69. „Kinder sind die beste Altersvorsorge“ – Ist diese Ansicht richtig?
Als ich ein Kind war, hörte ich meinen Vater oft sagen: „Dein zweiter Onkel zeigt keine kindliche Pietät und versorgt deinen Großvater nicht. Deine Mutter und ich, wir waren es, die deinen Großvater versorgt haben. Man zieht Kinder groß, damit man im Alter versorgt ist. In Zukunft musst du dich um uns kümmern und bis an unser Lebensende für uns da sein!“ Als ich erwachsen war, kümmerte ich mich um meine Eltern, bis sie starben. Auch ich hoffte, dass meine Tochter sich im Alter um mich kümmern würde. Als meine Tochter das Sprechen gelernt hatte, fragte ich sie: „Für wen wirst du dein Geld ausgeben, wenn du groß bist?“ Meine Tochter sagte: „Wenn ich groß bin, werde ich ganz, ganz viel Geld verdienen, um es für Mami und Papi auszugeben.“ Glücklich sagte ich: „Meine liebe Tochter, deine Mutter hat dich nicht umsonst großgezogen!“ Meine Tochter ist sehr klug. Sie lernt alles schnell und gehört bei Prüfungen immer zu den Besten. Ich war sehr glücklich und dachte bei mir: „Meine Tochter ist so klug, sie wird bestimmt eine glänzende Zukunft haben. Selbst wenn ich kein Geld habe, muss ich für ihre Bildung aufkommen, damit sie nach dem Studium eine gute Arbeit findet. Dann wird es für sie kein Problem sein, im Alter für uns zu sorgen.“
Im April 2003 wurde ich verhaftet, weil ich an Gott glaubte und das Evangelium predigte, und war 25 Tage lang in Haft. Um einer erneuten Verhaftung durch die Polizei zu entgehen, verließ ich im November mein Zuhause, um an einem anderen Ort meine Pflichten zu tun. Damals war ich sehr zwiegespalten: „Meine Tochter hat in sechs Monaten ihre Hochschulaufnahmeprüfung. Wenn ich jetzt gehe, wird ihre Schulausbildung dann nicht darunter leiden? Wenn das diese Prüfung und ihre Zukunftsaussichten beeinträchtigt, wird sie mich dann am Ende hassen? Wird sie nichts mehr von mir als ihrer Mutter wissen wollen? Ich habe nur eine einzige Tochter. Wenn sie mich nicht mehr als ihre Mutter will, auf wen soll ich mich dann im Alter verlassen? Aber wenn ich nicht weggehe und wieder verhaftet werde, wird meine Tochter mit Sicherheit hineingezogen. Ihre Zukunft wäre dann völlig ruiniert. Ich würde dann auch verurteilt werden und könnte meine Pflichten nicht mehr tun.“ Nach langem Überlegen entschied ich mich trotzdem, mein Zuhause zu verlassen. Da die Polizei ständig nach mir suchte, traute ich mich nicht nach Hause.
Als ich älter wurde, ließen meine Energie und meine körperliche Kraft nach, und mein Blutdruck war eher hoch. Mein Sehvermögen wurde schlechter, und ich bekam Tinnitus und einen Hörverlust. Bei körperlicher Arbeit begann auch mein Herz zu rasen, sodass ich mich dann eine Weile hinlegen und ausruhen musste. Ich dachte bei mir: „Werde ich jetzt alt? Wer wird sich denn jetzt im Alter um mich kümmern?“ In dieser Zeit vermisste ich meine Tochter sehr und dachte: „Ich zähle doch immer noch darauf, mich im Alter auf sie verlassen zu können!“ 2021 kehrte ich zum Haus meiner älteren Schwester zurück, um das Evangelium zu predigen, und erfuhr, dass meine Tochter auswärts arbeitete und ihren Tanten gegenüber viel kindliche Pietät zeigte. Ich dachte, dass sie dann bestimmt auch nett zu mir sein würde, und ich freute mich sehr darauf, meine Tochter eines Tages wiederzusehen. Ende August des folgenden Jahres predigte ich gerade auswärts das Evangelium, als meine Schwester mir schrieb, dass meine Tochter für ein paar Tage zurückgekommen war. Ich eilte über Nacht zum Haus meiner Schwester zurück, aber meine Tochter