14. Eine Wahl inmitten von Verfolgung und Drangsal
Der Allmächtige Gott sagt: „Ob die von Gott gesprochenen Worte dem äußeren Anschein nach einfach oder tiefgründig sind, sie alle sind unentbehrliche Wahrheiten für den Lebenseintritt des Menschen; sie sind die Quelle des lebendigen Wassers, die es dem Menschen ermöglicht, sowohl im Geist als auch im Fleisch zu überleben. Sie bieten das, was der Mensch braucht, um am Leben zu bleiben, sowie die Regeln und das Credo für sein Verhalten im täglichen Leben; den Weg, den er zur Errettung einschlagen muss, sowie die Ziele und die Richtung, um die Errettung zu erlangen; jede Wahrheit, die er als geschaffenes Wesen vor Gott besitzen sollte; und jede Wahrheit darüber, wie sich der Mensch Gott unterwerfen und Ihn anbeten sollte. Sie sind die Garantie dafür, dass das Überleben des Menschen gewährleistet ist. Sie sind des Menschen täglich Brot, und sie sind auch die feste Stütze, die den Menschen befähigt, stark zu sein und standhaft zu bleiben“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Vorwort). Wenn ich diese Passage aus Gottes Worten früher las, hatte ich noch kein praktisches Verständnis davon und begriff auch ihre wahre Bedeutung nicht. Als die Kirche später einer groß angelegten Verfolgungswelle ausgesetzt war, lebte ich in Feigheit und Angst und brachte nicht den Mut auf, meine Pflicht zu tun. Doch Gottes Worte schenkten mir Glauben und halfen mir, meine Negativität und Schwäche zu überwinden. Ich fürchtete mich nicht mehr vor Satans bösen Mächten, und indem ich auf Gott vertraute, konnte ich die anfallenden Folgearbeiten gut bewältigen. Durch diese Erfahrung gewann ich ein gewisses praktisches Verständnis von Gottes Autorität.
Es war Anfang August 2019. Der Diakon für allgemeine Angelegenheiten wurde beschattet und konnte seine Pflicht nicht mehr ausführen. Also baten mich die Bereichsleiter, die allgemeinen Angelegenheiten zu übernehmen. Am 19. bemerkte ich, dass die Bereichsleiter seit zwei Tagen keinen Kontakt mehr zu den Kirchen aufgenommen hatten. In den Tagen zuvor hatte ich bereits erfahren, dass nacheinander mehr als zehn Brüder und Schwestern verhaftet worden waren. Diese Leute hatten vor ihrer Verhaftung in engem Kontakt mit den Bereichsleitern gestanden. Ich dachte daran, dass die Polizei Gläubige oft lange Zeit beschattet und überwacht, um alle Einzelheiten zu erfahren, bevor sie eine koordinierte Razzia durchführt. Ich hatte ein ungutes Gefühl und dachte: „Könnten die Bereichsleiter etwa auch verhaftet worden sein?“ Ich eilte zum Haus von Schwester Yuan Ling. Sobald ich sie sah, sagte sie ängstlich zu mir: „Es ist etwas passiert! Drei Bereichsleiter und die Mitarbeiter für allgemeine Angelegenheiten wurden verhaftet.“ Mir stockte das Herz: „Es ist also wirklich passiert! Sie kennen zu viele Leute und deren Wohnorte. Wir müssen den Brüdern und Schwestern sofort sagen, dass sie sich verstecken und umziehen sollen.