12. Reflexionen nach meiner Verhaftung
2018 wurde ich in der Kirche zur Leiterin gewählt. Zu der Zeit unterdrückte und quälte Li Hua ständig andere und störte das Kirchenleben. Wir mussten ihr Verhalten als böser Mensch auf der Grundlage von Gottes Worten entlarven und im Detail analysieren. Lin Ru, meine Arbeitspartnerin, bat mich, sie zu begleiten. Als wir mit Li Hua Gemeinschaft hielten und sie entlarvten, nahm sie es nicht an. Sie legte eine gemeine Haltung an den Tag. Nicht nur, dass sie ihre bösen Taten nicht zugab, sie versuchte auch, uns niederzustarren und sich herauszureden. Als ich ihren bösartigen Blick sah, bekam ich etwas Angst. In meinem Herzen betete ich ständig zu Gott und bat um Seine Führung. Da schaltete ich den Computer ein und sah einen Abschnitt von Gottes Worten, der sehr gut zu Li Huas Verhalten passte. Wir lasen ihn gemeinsam, und dann entlarvte ich ihre bösen Taten anhand der Widersprüche in dem, was sie zu verschiedenen Zeiten gesagt hatte, und ihrem ständigen Verhalten. Auch andere Brüder und Schwestern entlarvten ihr Verhalten gemeinsam, und erst dann sah sie es ein. Nachdem Li Hua gegangen war, sagte eine Schwester: „Als ich heute das Auftreten dieses bösen Menschen sah, hatte ich wirklich ein bisschen Angst. Wenn du sie nicht entlarvt hättest, hätte sie es wirklich nicht eingesehen.“ Als ich das hörte, sagte ich zwar: „Gott sei Dank, das ist alles Gottes Führung“, aber in meinem Herzen freute ich mich riesig. Ich hatte das Gefühl, dass ich tatsächlich ein gewisses Arbeitsvermögen besaß. Eine Weile später hielt ich eine Versammlung für die Mitarbeiter der Textarbeit ab. Weil ich die Grundsätze der Textarbeit nicht gut verstand, fürchtete ich, nicht klar darüber Gemeinschaft halten zu können und dass man auf mich herabsehen würde. Also betete ich in meinem Herzen ständig zu Gott und bat Ihn um Seine Führung. Danach las ich mit ihnen gemeinsam die Grundsätze, teilte etwas von meinen eigenen Einsichten, und wir hielten Gemeinschaft über die Probleme und Abweichungen in ihrer Arbeit und lösten sie. Danach wussten alle, wie sie die Arbeit machen sollten. Einige Brüder und Schwestern sagten glücklich, dass mein gemeinschaftlicher Austausch ihnen etwas geholfen hätte. Als ich sah, dass ich damals einige Ergebnisse bei meiner Pflicht erzielt hatte und meine Brüder und Schwestern mich alle bewunderten, war ich innerlich ziemlich selbstzufrieden. „In Zukunft muss ich ihnen helfen, noch mehr Probleme zu lösen. So werden mich ganz bestimmt alle noch mehr bewundern.“ Bald darauf übertrugen mir die oberen Leiter die Verantwortung für einige schwierige Aufgaben. Zuerst empfand ich sie als sehr schwer und unmöglich zu bewältigen. Die Leiter hielten mit mir darüber Gemeinschaft, wie Mose die Israeliten durch das Rote Meer führte, sowie über Gottes Worte bezüglich des Glaubens. Danach fand ich die Entschlossenheit, mich der Arbeit zu stellen. Wenn ich dabei auf Schwierigkeiten stieß und nicht wusste, was ich tun sollte, betete ich oft zu Gott und suchte nach den Wahrheitsgrundsätzen. Nach und nach wurde die Arbeit erfolgreich abgeschlossen. Ich konnte nicht anders, als mich selbst zu bewundern, und dachte, dass mir keine Schwierigkeit zu groß sei. Wenn später Brüder und Schwestern bei ihren Pflichten auf Schwierigkeiten stießen und den Glauben verloren, spielte ich mich vor meinen Brüdern und Schwestern auf: „Eure Schwierigkeiten sind gar nichts. Sie sind viel kleiner als die Schwierigkeiten, die ich bei meiner Pflicht hatte.“ Dann sprach ich ausführlich darüber, wie ich mich auf Gott verlassen hatte, um die Schwierigkeiten bei meiner Pflicht zu lösen. Allerdings erwähnte ich dabei nicht meine eigenen negativen Zustände, dass mein Glauben ins Wanken geraten war oder gar, dass ich den Wunsch hegte, in diesem Prozess aufzugeben. Nach dem Gespräch wurde mir in meinem Herzen etwas bewusst. War das nicht Angeberei und Selbsterhöhung? Aber dann dachte ich: „Ich habe ja auch darüber gesprochen, wie ich mich auf Gott verließ, um Probleme und Schwierigkeiten zu lösen. Das zählt nicht als Angeberei.“ Besonders als ich die neidischen und bewundernden Blicke meiner Brüder und Schwestern sah, hatte ich das Gefühl, dass ich die Wahrheit wirklich verstand und ein gewisses Arbeitsvermögen besaß.
