74. Pflichtausführung in gefährlichen Umgebungen

Von Jingru, China

Im Jahr 2017 war ich für die Bereinigungsarbeit in der Kirche verantwortlich. Am 2. Juli wurden viele Leiter, Mitarbeiter sowie Brüder und Schwestern verhaftet. Damals gab es in der Kirche einige Meldebriefe, die dringend bearbeitet werden mussten. Doch die wenigen Leute, die dafür vorgesehen waren, wurden alle verhaftet. Auch Schwester Yang Chen, die für diese Arbeit zuständig gewesen war, wurde verhaftet. Die oberen Leiter teilten mich ein, um die Meldebriefe zu bearbeiten. Mir widerstrebte das etwas, und ich dachte bei mir: „Diese Leute wurden alle von der Polizei überwacht und gefasst, weil sie ständig rausgingen, um ihre Pflichten zu tun. Überall gibt es Überwachungskameras, und einige sind sogar mit Gesichtserkennung ausgestattet. Wenn ich diese Pflicht übernehme, müsste ich mich oft mit Brüdern und Schwestern treffen und käme sogar mit Leuten in Kontakt, bei denen ein Sicherheitsrisiko besteht. Wenn die Überwachungskameras mich identifizieren, ist es ein Leichtes für die Polizei, mich zu beschatten und zu verhaften. Die KPCh behandelt Gottesgläubige wie schwere Staatsfeinde. Wenn ich also verhaftet werde, schlagen sie mich vielleicht nicht tot, aber sie werden mich zumindest zum Krüppel machen. Wenn ich bleibende Schäden davontrage, werde ich im Alter nicht nur körperlich leiden, sondern auch noch die Verachtung und die abfälligen Bemerkungen der anderen ertragen müssen.“ Ich dachte auch daran, wie die Polizei die Brüder und Schwestern mit allen möglichen Foltermethoden quält und dass ihr Vorgehen absolut grausam ist. Meine geistliche Größe war gering. Wenn ich die Folter nicht aushalten würde und zu einem Judas würde, hätte ich keine Chance mehr auf Errettung und würde zudem bestraft werden. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich. Ich hatte das Gefühl, es sei zu gefährlich, diese Pflicht zu tun. Ich fand meine jetzige Pflicht besser, da ich dafür nicht außer Haus gehen musste und sie sicherer war. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wollte ich die Pflicht ablehnen. Mich aber einfach direkt davor zu drücken, würde von mangelnder Vernunft zeugen. Also schrieb ich den oberen Leitern, mein Kaliber sei zu schlecht, ich könne Menschen nicht durchschauen, ich würde nicht effizient arbeiten und die Arbeit würde sich nur verzögern, wenn ich das übernähme. Ein paar Tage später schrieben mir die Leiter einen Brief, um mit mir über Gottes Absicht Gemeinschaft zu halten. Sie sagten, es werde dringend jemand gebraucht, der die Meldebriefe bearbeitet, und sie hofften, ich würde Gottes Absichten berücksichtigen. Ich konnte mich nicht länger vor dieser Pflicht drücken, also stimmte ich widerwillig zu. Innerlich beklagte ich mich jedoch noch etwas und fragte mich: „Warum wird mir bloß so eine gefährliche Pflicht zugeteilt?“ Doch dann dachte ich daran, dass ich bei der KPCh keine Vorstrafen hatte und derzeit die am besten geeignete Person war. Die Leiter hatten diese Entscheidung aufgrund einer umfassenden Einschätzung meiner tatsächlichen Situation getroffen, weshalb sie mich für diese Pflicht einteilten. Aber warum wollte ich mich immer davor drücken und sie ablehnen? Mir wurde klar, dass mein Zustand nicht korrekt war. Also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich Seine Absicht verstehe.

