90. Als mein Verlangen nach Segen zerbrach

Von Li Xin, China

Im Jahr 2009 predigte mir eine Verwandte das Evangelium des Königreichs Gottes. Sie erzählte mir, dass Gott in den letzten Tagen die Wahrheit zum Ausdruck bringt, um unsere Verdorbenheit zu reinigen, die Menschheit von der Sünde zu erretten, uns von diesem leidvollen Leben zu befreien und uns schließlich an einen schönen Bestimmungsort zu bringen, an dem es weder Leid noch Kummer geben würde. Sobald ich das hörte, dachte ich: „Ist das nicht genau das Leben, nach dem ich mich immer gesehnt habe?“ Also nahm ich Gottes Werk der letzten Tage freudig an und fing bald darauf an, in der Kirche meine Pflicht zu tun. In den nächsten Jahren ging es meiner Familie gut und unser Leben verlief reibungslos. Ich dankte Gott oft und war noch motivierter, Dingen zu entsagen und mich aufzuwenden.

Dann, an einem Nachmittag im Herbst 2019, erhielt meine älteste Tochter einen Anruf von der Polizeiwache. Auf der Baustelle, für die mein Mann als Bauunternehmer tätig war, hatte es einen Unfall gegeben. Ein Wanderarbeiter war bei der Arbeit tödlich verunglückt, und mein Mann war in ein Untersuchungsgefängnis gebracht worden, wo er auf sein Verfahren warten sollte. Als ich die Nachricht hörte, war mein Kopf wie leergefegt. Ich dachte bei mir: „Wie konnte das nur passieren? Wie viel Entschädigung werden wir zahlen müssen? Wir haben doch ohnehin kein Geld; das können wir uns überhaupt nicht leisten. Sind wir nicht als Familie ruiniert, wenn mein Mann jetzt in Haft ist?“ Ich konnte gar nicht beschreiben, was in mir vorging. Meine Tochter klagte: „Glaubst du nicht an Gott? Wie konnte unserer Familie so etwas trotzdem passieren?“ Als unsere Verwandten zu Hause davon erfuhren, beklagten sich einige: „Was für ein schreckliches Unglück, dass ihnen das passiert ist! All die Jahre harter Arbeit, um Geld zu verdienen, waren völlig umsonst!“ Andere sagten: „Wer weiß, wie viel sie bezahlen müssen!“ Als ich sie alle durcheinanderreden hörte und erkannte, dass mir niemand beim Geldbeschaffen helfen wollte, sondern sie nur kaltschnäuzige Bemerkungen machten, war ich zutiefst entmutigt. Obendrein machte ich mir Sorgen, dass die Familie des verstorbenen Arbeiters kommen und Ärger machen würde. An diesen Tagen war ich von Angst und Unruhe geplagt. Ich konnte weder richtig essen noch schlafen. Wann immer ich an die Entschädigung dachte, fraßen mich die Sorgen förmlich auf: „Das ganze Geld, das mein Mann in den letzten Jahren von morgens bis abends so hart verdient hat, ist für die Begleichung von Schulden und den Kauf von Maschinen und Werkzeugen draufgegangen. Wir haben kein Geld mehr übrig. Wenn wir Hunderttausende an Entschädigung zahlen müssen, woher soll ich bloß so viel Geld nehmen?“ Ich konnte diese Schwierigkeiten nur Gott anvertrauen und beten: „O Gott, ich weiß nicht, was ich wegen dieser riesigen Entschädigungssumme tun soll. Ich kann nicht auf meine Verwandten oder Freunde zählen. Ich lege all das in Deine Hände. Bitte hilf mir, diese schwere Zeit durchzustehen.“ Ein paar Monate später forderte die Gegenseite nach einer gerichtlichen Schlichtung 280.000 Yuan Entschädigung. Der Anwalt sagte: Wenn wir das Geld zahlen könnten und die Gegenseite eine Vergebungserklärung unterschriebe, müsse mein Mann nicht ins Gefängnis. Wenn wir nicht zahlen könnten, würde er verurteilt werden. Für mich waren 280.000 Yuan eine astronomische Summe! Wie sollte eine Frau wie ich nur an so viel Geld kommen? Aber wenn ich nicht zahlen könnte, würde mein Mann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Mir blieb nichts anderes übrig, als all unsere Verwandten abzuklappern und