89. Nach meiner Verhaftung

Von Wang Le, China

Eines Mittags im November 2002 bereitete ich zu Hause gerade das Essen zu, als es plötzlich hastig an der Tür klopfte. Ich öffnete die Tür und sah vier Männer und eine Frau draußen stehen. Einer der Männer kam auf mich zu und fragte: „Sind Sie Wang Le? Glauben Sie an den Allmächtigen Gott?“ Bevor ich antworten konnte, zeigte er mir schnell seinen Ausweis und sagte: „Wir sind vom Büro für öffentliche Sicherheit. Jemand hat gemeldet, dass Sie an den Allmächtigen Gott glauben und eine Kirchenleiterin sind. Wir sind hier, um zu ermitteln.“ Noch ehe ich antworten konnte, stürmten die fünf in mein Haus und fingen an, den Hof und die Zimmer zu durchwühlen. Sie fanden eine Quittung über eine Opfergabe von 50 Yuan, ein Exemplar von „Das Wort erscheint im Fleisch“, zwei Kassetten und ein kleines Aufnahmegerät und herrschten mich an: „Das ist Beweismaterial!“ Nachdem sie das gesagt hatten, zerrten sie mich in einen Polizeiwagen und nahmen mich mit.

Auf der Wache brachten mich die Polizisten in einen Verhörraum im zweiten Stock und legten mir Handschellen an. Sie hängten meine Hände an ein Heizungsrohr, sodass ich nur auf Zehenspitzen stehen konnte. Da mein ganzes Gewicht auf meinen Handgelenken lastete, begannen sie unerträglich zu schmerzen. Ich hörte zufällig, wie ein Polizist sagte: „Diesmal haben wir eine Leiterin geschnappt.“ Da stockte mir der Atem, und ich dachte: „Sie wissen, dass ich eine Leiterin bin, also werden sie mich bestimmt foltern, um Informationen über meine Brüder und Schwestern aus mir herauszupressen. Was, wenn ich die Folter nicht ertrage?“ Ich wagte es nicht, weiterzudenken, und betete schnell zu Gott. Ich bat Ihn, mir Glauben und Weisheit zu schenken und mich in meinem Zeugnis standhaft bleiben zu lassen. Ich hing so über vier Stunden lang, ohne dass ich meine Füße richtig auf den Boden setzen konnte, wobei die Handschellen immer enger wurden. Meine Hände wurden so stark gequetscht, dass sie schwarz und violett anliefen, und der Schmerz war unerträglich. Auch meine Beine schwollen an und wurden taub. Ich hatte das Gefühl, es kaum noch aushalten zu können, und begann, mich innerlich schwach zu fühlen. Ich wusste nicht, wie lange ich noch dort hängen würde. Ich wagte es nicht, mein Herz auch nur für einen Moment von Gott abschweifen zu lassen. Ich dachte an diese Worte Gottes: „ Zu jenen, die Mir in Zeiten der Drangsal nicht die geringste Treue gezeigt haben, werde Ich nicht mehr barmherzig sein, denn Meine Barmherzigkeit geht nur so weit. Ich finde des Weiteren keinen Gefallen an denen, die Mich einmal verraten haben, und noch weniger will Ich Mich mit denen abgeben, welche die Interessen ihrer Freunde verraten. Dies ist Meine Disposition, unabhängig davon, wer die Person sein mag. Ich muss euch Folgendes sagen: Wer Mein Herz zutiefst bricht, wird von Mir kein zweites Mal Milde empfangen, und wer Mir treu ist, wird für immer in Meinem Herzen bleiben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Gottes Worte ließen mich erkennen, dass Gottes Disposition keine Verletzung duldet. Wenn ich meine Brüder und Schwestern und Gott verraten würde, würde ich niemals Gottes Vergebung erhalten und sicherlich von Ihm verabscheut und ausgemustert werden. Ich fasste den Entschluss, dass ich, ganz gleich, wie die Polizei mich auch folterte, niemals ein Judas werden würde.

