5. Ist „Sei streng mit dir selbst und anderen gegenüber tolerant“ wirklich eine Tugend?
Ich war früher immer der Meinung, man müsse anderen gegenüber tolerant und großzügig sein, Rücksicht auf ihre Gefühle nehmen und Verständnis für ihre Schwierigkeiten haben. Lieber nahm ich selbst Unannehmlichkeiten in Kauf, als sie anderen zu bereiten, denn ich dachte, genau das macht einen großzügigen, edelmütigen Menschen mit gutem Charakter aus. Als ich später die Leitung der Videoproduktion übernahm, fühlte ich mich als Teamleiterin verpflichtet, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Leitung zu übernehmen. Ich stellte hohe Anforderungen an mich selbst, war aber der Ansicht, dass ich den anderen Teammitgliedern gegenüber nicht zu fordernd oder streng sein durfte, weil ich das für gutherzig und großzügig hielt. Ich wollte, dass jeder das Gefühl hatte, ich hätte eine große Menschlichkeit, sei verständnisvoll, und dass jeder einen guten Eindruck von mir hatte. Also tat ich persönlich so viel Arbeit für die Gruppe, wie ich nur konnte. Wenn eine Aufgabe, die ich anderen zugeteilt hatte, zu schwierig war oder sie keine Lust darauf hatten, erledigte ich sie einfach selbst. Ich versuchte so gut es ging, andere nicht unter Druck zu setzen, damit niemand sagen konnte, meine Anforderungen seien zu hoch oder ich sei zu streng. Obwohl ich manchmal dachte, dass ich mir zu viel Arbeit aufbürdete und es zu anstrengend war, lehnte ich mich dennoch gegen das Fleisch auf und übernahm so viele Aufgaben, wie ich nur konnte, damit niemand eine schlechte Meinung von mir bekam. Später kamen neue Mitglieder in unsere Gruppe. Sie waren mit der Arbeit noch nicht vertraut und hatten auch nicht die nötigen Fachkenntnisse. Deshalb musste ich alle Videos, die sie produzierten, überprüfen. Manchmal kamen sie auch zu mir, um Probleme zu besprechen, die sie selbst nicht klar durchschauen konnten. Allein diese Aufgabe füllte meinen gesamten Terminkalender, und daneben hatte ich aber noch andere Arbeit zu erledigen. Die Aufgaben stapelten sich in kürzester Zeit, und ich war jeden Tag völlig überlastet. Wenn sie mich baten, ihnen bei der Lösung ganz einfacher Probleme zu helfen, dachte ich manchmal bei mir: „Das Problem könntet ihr doch locker selbst besprechen und lösen, warum müsst ihr mit allem zu mir kommen?“ Aber dann überlegte ich: „Wenn sie mich schon fragen, wirke ich doch unverantwortlich, wenn ich ihre Bitte ablehne. Außerdem würde es sie auch Zeit kosten, die Angelegenheit zu besprechen. Ach, was soll’s, ich finde schon die Zeit, mich selbst darum zu kümmern.“ Und so sagte ich zu. Später bemerkte ich, dass eine Schwester ihre Arbeit aus reiner Faulheit und aus Angst vor der Verantwortung einfach auf mich abwälzte. Zuerst wollte ich mit ihr Gemeinschaft darüber halten, befürchtete dann aber, sie könnte denken, ich würde zu viel verlangen, also verwarf ich den Gedanken wieder. Wenn ich sah, dass andere nicht viel zu tun hatten, während ich mit mehreren dringenden Aufgaben überfordert war, wollte ich manchmal einen Teil der Arbeit abgeben, damit wir dem Zeitplan vorausblieben. Doch nachdem ich darüber nachgedacht hatte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, sie zu fragen. Ich dachte bei mir: „Wenn ich ihre Arbeitslast erhöhe, werden sie dann nicht denken, ich sei zu anspruchsvoll und würde ihnen keine Freizeit gönnen? Vergiss es, ich mache es lieber selbst.“ Aber während ich die Arbeit machte, kam sie mir irgendwie unfair vor. Besonders wenn ich sah, wie sie sich ausruhten, während ich arbeitete, wuchs mein Unmut noch mehr. Ich warf ihnen innerlich vor, dass sie keine Last trugen. Anscheinend sahen sie irgendwie gar nicht, wie viel Arbeit es gab. Aber ich jammerte nur im Stillen und sprach es nicht laut aus, aus Sorge, man könnte denken, meine Menschlichkeit sei schlecht und ich sei nicht großzügig, wenn ich etwas sagte. Also versuchte ich, egal wie beschäftigt ich war, so viel wie möglich allein zu schaffen. Manchmal, wenn ich Aufgaben entsprechend dem Gruppenterminplan einteilte, war alles in Ordnung, solange alle einverstanden waren. Aber sobald jemand unglücklich dreinblickte oder sich beschwerte, zögerte ich, die Aufgabe zuzuweisen, und arbeitete lieber selbst die Nacht durch, um alles fertig zu bekommen. Ehrlich gesagt empfand ich die Situation während des Arbeitens als ungerecht und war voller Groll. Ich dachte mir, das ist doch eindeutig ihre Arbeit, und trotzdem muss ich meine Freizeit opfern, um sie zu erledigen. Manchmal war ich so beschäftigt, dass ich nicht einmal mehr Zeit für meine Andachten fand. Aber ich wagte es nicht, auch nur den geringsten Groll laut auszusprechen. Also redete ich mir nur resigniert ein: „Ich muss einfach großzügig und rücksichtsvoll sein, mich um andere kümmern und nicht so kleinlich sein, sonst wirkt es so, als hätte ich einen schlechten Charakter.