4. Ich fühle mich wegen meiner unbeholfenen Ausdrucksweise nicht mehr minderwertig
Schon seit meiner Kindheit war ich eher introvertiert und konnte mich nur schlecht ausdrücken. Im Umgang mit Fremden traute ich mich kaum zu sprechen, und in großen Menschenmengen wurde ich sehr nervös. Ich hatte ständig Angst, mich nicht klar auszudrücken und mich zu blamieren. Deshalb fühlte ich mich anderen gegenüber oft minderwertig. Im August 2023 beauftragte mich die Kirche mit der Bewässerung von Neulingen. Für diese Pflicht musste ich mich häufig mit den Neulingen versammeln und mich auch mit den anderen Bewässerern austauschen. In solchen Situationen war ich oft nervös und fürchtete, dass ich nicht klar sprechen würde, wenn ich beim gemeinschaftlichen Austausch an der Reihe war – was würden die Brüder und Schwestern dann von mir denken?
Einmal nahm mich meine Arbeitspartnerin Stacy zu einer Versammlung mit Neulingen mit. Dort waren sage und schreibe 40 oder 50 Leute. Bei diesem Anblick wurde ich unweigerlich nervös. Das waren einfach viel zu viele Leute. Was für eine Blamage es wäre, vor dieser Menschenmenge schlecht Gemeinschaft zu halten! Alle würden denken: „So wie du bist, ohne auch nur verständlich reden zu können, kannst du uns da wirklich bewässern?“ Würden sie nicht auf mich herabschauen? Bei diesem Gedanken konnte ich mich nicht beruhigen, mein Herz war ganz aufgewühlt. Besonders als ich sah, wie klar Stacys Gedanken und wie praktisch ihr Inhalt beim gemeinschaftlichen Austausch waren, wurde ich sehr neidisch. Gleichzeitig war ich sehr beunruhigt und hatte Angst, dass ich vor so vielen Leuten nervös werden würde, mein Kopf dann völlig leer wäre und ich im gemeinschaftlichen Austausch kein Wort mehr herausbekommen würde. Wie peinlich wäre das? Was würden die Neulinge von mir denken? Da beschloss ich, nicht selbst zu sprechen, sondern lieber die Rolle der Zuhörerin zu spielen! So verging die ganze Versammlung, ohne dass ich ein einziges Wort gesagt hatte. Als ich mit anderen Bewässerern zusammenkam, war es genauso. Als ich sah, dass sie sich alle relativ gut ausdrücken konnten, wurde ich neidisch. Da ich dachte, dass mein Ausdruck unzureichend und nicht vorzeigbar sei, verlor ich noch mehr das Vertrauen in meine Fähigkeit, vor anderen zu sprechen. Ich war sehr deprimiert und dachte: „Wir tun alle die Pflicht der Bewässerung, wieso ist der Unterschied denn so gewaltig? Ich sage nie etwas; werden sie nicht denken, dass ich überhaupt keinen gemeinschaftlichen Austausch halten kann und eine totale Enttäuschung bin?“ Ich war ein wenig in Negativität verfallen und dachte sogar: „War es damals ein Fehler, mich für die Pflicht der Bewässerung einzuteilen? Für diese Pflicht muss man über die Wahrheit Gemeinschaft halten können und redegewandt sein. Ich bin so unbeholfen im Reden, ich fürchte, ich kann diese Pflicht nicht tun.“ Aber dann dachte ich daran, dass es von Gott bestimmt ist, welche Pflicht man in welcher Phase ausführt, und ich wollte Seiner mühevollen und gewissenhaften Absicht nicht unwürdig sein. Aber ich müsste in Zukunft ständig vor so vielen Leuten sprechen; was sollte ich nur tun? In diesen Tagen war mein Leben ein einziges Leiden und ich fand keinen Ausweg aus dieser negativen Stimmung.