um Geld zu bitten. Doch zu meiner Überraschung wiesen sie mich alle mit verschiedenen Ausreden zurück. Angesichts ihrer Gleichgültigkeit fühlte ich mich so trostlos und hilflos. Ich machte mir solche Sorgen, dass ich nicht aufhören konnte zu weinen. Immer und immer wieder flehte ich Gott lautstark an und hoffte, Er würde mir helfen, diese schwere Zeit durchzustehen. Doch als die Zahlungsfrist näher rückte, hatte ich noch nicht einmal annähernd diesen Betrag aufbringen können. Ich konnte nicht anders, als in meinem Herzen zu klagen: „Diesen Nichtgläubigen geht es doch gut. Ich glaube an Gott, habe für meinen Glauben alles hinter mir gelassen, und selbst als mein Mann und mein Bruder versuchten, mich aufzuhalten, habe ich beharrlich meine Pflicht getan. Ich bin eine wahre Gläubige, warum also hat Gott mich nicht beschützt? Warum hat Er zugelassen, dass mir ein solches Unheil geschieht?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr überkam mich ein Gefühl der Ungerechtigkeit, und ich flehte Gott an: „O Gott, all die Jahre habe ich meine Pflicht getan. Warum hast Du mich nicht beschützt? Dieses Unheil lastet auf mir wie ein riesiger Berg und ich bekomme kaum noch Luft. Ich ertrage das nicht mehr. Was soll ich nur tun?“ Mir war klar, dass es falsch von mir war, zu hadern, aber ich wusste wirklich nicht mehr weiter und konnte mich in meinem Herzen einfach nicht unterwerfen. In diesen Tagen konnte ich weder essen noch schlafen, ich hatte überhaupt keine Kraft mehr und mir fehlte der Antrieb, Gottes Worte zu lesen. Ich fühlte mich Gott so fern. Da meine Familie das Entschädigungsgeld einfach nicht aufbringen konnte, wurde mein Mann später zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Angesichts dieses Ergebnisses war ich zutiefst bekümmert. Da mein Mann im Gefängnis saß, gab es niemanden, der Geld für die Familie verdiente. Wovon sollten wir in Zukunft leben? Angesichts dieser Schwierigkeiten spürte ich, dass ich mich auf niemanden außer auf mich selbst verlassen konnte. Ich begann zu denken, dass ich meine Pflicht nicht mehr in Vollzeit tun könnte und den halben Tag mit einem Teilzeitjob verbringen müsste.

Nachdem die Verantwortliche der Kirche von meiner Situation erfahren hatte, hielt sie mit mir Gemeinschaft, um mir zu helfen, und riet mir, bei dem, was meiner Familie widerfahren war, nach Gottes Absichten zu suchen und meine Lehren daraus zu ziehen. Also begann ich zu beten und bei Gott zu suchen. Während meiner Andachten las ich einige von Gottes Worten: „Die Aussage Hiobs: ‚Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten die Not nicht auch annehmen?‘ verdeutlicht eigentlich schon, warum er sich Gott unterwerfen konnte, und darin ist die Wahrheit zu suchen. Äußerte er irgendwelche Beschwerden oder Klagen, als er diese Aussage machte? (Nein.) Gab es irgendeine Zweideutigkeit oder negative Implikationen? (Nein.) Definitiv nicht. Hiob erkannte schließlich durch seine Erfahrungen, dass es nicht an den Menschen liegt, zu entscheiden, wie der Schöpfer die Menschen behandelt. Das klingt vielleicht etwas unangenehm, ist aber eine Tatsache. Gott hat das Schicksal eines jeden Menschen für sein ganzes Leben festgelegt; ob du es akzeptierst oder nicht, es ist eine Tatsache. Du kannst dein Schicksal nicht ändern. Gott ist der Schöpfer, und du solltest dich Seinen Anordnungen und Arrangements unterwerfen. Wie auch immer Gott handelt, es ist richtig, denn Er ist die Wahrheit und Er ist der Herrscher über alle Dinge, und die Menschen sollten sich Ihm unterwerfen. Dieses ‚alle Dinge‘ schließt dich mit ein, und es schließt alle geschaffenen Wesen mit ein. Wessen Schuld ist es dann, dass