92. Ist die Güte der Eltern eine Schuld, die niemals beglichen werden kann?
Ich wuchs in einer armen Bauernfamilie auf. Meine Eltern adoptierten mich, als sie fast 40 Jahre alt waren. Seit ich denken konnte, sah ich, wie hart meine Eltern arbeiteten, um unsere Familie zu ernähren. Mein Vater stand das ganze Jahr über vor Sonnenaufgang auf, um zur Arbeit zu gehen. Selbst an heißen Junitagen arbeitete er draußen, um Geld für meine Ausbildung zu verdienen. Auch meine Mutter arbeitete sehr hart. Selbst wenn sie krank war, brachte sie es nicht übers Herz, Geld für eine ärztliche Behandlung auszugeben. Jeden Tag ging sie hinaus in die Schlucht, um Gras für ihre Kaninchenzucht zu schneiden und so Geld für mein Schulgeld zusammenzusparen. Es tat mir im Herzen weh, die Not meiner Eltern zu sehen, und so nahm ich mir fest vor, sie zu ehren, wenn ich erwachsen war. Als ich erwachsen war, hielt ich mir oft das Sprichwort vor Augen: „Das Kind will für seine Eltern sorgen, doch die Eltern sind nicht mehr da.“ Ich hielt mir vor Augen, dass ich beim Thema, die Eltern zu ehren, nicht voll Reue zurückbleiben durfte. Auf Wunsch meiner Eltern gab ich später den Mann auf, den ich liebte, wählte meinen jetzigen Ehemann und ließ ihn bei uns einziehen.
2011 verstarb mein Vater plötzlich. Ich dachte mir: „Egal, wie schwer oder schwierig es wird, ich muss meine Mutter ordentlich ehren. Es darf nicht noch mehr Reue geben.“ Ich kaufte meiner Mutter oft Nahrungsergänzungsmittel. 2012 predigte mir meine Mutter das Evangelium des Allmächtigen Gottes der letzten Tage. Sechs Monate später ging ich oft zu Versammlungen und tat meine Pflicht. Mein Mann kritisierte meine Mutter, mal offen, mal verdeckt, weil sie mir das Evangelium gepredigt hatte. Er verspottete und verhöhnte sie sogar vor meinen Augen. Ich war so wütend, dass ich meinen Mann heftig schimpfte, und jedes Mal, wenn das geschah, sah ich, wie meine Mutter voller Schmerz und Hilflosigkeit wegging. Später wurde die Verfolgung durch meinen Mann immer schlimmer, er schlug und beschimpfte mich sogar. Meine Mutter ertrug die Beschimpfungen mit mir, und ich hatte das Gefühl, meiner Mutter so viel schuldig zu sein. Ende 2015 wurde ich zur Predigerin gewählt. Einmal war ich so mit meinen Pflichten beschäftigt, dass ich ungefähr eine Woche lang nicht nach Hause kam. Mein Mann tat sich mit Verwandten zusammen, um meiner Mutter Schwierigkeiten zu bereiten, und drohte auch damit, die Leiter und Mitarbeiter in der Kirche anzuzeigen. Ich war gezwungen, meine Pflicht zu beenden und nach Hause zu gehen, um die Wogen zu glätten. Nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war, hörte mein Mann auf zu arbeiten und blieb zu Hause, um mich zu bewachen. Das widerte mich zutiefst an, aber ich wagte es nicht, vor meiner Mutter mit ihm zu streiten. Ich konnte es nur ertragen und fühlte mich innerlich sehr gequält und unterdrückt. Ich dachte daran, wie mein Mann meine Mutter häufig gedemütigt und verspottet hatte, seit ich an Gott glaubte, und ich war so verzweifelt, es schnürte mir das Herz zu. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Mutter nicht nur ihren Lebensabend nicht genießen ließ, sondern ihr auch viel Kummer und Schmerz bereitete. Infolgedessen hatte ich nicht mehr die Entschlossenheit, hinauszugehen und meine Pflicht zu tun. Meine Mutter hielt mit mir Gemeinschaft und sagte, ich solle beten und mich auf Gott verlassen, aber ich befürchtete, dass ich wieder von meinem Mann verfolgt würde, wenn ich rausginge, um meine Pflicht zu tun, und ich wusste nicht, wie viel Kummer meine Mutter noch ertragen müsste. Deshalb blieb ich zu Hause, und auch mein Zustand wurde immer schlechter. Später eröffnete Gott mir einen Ausweg. Mein Mann wurde von seinem Arbeitgeber benachrichtigt, wieder zur Arbeit zu gehen, und erst dann konnte ich zu Versammlungen gehen und meine Pflicht tun.