Eines Tages sprach ich mit einer Schwester über meinen Zustand, und sie ließ mich eine Passage aus Gottes Worten lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du dich in deinem Leben oft beschuldigt fühlst, wenn dein Herz keine Ruhe finden kann, wenn du ohne Frieden und Freude bist und oft von Sorgen und Ängsten über alle möglichen Dinge geplagt wirst, was zeigt das? Es zeigt lediglich, dass du die Wahrheit nicht praktizierst, dass du in deinem Zeugnis für Gott nicht standhaft bist. Wenn du inmitten der Disposition Satans lebst, bist du oft geneigt, die Wahrheit nicht zu praktizieren, die Wahrheit zu verraten, selbstsüchtig und niederträchtig zu sein; du wahrst nur dein Image, deinen Namen und Status und deine Interessen. Immer nur für dich selbst zu leben, bringt dir großen Schmerz. Du hast so viele egoistische Verlangen, Verstrickungen, Fesseln, Bedenken und Ärgernisse, dass du nicht einmal das kleinste bisschen Frieden und Freude hast. Um des verderbten Fleisches willen zu leben, bedeutet, übermäßig zu leiden. Diejenigen, die nach der Wahrheit streben, sind anders. Je besser sie die Wahrheit verstehen, desto freier und befreiter werden sie sein; je mehr sie die Wahrheit praktizieren, desto mehr Frieden und Freude haben sie. Wenn sie die Wahrheit erlangen, werden sie vollends im Licht leben, Gottes Segnungen genießen und keinerlei Schmerz verspüren“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Lebenseintritt beginnt mit der Ausführung der Pflicht). Gottes Worte legten meinen wahren Zustand offen, und ich verstand, warum ich in dieser Zeit so gelitten hatte. Es lag daran, dass ich ständig in einem Zustand der Eitelkeit und des Stolzes lebte und die Wahrheit nicht praktizierte. Ob bei Versammlungen mit Neulingen oder im Austausch mit anderen Bewässerern, ich traute mich nicht, mich wirklich auszudrücken, und hatte dauernd Angst, die anderen würden auf mich herabschauen, wenn mein gemeinschaftlicher Austausch schlecht wäre. Ich machte mir unentwegt Gedanken über meine Eitelkeit und meinen Stolz und war darüber zutiefst besorgt; alles, woran ich dachte, waren mein Stolz und meine eigenen Interessen. Ich litt nur deshalb so unerträglich, weil ich den ganzen Tag in meiner verdorbenen Disposition lebte. Durch das Lesen der Worte Gottes verstand ich mein Problem etwas besser.
Ein paar Tage später sagte die Verantwortliche, dass wir von nun an abwechselnd den Austausch der Bewässerer leiten würden. Als ich das hörte, wurde ich unwillkürlich wieder nervös und dachte: „Jetzt stehe ich Brüdern und Schwestern gegenüber, die dieselbe Pflicht tun wie ich. Insgesamt sind es elf. Mein gemeinschaftlicher Austausch über die Wahrheiten der Vision ist ohnehin schon nicht so gut wie ihrer, und jetzt soll ich auch noch Versammlungen leiten. Wenn ich mit meiner mangelnden Ausdrucksfähigkeit dann beim gemeinschaftlichen Austausch nervös werde, mich verhaspele und stottere und meine Gedanken wirr sind, was werden dann alle von mir denken?“ Ein paar Tage später war der Tag der Versammlung, und die Verantwortliche rief mich an und drängte mich zur Teilnahme. Obwohl ich die Versammlung nicht leitete, kämpfte ich innerlich sehr mit mir. Ich hatte Angst, dass ich, wenn ich hinginge und gebeten würde, Gemeinschaft zu halten, kein Wort herausbringen würde, und dies dann die größtmögliche Demütigung für mich wäre. Also hatte ich nicht den Mut, hinzugehen. In den folgenden Tagen fühlte es sich an, als hätte ich eine beklemmende Schwere auf der Brust und bekäme keine Luft. Ich war diesem Tag zwar ausgewichen, aber würde ich das ewig können? Ich dachte, vielleicht war ich wirklich nicht für die Pflicht der Bewässerung geeignet, aber bei dem Gedanken, aufzugeben, fühlte ich mich getadelt und bei Gott tief in der Schuld. Erst als ich diese Worte Gottes