Gegen 19 Uhr drehte sich mir alles, mein ganzer Körper schmerzte qualvoll, und ich hatte Mühe zu atmen. Die Polizisten sahen, dass ich kurz vor dem Zusammenbruch stand, und machten endlich einen meiner Arme los, sodass ich endlich auf meinen Füßen stehen konnte. Da schrie mich ein Polizist an: „Also los, spuck’s aus, an wen ist das Opfergeld der Kirche gegangen? Wo wohnt die Person auf der Quittung?“ Als er sah, dass ich nichts sagte, fuhr er fort: „Auch wenn Sie nichts sagen, wir haben Sie bereits gründlich überprüft. Wir haben Sie schon eine ganze Weile beschattet und gegen Sie ermittelt!“ Dann nahm er ein Blatt Papier vom Tisch und las Einzelheiten darüber vor, wie lange ich schon an Gott glaubte, wo ich wohnte, welche Pflichten ich ausführte, und andere Informationen. Ich dachte: „Woher wissen sie so viel? Hat mich ein Judas verraten?“ Dieser Gedanke machte mir große Angst, und ich senkte schnell den Kopf und überlegte, wie ich antworten sollte. Der Beamte starrte mich eindringlich an, holte ein Foto hervor und fragte, ob ich die Person darauf erkennen würde. Ich warf einen Blick darauf und sagte: „Ich kenne ihn nicht.“ Mit einem falschen Lächeln sagte er: „Sind Sie sicher, dass Sie ihn nicht kennen? Wissen Sie, wer Sie heute gemeldet hat? Es ist die Person auf dem Foto.“ Ich sah, dass die Person auf dem Foto ein böser Mensch war, der aus der Kirche ausgeschlossen worden war. Dann nannte der Beamte den Namen einer anderen Schwester und fragte, ob ich sie kenne, und ich sagte, dass ich sie auch nicht kenne. Der Beamte schnauzte mich an: „Ich sage Ihnen mal was. Selbst wenn Sie nichts sagen, reichen die religiösen Materialien, die wir bei Ihnen gefunden haben, und die Zeugen, die wir haben, aus, um Sie zu drei Jahren Umerziehung durch Arbeit zu verurteilen. Wir geben Ihnen eine Chance zu gestehen, und je früher Sie gestehen, desto eher können Sie nach Hause gehen!“ Daraufhin gab eine Polizistin ihm ein Zeichen, meinen anderen, noch immer aufgehängten Arm loszumachen. Mit einem falschen Ausdruck der Besorgnis reichte sie mir einen Becher Wasser, nahm meine Hand und sagte: „Schätzchen, setzen wir uns doch aufs Sofa und unterhalten uns ein wenig. Ich habe gesehen, dass deine beiden Kinder wirklich süß sind, und sie sind in einem Alter, in dem sie noch wachsen. Als Mutter musst du deine Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass sie nahrhafte Mahlzeiten bekommen, denn wenn sie nicht gut essen, wirkt sich das auf ihre schulischen Leistungen aus. Wir Mütter tragen eine große Last auf unseren Schultern. Dein Mann ist ein guter Mann, der sich da draußen abrackert, um Geld zu verdienen, damit du zu Hause bleiben und dich um die Kinder kümmern kannst. Wie kannst du es übers Herz bringen, so gute Kinder zu vernachlässigen? Hast du nicht das Gefühl, ihnen gegenüber in der Schuld zu stehen?“ Die Worte der Beamtin ließen mich einen Moment lang schwach werden, und ich hatte das Gefühl, mich nicht gut um meine Kinder gekümmert zu haben und tief in ihrer Schuld zu stehen. Als sie sah, dass ich nichts sagte, kam die Beamtin auf mich zu, tätschelte mir die Schulter und sagte: „Schätzchen, es wäre am besten, wenn du einfach gestehst. Erzähl uns, was du weißt, und wir schicken dich sofort nach Hause, damit du dich um deine Kinder kümmern kannst.“ Sie sagte auch: „Du verstehst das Gesetz nicht, deshalb denkst du vielleicht, dass ein Geständnis dich noch mehr belasten würde, aber so ist es wirklich nicht. Wenn du uns einfach sagst, was du weißt, können wir deine Aussage aufnehmen, und du kannst nach Hause gehen.“ Ich dachte: „Das sind alles nur Lügen und Betrug. Du sagst das nur, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten, aber darauf falle ich nicht herein! Aber wenn ich wirklich zu drei Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt werde, was passiert dann mit meinen Kindern? Sie sind noch so jung, wie sollen sie leben, wenn ich mich nicht um sie kümmern kann?“ Diese Gedanken bedrückten mich sehr, also betete ich im Stillen zu Gott. Ich erinnerte mich an diese Worte Gottes: „Wer ist wirklich in der Lage, sich vollständig für Mich aufzuwenden und alles ganz und gar für Mich zu opfern? Ihr seid alle halbherzig; eure Gedanken drehen sich im Kreis, ihr denkt an eure Familie, an die äußere Welt, an Nahrung und Kleidung. Trotz der Tatsache, dass du hier vor Mir bist und Dinge für Mich tust, denkst du in deinem Herzen immer noch an deine Frau, deine Kinder und deine Eltern zu Hause. Sind sie dein Eigentum? Warum vertraust du sie nicht Meinen Händen an? Vertraust du Mir nicht? Oder liegt es daran, dass du befürchtest, dass Ich unangemessene Anordnungen für dich treffen werde?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 59). Ja, Gott herrscht über alles. Das Schicksal und das Leid meiner Kinder waren von Gott vorherbestimmt, und kein Mensch konnte das ändern. Ich musste meine Kinder in Gottes Hände legen. Es war wirklich verachtenswert von der Polizei, meine Muttergefühle zu benutzen, um mich dazu zu verleiten, Gott zu verraten! Diese Umgebung war eine Prüfung durch Gott, und Er beobachtete, welche Entscheidungen ich traf. Es war auch eine Gelegenheit für mich, für Gott Zeugnis abzulegen, und ich musste in meinem Zeugnis standhaft bleiben, um Gott zufriedenzustellen. Als ich das erkannte, betete ich still zu Gott: „O Gott! Ich bin bereit, meine Kinder ganz in Deine Hände zu legen. Bitte hilf mir, die Schwäche des Fleisches zu überwinden und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben, um Satan zu beschämen.