wollte mich nicht sehen. Ich fühlte mich schrecklich, aber ich konnte die Gefühle meiner Tochter verstehen. Schließlich hatte ich mich siebzehn Jahre lang nicht um sie gekümmert, also war es normal, dass sie wütend war. Als ich meine Tochter später sah, war ich so glücklich, dass ich sie umarmen wollte. Doch sie setzte sich weit von mir weg, und Enttäuschung ließ mein Herz erkalten. Nach einer Weile sagte ich zu ihr: „Ich habe mir all die Jahre Sorgen um dich gemacht. Ich hatte Angst, dass die Polizei mich verhaften würde und du mit hineingezogen würdest, deshalb habe ich mich nicht nach Hause getraut. Und du hast all die Jahre gelitten.“ Sie sagte verbittert: „Ich habe nicht gelitten. Ich bin jetzt erwachsen. Ich leide nicht!“ Nachdem sie das gesagt hatte, drehte sie sich um und ging. Sie war nicht einmal eine halbe Stunde geblieben. Ich war zutiefst enttäuscht. „Ich habe mich so sehr abgemüht, dich großzuziehen, und mich so sehr um dich gekümmert. Als du zur Schule gingst, habe ich dir von den letzten dreitausend Yuan unserer Familie ein E-Keyboard gekauft, damit du eine Fertigkeit erlernst und eine gute Zukunft hast. Ich habe so viel Herzblut in dich gesteckt, und jetzt willst du nichts mehr von mir wissen? Ich habe dich wirklich umsonst großgezogen!“ Ich dachte: „Mein offizieller Meldestatus wurde von der kommunistischen Regierung Chinas gelöscht, mein Mann hat sich von mir scheiden lassen und meine Tochter will nichts mehr von mir wissen. Ich bin jetzt sechzig Jahre alt, und meine Gesundheit wird von Jahr zu Jahr schlechter. Was soll bloß aus mir werden, wenn ich alt werde? Wer wird nach mir sehen, wenn ich krank werde? Wer wird im Alter für mich sorgen und mich in meiner letzten Stunde begleiten?“ Nachts lag ich im Bett, wälzte mich hin und her und konnte nicht schlafen. Als ich daran dachte, wie meine Tochter mich nicht einmal „Mama“ genannt hatte, wurde mir klar, dass es keine Hoffnung mehr gab, mich im Alter auf sie verlassen zu können. Ich fühlte mich so elend, als würde mir das Herz zerquetscht. In jenen Tagen war ich wie betäubt, hatte keine Motivation, meine Pflicht zu tun, und predigte das Evangelium nur noch rein mechanisch.
Im Februar 2023 hörte ich, dass Schwester Sun Jing krank geworden war, aber ihr Mann kümmerte sich sehr sorgfältig und aufmerksam um sie. Ich dachte bei mir: „Wenn die Schwester krank ist, kümmert sich ihr Mann um sie. Was soll bloß aus mir werden, wenn ich krank werde? Meine Tochter will nichts mehr von mir wissen, und wenn ich mich am Ende nicht mehr bewegen kann, wäre es mir so peinlich, wenn sich meine Schwestern von der Kirche um mich kümmern müssten. Ich kann meinen Brüdern und Schwestern doch nicht zur Last fallen! Außerdem lebe ich allein. Wenn mir also etwas zustoßen würde, wüsste es niemand. Was, wenn ich nicht rechtzeitig ins Krankenhaus kommen und allein zu Hause sterben würde?“ Ich konnte nicht umhin, mich ständig zu sorgen, dass im Alter niemand da sein würde, der sich um mich kümmert und mich in meiner letzten Stunde begleitet. Eines Tages las ich während meiner Andachten Gottes Worte und erlangte eine gewisse Einsicht in meinen Zustand. Der Allmächtige Gott sagt: „Macht ihr als Eltern einen Fehler, wenn ihr eure Hoffnungen auf eure Kinder setzt, und hofft, dass sie euch gegenüber pflichtbewusst sind und euch unterstützen können, wenn sie erwachsen sind? Das ist nicht falsch und nicht zu viel verlangt. Worin liegt hier also das Problem? Sie wollte sich ständig auf ihre Kinder verlassen, auf diese Weise ein gutes Leben haben und den Rest