39. Ich fühle mich nicht mehr minderwertig

Von Debra, Vereinigten Staaten

Schon als Kind war ich schüchtern und galt als begriffsstutzig. Meine ganze Familie sagte, ich sei nicht klug, sondern mental träge. Außerdem bin ich sprachlich überhaupt nicht begabt, weshalb ich schnell nervös wurde, wenn ich vor vielen Leuten sprechen musste. Sobald ich nervös wurde, war mein Kopf wie leergefegt, also schwieg ich meistens. Wenn in der Schule der Lehrer eine Frage stellte, meldeten sich meine Klassenkameraden begeistert, aber ich traute mich nicht, mich freiwillig zu melden, selbst wenn ich die Antwort wusste. Ich wartete einfach passiv darauf, dass der Lehrer mich aufrief, oder antwortete still für mich im Kopf. Meine Familie und Freunde sagten alle, ich sei begriffsstutzig und ungeschickt im Reden. Mein Vater erzählte mir auch oft die Geschichte von den langsameren Vögeln, die vor den anderen losfliegen müssen, um ihre mangelnden Fähigkeiten wettzumachen. Mit der Zeit kam auch bei mir das Gefühl auf, etwas „langsamer“ zu sein, und ich hielt nichts, was ich tat, für gut genug, um es anderen zu zeigen. Deshalb zog ich mich ziemlich in mich zurück. Als ich anfing, an Gott zu glauben, sah ich, wie freundlich meine Brüder und Schwestern waren, und hatte das Gefühl, bei ihnen eine Familie gefunden zu haben. Ich öffnete mich ihnen auch und sprach mit ihnen über meinen Zustand und meine Schwierigkeiten. Alle haben mir geholfen und mich ermutigt, wodurch ich mich weniger eingeschränkt fühlte. Mein Herz war befreit und voller Freude. Trotzdem fühlte ich mich immer noch sehr eingeschränkt, wenn ich vor vielen Leuten sprechen sollte. Es gab ein paar Versammlungen mit vielen Teilnehmern, und als ich an der Reihe war, Gemeinschaft zu halten, wurde ich so nervös, dass ich anfing zu zittern. Meine Gedanken gerieten völlig durcheinander und ich verhaspelte mich. Mehrere Schwestern hoben den Kopf und sahen mich an, woraufhin ich verlegen lächelte. In diesem Moment schoss mir die Scham ins Gesicht, und ich wäre am liebsten im Boden versunken. Ich dachte bei mir: „Was denken meine Brüder und Schwestern von mir? Halten sie mich für völlig unbrauchbar? Ich sollte in Zukunft wohl besser weniger reden und es den Brüdern und Schwestern mit gutem Kaliber überlassen, mehr Gemeinschaft zu halten.“ Danach hielt ich bei Versammlungen, wenn viele Leute da waren, dann immer als Letzte Gemeinschaft und manchmal auch gar nicht. Nur wenn wenn nur wenige Leute da waren, traute ich mich, in einfachen Worten Gemeinschaft zu halten – oder vor Brüdern und Schwestern, die ich gut kannte. Manchmal erzielte ich bei meiner Pflicht gute Ergebnisse, und die Verantwortliche bat mich, meine Methoden und Vorgehensweisen vorzustellen, damit alle daraus lernen und sie als Anregung nutzen konnten. Aber sobald ich daran dachte, über etwas vor vielen Brüdern und Schwestern sprechen zu müssen, bekam ich große Angst. Ich machte mir Sorgen, dass ich dann nervös werden und nur wirres Zeug reden würde – wie peinlich das wäre! Ich lehnte immer wieder mit der Begründung ab, dass ich keine besonderen Vorgehensweisen verwendete. Später dachte ich darüber nach, warum ich jedes Mal Angst bekam und zurückschreckte, wenn ich vor vielen Leuten sprechen sollte.

