27. Als ich erfuhr, dass jemand nach seiner Verhaftung und Folter Gott verraten hatte

Von Mo Wuwen, China

Ende 2022 erfuhr ich, dass der Gemeindeleiter Lin Hui nach seiner Verhaftung Gott verriet und zu einem Judas wurde. Während des Verhörs drohte die Polizei Lin Hui, um ihn dazu zu bringen, Informationen über die Finanzen der Gemeinde und die Brüder und Schwestern preiszugeben. Sie sagten, wenn er nicht gesteht, würde er ins Gefängnis kommen, und nutzten die Zukunft seiner Tochter als Druckmittel gegen ihn. Aus Angst vor dem Leid im Gefängnis und aus Sorge um die Zukunft seiner Tochter, wurde er zum Komplizen der KPCh. Er führte die Polizei zu einem Haus, in dem die Bücher mit Gottes Worten aufbewahrt wurden, und half der Polizei sogar bei der Gehirnwäsche der verhafteten Brüder und Schwestern. Als ich sah, dass Lin Hui als Judas entlarvt und aus der Gemeinde ausgeschlossen worden war, kam ich ins Grübeln: „Lin Hui hatte viele Jahre lang seine Pflicht als Leiter getan. Sein gemeinschaftlicher Austausch mit den Brüdern und Schwestern war für gewöhnlich recht klar. Logisch betrachtet sollte jemand, der mit solcher Begeisterung strebt, doch eine gewisse Größe haben. Wie konnte er nach seiner Verhaftung zu einem Judas werden? Nicht einmal Lin Hui, der so begeistert gestrebt hatte, konnte in seinem Zeugnis standhaft bleiben. Ich war noch nie Leiterin gewesen und verstehe nicht viel von der Wahrheit; was, wenn ich eines Tages verhaftet werde? Wenn die Polizei mich verurteilt oder die Zukunft meiner Familie benutzt, um mir zu drohen, werde ich dann in meinem Zeugnis standhaft bleiben können? Wenn ich nicht standhaft bleiben kann und zu einem Judas werde, bin ich auf ewig verdammt! Würde das nicht bedeuten, dass es für mich weder eine gute Zukunft noch einen guten Bestimmungsort geben wird? Wie könnte ich gerettet werden und in das Königreich eingehen?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto niedergeschlagener wurde ich, und ich verlor jede Motivation, meine Pflicht zu tun. Immer wenn ich hörte, dass Brüder und Schwestern in irgendeiner Gemeinde verhaftet worden waren, bekam ich große Angst. Ich hatte die ständige Sorge, dass auch ich eines Tages von der Polizei verhaftet werden und nicht standhaft bleiben könnte. Zu dieser Zeit waren einige Schwestern, die für die Bereinigungsarbeit zuständig waren, in einem schlechten Zustand und brauchten gemeinschaftlichen Austausch, um ihre Probleme zu lösen. Ich hatte mit ihnen bereits Zeit und Ort für ein Treffen vereinbart. Als ich später hörte, dass es in dieser Gegend Sicherheitsrisiken gab, wollte ich nicht hingehen. „Was, wenn ich verhaftet werde?“ Dann hielt eine Schwester mit mir Gemeinschaft, und schließlich ging ich hin und zögerte die Sache nicht hinaus.