ihres Lebens so verbringen, und hatte immer damit gerechnet, sich an Dingen von ihren Kindern zu erfreuen. Inwiefern war ihre Sichtweise dabei falsch? Warum hatte sie diese Vorstellung? Worin hatte ihre Sichtweise ihren Ursprung? Die Menschen hegen immer ausschweifende Hoffnungen auf eine bestimmte Lebensweise und einen bestimmten Lebensstandard. Das heißt, noch bevor die Menschen herausfinden, wie Gott ihr Leben vorherbestimmt hat oder was ihr Schicksal ist, haben sie bereits geplant, wie ihr Lebensstandard sein muss, nämlich, dass sie glücklich sein müssen und Friede und Freude in ihrem Leben herrschen und sie reich und wohlhabend sein müssen und Menschen haben, die ihnen helfen und auf die sie vertrauen können – die Menschen haben ihren eigenen Lebensweg, ihre Lebensziele, ihren endgültigen Bestimmungsort im Leben und alles andere bereits geplant. … Wenn man bedenkt, dass sie ständig diesen Wunsch und diese Pläne hatte, trug sie Gott im Herzen? (Nein.) Was war also, in gewisser Weise, die Ursache für die Qual, die von all ihren Anstrengungen herrührte? (Die Ursache war ihr Wunsch.) Das ist vollkommen richtig. Wie also kam ihr Wunsch zustande? (Dadurch, dass sie nicht an Gottes Souveränität oder an Seine Orchestrierung und Anordnungen glaubte.) Das stimmt. Sie verstand nicht, wie das Schicksal der Menschen zustande kommt, noch verstand sie, wie Gottes Souveränität wirkt. Das ist die Wurzel des Problems“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine Auffassungen auflöst, kann man den richtigen Weg des Glaubens an Gott einschlagen (2)). Was Gott da offenlegte, traf genau auf meinen Zustand zu. Ich war erst etwas über vierzig, als ich mein Zuhause verließ, um meine Pflicht zu tun. Weil ich damals jung und stark war, dachte ich nicht darüber nach, was aus mir werden würde, wenn ich alt wäre. Jetzt, wo ich älter bin, wird meine Gesundheit von Jahr zu Jahr schlechter, und viele Zukunftsängste stiegen in mir auf. Ich machte mir Sorgen, was aus mir werden sollte, wenn ich krank würde und nicht mehr für mich selbst sorgen könnte, und niemand da wäre, um sich um mich zu kümmern. Mein offizieller Meldestatus wurde in den Jahren, in denen ich von zu Hause weg war, gelöscht, und mein Mann hatte sich von mir scheiden lassen. Ursprünglich dachte ich, weil meine Tochter ihren Tanten gegenüber so viel kindliche Pietät zeigte, würde sie sicherlich auch freundlich zu mir sein. Aber ich hatte nicht erwartet, dass meine Tochter nichts mehr von mir wissen wollte und dass es überhaupt keine Hoffnung mehr gab, dass sie sich im Alter um mich kümmern würde. Ich sah, dass ich mich auf meine Tochter nicht verlassen konnte, und so machte ich mir Sorgen, dass niemand da sein würde, um sich um mich zu kümmern, wenn ich in Zukunft krank würde, und dass ich allein zu Hause sterben würde, ohne dass es jemand bemerkte. Besonders als ich hörte, dass Sun Jing krank war und ihr Mann sich um sie kümmerte, fühlte ich mich noch einsamer und erbärmlicher. Und als ich daran dachte, dass ich zukünftig in meinem Leben niemanden hatte, auf den ich mich verlassen konnte, war ich traurig und fühlte mich elend. Ich sagte zwar, dass Gott die Herrschaft über alles hat, aber in Wirklichkeit hatte ich kein Verständnis von Gottes Herrschaft, und in meinem Herzen gab es keinen Platz für Gott. Ich dachte immer nur darüber nach, wie ich mir selbst einen Ausweg schaffen könnte, und betrachtete meine Tochter sogar als meine Stütze. Ich hatte keinen Glauben an Gott. Dieser Zustand wäre sehr gefährlich, wenn ich ihn nicht beheben würde.