Einmal las ich die Worte Gottes: „Es gibt einige Menschen, die von Kindheit an im Denken langsam, unartikuliert und unscheinbar sind, weshalb sich andere in ihren Familien und in der Gesellschaft negativ über sie äußern. Zum Beispiel sagen die Leute: ‚Dieses Kind ist ein Dummkopf, es reagiert langsam auf Dinge und ist ungeschickt im Reden. Schau dir das Kind von der Person an, wie es mit seinen süßen Worten die Leute bezaubert. Wenn dieses Kind Leute trifft, weiß es nicht, was es sagen oder wie es die Leute glücklich machen soll, und wenn es etwas falsch macht, weiß es nicht, wie es sich erklären oder rechtfertigen soll. Dieses Kind ist ein Idiot.‘ Seine Eltern sagen das, und seine Verwandten, Freunde und Lehrer tun es auch. Dieses Umfeld übt unmerklich einen gewissen Druck auf solche Personen aus, was dazu führt, dass sie unbewusst eine bestimmte Denkweise entwickeln. Was für eine Denkweise? Sie denken, dass sie unattraktiv sind und dass niemand ihr Aussehen mag, dass sie in der Schule keine guten Noten bekommen und langsam reagieren; sie schämen sich immer, den Mund aufzumachen und zu sprechen, wenn sie andere sehen, und es ist ihnen zu peinlich, sich zu bedanken, wenn Leute ihnen etwas geben. Sie denken bei sich: ‚Warum bin ich nur so ungeschickt im Reden? Warum sind andere Leute so redegewandt? Ich bin einfach dumm!‘ Unterbewusst halten sie sich für äußerst wertlos, sind aber dennoch nicht bereit, anzuerkennen, dass sie so wertlos sind, so dumm sind. In ihren Herzen fragen sie sich oft: ‚Bin ich wirklich so dumm? Bin ich wirklich so unbeliebt?‘ Ihre Eltern mögen sie nicht, ebenso wenig wie ihre Geschwister, ihre Lehrer oder ihre Klassenkameraden. Und von Zeit zu Zeit sagen ihre Familienmitglieder, ihre Verwandten und Freunde über sie: ‚Er ist klein, seine Augen und seine Nase sind klein, und mit so einem Aussehen wird er es zu nichts bringen, wenn er erwachsen ist.‘ In einem solchen Umfeld akzeptieren und anerkennen sie nach anfänglichem inneren Widerstand allmählich ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Mängel, doch gleichzeitig entsteht in den Tiefen ihres Herzens ein negatives Gefühl. Wie nennt man dieses Gefühl? Minderwertigkeit. Menschen, die sich minderwertig fühlen, sehen nur ihre eigenen Mängel und nicht ihre Stärken; sie haben immer das Gefühl, unattraktiv und unbeliebt zu sein, dass ihr Verstand nicht scharf ist, ihre Reaktionen langsam sind und sie unfähig sind, Menschen zu durchschauen. Kurz gesagt, sie fühlen sich völlig unzulänglich. Diese Denkweise der Minderwertigkeit gewinnt allmählich die Oberhand in deinem Herzen und wird zu einem unerschütterlichen Gefühl, das dein Herz umschlingt. Nachdem du erwachsen geworden und in die Welt hinausgegangen bist oder geheiratet und deine Karriere aufgebaut hast, beeinflusst und kontrolliert dich dieses Gefühl der Minderwertigkeit, das dir seit deiner Kindheit in deiner Erziehung eingepflanzt wurde, ungeachtet deiner gesellschaftlichen Identität und deines Status immer noch und gibt dir das Gefühl, in jeder Hinsicht schlechter zu sein als andere(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Die Worte Gottes passten genau auf meinen Zustand. Von Kindheit an nannten mich die Leute in meinem Umfeld ungeschickt im Reden und begriffsstutzig. Auch meine Familie sagte oft: „Schau mal, wie klug deine ältere Schwester ist. Aber so wie du bist, wirst du dich nirgendwo einfügen können …“ Allmählich fühlte ich mich immer mehr so, als sei ich weniger klug als andere, und entwickelte einen Minderwertigkeitskomplex. Von meiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter hinein dachte ich nie, dass ich irgendwelche Stärken hätte: Ich kann mich nicht gut ausdrücken und bin auch körperlich nicht belastbar, weshalb ich nervös wurde, wenn ich vor vielen Leuten sprach. Und obendrein hatte ich eine etwas lange Leitung, also redete ich nicht oft und beteiligte mich an wenig. Nachdem ich zum Glauben an Gott gekommen war, hatte ich oft Angst, dass meine Brüder und Schwestern auf mich herabschauen würden, weil ich mich nicht gut ausdrücken konnte, und versuchte, so wenig wie möglich zu sagen, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Bei der Gemeinschaft in den Versammlungen hielt ich mich sehr zurück, weigerte mich, über meine Erkenntnisse aus der Pflichtausführung zu sprechen und zog es ständig vor, mich zurückzuziehen. Gelenkt von Minderwertigkeitsgefühlen, verpasste ich viele Gelegenheiten, die Wahrheit zu erlangen, und konnte nicht einmal die Pflichten tun, zu denen ich eigentlich fähig gewesen wäre. Ich hielt mein Leben für erbärmlich, also wollte ich die Wahrheit suchen, um dieses Problem zu lösen.

