend miteinander diskutierten, fühlte ich mich als das fünfte Rad am Wagen, fühlte mich unterdrückt und wollte weggehen. Ich begann sogar zu argwöhnen: „Wenn die Verantwortliche eines Tages zu einer Versammlung kommt und meinen mangelnden Fortschritt sieht, wird sie dann nicht denken, dass mir das Kaliber fehlt und dass es ein Fehler war, mir diese Pflicht zuzuteilen? Wenn ich wegen meines schlechten Kalibers entlassen würde, wäre das eine riesige Blamage für mich!“ Ich musste unwillkürlich an meine Zeit zurückdenken, als ich meine Pflicht tat, die Neulinge zu bewässern. Damals war ich eine Schlüsselfigur im Team, meine mit mir zusammenarbeitenden Schwestern suchten bei Arbeitsproblemen meinen Rat, und meistens wurden meine Vorschläge in Diskussionen angenommen. Aber jetzt war ich die Schwächste im Team geworden! Ich konnte einfach nicht akzeptieren, so unzulänglich zu sein. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr bereute ich es und dachte: „Hätte ich gewusst, dass es so kommen würde, hätte ich diese Pflicht nicht übernommen und mich nicht blamiert!“ Mehrere Tage hintereinander war ich in einem Zustand der Mutlosigkeit gefangen. Ich wurde in meiner Pflicht immer passiver und konnte bei der Beurteilung von Predigten keine Probleme mehr erkennen. Ich erkannte, dass mein Zustand nicht in Ordnung war, also trat ich im Gebet vor Gott: „Gott, ich fühle mich wirklich negativ, und schon der Gedanke daran, wegen meines schlechten Kalibers einer neuen Pflicht zugewiesen zu werden, ist für mich eine Blamage. Ich möchte nicht in diesem Zustand leben und von Satan manipuliert werden. Bitte führe mich aus diesem Zustand heraus.“
Während meiner Andachten las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Alle Menschen tragen einige falsche Zustände in sich, wie Negativität, Schwäche, Mutlosigkeit und Zerbrechlichkeit; oder sie haben niedere Absichten; oder sie werden ständig von ihrem Stolz, ihren selbstsüchtigen Wünschen und ihrem Eigeninteresse geplagt; oder sie glauben, sie seien von schlechtem Kaliber und erleben einige negative Zustände. Es wird dir sehr schwerfallen, das Wirken des Heiligen Geistes zu erlangen, wenn du immerzu in diesen Zuständen lebst. Wenn es dir schwerfällt, das Wirken des Heiligen Geistes zu erlangen, dann wirst du nur wenige aktive Elemente in dir tragen, und die negativen Elemente werden hervortreten und dich stören. Die Menschen verlassen sich immer auf ihren eigenen Willen, um diese negativen und ablehnenden Zustände zu unterdrücken, doch ganz gleich, wie sie diese unterdrücken, sie können sie nicht abschütteln. Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass die Menschen diese negativen und ablehnenden Dinge nicht vollständig erkennen können; sie sind nicht in der Lage, das Wesen dieser Dinge klar zu erkennen. Dadurch fällt es ihnen sehr schwer, sich gegen das Fleisch und Satan aufzulehnen. Außerdem bleiben die Menschen immer in diesen negativen, melancholischen und verkommenen Zuständen stecken, und sie beten nicht und schauen nicht zu Gott auf, sondern wursteln sich einfach durch sie hindurch. Das hat zur Folge, dass der Heilige Geist nicht in ihnen wirkt und sie folglich unfähig sind, die Wahrheit zu verstehen, dass ihnen in allem, was sie tun, der Weg fehlt und dass sie keine Angelegenheiten klar sehen können. Es gibt zu viele negative und ablehnende Dinge in dir, und sie haben dein Herz erfüllt, sodass du oft negativ und im Geiste melancholisch bist und dich immer weiter von Gott entfernst und schwächer und