2016 wurde die Schwester, die meine Arbeitspartnerin war, verhaftet. Wir waren Nachbarinnen, und so war auch meine Sicherheit gefährdet. Ich besprach mit meinem Mann, dass ich weggehen und mich verstecken wollte. Aber es war unglaublich: Nur wenige Tage, nachdem ich von zu Hause weg war, ging er zur Polizeiwache und zeigte mich an, weil ich an Gott glaubte und von zu Hause weggegangen war. Die Polizei begann, gegen mich zu ermitteln, sodass ich erst recht nicht nach Hause gehen konnte. Ich dachte daran, in Zukunft nicht nach Hause zu meiner Mutter zu können – wie sollte ich mich um sie kümmern und für sie da sein? Mein Vater war gestorben und mein Mann verfolgte uns so. Wenn ich erst einmal weg war, war nicht abzusehen, wie er meine Mutter behandeln würde. Ich bin die einzige Verwandte meiner Mutter. Sie wäre todunglücklich, wenn ich nicht bei ihr wäre, und es wäre für sie unerträglich! Aber wenn ich bei meiner Rückkehr verhaftet würde, könnte ich dann standhaft bleiben? Mein Herz war von Schmerz und innerem Zwiespalt zerrissen, also betete ich und flehte Gott an, mich zu führen. Eines Tages fielen mir die Worte Gottes ein: „Wo ein Mensch im Laufe eines jeden Tages hingehen wird, was er tun wird, welchen Menschen oder Situationen er begegnen wird, welche Dinge er sagen wird und was passieren wird – sind das Dinge, die er vorhersagen kann? Man kann sagen, dass die Menschen nicht nur keine Möglichkeit haben, all diese Vorkommnisse vorherzusehen, sondern erst recht, dass sie keine Kontrolle darüber haben, wie sich die Dinge entwickeln. Im täglichen Leben der Menschen sind solche unvorhersehbaren Dinge nichts Besonderes, sie sind ganz normale Vorkommnisse. Das Auftreten dieser unwichtigen Alltagsangelegenheiten und die Mittel und Gesetze ihrer Entwicklung sind eine ständige Erinnerung für die Menschen: Nichts, was geschieht, ist ein Zufall; der Verlauf der Entwicklung und die Unvermeidbarkeit von allem, was geschieht, können nicht durch den menschlichen Willen verändert werden. Das Auftreten von allem, was geschieht, übermittelt eine Ermahnung des Schöpfers an die Menschheit sowie die Botschaft, dass Menschen nicht ihr eigenes Schicksal kontrollieren können. Gleichzeitig stellt es auch einen Rückschlag für die vergebliche Ambition und Begierde des Menschen dar, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dieser Rückschlag ist wie eine mächtige Ohrfeige, die die Menschheit wieder und wieder trifft und die Menschen dazu zwingt, darüber nachzudenken, wer genau ihr Schicksal steuert und beherrscht. Und während ihre Ambitionen und Begierden ständig zunichtegemacht und zerschlagen werden, können die Menschen nicht anders, als sich unbewusst den Anordnungen für ihr Schicksal zu fügen und die Realität, den Willen des Himmels und die Herrschaft des Schöpfers zu akzeptieren. Vom wiederholten Auftreten dieser unbedeutenden Alltagsangelegenheiten zu den Schicksalen des Lebens aller Menschen gibt es nichts, was nicht die Anordnungen und die Herrschaft des Schöpfers offenbart; es gibt nichts, was nicht die Botschaft vermittelt, dass die Autorität des Schöpfers nicht übertroffen werden kann, nichts, was nicht die ewiglich unveränderliche Wahrheit vermittelt, dass die Autorität des Schöpfers allwaltend ist!“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass Gott über alles herrscht, was jeden Tag geschieht; der Mensch selbst kann diese Dinge weder vorhersagen noch kontrollieren. Ich sollte mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Ich dachte darüber nach, dass meine Arbeitspartnerin von der Polizei verhaftet worden war, dass mein Mann mich bei der Polizeiwache angezeigt hatte und dass ich von der Polizei verfolgt wurde und nicht nach Hause konnte. Diese ganze Reihe von Ereignissen hatte ich nicht vorhersehen können; alles geschah mit Gottes Erlaubnis. Ich musste diese Realität akzeptieren. Ich dachte an all die Zeit zurück, seit ich begonnen hatte, an Gott zu glauben. Es tat mir immer im Herzen so weh, wenn ich sah, wie meine Mutter von meinem Mann verfolgt und gedemütigt wurde. Aus Angst, dass meine Mutter ebenfalls verfolgt werden würde, wollte ich nicht mehr hinausgehen und meine Pflicht tun. Ich hatte auch Angst, dass niemand da sein würde, um sich im Alter um sie zu kümmern, wenn ich wegginge. Als ich das dachte, verstand ich, dass ich ständig in familiärer Zuneigung gefangen war und nicht richtig nach der Wahrheit streben oder meine Pflicht tun konnte. Da ich mich jetzt in dieser Situation befand, in der ich nicht nach Hause konnte, war es Gottes Absicht, dass ich mein Herz meiner Pflicht widmete, was meinem Lebenswachstum zugutekommen würde. Außerdem war ich eine Kirchenleiterin. Wenn ich nicht von zu Hause wegginge, würde die Polizei meine Mutter benutzen, um ein Druckmittel gegen mich zu haben, sobald ich verhaftet würde. Könnte ich dann standhaft bleiben? Wenn ich die Folter nicht ertragen und wie ein Judas Gott verraten würde, dann würde ich von Gott vollständig ausgemustert werden. Nach reiflicher Überlegung beschloss ich, weiterhin meine Pflicht in der Kirche zu tun. Als ich von zu Hause weg war, dachte ich jedes Mal, wenn es regnete: „Der Boden in unserem Hof ist rutschig – was, wenn meine Mutter stürzt und niemand da ist, um ihr zu helfen?“ Während der Weizenernte machte ich mir Sorgen: „Wie soll meine Mutter die Ernte alleine einbringen? Ich weiß nicht, ob mein Mann ihr helfen wird.“ Während des chinesischen Neujahrs hielt ich das von der Gastfamilie zubereitete Essen mit Tränen in den Augen in der Hand. „Ich kann mich fern von zu Hause gut ernähren, aber ich weiß nicht, ob es meiner Mutter zu Hause gut geht. Wird mein Mann sie beschimpfen und verbal misshandeln? Während der Feiertage sind andere Familien wiedervereint, aber ich habe meine Mutter allein zu Hause gelassen. Sie muss sich verlassen und einsam fühlen und den Spott unserer Verwandten und Freunde ertragen. Ich schulde meiner Mutter so viel!“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto quälender wurde es für mich, und ich verlor jegliche Motivation, meine Pflicht zu tun. Ich weinte und betete zu Gott und flehte Ihn an, mich aus diesem negativen Zustand herauszuführen.