Eines Tages las ich die Worte Gottes: „Dein Herz ist von diesem Minderwertigkeitsgefühl erfüllt, und dieses Gefühl umgibt dich bereits seit langem, es ist kein zeitweiliges Gefühl. Es ist vielmehr so, dass es die Gedanken aus dem tiefen Inneren deiner Seele streng kontrolliert, es verschließt fest deine Lippen. Daher spielt es keine Rolle, wie richtig dein Verständnis der Dinge ist oder welche Ansichten und Meinungen du zu den Menschen, Ereignissen und Dingen hast – du traust dich nur, dir Gedanken darüber zu machen und im Herzen Überlegungen anzustellen, und wagst nie, dich laut zu äußern. Unabhängig davon, ob andere dem, was du sagst, vielleicht zustimmen oder ob sie dich korrigieren und kritisieren, du wagst es nicht, einem solchen Ergebnis ins Auge zu sehen. Warum ist das so? Weil dein Minderwertigkeitsgefühl in dir ist und dir sagt: ‚Tu das nicht, du kannst es einfach nicht. Du hast kein solches Kaliber, du verfügst nicht über diese Art von Wirklichkeit, du solltest das nicht tun, so bist du einfach nicht. Tu jetzt nichts und denk jetzt an nichts. Du wirst nur der sein, der du wirklich bist, wenn du dich unterlegen fühlst. Du bist nicht qualifiziert, nach der Wahrheit zu streben oder dein Herz zu öffnen und zu sagen, was du willst und mit anderen in Beziehung zu treten, so wie andere Leute es tun. Und der Grund dafür ist, dass du nutzlos bist, du bist nicht so gut wie sie.‘ Dieses Minderwertigkeitsgefühl lenkt das Denken in den Köpfen der Menschen; es hält sie davon ab, den Verpflichtungen gerecht zu werden, denen ein normaler Mensch nachkommen sollte, und davon, das Leben normaler Menschlichkeit zu leben, das sie leben sollten. Dabei lenkt es auch die Wege und Mittel und die Richtung und die Ziele dessen, wie sie Menschen und Dinge betrachten, wie sie sich verhalten und wie sie handeln. … An diesen spezifischen Äußerungsformen und Offenbarungen können wir erkennen, dass, sobald diese eine negative Emotion – das Minderwertigkeitsgefühl – anfängt zu wirken und Wurzeln in den Tiefen der menschlichen Herzen geschlagen hat, es sehr schwer für solche Leute sein wird, sie herauszureißen und sich von ihrer Einschränkung zu befreien, wenn sie nicht nach der Wahrheit streben; diese Emotion wird sie bei allem, was sie tun, einschränken. Auch wenn man diese Emotion nicht als verdorbene Disposition bezeichnen kann, hat sie bereits eine schwerwiegende negative Auswirkung auf die Menschen gehabt; sie unterdrückt gnadenlos ihre Menschlichkeit und wirkt sich extrem negativ auf die verschiedenen Emotionen und die Sprache und Handlungen ihrer normalen Menschlichkeit aus. Diese Folgen sind sehr schwerwiegend. Im Kleinen wirkt sie sich auf die Persönlichkeit der Menschen aus, auf ihre Vorlieben und Ambitionen; im Großen wirkt sie sich auf ihre Ziele und ihre Richtung im Leben aus. Von den Ursachen dieser Emotion der Minderwertigkeit, der Entwicklung und den Folgen, die sie für einen Menschen nach sich zieht, her gesehen – unter welchem Aspekt man sie auch betrachtet, ist sie nicht etwas, das die Menschen loslassen sollten? (Doch.