Ich las zwei Passagen aus Gottes Worten: „Ihr erinnert euch vielleicht alle an diese Worte: ‚Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit.‘ Ihr alle habt diese Worte bereits zuvor gehört, jedoch hat niemand von euch ihre wahre Bedeutung verstanden. Heute seid ihr euch ihrer realen Bedeutung zutiefst bewusst. Diese Worte werden durch Gott in den letzten Tagen erfüllt werden und sie werden in jenen erfüllt werden, die von dem großen roten Drachen in dem Land, in dem er zusammengerollt daliegt, brutal verfolgt worden sind. Der große rote Drache verfolgt Gott und ist der Feind Gottes, und so werden die Menschen in diesem Land Demütigung und Verfolgung ausgesetzt, weil sie an Gott glauben. Und somit werden diese Worte in euch, dieser Gruppe von Menschen, erfüllt(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). „Segnungen können nicht in ein oder zwei Tagen erlangt werden; man muss einen hohen Preis zahlen, um sie sich zu verdienen. Das heißt, ihr müsst eine Liebe besitzen, die Läuterung durchlaufen hat, ihr müsst großen Glauben besitzen und ihr müsst über die vielen Wahrheiten verfügen, von denen Gott fordert, dass ihr sie erlangt; außerdem müsst ihr euch der Gerechtigkeit zuwenden, ohne euch einschüchtern zu lassen oder zurückzuweichen, und ihr müsst ein gottliebendes Herz besitzen, das bis in den Tod beständig ist. Ihr müsst entschlossen sein, eure Lebensdisposition muss sich wandeln, eure Verderbtheit muss geheilt werden, ihr müsst alle Orchestrierungen Gottes klaglos akzeptieren und euch sogar bis in den Tod unterwerfen. Genau das solltet ihr erreichen, genau das ist das endgültige Ziel von Gottes Werk und das, was Gott von dieser Gruppe von Menschen verlangt. Da Er euch gibt, wird Er gewiss im Gegenzug etwas von euch verlangen und wird gewiss entsprechende Anforderungen an euch stellen. Es gibt somit einen Grund für das ganze Werk, das Gott vollbringt, der immer wieder zeigt, weshalb Gottes Wirken hohe Maßstäbe und strenge Anforderungen festsetzt. Aus diesem Grund solltet ihr vom Glauben an Gott erfüllt sein. Kurzum, das ganze Werk Gottes wird euretwillen getan, damit ihr würdig werden könnt, Sein Erbe zu empfangen. Anstatt zu sagen, es sei für Gottes eigene Herrlichkeit, sollte man eher sagen, es geschieht um eurer Rettung willen und um diese Gruppe von Menschen zu perfektionieren, die im unreinen Land so schwer heimgesucht worden sind. Ihr solltet Gottes Absichten verstehen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass der Hass auf Gott den Kern des Wesens des großen roten Drachen ausmacht, und dass er sich Gott schon immer widersetzt hat und Hightech-Methoden nutzt, um Christen zu überwachen, aufzuspüren und zu verhaften. Er versucht mit allen Mitteln, Gottes auserwähltes Volk zu behindern und zu verfolgen, in dem vergeblichen Versuch, Gottes Kirche auszulöschen. Aber Gott nutzt die Verfolgung durch den großen roten Drachen, um unseren Glauben und unsere Liebe zu vervollkommnen. Ich dachte an die Apostel im Laufe der Zeitalter. Sie litten unter der Verleumdung und dem Spott der Welt, weil sie Gottes Evangelium verbreiteten. Doch selbst als ihr Leben auf dem Spiel stand, kehrten sie Gottes Auftrag nicht den Rücken. Diese Menschen sind Gott wirklich nachgefolgt. Als ich über mich selbst nachdachte, wurde mir klar: Als ich sah, wie meine Brüder und Schwestern verhaftet und einige sogar gefoltert wurden, wurde ich zaghaft und ängstlich. Um mein Leben zu schützen, wollte ich mich vor meiner Pflicht drücken und die Meldebriefe nicht bearbeiten – ganz ohne Rücksicht auf die Interessen der Kirche. Ich war wirklich selbstsüchtig und verachtenswert. Mir fehlte jegliche Menschlichkeit! Und jetzt hatte ich solche Angst, dass mir sogar der Mut fehlte, meine Pflicht zu tun, obwohl ich noch gar nicht verhaftet worden war. War ich nicht einfach zu einem Feigling geworden, der am Leben hing und den Tod fürchtete? Inwiefern war ich da noch eine Gottesgläubige? Im Buch der Offenbarung steht, dass Feiglinge die Tore des Himmelreichs nicht durchschreiten können. Wenn ich also weiterhin so feige wäre und mich nicht trauen würde, meine Pflicht zu tun, und mich aus Todesangst nur selbst retten wollte, würde ich letztendlich ausgemustert werden. In diesem Moment verstand ich endlich, dass Gott dieses Umfeld nutzte, um meinen Glauben zu vervollkommnen und meine Verdorbenheit zu reinigen. All das geschah zu meiner Errettung.