“ Später sagten alle Brüder und Schwestern in meinem Team, dass ich eine Last für die Pflicht trüge, Leid ertragen und einen Preis zahlen könne und liebevoll und rücksichtsvoll sei. Als ich diese anerkennenden Worte hörte, dachte ich, dass all das Leid es wert war, um von allen so gelobt zu werden. Doch weil ich nicht nach Grundsätzen handelte, ständig auf die fleischlichen Interessen der anderen Rücksicht nahm und die Arbeit unvernünftig einteilte, staute sich die Arbeit an und unser Fortschritt als Team war nur langsam. Einige Brüder und Schwestern waren in ihrer Pflicht faul, antriebslos und gaben sich damit zufrieden, nur ihre eigene Arbeit zu erledigen. Andere beteten nicht zu Gott oder suchten nach den Wahrheitsgrundsätzen, wenn sie auf Schwierigkeiten stießen, sondern verließen sich lieber auf mich und warteten darauf, dass ich ihre Probleme löste. Das führte dazu, dass sie in ihren Fähigkeiten keinerlei Fortschritte machten.
Eines Tages kam unser Verantwortlicher vorbei, um unsere Arbeit zu überprüfen, und stellte fest, dass die Aufgaben nicht vernünftig eingeteilt waren. Er meinte, ein Teil der Arbeit könne ruhig den Teammitgliedern zugewiesen werden. Ich als Teamleiterin solle mehr Zeit für meine eigentlichen Aufgaben aufwenden, unter anderem für die, den Arbeitsfortschritt im Auge zu behalten und auftauchende fachliche Schwierigkeiten zu lösen. So könne jeder etwas Verantwortung übernehmen und eine Last tragen. Ich wusste, dass er recht hatte und diese Art der Einteilung der Arbeit zugutekommen würde. Trotzdem empfand ich es als zu schwierig, so zu praktizieren. Also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich Erkenntnis über meine eigene verdorbene Disposition gewinnen konnte. Während meiner Andachten suchte ich dann nach Worten Gottes, die zu meinem Zustand passten. Ein Abschnitt beeindruckte mich dabei besonders tief. Der Allmächtige Gott sagt: „‚Sei streng mit dir selbst und anderen gegenüber tolerant‘ – wie auch die Sprüche ‚Steck dir das gefundene Geld nicht in die eigene Tasche‘ und ‚Hab Freude daran, anderen zu helfen‘, ist eine jener Forderungen, die die Traditionskultur an das moralische Verhalten der Menschen stellt. Ebenso ist sie, unabhängig davon, ob jemand ein solches moralisches Verhalten erreichen oder praktizieren kann, dennoch nicht der Maßstab oder die Norm um seine Menschlichkeit zu bemessen. Es mag sein, dass du wirklich fähig bist, streng mit dir selbst und tolerant gegenüber anderen zu sein, und dass du dich besonders strikt an bestimmte Maßstäbe hältst und dich besonders moralisch unbefleckt hältst. Du magst immer an andere denken und Rücksicht auf sie nehmen, ganz gleich, was du tust, keine Vorteile für dich selbst suchen und besonders unparteiisch und selbstlos erscheinen. Es mag sein, dass du auch einen Sinn für soziale Verantwortung und soziale Moral hast und den Menschen um dich herum und sogar deiner Familie deine edle Integrität und deinen edlen Charakter zeigst. Deine Worte und Handlungen mögen nie auf Kritik oder Vorwürfe stoßen, und sie mögen auch überschwängliches Lob und sogar Bewunderung hervorrufen. Die Menschen mögen dich als jemanden betrachten, der wirklich streng mit sich selbst und tolerant gegenüber anderen ist. Dies sind jedoch lediglich einige äußere Erscheinungsformen, und obwohl es äußere Erscheinungsformen sind, kann kein Mensch sie wirklich erreichen. Und stimmen die Gedanken in den Tiefen des Verstandes der Menschen mit diesen äußeren Erscheinungsformen überein, mit diesen Handlungen, die äußerlich ausgelebt werden? Das können sie absolut nicht. Jene Gelehrten, Experten oder Herrscher, die diese Glaubenslehren verfechten, haben alle ein Motiv. Was genau ist dann dieses Motiv? Es ist, die Menschen zu täuschen und in die Irre zu führen, damit sie sie anbeten, damit sie sie als Heilige verehren. Kann eine solche Absicht und ein solches Motiv ans Licht gebracht werden? Sicherlich nicht. Das beweist, dass dieses Motiv etwas Unaussprechliches ist, etwas Dunkles und Niederträchtiges. Nun, warum ist dieses Motiv unaussprechlich und niederträchtig? Weil die Menschlichkeit der Menschen von ihren verdorbenen Dispositionen kontrolliert und angetrieben wird. Können diese Gelehrten, Experten oder Herrscher die Theorien praktizieren, die sie selbst vorschlagen? Sie können sie überhaupt nicht praktizieren. Die Dinge, die sie in ihrem Verstand denken und hinter den Kulissen tun, sind die niederträchtigsten und schamlosesten – das ist eine unbestreitbare Tatsache. Ganz gleich, welch hochtrabende Worte jene Experten, Gelehrten oder Herrscher