Einmal ging ich zu einer Versammlung. Schwester Liu Li, die für die Bereinigungsarbeit der Kirche verantwortlich war, sagte: „Ein Kirchenleiter hat berichtet, dass das Verhalten von einer bestimmten Person ziemlich zu wünschen übrig lässt. Sie hielten mit ihm Gemeinschaft, aber er weigerte sich nicht nur, es anzunehmen, und versuchte, sich herauszureden, sondern versuchte auch, etwas gegen sie in die Hand zu bekommen. Wenn ich so einem Menschen begegnen würde, wüsste ich nicht, wie ich mit ihm Gemeinschaft halten und ihn entlarven sollte. Ich hätte in meinem Herzen ein bisschen Angst.“ Ich dachte bei mir: „Ich muss dir erzählen, wie ich böse Menschen entlarve, damit du etwas lernst.“ Dann erzählte ich in allen Einzelheiten, wie ich Li Hua entlarvt hatte, wie sie es nicht annahm und wie sie am Ende alles einsah. Je mehr ich redete, desto begeisterter wurde ich. Obwohl ich auch erwähnte, dass ich damals ein wenig zaghaft und ängstlich war, tat ich dies nur ganz beiläufig. Nachdem Liu Li zugehört hatte, sah sie mich voller Neid und Bewunderung an und sagte: „An deiner Stelle hätte ich nicht gewusst, wie ich sie entlarven sollte.“ Als ich sie das sagen hörte, war ich sehr glücklich. Ich genoss es in vollen Zügen. In jener Zeit wurde mein Verlangen, anzugeben, immer stärker. Jedes Mal, wenn ich von einer Versammlung zurückkam, erzählte ich Lin Ru alles über die Probleme, die ich in der Kirche entdeckt hatte, und wie ich sie gelöst hatte. Lin Ru sagte oft: „Es stimmt, du bist wirklich gut darin, Probleme zu entdecken und zu lösen! Ich an deiner Stelle würde sie vielleicht gar nicht erst bemerken, geschweige denn lösen können.“ Wenn Lin Ru später auf Probleme stieß, fragte sie mich immer, wie sie damit umgehen und sie lösen sollte. Selbst bei der Erledigung von Kleinigkeiten wartete sie, bis ich zurückkam. Ich war gesundheitlich angeschlagen, und Lin Ru sagte zu mir: „Du musst auf deine Gesundheit achten. Wenn deine Gesundheit einmal ruiniert ist, wer macht dann die Arbeit unserer Kirche?“ Meine Arbeitspartnerinnen gaben mir immer nahrhafte Sachen zu essen, was mir noch mehr das Gefühl gab, das Rückgrat der Kirche zu sein. Später kamen alle Brüder und Schwestern zu mir, um über all ihre Probleme Gemeinschaft zu halten und meine Meinung einzuholen. Bei jeder Versammlung rissen sich die Brüder und Schwestern geradezu darum, mir Fragen zu stellen. Das bereitete mir innerlich große Freude und ich dachte: „Anscheinend bin ich für die Arbeit dieser Kirche unverzichtbar. Ohne mich am Ruder würde es einfach nicht laufen!“ Ich dachte an die gesamte Arbeit der Kirche: Egal, ob es um große oder kleine Dinge ging, es lag an mir, die endgültige Entscheidung zu treffen. Daher hatte ich ein starkes Gefühl der eigenen Wichtigkeit. Doch weil ich nie über mich selbst nachdachte oder mich selbst erkannte, kam Gottes Zorn über mich.