du dich immer widersetzen willst? (Es ist unsere eigene Schuld.) Es ist dein Problem. Du willst immer Gründe anführen und Fehler finden; ist das richtig? Du willst immer Segnungen und Vorteile von Gott erhalten; ist das richtig? Nichts davon ist richtig. Diese Ansichten stellen ein falsches Wissen und Verständnis über Gott dar. Gerade weil deine Ansicht über den Glauben an Gott falsch ist, wirst du dich unweigerlich gegen Gott sträuben, mit Ihm streiten und dich Ihm widersetzen, wann immer du mit einer Situation konfrontiert wirst, indem du immer denkst: ‚Es ist falsch von Gott, dies zu tun; ich kann es nicht verstehen. Jeder würde dagegen protestieren, dass Er es so macht. Das ist nicht Gottes Art!‘ Aber hier geht es nicht darum, wie Gott ist; was immer Gott tut, Er ist immer noch Gott. Wenn dir diese Vernunft und dieses Verständnis fehlen und du jeden Tag die Dinge, die dir widerfahren, prüfst und daraus Schlüsse ziehst, wird das Ergebnis sein, dass du nur auf Schritt und Tritt mit Gott streitest und dich Ihm widersetzt, und es wird dir nicht gelingen, aus diesem Zustand auszubrechen. Wenn du aber dieses Verständnis hast und die Position eines erschaffenen Wesens einnehmen kannst, und wenn du dich in Situationen mit diesem Aspekt der Wahrheit vergleichst und ihn praktizierst und in ihn eintrittst, dann wird deine innere Gottesfurcht mit der Zeit zunehmen. Unbewusst wirst du zu dem Gefühl kommen: ‚Es stellt sich heraus, dass das, was Gott tut, nicht falsch ist; was Gott tut, ist alles gut. Man braucht es nicht zu hinterfragen und zu analysieren; man muss sich einfach Gottes Orchestrierung ausliefern!‘ Und wenn du dich nicht in der Lage siehst, dich Gott zu unterwerfen oder Seine Orchestrierungen zu akzeptieren, wird sich dein Herz getadelt fühlen: ‚Ich war kein gutes geschaffenes Wesen. Warum kann ich mich nicht einfach unterwerfen? Macht das den Schöpfer nicht traurig?‘ Je mehr du dir wünschst, ein gutes geschaffenes Wesen zu sein, desto mehr wachsen dein Verständnis und deine Klarheit über diesen Aspekt der Wahrheit(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Haltung, die der Mensch Gott gegenüber haben sollte). Ich hatte die Geschichte Hiobs zwar schon oft gelesen, sie aber immer nur als eine Geschichte betrachtet. Als ich an jenem Tag erneut darüber nachdachte und sah, wie Hiob selbst angesichts solch großer Prüfungen nicht mit seinen Lippen sündigte, war ich voller Bewunderung für seine Unterwerfung unter Gott. Hiob verlor all seine Schafe und Rinder, die die Hügel bedeckt hatten, sein riesiges Vermögen und alle seine Kinder; außerdem war er mit schmerzhaften Geschwüren übersät, doch er haderte nicht mit Gott. Er wusste, dass Gott der Schöpfer ist und dass der Mensch sich unterwerfen sollte – egal, was Gott tut. Er wusste, dass dies die Vernunft ist, die ein geschaffenes Wesen besitzen sollte. Man kann nicht glücklich sein, wenn Gott segnet, sich aber beklagen, wenn Gott nimmt; das würde bedeuten, den falschen Platz einzunehmen. Deshalb konnte Hiob sagen: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten die Not nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10). Er glaubte, dass alles, was Gott tat, gut war, und auch wenn er es nicht verstand, konnte er sich dennoch unterwerfen. Was waren die Dinge, die mir widerfahren waren, schon im Vergleich zu dem, was Hiob durchmachen musste? Trotzdem zeigte ich nicht die geringste Unterwerfung. Tagtäglich verkündete ich: „Gott hat die Herrschaft über alle Dinge und lenkt alle Dinge; wir sollten uns Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen“, doch als mein Mann in Schwierigkeiten geriet, konnte ich mich