las, nahm mein Zustand eine Wende. Gott sagt: „Manche Menschen sind seit ihrer Kindheit recht introvertiert; sie reden nicht gerne und tun sich schwer im Umgang mit anderen. Selbst als Erwachsene in ihren Dreißigern oder Vierzigern können sie diese Persönlichkeitseigenschaft immer noch nicht überwinden: Sie sind noch immer weder redegewandt noch wortgewandt, und auch im Umgang mit anderen sind sie nicht gut. Nachdem sie Leiter geworden sind, schränkt diese Persönlichkeitseigenschaft ihre Arbeit bis zu einem gewissen Grad ein und behindert sie, was ihnen oft Kummer und Frustration bereitet und ihnen das Gefühl gibt, sehr eingeschränkt zu sein. Introvertiertheit und nicht gerne zu reden sind Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit. Da sie Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit sind, gelten sie dann vor Gott als Verfehlungen? Nein, es sind keine Verfehlungen, und Gott wird sie korrekt behandeln. Unabhängig von deinen Problemen, Mängeln oder Fehlern ist nichts davon in Gottes Augen ein Problem. Gott schaut nur darauf, wie du unter den angeborenen Voraussetzungen normaler Menschlichkeit die Wahrheit suchst, die Wahrheit praktizierst, nach den Wahrheitsgrundsätzen handelst und Gottes Weg folgst – das ist es, worauf Gott schaut. Lasse dich daher in Angelegenheiten, die die Wahrheitsgrundsätze betreffen, nicht von den Grundbedingungen wie dem Kaliber, den Instinkten, der Persönlichkeit, den Gewohnheiten und den Lebensmustern normaler Menschlichkeit einschränken. Verschwende natürlich auch nicht deine Energie und Zeit damit, diese Grundbedingungen überwinden zu wollen, noch versuche, sie zu ändern. … Was auch immer deine ursprüngliche Persönlichkeit gewesen ist, das bleibt deine Persönlichkeit. Versuche nicht, deine Persönlichkeit um der Errettung willen zu ändern; das ist eine abwegige und absurde Vorstellung – deine Persönlichkeit – welche das auch sein mag – ist eine objektive Tatsache, und du kannst sie nicht ändern. Was die objektiven Gründe hierfür betrifft, so hat das Ergebnis, das Gott in Seinem Werk erzielen will, nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun. Ob du Errettung erlangen kannst, steht ebenfalls in keinem Zusammenhang mit deiner Persönlichkeit. Darüber hinaus hat es auch nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun, ob du jemand bist, der die Wahrheit praktiziert und die Wahrheitsrealität besitzt. Versuche daher nicht, deine Persönlichkeit zu ändern, weil du bestimmte Pflichten tust oder als Verantwortlicher für einen bestimmten Arbeitsbereich dienst – das ist eine irrige Vorstellung. Was solltest du also tun? Unabhängig von deiner Persönlichkeit oder deinen angeborenen Voraussetzungen solltest du dich an die Wahrheitsgrundsätze halten und sie praktizieren. Letztendlich beurteilt Gott nicht anhand deiner Persönlichkeit, ob du Seinem Weg folgst oder Errettung erlangen kannst, oder aufgrund dessen, mit welchem Kaliber und welchen Fertigkeiten, Fähigkeiten, Begabungen oder Talenten du geboren wurdest. Und selbstverständlich achtet Er auch nicht darauf, wie sehr du deine körperlichen Instinkte und Bedürfnisse gezügelt hast. Stattdessen achtet Gott darauf, ob du Seine Worte praktizierst und erfährst, während du Ihm folgst und deine Pflichten tust, ob du dabei die Bereitschaft und Entschlossenheit hast, nach der Wahrheit zu streben, und letztendlich, ob du dabei erreicht hast, die Wahrheit zu praktizieren und Gottes Weg zu folgen. Darauf achtet Gott. Habt ihr das verstanden? (Ja, das haben wir.)