Danach suchte ich nach einer Antwort darauf, wie ich Lin Huis Verrat an Gott nach seiner Verhaftung verstehen sollte. Ich las Gottes Worte: „Im Zeitalter des Königreiches wird der Mensch gänzlich vollkommen gemacht werden. Nach dem Werk der Eroberung wird der Mensch Läuterung und Trübsal unterzogen werden. Diejenigen, die diese während dieser Drangsal überwinden und in ihrem Zeugnis standhaft bleiben können, sind jene, die letztendlich vollkommen gemacht werden; sie sind die Überwinder. Während dieser Trübsal muss der Mensch diese Läuterung annehmen, und diese Läuterung ist die letzte Begebenheit von Gottes Werk. Es ist das letzte Mal, dass der Mensch vor dem Abschluss von Gottes gesamter Führungsarbeit geläutert wird. Alle, die Gott folgen, müssen diesen abschließenden Test und diese letzte Läuterung annehmen. Jene, die von Drangsal umgeben sind, sind ohne das Wirken des Heiligen Geistes und ohne Gottes Führung. Jene aber, die tatsächlich erobert wurden und die wahrhaftig nach Gott streben, werden letztendlich standhaft sein. Sie sind diejenigen, die über Menschlichkeit verfügen und die Gott aufrichtig lieben. Ganz gleich, was Gott tut, diese Siegreichen werden nicht der Visionen beraubt sein und sie werden dennoch die Wahrheit in die Praxis umsetzen, ohne ihr Zeugnis zu verlieren. Sie sind diejenigen, die letztendlich aus der großen Drangsal hervorgehen werden. Und auch wenn jene Leute, die sich nur zu ihrem eigenen Vorteil durchwursteln, heute immer noch schmarotzen können, ist niemand imstande, der letzten Drangsal zu entkommen, und niemand kann dem letzten Test entkommen. Für jene, die überwinden, ist diese Drangsal eine kolossale Läuterung; für jene aber, die sich nur zu ihrem eigenen Vorteil durchwursteln, ist es das Werk der völligen Ausmusterung. Ganz gleich, wie sie geprüft werden, die Loyalität jener, die Gott in ihrem Herzen tragen, bleibt unverändert; was jedoch jene anbelangt, die Gott nicht in ihrem Herzen tragen, sobald Gottes Werk für ihr Fleisch nicht von Vorteil ist, ändern sie ihre Ansicht über Gott und sie verlassen Gott sogar. Das sind diejenigen, die am Ende nicht standhaft bleiben werden, die nur nach Gottes Segnungen streben und keinerlei Verlangen haben, sich für Gott aufzuwenden und sich Ihm zu verschreiben. Solche verabscheuungswürdigen Menschen werden alle ‚vertrieben‘ werden, wenn Gottes Werk zu einem Ende kommt, und ihnen wird überhaupt keine Barmherzigkeit zuteilwerden. Jene Leute ohne Menschlichkeit besitzen absolut keine wahre Liebe zu Gott. Wenn die Lage angenehm ist oder es für sie von Nutzen ist, sind sie Gott gegenüber völlig gehorsam, aber sobald etwas ihre Begierden beeinträchtigt oder diese schließlich zunichtegemacht werden, erheben sie sich sofort in Rebellion. Es kann sogar von heute auf morgen passieren, dass sie sich von einem lächelnden, ‚gutherzigen‘ Menschen in einen wild aussehenden Henker verwandeln und ihren Wohltäter von gestern unerwartet und ohne jeden Grund als ihren Todfeind behandeln. Wenn diese bösen Dämonen, die töten, ohne mit der Wimper zu zucken, nicht hinausgeworfen werden, werden sie dann nicht zu einer ernsthaften verborgenen Bedrohung? Es ist nicht so, dass das Werk der Errettung des Menschen zu vollständig abgeschlossen ist, sobald das Werk der Eroberung beendet ist. Obwohl das Eroberungswerk zu Ende ist, ist das Werk der Reinigung des Menschen nicht beendet; solch ein Werk wird erst dann zu Ende sein, wenn der Mensch gänzlich gereinigt ist, das heißt, sobald jene, die sich Gott wirklich unterwerfen, vollkommen gemacht wurden und sobald diese Verkleideten, die Gott nicht in ihrem Herzen tragen, entfernt wurden. Diejenigen, die Gott in der letzten Stufe Seines Werkes nicht zufriedenstellen, werden gänzlich ausgemustert werden, und diejenigen, die ausgemustert werden, gehören den Teufeln. Da sie außerstande sind, Gott