Später dachte ich nach: „Warum ist es mir so wichtig, ob im Alter jemand für mich sorgt und da ist, wenn ich sterbe? Was ist das Problem?“ Ich las Gottes Worte: „Einige Menschen klammern sich an eine morsche und veraltete Vorstellung und sagen: ‚Eigentlich ist es egal, ob die Kinder ihre Eltern ehren und sich im Alter um sie kümmern, aber zumindest muss es bei ihrem Tod jemanden geben, der die Trauerriten einleitet, damit es vor anderen anständig aussieht. Andernfalls, wenn sie zu Hause sterben und niemand es bemerkt, werden die Leute spotten, und das wäre zu erbärmlich!‘ Na wenn schon, wenn es niemand weiß. Wenn ein Mensch stirbt, weiß er nichts mehr. Wenn sein Körper stirbt, verlässt ihn seine Seele sofort. Egal, wo der Körper ist oder wie er nach dem Tod aussieht, ist er nicht auf alle Fälle tot? Selbst wenn er bei einer prächtigen Beerdigung in einem Sarg nach draußen getragen wird, verwest der Körper doch, sobald er in der Erde liegt, oder nicht? Die Leute denken: ‚Kinder an der Seite zu haben, damit sie dich in einen Sarg legen, dir Bestattungskleidung anziehen, Make-up auftragen und eine prächtige Beerdigung arrangieren, ist eine ruhmvolle Sache. Wenn du stirbst, ohne dass jemand eine Beisetzung für dich arrangiert oder dir einen gebührenden Abschied bereitet, ist es so, als hätte dein ganzes Leben keinen ordentlichen Abschluss.‘ Ist diese Vorstellung richtig? (Nein, sie ist nicht richtig.) Heutzutage achten junge Leute nicht mehr so sehr auf solche Dinge, aber es gibt immer noch Menschen in abgelegenen Gebieten und ältere Menschen mit wenig Einsicht, die glauben, dass Kinder sich im Alter um ihre Eltern kümmern und ihnen einen gebührenden Abschied bereiten müssen, wenn diese sterben. Dieser Gedanke und diese Sichtweise sind tief in ihren Herzen verankert, und egal, wie du über die Wahrheit Gemeinschaft hältst, sie akzeptieren sie nicht – was ist die letzte Konsequenz davon? Die Konsequenz ist, dass sie dadurch tief verletzt werden. Dieser Tumor liegt schon lange in ihnen verborgen, und er wird sie vergiften. Wenn sie ihn ausgraben und entfernen, werden sie nicht mehr von ihm vergiftet, und ihr Leben wird frei sein. Alle falschen Handlungen werden von absurden Gedanken und Sichtweisen geleitet. Es gibt zum Beispiel Menschen, die Angst davor haben, nach ihrem Tod in ihrem Haus zu verwesen, also denken sie ständig: ‚Ich muss einen Sohn großziehen. Wenn mein Sohn erwachsen ist, kann ich nicht zulassen, dass er sehr weit weg geht. Was ist, wenn er nicht an meiner Seite ist, wenn ich sterbe? Niemanden zu haben, der sich im Alter um mich kümmert oder mir einen gebührenden Abschied bereitet, wenn ich sterbe, wäre eines meiner größten Bedauern im Leben! Wenn ich jemanden hätte, der das für mich tut, dann wäre mein Leben nicht umsonst gewesen. Es wäre ein perfektes Leben. Ich kann auf keinen Fall zum Gespött werden.‘ Ist das nicht eine morsche Denkweise? (Doch.) Sie ist altbacken und dekadent und schreibt dem physischen Körper zu viel Wichtigkeit zu! In Wirklichkeit ist der physische Körper wertlos: Nachdem er Geburt, Alter, Krankheit und Tod durchlaufen hat, ist nichts mehr übrig. Nur wenn du zu Lebzeiten die Wahrheit und Errettung erlangt hast, kannst du ewig leben. Wenn du die Wahrheit nicht erlangt hast und dein Körper dann stirbt und zerfällt, wird nichts mehr übrigbleiben; egal wie sehr dich deine Kinder ehren, du wirst es nicht genießen können. Wenn ein Mensch stirbt und seine Kinder ihn in einem Sarg begraben, kann dieser alte Körper dann irgendetwas fühlen? Kann er irgendetwas wahrnehmen? (Nein, kann er nicht.) Er hat überhaupt keine Wahrnehmung. Aber im Leben messen die Menschen dieser Angelegenheit große Bedeutung bei und verlangen viel von ihren Kindern, wenn es darum geht, ob sie ihnen einen gebührenden Abschied bereiten können, wenn sie sterben – und das ist töricht, nicht wahr? … Wenn du nach der Wahrheit strebst, solltest du als Vater oder Mutter vor allen Dingen die traditionellen, morschen und degenerierten Gedanken und Ansichten darüber ablegen, ob die Kinder dich ehren, sich im hohen Alter um dich kümmern und dir einen gebührenden Abschied bereiten, wenn du stirbst, und diese Angelegenheit richtig angehen. Wenn deine Kinder dich wirklich ehren, dann akzeptiere es auf eine angemessene Art und Weise. Aber wenn deine Kinder nicht die Voraussetzungen oder die Energie haben, dich zu ehren, oder nicht vorhaben, dich zu ehren, und sich nicht um dich kümmern