überhaupt nicht unterwerfen. Ich verlangte von Gott immer wieder, meine momentanen Schwierigkeiten zu lösen. Als Gott meine Forderungen nicht erfüllte, stellte ich Ihn sogar infrage und wollte wissen, warum Er zuließ, dass mir so etwas passierte. Ich hatte das Gefühl, Gott hätte es auf mich abgesehen und was Er tat, sei unvernünftig. Ich dachte sogar daran, meine Pflicht aufzugeben, um selbst einen Ausweg zu finden. Ich erkannte, dass ich überhaupt kein Verständnis von Gottes Herrschaft hatte und keine Spur von einem gottesfürchtigen Herzen besaß. Wenn ich darüber nachdenke: Bevor ich an Gott glaubte, gab es in meiner Familie sowohl gute als auch schlechte Zeiten. Auch Nichtgläubige erleben manchmal unbeschwerte Zeiten, während sie zu anderen Zeiten mit Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Unglücken konfrontiert werden. In Wirklichkeit ist das Schicksal eines Menschen im Leben, einschließlich dessen, wie viele Nöte und Rückschläge er erleben wird, schon lange von Gott vorherbestimmt. Doch ich glaubte, dass es denen, die an Gott glauben, besser gehen sollte als Nichtgläubigen und dass sie nicht von Unglücken heimgesucht werden sollten. War das nicht ein verdrehtes Verständnis und ein Mangel an Erkenntnis über Gottes Herrschaft? Gott ist der Schöpfer. Er kennt unsere Bedürfnisse am besten und Er schafft geeignete Umstände, damit wir diese erfahren können. Hinter dem, was jedem Menschen widerfährt und zu welchem Zeitpunkt dies geschieht, stecken immer Gottes Herrschaft und Anordnungen. Selbst wenn die Dinge oberflächlich betrachtet nicht mit unseren Auffassungen übereinstimmen, sind sie für unser Leben definitiv von Vorteil: Ich sollte mich unterwerfen und Gottes Absichten suchen. Doch obwohl ich so viel von Gottes Gnade und Segen sowie die Bewässerung und Versorgung durch Seine Worte genossen hatte, zeigte ich nicht die geringste Dankbarkeit. Sobald etwas passierte, das mir nicht gefiel, haderte ich bitterlich mit Gott. Ich sah, wie sehr es mir an Menschlichkeit fehlte! Voller Reue sprach ich ein Bußgebet und war bereit, mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen zu unterwerfen.

Danach dachte ich über mich nach: Warum haderte ich mit Gott, wann immer etwas Unangenehmes passierte? Dann las ich einige von Gottes Worten: „Du hoffst, dass dein Glaube an Gott keinerlei Schwierigkeiten und Drangsal oder das geringste Maß an Leid mit sich bringt. Du strebst stets nach den Dingen, die wertlos sind, und misst dem Leben keine Bedeutung bei, sondern stellst deine eigenen extravaganten Gedanken vor die Wahrheit. Du bist so wertlos! Du lebst wie ein Schwein – welchen Unterschied gibt es zwischen dir und Schweinen und Hunden? Sind diejenigen, die die Wahrheit nicht anstreben und stattdessen das Fleisch lieben, nicht allesamt Vieh? Sind jene geistlosen Toten nicht alle wandelnde Leichen? Wie viele Worte sind unter euch gesprochen worden? Ist denn nur ein wenig Werk unter euch verrichtet worden? Mit wie viel habe Ich euch in eurer Mitte versorgt? Warum hast du es also nicht erlangt? Worüber hast du dich zu beschweren? Ist es nicht der Fall, dass du nichts gewonnen hast, weil du das Fleisch zu sehr liebst? Und liegt es nicht daran, dass deine Gedanken zu extravagant sind? Liegt es nicht daran, dass du zu töricht bist? Wenn du daran scheiterst, diese Segnungen zu gewinnen, kannst du Gott dann dafür die Schuld geben, dich nicht zu retten? Alles, wonach du strebst, ist Frieden erlangen zu können, nachdem du an Gott geglaubt hast – dass deine Kinder frei von Krankheit sind, dass dein Ehemann einen guten Job hat, dass dein Sohn eine gute Ehefrau findet, dass deine Tochter einen guten