69. Auch wenn Gefahr droht, bleibe ich meiner Pflicht treu
Im Oktober 2021 begann ich, meine Pflicht als Leiterin in der Kirche „Morgendämmerung“ zu tun. Am Abend des 10. Dezembers erhielt ich einen Brief, in dem stand, dass der Evangeliumsdiakon Yang Hui und seine Familie am Nachmittag des 8. Dezembers von der Polizei verhaftet worden waren. Mir wurde schlagartig bewusst, dass Bruder Li Zhi, einer meiner Arbeitspartner, sich am nächsten Morgen mit Yang Hui und anderen treffen sollte. Ich besprach dies mit meiner anderen Arbeitspartnerin, Schwester Zhang Xin, und wir beschlossen, Li Zhi am nächsten Morgen rasch über Yang Huis Verhaftung zu informieren. Zhang Xin machte sich am nächsten Tag auf den Weg, aber am 12. Dezember war sie mittags immer noch nicht zurück. Ich wurde unruhig und bekam Angst, da ich fürchtete, Zhang Xin könnte ebenfalls verhaftet worden sein. Wenn man sie alle gefasst hätte, würde das viele Brüder und Schwestern mit hineinziehen, und die Bücher der Kirche mit Gottes Worten wären in Gefahr. Wenn wir die Bücher nicht schnell in Sicherheit brächten, bevor die Polizei eine Durchsuchung durchführt, wäre der Verlust groß und meine Verfehlung schwerwiegend. Bei diesem Gedanken bekam ich noch mehr Angst. Ich betete ununterbrochen in meinem Herzen zu Gott: „O Gott, meine Größe ist zu gering, und ich weiß nicht, wie ich diese Situation durchstehen soll. Bitte erleuchte und führe mich und gib mir den Glauben und den Mut, mich angemessen um die Folgemaßnahmen kümmern zu können.“ Nach dem Gebet schrieb ich sofort einen Brief, um ein Treffen mit zwei Schwestern zu vereinbaren, um mit ihnen die Umlagerung der Bücher mit Gottes Worten zu besprechen. Als ich gerade gehen wollte, sagte die Schwester, die mich beherbergte, ängstlich: „Du kannst nicht gehen! Wenn du gehst und nicht zurückkommst, was wird dann aus der Arbeit der Kirche?“ Ihr verängstigter Gesichtsausdruck machte mir noch mehr Sorgen: „Sie sind immer noch nicht zurück, also müssen sie verhaftet worden sein. Wenn ich jetzt gehe, wird mir jemand folgen? Was, wenn ich wirklich nicht zurückkomme?“ In meinem Herzen betete ich ununterbrochen zu Gott und dachte an Seine Worte: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen. Wenn die Menschen zaghafte und ängstliche Gedanken hegen, dann deshalb, weil Satan sie getäuscht hat; Satan fürchtet, dass wir die Brücke des Glaubens überqueren werden, um in Gott einzutreten. Satan versucht auf jede erdenkliche Weise, uns seine Gedanken zu schicken. Wir sollten jeden Augenblick beten, dass Gott uns erleuchtet und erhellt, uns jeden Augenblick darauf verlassen, dass Gott unser Inneres vom Gift Satans reinigt, es jeden Augenblick praktizieren, uns Gott geistlich zu nähern, und Gott die Herrschaft über unser ganzes Sein überlassen und uns ganz von Ihm einnehmen lassen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Angesichts der Verhaftungen in der Kirche war es meine Verantwortung und dringlichste Pflicht, die Brüder und Schwestern sowie die Bücher mit Gottes Worten zu schützen. Meine Angst davor, verhaftet zu werden, kam von Satan. Ich durfte nicht in seine Falle tappen. Würde ich mich aus Angst davor, verhaftet zu werden, verstecken und die Bücher mit Gottes Worten nicht rechtzeitig umlagern, und die Polizei würde sie dann beschlagnahmen, hätte ich eine Verfehlung begangen. Die Interessen der Kirche in diesem kritischen Moment nicht zu schützen, wäre eine Schande. Obwohl die Umlagerung riskant war, glaubte ich daran, dass Gott allmächtig ist und alles Seiner Kontrolle unterliegt. Ob ich verhaftet würde, lag in Gottes Hand; wenn Gott es nicht zuließ, würde die Polizei mir kein Haar krümmen. Als ich über Gottes Worte nachdachte, ließ meine Angst nach. Nachdem ich das mit den beiden Schwestern besprochen hatte, machten wir uns unverzüglich getrennt an die Arbeit. Die eine informierte die Brüder und Schwestern, und ich übernahm zusammen mit der anderen Schwester die Umlagerung der Bücher mit Gottes Worten. Erst als alle Bücher mit Gottes Worten in Sicherheit gebracht worden waren, konnte ich endlich erleichtert aufatmen.