Eines Tages las ich während meiner Andachten die Worte Gottes und konnte einige meiner Sorgen über meine Eltern loslassen. Der Allmächtige Gott sagt: „Egal, was du denkst, was du planst oder was du tust: Diese Dinge sind nicht wichtig. Wichtig ist, ob du verstehen und wirklich daran glauben kannst, dass alle geschaffenen Wesen in den Händen Gottes liegen. Einige Eltern genießen den Segen und das Schicksal von häuslichem Glück und einem Zuhause voller Kinder und Enkelkinder. Das ist ein Ausdruck von Gottes Herrschaft und ein Segen, den Gott ihnen gibt. Andere Eltern teilen dieses Schicksal nicht; Gott hat das nicht für sie angeordnet. Sie sind nicht damit gesegnet, ein glückliches Familienleben zu genießen oder von ihren Kindern umgeben zu sein. Das ist Gottes Orchestrierung, und die Menschen können das nicht erzwingen. Was auch immer geschieht: Letztendlich, wenn es darum geht, die eigenen Eltern zu ehren, müssen die Menschen zumindest eine Haltung der Unterwerfung an den Tag legen. Wenn die Umstände es erlauben und du die Mittel hast, kannst du deinen Eltern kindlichen Respekt zollen. Wenn die Umstände es nicht erlauben und dir die Mittel fehlen, dann versuche nicht, es zu erzwingen. Das ist Unterwerfung. Wie kommt diese Unterwerfung zustande? Was ist die Grundlage für Unterwerfung? Dass all diese Dinge von Gott angeordnet wurden und Seiner Herrschaft unterliegen. Die Menschen können diese Dinge nicht wählen, und die Menschen haben nicht das Recht zu wählen; sie sollten sich unterwerfen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Menschen sich unterwerfen sollten und dass alles von Gott orchestriert ist, fühlst du dich dann nicht viel behaglicher in deinem Herzen? (Doch.) Wird dein Gewissen dir dann immer noch Vorwürfe machen? Es wird dir nicht mehr ständig Vorwürfe machen, und der Gedanke daran, dass du deinen Eltern keine Ehre erwiesen hast, wird dich nicht mehr beherrschen. Gelegentlich wirst du vielleicht noch darüber nachdenken – einige normale Gedanken oder Instinkte innerhalb der Menschlichkeit zu haben, ist etwas, das man nicht vermeiden kann“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). Nachdem ich über Gottes Worte nachgedacht hatte, verstand ich, dass Gott für jeden Menschen ein anderes Schicksal bestimmt hat und die Menschen keine Macht haben, daran etwas zu ändern. Wenn Gott bestimmt hat, dass meine Mutter nicht den Segen genießen soll, Kinder um sich zu haben, dann kann ich, egal wie sehr ich mich anstrenge, nichts daran ändern. Ich dachte darüber nach, dass meine Mutter und ich uns seit meiner Kindheit sehr nah standen und nie getrennt waren. Später wurde ich wegen meines Glaubens an Gott von der Polizei verfolgt und musste von zu Hause weggehen. Dies war Gottes Anordnung und Vorherbestimmung. Dass meine Mutter zu Hause von meinem Mann verfolgt wird, ist etwas, das sie erleben muss. Ich verstand jedoch Gottes Herrschaft nicht und machte mir ständig Sorgen, dass meine Mutter einsam sein und leiden würde. Ich selbst lebte auch in Finsternis und Schmerz, was meine Pflicht beeinträchtigte. Jetzt wurde mir klar, dass ich, da es keine Möglichkeit gibt, für meine Mutter da zu sein, den Dingen einfach ihren Lauf lassen sollte. Meine Mutter glaubt an Gott, also hat sie, obwohl sie von mir getrennt ist, immer noch Gott, und Gott wird uns auf unseren zukünftigen Wegen führen. Ich glaubte, dass alles in Gottes Händen lag. Als ich das dachte, betete ich im Stillen zu Gott, bereit, mich zu unterwerfen. Ich vertraute meine Mutter Gott an, dass Er sie führen möge, während sie Verfolgung durch unsere Familie erfährt. Später las ich zufällig einen Erfahrungszeugnis-Artikel, den meine Mutter geschrieben hatte. Darin las ich, dass sie, als ich nicht bei ihr war und sie schwach war, zu Gott betete, und Brüder und Schwestern kamen zu uns nach Hause, um über Gottes Worte Gemeinschaft zu halten und ihr zu helfen. Nachdem sie Gottes Absicht verstanden hatte, kam sie langsam aus ihrer Negativität und Schwäche heraus. Ich war Gott sehr dankbar.