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Als ich mich mit Gottes Worten verglich, erkannte ich den Schaden, den ein Leben gefangen in Minderwertigkeitsgefühlen anrichtet. Sich minderwertig zu fühlen, ist mehr als nur ein Gefühl: Es beeinflusst auch direkt das eigene Verhalten und Handeln; es fesselt und bindet einen. Seit meiner Kindheit sagten alle um mich herum, ich sei begriffsstutzig und ungeschickt im Reden. Mein Vater erzählte mir auch oft die Geschichte von den langsameren Vögeln, die vor den anderen losfliegen müssen, um ihre mangelnden Fähigkeiten wettzumachen. Nach und nach dachte ich, ich sei von Natur aus „langsamer“ als andere, weshalb ich oft schwieg und mich nicht einmal traute, bei Dingen, zu denen ich fähig gewesen wäre, die Initiative zu ergreifen. Dass Brüder und Schwestern zusammenkommen, um über ihr Verständnis und ihre Erkenntnis von Gottes Worten Gemeinschaft zu halten, sollte eigentlich etwas Positives sein. Aber ich hatte ständig das Gefühl, schlecht im Reden zu sein, und befürchtete, meine Brüder und Schwestern würde auf mich herabsehen, wenn ich mich nicht gut ausdrückte, also traute ich mich nicht, das Wort zu ergreifen und unbefangen Gemeinschaft zu halten. Manchmal traute ich mich nicht einmal dann, Gemeinschaft zu halten, wenn ich etwas Licht und Verständnis bezüglich Gottes Worten hatte. Wenn man bei seiner Pflicht einige Ergebnisse erzielt, geschieht das eigentlich durch die Erleuchtung und Führung des Heiligen Geistes, und man sollte darüber sprechen, damit mehr Brüder und Schwestern davon profitieren können. Ich fühlte mich jedoch minderwertig und machte mir Sorgen, dass es für mich peinlich werden würde, wenn ich nervös werde und mich nicht gut ausdrücke. Stattdessen entschied ich mich für die Flucht und verpasste so eine Gelegenheit zum Praktizieren. Ich war in allem, was ich tat oder sagte, von Minderwertigkeitsgefühlen gebunden und eingeschränkt. Ich konnte nicht von mir aus die Initiative ergreifen, um eine Last auf mich zu nehmen, und machte keinerlei Fortschritte in meinem Lebenseintritt. Als ich den Schaden erkannte, den ein Leben gefangen in Minderwertigkeitsgefühlen anrichtete, betete ich zu Gott: „Lieber Gott, Minderwertigkeitsgefühle haben mich von meiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter ständig gefesselt. Nachdem ich angefangen habe, an Dich zu glauben, wurde ich immer noch von ihnen eingeschränkt und konnte meine Pflicht nicht erfüllen. Ich möchte nicht weiter gefangen in Minderwertigkeitsgefühlen leben; ich möchte das ändern. Mögest Du mir helfen, mich von den Fesseln dieser negativen Gefühle zu befreien.“

Später las ich die Worte Gottes: „Wie kannst du dich also richtig einschätzen und kennen und dich von dieser Emotion der Minderwertigkeit losreißen? Du solltest Gottes Worte als Grundlage nehmen, um dich selbst zu erkennen – versuche zu erkennen, wie deine Menschlichkeit ist, wie dein Kaliber und deine Talente tatsächlich sind und welche Stärken du hast. Nimm beispielsweise an, dass du früher gerne und gut gesungen hast. Doch einige Menschen haben dich ständig kritisiert und herabgesetzt und gesagt, dass du unmusikalisch bist und keinen Ton triffst, sodass du der Meinung bist, dass du nicht gut singen kannst und dich nicht mehr traust, es vor anderen zu tun. Diese weltlichen Menschen, diese wirrköpfigen Menschen und diese mittelmäßigen Menschen haben dich falsch bewertet und falsche Urteile über dich getroffen, was die Rechte, die deiner Menschlichkeit gebühren, einschränkt und dein Talent unterdrückt. Als Folge davon traust du dich noch nicht einmal mehr, ein Lied zu singen. Du bist nur mutig genug, laut zu