67. Eine Tortur nach der anderen
Eines Morgens im April 2009, so gegen neun, stürzten sich acht Männer auf Schwester Ding Ning und mich, als wir nach einer Versammlung auf die Straße traten. Ohne ein einziges Wort zu sagen, rissen sie unsere Arme auf den Rücken, beschlagnahmten unsere Taschen und über 40.000 Yuan an Kirchengeld. Ich war völlig überrumpelt und bevor ich überhaupt reagieren konnte, hatte man mich schon in ihr Auto verfrachtet. Kurz darauf hörte ich eine Frau sagen: „Wir haben die Verdächtigen im Gewahrsam.“ Erst da wurde mir klar, dass uns die Polizei festgenommen hatte. Ich war außer mir, dass sie eine so große Summe unseres Kirchengeldes gestohlen hatten, und dachte: „Diese Polizisten nehmen uns am helllichten Tag einfach willkürlich fest und rauben unser Geld – wo bleibt da der Rechtsstaat?“ Ich hatte etwas Angst und mein Herz raste, also betete ich unablässig zu Gott. Ich bat Gott, mein Herz zu beschützen, damit ich, ganz gleich, wie die Polizisten mich auch foltern und verhören würden, Gott nicht wie Judas verraten und in meinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben könnte. Nach dem Gebet spürte ich, wie eine Ruhe über mich kam.
Die Polizisten brachten uns an einen abgelegenen Ort und trennten uns für das Verhör. Das Verhörzimmer wirkte düster und bedrohlich, und die Polizisten darin sahen teuflisch und finster aus. Einer von ihnen begann das Verhör mit der Frage: „Sind Sie eine Kirchenleiterin? In welchem Verhältnis stehen Sie zu Ding Ning? Wie haben Sie sich kennengelernt? Ist sie Ihre obere Leiterin?“ Ich antwortete: „Ich bin keine Leiterin und ich kenne auch keine ‚Ding Ning‘, von der Sie sprechen.“ Das machte ihn wütend. Er schlug mir ins Gesicht, trat mich zweimal und schrie: „Anscheinend muss ich erst andere Saiten aufziehen, damit du auspackst!“ Danach schlug er mir mehrfach ins Gesicht. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft er mich schlug – Blut rann mir über die Lippen, mein Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen, und ich verspürte einen brennenden Schmerz. Aber selbst dann ließ er nicht nach und ließ weiter Faustschläge auf meinen Kopf niederprasseln, was mir eine schmerzhaft geschwollene Beule auf der Stirn einbrachte. Ich dachte bei mir: „Sie schlagen so unbarmherzig zu. Was, wenn ich durch diese brutalen Schläge eine Gehirnerschütterung bekomme? Was, wenn sie mich so sehr schlagen, dass ich schwere Hirnschäden davontrage? Wie soll ich dann noch weiterhin an Gott glauben?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich. Ich betete still zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu beschützen. Nach dem Gebet fielen mir diese Worte Gottes ein: „Wer von der ganzen Menschheit wird in den Augen des Allmächtigen nicht umsorgt? Wer lebt nicht inmitten der Vorherbestimmung des Allmächtigen? Erfolgen das Leben und der Tod des Menschen durch dessen eigene Entscheidung? Kontrolliert der Mensch sein eigenes Schicksal?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 11). Gott ist der Schöpfer und Er herrscht über alle Dinge. Mein Leben lag in Seinen Händen und Satan hatte keine Mitsprache, ob ich verkrüppelt oder bis zur Hirnschädigung geschlagen würde. Ich war bereit, mein Leben in Gottes Hände zu legen. Als mir das klar wurde, fühlte ich mich etwas ruhiger und dachte: „Diese Teufel können sich den Gedanken abschminken, auch nur die kleinste Information aus mir herauszubekommen. Ich werde ihnen niemals nachgeben!“