Später wurden durch den Verrat eines Judas immer mehr Menschen in der Kirche verhaftet, und die Polizei beschlagnahmte immer wieder Bücher mit Gottes Worten. Am 14. Januar 2022 wurde auch Yang Hong, meine Gastgeberin, von der Polizei verhaftet. Ohne eine geeignete Unterkunft überlegte ich, Hals über Kopf zu fliehen, und dachte: „Wenn mich die Polizei fasst, werde ich schwere Folter erdulden müssen. Wenn ich das nicht ertragen kann und wie Judas Gott verrate, wird das unvorstellbar schlimme Folgen haben.“ Ich fand schließlich eine relativ sichere Bleibe, aber es dauerte nicht lange, da wurde auch diese von einem Judas verraten, sodass ich wieder umziehen musste. Ohne eine geeignete Bleibe fühlte ich mich nirgendwo mehr sicher. Ich fühlte mich so hilflos und verzweifelt und konnte nicht anders, als zu klagen: „Wann wird dieses Leben in ständiger Furcht und Sorge endlich ein Ende haben? Es wäre besser, die Polizei würde mich einfach verhaften und totschlagen.“ In meinem tiefen Schmerz dachte ich an Gottes Worte: „Du musst alles ertragen; für Mich musst du bereit sein, allem zu entsagen und Mir mit all deiner Kraft zu folgen und bereit sein, jeden Preis zu zahlen. Jetzt ist die Zeit, in der Ich dich prüfe: Wirst du Mir deine Treue darbringen? Kannst du Mir treu bis ans Ende des Weges folgen? Fürchte dich nicht; mit Mir als deiner Stütze, wer könnte je deinen Weg blockieren? Erinnere dich daran! Erinnere dich! Alles enthält Meine guten Absichten und unterliegt Meiner genauen Prüfung. Folgt alles, was du sagst und tust, Meinem Wort? Wenn die Feuerprüfungen über dich kommen, wirst du dich hinknien und rufen? Oder wirst du dich zusammenkauern, unfähig, dich vorwärts zu bewegen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 10). Gottes Worte halfen mir zu verstehen: Obwohl die Kirche mit einer Welle von Verfolgung und Verhaftungen konfrontiert war, bei der einige Judasse enthüllt wurden und sichere Orte fehlten, um unsere Pflicht zu tun, was uns vor viele Schwierigkeiten stellte, konnten genau diese Schwierigkeiten meinen Glauben vervollkommnen und meine Verdorbenheit offenbaren. Gottes Werk in den letzten Tagen zielt darauf ab, den Glauben der Menschen durch verschiedene Formen von Verfolgung, Drangsal, Prüfungen und Läuterungen auf die Probe zu stellen und so zu offenbaren, wer wirklich glaubt und wer nicht. Diejenigen, die in Gefahr und Not weiterhin Gottes Worte lesen, ihren Pflichten treu bleiben und angesichts des großen roten Drachen auch dann standhaft in ihrem Zeugnis bleiben, wennn sie verhaftet werden, sind die Menschen, die wirklich an Gott glauben und Ihm folgen. Andererseits sind diejenigen, die in Angst kauern, ihre Pflichten aufgeben und Gott verraten, um sich in Zeiten von Verfolgung und Drangsal selbst zu schützen, Unkraut und Ungläubige, die durch Gottes Werk offenbart und schließlich ausgemustert werden. Darin zeigt sich die Weisheit von Gottes Werk. Früher dachte ich, ich hätte einen starken Glauben und würde Gott vertrauen, aber die Fakten zeigten, dass es mir an wahrer Treue und Unterwerfung mangelte. In einer solchen Situation habe ich mich ständig versteckt und bin