Dann las ich einen weiteren Abschnitt von Gottes Worten: „Was war damals, als Gott Mose sandte, um die Israeliten aus Ägypten zu führen, seine Reaktion darauf, dass Gott ihm so einen Auftrag gegeben hatte? (Er sagte, er wäre nicht wortgewandt, sondern würde langsam reden.) Er hatte diese eine, kleine Befürchtung, dass er nicht wortgewandt wäre, sondern langsam im Reden. Aber widersetzte er sich Gottes Auftrag? Wie ging er damit um? Er warf sich nieder. Was bedeutet es, sich niederzuwerfen? Es bedeutet, sich zu unterwerfen und zu akzeptieren. Er warf sich mit Leib und Seele vor Gott nieder, achtete nicht auf seine persönlichen Vorlieben, und jegliche Schwierigkeiten, die er vielleicht hatte, erwähnte er nicht. Was immer Gott von ihm wollte, er würde es sofort tun. … Was bedeutet es, dass er sich aufmachte? Es bedeutet, dass er wahrhaftes Vertrauen in Gott hatte, sich wahrhaft auf Ihn verließ und sich Ihm wirklich unterwarf. Er war nicht feige, traf keine eigene Entscheidung oder versuchte abzulehnen. Stattdessen glaubte er völlig, und er machte sich auf, um im Auftrag Gottes zu handeln, erfüllt von Vertrauen. Er glaubte Folgendes: ‚Wenn Gott diesen Auftrag erteilt hat, dann wird alles so getan, wie Gott es sagt. Gott hat mir aufgetragen, die Israeliten aus Ägypten zu führen, also werde ich hingehen. Da Gott diesen Auftrag erteilt hat, wird Er sich an die Arbeit machen, und Er wird mir Kraft geben. Ich muss nur kooperieren.‘ Das ist die Erkenntnis, die Mose hatte. Menschen, denen es an geistlichem Verständnis mangelt, denken, dass sie die Dinge, die Gott ihnen anvertraut, selbst erledigen können. Haben die Menschen solche Fähigkeiten? Auf keinen Fall. Wenn Menschen feige sind, werden sie nicht einmal den Mut haben, sich dem ägyptischen Pharao zu stellen: In ihren Herzen werden sie sagen: ‚Der ägyptische Pharao ist ein Teufelskönig. Er hat eine ganze Armee unter seinem Kommando und könnte mich mit einem Wort töten. Wie kann ich so viele Israeliten wegführen? Würde der ägyptische Pharao auf mich hören?‘ Diese Worte stellen eine Weigerung, einen Widerstand und ein Auflehnen dar. Sie beweisen keinen Glauben an Gott, und es handelt sich hier um kein echtes Vertrauen. Die Umstände damals waren weder für die Israeliten noch für Mose günstig. Die Israeliten aus Ägypten wegzuführen, war aus menschlicher Sicht schlichtweg eine unmögliche Aufgabe, weil Ägypten durch das Rote Meer abgegrenzt war, und dieses zu durchqueren wäre eine große Herausforderung. Konnte Mose wirklich nicht gewusst haben, wie schwer es sein würde, diesen Auftrag zu erfüllen? In seinem Herzen wusste er es, doch er sagte nur, er wäre langsam im Reden, dass keiner auf seine Worte hören würde. Er lehnte Gottes Auftrag im Innersten nicht ab. Als Gott Mose auftrug, die Israeliten aus Ägypten zu führen, warf er sich nieder und akzeptierte es. Warum erwähnte er die Schwierigkeiten nicht? Lag es daran, dass er nach vierzig Jahren in der Wüste die Gefahren der Menschenwelt nicht kannte oder wie weit sich die Lage in Ägypten entwickelt hatte, oder kannte er die gegenwärtige