Danach brachten mich die Polizisten in ein Hotel und setzten das Verhör fort. Eine Polizistin löcherte mich mit schriller Stimme: „Wie heißt du? Bei wie vielen Gastfamilien warst du untergebracht? Wen kennst du? Wo bewahrt eure Kirche ihre Gelder auf?“ Als ich nicht antwortete, stürmte sie auf mich zu, schlug mir zweimal ins Gesicht und zwang mich, die Schuhe auszuziehen, bevor sie mit ihren Lederschuhen auf meinen Zehen herumtrampelte. Ein brennender Schmerz durchzuckte sofort meinen ganzen Körper, und ich konnte nicht anders, als vor Qual aufzuschreien. Während sie auf meinen Zehen herumtrampelte, sagte sie: „Wenn du den Schmerz nicht erträgst, dann sag uns einfach, was wir hören wollen!“ Der Schmerz war wirklich unerträglich, also rief ich zu Gott: „O Gott! Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, werden sie nicht von mir ablassen. Ich fürchte, ich werde ihre Folter nicht aushalten. Bitte führe mich.“ Nach dem Gebet fiel mir plötzlich ein, dass Gott mein Schild war, und wenn Gott mir den Weg wies, was gab es da zu fürchten? Ganz gleich, wie die Polizei mich auch folterte, ich würde Gott niemals verraten oder die Kirche preisgeben. Als ein anderer Polizist sah, dass ich immer noch schwieg, legte er mir die Hände auf dem Rücken in Handschellen und riss sie gewaltsam nach oben, während er mich verhörte. Ich spürte sofort einen Schmerz im Arm, als wäre er ausgerenkt, und schon bald begannen meine Handrücken stark anzuschwellen. Ein anderer Polizist drohte mir: „Wenn du nicht bald redest, ziehen wir dich nackt aus, hängen dir ein Schild um den Hals, setzen dich auf ein Auto und führen dich so in der ganzen Stadt vor. Wir werden ja sehen, ob dir danach noch ein Funken Würde bleibt!“ Als ich das hörte, bekam ich große Sorge und dachte: „Diese Teufel sind wahrhaft böse und es scheint, als gäbe es nichts, wovor sie zurückschrecken. Wenn sie mich wirklich nackt ausziehen und durch die Stadt vorführen, wie soll ich mich danach noch in der Öffentlichkeit blicken lassen und weiterleben?“ Genau in dem Moment, in dem ich mich am schwächsten und verzweifeltsten fühlte, erinnerte ich mich an die Hymne von Gottes Worten: „Gott leidet für die Errettung des Menschen große Qualen“. Darin heißt es: „Es sind viele schlaflose Nächte, die Gott der Arbeit für die Menschheit wegen durchlitten hat. Er ist von hoch oben zu den niedrigsten Tiefen in die lebendige Hölle herabgekommen, wo der Mensch wohnt, um mit dem Menschen zwischen den Enden der Erde zu leben. Er hat sich niemals über die Schäbigkeit unter den Menschen beschwert, und Er hat dem Menschen niemals seine Aufsässigkeit vorgeworfen, sondern erträgt stattdessen extreme Demütigung, während Er Sein Werk persönlich durchführt. Wie könnte Gott in die Hölle gehören? Wie könnte Er Sein Leben in der Hölle verbringen? Doch um der gesamten Menschheit willen, damit die ganze Menschheit früher Ruhe finden kann, hat Er, indem Er auf die Erde kam, Demütigung und Ungerechtigkeit ertragen, und hat persönlich ‚die Hölle‘ und ‚den Hades‘ betreten, die Höhle des Tigers, um den Menschen zu retten“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (9)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, war ich tief bewegt. Gott ist heilig. Um die Menschheit zu retten, die von Satan zutiefst verdorben wurde, ist Er zweimal Fleisch geworden. Zuerst kam Er, um die Menschheit zu erlösen, und wurde gekreuzigt, wobei Er unerträgliche Qualen erlitt. In den letzten Tagen ist Er in China erneut Fleisch geworden und hat Verfolgung und Menschenjagd durch die KPCh sowie Verurteilung, Verleumdung und Ablehnung durch die religiöse Welt erlitten – all das, um die Menschheit vollkommen von ihrer Sündhaftigkeit zu erretten. Gott hat all das stillschweigend ertragen. Er fährt fort, Wahrheiten auszudrücken und das Werk zu vollbringen, uns zu retten. Seine Liebe zu uns ist wahrlich unfassbar groß. Ich hatte das große Glück, Gottes Werk in den letzten Tagen anzunehmen und die Versorgung durch Seine Worte zu genießen, also wusste ich, dass ich Gottes Liebe vergelten sollte. Mit dieser Erkenntnis wusste ich, dass dieser Schmerz und diese Demütigung sinnvoll und wertvoll waren – es bedeutete, Verfolgung um der Gerechtigkeit willen zu ertragen. Ich betete still zu Gott: „O Gott! Ganz gleich, wie die Polizisten mich demütigen, ich werde in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Dich zufriedenzustellen!