22. Nachdem ich von einem Judas verraten wurde

Von Xiang Xun, China

Im April 2023 tat ich meine Pflicht als Predigerin in der Kirche. Damals kam es in mehreren Kirchen, für die ich verantwortlich war, nacheinander zu Verhaftungen durch die KPCh. Da viele Leiter und Mitarbeiter verhaftet wurden, kontaktierten mein Arbeitspartner, Bruder Wang Hui, und ich eilig unsere Brüder und Schwestern, um die Bücher mit Gottes Worten in Sicherheit zu bringen. Wir hatten gerade die Folgearbeiten abgeschlossen, da kam plötzlich die Nachricht, dass zwei weitere Verantwortliche verhaftet wurden. Aus Sicherheitsgründen mussten wir ständig die Unterkunft wechseln. In dieser Zeit wurden in allen Kirchen ständig Brüder und Schwestern verhaftet, und die verschiedenen Arbeiten in den Kirchen konnten nicht mehr normal fortschreiten. Die verhafteten Brüder und Schwestern wurden von der Polizei gefoltert. Eine Schwester hielt die Folter der Polizei nicht mehr aus und ihr blieb keine andere Wahl, als sich von einem Gebäude in den Tod zu stürzen. Diese ständigen Schreckensmeldungen machten mich sehr nervös, und ich machte mir oft Sorgen um meine eigene missliche Lage: „Ich werde polizeilich gesucht. Wenn sie mich schnappen und merken, dass ich eine Leiterin bin, werden sie mich sicher noch brutaler foltern. Und wenn sie mich zu Tode foltern, verliere ich dann nicht die Gelegenheit, errettet zu werden?“ Bei dem Gedanken zog sich mir jeden Tag das Herz zusammen. In dieser Zeit fühlte ich mich durch die doppelte Belastung aus ständiger Gefahr und meiner Arbeit körperlich und seelisch völlig erschöpft.

Im September erfuhr ich, dass eine weitere Arbeitspartnerin, Schwester Wen Xi, verhaftet worden war. Wir hatten viele Jahre zusammen unsere Pflichten getan, und sie kannte nicht nur Wang Hui und mich sehr gut, sondern wusste auch viel über die Kirche: Sie kannte viele Brüder, Schwestern und Gastfamilien. Gerade als wir so mit den ganzen Folgearbeiten beschäftigt waren, dass uns der Kopf schwirrte, erhielten wir eine weitere Nachricht von unseren Brüdern und Schwestern. Sie erzählten uns, dass Wen Xi Wang Hui und mich verraten hatte. Die Polizei hatte Phantombilder von uns angefertigt und suchte nach uns, um uns zu verhaften. Sie ermahnten uns, vorsichtig und auf der Hut zu sein. Als ich diese Nachricht hörte, geriet ich sofort in Panik. Wenn der große rote Drache Gläubige verhaftet, werden sie bis hin zur Konsequenz des Todes verfolgt; nicht einmal siebzig- oder achtzigjährige alte Menschen werden verschont. Da sie nun wussten, dass Wang Hui und ich Leiter in der Kirche waren, würden sie uns nicht so einfach entkommen lassen. Die Überwachungskameras des großen roten Drachen hängen überall in den Straßen und Gassen: Würden sie uns dadurch finden? Ich war körperlich schon immer etwas schwach. Würde ich bei einer Verhaftung der Folter standhalten können? Wenn ich zu Tode gefoltert würde, könnte ich die Schönheit des Königreichs nicht sehen. Ich dachte an mehrere Mitarbeiter, die zuvor verhaftet worden waren. Sie alle waren zu über zehn Jahren Haft verurteilt worden, und ich war sogar noch länger Leiterin als sie. Wenn ich verhaftet würde, fiele meine Strafe definitiv noch länger aus. Ich war bereits über sechzig. Wenn ich also verhaftet und zu über zehn Jahren verurteilt würde, wusste ich nicht, ob ich das Gefängnis je wieder lebend verlassen würde. Manchmal dachte ich: „Es wäre besser, wenn ich die Pflicht einer Leiterin nicht ausführen würde. Selbst wenn ich verhaftet würde, fiele meine Strafe dann nicht so hart aus.