“ Nachdem ich alle benachrichtigt hatte und wieder nach Hause ging, wurde ich nervös und ängstlich und dachte: „Diesmal wurden so viele Brüder und Schwestern nacheinander verhaftet; die Polizei muss sie vor der Verhaftung lange überwacht haben. Bevor das geschah, traf ich mich jeden Tag mit den Bereichsleitern. Überall sind Überwachungskameras, und ich bin ständig unterwegs; es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Polizei auch mich überwacht. Vielleicht bin ich die Nächste, die verhaftet wird.“ Ich dachte an die Brüder und Schwestern, die nach ihrer Verhaftung gefoltert worden waren, wobei einige sogar in den Klauen des großen roten Drachen einen qualvollen Tod fanden. Je mehr ich darüber nachdachte, desto größer wurde meine Angst: „Was, wenn ich verhaftet werde und die Polizei mich zwingt, meine Brüder und Schwestern zu verraten? Was, wenn ich der Folter nicht standhalte und zu einem Judas werde? Wäre das nicht das Ende meines Glaubensweges? Nein, ich muss vorerst aufhören, meine Pflicht zu tun, und mich eine Zeit lang verstecken.“ Bei diesem Gedanken fühlte ich mich schuldig. Jetzt, wo die Bereichsleiter und die Mitarbeiter für allgemeine Angelegenheiten verhaftet worden waren, war der Kontakt zu mehreren Kirchen abgebrochen. Die Brüder und Schwestern konnten Gottes neueste Worte nicht essen und trinken, und die gefährdeten Brüder und Schwestern mussten sofort umziehen. Ich durfte meine Pflicht jetzt nicht aussetzen. Doch als ich daran dachte, dass ich vielleicht auch unter Beobachtung stand, fühlte ich mich hin- und hergerissen. Also betete ich zu Gott: „O Gott, ich fühle mich in dieser Situation verzagt, aber ich weiß, dass ich jetzt nicht weichen darf. Bitte führe mich und vertreibe die Angst aus meinem Herzen.“ Nach dem Gebet kamen mir einige von Gottes Worten in den Sinn: „Bei allem im Universum gibt es nichts, wobei Ich nicht das letzte Wort habe. Gibt es irgendetwas, das nicht in Meinen Händen liegt? Sage ich, etwas muss getan werden, so wird es getan, und wer unter den Menschen kann Meinen Entschluss ändern?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 1). Früher hielt ich oft Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern und sagte, dass Gott über alles herrscht und dass wir uns bei allem, was geschieht, auf Ihn verlassen müssen. Doch nun, da die Gefahr mich selbst betraf, wurde ich furchtsam und wollte einen Rückzieher machen. Mir wurde klar, dass alles, was ich zuvor gesagt hatte, nichts als Worte und Glaubenslehren waren. Wo war da mein wahrer Glaube? Gottes Worte sind ganz klar: Alles unterliegt Gottes Herrschaft, und Er ist es, der in allen Dingen das letzte Wort hat. Auch wenn ich täglich Kontakt zu den Leitern hatte, lag es nicht in der Hand der Polizei, ob ich verhaftet würde oder nicht. Selbst wenn ich verhaftet würde, geschähe dies nur mit Gottes Erlaubnis. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf fühlte ich mich nicht mehr so verzagt und ängstlich.