“ Nach dem Gebet gewann ich an Glauben, und egal, wie die Polizei versuchte, mich in Versuchung zu führen, schwieg ich. Als sie sah, dass ich nichts sagte, änderte sich der Gesichtsausdruck der Beamtin schlagartig. Sie riss mich vom Sofa hoch, starrte mich grimmig an und sagte: „Ich habe versucht, nett zu sein, aber du wolltest nicht hören. Du hast deine Lage gerade noch viel schlimmer gemacht! Ich werde dir zeigen, wie ich dich fertig mache!“ Während sie das sagte, begann sie, mich an den Haaren zu zerren, zu reißen und zu fluchen: „Sieht so aus, als würdest du förmlich um Schläge betteln!“ In diesem Moment nahm ein Beamter ein Buch mit Gottes Worten, schlug es mir ins Gesicht und beschimpfte mich dabei: „Spuck es einfach aus! Wie viele Jahre bist du schon Leiterin? An wen sind die Opfergaben der Kirche gegangen? Sag uns, was du weißt. Wenn du nicht gestehst, sorge ich dafür, dass du den Rest deines Lebens im Gefängnis verbringst und deinen Mann und deine Kinder nie wieder siehst!“ Ich sagte ruhig: „Ich weiß nicht, wovon Sie reden.“ Die Miene des Polizisten verfinsterte sich, er schlug mir mit der Faust gegen die Wange und ließ dann Schläge auf mein Gesicht hageln, als wäre er wahnsinnig geworden. Ich weiß nicht mehr, wie oft er mich geschlagen hat. Einer meiner Zähne lockerte sich, Blut lief mir aus der Nase und dem Mundwinkel, und mein Kopf pochte und schwoll an. Mir war schwindelig, ich war orientierungslos, taumelte und konnte mich kaum an der Wand aufrecht halten. Ich hatte das Gefühl, es nicht mehr viel länger aushalten zu können, und dachte: „Werden sie mich totschlagen, wenn das so weitergeht? Und selbst wenn ich nicht getötet werde, sondern verkrüppelt bin, wie soll ich den Rest meines Lebens leben? Vielleicht sollte ich ihnen einfach etwas Unwichtiges erzählen?“ Doch gerade als ich sprechen wollte, dachte ich plötzlich an das Schicksal von Judas, weil er den Herrn Jesus verraten hatte. Ich bekam Angst und betete schnell zu Gott: „Gott, mein Fleisch ist so schwach, bitte wache über mein Herz, gib mir Glauben und Kraft und führe mich, damit ich in meinem Zeugnis standhaft bleibe.“ Nach dem Gebet dachte ich an eine Hymne mit dem Titel „Ich wünsche den Tag der Herrlichkeit Gottes zu sehen“: „Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen(„Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Diese Hymne gab mir Glauben und Kraft. Ich durfte kein rückgratloser Schwächling sein. Dieses Leid war eine Segnung Gottes, und egal, wie die Polizei mich folterte, würde ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben und mich Satan niemals beugen! Ich spürte, dass Gott direkt an meiner Seite war, mir jederzeit half und mich führte, mein Fels war, und mein Herz war tief berührt. Der Polizist sah, dass ich nichts sagen würde, also trat er mir heftig ins Kreuz, sodass ich vor Schmerz aufschrie. Mein Kreuz fühlte sich an, als wäre es gebrochen. Ich krümmte mich vor Schmerzen am Boden und konnte mich nicht bewegen. Unter Schmerzen sah ich wütend zu dem Polizisten auf und sagte: „Ich glaube nur an Gott, um nach der Wahrheit zu streben und ein guter Mensch zu sein, und ich habe nichts Illegales getan, warum schlagen Sie mich also so?“ Der Polizist sagte mit zusammengebissenen Zähnen: „Ich schlage dich, weil du an den Allmächtigen Gott glaubst. Es ist widerwärtig, dich auch nur anzusehen. Du und deinesgleichen seid alle politische Verbrecher!“ Ich sagte: „Unser Glaube besteht nur darin, dass wir uns versammeln und Gottes Worte lesen. Wir mischen uns überhaupt nicht in die Politik ein. Sie ignorieren Drogenabhängige und Leute, die andere betrügen und übers Ohr hauen, aber Sie verfolgen uns, die wir an Gott glauben. Gibt es überhaupt noch Gesetze?“ Der Polizist antwortete: „Süchtigen und Betrügern geht es nur um ihre eigenen Interessen, aber ihr Leute seid anders. Wenn wir euch nicht verhaften und die Leute euch im Glauben an Gott folgen, wird niemand mehr auf die Kommunistische Partei hören!“ In diesem Moment zeigte der Hauptmann der Brigade für nationale Sicherheit auf mich und sagte zu den anderen Beamten: „Wenn sie nicht gesteht, ist unsere Mission nicht erfüllt und wir bekommen unsere Prämien nicht. Wir können sie nicht so einfach davonkommen lassen; schlagt weiter auf sie ein, bis sie redet!“ Zwei Beamte ließen daraufhin Schläge auf mein Gesicht hageln, wobei eine Wunde an meiner Lippe aufplatzte und stark blutete. Sie schlugen mich weiter und beschimpften mich: „Wenn du nicht gestehst, schlage ich dich blind, taub und stumm und sorge dafür, dass du für den Rest deines Lebens ein Krüppel bist! Ich werde dafür sorgen, dass du dir wünschst, tot zu sein!“ Nach mehr als zehn Minuten waren die beiden Beamten, die mich geschlagen hatten, erschöpft, keuchten, saßen auf dem Sofa und rauchten. Dann versuchten sie, mich zu überreden, indem sie meinen Mann und meine Kinder erwähnten und drohten mir damit, dass ich zu lebenslanger Haft verurteilt würde, wenn ich nicht gestand. Ich dachte: „Die Länge meiner Strafe liegt nicht in euren Händen, sie liegt in Gottes Hand. Selbst wenn ich zu lebenslanger Haft verurteilt werde, muss ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben!“ Bis spät in die Nacht hatte die Polizei noch immer keine Informationen über die Kirche aus mir herausbekommen und die Beamten verließen niedergeschlagen den Verhörraum. An diesem Tag war ich über zehn Stunden lang gefoltert worden, ohne einen Tropfen Wasser oder einen Bissen Essen. Mein ganzer Körper war schwach und schmerzte, und meine Beine hatten keine Kraft mehr, mich zu tragen. Später in der Nacht zerrten mich zwei Beamte in ein Auto und brachten mich in eine Haftanstalt.