“ In dieser Zeit saß ich jeden Tag wie auf heißen Kohlen. Selbst bei meiner Pflicht fand ich keine innere Ruhe. Besonders als ich hörte, dass die KPCh oft Drohnen einsetzt, um Gläubige zu überwachen, aufzuspüren und zu fangen, achtete ich ganz genau darauf, was draußen passierte. Manchmal hörte ich seltsame Geräusche von draußen, und eilte sofort, um nachzusehen, ob es eine Drohne war. Manchmal, wenn ich Schritte im Treppenhaus hörte oder der Hausmeister an die Tür klopfte, schlug mein Herz schneller, und ich befürchtete, die Polizei käme, um uns zu verhaften. Damals war ich nicht mit dem Herzen bei meiner Pflicht und achtete bei der Nachverfolgung der Arbeit nicht so auf die Details. Das wirkte sich auf die Ergebnisse verschiedener Arbeitsaufgaben aus, und auch bei der Textarbeit, für die ich hauptsächlich verantwortlich war, brachte ich schlechtere Ergebnisse. Obwohl ich etwas besorgt war, schrieb ich nur Briefe, um mich zu erkundigen. Ich versuchte nie, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen und herauszufinden, wo das Problem lag oder wie man es lösen konnte. Eines Tages erhielt ich einen Brief, in dem die Leiterin der Kirche von Chengnan beschuldigt wurde, keine echte Arbeit zu leisten und keine wirklichen Probleme zu lösen. Als ich den Brief über das Verhalten der Leiterin las, war ich etwas überrascht. Ich hatte die Arbeit der Kirche von Chengnan immer nachverfolgt, aber mir war nicht aufgefallen, dass die Kirchenleiterin keine echte Arbeit leistete. Erst da trat ich vor Gott, um zu beten und nachzudenken. Mir wurde klar, dass ich wegen der drohenden Gefahr ein halbes Jahr lang ständig die Unterkunft gewechselt hatte, immer in der Angst, dass ich, wenn ich verhaftet und von der Polizei zu Tode geprügelt würde, nicht errettet werden und nicht ins Himmelreich eingehen könnte. Ich lebte in ständiger Sorge und Angst und konnte mich nur selten auf die Details meiner Pflicht konzentrieren. Nun gab es so viele ungelöste Probleme in der Kirche von Chengnan, und die Qualität der Textarbeit nahm stetig ab. Das lag alles daran, dass ich furchtsam und verängstigt war und keine echte Arbeit leistete. Bei diesem Gedanken war ich zutiefst bekümmert und trat vor Gott, um zu beten: „Lieber Gott, in all dieser Zeit habe ich ständig in Furcht und Angst gelebt. Und obwohl bei meiner Pflicht so viele Probleme auftraten, war ich völlig abgestumpft und habe es nicht bemerkt. Lieber Gott, bitte führe mich, die Wahrheit zu suchen, meine falschen Zustände hinter mir zu lassen und meine Pflicht mit ganzem Herzen zu tun.“

Später las ich einen Abschnitt von Gottes Worten: „Ganz gleich, wie ‚ungeheuer mächtig‘ Satan ist, wie dreist und ehrgeizig er ist, wie groß seine Fähigkeit ist, Schaden zuzufügen, wie weitreichend seine Fähigkeiten sind, den Menschen zu verderben und zu ködern, wie clever die Tricks und Listen sind, mit denen er den Menschen einschüchtert, oder wie vielfältig die Formen seiner Existenz sind, er war nie in der Lage, ein einziges Lebewesen zu erschaffen, Gesetze oder Regeln für die Existenz aller Dinge festzulegen oder irgendein Objekt zu regieren oder die Herrschaft darüber zu haben, sei es belebt oder unbelebt. Innerhalb des Kosmos und des Firmaments gibt es keine einzige Person und keine einzige Sache, die von ihm ins Dasein gerufen wurde oder die seinetwegen existiert; es gibt keine einzige Person oder Sache, die seiner Herrschaft untersteht oder von ihm regiert wird. Im Gegenteil, er muss nicht nur unter der Herrschaft Gottes existieren, sondern auch allen Befehlen und Anordnungen Gottes gehorchen. Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass Gott über alle Dinge herrscht und Satan nur eine Schachfigur in Gottes Hand ist. Egal wie zügellos und anmaßend er auch sein mag, ohne Gottes Erlaubnis wagt er es nicht, auch nur einen Wassertropfen oder ein Sandkorn auf der Erde anzurühren. Als mir das klar wurde, vertraute ich darauf, dass es in Gottes Händen liegt, ob ich verhaftet werde oder nicht. Ohne Gottes Erlaubnis könnte mich der große rote Drache nicht verhaften, ganz gleich, wie ausgeklügelt sein Überwachungsapparat auch sein mochte. Ich dachte zurück an das Jahr 2018, als ich mehrmals von Judassen verraten wurde. Damals hatte die Polizei einen bekannten Zeichner beauftragt, ein Phantombild von mir anzufertigen, um mich zur Fahndung auszuschreiben. Aber bis zum heutigen Tag hatte sie mich nicht verhaftet. Außerdem schwebten Wang Hui und ich beide in ständiger Gefahr und mussten in dieser Zeit oft die Unterkunft wechseln. Mehrmals wären wir fast verhaftet worden, aber mit Gottes Schutz hatten wir das Glück, zu entkommen. Dann dachte ich daran, wie Daniel beharrlich Gott anbetete und in die Löwengrube geworfen wurde. Er glaubte daran, dass sein Leben in Gottes Händen lag und dass die Löwen ihn ohne Gottes Erlaubnis nicht beißen würden. Daniels Glaube an Gott schützte ihn, und obwohl er bei hungernden Löwen in der Löwengrube war, wurde ihm kein Haar auf dem Kopf gekrümmt. Auch Daniels drei Freunde hatten wahren Glauben an Gott. Sie wären lieber gestorben, als Götzen anzubeten oder Gott zu verraten. Sie wurden in den Feuerofen geworfen, kamen aber unversehrt wieder heraus. Ich sollte ihrem Beispiel folgen und auf Gott vertrauen. Bei diesem Gedanken fühlte ich mich nicht mehr so besorgt oder verängstigt. Ich betete zu Gott, mein Herz zu beruhigen, damit ich mich meiner Pflicht widmen konnte.

Eines Tages zeigte mir eine Schwester ein Video mit einem Erfahrungszeugnis. Darin kamen zwei Abschnitte von Gottes Worten vor, die mich wirklich sehr berührten. Der Allmächtige Gott sagt: „Antichristen glauben an Gott, um Segnungen zu erlangen. Sie kümmern sich niemals um Dinge, die das Haus Gottes oder die Interessen Gottes betreffen. Alles, was sie tun, muss sich um ihre persönlichen Interessen drehen. Wenn die Arbeit des Hauses Gottes nichts mit ihren persönlichen Interessen zu tun hat, dann ist sie ihnen einfach egal, und sie erkundigen sich nicht danach. Wie egoistisch müssen sie sein!(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). „Abgesehen davon, dass sie an ihre eigene Sicherheit denken, worüber machen sich manche Antichristen noch Gedanken? Sie sagen: ‚Im Moment ist die Lage schlecht, also sollten wir uns weniger blicken lassen und seltener das Evangelium predigen. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass wir geschnappt werden, und die Arbeit der Kirche wird nicht ruiniert. Wenn wir es vermeiden, geschnappt zu werden, werden wir nicht zu einem Judas, und dann können wir künftig bleiben, oder nicht?‘ Gibt es nicht Antichristen, die solche Ausreden nutzen, um ihre Brüder und Schwestern in die Irre zu führen? … Wenn sie als Leiter dienen, tun sie nichts anderes, als ihrem fleischlichen Genuss zu frönen, und sie leisten keine tatsächliche Arbeit. Abgesehen von ein wenig Korrespondenz, die sie mit verschiedenen Kirchen führen, tun sie nichts. Sie verstecken sich irgendwo und treffen sich mit niemandem, bleiben völlig abgeschottet, und die Brüder und Schwestern wissen nicht einmal, wer ihr Leiter ist – so groß ist ihre Angst. Ist es also nicht richtig zu sagen, dass sie nur dem Namen nach Leiter sind? (Ja.) Sie leisten als Leiter keine tatsächliche Arbeit; ihnen geht es nur darum, sich selbst zu verstecken. Wenn andere sie fragen: ‚Wie ist es, ein Leiter zu sein?