“ Nach dem Gebet hatte ich nicht mehr ganz so viel Angst. Danach sagte ich kein Wort mehr, egal wie sehr mir die Polizisten auch drohten, und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als abzuziehen.
Als die Polizisten einige Tage später zu dem Schluss kamen, dass sie keine Informationen aus mir herausbekommen würden, steckten sie mich in ein Untersuchungsgefängnis. Kaum war ich dort, demütigte mich eine Polizistin absichtlich, indem sie mir befahl, mich komplett auszuziehen, mich im Kreis zu drehen, mich mit den Händen hinter dem Kopf hinzuhocken und Froschsprünge zu machen. Zweiundvierzig Tage später wurde gegen mich unter dem Vorwand, „eine Sektenorganisation genutzt zu haben, um die Durchsetzung des Gesetzes zu untergraben“, eine fingierte Anklage erhoben und ich wurde zu anderthalb Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt. Ich dachte mir, es würde unglaublich schwer werden, über ein Jahr lang Gottes Worte nicht zu lesen, mich nicht zu versammeln, keine Gemeinschaft zu halten und meine Pflicht nicht zu tun. Ich betete still zu Gott: „O Gott! Ich weiß nicht, welche Qualen mir noch bevorstehen und ob ich sie werde aushalten können. Bitte führe mich, Deine Absicht zu verstehen, damit ich in diesem Umfeld stark bleiben kann.“ Nach dem Gebet fiel mir diese Passage aus Gottes Worten ein: „Sei nicht entmutigt, sei nicht schwach, und Ich werde dir die Dinge offenbar machen. Der Weg zum Königreich ist nicht so eben – nichts ist so billig zu haben! Ihr wollt Segnungen auf einfachem Wege erhalten, nicht wahr? Heute wird jeder bitteren Prüfungen entgegensehen müssen. Ohne solche Prüfungen wird das liebende Herz, das ihr Mir entgegenbringt, nicht stärker werden, und ihr werdet keine wahre Liebe zu Mir haben. Auch wenn es sich bei diesen Prüfungen nur um unbedeutende Umstände handelt, muss jeder diese Proben bestehen; es ist nur so, dass die Intensität der Prüfungen unterschiedlich sein wird. Prüfungen sind eine Segnung von Mir, und wie viele von euch knien oft vor Mir nieder und bitten Mich um Meinen Segen? Dumme Kinder! Ihr glaubt stets, dass ein paar Glück verheißende Worte als Mein Segen gelten, doch ihr glaubt nie, dass Bitterkeit Mein Segen ist. Diejenigen, die an Meiner Bitterkeit teilhaben, werden sicherlich an Meiner Süße teilhaben. Das ist Meine Verheißung und Mein Segen für euch“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 41). Gottes Worte ließen mich erkennen, dass dieses Umfeld dazu dienen würde, meinen Glauben zu vervollkommnen und meinen Willen, Leid zu ertragen, zu stärken. Nur indem ich Leid durchmache, würde ich in der Lage sein, mehr zu beten, mich mehr auf Gott zu verlassen und Ihm näherzukommen. Obwohl ich in den nächsten anderthalb Jahren weder Gottes Worte lesen noch mich mit Brüdern und Schwestern versammeln oder Gemeinschaft halten konnte, würde Gott trotzdem bei mir sein, und deshalb musste ich mich auf Gott verlassen und in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Satan zu beschämen. Nachdem ich Gottes Absicht verstanden hatte, schöpfte ich neuen Glauben und neue Kraft. Während meiner Zeit im Arbeitslager betete ich oft zu Gott und dachte über Seine Worte nach. Dank der Führung von Gottes Worten konnte ich die langen Tage meiner Haft überstehen.