Als wir ankamen, war es bereits 2 Uhr morgens, und die Polizisten wiesen die diensthabenden Beamtinnen an, die Anführerin der Insassen solle sich „gut um mich kümmern“, da ich ein Mitglied des Östlichen Blitzes sei. Als ich in der Zelle ankam, flüsterte eine der Beamtinnen der Anführerin der Insassen etwas zu, das ich nicht hörte. Die Anführerin der Insassen schrie, um die anderen schlafenden Häftlinge zu wecken, und warf mich zu Boden. Sie rief ihnen zu: „Schlagt sie! Sie ist vom Östlichen Blitz.“ Sechs Insassinnen stürzten auf mich zu. Einige traten mich, andere rissen mich an den Haaren, und ich konnte nichts anderes tun, als meinen Kopf mit den Händen zu schützen, mich zusammenzurollen und mich schlagen zu lassen. Die Anführerin der Insassen stand daneben und beschimpfte mich: „Wer hat dich dazu gebracht, dich dem Östlichen Blitz anzuschließen? Warum kommt dein Gott nicht, um dich zu retten? Wenn du aufhörst, an Gott zu glauben, hören wir auf, dich zu schlagen.“ Als ich geschlagen wurde und mich auf dem Boden wand, begriff ich, dass die Polizei die Anführerin der Insassen eigentlich aufgefordert hatte, mich zu foltern, als sie ihr sagte, sie solle sich „gut um mich kümmern“. Ich hasste diese Teufel aus tiefstem Herzen! Sie schlugen mich mehr als eine halbe Stunde lang, und dann ließ mich die Anführerin der Insassen während der Nachtwache neben der Toilette sitzen. Ich war so schlimm gefoltert worden, dass ich nicht einmal mehr die Kraft hatte, meinen Kopf zu heben. Ich konnte mich nur langsam bewegen und lehnte mich gegen die Toilettenwand. Gerade als ich einzunicken begann, hörte ich von Zeit zu Zeit, wie Leute aufstanden, um die Toilette zu benutzen, und einige traten mich, nachdem sie uriniert hatten. Der Gestank der Toilette brachte mich fast zum Erbrechen. Seit meiner Kindheit waren meine Eltern immer sehr liebevoll zu mir gewesen, und nach der Heirat war mein Mann gut zu mir gewesen. Niemand hatte mich jemals so behandelt. Nur weil ich an Gott glaubte, wurde ich dieser elenden Folter und Demütigung ausgesetzt. Ich fühlte mich zutiefst ungerecht behandelt. Ich wusste nicht, ob sie mich weiter schlagen würden, wie lange ich an diesem Ort bleiben müsste oder ob ich es ertragen könnte. Je mehr ich darüber nachdachte, desto schlechter fühlte ich mich, und ich konnte nicht anders, als in Tränen auszubrechen. In diesem Moment dachte ich an die Hymne „Strebe danach, Gott zu lieben, ganz gleich, wie groß dein Leid ist“: „Ihr müsst während dieser letzten Tage für Gott Zeugnis ablegen. Ungeachtet dessen, wie groß euer Leid ist, solltet ihr bis zum Ende gehen, und sogar mit eurem letzten Atemzug müsst ihr Gott noch treu sein und euch Gottes Orchestrierung ausliefern; nur dies ist wahre Liebe zu Gott, und nur dies ist das starke und überwältigende Zeugnis(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur durch die Erfahrung schmerzhafter Prüfungen kannst du die Lieblichkeit Gottes kennen). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar: Wenn ich keinen Verhaftungen und Verfolgungen ausgesetzt war, hatte ich immer das Gefühl, mein Glaube an Gott sei sehr stark, und in der Kirche stand ich immer an vorderster Front. Bei der Ausführung meiner Pflichten konnte ich das Leid ertragen, das andere nicht ertragen konnten, und hielt mich immer für die Person, die Gott am meisten liebte. Aber jetzt, wo ich verhaftet und gefoltert worden war, sah ich, wie gering meine Größe war. Schon nach nur ein wenig Leid und Demütigung wollte ich dieser Umgebung entkommen, was zeigte, dass ich keinen Gehorsam und nur sehr wenig Glauben an Gott hatte. Ich erinnerte mich auch daran, dass Gott mich jedes Mal, wenn ich schwach war, mit Seinen Worten führte und leitete und mir immer wieder half, Satans Pläne zu durchschauen. Gottes Liebe ist wahrlich groß. Ich fasste den Entschluss: „Solange ich atme, werde ich mich Satan niemals beugen!“

Am nächsten Morgen bei Tagesanbruch stand die Anführerin der Insassen auf, ging zur Toilette, trat mich und befahl mir, aufzustehen und die Toilette zu putzen. Nachdem ich mehr als zehn Stunden von der Polizei gefoltert worden war, hatte ich am ganzen Körper qualvolle Schmerzen und nicht einmal die Kraft zu sprechen, geschweige denn die Toilette zu putzen. Als die Anführerin der Insassen sah, dass ich mich nicht bewegte, rief sie die anderen Häftlinge dazu auf, mich erneut zu schlagen. Ich wurde zu Boden geprügelt und war kaum noch bei Bewusstsein. Eine verurteilte Mörderin sagte bösartig: „Lasst sie nicht so einfach davonkommen. Zwingt sie, aufzustehen und die Toilette zu putzen!“ Nachdem sie das gesagt hatte, zerrten mich einige der Insassinnen zur Toilette und drückten meine Hände in die Toilette. Als ich nach unten sah, bemerkte ich, dass die Toilette voller Fäkalien war, und der üble Gestank brachte mich zum Erbrechen. Die Häftlinge standen beiseite, hielten sich die Nase zu und lachten lauthals. Ihr Lachen war unheimlich und erschreckend und klang, als käme es aus der Hölle. Damit hörten ihre Demütigungen aber nicht auf. Die Mörderin packte meinen Arm, zwang mich, die Toilette mit meinen Händen zu waschen, und warnte mich: „Wenn du diese Toilette nicht blitzblank putzt, bringe ich dich um! Es kümmert niemanden, wenn Gläubige wie du hier totgeschlagen werden!“ Nachdem ich die Toilette geputzt hatte, ließen sie mich auf dem Boden knien und den Boden wischen, und sobald ich vorne fertig gewischt hatte, machte die Anführerin der Insassen den frisch geputzten Bereich absichtlich wieder schmutzig und befahl mir dann: „Geh zurück und wisch es noch mal. Wenn es nicht sauber ist, brauchst du gar nicht erst ans Essen zu denken!“ Ich hatte keine andere Wahl, als zurückzugehen und noch einmal zu wischen. Als ich während der Essenszeit gerade nach einem Dampfbrötchen greifen wollte, schnappte es sich die Anführerin der Insassen, brach es in Stücke, warf es auf den Boden, trat auf die Stücke und sagte: „Glaubst du, du hast es verdient, Brötchen zu essen, wenn du nicht anständig gestehst? Du hast nur verdient, zu verhungern!“ So ging es weiter: Die Insassinnen ließen mich jeden Tag die Toilette putzen und den Boden wischen, und nachts ließen sie mich nicht schlafen.