umhergezogen, und wenn ich körperliches Leid erfuhr, beklagte ich mich und wollte mich nicht unterwerfen. Ich dachte sogar daran, mich von der Polizei schnappen und totschlagen zu lassen, um nicht mehr in ständiger Angst leben zu müssen. Ich erkannte, wie aufsässig ich gewesen war! Ich hatte es versäumt, in entscheidenden Momenten für Gott Zeugnis abzulegen, und war stattdessen mit Satan einen Kompromiss eingegangen. Ich habe Gott wirklich enttäuscht! Mir wurde auch klar, dass ich angesichts von Verfolgung und Not die Treue zu Gott bewahren und jede Mühsal bis zum Schluss ertragen sollte, denn das ist es, was wahre Gläubige tun sollten. Mit dieser Erkenntnis fühlte ich mich gestärkt.
Im März 2022 hat mich eine Schwester, die freigelassen worden war, informiert, dass die Polizei wusste, dass ich eine Kirchenleiterin war, und mich mithilfe des „Skynet“-Überwachungssystems überwachte. Sie prahlten damit, dass sie mich schnappen würden, sobald ich das Haus verließ. Diese Nachricht versetzte mich in große Unruhe und Angst, und ich hatte das Gefühl, ständig Gefahr zu laufen, geschnappt zu werden. Ich dachte: „Wenn die Polizei mich schnappt, lässt sie mich nicht so leicht davonkommen. Da sie es gezielt auf Leiter abgesehen haben, werden sie mich bestimmt zwingen, die Brüder und Schwestern zu verraten. Wenn ich sie nicht verrate, werden sie mich sicher schwer foltern und vielleicht sogar totschlagen oder verkrüppeln. Wenn ich zu Tode geprügelt werde, ist dann nicht mein Weg des Glaubens an Gott zu Ende? Verliere ich dann nicht meine Chance, errettet zu werden?“ Ich wagte nicht, weiter darüber nachzudenken. Einige Tage später erhielt ich einen Brief von einem oberen Leiter. Darin wies er mich und Schwester Chen Li an, in die Morgenstern-Kirche zu wechseln. Insgeheim freute ich mich und dachte: „Endlich kann ich von hier weg. Die Lage hier ist zu beängstigend; die Polizei hat schon über neunzig Leute verhaftet. Hier zu bleiben, ist zu riskant!“ Während ich auf den Kirchenwechsel wartete, erhielt ich einen weiteren Brief von der Morgenstern-Kirche. Darin stand, dass zwei Kirchenleiter und etwa ein Dutzend Brüder und Schwestern verhaftet worden waren und dass die Polizei einige der Bücher mit Gottes Worten beschlagnahmt hatte. Da Chen Li mit der dortigen Lage vertraut war, musste sie noch in derselben Nacht dorthin, um sich um die Folgemaßnahmen zu kümmern, was meinen Kirchenwechsel verzögerte. Chen Li sagte: „Die Lage ist so schlimm, und wir müssen zur Morgenstern-Kirche, um uns um die Folgemaßnahmen zu kümmern. Wenn du jetzt gehst, was wird dann aus der Arbeit unserer Kirche hier?“ Ihre Worte machten mir ein sehr schlechtes Gewissen. Die Schwestern riskierten ihr Leben, um die Folgemaßnahmen zu bewältigen, während ich nur daran dachte, vorzeitig zu verschwinden. Als Kirchenleiterin schützte ich in dieser kritischen Zeit weder die Kirchenarbeit, noch berücksichtigte ich die Schwierigkeiten der Schwestern, sondern wollte einfach nur weg. Wie konnte ich nur so egoistisch sein? Als mir das klar wurde, erklärte ich dem oberen Leiter die Situation und bekundete meine Bereitschaft, zu bleiben und mich um die Kirchenarbeit zu kümmern. In diesem Moment trat ich vor Gott, um zu beten und Rat zu suchen: „Was ist Gottes Absicht, wenn Er eine solche Situation zulässt? Wie sollte ich über mich nachdenken und mich selbst erkennen?