2022 brach die globale Pandemie erneut aus. Als ich sah, wie viele ältere Menschen an der Pandemie starben, begann ich mir wieder Sorgen zu machen: „Wenn meine Mutter sich während der Pandemie ansteckt, wird sich jemand um sie kümmern? Wird sie es überstehen? Wenn ich an ihrer Seite wäre, ihr Wasser und Medizin brächte und über Gottes Worte Gemeinschaft halten würde, um sie zu ermutigen, würde das nicht den Schmerz in ihrem Herzen lindern?“ Wie sehr wünschte ich mir, zurückgehen und meine Mutter sehen zu können! Ich wollte ihr unbedingt von meinen Erfahrungen der letzten Jahre erzählen und wie sehr ich sie vermisst hatte. Kurz darauf wurde ich krank, und ich vermisste meine Mutter noch mehr, als ich im Bett liegen musste. Ich machte mir Sorgen, dass ich sie nie wiedersehen würde, wenn sie sterben sollte, und haderte in meinem Herzen mit Gott: „Gott, warum können andere mit ihren Familien vereint sein und ich muss von meiner Mutter getrennt sein? Du weißt doch, dass meine Lebensumstände anders sind als die der anderen. Ich bin das einzige Kind in der Familie, kann aber nicht bis zu ihrem Tod für sie sorgen. Wenn sie allein stirbt, werde ich für immer ein schlechtes Gewissen haben und mir ewig Vorwürfe machen.“ Ich wusste, dass es falsch war, so zu denken, aber ich wusste nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte, also betete ich und flehte Gott an, mich zu führen. Ich dachte darüber nach, wie es jedes Mal Gottes Worte waren, die mich erleuchteten und aus meiner Negativität und Schwäche führten. Auch meine Mutter hatte zu Hause Gottes Führung und Schutz erlebt. Wir genossen beide Gottes Liebe. Gott hatte uns so viel geschenkt, aber anstatt es Ihm zurückzuzahlen, beklagte ich mich über Ihn. Mir fehlte es wirklich an Gewissen! Ich betete zu Gott, bereit, ernsthaft die Wahrheit zu suchen, um meine eigenen Probleme zu lösen.
Eines Tages hörte ich eine Lesung von Gottes Worten und verstand schließlich, wie ich die Güte meiner Eltern auffassen sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Was die Menschen betrifft, egal, ob deine Eltern gewissenhaft für dich gesorgt oder sich hingebungsvoll um dich gekümmert haben, sie sind lediglich ihrer Verantwortung und Verpflichtung nachgekommen. Unabhängig davon, mit welcher Absicht sie dich großzogen, es war ihre Verantwortung – da sie dich zur Welt brachten, sollten sie die Verantwortung für dich übernehmen. Kann man auf dieser Grundlage alles, was deine Eltern für dich getan haben, als Güte ansehen? Das kann man nicht, oder? (Richtig.) Dass deine Eltern ihrer Verantwortung dir gegenüber nachkommen, zählt nicht als Güte – zählt es als Güte, wenn sie ihrer Verantwortung gegenüber einer Blume oder Pflanze nachkommen, indem sie sie gießen und düngen? (Nein.) Das ist noch weiter von Güte entfernt. Blumen und Pflanzen wachsen im Freien besser – wenn man sie in den Boden pflanzt, und es Wind, Sonne und Regenwasser gibt, gedeihen sie noch besser. Wenn man sie in einen Topf im Haus pflanzt, wachsen sie nicht so gut und entwickeln sich nicht so gut wie im Freien! In welche Familie man auch hineingeboren wird, ist von Gott bestimmt. Du bist ein Mensch, der Leben besitzt, und Gott übernimmt die Verantwortung für jedes Leben, befähigt die Menschen zum Überleben und dazu, das Gesetz zu befolgen, an das sich alle Geschöpfe halten. Es ist nur so, dass du als Mensch in der Umgebung gelebt hast, in der deine Eltern dich großgezogen haben, also solltest du in dieser Umgebung aufgewachsen sein. Dass du in dieser Umgebung geboren wurdest, ist Gottes Bestimmung; dass du von deinen Eltern bis ins Erwachsenenalter großgezogen wurdest, ist ebenfalls Gottes Bestimmung. Jedenfalls kommen deine Eltern, wenn sie dich aufziehen, einer Verantwortung und Verpflichtung nach. Dich zu einem Erwachsenen heranzuziehen ist ihre Verpflichtung und Verantwortung, und das kann man nicht als Güte bezeichnen. Da man es nicht als Güte bezeichnen kann, kann man dann sagen, dass es etwas ist, was du berechtigt bist zu genießen? (Ja, das kann man.) Es ist eine Art Recht, das du genießen solltest. Du verdienst es, von deinen Eltern großgezogen zu werden, denn bevor du das Erwachsenenalter erreichst, ist die Rolle, die du spielst, die eines Kindes, das großgezogen wird. Was du also erhältst, ist schlichtweg die Erfüllung der Verantwortung deiner Eltern dir gegenüber, keine Gefälligkeit