Am Morgen des vierten Tages kam die Polizei erneut, um mich zu verhören. Es war tiefster Winter, und sobald ich den Verhörraum betrat, rissen mir die Polizisten meine wattierte Jacke vom Leib und sagten aggressiv: „Wenn du nicht gestehst, lassen wir dich heute erfrieren!“ Ich trug nur einen dünnen Pullover und zitterte am ganzen Körper. Die Polizisten zerrten mich zur Wand und hängten mich an den Heizkörper, wobei meine Zehen kaum den Boden berührten. Nach etwa einer Stunde kam der Hauptmann der Brigade für nationale Sicherheit herein, machte mich vom Heizkörper los, lächelte mich an und sagte: „Ich schlage nie Leute. Ich will, dass du auspackst und mir die Wahrheit sagst. Willst du dein Geständnis selbst schreiben oder willst du es mir diktieren? Wir haben deine Situation in den letzten Tagen noch einmal untersucht. Du bist eine Leiterin, und wir haben jetzt Zeugen und Beweise, die das belegen, aber wir wollen, dass du es selbst zugibst. Wenn du gestehst, schicken wir dich sofort wieder nach Hause zu deiner Familie.“ Eine Polizistin saß ebenfalls vor mir, pflichtete ihm bei und sagte: „Wir waren bei dir zu Hause, dein Mann sah elend aus, und deine Kinder haben nach ihrer Mami geschrien. Wie kannst du es als Mutter übers Herz bringen, sie im Stich zu lassen? Bist du es würdig, eine Mutter zu sein? Beeil dich einfach und erzähl uns, was in der Kirche vor sich geht, und wir schicken dich sofort nach Hause, damit du wieder bei deiner Familie sein kannst.“ Was die Polizei sagte, brachte mich in einen inneren Zwiespalt: „Sollte ich einfach gestehen, damit ich nach Hause gehen und mich um meine Kinder kümmern kann?“ Dann dachte ich an das Ende von Judas und erkannte, dass dies Satans Plan war. Die Polizei versuchte, meine Muttergefühle zu benutzen, um mich dazu zu bringen, Gott zu verraten. Ihre Methoden waren wirklich verachtenswert! Dass ich mich nicht um meine Kinder kümmern und meiner Verantwortung als Mutter nicht nachkommen konnte, war allein ihre Schuld. Meine Pflicht zu tun und an Gott zu glauben ist etwas vollkommen Normales und Gerechtfertigtes, und ich hatte nichts Illegales getan. Aber sie hatten mich ohne jeden Grund verhaftet und gefoltert, und jetzt taten sie so, als seien sie gute Menschen, und behaupteten, ich sei keine gute Mutter, weil ich mich nicht um meine Kinder kümmerte. Sie verdrehten die Tatsachen und machten aus Schwarz Weiß und aus Weiß Schwarz! Meine Kinder waren meine Achillesferse, also musste ich mehr beten und mich auf Gott verlassen. Ich durfte Gott nicht aus Zuneigung verraten und ein gewissenloser Judas werden. Als er sah, dass ich nichts sagte, sprach der Hauptmann der Brigade für nationale Sicherheit in einem wirklich sanften Ton zu mir: „Ist es das wert, für deinen Glauben an den Allmächtigen Gott zu leiden? Andere haben uns bereits über deinen Glauben an Gott informiert; ist es nicht dumm, nicht zu gestehen und andere immer noch zu decken?“ Ich sagte bestimmt: „Was sie gesagt oder nicht gesagt haben, hat nichts mit mir zu tun. Ich weiß nichts und ich kenne niemanden!“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, schlug der Hauptmann wütend mit der Faust auf den Tisch: „Wenn du nicht gestehst, wirst du wirklich zu drei Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt. Wir haben dich verhaftet, um dich zu ändern, also hör auf, so stur darauf zu bestehen, das Falsche zu tun. Beeil dich einfach und gestehe, was du weißt! Alles, was du heute gegessen und getrunken hast, wurde von der Kommunistischen Partei bereitgestellt, nicht wahr?“ Als ich das hörte, wies ich ihn streng zurück: „Der Gott, an den wir glauben, ist der allein wahre Gott, der Himmel und Erde und alle Dinge erschaffen hat. Die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden alle von Gott verwaltet; alles, was Sie essen und trinken, wird von Gott bereitgestellt, nicht wahr? Hätten Sie bis heute ohne die Versorgung und Nahrung der Schöpfung Gottes für die Menschheit leben können?“ Kaum hatte ich zu Ende gesprochen, verdunkelte sich sein Gesicht vor Zorn. Er zeigte auf mich und sagte durch zusammengebissene Zähne: „Ich habe heute so viel zu dir gesagt, und du hast auf kein einziges Wort gehört. Du bist wirklich nicht mehr zu retten!