können, wenn du alt bist oder dir keinen gebührenden Abschied bereiten können, wenn du stirbst, dann brauchst du es nicht zu verlangen oder traurig zu sein. Alles liegt in Gottes Händen. Die Geburt hat ihre Zeit, der Tod hat seinen Ort, und Gott hat bestimmt, wo die Menschen geboren werden und wo sie sterben“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Was Gottes Worte offenlegte, traf genau auf meinen Zustand zu. Ich machte mir immer Sorgen, dass sich niemand um mich kümmern würde, wenn ich alt würde oder da sein würde, wenn ich sterbe, und was passieren würde, wenn ich sterben würde und niemand es herausfände, und dass mein Körper dann zu Hause verwesen würde. Bei diesem Gedanken verfiel ich in Negativität und wurde schwach, ich lebte in Betrübnis und Besorgnis. Tatsächlich sind meine Geburtszeit, meine Todeszeit und mein Todesort alle von Gott vorherbestimmt. Ob meine Tochter am Ende meiner Tage da sein kann, hängt von Gottes Herrschaft und Anordnung ab. Ich war betrübt und besorgt, weil ich mein Fleisch zu sehr schonte und nicht erfassen konnte, was der Tod des Fleisches eigentlich bedeutet. Gott sagt: „In Wirklichkeit ist der physische Körper wertlos: Nachdem er Geburt, Alter, Krankheit und Tod durchlaufen hat, ist nichts mehr übrig.“ Wenn das Fleisch stirbt, hat es kein Bewusstsein. Selbst wenn dir jemand das letzte Geleit gibt und dich in einem Sarg beerdigt, wird dein Fleisch nicht trotzdem verwesen? Was macht es also aus, ob deine Kinder da sind, um dich ins Grab zu begleiten? Würdest du das mitbekommen? Und doch hielt ich diese Sache für so wichtig. War das nicht überaus töricht? In Wirklichkeit ist es aber so: Wenn Menschen die Wahrheit nicht erlangen, dann können ihre Seelen nicht gerettet werden, selbst wenn sie eine prunkvolle Beerdigung haben, und sie werden sogar in die Hölle kommen. Gott sagt: „Nur wenn du zu Lebzeiten die Wahrheit und Errettung erlangt hast, kannst du ewig leben.“ Nur indem wir die Wahrheit erlangen, unsere satanischen, verdorbenen Dispositionen ablegen und die Pflichten eines geschaffenen Wesens gut tun, können wir das ewige Leben erlangen und Errettung empfangen und von Gott an einen wunderbaren Bestimmungsort gebracht werden.
Ich las eine weitere Passage aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis von Gottes Herrschaft. Dadurch war ich dann auch weniger betrübt und besorgt. Der Allmächtige Gott sagt: „Wie eng die Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern ist, wie viel sie von ihren Kindern zurückbekommen können, ob sie sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder sich im Alter um sie kümmern – einfach ausgedrückt, all das ist von Gott prädestiniert und vorherbestimmt. Es ist nicht so, dass alles genau so verläuft, wie die Menschen es sich in ihren Köpfen wünschen. Natürlich stellt sich jeder die Dinge sehr schön vor und möchte einige Vorteile aus seinen Kindern ziehen. Aber warum hast du nie bedacht, ob das in deinem Schicksal geschrieben steht? Wie lange die Bindung zwischen dir und deinen Kindern andauern wird, ist entscheidend. Ob jede Arbeit, die du in diesem Leben verrichtest, eine Verbindung zu deinen Kindern haben wird, ob deine Kinder zu den Beteiligten gehören werden, wenn du ein großes Ereignis erlebst – all das hängt von Gottes Vorherbestimmung ab. Ohne Gottes Vorherbestimmung wird alles umsonst sein, egal wie hart du arbeitest. Wenn du deine Kinder bis ins Erwachsenenalter aufgezogen hast, ist deine Verantwortung erfüllt, und deine Kinder werden ganz natürlich zu der für sie vorgesehenen Zeit gehen. Das ist etwas, das die Menschen durchschauen müssen. Wenn du diese Angelegenheit nicht durchschauen kannst, wirst du immer persönliche Sehnsüchte und immer persönliche Forderungen haben und verschiedene Arten von Gedanken und Ansichten annehmen, um deine Ziele zu erreichen. Was wird am Ende geschehen? Du wirst erst auf deinem Sterbebett aufwachen und erkennen, dass du in deinem Leben viele dumme Dinge getan hast, dass du ausschließlich nach Auffassungen und Einbildungen gehandelt hast und zu töricht und unwissend warst; es entspricht einfach nicht der wirklichen Situation oder Gottes Vorherbestimmung“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Gottes Worte sind sehr klar. Ob meine Tochter kindliche Pietät zeigt und ob sie im Alter für mich sorgen und bis zuletzt für mich da sein kann, hängt davon ab, ob mir dieses Schicksal bestimmt ist oder nicht. Wenn Gott nicht