oder Güte von ihnen. Für jedes Lebewesen ist das Gebären und Aufziehen von Kindern, die Fortpflanzung und das Großziehen des Nachwuchses eine Art Verantwortung. Zum Beispiel müssen Vögel, Rinder, Schafe und sogar Tiger ihren Nachwuchs aufziehen, nachdem sie sich fortgepflanzt haben. Es gibt keine Lebewesen, die ihren Nachwuchs nicht aufziehen. Es mag einige Ausnahmen geben, aber diese bleiben uns unbekannt. Es handelt sich um ein natürliches Phänomen des Überlebens von Lebewesen, es handelt sich um einen Instinkt, den Lebewesen haben, und kann nicht als Güte aufgefasst werden. Sie halten sich lediglich an das Gesetz, das der Schöpfer für Tiere und Menschheit erlassen hat. Daher ist es keine Art von Güte, wenn deine Eltern dich aufziehen. Auf dieser Grundlage kann man sagen, dass deine Eltern nicht deine Gläubiger sind. Sie erfüllen dir gegenüber ihre Pflicht. Es spielt keine Rolle, wie viel Herzblut sie für dich aufwenden und wie viel Geld sie für dich ausgeben, sie sollten keine Gegenleistung von dir verlangen, denn als Eltern ist das ihre Verantwortung. Da es eine Verantwortung und eine Verpflichtung ist, sollte es unentgeltlich sein, und sie sollten nicht von dir verlangen, es ihnen zurückzuzahlen. Indem sie dich aufziehen, erfüllen deine Eltern lediglich ihre Verantwortung und Verpflichtung; es sollte unentgeltlich geschehen, nicht als ein Handel. Daher brauchst du keine Einstellung der Rückzahlung zu haben, wenn es darum geht, wie du deine Eltern behandelst oder die Beziehung zwischen dir und ihnen handhabst. Wenn du deine Eltern so behandelst, es ihnen zurückzahlst und die Beziehung zwischen dir und ihnen mit einer solchen Einstellung handhabst, dann ist das eigentlich unmenschlich. Gleichzeitig wirst du dadurch anfällig, von deinen fleischlichen Gefühlen eingeschränkt und gefesselt zu werden, und es ist schwierig für dich, aus diesen Verstrickungen herauszukommen, so sehr, dass du vielleicht sogar vom Weg abkommst. Deine Eltern sind nicht deine Gläubiger, daher bist du nicht verpflichtet, alle ihre Erwartungen zu erfüllen. Du bist nicht verpflichtet, die Rechnung für ihre Erwartungen zu begleichen. Sie können ihre eigenen Erwartungen haben, aber du musst deine eigenen Entscheidungen treffen. Gott hat dir einen Lebensweg vorgegeben, Er hat ein Schicksal für dich arrangiert, und diese Dinge haben rein gar nichts mit deinen Eltern zu tun. … Wenn deine Umstände zulassen, deiner Verantwortung ihnen gegenüber ein wenig nachzukommen, dann tu es. Wenn deine Umgebung und deine objektiven Umstände dir nicht erlauben, deiner Verpflichtung ihnen gegenüber nachzukommen, brauchst du dir darüber keine allzu großen Gedanken zu machen, und du solltest nicht denken, du stündest in ihrer Schuld, denn deine Eltern sind nicht deine Gläubiger. Ganz gleich, ob du deinen Eltern Kindesliebe entgegenbringst oder deiner Verantwortung ihnen gegenüber nachkommst, du erfüllst nur einen kleinen Teil deiner Verantwortung gegenüber deinen Eltern, die dich einst auf die Welt gebracht und großgezogen haben, aus der Perspektive eines Kindes. Das kannst du aber gewiss nicht aus der Perspektive tun, dass du sie entschädigst oder aus der Perspektive von ‚Deine Eltern sind deine Wohltäter und du musst sie entschädigen, du musst ihre Güte vergelten‘“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Nachdem ich Gottes Worten zugehört hatte, verstand ich plötzlich, dass ich dachte, meinen Eltern für die Erziehung Güte zu schulden. Ich hatte das Gefühl, sie jederzeit zurückzahlen zu müssen, aber diese Ansicht stimmt einfach überhaupt nicht mit der Wahrheit überein. Tatsächlich ist es die Verantwortung und Pflicht der Eltern, ihre Kinder aufzuziehen. Es ist wirklich überhaupt keine Güte. Genau wie Tiere ihren Nachwuchs aufziehen, ist es ein natürlicher Instinkt und auch ein Überlebensgesetz, das Gott für alle Kreaturen geschaffen hat. Da Gott den Menschen erschaffen hat, hat Er auch für ein geeignetes familiäres Umfeld gesorgt. Nehmen wir mich als Beispiel. Meine leibliche Mutter starb, als ich gerade geboren war, und dann wurde ich von meinen Adoptiveltern adoptiert. Oberflächlich betrachtet schien es, als wären es meine Eltern, die sich um mich kümmerten und mich aufzogen, aber in Wirklichkeit kommt mein Leben von Gott. Der Grund, warum ich all diese Jahre überlebt habe, ist, dass Gott über mich wacht und mich beschützt. Ich erinnere