Eines Abends im Juni 2021, als ich zu Hause schlief, brach eine Gruppe Polizisten die Tür auf, stürmte herein und stellte meine ganze Wohnung auf den Kopf. Sie brachten mich auch zum Verhör in das Ermittlungszentrum des Landkreises. Sie fesselten mich mit Handschellen an einen Stuhl. Ich hatte ziemliche Angst. Ich machte mir Sorgen, ob ich geschlagen oder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt würde. In meinem Herzen wagte ich es nicht, mich von Gott abzuwenden, und rief Ihn immer wieder an, Er möge mich davor bewahren, ein Judas zu werden. Während dieser mehrtägigen Verhöre dachte ich ständig: „Was ist Gottes Absicht, dass Er diese Situation über mich kommen lässt? Habe ich etwas getan, das nicht mit Seiner Absicht übereinstimmte?“ Die Polizei forderte mich auf, ihnen Informationen über die Kirche preiszugeben, aber ich sagte nichts. Der Polizist sagte sarkastisch zu mir: „Bist du nicht nur eine kleine Leiterin? Du hast das Sagen über Dutzende von Leuten und kannst alles so arrangieren, wie du willst. Das gibt dir ein großartiges Gefühl der Bestätigung, oder? Du bist ja eine mutige kleine Leiterin, dich hier so aufzuspielen!“ Ich war schockiert und betete innerlich: „Lieber Gott, warum hat der Polizist das zu mir gesagt? Bitte erleuchte mich.“ Nach dem Gebet dachte ich an mein verschiedenes Verhalten bei der Ausübung meiner Pflicht in jener Zeit zurück. Bei verschiedenen Teamversammlungen rissen sich die Brüder und Schwestern alle darum, mich zu fragen, wie man mit Problemen umgeht und Schwierigkeiten löst. Das hatte ich innerlich sehr genossen. Meine Arbeitspartnerin war ebenfalls sehr von mir abhängig geworden. Egal, wie groß oder klein die Angelegenheit war, sie kam immer, um meine Meinung einzuholen. Ich hatte das Gefühl, für die Arbeit der Kirche unverzichtbar zu sein und bei allen Angelegenheiten das Ruder in die Hand nehmen und die endgültige Entscheidung treffen zu müssen. Das hatte mir ein echtes Gefühl der Bestätigung gegeben. Brachte ich die Brüder und Schwestern damit nicht vor mich selbst? Antichristen wetteifern mit Gott um Status und Menschen. Am Ende bringen sie die Menschen vor sich selbst. War die Natur meines Handelns nicht identisch mit der eines Antichristen? Erst da wurde mir klar, dass ich begonnen hatte, den Weg der Antichristen zu beschreiten. Das zieht Gottes Abscheu und Hass auf sich. Je mehr ich nachdachte, desto mehr Angst bekam ich. Ich betete zu Gott: „Lieber Gott! Ich erkenne meine Schuld. Wäre ich nicht von der Polizei verhaftet worden, hätte ich über den Weg, den ich gehe, nicht nachgedacht und ihn nicht verstanden. Ich war so abgestumpft! Diese Verhaftung ist ein Zeichen Deiner Liebe, und es ist das Leiden, das ich verdiene. Ich bin bereit, es anzunehmen. Egal, zu wie vielen Jahren ich verurteilt werde, ich werde mich unterwerfen.“ Während der etwa zwölf Tage, die ich inhaftiert war, empfand ich ständige Reue und Selbstvorwürfe. Ich hasste mich dafür, dass ich so abgestumpft gewesen war und Dinge getan hatte, die sich Gott widersetzten, ohne es überhaupt zu merken. Als ich den festen Entschluss fasste, Gott nicht zu verraten und die Interessen des Hauses Gottes oder die Brüder und Schwestern nicht zu verkaufen, selbst wenn das bedeutete, im Gefängnis zu sterben, wurde mir Gottes Liebe erneut zuteil. Die Polizei wollte mich gerade ins Untersuchungsgefängnis bringen. Zuerst brachten sie mich zur ärztlichen Untersuchung ins Krankenhaus. Unerwartet zeigte das Ergebnis des Schwangerschaftstests, dass ich schwanger war, also nahm mich das Untersuchungsgefängnis nicht auf. Nach zwölf Tagen in Haft ordnete die Polizei meine Freilassung auf Kaution bis zur Verhandlung an. Später fand ich heraus, dass ich gar nicht schwanger war. Ich erkannte Gottes wunderbare Taten, und mein Herz war voller Dankbarkeit gegenüber Gott. Gleichzeitig hatte ich auch das Gefühl, Gott so unglaublich viel zu schulden.