Notlage der Israeliten nicht? Konnte er die Dinge nicht klar erkennen? War das der Fall? Mit Sicherheit nicht. Mose war intelligent und klug. Er wusste um all diese Dinge, da er sie in der Menschenwelt persönlich durchgemacht und erfahren hatte, und er würde sie nie vergessen. Er kannte diese Dinge nur zu gut. Wusste er also, wie schwierig der Auftrag war, den Gott ihm gegeben hatte? (Ja.) Wenn er es wusste, wie konnte er dann diesen Auftrag annehmen? Er vertraute auf Gott. Mit seiner lebenslangen Erfahrung glaubte er an Gottes Allmacht, also nahm er diesen Auftrag von Gott mit einem Herzen voller Vertrauen und ohne den geringsten Zweifel an(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur mit wahrer Unterwerfung kann man echtes Vertrauen haben). Gott befahl Mose, die Israeliten aus Ägypten zu führen. Der ägyptische Pharao war damals extrem mächtig und sehr grausam. Mose besaß rein gar nichts, aber er konnte Gottes Befehl gehorchen. Er hatte echten Glauben an Gott und glaubte, dass alles in Gottes Händen lag und dass keine Macht aufhalten konnte, was Gott erreichen wollte. Er hatte weder Angst noch Sorge im Herzen. Die Tatsachen bestätigten, dass während des gesamten Prozesses Gottes Werk von Gott Selbst vollbracht wurde. Gott brachte zehn Plagen, teilte das Rote Meer und führte Mose schließlich dazu, die Israeliten aus Ägypten zu bringen. Durch diese Erlebnisse sah Mose Gottes große Macht, sodass sein Glaube an Gott noch mehr wuchs. Verglichen mit dem Glauben, den Mose an Gott hatte, fühlte ich mich wirklich beschämt. Die Leiterin hatte mich eingeteilt, die Meldebriefe zu bearbeiten, aber ich hatte Angst, überwacht und verhaftet zu werden, und so konnte ich mich nicht einfach unterwerfen und diese Pflicht annehmen. Ich hielt diese Hightech-Mittel für extrem mächtig und hatte das Gefühl, es wäre ein Leichtes für die Polizei, mich zu schnappen. Ich sagte oft, dass alles in Gottes Händen liege und dass ich auf Gottes Autorität vertrauen sollte. Doch jetzt, wo ich den Tatsachen ins Auge blicken musste, war ich feige und ängstlich und hatte überhaupt keinen Glauben. Mir wurde klar, dass ich Gottes Souveränität überhaupt nicht kannte. Obwohl es überall Überwachungskameras mit Gesichtserkennung gab, hing es von Gottes Souveränität und Seinen Anordnungen ab, ob ich gefasst werden würde. Diese Erkenntnis gab mir Glauben, und ich war bereit, mich auf Gott zu verlassen, um das durchzustehen.

Bei der Bearbeitung der Meldebriefe nahm uns ein Gemeindeleiter jeden Tag mit zu Treffen mit Brüdern und Schwestern, um den Dingen nachzugehen. Und obwohl das Umfeld gefährlich war, beteten wir und verließen uns auf Gott, und bearbeiteten erfolgreich die Meldebriefe. Erst nachdem wir diese Kirche verlassen hatten, erfuhren wir, dass die Polizei bereits Fotos von diesem Leiter an öffentlichen Pinnwänden ausgehängt hatte, um ihn zu fassen. Doch er hatte sich rechtzeitig versteckt und wurde nicht geschnappt. Ich sah, dass Gottes Werk von Gott Selbst beschützt wird und dass Er auch uns beschützt. Durch diese Erfahrung gewann ich etwas an Glauben.