singen und dich gehen zu lassen, wenn du ganz allein bist. Genau weil du dich normalerweise so furchtbar unterdrückt fühlst, wagst du es nicht, ein Lied zu singen, wenn du nicht allein bist; du wagst es nur zu singen, wenn du allein bist, und genießt die Zeit, in der du laut und deutlich singen kannst – was für eine wunderbare, befreiende und erlösende Zeit das ist! Das stimmt doch, oder? Aufgrund des Schadens, den Menschen dir zugefügt haben, weißt du nicht, wozu du eigentlich imstande bist, worin du gut bist und worin du nicht gut bist, noch kannst du diese Dinge klar erkennen. In einer solchen Situation musst du anhand von Gottes Worten eine angemessene Bewertung deiner selbst vornehmen und dich richtig einschätzen. Du solltest ermitteln, was du erlernt hast und worin deine Stärken liegen, und tun, wozu du imstande bist; was die Dinge betrifft, zu denen du nicht imstande bist, sprich, deine Mängel und Unzulänglichkeiten, so solltest du über sie nachdenken und sie erkennen, und du solltest auch genau abschätzen und wissen, wie dein Kaliber ist und ob es gut oder schlecht ist. Wenn du deine eigenen Probleme nicht verstehen kannst bzw. keine klare Erkenntnis über sie hast, dann bitte die Menschen mit dem nötigen Verständnis in deinem Umfeld, eine Beurteilung von dir vorzunehmen. Es spielt keine Rolle, ob das, was sie sagen, zutrifft. Es wird dir zumindest etwas geben, worauf du dich beziehen kannst und was es dir ermöglicht, zu einer grundlegenden Beurteilung bzw. Charakterisierung deiner selbst zu kommen. Danach kannst du das wesentliche Problem dieser negativen Emotion – deiner Emotion der Minderwertigkeit – lösen und sie allmählich hinter dir lassen. Die Emotion der Minderwertigkeit ist leicht zu beheben, wenn man sie erkennen kann, sich ihrer bewusst werden kann und nach der Wahrheit suchen kann(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). In Gottes Worten fand ich einen Weg der Praxis. Ich sollte mich nach Gottes Worten selbst einschätzen und beurteilen und mich nicht von den inkorrekten Bewertungen anderer beeinträchtigen lassen, oder zulassen, dass sie meine Selbstwahrnehmung und mein Urteil beeinflussen. Ich dachte daran, dass Gott gesagt hatte, ich könne Brüder und Schwestern, die mich gut kennen, nach ihrer Einschätzung fragen und mich dann objektiv nach Seinen Worten beurteilen. Also fragte ich einige Schwestern, die mich gut kannten. Sie sagten: „Eigentlich bist du gar nicht so nutzlos, wie du von dir behauptest. Normalerweise verstehst du doch die Grundsätze, die deine Pflicht betreffen, von alleine und kannst einiges an Erkenntnis über Gottes Worte teilen. Manchmal kannst du auch deinen Brüdern und Schwestern helfen. Du solltest dich selbst richtig einschätzen.“ Als ich die Bewertung meiner Schwestern hörte, wurde mir klar, dass ich gar nicht so schlecht war, wie ich dachte. Ich durfte nicht länger gefangen in der falschen Bewertung anderer leben und mich selbst negativ beurteilen. Tatsächlich ist es ja gar nicht so, dass ich überhaupt keine Stärken habe. Auch wenn ich von meiner Persönlichkeit her eher introvertiert bin und mich schlechter ausdrücken kann als andere, bin ich doch meistens in der Lage, gewisse Dinge klar zu erklären. Ich finde bei meiner Pflicht oft gute Wege der Praxis und kann so meinen Teil beitragen. Ich sollte mit meinen Unzulänglichkeiten rational umgehen. Wenn ich danach wieder schlecht von mir selber dachte, sagte ich mir: „Die sprachlichen Fähigkeiten eines Menschen sind von Gott bestimmt. Ich darf nicht glauben, dass ich wegen meiner Mängel in dieser Hinsicht weniger wert bin als andere, oder mich davon bei jeder Gelegenheit einschränken lassen. Ich sollte die richtige Haltung dazu haben, richtig damit umgehen und einfach mein Bestes geben, um das zu tun, was ich gut kann.“