Nach meiner Freilassung begann ich, über alles nachzudenken, was ich bei meiner Pflicht getan hatte. Eigentlich kannte ich meine wahre geistliche Größe. Ohne Gottes Erleuchtung und Führung hätte ich meine Pflicht nicht gut tun können. Ich hatte jedoch Gottes Erleuchtung als Kapital genutzt, um anzugeben, und hatte die Brüder und Schwestern vor mich gebracht. Das hatte Gottes Abscheu hervorgerufen. Ich las diese Worte Gottes: „Sich selbst erhöhen und bezeugen, sich selbst zur Schau stellen, versuchen, die Leute dazu zu bringen, eine hohe Meinung von einem zu haben und einen anzubeten – die verdorbene Menschheit ist zu all diesen Dingen fähig. Auf diese Weise reagieren Menschen instinktiv, wenn sie von ihrer satanischen Natur beherrscht werden, und das ist der ganzen verdorbenen Menschheit gemein. Wie erhöhen und bezeugen sich Menschen normalerweise selbst? Wie erreichen sie ihr Ziel, andere dazu zu bringen, eine hohe Meinung von ihnen zu haben und sie anzubeten? Sie bezeugen, wie viel Arbeit sie geleistet haben, wie viel sie gelitten haben, wie sehr sie sich aufgewandt haben und wie hoch der Preis ist, den sie gezahlt haben. Sie erhöhen sich selbst, indem sie über ihr Kapital sprechen, um einen höheren, festeren und sichereren Platz in den Herzen anderer zu erhalten, sodass mehr Menschen sie schätzen, eine hohe Meinung von ihnen haben, sie beneiden und sogar anbeten, zu ihnen aufschauen und ihnen nachfolgen. Um dieses Ziel zu erreichen, tun die Menschen viele Dinge, die oberflächlich betrachtet Gott bezeugen, im Wesentlichen aber sie selbst erhöhen und bezeugen. Besitzen sie Vernunft, wenn sie so handeln? Sie befinden sich jenseits der Reichweite von Rationalität, und sie selbst haben keine Scham. Sie bezeugen ungeniert, was sie für Gott getan und wie viel sie für Ihn gelitten haben. Sie stellen sogar ihre Gaben, Talente, Erfahrungen, besonderen Fähigkeiten zur Schau, ihre ausgeklügelten Techniken für weltliche Belange, die Mittel, die sie verwenden, um mit Menschen zu spielen usw. Eine ihrer Methoden, sich selbst zu erhöhen und zu bezeugen, besteht darin, sich selbst zur Schau zu stellen und andere herabzusetzen. Sie verstellen sich auch und präsentieren sich in einem falschen Licht, verstecken ihre Schwächen, Unzulänglichkeiten und Defizite vor den Menschen, und sie zeigen den Menschen immer nur ihre Großartigkeit. Sie trauen sich nicht einmal, anderen Menschen zu sagen, wenn sie sich negativ fühlen, und es fehlt ihnen der Mut, sich zu öffnen und mit anderen Gemeinschaft zu halten. Wenn sie etwas falsch machen, tun sie ihr Bestes, um es zu verbergen und zu vertuschen. Sie erwähnen niemals den Schaden, den sie der Arbeit der Kirche bei der Ausführung ihrer Pflicht zugefügt haben. Wenn sie jedoch einen kleinen Beitrag geleistet oder einen kleinen Erfolg erzielt haben, prahlen sie schnell damit. Sie wollen verzweifelt die ganze Welt wissen lassen, wie fähig sie sind, wie groß ihr Kaliber ist, wie außergewöhnlich sie sind und wie viel besser sie als normale Menschen sind. Sind dies nicht Arten, sich selbst zu erhöhen und zu bezeugen? Ist sich selbst zu erhöhen und zu bezeugen etwas, das jemand mit Gewissen und Vernunft tut? Das ist es nicht. Wenn Menschen dies also tun, welche Disposition wird dann normalerweise offenbart? Arroganz. Das ist eine der Hauptdispositionen, die die Leute offenbaren, gefolgt von Verlogenheit, die darin besteht, alles Mögliche zu tun, damit andere Menschen eine hohe Meinung von ihnen haben. Ihre Worte sind hieb- und stichfest, und es finden sich darin eindeutig Beweggründe sowie Pläne, sie stellen sich selbst zur Schau, und doch wollen sie diese Tatsache verbergen. Das Ergebnis dessen, was solche Menschen sagen, ist, dass es anderen das Gefühl gibt, dass diese Menschen besser sind als andere, dass niemand ihnen ebenbürtig ist, dass alle anderen ihnen unterlegen sind. Und wird dieses Ergebnis nicht mit hinterhältigen Mitteln erreicht? Welche Disposition steckt hinter solchen Mitteln? Und gibt es Elemente der Niederträchtigkeit? (Die gibt es.) Das ist eine Art von niederträchtiger