“ Schließlich verließ er in einem Wutanfall den Raum. Kurz darauf kamen zwei weitere Polizisten herein und hängten mich sofort wieder an den Heizkörper. Ein Polizist schlug mir mit einem Elektroschocker auf den Rücken, und ich versuchte instinktiv auszuweichen, aber jede Bewegung führte dazu, dass sich die Zähne der Handschellen in mein Fleisch gruben und unerträgliche Schmerzen verursachten. Der Polizist beschimpfte mich, während er mich schlug: „Willst du dich immer noch zur Märtyrerin machen? Selbst wenn wir dich heute nicht totschlagen, verurteilen wir dich zu lebenslanger Haft!“ Dann packte er mich an den Haaren und schlug meinen Kopf gegen die Wand. Ich war benommen und orientierungslos durch den Aufprall, und sofort begann sich eine große Beule auf meiner Stirn zu bilden, und meine Augen schwollen schrecklich an. Dann packte er mich wieder an den Haaren und fing an, auf mich einzuschlagen, als wäre ich ein Sandsack. Ich schrie vor Schmerzen; es fühlte sich an, als würden meine Knochen brechen und als wäre meine Brust zugeschnürt, sodass ich kaum atmen konnte. Er schlug mich und fluchte dabei: „Du bist ja völlig von Gott besessen. Mal sehen, ob dein Mund härter ist als meine Fäuste. So oder so werden wir heute deinen Mund aufkriegen!“ Mit diesen Worten schlug er mir hart gegen den Kopf, alles wurde schwarz, und ich verlor sofort das Bewusstsein. Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis ich aufwachte. Der Polizist schrie mich an: „Stellst du dich immer noch tot? Wenn du nicht gestehst, bringe ich dich nach draußen und verfüttere dich an die Wachhunde!“ Ich wusste, dass es in Gottes Händen lag, ob ich lebte oder starb. Ohne Gottes Erlaubnis konnte die Polizei mir nichts antun. Selbst wenn sie meinen Körper folterten und mir das Leben nahmen, war meine Seele in Gottes Händen. Dieser Gedanke minderte meine Angst. Ich fasste einen Entschluss: „Selbst wenn ich totgeschlagen werde, werde ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben. Ich werde niemals ein Judas werden!“

Ich hing drei Tage und Nächte am Heizkörper. Weil ich so lange dort hing, schwollen meine Beine und Füße an. Der Schmerz von meiner Hüfte bis in meine Beine wurde unerträglich, also betete ich zu Gott: „Gott, ich weiß nicht, wie viel länger ich das aushalten kann. Ich habe Angst, dass ich dieser Folter vielleicht nicht standhalten kann. Gott! Bitte nimm mein Leben. Ich sterbe lieber, als ein Judas zu werden.“ Nach dem Gebet spürte ich eine Kälte am ganzen Körper. Meine Beine und Füße wurden taub, und ich spürte keinen Schmerz mehr. Ich wurde Zeuge von Gottes wundersamen Taten, als Er mir meinen Schmerz nahm, und dankte Gott in meinem Herzen immer wieder. Am nächsten Morgen, als die Polizisten sahen, dass ich immer noch nichts sagte, schrien sie mich an: „Wie lange glaubst du noch durchhalten zu können? Sieh dir dein Gesicht an – es ist so geschwollen, du siehst nicht einmal mehr wie ein Mensch aus! Um die Kirche nicht zu verraten, machst du das alles durch und lässt deinen Mann und deine Kinder im Stich. Glaubst du wirklich, das ist es wert?“ Er fügte hinzu: „Wenn dir dein eigenes Leben egal ist, ist das eine Sache. Aber denk an deine Kinder und deinen Mann; sie warten darauf, dass du nach Hause kommst. Gestehe einfach ehrlich, und du musst diese Schmerzen nicht mehr ertragen.“ Als ich diese Worte hörte, empfand ich tiefe Wut und dachte: „Ihr seid es doch, die mir den Glauben an Gott unmöglich machen. Ihr verhaftet mich, reißt meine Familie auseinander und macht es mir unmöglich, nach Hause zurückzukehren. Ihr benutzt sogar Folter, um mich zu quälen, und dann werft ihr mir vor, meine Kinder und meinen Mann um meines Glaubens willen im Stich zu lassen. Das ist eine völlige Verdrehung der Wahrheit! Wie ein Dieb, der ‚Haltet den Dieb!‘ ruft.“ Ich erinnerte mich an das, was Gott sagte: „Das Land, das seit Tausenden von Jahren unrein ist, ist unerträglich dreckig, es wimmelt von Elend, Geister greifen überall um sich, täuschen und betrügen. Sie erheben grundlose Anschuldigungen, greifen skrupellos zu bösartigen Mitteln, trampeln diese Geisterstadt nieder und hinterlassen sie mit Leichen übersät. Der Gestank der Verwesung bedeckt das Land und durchdringt die Luft und es wird streng bewacht. Wer kann die Welt jenseits der Himmel sehen? … Welche Nachfolger der alten Weisen? Welche geliebten Anführer? Das sind alles elende Wichte, die sich Gott widersetzen! Ihre Einmischung hat alles unter dem Himmel in einen Zustand der Dunkelheit und des Chaos versetzt! Welche Religionsfreiheit? Welche legitimen Rechte und Interessen der Bürger? Das sind alles Tricks, um das Böse zu vertuschen!