Im März 2020 erfuhr ich dann, dass Yang Chen nach ihrer Verhaftung von der Polizei gefoltert wurde und kurz nach ihrer Freilassung auf Kaution starb. Kurz darauf hörte ich auch, dass die KPCh Ende Mai eine massive Razzia gegen Gläubige durchführen wollte. Bei einer Versammlung erzählte uns die Leiterin, dass es mehrere Meldebriefe gäbe, die dringend bearbeitet werden müssten, aber dass sie noch niemanden dafür gefunden hätten. Während sie sprach, sah die Leiterin mich an. Mein Herz setzte einen Schlag aus und ich dachte: „Was du auch tust, bitte mich bloß nicht, die Meldebriefe zu bearbeiten. Die KPCh wird im Mai mit einer weiteren großen Razzia beginnen, und in den letzten Jahren wurden viele neue Überwachungskameras in den Straßen und Gassen installiert, um Gläubige zu fassen. Wenn ich mich weiterhin draußen bewege, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich verhaftet werde. Yang Chen wurde in so jungen Jahren von der Polizei zu Tode gefoltert; ich bin über zehn Jahre älter als Yang Chen. Wenn ich gefasst werde, könnte ich die Folter noch viel weniger ertragen. Selbst wenn ich nicht sterbe, würde ich wahrscheinlich zum Krüppel werden.“ Bei diesem Gedanken bekam ich etwas Angst. In diesem Moment fragte mich die Leiterin: „Du hast schon früher Meldebriefe bearbeitet, also möchte ich, dass du dieses Mal auch gehst. Was denkst du?“ Obwohl ich im Herzen wusste, dass es nicht Gottes Absichten entsprach, mich vor meiner Pflicht zu drücken, dachte ich, dass diese Pflicht wirklich zu gefährlich war. Also erfand ich eine Ausrede, um mich davor zu drücken, und sagte: „Schwester Shen Ran hat Urteilsvermögen und weiß, wie man gut Gemeinschaft hält. Du kannst sie einteilen. Sie ist ohnehin in einer Kirche in der Nähe, es wäre also praktisch für sie.“ Aber die Leiterin sagte, dass Shen Ran noch keine Meldebriefe bearbeitet habe, und bat mich, mit ihr zu gehen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zuzustimmen. Danach verabredete ich mich mit Shen Ran, um Brüder und Schwestern zu treffen und die Meldebriefe zu überprüfen, und wir arbeiteten zügig drei davon ab.

Später dachte ich über mich selbst nach und fragte mich: „Warum denke ich bei gefährlichen Pflichten immer zuerst an mich selbst und will mich sogar vor meiner Pflicht drücken? Wovon werde ich hier beherrscht?“ Später las ich diese Passage aus Gottes Worten: „Satan verdirbt Menschen durch die Bildung und Prägung der nationalen Regierungen und der Berühmtheiten und der Großen. Ihre teuflischen Worte sind zum Leben und zur Natur des Menschen geworden. ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ ist ein sehr bekanntes satanisches Sprichwort, das zu jedem durchgesickert und zum Leben des Menschen geworden ist. Es gibt andere Worte an Philosophien für weltliche Belange, die so sind. Satan benutzt die traditionelle Kultur jeder Nation, um die Menschheit zu erziehen, in die Irre zu führen und zu verderben, was herbeiführt, dass die Menschheit in einen grenzenlosen Abgrund der Zerstörung stürzt, um am Ende von Gott vernichtet zu werden, weil sie Satan dienen und sich Gott widersetzen. … Die Menschheit ist zu stark durch Satan verdorben worden. Das Gift Satans fließt durch das Blut eines jeden Menschen, und man kann sagen, dass die Natur des Menschen verdorben, niederträchtig und antagonistisch ist, im Widerstand zu Gott steht, und von den Philosophien und Giften Satans erfüllt und durchtränkt ist. Sie ist gänzlich zur Wesensnatur Satans geworden. Deshalb widersetzen sich die Menschen Gott und stehen Gott feindlich gegenüber(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Durch die Enthüllung in Gottes Worten wurde mir klar, dass ich immer wieder versucht hatte, mich selbst zu schützen, indem ich mich vor meiner Pflicht