‘, sagen sie: ‚Ich bin unglaublich beschäftigt, und um meiner Sicherheit willen muss ich ständig umziehen. Dieses Umfeld ist so beunruhigend, dass ich mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren kann.‘ Sie haben ständig das Gefühl, dass sie von vielen Augen beobachtet werden, und wissen nicht, wo sie sich sicher verstecken können. Außer sich zu verkleiden, sich an verschiedenen Orten zu verstecken und nirgendwo länger zu bleiben, leisten sie den ganzen Tag keine tatsächliche Arbeit. Gibt es solche Leiter? (Ja.) Nach welchen Grundsätzen richten sie sich? Diese Menschen sagen: ‚Ein schlauer Hase hat drei Bauten. Um sich vor einem Raubtier zu schützen, muss ein Hase drei Bauten vorbereiten, in denen er sich verstecken kann. Wenn eine Person in Gefahr gerät und fliehen muss, aber keinen Ort hat, an dem sie sich verstecken kann, ist das akzeptabel? Wir müssen von den Hasen lernen! Gottgeschaffene Tiere haben diese Überlebensfähigkeit, und die Menschen sollten von ihnen lernen.‘ Seit sie eine Führungsrolle übernommen haben, haben sie diese Glaubenslehre erkannt und glauben sogar, sie hätten die Wahrheit verstanden. In Wirklichkeit haben sie wahnsinnige Angst. Sobald sie hören, dass ein Leiter der Polizei gemeldet wurde, weil seine Unterkunft nicht sicher war, oder dass ein Leiter von Spionen des großen roten Drachen ins Visier genommen wurde, weil er zu oft seine Unterkunft verließ, um seine Pflicht auszuführen, und mit zu vielen Menschen Kontakt hatte, und dass diese Person schließlich verhaftet und verurteilt wurde, bekommen sie sofort Angst. Sie denken: ‚Oh nein, werde ich als Nächstes verhaftet? Ich muss daraus lernen. Ich sollte nicht zu aktiv sein. Wenn die Möglichkeit besteht, einige Arbeiten der Kirche zu vermeiden, werde ich sie nicht tun. Wenn die Möglichkeit besteht, zu vermeiden, mich blicken zu lassen, werde ich es nicht tun. Ich werde meine Arbeit auf das geringstmögliche Maß beschränken, nicht vor die Tür gehen, den Kontakt zu anderen meiden und sicherstellen, dass niemand weiß, dass ich ein Leiter bin. Wer kann es sich heutzutage leisten, sich um andere zu kümmern? Es ist schwer genug, einfach nur zu überleben!‘ Außer eine Tasche herumzutragen und sich zu verstecken, leisten sie, seit sie die Rolle eines Leiters übernommen haben, keine Arbeit. Sie sind immer auf der Hut, leben in ständiger Angst, verhaftet und verurteilt zu werden. Angenommen, sie hören jemanden sagen: ‚Wenn du geschnappt wirst, wirst du getötet! Wenn du kein Leiter wärst, wenn du nur ein gewöhnlicher Gläubiger wärst, könntest du vielleicht mit einer kleinen Geldstrafe davonkommen, aber da du ein Leiter bist, ist das schwer zu sagen. Es ist zu gefährlich! Einige Leiter oder Mitarbeiter, die gefasst wurden, starben lieber als Informationen preiszugeben und wurden von der Polizei zu Tode geprügelt.