zufriedenzustellen, sind sie Gott gegenüber aufsässig und obwohl diese Menschen Gott heute folgen, beweist dies nicht, dass sie diejenigen sind, die letztendlich übrig bleiben. In den Worten ‚diejenigen, die Gott bis zum Ende folgen, werden Errettung erhalten‘, ist die Bedeutung von ‚folgen‘, inmitten von Trübsal standzuhalten. Heutzutage glauben viele, dass es einfach ist, Gott zu folgen. Wenn aber Gottes Werk im Begriff ist zu enden, wirst du die wahre Bedeutung von ‚folgen‘ kennen. Nur weil du noch in der Lage bist, Gott heute zu folgen, nachdem du erobert worden bist, beweist dies nicht, dass du zu denen gehören wirst, die vervollkommnet werden. Diejenigen, die nicht in der Lage sind, die Prüfungen zu erdulden, die außerstande sind, inmitten der Trübsal siegreich zu sein, werden letztendlich nicht standhaft sein können, und somit Gott nicht bis ganz zum Ende folgen können. Diejenigen, die Gott wirklich folgen, sind in der Lage, den Prüfungen ihrer Arbeit standzuhalten, während jene, die Gott nicht wirklich folgen, außerstande sind, jeglicher Prüfung Gottes standzuhalten. Früher oder später werden sie ausgeschlossen werden, während die Überwinder im Königreich bleiben werden. Ob der Mensch Gott wirklich sucht oder nicht, wird anhand der Prüfung seiner Arbeit festgelegt, das heißt, durch Gottes Prüfungen, und es hat nichts mit dem zu tun, was der Mensch selbst beschließt. Gott weist keine Person leichtfertig zurück. Alles, was Er tut, kann den Menschen völlig überzeugen. Er tut nichts, was für den Menschen nicht sichtbar ist, oder irgendein Werk, das den Menschen nicht überzeugen kann. Ob der Glaube des Menschen wahr ist oder nicht, wird von den Tatsachen belegt, und kann nicht vom Menschen beschlossen werden. Dass ‚Weizen nicht zu Spreu gemacht werden kann, und Spreu nicht zu Weizen gemacht werden kann‘, ist nicht zu bestreiten. All jene, die Gott wirklich lieben, werden letztendlich im Königreich bleiben, und Gott wird niemanden, der Ihn wirklich liebt, schlecht behandeln(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gottes Werk und die Praxis des Menschen). Als ich über Gottes Worte nachdachte, verstand ich, dass in den letzten Tagen Gott das Werk vollbringt, bei dem alle ihrer Art entsprechend eingeordnet werden. Das Unkraut und der Weizen, die guten und die bösen Knechte, die Schafe und die Böcke können nur durch Prüfungen und Drangsal offenbart werden. Es hat einen Sinn, dass Gott zulässt, dass uns Verfolgung und Drangsal widerfahren. Für diejenigen, die aufrichtig an Gott glauben, ist es Vervollkommnung; für diejenigen, die opportunistisch nach Segen streben und sich durchwursteln, ist es eine Enthüllung und Ausmusterung. Diejenigen, die Gott wahrhaftig wollen, werden Gott nicht verleugnen oder verraten, ganz gleich, welche Art von Verfolgung oder Drangsal sie erleben, und sie können die Wahrheit suchen und in ihrem Zeugnis standhaft bleiben. Was aber diejenigen, die Gott nicht aufrichtig folgen, betrifft: Selbst wenn sie eine Zeit lang nach außen hin Dingen entsagen und sich aufwenden können und sie sich im Haus Gottes als Gläubige tarnen können, sobald das von Gott arrangierte Umfeld für ihr Fleisch ungünstig wird und sich ihr Verlangen nach Segnungen zerschlägt, sind sie imstande, Gott sofort zu verleugnen und zu verraten. Diejenigen, die inmitten von Prüfungen die Wahrheit praktizieren und in ihrem Zeugnis standhaft bleiben können, sind die, die Gott erretten und vervollkommnen will. Diejenigen, die in ihrem Zeugnis nicht standhaft bleiben können, sind das Unkraut, das offenbart wird. Gottes Werk ist so weise! Ich dachte an den Bruder in dem Kirchenfilm „Erinnerungen an meine Jugend“, der erst 20 Jahre alt war. Wegen seines Glaubens an Gott wurde er von der KPCh verhaftet und musste ihre Verfolgung erleiden. Um ihn zu zwingen, Gott zu verleugnen und zu verraten, war die Polizei