Einmal erzählte ich einer Schwester von meinem Zustand. Sie meinte, mein Hauptproblem sei, dass mir mein Stolz zu wichtig ist und ich mir zu viele Gedanken darüber mache, was andere von mir denken. Ich suchte nach Worten Gottes, die sich auf die Lösung eines solchen Zustands beziehen, um sie zu lesen. Gottes Worte sagen: „Wenn Familienälteste dir oft sagen: ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘, dann tun sie das, damit du Wert darauf legst, ein gutes Bild von dir abzugeben, ein respektables Leben zu führen und es zu vermeiden, Dinge zu tun, die dir Schande bereiten. Führt dieser Spruch Menschen in eine positive oder negative Richtung? Kann er dich zur Wahrheit führen? Kann er dich dazu bringen, die Wahrheit zu verstehen? (Nein, das kann er nicht.) Ganz gewiss nicht! Gott verlangt von den Menschen, dass sie ehrlich sind. Wenn du eine Verfehlung begangen oder etwas falsch gemacht hast oder etwas getan hast, das sich gegen Gott auflehnt und gegen die Wahrheit verstößt, musst du über dich selbst nachdenken, deinen Fehler erkennen und deine verdorbenen Dispositionen im Detail analysieren; nur so kannst du wahre Reue erlangen und danach im Einklang mit Gottes Worten handeln. Welche Denkweise müssen die Menschen besitzen, um Ehrlichkeit zu praktizieren? Gibt es einen Konflikt zwischen der erforderlichen Denkweise und der Sichtweise, die durch die Redewendung ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘ veranschaulicht wird? (Ja.) Worin liegt der Konflikt? Der Spruch ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘ sagt den Menschen, dass sie Wert darauf legen sollen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und mehr Dinge zu tun, die sie gut dastehen lassen, anstatt schlechte oder unehrenhafte Dinge zu tun, die ihre hässliche Seite enthüllen – und dass sie es vermeiden sollen, ein Leben zu führen, das nicht achtbar oder würdevoll ist. Um des eigenen Stolzes willen, um sich selbst gut dastehen zu lassen, kann man sich selbst nicht als völlig wertlos bezeichnen, geschweige denn anderen von seiner dunklen Seite und seinen beschämenden Aspekten erzählen, denn man muss ein achtbares und würdevolles Leben führen, und um Würde zu haben, braucht man Stolz, und um Stolz zu haben, muss man sich verstellen und sich herausputzen. Steht das nicht im Widerspruch dazu, ein ehrlicher Mensch zu sein? (Ja.) Wenn du ein ehrlicher Mensch bist, hast du die Redewendung ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘ bereits aufgegeben. Wenn du ein ehrlicher Mensch sein willst, solltest du deinem Image keine Bedeutung beimessen; das Image eines Menschen ist keinen Cent wert. In der Gegenwart der Wahrheit sollte man sich selbst bloßstellen, sich nicht verstellen oder eine Fassade schaffen. Man muss vor Gott alle Tatsachen und Wahrheiten über sich selbst offenbaren, etwa was man wirklich denkt, welche Fehler man gemacht hat und auf welche Weise man gegen die