‘ Sobald sie hören, dass jemand zu Tode geprügelt wurde, wächst ihre Angst, und sie fürchten sich noch mehr davor, zu arbeiten. Jeden Tag denken sie nur darüber nach, wie sie es vermeiden können, geschnappt zu werden, wie sie es vermeiden können, sich blicken zu lassen, wie sie es vermeiden können, überwacht zu werden, und wie sie den Kontakt zu ihren Brüdern und Schwestern meiden können. Sie zerbrechen sich den Kopf über diese Dinge und vergessen völlig ihre Pflichten. Sind solche Menschen treu? Können solche Menschen irgendeine Arbeit erledigen? (Nein, das können sie nicht.)“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott hat aufgedeckt, dass Antichristen an Gott glauben, um Segnungen zu erlangen. Sie halten ihre eigenen Interessen und ihre Sicherheit für wichtiger als alles andere. Sobald sie in eine gefährliche Situation geraten, rennen Antichristen weg und verstecken sich, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, und sie schieben ihre Pflichten beiseite und vernachlässigen sie. Als ich sah, wie Gott diese Äußerungsformen eines Antichristen aufgedeckt hatte, dachte ich an meinen eigenen Zustand in jener Zeit. Anfangs, als die Lage noch nicht so gefährlich war, konnte ich meine Brüder und Schwestern noch aktiv dabei leiten, das Evangelium zu predigen, und meine Arbeit erzielte auch einige Ergebnisse. Als die Kirche jedoch massiven Verhaftungen ausgesetzt war und ich von einem Judas verraten wurde, machte ich mir Sorgen, dass ich, wenn ich verhaftet und zu Tode geprügelt würde, kein gutes Ende oder keinen guten Bestimmungsort haben würde. Um mich selbst zu schützen, verbrachte ich den ganzen Tag damit, darüber nachzudenken, wie ich mich schützen könnte, ohne die Arbeit gewissenhaft nachzuverfolgen. Die Textarbeit brachte schon seit mehreren Monaten keine Ergebnisse mehr, und ich hatte mich nicht ernsthaft darum bemüht, herauszufinden, wo die Probleme lagen oder wie man sie lösen konnte. Außerdem hatte ich die Arbeit der Kirche von Chengnan nicht gewissenhaft nachverfolgt. Ich hatte nicht erkannt, dass die falsche Leiterin keine echte Arbeit leistete, und hatte sie nicht rechtzeitig entlassen. Das hatte zur Folge, dass verschiedene Arbeiten in der Kirche behindert wurden. Aus Angst vor einer Verhaftung und einer harten Strafe hatte ich sogar angefangen zu bereuen, dass ich überhaupt die Pflicht einer Leiterin übernommen hatte. Bei all diesen Gedanken wurde mir endlich klar, dass all die Jahre, in denen ich meine Pflicht getan, Mühsal ertragen und mich aufgewandt hatte, nur auf dem Fundament aufbauten, Segnungen und Vorteile zu erlangen. Jetzt, da es in vielen Kirchen zu Verhaftungen kam, wurden für die Kirchenarbeit dringend Leute gebraucht, die mitwirkten. Vor allem in der Kirche von Chengnan, für die ich verantwortlich war, gab es viele Neulinge, die noch kein festes Fundament auf dem wahren Weg hatten. Wegen der drohenden Verfolgung und Verhaftung durch den großen roten Drachen waren sie furchtsam und hatten Angst, sich zu versammeln; sie brauchten dringend Unterstützung und Bewässerung. Einige Kirchenleiter und Mitarbeiter waren verhaftet worden, und es gab niemanden mehr, der bei der Arbeit mitwirkte. Außerdem mussten dringend Neuwahlen abgehalten werden. Als Predigerin sollte ich Verantwortung übernehmen und in dieser Zeit auf Gottes Absichten Rücksicht nehmen. Genau wie Gott sagt: „Dass Gottes Vertraute in der Lage sind, Ihm direkt zu dienen, liegt daran, dass ihnen Gottes großer Auftrag und Gottes Last gegeben worden sind, sie in der Lage sind, sich Gottes Herz zu eigen zu machen und Gottes Last als ihre eigene zu betrachten, und nicht an ihre Zukunftsaussichten denken: Sogar wenn sie keine Aussichten haben und wahrscheinlich nichts gewinnen, werden sie immer mit einem liebenden Herzen an Gott glauben. Und so ist eine solche Person Gottes Vertrauter(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Wie man im Einklang mit Gottes Absichten dient). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass diejenigen, die Gott wirklich treu sind, nicht an ihre eigene Sicherheit oder ihre Zukunftsaussichten denken. Stattdessen behandeln sie alles, was Gott als dringlich erachtet, ebenfalls als dringlich, und je gefährlicher die Lage ist, desto mehr überlegen sie, wie sie ihre Pflicht gut ausführen, schwächere Brüder und Schwestern unterstützen und die Kirchenarbeit richtig schützen können. Als ich mich jedoch in einer gefährlichen Lage befand, die mein Leben, mein Ende und meinen Bestimmungsort betraf, hatte ich meine Pflicht beiseitegeschoben und sogar bereut, Leiterin zu sein. Obwohl es nach außen hin nicht so aussah, als hätte ich das Handtuch geworfen, war ich mit Herz und Verstand einfach nicht bei meiner Pflicht. Es waren viele Mängel in der Arbeit aufgetreten, aber ich hatte es nicht bemerkt. Ich hatte keine echte Arbeit geleistet! Heute hat Gott mich dazu erhoben, die Pflichten einer Leiterin zu übernehmen, in der Hoffnung, dass ich diese Verantwortung übernehmen und die Kirchenarbeit gut erledigen kann, und damit er mir durch die Ausführung dieser Pflicht verschiedene Aspekte der Wahrheit vermitteln kann. Doch um mich selbst zu schützen, hatte ich nicht nur bei meiner Pflicht keine Treue gezeigt, sondern die Arbeit sogar noch behindert. Wo war da noch ein Funken Gewissen? Früher dachte ich immer, weil ich schon so viele Jahre an Gott glaubte, ich meiner Familie entsagen und auf fleischliche Freuden verzichten konnte, sowie bei meiner Pflicht Mühsal ertrug und einen Preis zahlte, könnte man mich als jemanden betrachten, der wirklich an Gott glaubte und nach der Wahrheit strebte. Doch nun hatte mir die Offenbarung durch diese Umstände endlich meine tatsächliche Größe klar vor Augen geführt. Ich trat im Gebet vor Gott: „Lieber Gott, als ich erfuhr, dass ich von einem Judas verraten wurde, lebte ich in einem Zustand der Selbsterhaltung. Ich war bei meiner Pflicht nicht gewissenhaft und behinderte die Arbeit. Ich fühle mich sehr schuldig und mache mir Vorwürfe. Lieber Gott, ich habe erkannt, dass ich selbstsüchtig und verachtenswert bin, und ich möchte nicht länger in diesem Zustand leben. Von nun an möchte ich meinen Zustand anpassen und meine Arbeit gut machen. Mögest du mich führen.“ Nach diesem Gebet fühlte sich mein Herz etwas ruhiger an. Ich besprach sofort mit Wang Hui, wie wir die Probleme in unserer Arbeit lösen konnten. Zuerst gingen wir dem Bericht aus der Kirche von Chengnan nach und entließen die falsche Leiterin gemäß den Grundsätzen. Was die Textarbeit betraf, so fand ich heraus, dass sie deshalb keine guten Ergebnisse brachte, weil die Mitarbeiter in der Textarbeit undiszipliniert waren, bei der Ausführung ihrer Pflichten keine Bürde trugen und zudem nicht harmonisch zusammenarbeiteten. Später hielt ich mit dem Verantwortlichen über dieses Problem Gemeinschaft und löste es. Nach einer Phase der Beaufsichtigung und Nachverfolgung begannen sich die Ergebnisse der Textarbeit zu verbessern. Als ich das sah, musste ich unweigerlich denken, dass sich die Arbeit nicht so lange verzögert hätte, wenn ich bei meiner Pflicht schon früher gewissenhafter gewesen wäre. Ich fühlte mich noch schuldiger, machte mir noch größere Vorwürfe und nahm mir innerlich fest vor, meine Pflicht in Zukunft ordnungsgemäß zu erfüllen.