“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). Als ich Gottes Worte las, war ich sehr berührt und fühlte eine gewisse Befreiung. Ich verstand, dass Gott nicht die Instinkte und die Persönlichkeit eines Menschen verändern will, sondern seine verdorbene Disposition. Charakterschwächen sind Äußerungsformen der normalen Menschlichkeit und werden von Gott nicht verurteilt. Ich hatte immer eine bestimmte Sichtweise gehabt; ich dachte, ich sei introvertiert, könne mich schlecht ausdrücken und sei für die Pflicht der Bewässerung ungeeignet. Sobald ich auf extrovertierte und redegewandte Menschen traf, fühlte ich mich eingeschränkt. Ständig hatte ich Angst davor, was die Leute von mir denken würden, wenn ich mich schlecht ausdrückte. Ich fühlte mich minderwertig und war schüchtern, was mich umso mehr davon überzeugte, diese Pflicht nicht ausführen zu können. Es stellte sich heraus, dass meine Ansicht völlig verdreht war. Als ich an meine früheren Pflichten zurückdachte, hatte ich damals gewissenhaft versucht, über Gottes Worte nachzudenken, und wenn ich meine Pflicht gewissenhaft tat, konnte ich durchaus Ergebnisse erzielen. Bei Versammlungen und im gemeinschaftlichen Austausch gewann ich auch etwas Erleuchtung und Erhellung. Auch wenn ich mich nicht so gut ausdrücken konnte wie andere, war es nicht so, dass ich überhaupt nichts klar zum Ausdruck bringen konnte. Tatsächlich war das, was Gott mir gegeben hatte, ausreichend. Hauptsächlich lag es daran, dass ich von Eitelkeit und Stolz eingeschränkt war und befürchtete, mich zu blamieren, wenn mein gemeinschaftlicher Austausch schlecht wäre. Ich benutzte meine Introvertiertheit und meine schlechte Wortgewandtheit auch immer als Ausrede und dachte nicht darüber nach, wie ich diese Schwierigkeiten in meiner Pflicht lösen sollte, geschweige denn über meine verdorbene Disposition. Ich war in meiner Eitelkeit und meinem Stolz gefangen und fand keinen Ausweg. Gottes Worte ließen mich verstehen, dass mein Ansatz zur Problemlösung falsch war. Ich sollte mich nicht ständig minderwertig und negativ fühlen, nur weil ich introvertiert und nicht redegewandt war, denn die Persönlichkeit eines Menschen ist von Gott bestimmt und kann nicht geändert werden; sie ist keine verdorbene Disposition. Das Einzige, was ich tun konnte, war, nach der Wahrheit zu streben, meine verdorbene Disposition aufzulösen und mich nicht länger von Eitelkeit und Stolz einschränken zu lassen. So würde ich entspannt und frei sein. Später praktizierte ich nach den Worten Gottes, gestand mir meine Persönlichkeitsmängel ein und stellte mich ihnen. In Bereichen, in denen ich der Aufgabe gewachsen war, gab ich mein Bestes, um aktiv zu werden, und in jenen, denen ich nicht gewachsen war, arbeitete ich mit meinen Arbeitspartnerinnen zusammen und lernte von ihnen, um meine eigenen Schwächen auszugleichen. Ich fühlte mich nicht mehr minderwertig und traurig, weil ich introvertiert und nicht redegewandt war.
Als ich später mit einer Schwester über meinen Zustand sprach, ließ sie mich eine Passage aus Gottes Worten lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Art, wie Antichristen ihren Ruf und ihren Status schätzen, übertrifft bei weitem die gewöhnlicher Menschen und ist etwas, das in ihrer Dispositionsessenz liegt; es ist kein vorübergehendes Interesse oder eine flüchtige Auswirkung ihrer Umgebung – es ist etwas, das in ihrem Leben und in ihrem Innersten liegt, und daher ist es ihr Wesen. Das bedeutet, dass Antichristen bei allem, was sie tun, zuerst ihren eigenen Ruf und ihren eigenen Status berücksichtigen, und nichts anderes. Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben und das Ziel, nach dem sie ihr Leben lang streben. Bei allem, was sie tun, ist ihr erster Gedanke: ‚Was wird mit meinem Status passieren? Und mit meinem Ruf? Wird mir das, wenn ich es tue, einen guten Ruf verschaffen? Wird es meinen Status in den Köpfen der Menschen erhöhen?