so grausam, Becher voll kochendem Wasser über ihn zu übergießen. Doch der Bruder war sich sicher, dass dies der wahre Weg war, und obwohl er alle Arten von Folter erlitt, hat er Gott weder verleugnet noch verraten. Dann gibt es da noch den Film „Feuer im Schmelzofen“, in dem die Polizei die Schwester schamlos nackt ausgezogen hat und ihr mit Elektroschockern Stromstöße versetzte, um sie zu zwingen, Gott zu verraten. Die Schwester ertrug immense Demütigung und Qual. In ihrem Schmerz betete sie zu Gott und schwor, lieber zu sterben, als Satan nachzugeben. Sie hat Gott weder verleugnet noch verraten, sondern ein wunderbares und durchschlagendes Zeugnis für Ihn abgelegt und Satan beschämt. Ich erkannte, dass Brüder und Schwestern, die wahrhaft an Gott glauben, Gott nicht verleugnen oder verraten werden, ganz gleich, wie viel Gefahr oder Drangsal ihnen widerfährt. Aber Lin Hui, der lange Zeit ein Leiter in der Gemeinde gewesen war, war nach seiner Verhaftung zum Judas geworden und hatte die Interessen der Gemeinde ans Messer geliefert. Um der grausamen Folter zu entgehen, die Zukunft seiner Tochter zu sichern und seine eigene Haut zu retten, wurde er zu einem Komplizen und Lakaien des großen roten Drachen. Er hatte viele Jahre an Gott geglaubt und oft ausführlich mit den Brüdern und Schwestern Gemeinschaft gehalten, aber er glaubte nicht, dass das Schicksal der Menschen in Gottes Händen liegt. Und im entscheidenden Moment war er dann imstande, Gott zu verleugnen und zu verraten. War dann nicht die gesamte Gemeinschaft, die er mit anderen gehalten hatte, nichts weiter als Worte und Glaubenslehren? Die Fakten offenbarten, dass er überhaupt keine Wahrheitsrealität besaß. Er war nur ein Ungläubiger, der sich in Gottes Haus eingeschlichen hatte in der vergeblichen Hoffnung, durch Opportunismus Segen zu erlangen. In der Vergangenheit hatte ich nur sein äußeres Verhalten beurteilt. Weil er ein Leiter gewesen war und zudem redegewandt, hatte ich gedacht, er besäße Wahrheitsrealität. Erst Gottes Offenbarung versetzte mich in die Lage, ihn zu durchschauen. Gleichzeitig erkannte ich auch das wahre Maß meiner eigenen Größe. Als ich noch nie in eine gefährliche Situation geraten war, dachte ich sogar oft, ich hätte ein gewisses Maß an Glauben. Aber als ich erfuhr, dass jemand gefoltert worden war und Gott verraten hatte, lebte ich in Angst und Zaghaftigkeit. Ich hatte nicht nach der Wahrheit gesucht, um eine Lektion daraus zu ziehen, noch hatte ich darüber nachgedacht, wie ich meine Pflicht treu ausführen könnte. Ich erkannte, dass ich keinerlei Wahrheitsrealität besaß. Die Zeit ist gekommen, in der Gott das Werk der Menschen prüft. Ich muss mich mit mehr Wahrheit ausrüsten, damit ich in Prüfungen und Drangsal standhaft bleiben kann.

Später dachte ich auch über die wahre Ursache meiner Negativität nach. Ich las Gottes Worte: „Wisst ihr also, welche Dinge in den Tiefen der menschlichen Herzen liegen? (Glaube an Gott, um Segnungen zu erlangen; das ist etwas, das in den Herzen der Menschen liegt.) Das ist richtig. Die Menschen glauben alle an Gott, um Segnungen, Belohnungen und Kronen zu erlangen. Hat nicht jeder Mensch diese Absicht im Herzen? In Wirklichkeit hat sie jeder Mensch. Das ist eine Tatsache. Obwohl die Menschen nicht oft darüber sprechen und ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen zu erlangen, sogar vertuschen, sind dieses Verlangen, diese Absicht und dieses Motiv, die tief in den Herzen der Menschen liegen, nie ins Wanken gekommen. Ganz gleich, wie viel geistliche Theorie die Menschen verstehen, welche erfahrungsbasierten Erkenntnisse sie besitzen, welche Pflicht sie tun können, wie viel Leid sie erdulden oder wie hoch der Preis ist, den sie zahlen, nie lassen sie die Absicht, Segnungen zu erlangen, die tief in ihren Herzen verborgen ist, los und mühen sich dafür immer still