von sich geben mögen, es dient alles dazu, die Menschen zu täuschen und in die Irre zu führen. Sie sind die dreistesten schamlosen Menschen unter der verdorbenen Menschheit. All ihre Lehren und Theorien werden unter der Kontrolle und Vorherrschaft ihrer verdorbenen Natur entwickelt, und ihre Absichten und Motive sind alle finster und niederträchtig. Unabhängig davon, ob Menschen fähig sind, streng mit sich selbst und tolerant gegenüber anderen zu sein, oder ob sie diese Moral vollständig ausleben oder nicht, wird ihre Menschlichkeit in Wirklichkeit grundsätzlich nicht von diesem Spruch über moralisches Verhalten beeinflusst oder kontrolliert. Was kontrolliert also die Menschlichkeit der Menschen? Es sind ihre verdorbenen Dispositionen, es ist ihre Menschlichkeitsessenz, die unter der Moral ‚Sei streng mit dir selbst und anderen gegenüber tolerant‘ verborgen liegt – das ist ihre wahre Natur. Die wahre Natur eines Menschen ist seine Menschlichkeitsessenz. Und was genau ist seine Menschlichkeitsessenz? Sie äußert sich vor allem in seinen Vorlieben, seinem Streben, seiner Lebensauffassung und seinem Wertesystem sowie seiner Einstellung zur Wahrheit und zu Gott neben anderen Aspekten. Nur diese Dinge repräsentieren wirklich die Menschlichkeitsessenz einer Person. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die meisten derjenigen, die von sich selbst verlangen, die Moral ‚Sei streng mit dir selbst und anderen gegenüber tolerant‘ zu erfüllen, von Status besessen sind. Von ihren verdorbenen Dispositionen getrieben, können sie nicht anders, als nach Prestige bei den anderen Menschen, sozialem Ansehen und Status in den Augen der anderen zu streben. Alle diese Dinge hängen mit ihrem Wunsch nach Status zusammen und werden unter dem Deckmantel ihres guten moralischen Verhaltens angestrebt. Und wie kommt es zu den von ihnen angestrebten Dingen? Sie kommen gänzlich von ihren verdorbenen Dispositionen und werden von diesen angetrieben. In jedem Fall kann also dies, ob jemand die Moral ‚Sei streng mit dir selbst und anderen gegenüber tolerant‘ erfüllt oder nicht, und ob er es meisterhaft tut oder nicht, seine Menschlichkeitsessenz überhaupt nicht ändern. Indirekt bedeutet das auch, dass dies in keiner Weise seine Ansichten über das Leben oder sein Wertesystem verändern oder seine Einstellungen und Perspektiven zu allen möglichen Menschen, Ereignissen und Dingen lenken kann. Ist das nicht der Fall? (Das ist es.) Je mehr jemand in der Lage ist, streng mit sich selbst und tolerant gegenüber anderen zu sein, desto besser ist er in der Lage, sich zu verstellen, sich zu tarnen und andere mit gutem Benehmen und angenehmen Worten in die Irre zu führen, und desto hinterlistiger und niederträchtiger ist er von Natur aus. Je mehr er diese Art von Mensch ist, desto inniger werden seine Liebe für Status und Macht und sein Streben danach“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (6)). Mir wurde klar, dass Menschen, die „streng mit sich selbst und anderen gegenüber tolerant sind“, zutiefst von dem Wunsch nach Status besessen sind. Sie suchen immer nach einem Platz in den Herzen der Menschen. Solche Menschen haben eine hinterlistige und niederträchtige Natur, sie sind Heuchler. Diese Beschreibung traf mich bis ins Mark. Ich dachte daran, wie ich als Teamleiterin einen Großteil der Arbeit auf mich genommen hatte. Ständig nahm ich Rücksicht auf die Zeitpläne, die Arbeitslast und die Schwierigkeiten der anderen. Ich war überaus fürsorglich und rücksichtsvoll, immer darauf bedacht, dass sich die anderen ja nicht unglücklich fühlten. Nach außen hin mag ich sehr verständnisvoll gewirkt haben, aber in Wirklichkeit diente das alles nur dazu, meinen Ruf und meinen Status zu festigen. Ich hatte ständig Angst, etwas zu sagen oder zu tun, das die anderen verärgern und ihnen einen schlechten Eindruck von mir vermitteln könnte. Ich trug mehr Last als jeder andere, konnte Leid ertragen und einen Preis zahlen, zeigte Toleranz, Verständnis und Kompromissbereitschaft. Doch hinter all dem steckte der Gedanke, dass ich besser sei als die anderen, mehr Größe besäße als sie und ihnen gegenüber nachsichtig und tolerant sei. Das führte dazu, dass sie zu mir aufsahen und sich nur noch auf mich verließen. Sie warteten darauf, dass ich ihre Probleme löste, und waren unfähig, sich auf Gott zu verlassen und in der Wahrheit nach einer Lösung zu suchen. Mir wurde klar, dass ich von Satan verdorben und voller satanischer Dispositionen war. Ich war beileibe nicht selbstlos und großmütig! Als die Schwester mir ihre Arbeit zuschob, nahm ich sie äußerlich freudig an, doch innerlich war ich unzufrieden. Während ich arbeitete, hegte ich Groll, dass sie keine Last trug. Ich hatte Unmengen an