drückte. Das lag daran, dass satanische Gifte wie „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und „Ein schlechtes Leben ist besser als ein guter Tod“ sich tief in meinem Herzen verwurzelt hatten und längst zu meiner Natur geworden waren. Wann immer meine Interessen im Spiel waren, konnte ich nicht anders, als nur an mich zu denken. In diesen ernsten Zeiten häuften sich die Meldebriefe, und die Leiterin hatte mich für diese Pflicht eingeteilt, doch ich dachte ständig nur an meine eigenen Interessen. Ich fürchtete mich davor, gefasst, verkrüppelt oder zu Tode geprügelt zu werden, ohne ein gutes Ende oder einen guten Bestimmungsort. Also suchte ich nach Ausreden, um mich vor meiner Pflicht zu drücken, und beschwerte mich sogar darüber, dass die Leiterin nicht andere Leute dafür einteilte. Ich dachte daran, dass Schwester Shen Ran ebenfalls ein Sicherheitsrisiko trug, aber dennoch bereit war, diese Pflicht zu tun. Ich dagegen wollte einfach nur zu Hause bleiben, weil ich glaubte, dass dies das Risiko einer Verhaftung verringern würde. Ich war wirklich selbstsüchtig und verachtenswert und besaß absolut keine Menschlichkeit! Ich hatte die Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen und so viel von Gottes Liebe erfahren. In kritischen Momenten hätte ich also meine Pflicht gut ausführen sollen, um Gott etwas zurückzugeben. Ich hätte Antichristen, böse Menschen und Ungläubige so schnell wie möglich aus der Kirche entfernen sollen, damit die Brüder und Schwestern ein gutes Kirchenleben führen und einen Platz haben, an dem sie ihre Pflichten tun können. Doch ich verschwendete keinen Gedanken an die Interessen der Kirche oder den Lebenseintritt der Brüder und Schwestern, sondern dachte nur an meine eigene Sicherheit. War das kein Verrat an Gott? Ich war es wirklich nicht wert, in Gottes Gegenwart zu leben! Als mir das bewusst wurde, wollte ich nicht länger in meiner verdorbenen Disposition leben und mich gegen Gott auflehnen. Ich suchte in Gottes Worten nach einem Weg der Praxis, um meine verdorbene Disposition zu beseitigen.

Ich las diese Abschnitte aus Gottes Worten: „Gott betrachtet dich als ein Mitglied Seines Hauses und als Teil der Verbreitung Seines Werkes. An diesem Punkt hast du die Pflicht bekommen, die du ausführen solltest. Was auch immer du tun kannst, was auch immer du erreichen kannst, das sind deine Verantwortungen und deine Pflicht. Man könnte sagen, dass sie Gottes Auftrag, deine Mission und deine Pflicht und Schuldigkeit darstellen. Pflichten kommen von Gott; sie sind die Verantwortungen und Aufträge, die Gott den Menschen anvertraut. Wie sollte der Mensch sie also verstehen? ‚Da dies meine Pflicht ist und der Auftrag, den Gott mir anvertraut hat, ist es meine Verpflichtung und Verantwortung. Es ist nur recht und billig, dass ich es als meine Pflicht und Schuldigkeit annehme. Ich kann es nicht ablehnen oder verweigern; ich kann nicht wählerisch sein. Was mir zufällt, ist definitiv das, was ich tun sollte. Es ist nicht so, dass ich kein Recht habe, selbst eine Wahl zu treffen – sondern dass ich keine Wahl treffen sollte. Das ist die Haltung, die ein geschaffenes Wesen einnehmen sollte.‘ Das ist eine Haltung der Unterwerfung(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Was immer Gott von dir verlangt, du musst nur deine ganze Kraft dafür aufwenden, und Ich hoffe, dass du vor Gott in diesen letzten Tagen deine Hingabe zeigen wirst. Solange du Gott auf Seinem Thron zufrieden lächeln sehen kannst, selbst wenn es sich bei diesem Moment um den Zeitpunkt deines Todes handelt, solltest du lachen und lächeln, während du deine Augen schließt. Du musst, solange du lebst, deine letzte Pflicht für Gott tun. In der Vergangenheit wurde Petrus um Gottes willen kopfüber gekreuzigt; du aber solltest Gott in diesen letzten Tagen zufriedenstellen und um Seinetwillen deine ganze Energie aufwenden. Was kann ein geschaffenes Wesen für Gott tun? Daher solltest du dich im Voraus Gott hingeben, damit Er dich nach Seinem Willen orchestriert. Solange es Gott glücklich macht und Ihn erfreut, lass Ihn mit dir machen, was Er will. Welches Recht hat der Mensch, sich zu beklagen?