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (8)). Die Kommunistische Partei behauptet, die Glaubensfreiheit aufrechtzuerhalten, aber intern unterdrückt, verhaftet und verfolgt sie Christen rücksichtslos mit dem Ziel, Gottes Werk zu zerstören, Menschen dazu zu bringen, nicht an Gott zu glauben oder Ihn anzubeten, und alle zu kontrollieren, damit sie ihr gehorchen und schließlich mit ihr zusammen zugrunde gehen. Nachdem ich die Grausamkeit und Folter der Kommunistischen Partei erlebt hatte, erkannte ich ihr wahres niederträchtiges Wesen. Sie ist ein Dämon, der sich Gott widersetzt und Menschen schadet, und ich entwickelte einen tiefen Hass auf sie. Ich beschloss, gründlich gegen den großen roten Drachen zu rebellieren und ihn abzulehnen. Bei diesem Gedanken vergaß ich den Schmerz in meinen Handgelenken und wollte unbedingt niederknien und Gott mein Herz ausschütten. In diesem Moment sank mein Körper plötzlich nach unten, und wie durch ein Wunder öffneten sich die Handschellen. Ich kniete auf dem Boden, weinte und betete still: „Gott! Ich habe Deine wunderbaren Taten gesehen. Obwohl mein Fleisch schwach ist, warst Du immer an meiner Seite, hast über mich gewacht und mich beschützt. Deine Liebe ist so real!“ Der Hauptmann der Brigade für nationale Sicherheit war fassungslos, als er das sah. Gerade als ich mit dem Beten fertig war und zwei Polizisten auf mich zukommen wollten, um mir wieder Handschellen anzulegen, schrie der Hauptmann nervös: „Nicht bewegen, zurücktreten!“ Die beiden Polizisten hatten solche Angst, dass sie sich nicht zu rühren wagten. Dann befahl der Hauptmann: „Sie betet und verflucht uns; tretet schnell zurück!“ Die beiden Polizisten traten ein wenig zurück, blieben stehen, wagten es nicht, sich zu bewegen, und starrten mich verständnislos an. Etwa eine halbe Stunde lang blieb es im Raum still. Später hob einer der Polizisten die Handschellen auf und fragte: „Wie haben die sich geöffnet? Könnte der Gott, an den sie glaubt, wirklich existieren? Diese Handschellen sind nicht kaputt! Ich glaube das nicht. Legen wir ihr ein anderes Paar Handschellen an und hängen sie auf!“ Mit diesen Worten legten sie mir wieder Handschellen an und hängten mich auf. Die beiden Polizisten schaukelten meinen Körper dann wie eine Schaukel hin und her, und bei jedem Schwung gruben sich die Handschellen in mein Fleisch. Meine Hände fühlten sich an, als würden sie vor stechendem Schmerz auseinandergerissen, und ich musste einfach schreien. Die Polizisten standen grinsend daneben und sagten: „Du heulst immer noch? Sollte dein Gott nicht Wunder wirken? Spürst du immer noch Schmerzen? Wir werden dir heute die Arme brechen!“ Als ich sah, wie diese Teufel Freude daran hatten, Menschen zu quälen, hörte ich auf zu weinen und fasste einen Entschluss: „Selbst wenn sie mich zu Tode foltern, muss ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben!“ Schließlich sahen die Polizisten ein, dass sie keine Beweise von mir bekamen, und sagten niedergeschlagen: „Wir haben sie drei Tage und Nächte lang verhört, ohne etwas herauszubekommen. Da sie schon halb tot ist, geben wir ihr drei Jahre Umerziehung durch Arbeit!“ Die Polizei brachte mich dann zurück in die Haftanstalt.

Zurück in der Zelle waren die Insassinnen erstaunt, mich so zugerichtet zu sehen, und unterhielten sich ungläubig untereinander: „Wie konnten sie jemanden so zusammenschlagen? Wir Mörder und Süchtige haben solche Prügel verdient, aber sie ist nur eine Gläubige, sie hat nichts Illegales getan und wird so verprügelt. Was für ein schrecklicher Ort diese Welt doch ist!“ Eine Insassin sagte zu mir: „Du hast ganz schön Rückgrat, dass du an Gott glaubst. Aus deinen Worten und Taten geht hervor, dass du ein guter Mensch bist. Ich habe Menschen getötet, also werde ich in diesem Leben nie die Chance haben, an Gott zu glauben, aber im nächsten Leben werde ich auch an Gott glauben und ein guter Mensch sein.“ Als ich die Insassinnen diese Dinge sagen hörte, wusste ich, dass es nicht meine eigene Güte war, sondern die Wirkung von Gottes Worten, die mich führten.