Arbeit, stand unter enormem Druck, und obwohl ich nach außen hin schwieg und so tat, als sei ich selbstlos, empfand ich in meinem Inneren alles als ziemlich unfair und wollte weder leiden noch mir über irgendetwas anderes den Kopf zerbrechen. Als ich die Arbeit einteilte und eine Schwester ihrem Fleisch nachgab, weil sie sich nicht anstrengen wollte, hielt ich nicht über die Wahrheit Gemeinschaft, um ihr Problem zu lösen, sondern übernahm stattdessen ihre Arbeit. In Wahrheit hatte ich meine Meinung über sie und ich hegte Groll, dass ihre Faulheit mir noch mehr Arbeit aufhalste. Als ich an all das zurückdachte, erkannte ich, dass meine Toleranz gegenüber anderen nur gespielt war, alles nur Fassade. Es war nicht so, dass ich ihnen wirklich gerne half. Ich tat es eindeutig einfach nur aus Egoismus, tat aber so, als wäre ich absolut selbstlos – ich betrog alle. Mein Handeln hatte nur ein einziges Motiv: Ich wollte das Lob, den Respekt und die Anerkennung der anderen. Wie heuchlerisch und verlogen! Die Leute sahen nur meine trügerischen Handlungen, aber nicht meine wahren Gedanken. Sie alle glaubten, ich hätte eine gute Menschlichkeit und sei sehr tolerant. Hatte ich sie nicht die ganze Zeit betrogen und an der Nase herumgeführt? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr ekelte ich mich vor mir selbst. Ich lief mit einer Maske durchs Leben, was mir nicht nur unsägliches Leid brachte, sondern auch die Arbeit der Kirche verzögerte. Ich schadete mir und anderen. Ich begann, mich selbst zu hassen und wollte so schnell wie möglich Buße tun und mich ändern.
Später stieß ich auf zwei weitere Abschnitte aus Gottes Worten, die mir eine neue Sichtweise auf meinen Zustand vermittelten. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn manche Kirchenleiter sehen, dass Brüder oder Schwestern bei ihren Pflichten oberflächlich vorgehen, dann weisen sie sie nicht zurecht, obwohl sie das sollten. Wenn sie klar erkennen, dass die Interessen von Gottes Haus in Mitleidenschaft gezogen werden, dann kümmern sie sich nicht darum oder stellen irgendwelche Nachforschungen an, und sie geben anderen nicht den kleinsten Anlass, sich gekränkt zu fühlen. Tatsächlich nehmen sie nicht wirklich Rücksicht auf die Schwächen der Menschen; stattdessen ist es ihre Absicht und ihr Ziel, die Herzen der Menschen für sich zu gewinnen. Folgendes wissen sie ganz genau: ‚Solange ich das tue und niemandem Grund zur Verärgerung gebe, denken sie, dass ich ein guter Leiter bin. Sie werden gut über mich denken und eine hohe Meinung von mir haben. Sie werden mich gutheißen und mich mögen.‘ Es kümmert sie nicht, wie viel Schaden die Interessen von Gottes Haus nehmen oder welche großen Verluste der Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk dadurch erleidet, oder wie sehr dessen Kirchenleben gestört wird, sie halten einfach an ihrer satanischen Philosophie fest und geben niemandem Anlass zur Verärgerung. In ihren Herzen gibt es nie irgendwelche Selbstvorwürfe. Wenn sie sehen, dass jemand Unterbrechungen und Störungen verursacht, dann sprechen sie höchstens kurz mit ihm, spielen die Sache herunter, und das war’s. Sie werden nicht über die Wahrheit Gemeinschaft halten oder denjenigen auf das Wesen des Problems hinweisen, geschweige denn werden sie seinen Zustand im Detail analysieren, und sie werden nie Gemeinschaft darüber halten, was Gottes Absichten sind. Falsche Leiter enthüllen oder sezieren nie die von Menschen häufig begangenen Fehler oder die verdorbenen Dispositionen, die Menschen oft offenbaren. Sie lösen keinerlei wirkliche Probleme, sondern zeigen sich in Bezug auf die irrigen Praktiken der Menschen und die Verderbtheit, die sie offenbaren, immer nachsichtig, und egal, wie negativ oder schwach die Menschen sind, nehmen sie das nicht ernst. Sie predigen bloß ein paar Worte und Glaubenslehren, sprechen ein paar Worte der Ermahnung, um sich oberflächlich mit der Situation auseinanderzusetzen, in dem Versuch, die Harmonie aufrechtzuerhalten. Infolgedessen wissen jene, die zu Gottes auserwähltem Volk gehören, nicht, wie man über sich nachdenkt und sich selbst erkennt, es gibt keine Lösung für ihre verdorbenen Dispositionen, egal welche sie offenbaren, und sie leben inmitten von Worten und Glaubenslehren, Auffassungen und Vorstellungen, ohne irgendeinen Lebenseintritt. In ihren Herzen glauben sie sogar Folgendes: ‚Unser Leiter hat sogar noch mehr Verständnis für unsere Schwächen als Gott. Unsere Größe ist zu gering, um Gottes Anforderungen gerecht zu werden. Wir müssen einfach die Anforderungen unseres Leiters erfüllen; indem wir uns unserem Leiter unterwerfen, unterwerfen wir uns Gott. Wenn der Obere unseren Leiter eines Tages entlässt, dann werden wir uns Gehör verschaffen; damit wir unseren Leiter behalten und er ihn nicht entlässt, werden wir mit dem Oberen verhandeln und ihn zwingen, auf unsere Forderungen einzugehen. So werden wir uns unserem Leiter gegenüber anständig verhalten.