“ Damals las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wenn die, die Gott treu sind, ganz genau wissen, dass ein Umfeld gefährlich ist, ertragen sie trotzdem tapfer das Risiko, sich um die Nachwirkungen kümmern zu müssen, und sie halten die Verluste im Hause Gottes so niedrig wie möglich, bevor sie sich selbst zurückziehen. Sie geben ihrer eigenen Sicherheit keine Priorität. Sagt mir, wer könnte in diesem niederträchtigen Land des großen roten Drachen sicherstellen, dass der Glaube an Gott und die Ausführung einer Pflicht überhaupt keine Gefahr darstellen? Welche Pflicht man auch immer auf sich nimmt, sie bringt ein gewisses Risiko mit sich – doch die Ausführung der Pflicht wird von Gott in Auftrag gegeben, und während man Gott folgt, muss man das Risiko der Pflichtausführung auf sich nehmen. Man sollte Weisheit walten lassen, und man muss Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu gewährleisten, aber man sollte seine persönliche Sicherheit nicht an die erste Stelle setzen. Man sollte Gottes Absichten berücksichtigen und das Werk Seines Hauses und die Verbreitung des Evangeliums an die erste Stelle setzen. Die Erfüllung von Gottes Auftrag an sie ist das Wichtigste, und sie steht an erster Stelle“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Als ich Gottes Worte las, verstand ich, dass diejenigen, die wirklich an Gott glauben und Ihm treu sind, sich angesichts der wahnsinnigen Verhaftungen von Gottes auserwähltem Volk durch den großen roten Drachen gegen das Fleisch auflehnen, ihre eigene Sicherheit missachten und die Interessen von Gottes Haus wahren können. Das ist jemand, der Gottes Absicht berücksichtigt, jemand mit Menschlichkeit und Gewissen. Aber als ich sah, dass Leute gebraucht wurden, um die Kirchenarbeit zu tun, dachte ich nur an meine eigene Sicherheit und daran, wie ich schnell von hier wegkommen könnte, um meine Tage nicht mehr in ständiger Furcht und Sorge verbringen zu müssen. Ich nahm keine Rücksicht auf die Kirchenarbeit, hatte kein Mitgefühl für die Schwierigkeiten der Schwestern und wollte mich nur vor meiner Verantwortung drücken und mich wie eine Schildkröte in meinem Panzer verkriechen. Ich war solch ein Feigling gewesen, völlig ohne Menschlichkeit! Als ich mit widrigen Umständen konfrontiert wurde, schützte ich mich selbst und missachtete die Kirchenarbeit, was meine selbstsüchtige und verachtenswerte Natur aufzeigte. Wenn ich das nicht wiedergutmachte, würde Gott mich deswegen definitiv hassen und verschmähen. Ich durfte nicht länger dem Fleisch folgen oder ein Feigling sein. Egal, wie gefährlich die Lage wurde oder wie groß die Schwierigkeiten waren, ich musste mein Äußerstes geben, um die Kirchenarbeit zu schützen. Das ist die Treue und Unterwerfung, die ein geschaffenes Wesen haben sollte, und es ist ein Zeugnis des Triumphs über Satan. Ich war bereit zu bleiben und mit den Schwestern zusammen die Folgemaßnahmen durchzuführen.