ab und beschäftigen sich. Ist das nicht die Sache, die am tiefsten in den Herzen der Menschen vergraben ist? Wie würdet ihr euch ohne diese Absicht, Segnungen zu erlangen, fühlen? Mit welcher Haltung würdet ihr eure Pflicht tun und Gott folgen? Was würde aus den Menschen werden, wenn diese Absicht, Segnungen zu erlangen, die in ihren Herzen verborgen ist, vollständig ausgemerzt würde? Es ist möglich, dass viele Menschen negativ würden und dass einige bei ihren Pflichten demotiviert würden und das Interesse an ihrem Glauben an Gott verlieren würden. Sie schienen ihre Seelen verloren zu haben, und es sähe so aus, als ob ihnen ihre Herzen weggenommen worden wären. Deshalb sage Ich, dass die Absicht, Segnungen zu erlangen, etwas ist, das tief in den Herzen der Menschen verborgen ist(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sechs Kriterien für Wachstum im Leben). Als ich mich im Licht von Gottes Worten betrachtete, erkannte ich endlich, dass meine Negativität und mein Mangel an Motivation hauptsächlich in meiner Absicht, Segen zu erlangen, begründet lagen. Früher, als die Lage angenehm war, war ich in meinem Streben voller Begeisterung und führte aktiv meine Pflicht aus. Aber rückblickend kam meine Motivation hauptsächlich von dem Gedanken, dass ich nur dann eine gute Zukunft und ein gutes Ziel haben könnte, wenn ich meine Pflicht gut ausführte. Da aber jetzt wie Lin Hui zu einem Judas geworde war und Gott verraten hatte, machte ich mir Sorgen, dass ich bei einer Verhaftung wie Lin Hui sein und in meinem Zeugnis nicht standhaft bleiben würde. Dann hätte ich weder ein gutes Ergebnis noch einen guten Bestimmungsort, also begann ich, mich zurückzuziehen. Selbst wenn ich meine Pflicht tat, tat ich es nur noch halbherzig, und wenn Gefahr im Verzug war, rannte ich schnell nach Hause, um mich zu verstecken. Mir war egal, ob ich meine Pflicht gut ausführte, solange ich nur in Sicherheit war. Mein Glaube an Gott diente nur dazu, Segnungen und einen guten Bestimmungsort zu bekommen, und ich wollte mich weder Gefahren noch Drangsal stellen. Ich suchte in den von Gott arrangierten Situationen nicht nach der Wahrheit, um Lehren daraus zu ziehen. Gab es denn überhaupt einen Unterschied zwischen meinem Glauben an Gott und dem der Ungläubigen, die sich in Gottes Haus einschleichen, nicht nach der Wahrheit streben und vergeblich auf Segnungen hoffen? Wenn ich nicht nach der Wahrheit suchen würde, um diesen Zustand zu beseitigen, würde ich mit Sicherheit in jeglichen Prüfungen fallen, die mir widerfahren. Dieses Mal hatte Gott mich mithilfe einer derartigen Situation offenbart und mich auf diese Weise gerettet. Ich dankte Gott von Herzen.

Später überlegte ich auch: Warum hatte ich so eine starke Reaktion, als ich sah, dass ein Leiter verhaftet worden und zu einem Judas geworden war? Ich dachte, dass alle Leiter Menschen sind, die ein ziemlich gutes Verständnis der Wahrheit haben und Wirklichkeit besitzen, und dass sie, wenn sie verhaftet werden, in der Lage sein sollten, in ihrem Zeugnis standhaft zu bleiben. Aber stimmten meine Ansichten mit der Wahrheit überein? Auf meiner Suche las ich Gottes Worte: „Wenn die Brüder und Schwestern jemanden zum Leiter wählen oder Gottes Haus jemanden befördert, um eine bestimmte Arbeit zu erledigen oder eine bestimmte Pflicht auszuführen, bedeutet das nicht, dass diese Person einen besonderen Status oder eine besondere Stellung hat oder dass die Wahrheiten, die sie versteht, tiefer und zahlreicher sind als die anderer Menschen – geschweige denn, dass diese Person in der Lage ist, sich Gott zu unterwerfen und Ihn nicht verraten wird. Mit Sicherheit bedeutet es auch nicht, dass sie Gott kennt und jemand ist, der Gott fürchtet. Sie hat tatsächlich nichts davon erreicht. Die Beförderung und Förderung sind nur eine Beförderung und Förderung im direkten Sinn, und nicht