Ehemann findet, dass deine Ochsen und Pferde das Land gut pflügen, dass es ein Jahr mit gutem Wetter für deine Ernten wird. Das ist es, wonach du strebst. Dein Streben ist nur, bequem zu leben – dass deiner Familie keine Unfälle widerfahren, dass die Winde an dir vorüberziehen, dass dein Gesicht nicht von Staub berührt wird, dass die Ernten deiner Familie nicht überflutet werden – von jeglichem Unheil verschont zu bleiben, in ‚Gottes Umarmung‘ zu leben, in einem gemütlichen Nest zu leben. Ein Feigling wie du, der stets nach dem Fleisch strebt – besitzt du ein Herz, besitzt du einen Geist? Bist du nicht ein Tier? Ich schenke dir den wahren Weg, ohne etwas dafür zu verlangen, dennoch verfolgst du ihn nicht. Bist du noch immer einer von denen, die an Gott glauben? Ich lasse dir wahres menschliches Leben zuteilwerden, dennoch verfolgst du es nicht. Bist du nicht von derselben Art wie Schweine und Hunde? Schweine streben nicht nach dem Leben des Menschen, sie streben nicht danach, gereinigt zu werden, und sie verstehen nicht, was Leben ist. Jeden Tag, nachdem sie sich satt gefressen haben, schlafen sie einfach. Ich habe dir den wahren Weg zuteilwerden lassen, dennoch hast du ihn nicht erlangt, deine Hände bleiben leer. Bist du bereit, in diesem Leben weiterzumachen, dem Leben eines Schweins? Was hat es für eine Bedeutung, dass solche Menschen am Leben sind? Dein Leben ist verachtenswert und unwürdig, du lebst in Schmutz und Liederlichkeit und du verfolgst keinerlei Ziele, ist also dein Leben nicht das unwürdigste von allen? Besitzt du die Frechheit, Gott gegenüberzutreten? Wenn du weiterhin auf diese Weise erfährst, wirst du dann nicht nichts erlangen? Der wahre Weg ist dir geschenkt worden, ob du ihn jedoch letztendlich erlangen kannst, hängt von deinem eigenen Streben ab(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Als ich über Gottes Worte nachdachte, trafen sie mich mitten ins Herz. War ich nicht genau die Art von Mensch, die Gott entlarvt, jemand, der immer nach fleischlichem Frieden sucht und dem es an Herz und Geist mangelt? Der Grund, warum ich überhaupt zum Glauben an Gott gekommen war, war, dass meine Familie immer wieder Schwierigkeiten gegenüberstand und ich einfach etwas finden wollte, worauf ich mich stützen konnte. Als ich hörte, dass Gott Menschen erretten und Frieden und Segen schenken kann, behandelte ich Gott als meinen großen Retter. Ich dachte, solange ich richtig an Gott glaubte und meine Pflicht gut tat, würde Er meine Familie mit Frieden segnen und uns vor Unheil oder Katastrophen bewahren. Als mein Mann den Bauauftrag erhielt und sich die Lebensbedingungen unserer Familie verbesserten, dankte ich Gott überschwänglich und wurde noch proaktiver bei meiner Pflicht. Doch als der Unfall auf seiner Baustelle passierte, wir uns die Entschädigung nicht leisten konnten und er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, beklagte ich mich, dass Gott mich nicht beschützt hatte, und wollte weder Gottes Worte essen und trinken noch beten. Ich hatte sogar das Gefühl, dass auf Gott kein Verlass sei, und dachte darüber nach, mir selbst einen Ausweg zu suchen, indem ich mir einen Teilzeitjob suchte, um Geld zu verdienen. Man stelle sich nur vor: Gott ist in den letzten Tagen Fleisch geworden und kam auf die Erde, um dem Menschen reichlich Wahrheiten zu schenken und den Menschen zu erlauben, Sein Werk zu erfahren, nach der Wahrheit zu streben und eine Veränderung ihrer Disposition zu erreichen, damit sie schließlich gerettet werden und in Sein Königreich eingehen können. Das ist Gottes große Liebe und Errettung für die Menschheit. Aber in meinem Glauben an Gott waren