mich, als ich ein Kind war, geriet mein Bein in eine große Windmaschine zum Trennen der Spreu vom Weizen, aber ich trug keine Behinderung davon. Vor der Aufnahmeprüfung für die Oberschule fuhr ich mit dem Fahrrad zum Prüfungsort, geriet zwischen zwei Autos und wurde fast angefahren. Meine Mutter war zu der Zeit nicht bei mir, aber mir ist nichts passiert. Ich dachte wieder an meine leibliche Mutter. Sie brachte mich auf diese Welt und verstarb dann, und dass meine jetzigen Eltern mich aufziehen konnten, lag an Gottes Vorherbestimmung und Orchestrierung. Derjenige, Dem ich danken sollte, ist Gott. Von Geburt an bis heute habe ich immer Gottes Fürsorge, Schutz und alles, was Gott bereitet hat, genossen. Ich darf sogar Gottes Gnade empfangen, Ihm folgen, meine Pflicht tun und die einmalige Gelegenheit genießen, von Gott gerettet zu werden. Ich erkannte jedoch nicht, dass ich meine Pflicht richtig tun sollte, um Gottes Liebe zu erwidern, sondern dachte nur daran, meinen Eltern ihre Güte bei meiner Erziehung zu vergelten. Selbst bei der Wahl meiner Pflicht wog ich es immer unter der Voraussetzung ab, ob ich für meine Mutter da sein konnte. Als ich meine Pflicht fern von zu Hause tat, war mein Zustand ständig gestört. Ich war so verwirrt! Ich war von den abwegigen und absurden Ideen beeinflusst, die mir Satan eingeflößt hatte, wie „Die Liebe der Eltern ist so tief wie das Meer“ und „Ein Mensch, der seine Eltern nicht ehrt, ist niedriger als ein Tier“, und ich wollte blindlings und töricht diese Güte zurückzahlen. Wie absolut idiotisch! Als ich das verstand, fühlte ich mich viel befreiter. Als ich allmählich meine Sorge um meine Mutter losließ, erhielt ich einen Brief von meiner Tochter. Darin stand, dass sie begonnen hatte, eine Pflicht in der Kirche zu tun, und dass meine Mutter gesund war, regelmäßig an Versammlungen teilnahm und zu Hause die Worte Gottes las. In diesem Moment war ich so gerührt und voller Selbstvorwürfe, dass ich das Gefühl nicht einmal beschreiben konnte. In meinem Herzen betete ich zu Gott: „Gott, ich danke Dir! Ich sehe, dass alles, was Du für mich angeordnet hast, so gut ist, und ich bin wirklich unwürdig, eine so große Liebe und Barmherzigkeit von Dir zu empfangen. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht genug Glauben an Dich hatte. Gott, Dir schulde ich am meisten. Von nun an werde ich mein Herz auf jeden Fall zur Ruhe bringen, um meine Pflicht richtig zu tun und Dich nicht mehr zu beunruhigen oder Dir Sorgen zu bereiten.“
Später las ich weitere Worte Gottes, und mein Gefühl, meiner Mutter gegenüber in der Schuld zu stehen, löste sich vollständig auf. Gott sagt: „Manche Menschen entsagen ihren Familien, weil sie an Gott glauben und ihre Pflichten tun. Sie werden deswegen bekannt. Die Regierung durchsucht häufig ihr Haus, belästigt ihre Eltern und bedroht sogar ihre Eltern, damit sie sie der Regierung ausliefern. Alle ihre Nachbarn reden über diese Menschen und sagen: ‚So jemand hat kein Gewissen. Er kümmert sich nicht um seine alten Eltern. Nicht nur, dass er seine Eltern nicht ehrt, er verursacht ihnen auch so viel Ärger. Das ist ein Kind, das seine Eltern nicht ehrt!‘ Stehen diese Worte im Einklang mit der Wahrheit? (Nein.) Aber werden all diese Worte von Nichtgläubigen nicht als richtig angesehen? Unter Nichtgläubigen denkt man, dass eine solche Sichtweise die legitimste und vernünftigste Sichtweise ist, dass sie im Einklang mit menschlicher Ethik steht und den Verhaltensmaßstäben entspricht. Egal wie viele Inhalte in diesen Maßstäben enthalten sind, wie zum Beispiel wie man seine Eltern ehrt, wie man sich im Alter um sie kümmert und ihre Beerdigungen arrangiert, oder wie viel man ihnen zurückzahlt, und unabhängig davon, ob diese Maßstäbe mit der Wahrheit übereinstimmen oder nicht, werden sie von Nichtgläubigen als positive Dinge betrachtet und als richtig angesehen, und sie gelten unter allen Gruppen von Menschen als tadellos. Unter Nichtgläubigen sind das die Maßstäbe, nach denen Menschen leben sollten, und du musst diese Dinge tun, um in ihren Herzen ein guter Mensch zu sein, der dem Maßstab entspricht. Bevor du an Gott geglaubt und die Wahrheit verstanden hast, hast du nicht auch fest daran geglaubt, dass man ein guter Mensch ist, wenn man sich auf diese Art verhält? (Ja.) Zudem hast auch du diese Dinge verwendet, um dich selbst zu bewerten und dich