Später lasen mir die Brüder und Schwestern einen Abschnitt aus Gottes Worten vor, der auf meinen Zustand einging. Der Allmächtige Gott sagt: „Antichristen tun alles, um ihre Sicherheit zu schützen. Sie denken bei sich: ‚Ich muss unbedingt für meine eigene Sicherheit sorgen. Ganz egal, wer geschnappt wird – ich darf es nicht sein.‘ … Wenn es einen sicheren Ort gibt, werden sich Antichristen diesen Ort als ihren Arbeitsplatz aussuchen, und sie werden bei ihrer Arbeit durchaus proaktiv und positiv erscheinen und ihr großes ‚Verantwortungsbewusstsein‘ und ihre ‚Treue‘ zeigen. Wenn die Verrichtung einer Arbeit bedeutet, dass sie Risiken eingehen müssen, und es wahrscheinlich ist, dass sie in Gefahr geraten oder vom großen roten Drachen entdeckt werden, dann erfinden sie Ausreden, lehnen sie ab und suchen nach einer Gelegenheit, davor zu fliehen. Sobald Gefahr oder ein Hauch von Gefahr besteht, denken sie sich jede erdenkliche Möglichkeit aus, um sich selbst herauszuziehen und ihre Pflicht im Stich zu lassen, wobei sie sich nicht um die Brüder und Schwestern kümmern, sondern sich nur darum sorgen, der Gefahr zu entkommen. Möglicherweise haben sie sich bereits mental vorbereitet: Sobald Gefahr aufkommt, werden sie die Arbeit, die sie gerade erledigen, sofort stehen und liegen lassen, ohne sich darum zu kümmern, wie es mit der Arbeit der Kirche läuft oder wie es den Interessen von Gottes Haus schadet oder wie es um die Sicherheit der Brüder und Schwestern bestellt ist – was für sie zählt, ist Flucht. … Diese Menschen sind nicht bereit, wegen ihres Glaubens an Gott Verfolgung zu ertragen; sie haben Angst, verhaftet, gefoltert und verurteilt zu werden. Tatsache ist, dass sie in ihrem Herzen Satan längst erlegen sind. Sie fürchten sich vor der Macht des satanischen Regimes, und mehr noch haben sie Angst davor, dass ihnen solche Dinge wie Folter und raue Verhörmethoden widerfahren. Bei Antichristen ist es daher so, dass sie, wenn alles glatt läuft, ihre Sicherheit in keiner Weise bedroht ist bzw. es kein Problem damit gibt und kein Risiko besteht, vielleicht ihren Eifer und ihre ‚Loyalität‘ darbieten, sogar ihren Besitz. Wenn die Umstände allerdings ungut sind und sie jederzeit verhaftet werden könnten, weil sie an Gott glauben und ihre Pflicht ausführen, und wenn ihr Glaube an Gott vielleicht dazu führt, dass sie aus ihrer offiziellen Stellung entlassen oder von denen, die ihnen nahestehen, verlassen werden, dann werden sie außerordentlich vorsichtig, predigen weder das Evangelium noch bezeugen sie Gott noch führen sie ihre Pflicht aus. Beim kleinsten Anzeichen von Schwierigkeiten ziehen sie sich zurück, wie eine Schildkröte, die sich in ihrem Panzer versteckt; beim kleinsten Anzeichen von Schwierigkeiten wollen sie der Kirche sofort ihre Bücher mit Gottes Worten und alles, was mit dem Glauben an Gott zu tun hat, zurückgeben, um selbst in Sicherheit und unbeschadet zu bleiben. Sind diese Menschen nicht gefährlich? Würden sie, wenn sie verhaftet werden, nicht zum Judas werden? Die Antichristen sind so gefährlich, dass sie jederzeit zum Judas werden können; es besteht immer die Möglichkeit, dass sie Gott verraten werden. Zudem sind sie äußerst egoistisch und verachtenswert. Das wird von der Wesensnatur der Antichristen bestimmt“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott offenbart, dass Antichristen, um sich selbst zu schützen, ihre Pflichten aufgeben wollen, wenn ihnen Gefahr droht. Sie missachten die Kirchenarbeit und denken nur daran, mit dem Leben davonzukommen. Solche Menschen sind selbstsüchtig und verachtenswert. Mir wurde klar, dass mein Verhalten dem eines Antichristen glich. Wenn keine Gefahr bestand, konnte ich meine Pflichten voller Eifer aktiv angehen. Aber als viele Leiter und Mitarbeiter verhaftet wurden, einige zu Judassen wurden und ich ebenfalls verraten wurde, wurde ich zaghaft und ängstlich und wollte diesen gefährlichen Ort so schnell wie möglich verlassen. Ich erkannte, dass ich wirklich selbstsüchtig und verachtenswert war. Ich dachte immer nur an meine eigenen fleischlichen Interessen, und nicht daran, mit den Schwestern an einem Strang zu ziehen, um uns um die Folgemaßnahmen zu kümmern und die Verluste zu minimieren. Bei meinen Pflichten fehlte mir jegliche Treue, und ich offenbarte die selbstsüchtige und verachtenswerte Disposition eines Antichristen. Ohne die Offenbarung durch Gottes Worte hätte ich nicht erkannt, dass dies die Disposition eines Antichristen war.
Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der meinem Herzen etwas Klarheit brachte. Der Allmächtige Gott sagt: „Solche Menschen sind einfach nur ängstlich. Allein anhand dieser Erscheinungsform können wir sie nicht definitiv als Antichristen charakterisieren, aber was ist die Natur dieser Erscheinungsform? Das Wesen dieser Erscheinungsform ist das eines Ungläubigen. Solche Menschen glauben nicht, dass Gott die Menschen beschützen kann, und sie glauben erst recht nicht, dass die Aufwendung für Gott eine Hingabe an die Wahrheit ist und dass dies etwas ist, das Gott billigt. Sie fürchten Gott nicht in ihrem Herzen; sie haben nur Angst vor Satan und vor niederträchtigen politischen Parteien. Sie glauben nicht an die Existenz Gottes, sie glauben nicht, dass alles in Gottes Händen liegt, und sie glauben erst recht nicht, dass Gott Menschen billigen wird, die alles um Seinetwillen, um Seinem Weg zu folgen und um Seinen Auftrag auszuführen, aufwenden. All das können sie nicht erkennen. Woran glauben sie? Sie glauben, dass sie ein schlimmes Ende ereilen wird, wenn sie dem großen roten Drachen in die Hände fallen, und dass sie verurteilt werden oder sogar ihr Leben verlieren könnten. In ihrem Herzen denken sie nur an ihre eigene Sicherheit und nicht an das Werk der Kirche. Sind das keine Ungläubigen?“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gottes Worte deckten meinen wahren Zustand auf. Ich behauptete immer, an den Allmächtigen Gott zu glauben, doch angesichts der Verhaftungen durch die KPCh glaubte ich nicht wirklich daran, dass alles in Gottes Händen liegt, geschweige denn an Gottes einzigartige Autorität. Als ich erfuhr, dass ich von einem Judas verraten worden war und von der Polizei gejagt wurde, fürchtete ich, gefasst, verstümmelt oder zu Tode geprügelt zu werden, und hatte sogar das Verlangen, Gott zu verraten. Durch die Enthüllung dieser Tatsachen erkannte ich, wie zaghaft und feige ich wirklich war, und dass mir jegliches Verständnis von Gottes Autorität fehlte. Ich verhielt mich, als ob mein Leben in Satans Händen liegen würde. Die groß angelegten Verhaftungen durch die KPCh machten mir solche Angst, dass ich komplett meinen Mut verlor. Ich war so erbärmlich gewesen! In Wirklichkeit spielt es keine Rolle, welche Methoden oder hochmoderne Technologien die KPCh einsetzt, um mich zu überwachen oder zu schnappen: Ohne Gottes Erlaubnis, können ihre Pläne keinen Erfolg haben. Ich erinnerte mich an einen Tag im Jahr 2021, als ich auf dem Weg zum Haus einer Schwester war, um an einer Versammlung teilzunehmen. Kurz bevor ich nach oben gehen wollte, fiel mir eine dringende Angelegenheit in der Kirche ein, und ich beschloss, nicht hinaufzugehen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass die Polizei genau in diesem Moment ihr Haus durchsucht hatte. Ohne Gottes Schutz wäre ich der Polizei in die Hände gefallen. Und obwohl ich von Judassen verraten worden war und die KPCh wusste, dass ich eine Kirchenleiterin bin, und mich mithilfe von Hightech-Überwachung im Auge behielt, wusste ich ebenso, dass ohne Gottes Erlaubnis, alle Bemühungen des großen roten Drachen, mich