die Ziele meines Strebens falsch; ich wollte nur fleischliche Annehmlichkeiten genießen und hegte sogar die Fantasievorstellung, dass die ganze Familie gesegnet sein würde, wenn eine Person an Gott glaubte. Ist das nicht dieselbe Glaubensansicht, die religiöse Menschen haben? In den letzten Tagen tut Gott das Werk des Gerichts und der Züchtigung und bringt die Wahrheit zum Ausdruck, um die verdorbenen Dispositionen der Menschen zu reinigen. Gott hofft, dass jeder nach der Wahrheit streben und sie erlangen und ein sinnvolles Leben ausleben kann. Doch ich strebte immer nur nach Gnade und Segen und suchte wie ein Tier nach der Bequemlichkeit des Fleisches. Das ist die erbärmlichste und wertloseste Art zu leben. Wenn ich dieses Streben so fortsetzen würde, würde ich die Wahrheit nicht erlangen und keine Veränderung meiner Disposition erreichen. Stünde ich dann nicht am Ende mit leeren Händen da, ohne etwas vorweisen zu können? Letztendlich würde ich trotzdem von Gott ausgemustert werden. Ich erkannte, wie töricht und unwissend ich war!

Später las ich eine weitere Passage aus Gottes Worten und erlangte eine gewisse Erkenntnis über meine Natur. Der Allmächtige Gott sagt: „Eine der Hauptabsichten und Haltungen, die Antichristen gegenüber ihrer Pflicht einnehmen, ist, sie als eine Gelegenheit zu nutzen, eine Transaktion mit Gott abzuschließen und die Vorteile zu erlangen, die sie haben wollen. Sie glauben außerdem: ‚Wenn Menschen ihren Familien entsagen und ihre weltlichen Zukunftsaussichten aufgeben, um ihre Pflicht im Haus Gottes auszuführen, dann versteht es sich von selbst, dass sie etwas erhalten, etwas im Gegenzug bekommen sollten – nur das ist fair und vernünftig. Wenn du deine Pflicht ausführst und nichts erhältst, selbst wenn du einige Wahrheiten erhältst, ist das nicht lohnenswert. Eine Veränderung der Disposition ist auch kein wirklich greifbarer Vorteil – selbst wenn du Rettung erlangt hast, wird das niemand sehen können!‘ Diese Ungläubigen ignorieren jede Anforderung, die Gott an die Menschheit stellt. Sie erkennen sie nicht an und glauben nicht daran, sondern nehmen eine Haltung der Verleugnung ein. Wenn man nach der Haltung und den Absichten urteilt, mit denen Antichristen ihre Pflicht behandeln, dann ist klar, dass sie keine Menschen sind, die nach der Wahrheit streben, sondern Ungläubige und Opportunisten – sie sind des Satans. Habt ihr schon einmal gehört, dass Satan treu eine Pflicht ausführen kann? (Nein.) Wenn Satan vor Gott seine ‚Pflicht‘ ausführen kann, dann muss diese Pflicht in Anführungszeichen gesetzt werden, weil Satan sie passiv und unter Zwang ausführt, weil Satan von Gott gelenkt wird und Gott ihn ausnutzt. Deshalb – aufgrund ihres antichristlichen Wesens und weil sie die Wahrheit nicht lieben, der Wahrheit abgeneigt sind und erst recht wegen ihrer niederträchtigen Natur – können Antichristen ihre Pflichten als geschaffene Wesen weder bedingungslos noch ohne Gegenleistung ausführen, noch können sie beim Ausführen ihrer Pflichten nach der Wahrheit streben oder die Wahrheit erlangen oder ihre Pflichten gemäß den Anforderungen von Gottes Worten ausführen(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 7)). Gott entlarvt, dass Antichristen eine egoistische und verachtenswerte Natur haben und der Wahrheit abgeneigt sind. Bei der Ausführung ihrer Pflicht versuchen sie nur, mit Gott zu feilschen. Sie glauben, da sie einen Preis gezahlt haben, indem sie Dingen entsagten und sich bei ihrer Pflicht aufwendeten, müsse Gott ihnen auf Verlangen Gnade und Segen schenken, und nur das sei fair und vernünftig; sonst wäre Gott nicht gerecht. Meine Wesensnatur war genauso hässlich und niederträchtig wie die eines Antichristen. All die Jahre konnte ich an meiner Pflicht festhalten, obwohl mein Mann mich behinderte und meine Verwandten mich verspotteten, und das alles nur, um größere Segnungen von Gott zu erhalten. Ich hatte immer geglaubt, wenn ich mich für Gott aufwende und meine Pflicht tue, würde Er mich segnen und beschützen und mir ein sorgenfreies Leben schenken, ein Leben in Frieden, in dem alles glattläuft. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass auf der Baustelle meines Mannes ein Unfall passieren würde und dass er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt würde, weil wir die Entschädigung nicht aufbringen konnten. Ich fand das unerträglich, und so benutzte ich mein Entsagen und meine Aufwendungen als Druckmittel, um mit Gott zu rechten. Ich fragte Ihn vorwurfsvoll, warum Er mich nicht beschützt hatte und warum Er zugelassen hatte, dass mir ein so großes Unheil geschah. Ich lebte nach satanischen Überlebensgesetzen wie „Rühre keinen Finger ohne Gegenleistung“, „Kämpfe um jeden letzten Bissen“ und „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel.“ Egal, mit wem ich zu tun hatte: Wenn ich einen Preis zahlte, erwartete ich eine Gegenleistung. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, versuchte ich natürlich auch, mit Ihm zu feilschen. Ich glaubte, solange ich Leid auf mich nahm und mich für Gott aufwendete, sollte Er mich segnen; sonst sei Er nicht gerecht. Ein wahrer Gläubiger tut seine Pflicht, ohne zu feilschen oder Forderungen zu stellen – genau wie Noah, der alles gab, um die Arche zu bauen, und einhundertzwanzig Jahre lang Tag für Tag durchhielt. Er ertrug Leid und zahlte einen Preis, einzig und allein, um Gottes Auftrag zu vollenden, ohne jemals an seine persönlichen Gewinne oder Verluste zu denken. Aber von Anfang bis Ende ging es bei meinem Glauben an Gott nur darum, durch Ihn mein eigenes Ziel zu erreichen, nämlich gesegnet zu werden. Ich war überhaupt keine wahre Gläubige; ich versuchte, Gott zu betrügen und auszunutzen. Meine Natur war so niederträchtig und betrügerisch wie die eines Antichristen. Ich war genau die Art von ungläubigem und opportunistischem Menschen, die Gott entlarvt. Als ich erkannte, wie aufbegehrend meine Handlungen waren und wie tief sie Gottes Herz verletzt hatten, war ich voller Reue und Selbstvorwürfe. Dann betete ich erneut zu Gott: „O Gott, mir fehlen jegliche Menschlichkeit und Vernunft. Mein Glaube an Dich und die Ausführung meiner Pflicht waren alles nur Versuche, mit Dir zu feilschen und Dich zu täuschen. Ich habe Dich so sehr enttäuscht! Ich bin bereit, Buße zu tun. Ich werde mich den Umständen unterwerfen, die Du schaffst, und nicht länger aufbegehren oder Dein Herz brechen.“

Später las ich einige von Gottes Worten und fand darin einen Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Er sah es als ein legitimes Ziel des Strebens an, Segnungen zu gewinnen. Inwiefern ist das falsch? Es widerspricht der Wahrheit völlig und stimmt nicht mit Gottes Absicht überein, Menschen zu erretten. Da der Gewinn von Segnungen kein legitimes Ziel für das Streben der Menschen ist, was ist dann ein legitimes Ziel? Nach der Wahrheit und einer Veränderung der Disposition zu streben, um fähig zu werden, sich allen Orchestrierungen und Anordnungen Gottes zu unterwerfen – das ist das Ziel, nach dem die Menschen streben sollten. … Wenn du das Verlangen nach Segnungen loslässt und den Weg des Strebens nach der Wahrheit beschreitest, fällt eine Last von deinen Schultern. Könntest du dann noch negativ sein? Auch wenn es immer noch Zeiten geben wird, in denen du negativ bist, wirst du dadurch