Danach vertrauten meine Arbeitspartnerin und ich auf Gott, um die Bücher mit Gottes Worten umzulagern. Während dieser Zeit waren wir stets vorsichtig und hielten uns gegenseitig immer wieder zur Wachsamkeit an. Wir wechselten täglich unsere Kleidung und Frisuren und versuchten beim Verlassen des Hauses unser Bestes, Überwachungskameras aus dem Weg zu gehen. Wenig später erhielt ich immer wieder Nachrichten über Verhaftungen von Brüdern und Schwestern, und ich war wirklich angespannt und verängstigt, als wäre man nirgendwo mehr sicher. Zwei Tage später verabredete sich Schwester Song Yang, die für die Arbeit zuständig war, mit mir. Sie sagte, sie müssten dringend eine sichere Bleibe finden, um ihre Pflichten normal weiterführen zu können. Ich wurde sehr unruhig und dachte: „Jetzt, wo die Bereichsleiter verhaftet wurden, müssen viele Brüder und Schwestern umziehen. Wo soll ich bloß so viele sichere Unterkünfte finden?“ Ich dachte auch daran, dass es überall Überwachungskameras gab und immer mehr Brüder und Schwestern verhaftet wurden. Ich hatte keine Ahnung, wo die Polizei versteckte Überwachungen durchführte. Wenn ich ständig draußen nach Leuten und Wohnungen suchte, könnte ich jederzeit verhaftet werden, sobald ich ins Visier geraten war. Bei all diesen Gedanken fühlte ich mich sehr hin- und hergerissen, also teilte ich Song Yang meine Sorgen mit. Song Yang und ich lasen gemeinsam einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass die Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Aufträge erfüllen. Das ist die oberste Verantwortung der Menschen, und sie ist genauso wichtig wie ihr eigenes Leben. Wenn du Gottes Aufträge auf die leichte Schulter nimmst, dann ist das ein schwerster Verrat an Gott. Wenn du das tust, bist du erbärmlicher als Judas und solltest verflucht werden. Die Menschen müssen ein gründliches Verständnis dafür erlangen, wie man mit Gottes Aufträgen umgehen sollte, und sie sollten zumindest Folgendes verstehen: Dass Gott dem Menschen Aufträge anvertraut, ist Seine Erhöhung des Menschen und eine Art besonderer Gnade, die Er den Menschen zeigt; das ist das Herrlichste, was es gibt, und alles andere kann aufgegeben werden – selbst das eigene Leben – aber Gottes Aufträge müssen erfüllt werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, war ich zutiefst bewegt. Angesichts der gefährlichen Lage der Kirchen und der Tatsache, dass alle Bereichsleiter verhaftet worden waren, kannte niemand die Situation der Kirchen besser als ich. Wenn ich in diesem kritischen Moment abtrünnig würde, nicht an die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern dächte und die anfallenden Folgearbeiten nicht schnell erledigte, wäre das ein schwerwiegender Verrat an Gott! Es lag in meiner Verantwortung, meine Brüder und Schwestern zu beschützen und sicherzustellen, dass die Kirchenarbeit nicht behindert wurde. Doch angesichts der Verhaftungen durch die KPCh sorgte ich mich mehr um meine eigene Verhaftung, anstatt die Arbeit der Kirche zu schützen. In diesem entscheidenden Augenblick wollte ich mich wie eine Schildkröte in ihren Panzer zurückziehen. Ich war so egoistisch und verachtenswert! Ich musste gegen meine verachtenswerten Motive aufbegehren und die Folgearbeiten zügig in Angriff nehmen. Unmittelbar danach arbeiteten meine Arbeitspartnerin Liu Na und ich im Vertrauen auf Gott zusammen. Bis zum nächsten Abend hatten wir Song Yang und die anderen in eine sichere Unterkunft gebracht, und ich war viel beruhigter.