Disposition“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 4: Sie erhöhen und bezeugen sich selbst). Gott sagte, dass verdorbene Menschen es lieben, wenn andere eine hohe Meinung von ihnen haben und zu ihnen aufschauen. Wenn sie durch ihre Pflicht einige Ergebnisse erzielen, nutzen sie das als Kapital, um anzugeben. Ganz natürlich prahlen sie vor den Menschen. Ich blickte auf die Zeit zurück, als ich die Pflicht als Leiterin ausübte. Als ich gesehen hatte, dass die für die Bereinigungsarbeit Verantwortlichen sich nicht trauten, einen bösen Menschen zu entlarven, hatte ich – damit sie eine hohe Meinung von mir bekamen – damit geprahlt, wie ich einen bösen Menschen entlarvt und einsichtig gemacht hatte. Ich hatte den Prozess in allen Einzelheiten beschrieben, meine eigene Zaghaftigkeit und Angst aber nur ganz knapp erwähnt. Als sie das hörten, waren sie alle neidisch und bewunderten mich. Wenn die Brüder und Schwestern bei ihrer Pflicht auf Schwierigkeiten stießen und den Glauben verloren, hielt ich Gemeinschaft darüber, wie ich Schwierigkeiten überwunden und die Arbeit reibungslos abgeschlossen hatte, damit sie mein Arbeitsvermögen sahen. Die Brüder und Schwestern hatten danach eine sehr hohe Meinung von mir. Auch vor meiner Arbeitspartnerin hatte ich mich aufgespielt. Jedes Mal, wenn ich die Arbeit der Kirche erledigt hatte, erzählte ich ihr, wie ich Probleme entdeckt und durch Gemeinschaft gelöst hatte. Das hatte dazu geführt, dass sie sowohl in großen als auch in kleinen Angelegenheiten von mir abhängig geworden war. Weil ich gesundheitlich angeschlagen war, machte sie sich Sorgen, dass ich zu erschöpft sein könnte, um meine Pflicht normal auszuführen, und so hob sie alle leckeren und nahrhaften Sachen für mich auf. Ich sah, wie ich mich bei jeder Gelegenheit selbst erhöht und aufgespielt hatte, sodass die Leute eine hohe Meinung von mir hatten und zu mir aufschauten. Damit wollte ich einen Status in den Herzen der Menschen haben! Die Pflichten einer Leiterin bestehen darin, Gott zu erhöhen, Ihm Zeugnis abzulegen und die Brüder und Schwestern vor Gott zu bringen. Das ist Gottes Absicht. Ich hatte jedoch alle Brüder und Schwestern vor mich selbst gebracht. Ich besaß wirklich keine Menschlichkeit und es fehlte mir gänzlich an Gewissen und Vernunft!
Ich las einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Die Menschen haben eine arrogante Natur und ein arrogantes Wesen, sodass sie imstande sind, oft gegen Gott zu rebellieren und sich Ihm zu widersetzen, nicht auf Seine Worte zu hören, Auffassungen über Ihn zu haben, Dinge zu tun, die Ihn verraten, und Dinge zu tun, um sich selbst zu erhöhen und für sich selbst Zeugnis abzulegen. Du sagst, du seist nicht arrogant, aber nimm einmal an, dass man dir eine Kirche zur Leitung anvertrauen würde, dass Ich dich nicht zurechtstutzen würde und dass niemand im Haus Gottes dich kritisieren oder dir helfen würde. Nachdem du diese Kirche eine Weile geleitet hättest, hättest du die Menschen zu deinen Füßen, und du würdest jeden dazu bringen, dir zu gehorchen, sogar bis zu dem Punkt, dass sie viel von dir halten und zu dir aufsehen würden. Wie könnte das passieren? Das wird von deiner Natur bestimmt; es ist nichts anderes als eine natürliche Offenbarung. Du musst dies nicht bewusst von anderen lernen, noch müssen andere es dir gezielt beibringen oder dir befehlen oder dich zwingen, das zu tun – diese Art von Situation entsteht auf natürliche Weise. Alles, was du tust, zielt darauf ab, dass die Menschen dich erhöhen, dich loben, dich anbeten, dir gehorchen und in allen Dingen auf dich hören. Wenn du in eine Führungsposition versetzt wirst, führst du diese Situation auf natürliche Weise herbei, und selbst wenn du wolltest, könntest du das nicht ändern. Und wie kommt diese Situation zustande? Sie wird durch die arrogante Natur des Menschen bestimmt. Die Äußerungsform der Arroganz ist Auflehnung und Widerstand gegen Gott. Die Menschen sind arrogant, eingebildet und selbstgerecht, also sind sie imstande, ihre eigenen unabhängigen Königreiche zu errichten und die Dinge auf ihre