auf jede erdenkliche Weise zu schnappen, vergeblich sein würden. Wenn Gott es zuließ, könnte ich ihnen nicht entkommen, selbst wenn ich wollte. Mein Leben und mein Tod liegen in Seinen Händen, nicht in denen Satans. Mein Verlangen, angesichts drohender Gefahr zu fliehen, entsprang meiner übermäßigen Angst vor dem Tod und meiner Gier nach Leben. Ich hielt mein Leben für das Allerwichtigste und dachte, wenn ich mein Leben verlor, könnte ich nicht mehr nach Errettung streben und hätte kein gutes Ergebnis und keinen guten Bestimmungsort. Wenn also Gefahr im Verzug war, wollte ich immer mein Leben schützen. Der Herr Jesus sagte: „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden“ (Matthäus 10,39). Im Laufe der Geschichte wurden Jünger und Apostel des Herrn bei der Verbreitung des Evangeliums zu Tode gesteinigt und von Pferden in Stücke gerissen. Obwohl ihre Körper starben, legten sie vor Satan Zeugnis für Gott ab. Das heißt es, verfolgt zu werden, weil man Gerechtigkeit lebt, und Gott erinnert Sich daran. Andererseits mögen diejenigen, die bei drohender Gefahr Gott verraten, zu Judassen werden oder aus Gier nach Leben und Angst vor dem Tod ihre Pflichten aufgeben, im Fleisch zwar lebendig erscheinen, doch sie haben ihr Zeugnis vor Gott verloren, und Gott lobt sie nicht. Ich hatte das Glück, Gottes Werk in den letzten Tagen anzunehmen, was eine große Gnade ist. Wenn Gott zulässt, dass ich gefasst werde, sollte ich ohne eine persönliche Wahl zu treffen vor Satan Zeugnis für Gott ablegen, in dem Wissen, dass es bedeutungsvoll und wertvoll sein wird, selbst wenn ich gefasst werde oder sterbe. Später wurden viele Kirchenmitglieder von Judassen verraten, was zu Unterbrechungen bei den normalen Versammlungen und Pflichten führte. Die Brüder und Schwestern lebten in Angst. Angesichts dieser Situation war auch ich schwach und betete oft zu Gott und bat Ihn um Glauben und Mut. Ich nahm mir fest vor, mich bei der Durchführung der Folgemaßnahmen auf Ihn zu verlassen, egal wie groß die Schwierigkeiten waren. Eine Kirche brauchte dringend neue Leiter, und ich musste dorthin und eine Wahl organisieren. Obwohl ich Bedenken hatte, besonders was die Überwachung durch das „Skynet“-System der Polizei betraf, und ich mich zaghaft und ängstlich fühlte, erinnerte ich mich an Gottes Worte: „Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Gottes Worte stärkten meinen Glauben. Satan ist lediglich ein Werkzeug in Gottes Händen, eine Kontrastfigur, und ich sollte keine Angst haben. Ich muss beten und mich auf Gott verlassen, mein Schicksal in Seine Hände legen und meine Pflichten erfüllen. Ich verließ mich dann bei der Organisation der Wahl des Kirchenleiters auf Gott, und indem ich so praktizierte, spürte ich Frieden und Beständigkeit in meinem Herzen.
Durch diese Erfahrung gewann ich ein gewisses Verständnis meiner selbstsüchtigen und verachtenswerten verdorbenen Disposition, eine wahrhaftigere Erkenntnis von Gottes Allmacht und Souveränität sowie Urteilsvermögen über das Wesen des Widerstands der KPCh gegen Gott. Das sind Erkenntnisse, die ich in einem bequemen Umfeld nicht hätte gewinnen können.