Ein paar Tage später traf ein Brief aus der Kirche ein, aus der Wang Juan stammte – eine der verhafteten Bereichsleiterinnen. Darin hieß es, Wang Juans Mutter habe von der Polizei erfahren, dass diese Wang Juan schon lange überwacht hätten und dass die Polizei alle Häuser kenne, die Wang Juan besucht habe. Die Polizei sagte auch, dass sie die verhafteten Gläubigen nicht so einfach freilassen würden und dass sie verurteilt würden, wenn sie kein Geständnis ablegten. Mir stockte das Herz und ich dachte: „Dass all diese Brüder und Schwestern nacheinander verhaftet wurden, könnte daran liegen, dass die Polizei Wang Juan beschattet hat. Seit ich meine Pflicht bei den allgemeinen Angelegenheiten übernommen habe, habe ich sie täglich getroffen, um die Arbeit zu besprechen. Am Tag vor ihrer Verhaftung verabschiedeten wir uns noch an einer Kreuzung voneinander. Vielleicht stehe ich schon jetzt im Visier der Polizei und werde beschattet, ich könnte jeden Moment verhaftet werden. Was, wenn ich verhaftet werde und die Polizei mich zwingt, meine Brüder und Schwestern zu verraten? Die Gefängnisse der KPCh sind wie die Hölle auf Erden, und der große rote Drache ist so finster und böswillig. Selbst wenn sie mich nicht zu Tode prügeln, werde ich als Krüppel enden, wenn ich schweige …“ Ich wagte nicht, diesen Gedanken weiterzuspinnen, und eine Woge unerklärlicher Angst stieg in mir auf. Sollte ich eine Zeit lang aussetzen und mich vorübergehend verstecken, und es anderen Schwestern überlassen, die Arbeit vorerst zu übernehmen? Doch dann dachte ich daran, dass die anderen Schwestern mit der Situation der Kirchen nicht vertraut waren, und ich wusste: Wenn ich meine Pflicht aussetzen würde, würden die verschiedenen Bereiche der Kirchenarbeit nicht normal weiterlaufen, was die Arbeit verzögern würde. Aber ich sorgte mich, dass ich verhaftet würde, wenn ich sie nicht aussetzen würde. Ich lebte in einem Zustand der Angst und Panik. Immer wenn ich danach unterwegs war, um meine Pflicht zu tun, blickte ich mich unbewusst um, prüfte meine Umgebung und wurde beim Anblick all der Überwachungskameras am Straßenrand nervös. Manchmal, wenn ich zu Hause Gottes Worte las und die Hunde im Hof häufig bellten, fing mein Herz an zu rasen, und ich dachte: „Könnte das die Polizei sein?“ Dann versteckte ich hastig die Bücher mit Gottes Worten. Nach einigen Tagen wurde mir klar, dass mit meinem Zustand etwas nicht stimmte, also kniete ich schnell nieder, betete zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, um diesen Zustand umzukehren.
Später erinnerte ich mich an einige von Gottes Worten: „Ganz gleich, wie ‚ungeheuer mächtig‘ Satan ist, wie dreist und ehrgeizig er ist, wie groß seine Fähigkeit ist, Schaden zuzufügen, wie weitreichend seine Fähigkeiten sind, den Menschen zu verderben und zu ködern, wie clever die Tricks und Listen sind, mit denen er den Menschen einschüchtert, oder wie vielfältig die Formen seiner Existenz sind, er war nie in der Lage, ein einziges Lebewesen zu erschaffen, Gesetze oder Regeln für die Existenz aller Dinge festzulegen oder irgendein Objekt zu regieren oder die Herrschaft darüber zu haben, sei es belebt oder unbelebt. Innerhalb des Kosmos und des Firmaments gibt es keine einzige Person und keine einzige Sache, die von ihm ins Dasein gerufen wurde oder die seinetwegen existiert; es gibt keine einzige Person oder Sache, die seiner Herrschaft untersteht oder von ihm regiert wird. Im Gegenteil, er muss nicht nur unter der Herrschaft Gottes existieren, sondern auch allen Befehlen und Anordnungen Gottes gehorchen. Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Durch Gottes Worte begann ich zu begreifen, dass alle Ereignisse und alle Dinge unter Gottes Herrschaft stehen und dass der große rote Drache, egal wie zügellos und bösartig er ist, ohne Gottes Erlaubnis die von Ihm gesetzten Grenzen nicht überschreiten kann. Mein Leben liegt in Gottes Händen, und ohne Gottes Erlaubnis kann die Polizei mir nichts anhaben. Genau wie damals, als Gott Satan erlaubte, Hiob auf die Probe zu stellen: Satan quälte zwar Hiobs Körper, doch Gott erlaubte Satan nicht, Hiob das Leben zu nehmen, also wagte Satan es nicht, diese Grenze zu überschreiten. Durch seine Prüfungen wurde Hiobs Glaube perfektioniert. Dass der große rote Drache nun Christen wie wahnsinnig verfolgt und verhaftet, geschieht ebenfalls mit Gottes Erlaubnis. Denjenigen, die nach der Wahrheit streben, wurde ihr Glaube durch die Erfahrung dieses Umfelds vervollkommnet, und sie haben Zeugnis für Gott abgelegt. Diejenigen, die nicht nach der Wahrheit streben, sind aus Angst und Feigheit zurückgewichen und wurden entlarvt und ausgemustert. Gott benutzt den großen roten Drachen als ein Werkzeug, das dem Zweck dient, zu offenbaren, wer in der Kirche wirklich glaubt und wer nicht. Ohne es zu wissen, wurden die Menschen ihrer Art entsprechend eingeteilt. Ich dachte darüber nach, wie verzagt und furchtsam ich wurde, sobald ich hörte, dass Wang Juan lange Zeit beschattet worden war, und wie ich mich schnell verstecken wollte, um meine eigene Sicherheit zu schützen. Mir wurde klar, dass ich wenig Glauben hatte und Gottes Herrschaft nicht wirklich verstand. Tatsächlich könnte die Polizei mich, selbst wenn ich mich täglich mit Wang Juan getroffen hätte, ohne Gottes Erlaubnis nicht verhaften; wenn Gott jedoch zuließe, dass ich verhaftet würde, gäbe es kein Entrinnen. Ich dachte auch an die vielen Brüder und Schwestern, die verhaftet und gefoltert worden waren. Obwohl sie unter den Drohungen und Schlägen der Polizei Negativität und Schwäche erlebten, gingen sie durch Gebet, Vertrauen auf Gott und die Führung durch Gottes Worte keine Kompromisse mit dem großen roten Drachen ein und blieben schließlich in ihrem Zeugnis standhaft. Sie erfuhren wahrhaftig Gottes Allmacht und Herrschaft sowie Seinen wunderbaren Schutz. Sie sahen auch deutlich das böse und hässliche Gesicht Satans. Dies waren wertvolle geistliche Gewinne. Ich erkannte, dass Gott über alles herrscht und dass der große rote Drache, egal wie zügellos er ist, lediglich ein Werkzeug ist, das Gottes Werk dient. Gott benutzt ihn, um unseren Glauben und unsere Unterwerfung zu vervollkommnen. Bei diesem Gedanken fasste ich einen Entschluss: „Wenn Gott zulässt, dass ich verhaftet werde, will ich bereit sein, mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben.“