Weise zu tun. Sie sind auch imstande, Menschen in ihre Gewalt zu bringen und in ihren Einflussbereich zu ziehen. Die Tatsache, dass die Menschen so arrogant sind, dass sie imstande sind, ihre eigenen unabhängigen Königreiche zu errichten, beweist, dass ihre Wesensnatur Satan, der Erzengel, ist. Wenn die Menschen mit ihrer Arroganz und Eingebildetheit einen solchen Punkt erreichen, werden sie Gott nicht in ihrem Herzen haben, sie werden Gott beiseitelegen und sie werden Gott sein wollen und jeden dazu bringen, ihnen zu gehorchen. Dann werden sie zu Erzengeln geworden sein. Wenn du Satans arrogante Natur besitzt, wirst du keinen Platz für Gott in deinem Herzen haben. Selbst wenn du an Gott glaubst, wird Gott dich nicht anerkennen, und Er wird dich als bösen Menschen ausmustern“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die überhebliche Natur des Menschen ist die Wurzel seines Widerstands gegen Gott). Gott hat gesagt, weil die Menschen eine arrogante Natur haben, tun sie Dinge, die sich Gott widersetzen, und rebellieren gegen Ihn. Das wird von den Menschen ganz natürlich offenbart. Ich dachte daran, wie ich auf einige Probleme und Schwierigkeiten bei meiner Arbeit stieß, als ich gerade erst Leiterin geworden war. Dank Gottes Erleuchtung und Führung brachte meine Arbeit einige Ergebnisse, aber ich gab Gott nicht die Ehre. Stattdessen nutzte ich es als Kapital, um mich selbst zu rühmen. Ich dachte: „Kein Problem ist mir zu groß und keine Schwierigkeit zu kompliziert.“ Ich hatte das Gefühl, als würde ich die Wahrheit bereits verstehen und wüsste, wie man arbeitet. Infolgedessen wurde ich noch arroganter. Weil ich mich bei meiner Pflicht bei jeder Gelegenheit rühmte, beteten meine Brüder und Schwestern nicht zu Gott und verließen sich nicht auf Ihn, wenn sie auf Probleme stießen. Stattdessen verließen sie sich darauf, dass ich sie löste. Ich dachte sogar schamlos, dass ich die Wahrheit besser verstand als andere, dass ich das Rückgrat der Kirche sei, das Ruder in der Hand hielt und in der Kirche unverzichtbar sei. An diesem Punkt wurde mir klar, wie töricht und lächerlich ich gewesen war. Ich war so arrogant, dass mir auch nur ein Funken Vernunft fehlte! Ich dachte an Paulus. Weil er so arrogant war, legte er ständig Zeugnis für sich selbst ab: wie viele Menschen er durch das Predigen des Evangeliums gewonnen hatte, wie weit er gereist war und wie viel er gelitten hatte. Schließlich bezeugte er, dass für ihn das Leben Christus sei. Er verletzte Gottes Disposition und wurde von Gott bestraft. Beschritt ich nicht den Weg des Paulus? Wenn ich nicht Buße täte, würde mein Ende genauso aussehen wie das von Paulus.
Danach suchte ich weiter nach der Wahrheit und dachte weiter über meine Probleme nach. Ich las einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Das Wort ‚Herrlichkeit‘ gehört nicht den Menschen. Herrlichkeit kann nur Gott, dem Schöpfer, gebühren, und hat nichts mit geschaffenen Wesen zu tun. Selbst wenn die Menschen sich anstrengen und mitwirken, stehen sie immer noch unter der Führung des Wirkens des Heiligen Geistes. Wenn es das Wirken des Heiligen Geistes nicht gibt, was können die Menschen dann tun? Auch das Wort ‚Zeugnis‘ gehört nicht den Menschen. Ob es das Substantiv ‚Zeugnis‘ oder das Verb ‚bezeugen‘ ist – beide Begriffe haben nichts mit geschaffenen Wesen zu tun. Nur der Schöpfer ist würdig, bezeugt zu werden, und würdig, dass Menschen Zeugnis für Ihn ablegen. Das wird durch Gottes Identität, Seinen Status und Sein Wesen bestimmt, und auch dadurch, dass alles, was Gott tut, aus Seinem Bemühen entspringt und Gott dessen würdig ist. Was die Menschen zu tun vermögen, ist zweifelsohne begrenzt, und ist das Ergebnis der Erleuchtung, Führung und Anleitung durch den Heiligen Geist. Was die menschliche Natur betrifft, so werden die Menschen arrogant, sobald sie einige Wahrheiten verstehen und etwas Arbeit leisten können. Ohne den Beistand von Gottes Gericht und Seiner Züchtigung kann niemand Unterwerfung unter Gott erreichen und für Ihn Zeugnis ablegen. Aufgrund von Gottes Vorherbestimmung können