Nach meiner Freilassung fing ich wieder an, meine Pflicht zu tun, wurde aber im Oktober 2013 erneut verhaftet. An jenem Tag, so gegen sechzehn Uhr, kam ich gerade vom Predigen des Evangeliums zurück und stieg aus dem Bus, als sich plötzlich eine Gruppe von drei Leuten auf mich stürzte und mich festhielt. Einer von ihnen sagte: „Es ist jetzt ein paar Jahre her, erkennst du mich noch? Wie wär’s mit einer kleinen Spritztour mit uns?“ Ich geriet sofort in Panik und dachte: „Jetzt bin ich erledigt. Da mich die Polizei nun festgenommen hat, werden sie mich sicher nicht so einfach davonkommen lassen.“ Sie zwangen mich in ihr Auto, setzten sich zu beiden Seiten von mir und hielten meine Hände fest, sodass ich mich nicht bewegen konnte. Danach brachte man mich in ein Zentrum für Gehirnwäsche, wo ich ständig von zwei „Aufpassern“ begleitet wurde. Dort zwang man mich von halb acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends, mir Videos anzusehen, in denen Gott gelästert und die Kirche in Verruf gebracht wurde, sowie Videos, die die KPCh verherrlichten, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten. Die Aufpasser überwachten mich rund um die Uhr. Ich durfte nicht beten und nicht einmal die Tür schließen, wenn ich auf die Toilette ging. Die stundenlange Gehirnwäsche und die ständige Überwachung führten dazu, dass ich mich völlig zermürbt fühlte. Ich war jeden Tag ängstlich und angespannt und hatte furchtbare Angst, auf Satans List hereinzufallen, wenn ich nicht aufpasste. Ich betete einfach unablässig zu Gott und flehte Ihn an, mein Herz zu beschützen.
Eines Tages brachte mir Chen, der für die Gehirnwäsche verantwortlich war, ein Exemplar von „Das Wort erscheint im Fleisch“ und sagte: „Das ist das Buch eurer Kirche – glaubst du immer noch, dass das das Wort Gottes ist? Es ist doch ganz offensichtlich von einem einfachen Menschen geschrieben worden.“ Ich nahm das Buch mit Gottes Worten und dachte: „Jedes einzelne von Gottes Worten ist die Wahrheit. Ihr Teufel glaubt nicht an Gott, wie also könntet ihr Seine Worte überhaupt verstehen?“ Ich schlug das Buch auf und sah den folgenden Abschnitt: „In dieser Werkphase ist von uns ein Höchstmaß an Glauben und Liebe gefordert, und aufgrund der kleinsten Unachtsamkeit können wir ins Straucheln geraten, denn diese Phase des Werkes unterscheidet sich von allen früheren: Was Gott perfektioniert, ist der Glaube der Menschen, der sowohl unsichtbar als auch nicht greifbar ist. Was Gott tut, ist, Worte in Glauben, in Liebe und in Leben zu verwandeln“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (8)). Als ich diese Worte las, spürte ich Gottes Ermutigung und Trost. Gottes Werk in den letzten Tagen ist das Werk der Worte. Er arrangiert alle möglichen Situationen, damit die Menschen Seine Worte erfahren können, sodass diese Worte ein Teil der Menschen und zu ihrem Leben werden. Auf diese Weise rettet und vervollkommnet Gott die Menschheit. Ich dachte daran, wie Gottes Worte mir bei meiner ersten Festnahme den Glauben und die Kraft gegeben hatten, die Misshandlungen der Teufel während der Folter und Qualen zu überstehen. Jetzt, bei meiner erneuten Verhaftung – in einer Zeit, in der ich mich gequält, geplagt und zermürbt fühlte, weil ich ständig