‘ Wenn Menschen solche Gedanken in ihren Herzen haben, wenn sie so eine Beziehung zu ihrem Leiter aufgebaut haben und im Hinblick auf ihren Leiter diese Art von Abhängigkeit, Neid und Verehrung in ihren Herzen entstanden ist, ist es so weit gekommen, dass ihr Glaube an diesen Leiter noch größer geworden ist und sie immer den Worten des Leiters zuhören wollen, statt in Gottes Worten die Wahrheit zu suchen. So ein Leiter hat fast den Platz von Gott in den Herzen der Menschen eingenommen. Wenn ein Leiter bereit ist, so eine Beziehung zu Gottes auserwähltem Volk zu pflegen, wenn ihm das im Herzen ein Gefühl der Freude gibt und er glaubt, dass Gottes auserwähltes Volk ihn so behandeln sollte, dann gibt es keinen Unterschied zwischen diesem Leiter und Paulus. Er hat sich bereits auf den Weg eines Antichristen begeben, und jene, die zu Gottes auserwähltem Volk gehören, sind von diesem Antichristen bereits in die Irre geführt worden, und es fehlt ihnen völlig an Urteilsvermögen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 1: Sie versuchen, die Herzen der Menschen für sich zu gewinnen). „Ihr könnt dies mit einigen der Antichristen und bösen Menschen in der Kirche vergleichen. Um ihren Status und ihre Macht innerhalb der Kirche zu festigen und ein besseres Ansehen unter den anderen Mitgliedern zu erlangen, sind sie in der Lage, Leid zu ertragen und einen Preis zu zahlen, während sie ihre Pflichten ausführen, und sie mögen sogar ihrer Arbeit und ihren Familien entsagen und alles verkaufen, was sie haben, um sich für Gott aufzuwenden. In einigen Fällen übersteigen die Preise, die sie zahlen, und die Leiden, die sie auf sich nehmen, wenn sie sich für Gott aufwenden, das, was ein durchschnittlicher Mensch ertragen kann; sie sind in der Lage, einen Geist der extremen Selbstverleugnung zu verkörpern, um ihren Status aufrechtzuerhalten. Doch ganz gleich, wie sehr sie leiden oder welchen Preis sie zahlen, keiner von ihnen bewahrt Gottes Zeugnis oder die Interessen des Hauses Gottes, noch praktizieren sie nach Gottes Worten. Das Ziel, das sie verfolgen, ist nur, Status, Macht und Gottes Belohnungen zu erlangen. Nichts, was sie tun, hat den geringsten Bezug zur Wahrheit. Unabhängig davon, wie streng sie mit sich selbst und wie tolerant sie gegenüber anderen sind, was wird ihr Endergebnis sein? Was wird Gott von ihnen denken? Wird Er ihr Ergebnis auf der Grundlage der äußerlich guten Verhaltensweisen, die sie ausleben, bestimmen? Das wird Er sicher nicht. Die Menschen betrachten und beurteilen andere auf der Grundlage dieser Verhaltensweisen und Erscheinungsformen, und weil sie das Wesen anderer Menschen nicht durchschauen können, werden sie am Ende von ihnen getäuscht. Gott jedoch wird sich absolut nicht an das moralische Verhalten der Menschen erinnern oder es gutheißen, weil sie es geschafft haben, streng mit sich selbst und anderen gegenüber tolerant zu sein. Stattdessen wird Er sie für ihren Ehrgeiz und für die Wege, die sie im Streben nach Status eingeschlagen haben, verurteilen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (6)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurden mir die Natur und die Folgen meines Handelns immer klarer. Um meinen Ruf und meinen Status zu wahren, hatte ich immer Rücksicht auf die Schwierigkeiten der anderen genommen und alles selbst gemacht. Das Ergebnis war, dass die Brüder und Schwestern ihre Pflichten nicht normal erfüllen konnten. Einige gaben ihrem Fleisch nach und trugen keine Last, andere verharrten darin, mich zu bewundern und sich auf mich zu verlassen. Sobald sie Probleme hatten, kamen sie zu mir und waren unfähig, sich auf Gott zu verlassen und in der Wahrheit nach einer Lösung für ihre Probleme zu suchen. Gott hatte keinen Platz in ihren Herzen. Ich hatte Böses getan! Wenn ich damals, als die Schwester bei ihrer Pflicht keine Last tragen wollte und sie mir zuschob, nur ein wenig mit ihr Gemeinschaft gehalten hätte, damit sie die Natur und die Folgen ihres Zustands erkennen konnte, dann hätte sie sich vielleicht gegen ihr Fleisch auflehnen und auf Gott verlassen können, um ihr Problem zu lösen. Das hätte zu einem Fortschritt in ihrem Leben geführt und ihre fachlichen Fähigkeiten hätten sich verbessert. Aber ich dachte nur an meinen eigenen Ruf und Status. Ich hielt weder mit meinen Brüdern und Schwestern, die in ihren verdorbenen Dispositionen feststeckten, Gemeinschaft, noch gab ich ihnen einen Rat. Nach außen hin kam diese Vorgehensweise ihren fleischlichen Bedürfnissen