die Menschen einige Gaben oder besondere Talente besitzen, einen Beruf erlernt oder sich Fachkenntnisse angeeignet haben oder eine gewisse Klugheit besitzen, was dazu führt, dass sie unerträglich arrogant werden und ständig wollen, dass Gott Seine Herrlichkeit und Sein Zeugnis mit ihnen teilt. Ist das nicht unvernünftig? Das ist extrem unvernünftig. Das zeigt, dass sie die falsche Stellung einnehmen. Sie betrachten sich nicht als Menschen, sondern als eine spezielle Art, als Übermenschen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, schämte ich mich ziemlich. Ehre und Zeugnis haben nichts mit uns Menschen zu tun. Nur der Schöpfer ist es würdig, bezeugt zu werden. Um die Menschheit zu erretten, ertrug Gott all das Leid der Menschenwelt. Obwohl Er von der KPCh verfolgt, von der Welt verspottet und von der religiösen Gemeinschaft verurteilt und verleumdet wird, hat Gott es immer still ertragen. Gott hat einen so großen Preis für uns gezahlt, das können wir gar nicht in Worte fassen. Ich bin nur ein winziges geschaffenes Wesen. Selbst wenn ich einige Pflichten tun kann, sind diese doch begrenzt. Es war genau wie damals, als ich Li Hua als bösen Menschen entlarvt hatte. Es war Gott, der mich dazu führte, die passenden Worte Gottes zu finden, und dieser böse Mensch war erst einsichtig, als meine Brüder und Schwestern sie obendrein entlarvten. Als ich bei meiner Pflicht auf Schwierigkeiten stieß, war es Gott, der umgehend dafür sorgte, dass die Leiter mit mir Gemeinschaft hielten. Ich verstand Gottes Absichten aus Seinen Worten, und erst da hatte ich Glauben. Das alles wurde von Gott bewirkt. Ich selbst hatte nichts Lobenswertes getan. Ohne Gottes Führung hätte ich bei meiner Pflicht unmöglich gute Ergebnisse erzielen können. Ich hatte jedoch den ganzen Verdienst dafür für mich beansprucht. Ich war wirklich arrogant und es fehlte mir an Vernunft! Meine verdorbene Disposition war so schwerwiegend, doch Gott hatte mir wegen meiner bösen Taten nicht den Rücken gekehrt und mich nicht ausgemustert. Es war Gott, der die Situation meiner Verhaftung arrangierte, um meine Schritte aufzuhalten und mich davon abzuhalten, weiter Böses zu tun. Er benutzte auch die Worte eines Polizisten, um mich dazu zu bringen, über mich selbst nachzudenken und mich zu verstehen. Das Wesen Gottes ist so wunderbar und gütig! Ich habe auch wahrhaftig erfahren, dass nur Gott das Lob und das Zeugnis der Menschen verdient! Später las ich diese Worte Gottes: „Welche Vorgehensweise stellt also keine Selbsterhöhung und Selbstbezeugung dar? Wenn du dich mit einer bestimmten Sache angibst und dich selbst bezeugst, dann wirst du im Ergebnis einige Menschen dazu bringen, dass sie eine hohe Meinung von dir haben und dich verehren. Aber wenn du dein Inneres offenlegst und deine Selbsterkenntnis in eben dieser Sache mitteilst, dann ist die Natur dessen eine andere. Stimmt das nicht? Sein Inneres offenzulegen und die eigene Selbsterkenntnis zu teilen, ist etwas, das eine normale Menschlichkeit aufweisen sollte. Es ist etwas Positives. Wenn du dich wirklich erkennst und genau, aufrichtig und präzise über deinen Zustand redest, wenn du Erkenntnisse teilst, die sich voll und ganz auf Gottes Worte gründen, wenn diejenigen, die dir zuhören, erbaut werden und davon profitieren und du Gottes Wirken bezeugst und Ihn verherrlichst, dann bezeugst du damit Gott. Wenn du dadurch, dass du dein Inneres offenlegst, viel über deine Stärken redest, und darüber, wie du gelitten und den Preis gezahlt hast und in deinem Zeugnis standhaft geblieben bist, und die Menschen infolgedessen eine hohe Meinung von dir haben und dich verehren, dann bezeugst du dich damit selbst. Du musst imstande sein, den Unterschied zwischen diesen beiden Äußerungsformen zu erkennen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 4: Sie erhöhen und bezeugen sich selbst). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, fand ich einen Weg, Gott zu erhöhen und Ihm Zeugnis abzulegen. Ich verstand auch den Unterschied zwischen dem Bezeugen Gottes und dem Prahlen mit sich selbst. Bei beidem geht es darum, über die eigenen Erfahrungen Gemeinschaft zu halten, aber der entscheidende Unterschied liegt in den eigenen Absichten und den erzielten Ergebnissen. Während des gemeinschaftlichen Austauschs sollten wir über unseren wahren Zustand und die Verdorbenheit sprechen, die wir offenbart haben, auf Basis davon und der Worte Gottes unsere eigene Verdorbenheit entlarven, und schließlich darüber sprechen, welche Wege der Praxis wir gefunden und welches Verständnis von Gott wir gewonnen haben. Nur wenn wir auf diese Weise Gemeinschaft halten, erhöhen wir Gott und legen Zeugnis für Ihn ab. Wenn wir nur darüber reden, wie wir Probleme gelöst haben und wie wir in unserem Zeugnis standhaft geblieben sind, als uns Dinge widerfuhren, und nur über die guten Seiten sprechen, ohne unsere eigene Verdorbenheit zu entlarven, dann ist diese Art von gemeinschaftlichem Austausch reine Angeberei. Wenn ich von meiner Erfahrung erzählte, öffnete ich mich nicht und legte die Verdorbenheit, die ich an den Tag gelegt hatte, nicht offen. Jedes Mal tat ich vor meinen Brüdern und Schwestern, als würde ich die Wahrheit positiv und aktiv zum Ausdruck bringen. Das ließ meine Brüder und Schwestern glauben, ich hätte Glauben und könnte Probleme lösen. Was ich tat, war, mich selbst zu erhöhen und anzugeben.
Danach teilte mich die Kirche für die Textarbeit ein. Eines Tages besprach ich die Arbeit mit Schwester Ding Ning, meiner Arbeitspartnerin. Ding Ning sagte: „Ich finde, dass ich mich in dem Brief, den ich an die Brüder und Schwestern geschrieben habe, nicht so klar ausgedrückt habe wie du. Ich finde, der, den du geschrieben hast, ist sehr gut.“ Als Ding Ning das gesagt hatte, freute ich mich sehr. Ich wollte schon wieder damit angeben, wie ich solche Briefe schrieb. In diesem Moment wurde mir etwas bewusst: War das nicht schon wieder der Wunsch, mich zu rühmen? Also sagte ich zu Ding Ning: „Eigentlich hatte ich beim Schreiben auch Schwierigkeiten. Manchmal wusste ich nicht, wie ich mich ausdrücken sollte. Ich schrieb etwas, löschte es wieder, schrieb etwas anderes und wollte manchmal sogar aufgeben. Später betete ich zu Gott und dachte darüber nach, warum ich nicht gut schreiben konnte. Während ich nach der Wahrheit suchte und nachdachte, verstand ich, dass meine Absicht beim Schreiben falsch war. Ich schrieb nicht, um meine Pflicht gut zu tun – ich wollte gut schreiben, damit die Leute mich bewunderten. Also betete ich zu Gott, dass es in Ordnung sei – egal wie es geschrieben wäre – solange es die Grundsätze berücksichtigte und die Brüder und Schwestern es verstehen konnten. Als ich so praktizierte und weiterschrieb, hatte ich einige Ideen und konnte meine beabsichtigte Bedeutung klar ausdrücken. Ich erinnerte mich an diese Worte Gottes: ‚Ich erscheine dem heiligen Königreich und verberge mich vor dem Land des Schmutzes‘ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 29). Da verstand ich die Bedeutung dieses Satzes. Als ich falsche Absichten hatte und den Brief nutzen wollte, um anzugeben, verbarg Gott Sein Angesicht vor mir, und egal wie ich schrieb, es war nicht gut. Aber als ich die richtige Haltung einnahm und schrieb, um Ergebnisse zu erzielen, konnte ich es unter Gottes Führung reibungslos schreiben.“ Nachdem Ding Ning das gehört hatte, sagte sie, sie wisse nun, wie sie es machen solle. Indem ich auf diese Weise praktizierte, fühlte ich innerlich eine tiefe Ruhe.
Wenn ich danach mit meinen Brüdern und Schwestern zusammen war, öffnete ich mich bewusst, entlarvte meine eigene verdorbene Disposition und die Art, wie ich mich in der Vergangenheit selbst erhöht und zur Schau gestellt hatte. Ich erzählte davon, wie Gott eine Situation arrangiert hatte, um mich zu retten und zu verändern. So konnten meine Brüder und Schwestern mich durchschauen und Gottes Errettung der Menschen verstehen. Wenn ich danach meine Pflicht tat, erhöhte ich mich nicht mehr selbst und gab nicht an, wie ich es in der Vergangenheit getan hatte. Dass ich mich auf diese Weise ändern konnte, ist das Ergebnis der Führung von Gottes Worten. Dank sei Gott!