vorherbestimmt hat, dass meine Tochter dies tut, dann sind all meine wunderbaren Vorstellungen davon umsonst, ganz egal, wie schön sie auch sein mögen. Selbst wenn meine Tochter es versprechen würde – da sie Tausende von Kilometern entfernt arbeitet und lebt, könnte sie vielleicht sowieso nicht an meiner Seite sein, wenn ich krank werde und sterbe. Ich konnte das nicht durchschauen und lebte in tiefem Gram, weil meine Tochter mich ignorierte und es keine Hoffnung mehr gab, dass sie im Alter für mich sorgen und in den letzten Momenten für mich da sein würde. Ich hatte mir nur selbst etwas vorgemacht und meine Zeit mit Unsinn verschwendet. Ich erinnerte mich an eine alte Dame in unserem Nachbardorf. Als sie in ihren Achtzigern war, konnte sie nicht mehr für sich selbst sorgen, aber keiner ihrer drei Söhne kümmerte sich um sie. Die alte Dame ist verhungert, und niemand war da, um ihr das letzte Geleit zu geben. Ich dachte auch an eine ältere Schwester, deren Tochter ins Ausland zog und nie zurückkam. Jetzt sind die ältere Schwester und ihr Mann beide in ihren Siebzigern. Immer wenn sie krank werden, fährt ihr Neffe sie zu Untersuchungen ins Krankenhaus, und sie leben immer noch ein ziemlich gutes Leben. Das Leben eines jeden Menschen ist von Gott vorherbestimmt und angeordnet. Ich muss alles, was mich betrifft, Gott anvertrauen und mich Seinen Orchestrierungen unterwerfen. Ich sollte mir keine Sorgen mehr um mein Alter machen.
Ich suchte weiter und las noch mehr von Gottes Worten: „Kinder aufzuziehen ist ein menschlicher Instinkt und auch eine Verantwortlichkeit und Verpflichtung des Menschen. Eltern sollten von ihren Kindern nicht verlangen, dass sie sie ehren, noch sollten sie nur Kinder bekommen, damit sie jemanden haben, der sie im Alter unterstützt. Das Ziel der Menschen bei der Kindererziehung ist an sich schon unangemessen. Wenn ihre Kinder sie also nicht ehren, sagen sie lächerliche Dinge wie: ‚Was du auch tust, ziehe bloß keine Kinder auf.‘ Da das Ziel unrein ist, sind auch die Gedanken und Standpunkte, die sie entwickeln, inkorrekt. Muss man sie also nicht korrigieren und loslassen? (Doch.) Wie sollte man sie korrigieren und loslassen? Welche Art von Ziel ist ein reines Ziel? Welche Art von Gedanken und Ansichten sind korrekt? Mit anderen Worten, was ist die korrekte Art und Weise, mit deiner Beziehung zu deinen Kindern umzugehen? Zunächst einmal: Kinder aufzuziehen ist deine eigene Entscheidung – du hast sie bereitwillig auf die Welt gebracht und großgezogen, und sie waren passiv bei ihrer Geburt. Abgesehen von der Verantwortlichkeit, Nachkommen zu zeugen, die den Menschen von Gott gegeben wurde, und abgesehen von Gottes Bestimmung, besteht für diejenigen, die Eltern sind, ihr subjektiver Grund und Ausgangspunkt darin, dass sie bereit sind, ihre Kinder zur Welt zu bringen. Da du bereit bist, Kinder zu bekommen, solltest du sie auch zu Erwachsenen großziehen und sie befähigen, selbstständig zu leben. Du hast durch ihre Erziehung bereits viel gewonnen und großen Nutzen daraus gezogen. Zunächst einmal hast du eine frohe Zeit genossen, in der du mit deinen Kindern zusammengelebt hast, und du hast auch den Prozess der Erziehung genossen. Obwohl dieser Prozess sowohl Freuden als auch Mühen hatte, war es doch öfter der Fall, dass du das Glück erfahren hast, deine Kinder zu begleiten und von ihnen begleitet zu werden. Das ist auch ein Prozess, der zum Erfahren des Lebens gehört. Du hast diese Dinge genossen und bereits viel durch deine Kinder gewonnen, nicht wahr? Kinder bringen ihren Eltern Freude und Gesellschaft, und durch den Preis, den die Eltern zahlen, und die Zeit und Energie, die sie bei der Erziehung ihrer Kinder aufwenden, dürfen sie dabei zuschauen, wie diese kleinen Wesen allmählich zu Erwachsenen heranwachsen. Sie beginnen als ahnungslose junge Wesen, die überhaupt nichts wissen. Nach und nach lernen die Kinder zu denken und zu sprechen, erlangen die Fähigkeit, Worte zusammenzusetzen, die Fähigkeit, sich verschiedene Arten von Wissen anzueignen und zu unterscheiden, und die Fähigkeit, mit ihnen Gespräche zu führen, mit ihnen zu kommunizieren und Angelegenheiten auf Augenhöhe mit ihnen zu betrachten. Für Eltern ist das Erleben dieses Prozesses das größte Glück und kann durch kein anderes Ereignis und keine andere Person ersetzt werden. Eltern haben im Laufe der Kindererziehung bereits viel Freude und Verständnis von ihren Kindern erhalten, was für sie