zurückzuhalten, und du hast von dir selbst verlangt, diese Art von Mensch zu sein. … Nachdem du jedoch die Worte Gottes und Seine Predigten gehört hast, begann sich deine Sichtweise zu ändern, und du hast verstanden, dass du allem entsagen solltest, um deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun, und dass Gott ein solches Verhalten von den Menschen verlangt. Bevor du dir sicher warst, dass das Tun deiner Pflicht als geschaffenes Wesen die Wahrheit war, dachtest du, du solltest deine Eltern ehren, aber du hast auch gespürt, dass du deine Pflicht als geschaffenes Wesen tun solltest und warst innerlich im Zwiespalt. Durch die kontinuierliche Bewässerung und Behütung der Worte Gottes hast du allmählich die Wahrheit verstanden, und dann hast du erkannt, dass es vollkommen normal und gerechtfertigt ist, deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Bis heute haben viele Menschen die Wahrheit annehmen können und sie haben den Verhaltensmaßstäben der traditionellen Auffassungen und Einbildungen der Menschen vollständig den Rücken gekehrt. Wenn du diese Dinge vollständig loslässt, wirst du nicht mehr durch verurteilende und verdammende Worte von Nichtgläubigen eingeschränkt, während du Gott folgst und deine Pflicht als geschaffenes Wesen tust, und es wäre dir ein Leichtes, die Fesseln, die dir von traditionellen Auffassungen auferlegt worden sind, abzulegen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). „Gerade jetzt, da Gott am Werk ist und die Wahrheit zum Ausdruck bringt, um den Menschen die Wahrheit über all diese Tatsachen mitzuteilen und ihnen zu ermöglichen, die Wahrheit zu verstehen, werden diese abwegigen und absurden Ideen und Ansichten dich nicht länger belasten, nachdem du die Wahrheit verstanden hast, und du wirst sie nicht länger als Leitfaden für die Art und Weise verwenden, wie du deine Beziehung zu deinen Eltern handhabst. Dann wirst du dich im Leben behaglich fühlen. Sich im Leben behaglich zu fühlen bedeutet nicht, nicht zu wissen, worin deine Verantwortung und Verpflichtungen liegen – du weißt es weiterhin. Es hängt einfach davon ab, für welche Perspektive und Methoden du dich entscheidest, um an deine Verantwortung und deine Verpflichtungen heranzugehen. Ein Weg besteht darin, die Richtung des Gefühls einzuschlagen und anhand eines von Emotionen getriebenen Ansatzes und der Methoden, Ideen und Ansichten, zu denen Satan den Menschen hinführt, mit diesen Dingen umzugehen. Der andere Weg ist der, anhand der Worte damit umzugehen, die Gott die Menschen gelehrt hat. … Wenn du dich an einen Aspekt der Wahrheitsgrundsätze oder an eine Idee oder eine Sichtweise hältst, die richtig ist und von Gott kommt, wirst du dich im Leben wirklich behaglich fühlen. Weder die öffentliche Meinung noch das Bewusstsein deines Gewissens noch die Bürde deiner Gefühle werden die Art und Weise, wie du mit deiner Beziehung zu deinen Eltern umgehst, länger beeinträchtigen; stattdessen werden dich diese Wahrheitsgrundsätze befähigen, dieser Beziehung in richtiger und rationaler Weise zu begegnen und sie entsprechend zu handhaben. Wenn du gemäß den Wahrheitsgrundsätzen handelst, die Gott den Menschen gegeben hat, dann wirst du, selbst wenn die Leute dich hinter deinem Rücken kritisieren, in den Tiefen deines Herzens dennoch Frieden und Sicherheit empfinden und unberührt bleiben. Zumindest hörst du auf, dich in den Tiefen deines Herzens selbst zu schelten, indem du dir einredest, dass du ein gefühlloser, undankbarer Mensch bist, oder die Anklage deines Gewissens zu spüren. Denn du weißt, dass alle deine Handlungen im Einklang mit den Methoden erfolgen, die Gott dich gelehrt hat, und dass du Gottes Worte hörst und dich ihnen unterwirfst und Seinem Weg folgst. Gottes Worte zu hören und Seinem Weg zu folgen ist das Gespür des Gewissens, das die Menschen in erster Linie besitzen sollten. Du bist nur dann ein wahrer Mensch, wenn du diese Dinge tun kannst. Wenn nicht, dann bist du ein gefühlloser, undankbarer Mensch“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Ich hatte immer das Gefühl gehabt, meiner Mutter etwas schuldig zu sein, weil sich meine Sicht der Dinge nicht geändert hatte. Bevor ich an Gott glaubte, akzeptierte ich Satans traditionelle Vorstellungen wie „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Ein Mensch, der seine Eltern nicht ehrt, ist niedriger als ein