entgegen, aber sie machten keinerlei Fortschritte im Leben und wurden immer dekadenter. Indem ich den Leuten gegenüber ständig nachgab, schadete ich ihnen! Niemand durchschaute mein Verhalten; alle ließen sich von mir in die Irre führen und hielten mich für einen guten und fürsorglichen Menschen. Wie falsch ich doch war! Ich führte sie alle ständig in die Irre! Äußerlich schien es, als würde ich eine große Last bei meiner Pflicht tragen, als könnte ich Leid ertragen und einen Preis zahlen. Die Leute sahen mich als guten Menschen, doch in Wirklichkeit war ich von Gott verurteilt worden, denn keine meiner Handlungen zielte darauf ab, Gott zufriedenzustellen. Es ging mir vielmehr darum, meinen Status in den Herzen der Menschen zu sichern. Ich hatte zwar kein offensichtlich böses Werk getan, aber ich hatte die Menschen nicht in die Realität von Gottes Worten geführt, sondern sie stattdessen vor mich selbst gebracht. Ich versuchte, die Menschen für mich zu gewinnen und offenbarte dabei die Disposition eines Antichristen. Als mir das bewusst wurde, sah ich, in welch gefährlichem Zustand ich mich befand. Ich tat meine Pflicht auf der Grundlage traditioneller kultureller Werte und befand mich auf dem gottfeindlichen Weg eines Antichristen.
Später stieß ich auf einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten, der mir half, meine Probleme noch klarer zu sehen. Der Allmächtige Gott sagt: „Es ist egal, welcher Gruppe gegenüber solche Aussagen zu moralischem Verhalten vorgebracht werden, sie alle verlangen von den Menschen, dass sie sich in Selbstbeherrschung üben – in Zurückhaltung, was ihre eigenen Wünsche und ihr eigenes unmoralisches Verhalten angeht – und gute ideologische und moralische Standpunkte vertreten. Egal wie sehr diese Aussagen die Menschheit beeinflussen und egal ob dieser Einfluss positiv oder negativ ist, das Ziel dieser sogenannten Moralisten war, lapidar ausgedrückt, das moralische Verhalten der Menschen durch das Vorbringen solcher Aussagen einzuschränken und zu regulieren, damit die Menschen einen grundlegenden Kodex haben, wie sie sich verhalten und handeln sollten, wie sie Menschen und Dinge betrachten sollten und wie sie ihre Gesellschaft und ihr Land sehen sollten. Wenn man sich das Positive daran ansieht, so hat die Erfindung dieser Aussagen über moralisches Verhalten bis zu einem gewissen Grad eine Rolle bei der Beschränkung und Regulierung des moralischen Verhaltens der Menschheit gespielt. Wenn man sich aber die objektiven Tatsachen ansieht, so hat das dazu geführt, dass die Menschen einige heuchlerische und angeberische Gedanken und Standpunkte übernahmen. Dementsprechend sind von der traditionellen Kultur beeinflusste und indoktrinierte Menschen heimtückischer und betrügerischer, können sich besser verstellen und sind in ihrem Denken begrenzter. Aufgrund des Einflusses und der Indoktrination durch traditionelle Kultur haben die Menschen nach und nach diese falschen Ansichten und Aussagen der traditionellen Kultur als etwas Positives angenommen und beten diese Koryphäen und bedeutenden Persönlichkeiten, die die Menschen in die Irre führen, wie Heilige an. Wenn Menschen irregeführt worden sind, wird ihr Verstand wirr, empfindungslos und stumpfsinnig. Sie wissen nicht, was normale Menschlichkeit ist oder wonach Menschen mit normaler Menschlichkeit streben oder woran sie festhalten sollten. Sie wissen nicht, wie die Menschen in dieser Welt leben sollten oder welche Art von Lebensweise oder Regeln sie für ihr Dasein übernehmen sollten, geschweige denn, was das korrekte Ziel des menschlichen Daseins ist. Aufgrund des Einflusses, der Indoktrination und sogar Einschränkung durch die traditionelle Kultur sind positive Dinge, Gottes Anforderungen und Regeln, unterdrückt worden. So gesehen, haben die verschiedenen Aussagen über moralisches Verhalten in der traditionellen Kultur die Denkweise der Menschen weitgehend zutiefst irregeleitet und beeinflusst, ihr Denken eingeschränkt, sie in die Irre geführt und vom rechten Lebensweg abgebracht und immer weiter von Gottes Anforderungen entfernt. Das bedeutet, je tiefer du von den verschiedenen Ideen und Standpunkten zu moralischem Verhalten in der traditionellen Kultur beeinflusst wirst und je länger sie dir eingetrichtert werden, umso mehr weichst du von den Gedanken und Bestrebungen ab, die Menschen mit normaler Menschlichkeit haben sollten, sowie von dem Ziel, nach dem sie streben, und den Daseinsregeln, die sie besitzen sollten, und desto mehr weichst du von den Normen ab, die Gott von den Menschen verlangt. … Gottes auserwähltes Volk muss eine Tatsache klar erkennen: Gottes Wort ist Gottes Wort, die Wahrheit ist die Wahrheit, und menschliche Worte sind menschliche