schwächer wirst. Wenn du die Erleuchtung und das Wirken des Heiligen Geistes nicht erlangen kannst, wirst du nicht in der Lage sein, diesen Zuständen zu entfliehen, und dein negativer Zustand wird sich nicht ändern. Denn wenn der Heilige Geist nicht in dir wirkt, kannst du keinen Weg finden. Aus diesen beiden Gründen fällt es dir sehr schwer, deinen negativen Zustand abzulegen und in einen normalen Zustand einzutreten. … Die Herzen der Menschen sind voll und ganz von satanischen Dingen eingenommen. Das ist für jeden deutlich zu sehen. Wenn man diese Dinge nicht herausschneidet, wenn du diese negativen Zustände nicht ablegen kannst, wirst du nicht in der Lage sein, dich in ein Ebenbild eines Kindes zu verwandeln und in einer lebendigen, lieblichen, unschuldigen, einfachen, wahrhaftigen und reinen Weise vor Gott zu treten. Dann wird es für dich schwer, das Wirken des Heiligen Geistes oder die Wahrheit zu erlangen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Freiheit und Befreiung können nur erlangt werden, indem man seine verdorbene Gesinnung ablegt). Als ich über Gottes Worte nachsann, verstand ich, dass es sehr schwer ist, das Werk des Heiligen Geistes zu empfangen, wenn man seine Pflicht ohne ein reines und ehrliches Herz tut und stets berechnend ist mit Blick auf seinen Stolz und Status, anstatt sich auf seine Pflicht zu konzentrieren. Rückblickend fragte ich mich, warum ich in den letzten Tagen oft einen leeren Kopf hatte, warum ich nicht erkennen konnte, ob es in den Predigten Probleme gab, und warum ich die Führung des Heiligen Geistes nicht spüren konnte. Es stellte sich heraus, dass meine Beziehung zu Gott nicht mehr normal war. Ich dachte an die Zeit zurück, als ich mit der Beurteilung von Predigten anfing, und mir wurde klar, dass ich nicht darüber nachgedacht hatte, wie ich mich mit den Wahrheitsgrundsätzen ausrüsten konnte, um meine Pflicht gut auszuführen. Stattdessen war ich voll und ganz mit meinem Stolz, meinem Status und dem Gefühl, im Team etwas zu gelten, beschäftigt gewesen. Als wir gemeinsam Predigten beurteilten und ich sah, dass Qing Ming schnellere Fortschritte machte als ich, überkam mich ein Gefühl der Bedrohung. Ich hatte ständig Angst, dass Qing Ming mich übertreffen würde und ich am Ende die Letzte wäre. Als ich sah, dass ich noch nachdachte, während Qing Ming bereits ihre Ansichten äußerte und Yu Xins Zustimmung fand, fühlte ich mich so minderwertig, dass ich dieser Situation entfliehen wollte, und ich bereute es sogar, diese Pflicht der Textarbeit übernommen zu haben. Alle meine Gedanken drehten sich nur um Stolz und Status, und ich hatte keinen Funken Aufrichtigkeit gegenüber Gott. Gott hatte mich erhoben, damit ich eine so wichtige Pflicht übernehme, und ich sollte die Grundsätze ernsthaft studieren und so schnell wie möglich erfassen, um wertvolle Predigten auszuwählen, die Zeugnis für Gott ablegten. Nur so könnte ich Gott zufriedenstellen. Aber weil meine Beweggründe bei meiner Pflicht falsch waren und ich mein Herz nicht auf das Richtige ausgerichtet hatte, konnte ich Gottes Leitung und Führung nicht empfangen. So lange hatte ich keine Fortschritte gemacht. Nicht nur erlitt ich Verluste in meinem Leben, auch die Arbeit der Kirche wurde verzögert. Wenn ich mich weiterhin auf Stolz und Status konzentrieren würde, ohne mich um meine eigentlichen Aufgaben zu kümmern, würde ich meine Pflicht verlieren. Als ich darüber nachdachte, überkam mich ein Gefühl der Angst, und so trat ich vor Gott, um ein Gebet der Buße zu sprechen: „Gott, ich habe mich nicht um meine eigentlichen Aufgaben gekümmert und ständig nach Ansehen und Status gestrebt, was Dir ein Gräuel ist. Gott, ich möchte diesen falschen Weg nicht länger gehen, ich bin bereit, meine Pflicht in Zukunft bodenständig und gewissenhaft zu tun, und ich bitte Dich, mein Herz genau zu prüfen.“
Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Wenn jemand eine Meinung, oder eine Erleuchtung hat, die er mit dir in gemeinschaftlichem Austausch teilt, oder wenn etwas nach seinen Grundsätzen in die Praxis umgesetzt wird und du siehst, dass das Ergebnis nicht schlecht ist, hast du daraus dann nicht etwas gewonnen? Das bedeutet es, wenn einem eine Gunst erwiesen wird. Die Zusammenarbeit unter Brüdern und Schwestern ist ein Prozess des Ausgleichs der eigenen Schwächen mit den Stärken der anderen. Du nutzt deine Stärken, um die Schwächen der anderen auszugleichen, und die anderen nutzen ihre Stärken, um deine Unzulänglichkeiten auszugleichen. Das bedeutet es, seine Schwächen mit den Stärken anderer auszugleichen und harmonisch zusammenzuarbeiten. Nur wenn die Menschen harmonisch zusammenarbeiten, können sie vor Gott gesegnet werden, und je mehr Dinge sie erleben, desto mehr Wirklichkeit werden sie besitzen, und je länger sie ihrem Weg folgen, desto heller wird ihr Weg scheinen, und sie werden sich immer wohler fühlen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Über harmonische Zusammenarbeit). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, sah mein Herz klarer. Ich verstand, dass Gottes Anordnung, dass Qing Ming und ich zusammenarbeiten sollten, Seine Absicht widerspiegelte. Qing Ming hatte früher das Evangelium gepredigt und kannte sich gut mit den gängigen religiösen Auffassungen aus. Wenn sie also auf Probleme hinwies, die ihr auffielen, ergänzte das meine Schwächen perfekt und half mir, die Auffassungen und Zustände religiöser Menschen schnell zu verstehen und zu erfassen. War das für mich nicht ein riesiger Gewinn? Nachdem ich Gottes Absicht verstanden hatte, fühlte ich mich etwas erleichtert. Bei unseren nachfolgenden Predigtbeurteilungen hörte ich auf, mich ständig mit Qing Ming zu vergleichen. Stattdessen hörte ich mir bei Problemen, die ich selbst nicht durchschauen konnte, zuerst ihre Meinung an. Indem ich so praktizierte, war ich nicht länger von der Sorge um meinen Stolz eingeschränkt. Nach einer gewissen Zeit der Praxis machte ich einige Fortschritte und fühlte mich bei meiner Pflicht entspannter und befreiter.
Nach einiger Zeit kam eine weitere Schwester, Fang Hua, in unser Team. Fang Hua glaubte schon recht lange an Gott, und bei unseren gemeinsamen Predigtbeurteilungen konnte sie die Probleme in den Predigten schnell erkennen und sie rational und überzeugend darlegen. Währenddessen saß ich nur am Rand und hatte das Gefühl, nichts beitragen zu können. Mein Herz war in Aufruhr, und mir war gar nicht wohl. Allmählich bemerkte ich, dass die mit mir zusammenarbeitenden Schwestern Fang Hua hoch schätzten. Sie suchten ihre Führung, wann immer sie auf etwas stießen, das sie nicht verstanden, und in meinem Herzen spürte ich ein leises Unbehagen, als ich bei mir dachte: „Fang Hua ist in jeder Hinsicht besser als ich. Macht mich das nicht schon wieder zur Letzten im Team?“ Zwei meiner Schwestern bemerkten meinen falschen Zustand und versuchten, mir mit Gottes Worten zu helfen, aber ich konnte nicht zuhören und lebte weiterhin in einem Zustand der Negativität und des Widerstands. Bei den Predigtbeurteilungen konnte ich keine Probleme erkennen. Ich dachte bei mir: „Ich habe ein schlechtes Kaliber und kann im Team nicht viel beitragen. Am besten bleibe ich einfach in der Ecke und meide den Kontakt zu allen, um mir die Blamage zu ersparen.