Tier“. Ich glaubte, dass ich als Mensch auf dieser Welt es als das wichtigste Prinzip meines Verhaltens betrachten sollte, meine Eltern zu ehren. Wenn ich das nicht erreichen könnte, wäre ich es nicht wert, ein Mensch genannt zu werden. Aus diesem Grund gehorchte ich beim Thema Heirat den Wünschen meiner Eltern und ließ meinen Mann sogar bei meiner Familie einziehen, um sich mit mir um meine Eltern zu kümmern. Nachdem ich begonnen hatte, an Gott zu glauben, lebte ich immer noch nach diesen Ansichten. Als ich sah, wie meine Mutter von meinem Mann verfolgt wurde, dachte ich, als Tochter hätte ich ihr kein glückliches Leben mit mir ermöglicht, sondern sie meinetwegen leiden lassen. Ich hatte das Gefühl, sie im Stich gelassen zu haben. Weil mein Mann mich später verfolgte und Ärger machte, blieb ich zu Hause, um die Situation zu beruhigen. Als ich sah, wie sehr meine Mutter meinetwegen litt, machte ich mir noch mehr Selbstvorwürfe und wollte meine Pflichten nicht mehr tun. Diese traditionellen Vorstellungen waren wie unsichtbare Seile, die mich streng fesselten und mich immer wieder Kompromisse in Bezug auf meine Pflicht schließen ließen. Sie wurden zu einem Stolperstein in meinem Streben nach Lebenswachstum. Insbesondere, als sich die Pandemie ausbreitete, machte ich mir Sorgen, dass meine Mutter sich anstecken könnte und ich sie nicht an ihrem Krankenbett pflegen könnte, also fühlte ich mich ihr gegenüber in der Schuld. Ich beklagte mich sogar über Gott, weil Er mir keine Gelegenheit gab, für meine Mutter da zu sein. Erst jetzt sah ich deutlich, dass Dinge, die mir von Satan eingeflößt wurden, wie „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Ein Mensch, der seine Eltern nicht ehrt, ist niedriger als ein Tier“, nicht nur dazu führten, dass ich die Motivation verlor, nach der Wahrheit zu streben, obwohl ich davon wusste, sondern mich auch gegen Gott auflehnen und mich Ihm widersetzen ließen. Satan ist wirklich äußerst niederträchtig, verabscheuungswürdig und heimtückisch, und ich hatte durch ihn wirklich gelitten. Tatsächlich waren die wahren Schuldigen, die mich daran hinderten, meine Mutter auf dem Weg des Glaubens an Gott zu begleiten, die Kommunistische Partei Chinas und der Teufel Satan! Wenn Gläubige ihr Zuhause verlassen, um ihre Pflichten zu tun, tun sie es nicht, weil sie ihre Familien nicht wollen oder weil sie grausam sind. Der Grund ist vielmehr, dass die niederträchtige KPCh uns nicht erlaubt, dem wahren Gott zu folgen und den rechten Weg zu gehen. Sie verbreitet haltlose Gerüchte, um die Kirche zu diskreditieren, was dazu führt, dass nichtglaubende Familienmitglieder uns verfolgen und behindern. Aber ich war verwirrt und hatte kein Urteilsvermögen, und ich konnte Satans niederträchtiges Wesen nicht durchschauen; ich beklagte mich sogar, dass Gottes Anordnungen nicht angemessen waren. Ich konnte wirklich nicht Recht von Unrecht unterscheiden! Ich durfte nicht länger von diesen traditionellen Vorstellungen gebunden und irregeführt werden und musste meine Mutter gemäß Gottes Worten behandeln. Meine Mutter und ich sind beide geschaffene Wesen, und wir können beide an Gott glauben und Ihm folgen und ein Leben führen, um die Pflichten geschaffener Wesen gut zu tun. Dies ist bereits eine enorme Erhöhung und Gnade, die Gott uns gegeben hat. Egal, ob wir uns in diesem Leben wiedersehen können oder nicht, ich möchte mich nur Gottes Orchestrierung und Seinen Anordnungen unterwerfen, zuallererst Gott zufriedenstellen und meine Pflicht gut tun. Als ich all das verstand, ließ ich meine Sorgen und mein Schuldgefühl gegenüber meiner Mutter vollständig los. Manchmal, wenn ich an meine Mutter denke, fallen mir die Worte Gottes ein: „Das Maß an Leid, welches jeder Einzelne erdulden muss, und die Entfernung, die er auf seinem Weg zurücklegen muss, wurden von Gott vorherbestimmt, und niemand kann einem anderen wirklich helfen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (6)). Dann bete ich im Stillen zu Gott, vertraue Ihm meine Mutter an und beruhige mein Herz, um meine Pflicht zu tun.
Durch diese Erfahrung war es die Enthüllung von Gottes Worten, die mich die Fesseln und den Schaden, den die traditionelle Kultur mir zugefügt hatte, klar erkennen ließ, mir half, meine Sorgen und mein Schuldgefühl gegenüber meiner Mutter allmählich loszulassen, und meinem Herzen Befreiung schenkte. Dank sei Gott!