ein großer Trost und Gewinn ist. Ob deine Kinder dich ehren werden, ob du dich auf sie für absolut alles verlassen kannst und was du von ihnen erhalten kannst, hängt davon ab, ob ihr dazu bestimmt seid, zusammenzuleben, und das liegt an Gottes Vorherbestimmung. In anderer Hinsicht hängt es ebenfalls von Gottes Vorherbestimmung ab, in welcher Umgebung deine Kinder leben, wie ihre Lebensbedingungen sind, ob sie die Voraussetzungen haben, sich um dich zu kümmern, ob es ihnen finanziell gut geht und ob sie dich mit materiellen Freuden versorgen und dich mit materiellen Dingen unterstützen können. Ob du als Elternteil die materiellen Dinge, das Geld oder den emotionalen Trost genießen kannst, die dir deine Kinder geben, hängt zudem ebenfalls von Gottes Vorherbestimmung ab“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). „Lasst uns vorerst davon absehen, aus der Perspektive der Kinder zu sprechen. Sprechen wir stattdessen nur aus der Perspektive der Eltern. Eltern sollten nicht verlangen, dass ihre Kinder sie ehren, sich, wenn sie älter sind, um sie kümmern und sie unterstützen – das ist unnötig. Einerseits handelt es sich um eine Haltung, die Eltern gegenüber ihren Kindern haben sollten; andererseits um die Würde, die Eltern besitzen sollten. Natürlich gibt es auch noch einen wichtigeren Aspekt: den Grundsatz, an den sich geschaffene Wesen, die Eltern sind, im Umgang mit ihren Kindern halten sollten. Wenn deine Kinder dich ehren und bereit sind, sich um dich zu kümmern, brauchst du ihnen das nicht abzuschlagen; wenn sie es nicht tun wollen, brauchst du nicht den ganzen Tag lang mit einem unwohlen und missgünstigen Gefühl im Herzen zu jammern und zu stöhnen oder einen Groll gegen deine Kinder zu hegen. Du solltest die Verantwortung übernehmen und die Last für dein eigenes Leben und Überleben so weit wie möglich selbst tragen und diese Dinge nicht auf andere abwälzen, insbesondere nicht auf deine Kinder. Du solltest einem Leben ohne die Gesellschaft oder Hilfe deiner Kinder an deiner Seite proaktiv und richtig entgegensehen, und selbst wenn du getrennt von deinen Kindern lebst, solltest du allem, was das Leben dir beschert, dennoch allein ins Auge sehen können“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Gottes Worte sind sehr klar. Es ist ein menschlicher Instinkt und eine menschliche Verantwortung und Verpflichtung für Eltern, ihre Kinder großzuziehen. Eltern entscheiden sich, ihre Kinder zur Welt zu bringen, und egal, wie viel Leid sie auf sich nehmen oder welchen Preis sie für ihre Erziehung zahlen, es ist einfach das, was sie tun sollten. Ich war jedoch von der traditionellen Auffassung „Kinder sind die beste Altersvorsorge“ beeinflusst, und verlangte von meiner Tochter, im Alter für mich zu sorgen und zum Zeitpunkt meines Davonscheidens für mich da zu sein. Ich hielt es für vollkommen normal und gerechtfertigt: Da ich sie großgezogen hatte, als sie jung war, musste sie für mich sorgen, wenn ich alt wäre. Diese Ansicht stimmt nicht mit der Wahrheit überein. Meine Tochter großzuziehen, war meine Verantwortung und Verpflichtung. Das war einfach das, was ich damals tun musste. Ich habe jedoch den Preis, den ich für die Erziehung meiner Tochter gezahlt habe, als Verhandlungsgrundlage benutzt, damit sie im Alter für mich sorgt. Als mein Verlangen nicht erfüllt wurde, wurde ich wütend und war aufgewühlt. Ich war wirklich zu selbstsüchtig und verachtenswert! Obwohl wir Mutter und Tochter sind, sind wir vor Gott doch beide geschaffene Wesen und haben den gleichen Status. Meine Tochter ist nicht meine Sklavin, und es war unvernünftig von mir, von ihr zu verlangen, im Alter für mich zu sorgen. Ich hatte bereits das erhalten, was mir für die Erziehung meiner Tochter zustand. Von ihrer Geburt an, über die Zeit, als sie uns Mama und Papa nannte, bis hin zu dem Zeitpunkt, als sie erwachsen wurde, hat sie unserer Familie viel Freude bereitet. Während ich meine Tochter großzog, reifte mein Denken, und ich sammelte viel Lebenserfahrung. Das sind die Früchte für das Großziehen einer Tochter. Ich darf nicht wütend sein, wenn meine Tochter sich in Zukunft nicht um mich kümmern will. Ich muss die Verantwortung für mein eigenes Leben so weit übernehmen, wie ich dazu in der Lage bin, und darf mich nicht auf meine Tochter verlassen, sondern muss mich stattdessen Gottes Orchestrierung und Seinen Anordnungen unterwerfen. Als ich das verstand, fühlte ich mich deutlich erleichtert.