überwacht und einer Gehirnwäsche mit Irrlehren und Trugschlüssen unterzogen wurde – arrangierte es Gott, dass der Polizist mir ein Exemplar Seiner Worte zeigte. Diese erfüllten mich mit Glauben und Kraft. Trotz der lebensgefährlichen Torturen, die ich in diesem höllischen Gefängnis durchstehen musste, fühlte ich mich wirklich nicht allein, denn ich wusste, dass Gott mich stets beschützte und mich durch Seine Worte führte. Danach beruhigte ich – ganz gleich, wie die Polizisten auch versuchten, mich mit Satans Irrlehren und Trugschlüssen einer Gehirnwäsche zu unterziehen – bewusst meine Gedanken vor Gott. Ich betete unablässig zu Ihm und verließ mich auf Ihn, um nicht auf Satans Listen hereinzufallen. Ein Polizist zeigte mir das Foto einer Schwester und fragte, ob ich sie kenne. Als ich nicht antwortete, versuchte er, mich einzuschüchtern und auszutricksen: „Die anderen haben dich schon verraten. Sie haben uns gesagt, dass du eine Leiterin bist, aber du versuchst immer noch, sie zu schützen. Sie haben bereits alle ein Geständnis abgelegt und wurden nach Hause geschickt. Du bist einfach nur dumm, wenn du nicht redest, und dir blüht eine sehr lange Haftstrafe! Je eher du redest, desto schneller können wir dich nach Hause schicken.“ Das zu hören, schockierte mich, und ich dachte: „Hat mich jemand verraten? Dann weiß die Polizei ja alles über mich! Wenn ich nicht anfange zu reden, lande ich vielleicht wirklich für lange Zeit im Gefängnis. Vielleicht kann ich ihnen einfach ein paar unwichtige Details erzählen. Wenn ich dann wirklich ins Gefängnis muss, bekomme ich wenigstens eine kürzere Strafe und muss nicht so viel leiden.“ Doch dann dachte ich: „Wenn ich ihnen Einzelheiten verrate, begehe ich dann nicht Verrat an Gott und verrate meine Brüder und Schwestern? Das geht nicht. Ich darf ihnen gar nichts sagen!“ In diesem Moment fielen mir diese Worte Gottes ein: „In Zukunft werde Ich über jede Person ihren Taten entsprechend Vergeltung bringen. Ich habe gesagt, was es zu sagen gibt, denn das ist genau das Werk, das Ich vollbringe“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Bösen werden gewiss bestraft). Gottes Worte halfen mir zu verstehen, dass Er die Menschen Ihrem Handeln entsprechend behandelt. Würde ich meine Brüder und Schwestern verraten, würde ich wie ein schändlicher Judas handeln, und Gott würde mich verfluchen und bestrafen. Wenn andere mich verrieten, dann war das deren Übeltat, aber ich durfte weder Gott verraten noch meine Brüder und Schwestern. Ich erinnerte mich an eine Schwester, die festgenommen, brutal gefoltert und zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden war, Satan aber nie nachgegeben und nach ihrer Freilassung weiterhin ihre Pflicht getan hatte. Obwohl sie einiges Leid erfahren hatte, war sie in ihrem Zeugnis standhaft geblieben, und Gott hieß sie gut. Dann gab es noch Petrus, der im Zeitalter der Gnade nach seiner Verhaftung kopfüber gekreuzigt wurde und für seine Liebe zu Gott Zeugnis ablegte. Die Erinnerung an diese Geschichten ermutigte mich zutiefst, und mein Herz war voller Glauben und Kraft. Ich fasste den stillen Entschluss: Egal, wie lange ich im Gefängnis bleiben musste, ich würde niemals Gott verraten oder meine Brüder und Schwestern!