Eines Tages im Februar 2024 erhielt ich eine Nachricht von den Brüdern und Schwestern, in der es hieß, Wen Xi sei erneut verhaftet worden und habe einige Details über mich verraten, woraufhin der große rote Drache wieder ein Phantombild von mir anfertigen ließ. Ein paar Tage später erfuhr ich, dass Schwester Yang Shuo, die uns in letzter Zeit gefahren hatte, von der Polizei verhaftet worden war. All diese Schreckensmeldungen so kurz nacheinander zu hören, ließ mich wie auf glühenden Kohlen sitzen. Die übliche Taktik des großen roten Drachen ist es, jemanden vor einer Verhaftung erst eine Zeit lang zu beschatten und zu überprüfen. Erst wenn sich die Beamten bei ihrem Ziel sicher sind, schlagen sie zu. Noch kurz zuvor hatte uns Yang Shuo zweimal im Auto mitgenommen. Wenn die Polizei sie vor ihrer Verhaftung beschattet hatte, fanden dann unsere letzten paar Umzüge direkt vor den Augen der Polizei statt? Jetzt, da Yang Shuo verhaftet worden war und Wen Xi einige Details über mich verraten hatte, würde die Polizei mich bei einer Verhaftung sicherlich foltern. Und falls ich zu Tode geprügelt würde, wären dann nicht all meine Hoffnungen auf Errettung dahin? Je mehr ich darüber nachdachte, desto besorgter wurde ich, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich in dieser Situation in meinem Zeugnis standhaft bleiben konnte. Nach dem Gebet wurde ich innerlich etwas ruhiger. Ich erinnerte mich an einige von Gottes Worten, die ich damals gelesen hatte, und suchte sie heraus, um sie zu lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wie kamen jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar zu Tode gebracht – so starben sie den Märtyrertod. … Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke des Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; das heißt, seiner Verantwortung nachzukommen. Als Satan sie bedrohte und terrorisierte und sie am Ende sogar mit ihrem Leben bezahlen ließ, kündigten sie ihre Verantwortung nicht auf. Das heißt, seine Pflicht bis zum Äußersten zu erfüllen. Was meine Ich damit? Meine Ich, ihr sollt dieselbe Methode anwenden, um Gott zu bezeugen und Sein Evangelium zu verkünden? Das musst du nicht unbedingt tun, aber du musst verstehen, dass das deine Verantwortung ist, dass du es als etwas annehmen solltest, zu dem du verpflichtet bist, wenn Gott es von dir benötigt. Die Menschen von heute tragen Angst und Sorge in sich, aber welchen Zweck erfüllt diese Sorge? Wenn Gott nicht von dir benötigt, das zu tun, ist es völlig ohne Belang, ob du dir Sorgen machst oder nicht. Wenn Gott von dir benötigt, das zu tun, solltest du dich nicht vor dieser Verantwortung drücken oder sie ablehnen; du solltest von dir aus aktiv mitwirken und sie annehmen – sich Sorgen zu machen, nützt hier nichts. Egal, wie man stirbt, man sollte nicht in der Gegenwart Satans sterben, man sollte nicht in seinen Händen sterben. Wenn einer sterben muss, sollte er in Gottes Händen sterben. Die Menschen sind von Gott gekommen, und zu Gott kehren sie zurück – diese Vernunft und Haltung sollte ein geschaffenes Wesen besitzen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verspürte