Worte. Güte, Gerechtigkeit, Anstand, Weisheit und Vertrauenswürdigkeit sind menschliche Worte, ebenso wie traditionelle Kultur. Menschliche Worte sind nie die Wahrheit, noch werden sie je die Wahrheit werden. Das ist eine Tatsache“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Durch Gottes Worte wurde mir klar, dass die Ansichten und Ideen, die uns die traditionelle Kultur einflößt, lächerlich und absurd sind. Sie stehen im Widerspruch zum Gewissen und zur Vernunft normaler Menschen und zu normaler Menschlichkeit, zu deren Auslebung Gott die Menschen aufruft. Irregeführt und beeinflusst von dieser traditionellen Vorstellung, „streng mit sich selbst und anderen gegenüber tolerant zu sein“, wurde ich wirrköpfig, war voller Irrtümer und verlor jegliches Unterscheidungsvermögen. Ich dachte, nur indem ich gegenüber den Menschen tolerant sei, in jeder Hinsicht auf sie Rücksicht nähme und lieber mich selbst belastete als andere, würde ich einen guten Charakter, Weitherzigkeit und Großmut zeigen. Ich dürfe von niemandem zu viel verlangen oder zu streng sein und müsse es vermeiden, kleinlich zu sein. Diese Vorstellungen waren tief in meinem Denken verwurzelt, kontrollierten jedes meiner Worte und Taten und prägten meinen Umgang mit anderen. Als ich genauer darüber nachdachte, erkannte ich, dass meine Toleranz gegenüber anderen nicht die wahre Nachsicht einer normalen Menschlichkeit war, sondern eine Nachgiebigkeit, der es an Grundsätzen und Maßstäben fehlte. Als Teamleiterin hätte ich die Arbeit vernünftig einteilen müssen, basierend auf unserem gesamten Arbeitsplan und den Fähigkeiten jedes Einzelnen. So hätte jeder seinen Teil beitragen, in seiner Pflicht praktizieren und seine Fähigkeiten einsetzen können. Nur so würde die Arbeit unseres Teams normal vorankommen und immer besser werden. Denen, die weniger fähig waren, ein durchschnittliches Kaliber besaßen oder nur langsam neues Wissen aufnahmen, hätte ich Aufgaben entsprechend ihrer tatsächlichen Größe und ihren Schwierigkeiten zuweisen sollen. Sie hätten leichtere Arbeit bekommen sollen, um sicherzustellen, dass sie dieser gewachsen sind, und sie hätten nicht zu etwas gezwungen werden sollen, wozu sie unfähig waren. Denen hingegen, die über ein gutes Kaliber, Lernfähigkeit, ein Verständnis für die Grundsätze und über Fertigkeiten verfügten, hätte man ruhig mehr Arbeit geben können. Man hätte sie bitten können, sich mehr Gedanken zu machen und mehr Last zu tragen – das hätte ihnen geholfen, schneller Fortschritte zu machen. Wenn sie dabei auf Schwierigkeiten stießen und sich etwas gestresst fühlten, war das normal. Es hätte sie dazu angetrieben, sich mehr auf Gott zu verlassen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und schneller voranzukommen. Und wenn jemand verärgert war, nachdem ich ihm Arbeit zugewiesen hatte, hätte ich außerdem das Gespräch suchen können, um herauszufinden, ob er wirkliche Schwierigkeiten hatte oder sich nur der Bequemlichkeit hingab und nicht bereit war, zu leiden und einen Preis zu zahlen. Dann hätte ich je nach tatsächlicher Situation handeln können – das wäre ein Handeln nach den Wahrheitsgrundsätzen gewesen. Die meiste Zeit teilte ich die Arbeit ja auch vernünftig und entsprechend der tatsächlichen Situation der Teammitglieder ein. Ich verlangte nicht zu viel, war nicht so streng, und meine Teammitglieder konnten ihre Aufgaben bewältigen. Wenn sie aber gelegentlich faul waren, nicht bereit, einen Preis zu zahlen und nach Erfolg zu streben, oder wenn sie aus Angst vor Verantwortung die Arbeit an andere abschoben, hätte ich mit ihnen Gemeinschaft halten und sie beraten sollen, damit sie ihre verdorbene Disposition erkannten. In schwerwiegenderen Fällen hätte ich sie zurechtstutzen sollen; ich durfte sie nicht dauernd verhätscheln und ihr Verhalten nicht einfach ohne jeden grundlegenden Maßstab einfach tolerieren. Nur so hätte ich den normalen Arbeitsfortschritt unseres Teams aufrechterhalten können.
Später stieß ich auf zwei weitere Abschnitte aus Gottes Worten, die mir halfen, meinen Weg der Praxis noch klarer zu sehen. Der Allmächtige Gott sagt: „Du musst bei allem, was du tust, prüfen, ob deine Absichten richtig sind. Wenn du nach den Anforderungen Gottes handeln kannst, ist deine Beziehung zu Gott normal. Das ist die Mindestvoraussetzung. Wenn du bei der Prüfung deiner Absichten feststellst, dass du falsche entwickelt hast, und du dich gegen sie auflehnen und gemäß den Worten Gottes handeln kannst, dann wirst du vor Gott zu einem Menschen vom richtigen Schlag werden. Dies beweist, dass deine Beziehung zu Gott normal ist und dass alles, was du tust, um Gottes willen geschieht und nicht um deiner selbst willen. Du musst bei allem, was du sagst