Danach verhörten sie mich weiter und fragten: „Mit wem stehst du in Kontakt? Wer ist dein oberer Leiter? Wo wohnen sie?“ Als ich nicht antwortete, zwangen sie mich, mich mit dem Gesicht zur Wand zu stellen. Im Zwei-Stunden-Takt, immer mit zwei Polizisten pro Schicht, sorgten sie vierundzwanzig Stunden lang dafür, dass ich nicht einschlief. Wenn sie sahen, dass ich einnickte, schrien sie: „Untersteh dich, die Augen zuzumachen oder zu deinem Gott zu beten!“ Nachdem ich einen ganzen Tag lang gestanden hatte, waren meine Füße so extrem angeschwollen, dass die Haut spannte und glänzte. Ich passte nicht mehr in meine Schuhe und musste barfuß laufen. Mein Rücken tat so weh, dass ich dachte, ich hätte mir etwas gebrochen. Sie folterten mich auf diese Weise ganze sieben Tage und Nächte lang. Ich war körperlich und geistig völlig erschöpft. Mein Körper war an seinen Grenzen, also rief ich im Stillen betend zu Gott und bat Ihn um den Glauben und die Kraft, die Brutalität dieser Teufel zu überstehen. Nach dem Gebet fielen mir diese Worte Gottes ein: „Ihr müsst während dieser letzten Tage für Gott Zeugnis ablegen. Ungeachtet dessen, wie groß euer Leid ist, solltet ihr bis zum Ende gehen, und sogar mit eurem letzten Atemzug müsst ihr Gott noch treu sein und euch Gottes Orchestrierung ausliefern; nur dies ist wahre Liebe zu Gott, und nur dies ist das starke und überwältigende Zeugnis“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur durch die Erfahrung schmerzhafter Prüfungen kannst du die Lieblichkeit Gottes kennen). Gottes Worte erfüllten mich mit Glauben. Ganz gleich, wie die Polizei mich auch folterte, sie konnte mein Herz nicht kontrollieren. Solange ich noch lebte und atmete, würde ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Satan zu beschämen. Später holte einer der Polizisten eine Erklärung hervor, in der Gott gelästert wurde, und forderte mich auf, zu unterschreiben. Als ich nicht unterschrieb, schlugen sie mir mehrfach ins Gesicht und spuckten bösartig aus: „Du bist nur ein Stück Fleisch auf dem Hackklotz, und wir können dich zerhacken, wie es uns passt. Jeder Tag, an dem du nicht unterschreibst und uns nicht sagst, was wir wissen wollen, ist ein weiterer Tag, an dem wir dich fertigmachen. Wir haben hier achtzehn verschiedene Foltermethoden für dein ‚Freizeitvergnügen‘ auf Lager. Wir könnten dich umbringen, und niemand würde je etwas davon erfahren!“ Daraufhin traten und schlugen sie auf mich ein. Sie schlugen mich über zehn Minuten lang. Ich war benommen, mein Gesicht war angeschwollen, mein Kopf pochte, ich hörte ein lautes Klingeln in den Ohren, und Blut rann mir aus dem Mund. Mein Gesicht tat so furchtbar weh, als hätte mir jemand Salz in eine frische Brandwunde gestreut. Ich machte mir Sorgen, dass ich unweigerlich sterben würde, wenn sie mich weiter so verprügelten. In diesem Moment fiel mir ein Abschnitt aus Gottes Worten ein: „Wenn Menschen bereit sind, ihr Leben zu opfern, wird alles unbedeutend, und niemand kann ihnen beikommen. Was könnte wichtiger sein als Leben?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Offenlegung der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 36). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. Mein Leben und mein Tod lagen in Gottes Händen, und ohne Seine Erlaubnis konnte Satan mir nicht das Leben nehmen. Selbst wenn ich zu Tode gefoltert werden sollte, so geschähe dies mit Gottes Erlaubnis. Ich war bereit, mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen, und ich wollte in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Ihn zufriedenzustellen, selbst wenn es meinen Tod bedeutete.