ich ein Gefühl der Befreiung. Die Jünger des Herrn Jesus wurden verfolgt, weil sie Gottes Evangelium verbreiteten. Einige wurden von fünf Pferden in Stücke gerissen, andere wurden zu Tode gesteinigt, wieder andere wurden enthauptet, und manche wurden kopfüber gekreuzigt. Sie kehrten dem Predigen des Evangeliums trotz der Verfolgung niemals den Rücken, und bis zu ihrem Tod verleugneten sie Gottes Namen nicht: Mit ihrem Leben legten sie ein kraftvolles Zeugnis für Gott ab. In den Augen der Menschen mochten ihre Körper zwar gestorben sein, doch ihre Seelen waren zu ihrem Schöpfer zurückgekehrt. Ich dachte an die Worte des Herrn Jesus: „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 10,39). Die Worte des Herrn Jesus sind sehr klar. Wenn du dein Leben aufgrund des Glaubens an Gott oder bei der Ausführung deiner Pflicht verlierst, stirbt zwar dein Fleisch, doch deine Seele wird durch Gott errettet werden, und du wirst das wahre Leben erlangen. Als geschaffenes Wesen sollte ich mich den von Gott arrangierten Umständen bedingungslos unterwerfen. Sollte Gott zulassen, dass ich vom großen roten Drachen verhaftet werde, sollte ich mein Leben hingeben, um in meinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben und meine Verantwortung als geschaffenes Wesen zu erfüllen. Selbst wenn der große rote Drache mich tatsächlich zu Tode foltern würde, wäre das ein Zeugnis, das Satan beschämt. Es wäre von großem Wert und großer Bedeutung. Würde ich jedoch so weitermachen wie bisher, ein unwürdiges Dasein fristen und nur versuchen, meine eigene Haut zu retten, dann würde ich, selbst wenn ich mein Fleisch schützte, meine Verantwortung als geschaffenes Wesen nicht erfüllen und kein Zeugnis für Gott ablegen. Dann hätte ich die Gelegenheit auf Errettung wirklich verspielt. Als ich das verstanden hatte, war ich nicht mehr furchtsam und verängstigt. Noch war ich vom großen roten Drachen nicht verhaftet worden und hatte weiterhin die Gelegenheit, meine Pflicht zu tun, also sollte ich diese auch gewissenhaft ausführen. Insbesondere aufgrund der Verhaftungen der letzten Tage hatte sich die Arbeit einiger Kirchen noch nicht vollständig erholt. Einige Brüder und Schwestern lebten noch immer in Negativität und Schwäche, und der große rote Drache verhaftete noch immer hartnäckig Brüder und Schwestern. Ich sollte all meine Kraft dafür aufwenden, mit meinen Brüdern und Schwestern über Gottes Absichten Gemeinschaft zu halten, damit sich jeder auf Gott verlassen, seine Pflichten gut tun und in seinem Zeugnis standhaft bleiben konnte. Bei diesem Gedanken fühlte ich mich erleuchtet. Danach betete ich zu Gott und widmete mich bewusst mit ganzem Herzen meinen Pflichten. Was die Probleme in der Kirchenarbeit betraf, so besprach ich sie mit Wang Hui und hielt mit ihm Gemeinschaft darüber, um sie zu lösen. Und ich schrieb Briefe, um einzeln mit jenen Kirchen Gemeinschaft zu halten, deren Arbeit keine guten Ergebnisse brachte. Nach einer Weile zeigten die verschiedenen Arbeitsaufgaben einige Verbesserungen, was mich zutiefst erfüllte. Gott sei Dank!

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