Danach las ich eine weitere Passage aus Gottes Worten und gewann ein tieferes Verständnis von Gottes Absichten. Der Allmächtige Gott sagt: „Gott vervollkommnet diejenigen, die Ihn wahrhaft lieben, und all jene, die nach der Wahrheit streben, in einer Vielzahl von unterschiedlichen Umgebungen. Er ermöglicht es den Menschen, Seine Worte durch vielfältige Umgebungen oder Prüfungen zu erfahren und dadurch zu einem Verständnis der Wahrheit zu gelangen, zu wahren Erkenntnissen über Ihn, und schließlich die Wahrheit zu erlangen. Wenn du Gottes Wirken auf diese Weise erlebst, wird sich deine Lebensdisposition ändern, und du wirst die Wahrheit und das Leben gewinnen können. Habt ihr durch diese jahrelangen Erfahrungen viel gewonnen? (Ja.) Lohnt es sich also nicht, bei der Ausführung deiner Pflicht ein wenig Leid zu ertragen und einen kleinen Preis zu zahlen? Was hast du im Gegenzug gewonnen? Du hast so viel von der Wahrheit verstanden! Das ist ein unbezahlbarer Schatz! Was wollen die Menschen dadurch gewinnen, dass sie an Gott glauben? Tun sie es nicht deshalb, um die Wahrheit und das Leben zu gewinnen? Denkst du, du kannst die Wahrheit erlangen, ohne diese Umgebungen zu erfahren? Das kannst du absolut nicht. Nehmen wir an, wenn dir irgendwelche besonderen Schwierigkeiten widerfahren oder du auf irgendwelche besonderen Umgebungen triffst, hast du immer dieselbe Haltung – du versuchst, sie zu vermeiden oder vor ihnen zu fliehen, du versuchst verzweifelt, sie abzulehnen und loszuwerden, du willst dich nicht Gottes Orchestrierungen ausliefern, bist nicht bereit, dich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen, du willst nicht, dass die Wahrheit dein Meister ist, und willst immer das letzte Wort haben und dich auf deine satanische Disposition verlassen, um alles, was dich betrifft, selbst zu kontrollieren. In diesem Fall, wird dies zur Folge haben, dass Gott dich mit Sicherheit beiseiteschieben oder dich Satan ausliefern wird, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dies geschieht. Wenn die Menschen diese Sache verstehen, dann müssen sie rasch umkehren und ihrem Lebensweg entsprechend dem richtigen Pfad folgen, den Gott verlangt – dieser Weg ist der richtige, und wenn der Weg richtig ist, dann bedeutet das, dass die Richtung stimmt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte ließen mich erkennen: Um Menschen zu vervollkommnen und zu gewinnen, arrangiert Gott verschiedene Verfolgungen, Drangsale, Prüfungen und Läuterungen, um sie auf die Probe zu stellen. Diejenigen, die wahrhaftig an Gott glauben und Ihm folgen, können Seine Absichten berücksichtigen. Egal wie gefährlich die Lage ist, können sie auf Gott vertrauen, um diese Situationen zu erfahren und so den reibungslosen Fortschritt der Kirchenarbeit sicherzustellen. Ich hingegen fürchtete mich angesichts der gefährlichen Lage davor, verhaftet und gefoltert zu werden und mein Leben lassen zu müssen – oder aber davor, dass ich in meinem Zeugnis nicht standhaft bleiben, die Interessen von Gottes Haus verraten und so die Chance auf Errettung verwirken könnte. Deshalb wollte ich mich verstecken und meine Pflicht aussetzen, ohne dass ich dabei die Interessen der Kirche auch nur im Geringsten zu berücksichtigte. Ich war wirklich selbstsüchtig und verachtenswert, ohne jegliches Gewissen und jedwede Vernunft! Ich dachte über die aktuelle Situation nach. Wegen der Verhaftungen durch die KPCh hatten die Brüder und Schwestern den Kontakt verloren und konnten kein Kirchenleben führen, und verschiedene Bereiche der Kirchenarbeit waren zum Stillstand gekommen. Wie betrübt und voller Bangen musste Gottes Herz wohl sein! In einer so kritischen Zeit sollte jemand aufstehen und diese Verantwortung auf sich nehmen, damit