Danach schüchterten sie mich unaufhörlich ein und nötigten mich, eine gotteslästerliche Erklärung zu unterschreiben. Als ich mich weigerte, zwangen sie mich in die Hocke und schlugen mir mit einer Metallstange auf Beine und Rücken. Ein anderes Mal schlug mir ein Polizist so heftig auf den Rücken, dass es sich anfühlte, als wäre etwas gebrochen, und ich schrie unwillkürlich auf. Dann zündete er sich eine Zigarette an, blies mir den Rauch in die Augen und zwang mich, sie offen zu halten. Meine Augen brannten schmerzhaft, und Tränen schossen mir aus den Augen und Rotz aus der Nase. Ich konnte nicht aufhören, durch den Rauch zu husten, und versuchte, meinen Kopf zur Seite zu drehen. Doch der Polizist packte mich an den Haaren, hielt meinen Kopf fest und blies mir weiter Rauch ins Gesicht. Während er wie irre lachte, sagte er: „Wie gefällt dir das? Wenn du es nicht aushältst, unterschreib einfach den Wisch und sag uns, was du weißt. Wenn du nicht redest, dann kannst du was erleben. Morgen kaufe ich eine neue Packung Zigaretten und räuchere dich wieder aus.“ Als die Zigarette heruntergebrannt war, waren meine warmen Kleider komplett schweißgetränkt. Der Polizist zwang mich dann erneut in die Hocke, aber ich war völlig erschöpft. Mein ganzer Körper zitterte, und ich war so schwach, dass ich das Gefühl hatte, jeden Moment zusammenzubrechen. Sie folterten mich auf diese Weise noch zwei weitere Stunden. Später bliesen sie mir den Rauch von zwei weiteren Zigaretten ins Gesicht. Ich litt Höllenqualen; ein furchtbar beklemmendes Gefühl machte sich in meiner Brust und meinem Bauch breit, und meine Finger waren steif und verkrampft. Sie packten meine Hand und versuchten, mich zur Unterschrift des Dokuments zu zwingen, aber ich betete still zu Gott und ließ sie meine Hand nicht einen Millimeter bewegen. Letztendlich unterschrieb ich das gotteslästerliche Dokument nicht. Die Polizisten waren jedoch noch nicht mit mir fertig. Um mich zur Unterschrift zu zwingen, packte mich einer der Polizisten an den Haaren, schlug meinen Kopf gegen eine Wand und verpasste mir so eine große, geschwollene Beule am Kopf. Danach schlug er mir heftig ins Gesicht und trat mir gegen die Beine und in den Bauch, wodurch es mir schwindelig wurde und was meinen ganzen Körper taub werden ließ. Als der Polizist vom Schlagen müde wurde, schnappte er sich einen Elektroschlagstock und fing an, mir damit Stromstöße ins Gesicht, auf die Brust und auf andere Körperteile zu verpassen. Es fühlte sich an, als würde ich am ganzen Körper mit Nadeln gestochen. Ich betete unablässig zu Gott und bat Ihn, mich mit dem Glauben und der Kraft zu erfüllen, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Während der Polizist mir Stromstöße verpasste, drohte er mir bösartig: „Ich werde dich foltern, bis du innere Schäden davonträgst. Wenn du hier rausgehst, wirst du von Krankheiten übersät sein und einen langsamen, qualvollen Tod sterben!