nicht eingeschränkt werden. In deinem Herzen wirst du weiterhin beten und kämpfen und das Ziel deines Strebens vom Streben danach, Segnungen zu gewinnen und einen bestimmten Bestimmungsort zu haben, auf das Streben nach der Wahrheit verlagern. Du wirst bei dir denken: ‚Nach der Wahrheit zu streben, ist die Pflicht eines geschaffenen Wesens. Ich habe einige Wahrheiten verstanden, und das ist die größte Ernte, die größte aller Segnungen. Selbst wenn Gott mich nicht will, ich keinen guten Bestimmungsort bekomme und meine Hoffnungen, Segnungen zu gewinnen, zerstört werden, werde ich dennoch meine Pflicht gut tun. Das ist eine Verantwortung, der ich mich nicht entziehen kann. Was auch immer der Grund ist, ich kann absolut nicht zulassen, dass es sich auf die Erfüllung meiner Pflicht auswirkt, und ich kann nicht zulassen, dass es meine Ausführung von Gottes Auftrag beeinträchtigt. Das ist der Grundsatz, nach dem ich mich verhalte.‘ Überwindet dies nicht die Einschränkungen des Fleisches?(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Praktizieren der Wahrheit ist der einzige Weg, um den Lebenseintritt zu gewinnen). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass man in seinem Glauben an Gott nach der Wahrheit und einer Veränderung der Disposition streben und in den von Gott geschaffenen Umständen die Wahrheit suchen und sich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen sollte. Egal, ob wir Segen empfangen oder auf Widrigkeiten stoßen, wir müssen unsere Pflicht erfüllen. Das ist der richtige Weg für einen Gläubigen. In der Vergangenheit war mein Herz vom Verlangen nach Segen erfüllt. Wenn ein Unheil hereinbrach, wollte ich ihm immer entkommen. Ich lebte in einem Zustand der Auflehnung gegen Gott, was überaus qualvoll und schmerzhaft war. Heute habe ich die Wahrheit verstanden. Unabhängig davon, ob ich in Zukunft Segen empfange, möchte ich nur an meiner Pflicht festhalten und ernsthaft nach der Wahrheit und einer Veränderung meiner Disposition streben. Danach normalisierte sich mein Zustand, und ich konnte meine Pflicht mit einem ruhigen Herzen tun. Obwohl die Schwierigkeiten meiner Familie immer noch bestanden, war ich bereit, mich auf Gott zu verlassen, um sie zu erfahren. Ich stellte keine unvernünftigen Forderungen mehr an Gott und dachte auch nicht mehr daran, zu versuchen, meiner misslichen Lage durch meine eigenen Fähigkeiten zu entkommen. Ohne es überhaupt zu merken, begann ich, Gottes Führung zu sehen. In dem rund einen Jahr, in dem mein Mann im Gefängnis saß, kümmerte sich meine älteste Tochter um die alltäglichen Bedürfnisse und die Hausaufgabenbetreuung ihrer jüngeren Schwester, sodass ich mir keine Sorgen machen musste. Was die Entschädigung betraf, so sah die Familie des Opfers, dass wir wirklich nicht zahlen konnten, und verfolgte die Angelegenheit nicht weiter. Ich spürte wirklich, dass Gott mir die ganze Zeit im Verborgenen geholfen und mich durch die schwierigste Zeit meines Lebens geführt hatte.

Obwohl ich in diesem guten Jahr etwas Leid und Qualen durchlebte, lernte ich dadurch meine egoistische und verachtenswerte Natur kennen und erkannte den falschen Weg, den ich in meinem Glauben gegangen war. Ich erlangte auch die richtige Einsicht in Gottes gerechte Disposition. Ich sah, dass alles, was Gott orchestriert und anordnet, gut und für mein Leben von Vorteil ist. Mir ist wirklich klar geworden, dass es nichts Schlechtes ist, auf Widrigkeiten zu stoßen. Egal, welches Leid man erfährt – wenn man die Wahrheit verstehen und in seinem Leben wachsen kann, dann empfängt man Gottes Segen. Dank sei Gott!

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