‘ Das ist das Erste, woran sie denken, und das ist ein hinreichender Beweis dafür, dass sie die Disposition und das Wesen von Antichristen haben – und nur deshalb betrachten sie die Dinge auf diese Weise. Man kann sagen, dass Ruf und Status für Antichristen keine zusätzlichen Anforderungen sind, geschweige denn Dinge, die außerhalb ihrer selbst liegen und auf die sie verzichten könnten. Sie sind Teil der Natur von Antichristen, sie liegen in ihrem Inneren, in ihrem Blut, sie sind ihnen angeboren. Antichristen ist es nicht gleichgültig, ob sie Ruf und Status besitzen; das ist nicht ihre Einstellung. Was ist dann ihre Einstellung? Ruf und Status sind eng mit ihrem täglichen Leben verbunden, mit ihrem täglichen Zustand, mit dem, wonach sie täglich streben. Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben. Gleichgültig, wie sie leben, gleichgültig, in welchem Umfeld sie leben, gleichgültig, welche Arbeit sie verrichten, gleichgültig, wonach sie streben, was ihre Ziele sind, was die Richtung ihres Lebens ist, es dreht sich alles darum, einen guten Ruf und einen hohen Status zu haben. Und dieses Ziel ändert sich nicht; sie können solche Dinge nie beiseitelegen. Das ist das wahre Gesicht von Antichristen, das ist ihr Wesen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Gott deckt auf, dass es für Antichristen nichts Wichtigeres gibt als ihr Ansehen und ihren Status. Sie betrachten Ansehen und Status als wichtiger als ihr eigenes Leben. Rückblickend befand ich mich ebenfalls in einem solchen Zustand. Eigentlich hätte ich bei den Versammlungen mit den Neulingen nur aufmerksam über Gottes Worte nachdenken und über die Teile Gemeinschaft halten müssen, die ich verstehen konnte. Aber das tat ich nicht. Als ich die Neulinge sah, konzentrierte ich mich nicht darauf, über Gottes Worte nachzudenken oder darüber, wie ich ihre Probleme lösen könnte, sondern vielmehr darauf, wie ich Gemeinschaft halten konnte, um einen guten Eindruck bei ihnen zu hinterlassen. Bei dem Gedanken daran, was die anderen über mich denken würden, wenn ich mich schlecht ausdrückte, fühlte ich mich ganz eingeschränkt und traute mich nicht, Gemeinschaft zu halten. Genauso war es, als ich mich mit den Bewässerern zum Austausch versammelte. Als ich sah, dass sie sich alle besser ausdrücken konnten als ich, dachte ich nicht daran, von ihnen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen, um meine Schwächen auszugleichen. Stattdessen dachte ich nur daran, was sie von mir halten würden, wenn ich mich schlecht ausdrücken würde und mein gemeinschaftlicher Austausch schlecht wäre. Und wenn ich nichts sagte, machte ich mir auch Sorgen, was sie wohl von mir denken würden. Als ich so von den Fesseln der Eitelkeit und des Stolzes in gewissem Maße eingeschränkt war, suchte ich nicht schnell nach der Wahrheit, um das Problem zu lösen, sondern fürchtete mich vielmehr davor, von anderen durchschaut zu werden. Lieber hätte ich darauf verzichtet, diese Pflicht zu tun, als dass die Leute gedacht hätten, ich tauge zu nichts. So konnte ich zumindest meinen letzten Rest an Würde wahren. Ich erkannte, dass ich immer nur an meine eigene Eitelkeit und meinen Stolz dachte, egal ob ich sprach oder schwieg und in welcher Gruppe oder wo immer ich auch war. Der Schmerz, die Negativität und die Minderwertigkeit, die ich heute empfand, waren einzig und allein auf meine Eitelkeit und meinen Stolz zurückzuführen. Die Ursache war mein Unvermögen, vor anderen gut dazustehen, und ich wollte sogar meine Pflicht aufgeben, weil mein Stolz nicht befriedigt wurde. Ich dachte daran, wie meine Eltern mir in meiner Jugend oft sagten: „Ansehen ist unbezahlbar.