“ Je mehr diese Polizisten redeten, desto mehr hasste ich sie. Ich dachte an Gottes Worte, in denen es heißt: „Wie kann dieser vor Wut rasende Teufel zulassen, dass Gott Kontrolle über seinen kaiserlichen Gerichtshof auf Erden hat? Wie kann er sich freiwillig Seiner überlegenen Macht beugen? Sein scheußliches Antlitz ist enthüllt worden, so wie es ist, sodass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll, und es ist wahrhaftig schwierig davon zu sprechen. Ist das nicht sein Wesen? Mit einer hässlichen Seele glaubt er immer noch, dass er unglaublich schön ist. Diese Bande von verbrecherischen Komplizen! Sie kommen herab in das sterbliche Reich, um sich Vergnügungen hinzugeben, und sorgen für Aufruhr. Sie stiften eine solche Unruhe, dass die Welt zu einem launischen und unbeständigen Ort wird und das Herz des Menschen voller Panik und Unbehagen ist. Sie haben so sehr mit dem Menschen gespielt, dass seine Erscheinung zu der eines unmenschlichen Getiers des Feldes geworden ist, überaus hässlich, und dessen letzte Spur des ursprünglichen heiligen Menschen verloren gegangen ist. Darüber hinaus wünschen sie sogar die Hoheitsgewalt auf Erden zu übernehmen. Sie verhindern Gottes Werk so sehr, dass es kaum einen Zentimeter vorankommen kann, und sie schotten den Menschen so eng ab wie durch Wände aus Kupfer und Stahl. Sie haben so viele schwerwiegende Sünden begangen und so viele Katastrophen verursacht, erwarten sie da immer noch etwas anderes als Züchtigung?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (7)). Die KPCh ist der Teufel, der Gott hasst und sich Ihm widersetzt. Je mehr sie mich folterten, desto klarer erkannte ich, wie hässlich und widerwärtig sie wirklich waren. Ich hasste sie aus tiefstem Herzen, lehnte mich gegen sie auf und fühlte mich noch stärker motiviert, Gott zu folgen und Ihn zufriedenzustellen. Danach versuchte der Polizist erneut, mich einzuschüchtern, indem er sagte: „Selbst wenn du nicht redest, wirst du trotzdem verurteilt und kommst für über zehn Jahre ins Gefängnis!“ Ich war empört und dachte: „Wenn ich ins Gefängnis muss, dann sei es so. Egal, zu wie vielen Jahren ich verurteilt werde, ich werde euch Teufeln niemals nachgeben!“ Letztlich konnten sie keinerlei Informationen aus mir herausbekommen. Im Juli 2014 wurde ich dann unter dem Vorwand, „eine Sektenorganisation genutzt zu haben, um die Durchsetzung des Gesetzes zu untergraben“, mit einer fingierten Anklage zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.
Wenn ich an die beiden Male zurückdenke, bei denen ich festgenommen und ins Gefängnis gesteckt wurde, muss ich daran denken, wie die KPCh verschiedenste Methoden anwandte, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten, darunter brutale Schläge, Einschüchterung, Gehirnwäsche und Demütigung. Hätte ich bei all diesen Torturen nicht Gottes Schutz und den Glauben und die Kraft gehabt, die mir durch Gottes Worte eingeflößt wurden, hätten mich die Polizisten längst zu Tode gefoltert. Durch diese Tortur habe ich Gottes Liebe hautnah erfahren und die Autorität und Kraft Seiner Worte bezeugt. Es waren Gottes Worte, die mich durch diese Drangsale geführt haben. Ganz gleich, wie die KPCh mich auch verfolgt, ich werde Gott weiterhin folgen und meine Pflicht tun, um Seine Liebe zu vergelten.