gleichbedeutend damit, dass sie von Gott vorherbestimmt und für würdig erachtet worden ist. Dass sie gefördert und befördert wurde, bedeutet einfach, dass sie befördert worden ist und auf die Förderung wartet. Und das Endergebnis dieser Förderung hängt davon ab, ob diese Person nach der Wahrheit strebt, und davon, ob sie in der Lage ist, den Weg des Strebens nach der Wahrheit zu wählen(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (5)). „Gottes Worte hochzuhalten und in der Lage zu sein, sie ungeniert zu erklären, bedeutet nicht, dass man Wirklichkeit besitzt – die Dinge sind nicht so einfach, wie du sie dir vorstellst. Ob du Wirklichkeit besitzt oder nicht, beruht nicht auf dem, was du sagst, vielmehr basiert es auf dem, was du auslebst. Erst wenn Gottes Worte zu deinem Leben und deiner natürlichen Offenbarung werden, kann man sagen, dass du Wirklichkeit besitzt, und erst dann kannst du als jemand gelten, der wahres Verständnis und wahre Größe aufweist. Du musst imstande sein, Überprüfungen über einen langen Zeitraum standzuhalten, und du musst in der Lage sein, das Abbild auszuleben, das Gott von dir verlangt; es darf nicht bloßes Getue sein, sondern es muss von dir auf natürliche Weise offenbart werden. Erst dann wirst du wahrlich Wirklichkeit besitzen, und erst dann wirst du Leben erlangt haben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur die Wahrheit in die Praxis umsetzen heißt Wirklichkeit besitzen). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gottes Haus Menschen entsprechend den Bedürfnissen der Gemeindearbeit fördert und ausbildet. Einige, die das Kaliber und die Voraussetzungen besitzen, Leiter oder Mitarbeiter zu sein, werden als Leiter oder Mitarbeiter ausgewählt oder befördert, um bestimmte Arbeiten zu verrichten. Das soll ihnen Übungsmöglichkeiten bieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie Wahrheitsrealität besitzen, noch bedeutet es, dass ihr Maß an Größe das der anderen Brüder und Schwestern übersteigt Sie führen einfach andere Pflichten aus und erfüllen andere Funktionen. Als ich mich im Licht von Gottes Worten betrachtete, sah ich, dass meine Sichtweise auf Leiter und Mitarbeiter falsch war. Als ich zum Beispiel erfuhr, dass Lin Hui verhaftet worden war, dachte ich: „Da er ein Leiter ist und auch recht klar und deutlich Gemeinschaft hält, strebt er sicherlich nach der Wahrheit und besitzt Wahrheitsrealität. Wenn er verhaftet wird, sollte er in der Lage sein, in seinem Zeugnis standhaft zu bleiben.“ Als ich dann erfuhr, dass er voll und ganz zu einem Judas geworden war, konnte ich es nicht verstehen. Und da ich nie Leiterin oder Mitarbeiterin gewesen war, machte ich mir Sorgen, dass ich im Falle einer Verhaftung nicht in der Lage sein würde, standhaft zu bleiben. Jetzt verstand ich: Ob eine Person Wahrheitsrealität besitzt, hängt nicht davon ab, welche Pflicht sie getan hat oder wie viele Glaubenslehren sie aufsagen kann, sondern hauptsächlich davon, ob sie die Wahrheit praktizieren kann, wenn es darauf ankommt. Ich dachte an eine ältere Schwester in der Gemeinde, die für die sichere Aufbewahrung der Opfergaben verantwortlich war. Als ein Judas die Polizei zu ihrem Haus führte, um es zu durchsuchen, und die Polizei sie bedrohte und zur Herausgabe der Opfergaben zwingen wollte, machten bösen Mächte Satans der Schwester keine Angst. Sie riskierte ihr Leben, um die Opfergaben zu schützen, verließ sich auf Gott, um der Polizei weise zu begegnen, und nachdem die Polizei gegangen war, brachte sie die Opfergaben umgehend in Sicherheit. In den Augen der Menschen war diese ältere Schwester keine Leiterin gewesen und konnte weder Gemeinschaft halten noch predigen, aber als es darauf ankam, hat sie ihre eigene Sicherheit ignoriert, um die Opfergaben zu schützen und die Interessen von Gottes Haus zu wahren. Eine solche Person legte Zeugnis ab.