“ Weil ich von dieser Art satanischem Gift beeinflusst war, wollte ich, egal mit wem ich zu tun hatte, immer einen guten Eindruck hinterlassen. Und wenn die Leute mich schon nicht hochschätzten, so sollten sie mich doch zumindest nicht geringschätzen. So war ich, ob in der Schule, bei der Arbeit oder bei meiner Pflicht, und wenn mein Bedürfnis nach Ansehen und Status nicht zufriedengestellt wurde, war es, als wäre mein Leben vorbei. Ich erkannte, dass das, was ich offenbart hatte, die Disposition von Antichristen war. Als ich dies erkannte, verstand ich auch, dass hinter der Persönlichkeit, die Gott für mich bestimmt hatte, Seine mühevolle und gewissenhafte Absicht steckte. Ich las diese Worte Gottes: „Es gibt noch einen weiteren Grund: Nachdem die Menschen von Satan verdorben wurden, besitzen sie Satans verdorbene Dispositionen als ihre Lebensessenz; das heißt, sie alle leben nach ihren verdorbenen Dispositionen, und ihr Leben wird von ihren verdorbenen Dispositionen beherrscht. Wenn jemand zusätzlich dazu ein gutes oder außergewöhnliches Kaliber besitzt und seine Fähigkeiten in allen Bereichen vollständig, perfekt und makellos sind, wird das seine verdorbenen Dispositionen fördern. Es wird zu einer zügellosen Eskalation seiner verdorbenen Dispositionen führen, diese unkontrollierbar machen, und dazu führen, dass diese Person arroganter, unnachgiebiger, betrügerischer und niederträchtiger wird. Ihre Schwierigkeit, die Wahrheit anzunehmen, wird zunehmen, und es wird keine Möglichkeit geben, ihre verdorbenen Dispositionen zu lösen“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (7)). Als ich Gottes Worte las, wurde mir klar: Wäre ich redegewandt, könnte mich sehr gut ausdrücken und alle möglichen Situationen mühelos meistern – und dabei im Mittelpunkt stehen und von anderen geschätzt werden –, dann wäre ich mit Sicherheit von mir selbst eingenommen und vor Freude ganz aus dem Häuschen. Nur weil ich mich nicht gut ausdrücken kann, bin ich in der Lage, mich inmitten von Schwierigkeiten auf Gott zu verlassen und auf Ihn zu blicken, meine eigenen Schwächen und meine Unfähigkeit, meine Bedeutungslosigkeit und meine Unbeholfenheit im Reden zu erkennen und es deshalb nicht zu wagen, allzu überheblich zu sein. Ich war so besessen von Ansehen und Status, und doch war ich nicht redegewandt und drückte mich schlecht aus. Ich hatte so große Mängel und machte mir doch so viele Gedanken darüber, was andere von mir dachten. Wenn ich redegewandt wäre, würde ich nur immer arroganter werden. Es war wirklich ein großer Schutz von Gott, dass Er mir nicht die Gabe der Beredsamkeit gegeben hat!
Später las ich weitere Worte Gottes: „Darum ist das Streben nach der Wahrheit das Allerwichtigste, ganz gleich, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Die Makel und Mängel der Menschlichkeit kannst du vermeiden, aber dem Weg des Strebens nach der Wahrheit kannst du niemals ausweichen. Unabhängig davon, wie vollkommen oder edel deine Menschlichkeit auch sein mag, oder ob du vielleicht weniger Schwächen und Makel hast und mehr Stärken besitzt als andere Menschen: Das bedeutet nicht, dass du die Wahrheit verstehst, noch kann es dein Streben nach der Wahrheit ersetzen. Im Gegenteil: Wenn du nach der Wahrheit strebst, viel von der Wahrheit verstehst und ein ausreichend tiefes und praktisches Verständnis von ihr hast, wird das viele Makel und Probleme in deiner Menschlichkeit ausgleichen“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). „Wenn alles, worüber du in all den Stunden eines jeden Tages nachdenkst, damit zu tun hat, wie du deine verdorbene Disposition auflöst, wie man die Wahrheit praktiziert und wie man die Wahrheitsgrundsätze versteht, dann wirst du lernen, die Wahrheit zu nutzen, um deine Probleme Gottes Worten gemäß zu lösen. Somit wirst du die Fähigkeit erlangen, eigenständig zu leben, und du wirst Lebenseintritt haben, du wirst auf keine großen Schwierigkeiten stoßen, während du Gott folgst, und allmählich wirst du in die Wahrheitsrealität eintreten. Wenn du dich in deinem Herzen immer noch auf Ansehen und