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Offenlegung der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 41). Beim Nachdenken über Gottes Worte verstand ich: Egal, welche Pflicht das Haus Gottes mir zuteilt, sie ist meine Verantwortung und Verpflichtung, und ich sollte sie als meine unausweichliche Pflicht annehmen. Wann und welches Leid wir ertragen müssen, ist alles von Gott vorherbestimmt. Wenn Gott zulassen sollte, dass ich gefasst werde, dann wäre ich bereit, mich Gottes Souveränität ohne Murren zu unterwerfen. Selbst wenn ich zum Krüppel gemacht oder zu Tode geprügelt würde, würde ich mich dem großen roten Drachen niemals beugen. Ich musste in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um den großen roten Drachen zu demütigen. Ich dachte an die Heiligen im Laufe der Geschichte. Sie wurden gesteinigt, von Pferden in Stücke gerissen, zu Tode gesägt oder gehängt, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verbreiteten. Nach außen hin schien es, als ob sie einen qualvollen Tod starben, doch ihre Seelen gingen nicht zugrunde. Sie nutzten ihr Leben, um für den Herrn Jesus Zeugnis abzulegen, und erlangten so Gottes Anerkennung. Ich hingegen, ein geschaffenes Wesen, das alles genoss, was Gott mir gegeben hatte, drückte mich in gefährlichen Situationen vor meinen Pflichten, um mich selbst zu schützen. So jemand ist in Gottes Augen ein feiger Verräter. Und selbst wenn sich der Körper weiter durchs Leben schleppt, ist er nur noch eine leere Hülle. Wie der Herr Jesus sagte: „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 10,39).

Im Juni 2023 führte die KPCh eine weitere Welle von Massenverhaftungen durch. In mehreren Kirchen meiner Heimatstadt wurden über hundert Leute verhaftet. Viele Brüder und Schwestern lebten in ständiger Angst und verloren ihr normales Kirchenleben. Mitte Oktober gab es in einer dieser Kirchen einen Vorfall, bei dem ein falscher Christus Leute in die Irre führte. Viele Brüder und Schwestern wurden irregeführt, und durch den Verrat eines Judas geriet die gesamte Kirche unter polizeiliche Beobachtung. Es wurde dringend jemand benötigt, der die Nachbereitungsarbeit erledigte, und die Leiter wollten mich schicken. Wenn ich daran dachte, wie ernst die Lage in dieser Kirche war, schien mir das Risiko, bei der Nachbereitungsarbeit gefasst zu werden, einfach zu hoch. Ich fühlte mich etwas zaghaft und ängstlich. Doch als ich mich an meine früheren Erfahrungen erinnerte, erkannte ich, dass dies eine Prüfung von Gott war. Er wollte sehen, ob ich mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen und Ihm treu bleiben konnte. Diesmal wollte ich Gott nicht wieder enttäuschen, also nahm ich diese Pflicht an. Später, während der Zusammenarbeit, stieß ich auf einige Schwierigkeiten. Aber indem ich mich auf Gott verließ und anpackte, konnte ich die Bücher mit Gottes Worten erfolgreich wegbringen, und die meisten Brüder und Schwestern, die von dem falschen Christus irregeführt worden waren, wurden gerettet.

Durch diese Erfahrung gewann ich mehr Glauben an Gott. Ich erlangte auch ein gewisses Verständnis von Gottes Allmächtigkeit und Souveränität, und mir wurde klar, dass das zügellose Vorgehen der KPCh in Gottes Händen liegt. So wie Gott sagte: „Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I).

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