“ Nachts wälzte ich mich hin und her, konnte nicht schlafen und fühlte mich geschunden und gequält. In diesem Moment erkannte ich endlich, dass alles, was ich so schätzte – der Stolz, der Status und die Bewunderung der Menschen, – wertlos und leer war und den Schmerz in meiner Seele nicht im Geringsten lindern konnte. Ich sehnte mich wirklich nach den Tagen zurück, als ich Gottes Gegenwart spürte, denn da verspürte ich einen Frieden und eine Freude in meiner Seele, die ich gegen nichts hätte eintauschen können. Ich empfand nur noch Hass für meine Rebellion und meine Unfähigkeit, gegen mein Fleisch aufzubegehren und die Wahrheit zu praktizieren. Dass Gott mich verabscheute und mich in der Finsternis zurückließ, war allein meine eigene Schuld. In meinem Schmerz trat ich vor Gott und betete: „Gott, ich weiß, dass der Weg, den ich gegangen bin, falsch ist. Ich habe ständig nach Ansehen und Status gestrebt, um die Bewunderung anderer zu gewinnen. Ich möchte nicht mehr so von Satan getäuscht werden. Bitte hilf mir, mich gegen meine verdorbene Disposition aufzulehnen.“ Am nächsten Morgen sprach ich offen mit einer der mit mir zusammenarbeitenden Schwestern über meinen Zustand. Sie sagte zu mir: „Dein Problem ist nicht dein schlechtes Kaliber, es liegt daran, dass der Weg, den du gehst, falsch ist. Du strebst immer nach Ansehen und Status und vergleichst dich mit anderen.“ Die Schwester hielt auch Gemeinschaft über ihre Erfahrungen und fand eine Passage aus Gottes Worten, um mir zu helfen. Ich las diese Worte Gottes: „Keiner soll sich für perfekt, vornehm, edel oder anders als die anderen halten; all dies wird durch die arrogante Disposition und die Unwissenheit des Menschen hervorgerufen. Sich immer für etwas Besonderes zu halten – das wird durch eine arrogante Disposition herbeigeführt; niemals die eigenen Unzulänglichkeiten akzeptieren zu können und niemals imstande zu sein, sich den eigenen Fehlern und dem eigenen Scheitern zu stellen – das wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass andere höher als man selbst stehen oder besser als man selbst sind – das wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass die Stärken anderer die eigenen Stärken in den Schatten stellen – dies wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass andere bessere Gedanken, Vorschläge und Ansichten haben als man selbst, und wenn man feststellt, dass andere besser sind als man selbst, negativ zu werden, nicht sprechen zu wollen, sich bedrückt und niedergeschlagen zu fühlen und sich aufzuregen – all dies wird durch eine arrogante Disposition verursacht. Eine arrogante Disposition kann dazu führen, dass du deinen Ruf schützt, unfähig bist, zu akzeptieren, dass andere dich korrigieren, unfähig bist, dich mit deinen eigenen Unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen, und unfähig bist, die eigenen Misserfolge und Fehler zu akzeptieren. Mehr noch, wenn jemand besser ist als du, kann das in deinem Herzen Hass und Eifersucht aufkommen lassen, und du kannst dich so eingeengt fühlen, dass du deine Pflicht nicht erfüllen willst und sie nachlässig ausführst. Eine arrogante Disposition kann dazu führen, dass diese Verhaltensweisen und Praktiken in dir zum Vorschein kommen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Prinzipien, nach