Ein Grund für Lin Huis Versagen war seine Angst vor dem Leid im Gefängnis. Ein anderer Grund war, dass er, als der große rote Drache die Zukunft seiner Tochter als Druckmittel einsetzte, nicht glaubte, dass das Schicksal der Menschen in Gottes Händen liegt. Ich dachte über meinen eigenen ähnlichen Zustand nach und suchte nach Worten Gottes, die diesen Zustandsaspekt behandeln. Ich las Gottes Worte: „Das Schicksal des Menschen wird von Gottes Händen gelenkt. Du bist nicht in der Lage, dich selbst zu lenken. Selbst wenn sich der Mensch ständig für sich selbst abhetzt und geschäftig ist, bleibt er unfähig, sich selbst zu lenken. Wenn du deine eigenen Perspektiven wissen könntest, wenn du dein eigenes Schicksal lenken könntest, würde man dich dann noch als ein geschaffenes Wesen bezeichnen? … Der Bestimmungsort des Menschen ist in den Händen des Schöpfers – wie also sollte der Mensch sich selbst lenken können?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Wiederherstellung des normalen Lebens der Menschen und ihre Hinführung zu einem wundervollen Bestimmungsort). Ich dachte über Gottes Worte nach und verstand, dass Gott der Schöpfer ist und der Mensch ein geschaffenes Wesen und dass das Schicksal der Menschen in Gottes Händen liegt. Wie das Schicksal eines Menschen aussieht, ist längst von Gott bestimmt und arrangiert worden. Selbst wenn Menschen ihre eigenen Vorkehrungen treffen und Pläne schmieden, haben sie keine Kontrolle über ihr Schicksal. Meine Sorge, dass die Polizeikräfte der KPCh die Zukunft meiner Familie als Druckmittel einsetzen würden, beruhte hauptsächlich auf meinem Mangel an wahrem Verständnis für Gottes Herrschaft. Schließlich verstand ich: Wenn ich eines Tages wirklich verhaftet und eingesperrt werde, liegt es allein in Gottes Händen, ob meine Familie mit hineingezogen wird oder nicht. Ich bin ein geschaffenes Wesen und kann nicht einmal mein eigenes Schicksal kontrollieren, und doch machte ich mir Sorgen um die Zukunft meiner Familie. Wie töricht von mir! Schon bevor ich verhaftet wurde, machte ich mir Sorgen, als Judas enthüllt zu werden, also versuchte ich, meine eigene Haut zu retten, indem ich mich zu Hause versteckte und nicht einmal die Pflichten tat, die ich tun sollte. Mir fehlte jegliche Treue zu meiner Pflicht. Äußerlich hatte ich Gott nicht wie Lin Hui als Judas direkt verraten, aber war ich durch die schlechte Ausführung meiner Pflicht nicht Satan in die Falle gegangen und hatte mein Zeugnis verloren? Also betete ich zu Gott: „O Gott, Lin Hui ist als Judas offenbart worden. Ich habe viele falsche Ansichten offenbart und war zaghaft und ängstlich, aber durch diese Offenbarung habe ich meine wahre Größe klar erkannt und sehe, wie wenig Glauben ich habe. O Gott, bitte führe mich, damit ich in Zukunft bei der Ausführung meiner Pflicht in meinem Zeugnis standhaft bleibe.“ Danach dachte ich an die Schwestern, die für die Bereinigungsarbeit zuständig waren und sich in einem schlechten Zustand befanden, und mir fiel ein, dass es noch Arbeit gab, die mit ihnen besprochen werden musste. Also vereinbarte ich einen Termin, um mich mit ihnen zu treffen, und unsere Versammlung erzielte einige Ergebnisse.

Dieses Mal erlaubte mir die Offenbarung eines Judas, meine wahre Größe zu erkennen und zu sehen, wie stark mein Verlangen nach Segen war. Ich erlangte auch ein gewisses Verständnis für meine selbstsüchtige und verachtenswerte satanische Disposition. Gleichzeitig erkannte ich dadurch auch noch deutlicher, dass es keine leichte Sache ist, an Gott zu glauben, um in einem von der KPCh regierten Land die Wahrheit zu erlangen. Man muss dafür wirklich sein Leben aufs Spiel setzen! Obwohl meine Größe noch immer gering ist, bin ich bereit, mich in einer solchen Umgebung Gottes Worten und Seinem Werk zu unterwerfen und sie zu erfahren. Dank sei Gott!

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