Später las ich eine Passage aus Gottes Worten, die mein Herz erhellte und mir einen Weg aufzeigte, dem ich folgen konnte. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du das größte Leid und die größte Traurigkeit empfindest, wer kann dann wirklich dein Herz trösten? Wer kann deine Schwierigkeiten wirklich beseitigen? (Gott kann das.) Nur Gott kann die Schwierigkeiten der Menschen wirklich lösen. Wenn du krank bist und deine Kinder an deiner Seite sind und sich um dich kümmern und dich umsorgen, wirst du ganz glücklich sein. Aber mit der Zeit werden deine Kinder es satt haben und niemand wird mehr bereit sein, dich zu bedienen. In solchen Zeiten wirst du dich wirklich einsam fühlen! Du denkst, dass du jetzt keinen Partner an deiner Seite hast, aber ist das wirklich der Fall? Eigentlich nicht, denn Gott ist immer an deiner Seite! Gott verlässt die Menschen nicht. Er ist der Eine, auf den sie sich jederzeit verlassen und bei dem sie jederzeit Zuflucht finden können, und ihr einziger Vertrauter. Unabhängig von dem Leid und den Schwierigkeiten, die euch widerfahren, und unabhängig von den Dingen, die dich gekränkt fühlen lassen, oder Angelegenheiten, die dich negativ und schwach machen, musst du sofort vor Gott treten und beten, und Seine Worte werden dir Trost spenden und deine Schwierigkeiten und deine verschiedenen Probleme lösen. In einer solchen Umgebung wird deine Einsamkeit zur Grundvoraussetzung, um Gottes Worte zu erfahren und die Wahrheit zu erlangen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gott ist jederzeit die Stütze der Menschheit. Wenn wir Schmerzen haben, schwach sind oder auf Schwierigkeiten und Nöte stoßen, ist es Gott, der immer bei uns ist. Gott benutzt Worte, um uns zu erleuchten und zu leiten und unsere Probleme zu lösen, und hilft uns so, schwierige Zeiten zu überstehen. Ich hatte seit meiner Jugend Schwindelanfälle, und diese Krankheit hatte mich mehr als 30 Jahre lang gequält. Jedes Mal, wenn ich einen Anfall hatte, musste ich zwei Tage lang liegen. Selbst wenn meine Tochter kindliche Pietät gezeigt hätte, hätte sie mir nur mit Essen und Trinken helfen können; sie hätte mein Leid nicht lindern und schon gar nicht an meiner Stelle leiden können. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, war meine Krankheit geheilt, ohne dass ich es bemerkte, und ich wurde nicht mehr von ihr gequält. Es war Gott, der mich von meiner Krankheit befreite. Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren von zu Hause weg, um meine Pflicht zu tun, und ich war immer bei guter Gesundheit. Selbst als 2022 die Pandemie schlimm war und sich viele Menschen infizierten, steckte ich mich nie mit Covid an. Ich habe im Moment keine ernsthaften Krankheiten, und obwohl ich ab und zu ein paar kleinere Beschwerden habe, werde ich allein mit einfachen Hausmitteln wieder gesund. Ich habe erfahren, wie Gott mich all die Jahre beschützt hat und dass nur Gott meine Stütze ist. Als ich das verstand, war ich nicht länger betrübt und besorgt darüber, dass im Alter niemand für mich sorgen und mich in meiner letzten Stunde begleiten würde, und mein Herz war viel befreiter. Ich widmete mich dem Predigen des Evangeliums und erzielte nach und nach einige Ergebnisse. Dank sei Gott für Seine Führung!