welchen man sich verhalten sollte). Durch die Enthüllung in Gottes Worten verstand ich endlich, warum ich jedes Mal, wenn ich mit Menschen von besserem Kaliber als meinem zu tun hatte, in einem negativen Zustand versank und sogar meine Pflicht aufgeben und Gott verraten wollte. Es lag an meiner überaus arroganten Natur und meinem ständigen Streben danach, unter anderen etwas zu gelten. Sobald ich sah, dass andere stärker waren oder ein besseres Kaliber hatten als ich, und ich das Gefühl hatte, unter ihnen nicht mehr hervorstechen zu können, fühlte ich mich unzulänglich, verfiel in einen Zustand der Negativität und schränkte mich ein. In Wirklichkeit ist das Kaliber eines jeden Menschen, ob gut oder schlecht, von Gott vorherbestimmt. Indem ich mich ständig mit anderen verglich und in Negativität verfiel, wenn ich nicht mithalten konnte, widersetzte ich mich da nicht Gott und weigerte mich, mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen zu unterwerfen? Ich erkannte, wie wahrhaft arrogant ich gewesen war!
Später dachte ich weiter über mich nach und fragte mich: „Warum kann ich nicht anders, als ständig nach Stolz und Status zu streben, obwohl ich doch meine Pflicht gut ausführen will?“ Ich suchte weiter nach der Wahrheit, um dieses Problem zu lösen. Während meiner Andachten las ich diesen Abschnitt aus Gottes Worten: „Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben. Gleichgültig, wie sie leben, gleichgültig, in welchem Umfeld sie leben, gleichgültig, welche Arbeit sie verrichten, gleichgültig, wonach sie streben, was ihre Ziele sind, was die Richtung ihres Lebens ist, es dreht sich alles darum, einen guten Ruf und einen hohen Status zu haben. Und dieses Ziel ändert sich nicht; sie können solche Dinge nie beiseitelegen. Das ist das wahre Gesicht von Antichristen, das ist ihr Wesen. Ihr könntet sie in einen Urwald tief in den Bergen stecken, und sie würden trotzdem ihr Streben nach Ruf und Status nicht beiseitelegen. Man kann sie in jede beliebige Gruppe von Menschen stecken und alles, woran sie denken können, sind immer noch Ruf und Status. Obwohl auch Antichristen an Gott glauben, sehen sie das Streben nach Ruf und Status als gleichwertig mit dem Glauben an Gott an und stellen diese beiden Dinge auf eine Stufe. Das heißt, während sie den Weg des Glaubens an Gott gehen, streben sie auch nach ihrem eigenen Ruf und Status. Man kann sagen, dass in den Herzen der Antichristen das Streben nach der Wahrheit in ihrem Glauben an Gott gleichbedeutend mit dem Streben nach Ruf und Status ist und dass das Streben nach Ruf und Status auch das Streben nach der Wahrheit ist; Ruf und Status zu erlangen, bedeutet, die Wahrheit und das Leben zu erlangen. Wenn sie das Gefühl haben, dass sie weder Ruhm noch Gewinn noch Status haben, dass niemand zu ihnen aufblickt, sie verehrt oder ihnen folgt, dann sind sie enorm enttäuscht. Sie glauben, dass es keinen Sinn hat, an Gott zu glauben, dass es keinen Wert hat, und sie sagen sich: ‚Ist dieser Glaube an Gott ein Fehlschlag? Fehlt mir nicht jegliche Hoffnung?