oder tust, dein Herz in Ordnung bringen, in deinem Handeln rechtschaffen sein und darfst dich nicht von deinen Gefühlen leiten lassen oder nach deinem eigenen Willen handeln. Das sind die Prinzipien, nach denen Menschen handeln müssen, die an Gott glauben“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Wie ist deine Beziehung zu Gott?). „Was sind also die von Gott geforderten Wahrheitsgrundsätze? Dass Menschen verständnisvoll gegenüber anderen sind, wenn diese schwach und negativ sind, dass sie deren Schmerz und Schwierigkeiten berücksichtigen und sich dann nach diesen Dingen erkundigen, Hilfe und Unterstützung anbieten und ihnen Gottes Worte vorlesen, um ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen – und es ihnen auf diese Weise zu ermöglichen, Gottes Absichten zu verstehen und nicht mehr schwach zu sein, und sie vor Gott zu bringen. Steht diese Art der Praxis nicht mit den Grundsätzen im Einklang? Diese Art der Praxis steht im Einklang mit den Wahrheitsgrundsätzen, und Beziehungen dieser Art stehen natürlich erst recht mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn Menschen absichtlich Störungen und Unterbrechungen verursachen oder absichtlich ihre Pflicht oberflächlich ausführen und du das siehst und in der Lage bist, sie gemäß den Grundsätzen darauf hinzuweisen, sie zurechtzuweisen und ihnen zu helfen, dann steht das mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn du ein Auge zudrückst, ihr Verhalten duldest, sie deckst und sogar so weit gehst, nette Dinge zu sagen, um sie zu loben und Beifall zu spenden, dann stehen diese Arten der Interaktion mit Menschen, die Auseinandersetzung mit Angelegenheiten und der Umgang mit Problemen eindeutig im Widerspruch zu den Wahrheitsgrundsätzen und haben keine Grundlage in den Worten Gottes. Mit Menschen und Angelegenheiten auf diese Weise umzugehen, ist eindeutig unangemessen, und wenn diese Herangehensweisen nicht anhand der Worte Gottes im Detail analysiert und unterschieden werden, ist es wirklich nicht leicht, das zu erkennen“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (14)). Nachdem ich über Gottes Worte nachgedacht hatte, sah ich vieles klarer. Als Gläubige muss ich bei allem, was ich sage und tue, Gott im Herzen haben und mein Herz vor Ihn legen, damit Er es genau prüft. Das ist das absolute Minimum. Darüber hinaus sollte ich im Umgang mit anderen und bei der Zusammenarbeit in meiner Pflicht gute Absichten haben und nach den Wahrheitsgrundsätzen handeln. Ich sollte nichts tun, was den Interessen von Gottes Haus schadet, und immer die Arbeit der Kirche voranstellen. Denen, die negativ eingestellt sind, schwach sind oder Schwierigkeiten haben, sollte ich helfen und sie unterstützen. Und mit jedem, der seine verdorbene Disposition offenbart oder die Arbeit der Kirche absichtlich unterbricht und stört, sollte ich Gemeinschaft halten, ihm helfen, ihn beraten oder ihn bloßstellen, anstatt ihn zu tolerieren oder ihm auf törichte Weise Wohlwollen entgegenzubringen. Bei der Zuweisung von Arbeit darf ich nicht an meinen eigenen Ruf denken und nur auf das Fleisch und die Gefühle der Menschen Rücksicht nehmen. Ich muss die Arbeit vernünftig nach den Grundsätzen und der tatsächlichen Situation des Teams einteilen, um sicherzustellen, dass die Arbeit nicht verzögert wird. Eine solche Praxis wäre sowohl für die Arbeit der Kirche als auch für alle Mitglieder von Vorteil. Fortan praktizierte ich im Umgang mit den Brüdern und Schwestern Ehrlichkeit, ich sagte, was ich wirklich dachte, und suchte bei Schwierigkeiten das Gespräch. Bei der Arbeitseinteilung ging ich nach der tatsächlichen Situation jedes Einzelnen vor, sodass jeder seinen Teil beitragen konnte. Relativ einfache Probleme ließ ich die Mitglieder selbst lösen und schaltete mich nur ein, wenn sie wirklich nicht weiterkamen. Wenn jemand mit seiner Aufgabe unzufrieden war und nicht bereit war, einen höheren Preis zu zahlen, hielt ich mit ihm über Gottes Absicht Gemeinschaft, damit er über seine verdorbene Disposition nachdenken und sie erkennen und seine falsche Einstellung korrigieren konnte. Wenn ich selbst mehr Arbeit hatte, als ich bewältigen konnte, oder auf Schwierigkeiten stieß, besprach ich mit den anderen, wie wir die Arbeit vernünftig einteilen könnten, um Verzögerungen zu vermeiden, und hörte auf, alles allein auf mich zu laden. Alle beteiligten sich von sich aus an der Arbeit, waren bei ihren Pflichten viel engagierter, und unser Arbeitsfortschritt verbesserte sich. Ich fühlte mich viel unbeschwerter. Auch wenn ich manchmal immer noch Verdorbenheit offenbare, kann ich nun bewusst nach Gottes Worten praktizieren. Nur durch die Führung von Gottes Worten konnte ich diese Wende schaffen. Dank sei Gott!