Die Polizei konnte aus den Verhören nichts herausholen und verurteilte mich schließlich zu drei Jahren Umerziehung durch Arbeit. Als ich erfuhr, dass ich noch drei Jahre absitzen musste, fühlte ich mich sehr schwach und wusste nicht, wann das alles enden würde, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich in meinem Zeugnis standhaft bleibe. Ich dachte an eine Hymne mit Gottes Worten „Nur wer echten Glauben hat, gewinnt Gottes Zustimmung“: „Als Mose auf den Fels schlug und das Wasser heraussprudelte, das Jehova spendete, geschah dies aufgrund seines Glaubens. Als David zu Jehovas Lob die Harfe und Leier spielte, mit seinem Herzen voller Freude, geschah dies aufgrund seines Glaubens. Als Hiob sein Vieh, das die Berge bedeckte, sowie unermessliche Mengen von Reichtum verlor, und als sein Leib von wunden Geschwüren übersät wurde, geschah dies aufgrund seines Glaubens. Als er Jehovas Stimme hören konnte und Jehovas Herrlichkeit sehen konnte, geschah dies aufgrund seines Glaubens(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die wahre Geschichte des Eroberungswerks (1)). Ich dachte an Hiob, David und Moses, die aufgrund ihres Glaubens die wundersamen Taten Gottes sahen. Heute litt ich diese Mühsal wegen meines Glaubens an Gott. Das war von Gott so zugelassen, und ich war bereit, mich zu unterwerfen und es zu erfahren.

Im Juni 2003 verlegte mich die Polizei in das Arbeitslager. Während meiner Zeit im Arbeitslager stand ich jeden Morgen um 5 Uhr auf, arbeitete siebzehn bis achtzehn Stunden am Tag und musste oft Überstunden bis zwei oder drei Uhr morgens machen. Wenn ich die Arbeit nicht gut machte, musste ich zur Strafe stehen, meine Strafe wurde verlängert, und ich konnte mich nicht ausruhen, bis die Arbeit erledigt war. Jeden Abend vor dem Schlafengehen musste ich die Lagerregeln auswendig lernen, und wenn ich sie nicht auswendig konnte, durfte ich nicht schlafen. Die lang anhaltende, überwältigende körperliche Arbeit in Verbindung mit psychischem Stress führte dazu, dass mir täglich schwindlig war, und zusammen mit meinem hohen Blutdruck, häufigen Herzschmerzen, Panikattacken bei Erschrecken und einem Bandscheibenvorfall, hatte ich so starke Schmerzen, aber die Polizei gab mir nur ein paar Medikamente, bevor sie mich zwang, weiterzuarbeiten. Im Arbeitslager waren wir wie Sklaven völlig ausgeliefert, ohne Menschenrechte oder Freiheit. Das Einzige, was mich tröstete, war, dass es im Arbeitslager mehr als zehn Schwestern gab, die an Gott glaubten, und wir steckten uns oft Zettel zu, um Gottes Worte und Lieder zu teilen und uns gegenseitig zu ermutigen. Eine Schwester steckte mir einen Brief zu, und als ich den Brief von Brüdern und Schwestern und die handgeschriebenen Worte Gottes sah, wurde mir ganz warm ums Herz und ich war sehr gerührt. Ich las diesen Abschnitt von Gottes Worten: „Dass Petrus Jesus Christus folgen konnte, war auf seinen Glauben zurückzuführen. Dass er um Meinetwillen ans Kreuz genagelt werden und ein glorreiches Zeugnis ablegen konnte, war auch auf seinen Glauben zurückzuführen. Als Johannes das glorreiche Ebenbild des Menschensohns erblickte, war das auf seinen Glauben zurückzuführen. Als er die Vision der letzten Tage erblickte, geschah dies umso mehr aufgrund seines Glaubens(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die wahre Geschichte des Eroberungswerks (1)). Ich war so gerührt, dass ich weinen musste. Gott kannte meine Schwäche und mehr noch die Bedürfnisse meiner Seele. Er hatte dafür gesorgt, dass die Schwester mir den Brief mit der Ermutigung und Hilfe schickte, und Er leitete und führte mich mit Seinen Worten und gab mir Glauben und Kraft. Ich spürte, wie unermesslich groß Gottes Liebe wirklich ist, und das Leid fühlte sich nicht mehr ganz so schlimm an wie zuvor.

Im September 2005 wurde ich entlassen und ging nach Hause. Aufgrund der Folter entwickelte ich eine schwere Herzkrankheit und hohen Blutdruck, und an regnerischen Tagen schmerzten meine Arme, mein Kreuz und meine Beine sehr stark, und weil ich so lange an meinen gefesselten Handgelenken aufgehängt wurde, konnte ich immer noch keine schweren Gegenstände heben. Obwohl ich nach meiner Strafe aus dem Gefängnis entlassen wurde, schickte die Polizei weiterhin Leute, um mich zu verfolgen und zu überwachen, und sie ließen meine Verwandten und Nachbarn meine Bewegungen jederzeit im Auge behalten. Regelmäßig schickten sie Leute zu mir nach Hause, um zu fragen, ob ich noch an Gott glaube, und wenn ich nicht zu Hause war, erkundigten sie sich, wohin ich gegangen war. Ich konnte meine Pflichten nicht normal ausführen oder an Versammlungen teilnehmen, was mich sehr belastete. Nachdem ich persönlich von der Kommunistischen Partei verhaftet und verfolgt worden war, sah ich die Niederträchtigkeit und Grausamkeit der Kommunistischen Partei und erkannte klar ihr teuflisches Wesen, das sich Gott widersetzt und Ihn hasst. Ich verabscheue und lehne sie aus tiefstem Herzen ab, und gleichzeitig danke ich Gott dafür, dass Er mich Schritt für Schritt geführt hat, um Satans Pläne zu durchschauen, was meinen Glauben gestärkt und mir ermöglicht hat, den Schaden durch Dämonen zu überwinden und lebend aus der Höhle der Teufel herauszukommen. Ich habe Gottes Liebe und Errettung wahrlich gekostet und bin entschlossen, mein Möglichstes zu tun, um meine Pflichten gut auszuführen und Gottes Liebe zu vergelten.

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