‘ Sie stellen in ihrem Herzen oft über solche Dinge Berechnungen an. Sie rechnen sich aus, wie sie sich einen Platz im Haus Gottes verschaffen können, wie sie ein hohes Ansehen in der Kirche genießen können, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas sagen, und sie zu unterstützen, wenn sie handeln, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen überallhin zu folgen, und wie sie in der Kirche eine einflussreiche Stimme haben und Ruhm, Gewinn und Status genießen können – sie konzentrieren sich wirklich auf solche Dinge in ihren Herzen. Das ist es, was solche Menschen anstreben“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Antichristen Ansehen und Status wirklich wertschätzen. Egal, mit wem sie zusammen sind oder welche Pflicht sie im Hause Gottes ausführen, sie denken immer an ihr Ansehen und ihren Status. Sie betrachten Ansehen und Status als das Ziel ihres Strebens und sogar als ihr Leben. Sobald sie keine Bewunderung oder keinen Respekt von anderen erhalten und ihren Platz in den Herzen der anderen verlieren, verlieren sie ihre Motivation, ihre Pflichten zu erfüllen. Als ich mich selbst in diesem Licht betrachtete, sah ich, dass mein Verhalten und der Weg, den ich eingeschlagen hatte, genau denen eines Antichristen glichen. Rückblickend erkannte ich, dass, egal mit wem ich zusammen war, meine Gedanken sich nie darum drehten, wie ich meine Pflicht von ganzem Herzen gut ausführen konnte. Mich kümmerte nur, ob ich die Bewunderung der Leute gewinnen konnte und ob ich in den Herzen der anderen ein gutes Bild abgab und etwas galt. Sobald mein Verlangen nach Stolz und Status nicht befriedigt wurde, und ich das Gefühl hatte, in einer Gruppe nicht das letzte Wort zu haben oder etwas zu gelten, wurde ich negativ und passiv, verlor meine Motivation, meine Pflicht zu tun, und erwog sogar, meine Pflicht aufzugeben und Gott zu verraten. Als ich die Bewässerungspflichten ausführte, übernahm meistens, egal welche Probleme diskutiert wurden, jeder meine Ansichten und Vorschläge, und ich spürte, dass ich Geltung hatte und das letzte Wort besaß, und meine Eitelkeit war befriedigt. Also wurde ich bei meiner Pflicht sehr aktiv und beklagte mich nie, egal wie groß der Arbeitsdruck war. Aber seit ich mit der Beurteilung von Predigten begonnen hatte, sah ich, dass alle Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, besser waren als ich, und ich hatte das Gefühl, zur Schwächsten im Team geworden zu sein. Folglich wurde mein Verlangen nach Stolz und Status nicht befriedigt, also verlor ich meine Motivation, meine Pflicht zu tun, und wollte diese Pflicht aufgeben. Ich hatte immer nach Ansehen und Status gestrebt und war den falschen Weg gegangen. „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts.“ „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ „Lieber ein großer Fisch in einem kleinen Teich sein.“ Diese satanischen Überlebensprinzipien hatten sich tief in meinem Herzen verwurzelt, und ich betrachtete Ansehen und Status als mein Ziel in meinem Streben und schätzte diese Dinge wie mein Leben. Ohne die Bewunderung der Menschen fühlte es sich an, als ob mir mein Leben genommen worden wäre. Ich wusste in meinem Herzen genau, dass die Beurteilung von Predigten eine wichtige Aufgabe in der Kirche war, aber ich tat meine Pflicht nicht mit ganzem Herzen. Meine Gedanken drehten sich alle um mein Ansehen und meinen Status, und infolgedessen konnte ich bei der Beurteilung von Predigten die Probleme nicht durchschauen, und meine Pflicht brachte keine Ergebnisse hervor. Meine Pflicht auf diese Weise auszuführen, war Gott gewiss ein Gräuel. Als ich über diese Dinge nachdachte, begann mein abgestumpftes Herz wieder etwas zu fühlen. Ich spürte eine gewisse Angst in meinem Herzen und darüber hinaus ein tiefes Gefühl von Schuld und Reue. Ich trat vor Gott und betete: „Gott, danke, dass Du mich durch Deine Worte entlarvst und richtest, damit ich den falschen Weg, den ich gegangen bin, erkennen kann. Das ist Deine Errettung für mich. Gott, ich möchte nicht länger nach diesen wertlosen Dingen streben. Ich bin bereit, vor Dir Buße zu tun, und von nun an werde ich meine Pflicht gewissenhaft und praktisch tun, um meine Verfehlungen wiedergutzumachen.“