Status konzentrierst, darauf, anzugeben und andere dazu zu bringen, zu dir aufzusehen, dann bist du nicht jemand, der nach der Wahrheit strebt, und du gehst auf dem falschen Weg. Wonach du strebst, ist weder die Wahrheit noch ist es das Leben, sondern es sind die Dinge, die du liebst, es sind Ruhm, Gewinn und Status – in welchem Falle nichts, was du tust, mit der Wahrheit zu tun hat, alles besteht darin, böse Taten zu begehen und zu schuften. Wenn du in deinem Herzen die Wahrheit liebst und du immer die Wahrheit anstrebst, wenn du nach einer Veränderung der Disposition strebst und wahre Unterwerfung Gott gegenüber erreichen kannst und Gott fürchten und das Böse meiden kannst, und wenn du, bei allem, was du tust, beherrscht bist und Gottes Überprüfung akzeptieren kannst, dann wird dein Zustand sich weiter verbessern, und du wirst jemand werden, der vor Gott lebt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gutes Verhalten bedeutet nicht, dass die eigene Disposition sich geändert hat). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass Menschen, die nicht nach der Wahrheit streben – egal wie gut sie sich ausdrücken, wie redegewandt sie sind oder wie sehr sie von anderen geschätzt werden –, niemals Gottes Billigung finden werden. Gott schaut nicht auf die Unzulänglichkeiten eines Menschen, sondern darauf, ob er nach der Wahrheit streben, sich Ihm unterwerfen und Ihn fürchten kann. Bei meiner Pflicht, Neulinge zu bewässern, war es Gottes Absicht, dass ich dabei nach der Wahrheit strebe. Ich sollte meine Verantwortung erfüllen, egal ob ich den Neulingen oder den anderen Bewässerern gegenüberstand, und gleichzeitig danach suchen, wie ich die Schwierigkeiten und Probleme der Neulinge lösen konnte, damit sie früher auf dem wahren Weg Wurzeln schlagen und ihre Pflichten als geschaffene Wesen ausführen können. Wenn ich jedoch vor die Neulinge und die Bewässerer trat, dachte ich jeden Tag nur an meine eigene Eitelkeit und meinen Status. Das war das genaue Gegenteil von dem Weg, den Gott für Menschen beschreibt, die die Wahrheit lieben und nach ihr streben. Auf diese Weise würde ich mich nur immer weiter von Gottes Anforderungen entfernen, und Er würde mich schließlich ausmustern. Nach den Worten Gottes begann ich von da an, mich bewusst darin zu üben, mein Herz in meine Pflicht zu legen und mich auf die Lösung meiner verdorbenen Disposition zu konzentrieren. Ich konzentrierte mich darauf, die Wahrheitsgrundsätze zu suchen und meine Pflicht gut auszuführen. Als wir uns später mit der Leitung der Versammlungen abwechselten, entschied ich mich nicht mehr dafür, auszuweichen. Ich wusste, dass ich durch die Leitung der Versammlungen meine Ausdrucksfähigkeit schulen und verbessern, meine Mängel ausgleichen und meine Pflicht gut ausführen konnte, und so bat ich Gott, mir Glauben und Kraft zu geben. Ich wollte mich nicht darauf konzentrieren, was andere von mir dachten; es würde ausreichen, dem freien Lauf zu lassen, was Gott mir ursprünglich gegeben hat und was ich selbst erreichen kann. Als ich an der Reihe war, Gemeinschaft zu halten, sprach ich ganz ruhig über das, was ich verstand, und konnte sogar Dinge zum Ausdruck bringen, die ich nicht vorbereitet hatte. Ich ließ mich nicht mehr von der Sorge um mein Ansehen einschränken.
Durch diese Erfahrung erkannte ich, dass es nicht meine mangelhafte Redegewandtheit war, die mich deprimierte und mich leiden ließ, sondern mein Streben nach Ansehen und Status. Eine schlechte Redegewandtheit zu haben und sich schlecht auszudrücken ist zwar eine menschliche Schwäche, aber es ist keine tödliche Krankheit. Sein Herz darauf zu richten, nach der Wahrheit zu streben, und bei Problemen und Schwierigkeiten in der Pflichtausführung nach den Wahrheitsgrundsätzen zu suchen – das ist das Allerwichtigste.