die Kirchenarbeit normal weitergehen kann. Doch um meiner eigenen Sicherheit willen wollte ich mich wie eine Schildkröte in ihren Panzer zurückziehen, ohne an die Kirchenarbeit oder den Lebenseintritt der Brüder und Schwestern zu denken. Ich war vollkommen egoistisch und verachtenswert! Ich dachte auch an die Worte des Herrn Jesus: „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden“ (Matthäus 16,25). Ich dachte über Gottes Worte nach und reflektierte über mich selbst. Warum wollte ich mich angesichts der Verfolgung und der Verhaftungen durch die KPCh immer verstecken und mich selbst schützen? Es lag daran, dass ich mein Leben zu sehr schätzte. Ich legte zu viel Wert auf mein fleischliches Leben und verstand die Bedeutung von Leben und Tod nicht wirklich. Wenn ein Mensch bereit ist, sein Leben aufzugeben, um dem Weg Gottes zu folgen, dann findet so ein Mensch Gottes Billigung. Das ist genau wie bei den Heiligen im Laufe der Geschichte, die um der Verbreitung von Gottes Evangelium willen ebenfalls Verfolgung durch die Machthaber erlitten und von denen einige sogar zu Tode gefoltert wurden. Es sah zwar so aus, als ob ihre Körper gestorben wären, doch sie erlitten das Martyrium um der Gerechtigkeit willen und blieben in ihrem Zeugnis standhaft, und Gott hatte einen anderen Plan für ihre Seelen. Ihr Tod war wertvoll und wird bei Gott in Erinnerung bleiben. Wenn ich jedoch meine Pflicht aufgäbe, um egoistisch mein fleischliches Leben zu bewahren und ein schmachvolles Dasein dahinzufristen, hätte es zwar so ausgesehen, als hielte ich mich vorübergehend in Sicherheit, doch weil ich die Wahrheit nicht praktizierte und die Kirchenarbeit nicht schützte, würde Gott mich verabscheuen, und ich würde nur noch wie eine wandelnde Leiche dahinleben. Als ich das begriff, kniete ich nieder und betete zu Gott: „Gott! Alles wird von Dir bestimmt. Ob ich verhaftet werde oder nicht, unterliegt ebenfalls Deiner Herrschaft und Deinen Orchestrierungen. Vielleicht bin ich morgen diejenige, die verhaftet wird, doch auch das geschähe nur mit Deiner Erlaubnis. Egal was morgen passiert, solange ich heute nicht verhaftet werde, bin ich bereit, die Kirchenarbeit heute gut zu tun. Ich bitte Dich, stärke meinen Glauben.“ Später arbeiteten die Brüder und Schwestern und ich harmonisch zusammen, und wir brachten alle gefährdeten Brüder und Schwestern an sichere Orte. Die Brüder und Schwestern konnten ihr Kirchenleben wieder aufnehmen, und ich spürte ein unbeschreibliches Gefühl der Freude und Befreiung in meinem Herzen.
Nachdem ich diese Situation durchgestanden hatte, gewann ich an Glauben. Wann immer ich meine Pflicht beendet hatte und nach Hause ging, ertappte ich mich dabei, wie ich unwillkürlich eine Hymne summte „Ich wünsche den Tag der Herrlichkeit Gottes zu sehen“:
…
2 Mit Gottes Ermahnung in meinem Herzen werde ich niemals vor Satan die Knie beugen. Auch wenn vielleicht mein Kopf rollt und mein Blut fließt, kann das Rückgrat des Volkes Gottes nicht gebrochen werden. Ich werde ein kraftvolles Zeugnis für Gott ablegen und die Teufel und Satan demütigen. Schmerz und Mühsal sind von Gott vorherbestimmt, und ich werde Ihm bis in den Tod treu bleiben und mich Ihm unterwerfen. Nie wieder werde ich Gott Grund zum Weinen oder zur Sorge geben. Ich bringe Gott meine Liebe und meine Treue dar und erfülle meine Mission, um Ihn zu verherrlichen.