Während meiner Andachten las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten und begann, Seine Absichten und Anforderungen an die Menschen zu verstehen. Gott sagt: „Wenn Gott dich dumm gemacht hat, dann ist deine Dummheit von Bedeutung; wenn Er dich intelligent gemacht hat, dann ist deine Intelligenz von Bedeutung. Welche Talente Gott dir auch immer schenkt, welche Stärken du auch immer hast, egal wie hoch dein IQ ist, das alles hat für Gott einen Zweck. All diese Dinge wurden von Gott vorherbestimmt. Die Rolle, die du in deinem Leben spielst, und die Pflicht, die du ausführst, wurden vor langer Zeit von Gott festgelegt. Manche Menschen sehen, dass andere Stärken besitzen, die sie nicht haben, und sind unzufrieden. Sie wollen die Dinge ändern, indem sie mehr lernen, mehr sehen und fleißiger sind. Aber es gibt eine Grenze dessen, was ihr Fleiß erreichen kann, und sie können diejenigen mit Begabungen und Fachwissen nicht übertreffen. Egal wie sehr du kämpfst, es ist sinnlos. Gott hat festgelegt, was du sein wirst, und es gibt nichts, was irgendjemand tun kann, um das zu ändern. Worin auch immer du gut bist, darin solltest du dich anstrengen. Für welche Pflicht du auch immer geeignet bist, das ist die Pflicht, die du erledigen solltest. Versuche nicht, dich in Bereiche hineinzuzwingen, die außerhalb deiner Fähigkeiten liegen, und beneide andere nicht. Jeder hat seine Funktion. Denke nicht, dass du alles gut kannst oder vollkommener bist oder besser als andere, indem du ständig andere ersetzen willst und dich zur Schau stellst. Das ist eine verdorbene Disposition. Da gibt es diejenigen, die denken, dass sie nichts gut können und überhaupt keine Fähigkeiten besitzen. Wenn das der Fall ist, solltest du nur ein Mensch sein, der zuhört und sich auf bodenständige Art und Weise unterwirft. Tu das, was du tun kannst, und mache es gut, mit all deiner Kraft. Das reicht. Gott wird zufrieden sein“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Prinzipien, nach welchen man sich verhalten sollte). Aus Gottes Worten verstand ich, dass das Kaliber, das ich habe, von Gott vorherbestimmt ist, dass ich mein Bestes geben muss, um meine Pflichten entsprechend meinem Kaliber zu erfüllen, und dass dies Gottes Absichten zufriedenstellt. Aber weil meine Ansichten darüber, was ich anstreben sollte, falsch gewesen waren, hatte ich immer meine eigenen Ambitionen und Begierden gehabt. Wann immer ich andere mit einem besseren Kaliber als meinem sah, fühlte ich mich unzufrieden und verglich mich ständig mit ihnen, und ich wollte sie unentwegt übertreffen und die Bewunderung der Leute gewinnen. Ich unterwarf mich nicht der Anordnung Gottes und wollte mich immer über Gottes Herrschaft erheben. Widersetzte ich mich damit nicht Gott? Gleichzeitig verstand ich auch, dass Gott nicht darauf schaut, ob das Kaliber eines Menschen gut oder schlecht ist, sondern dass Er auf die Haltung eines Menschen gegenüber seinen Pflichten schaut, ob er Verantwortungsbewusstsein hat und ob er seine Pflichten gemäß den Wahrheitsgrundsätzen tun kann. Wenn ein Mensch ein schlechtes Kaliber hat, aber zuhören, sich unterwerfen und seine Pflichten gewissenhaft und praktisch gemäß den Grundsätzen ausführen kann, dann kann er dennoch Gottes Anerkennung erhalten. Manche