3 Gottes Worte schenken mir Glauben, und mit eisernem Willen werde ich Gott bis zuletzt nachfolgen. Solange ich atme, werde ich weiter mit unerschütterlicher Entschlossenheit das Evangelium predigen und Gott bezeugen …
– Folge dem Lamm und singe neue Lieder
Eines Nachts im November 2020 erhielt ich einen Brief, in dem stand, dass eine andere Kirche mit Verhaftungen konfrontiert war und dass eine Schwester, die für die Sicherung der Bücher mit Gottes Worten verantwortlich war, verhaftet worden war. Die Kirchenleiter hatten unter Einsatz ihres Lebens die Bücher an einen anderen Ort gebracht. Doch aufgrund mehrerer groß angelegter Verhaftungen in diesem Gebiet gab es dort keine sichere Unterkunft mehr, um die Bücher zu lagern, und wir sollten die Bücher schnell an einen sichereren Ort bringen. Als ich den Brief gelesen hatte, wurde ich von Panik und Angst überwältigt und dachte: „Die Schwester, die die Bücher gesichert hatte, wurde gerade erst verhaftet, und auch wenn die Kirchenleiter unter Einsatz ihres Lebens die Bücher bereits weggeschafft haben, könnte es sein, dass die Polizei sie jetzt überwacht? Wenn sie beschattet werden, würden meine Brüder und Schwestern und ich dann ebenfalls verfolgt und verhaftet werden, wenn wir die Bücher abholen? Vielleicht sollte ich nicht gehen.“ Mir wurde klar, dass ich wieder versuchte, mich selbst zu schützen, also sprach ich schnell ein stilles Gebet zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu bewahren und mir zu helfen, ruhig zu werden und nicht in Angst zu leben. Nach dem Gebet dachte ich an eine Passage aus Gottes Worten: „Oft sagen die Menschen, ‚Gott hat die Herrschaft über alles‘ und ‚Alles ist in Gottes Händen‘, aber wenn sie in irgendeine Situation geraten, denken sie: ‚Kann Gott darüber wirklich die Herrschaft haben? Kann man sich wirklich auf Ihn verlassen? Ich verlasse mich besser auf andere Menschen, und wenn das nicht funktioniert, dann überlege ich mir selber etwas.‘ Dann begreifen sie, wie unreif und albern sie sind und wie gering ihre Größe ist. Sie kehren wieder um, wollen sich auf Gott verlassen, stellen aber fest, dass es immer noch keinen Weg gibt. Tief im Innern wissen sie jedoch, dass Gott treu ist und dass man sich auf Ihn verlassen kann; es ist nur so, dass sie so kleingläubig und immer so skeptisch sind. Wie löst man dieses Problem? Du musst dich auf deine Erfahrung verlassen und darauf, dass du nach der Wahrheit strebst und sie verstehst – erst dann kannst du wahren Glauben hervorbringen. Je mehr Erfahrungen du machst und je mehr du dich auf Gott verlässt, desto mehr wirst du spüren, dass man sich auf Ihn verlassen kann. Während du mehr Erfahrungen machst, siehst, wie Gott dich immer wieder beschützt, dir hilft, Schwierigkeiten zu überwinden und Gefahren aus dem Weg zu gehen, wirst du unbewusst echten Glauben und Vertrauen auf Gott entwickeln. Du wirst spüren, dass Gott vertrauenswürdig und verlässlich ist. Zuerst musst du im Herzen diesen Glauben haben“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Um wahren Glauben an Gott zu haben, müssen wir die Dinge tatsächlich erfahren, und erst nach solchen Erfahrungen können wir Gottes Allmacht und Herrschaft wirklich würdigen. Ich dachte an die Massenverhaftungen im Jahr zuvor zurück. Wir waren mit einer so gefährlichen Situation konfrontiert, doch indem wir auf Gott vertrauten, uns von Seinen Worten führen ließen und beteten, standen wir es durch und wurden Zeugen von Gottes Schutz, Seiner Allmacht und Herrschaft. Jetzt sollte ich Glauben an Gott haben und die Bücher mit Gottes Worten schnell wegbringen. Am nächsten Tag kamen meine Brüder und Schwestern und ich am Treffpunkt an. Als wir gerade dabei waren, die Bücher fortzubringen, sahen wir, wie die Polizei Autos kontrollierte. Also beteten wir zu Gott und versteckten uns eine Zeit lang auf einem kleinen Pfad, und schließlich gelang es uns, die Bücher in eine sichere Unterkunft zu bringen.
Durch das Erleben von Verfolgung und Drangsal begann ich, meine selbstsüchtige und verachtenswerte Natur zu verstehen. Ich sah auch die Weisheit darin, dass Gott den großen roten Drachen als Werkzeug für Seinen Dienst benutzt, und gewann ein echteres Verständnis von Gottes Allmacht und Herrschaft. Mein Glaube, Gott zu folgen, wurde noch mehr gestärkt.