Menschen haben ein gutes Kaliber und begreifen die Dinge schnell, aber wenn sie ihre Pflichten tun, sind sie immer aalglatt, gehen die Dinge nur oberflächlich an und werden nachlässig. Sie zeigen kein Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Pflichten, und Gott verabscheut solche Menschen. Egal welches Kaliber die Menschen in Zukunft um mich herum hatten, ich durfte mich nicht mit anderen vergleichen, da Gott jedem Menschen ein anderes Kaliber gegeben hat und unterschiedliche Anforderungen an sie stellt. Mein Kaliber mag etwas schwächer gewesen sein, aber ich konnte meine Pflicht nach meinem besten Vermögen und gemäß meinem Kaliber tun und mit allen harmonisch zusammenarbeiten. Nur so konnte ich meine Pflichten mit Frieden und Sicherheit ausführen. Durch die Führung von Gottes Worten verbesserte sich mein Zustand allmählich, und ich fühlte mich wohler und befreiter. Von da an tat ich meine Pflicht mit ganzem Herzen, und nach einer Weile begannen meine Pflichten einige Ergebnisse zu erzielen. Ich dankte Gott in meinem Herzen.
Später wurde ich zur Predigerin erwählt. Als ich sah, dass die mit mir zusammenarbeitenden Schwestern jünger waren als ich und ein besseres Kaliber hatten, konnte ich nicht umhin, einen gewissen Druck zu spüren. Besonders als wir Gemeinschaft hielten und die Arbeit gemeinsam ausführten, sah ich, dass die mit mir zusammenarbeitenden Schwestern über die Wahrheit klar und verständlich Gemeinschaft hielten, sodass die Leute sie leicht verstehen konnten. Im Vergleich dazu konnte ich mich nicht so klar oder präzise ausdrücken, und ich begann, mich selbst einzuschränken, ich dachte: „Werde ich mit meinem Kaliber diese Pflicht gut tun können?“ An diesem Punkt erkannte ich, dass mein Zustand wieder falsch war, und betete still in meinem Herzen: „Gott, ich möchte mich nicht mehr mit anderen vergleichen, und ich möchte nicht in meiner verdorbenen Disposition verweilen und mich von Satan manipulieren lassen. Bitte beschütze mich.“ Ich las, dass Gottes Worte sagen: „Wenn Menschen in der Lage sind, rational mit ihrem eigenen Kaliber umzugehen und dann korrekt ihren Platz zu bestimmen, und sie als geschaffene Wesen, wie Gott sie sich wünscht, auf bodenständige Weise handeln, auf der Grundlage ihres angeborenen Kalibers das, was sie tun sollten, gut erledigen und ihre Treue und all ihre Mühe hingeben, dann schaffen sie es, Gott zufriedenzustellen“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (7)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, ging mir ein Licht auf. Das Kaliber, das ich habe, ist von Gott vorherbestimmt, und ich musste dies richtig einordnen und meinen eigenen Platz finden. Gott hat jedem von uns ein anderes Kaliber verliehen, und Seine Anforderungen an uns sind ebenfalls unterschiedlich. Wenn wir bei unseren Pflichten zusammenarbeiten, sollen wir uns in unseren Stärken gegenseitig ergänzen und unsere jeweiligen Schwächen ausgleichen. Jeder Mensch hat seine eigenen Stärken, die er einsetzen kann, und nur wenn ich mein Bestes gebe, um zusammenzuarbeiten, kann ich meine Pflichten so tun, dass es mit Gottes Absichten übereinstimmt. Als wir später bei der Ausführung unserer Pflichten zusammenarbeiteten und ich sah, dass meine Schwestern besser waren als ich, versuchte ich, von ihren Stärken zu lernen, um meine eigenen Mängel auszugleichen. Als ich so praktizierte, fühlte ich mich viel wohler und befreiter. Dass ich dieses Verständnis und diesen Eintritt erlangen konnte, verdanke ich gänzlich den Worten Gottes.