Wahrheitsgrundsätze verstoßen hat, und diese Dinge auch seinen Brüdern und Schwestern offen darlegen. Man lebt nicht für seinen eigenen Stolz, sondern vielmehr dafür, ein ehrlicher Mensch zu sein, dafür, nach der Wahrheit zu streben, dafür, als ein wahres geschaffenes Wesen zu leben und dafür zu leben, Gott zufriedenzustellen und gerettet zu werden. Aber wenn du diese Wahrheit nicht verstehst und Gottes Absichten nicht verstehst, verhält es sich normalerweise so, dass die Dinge, mit denen dich deine Familie geprägt hat, in deinem Herzen vorherrschen. Wenn du also etwas falsch machst, vertuschst du es und verstellst dich und denkst dabei: ‚Ich kann niemandem davon erzählen, und ich werde auch nicht zulassen, dass irgendjemand, der davon weiß, jemandem davon erzählt. Wenn einer von euch es jemandem erzählt, werde ich denjenigen nicht ungeschoren davonkommen lassen. Mein Stolz steht an erster Stelle. Man lebt für nichts anderes als für den eigenen Stolz, der wichtiger ist als alles andere. Wenn ein Mensch keinen Stolz hat, verliert er seine ganze Würde. Du kannst also nicht ehrlich sprechen, du musst dich verstellen, musst Dinge vertuschen, andernfalls wirst du keinen Stolz oder keine Würde mehr haben, und dein Leben wird wertlos sein. Wenn niemand dich respektiert, bist du einfach wertlos, du bist einfach billiger Müll.‘ Ist es möglich, ein ehrlicher Mensch zu sein, indem man so praktiziert? Ist es möglich, sich offenzulegen und sich selbst im Detail zu analysieren? (Nein, das ist es nicht.) Wenn du das tust, hältst du dich eindeutig an den Spruch ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘, mit dem dich deine Familie geprägt hat. Wenn du diesen Spruch jedoch loslässt, um nach der Wahrheit zu streben und die Wahrheit zu praktizieren, wird er dich nicht mehr beeinflussen, und er wird nicht mehr das Motto oder der Grundsatz deiner Taten sein. Stattdessen wird das, was du tust, das exakte Gegenteil dieses Spruches ‚Menschen brauchen ihren Stolz wie ein Baum seine Rinde‘ sein. Du wirst nicht für deinen Stolz oder für deine Würde leben, sondern du wirst dafür leben, nach der Wahrheit zu streben, ein ehrlicher Mensch zu sein und danach zu streben, Gott zufriedenzustellen und als ein wahres geschaffenes Wesen zu leben. Wenn du dich an diesen Grundsatz hältst, hast du die Dinge losgelassen, die dir deine Familie eingetrichtert hat(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (12)). Als ich mich mit den Worten Gottes verglich, verstand ich, warum ich mich nie traute, mich zu öffnen oder meine eigene Meinung zu sagen. Das Hauptproblem war, dass ich unter dem Einfluss von satanischen Giften stand, wie „Menschen brauchen ihren Stolz, wie ein Baum seine Rinde“ und „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ Mir war mein Stolz wichtiger als alles andere, und ich dachte, wenn ein Mensch an Ansehen verliert, verliert er auch seine Würde. Ich bin begriffsstutzig und sprachlich nicht begabt und fühlte mich deshalb nur wie ein halber Mensch im Vergleich zu anderen: Ich fühlte mich sehr minderwertig. Ich wurde schnell nervös, wenn ich vor vielen Leuten sprach, aus Angst, dass meine Brüder und Schwestern auf mich herabschauen würden, wenn ich mich nicht gut ausdrücken könnte. Also hielt ich lieber den Mund. Wenn ich gute Methoden und Vorgehensweisen zur Pflichtausführung hatte, hätte ich diese meinen Brüdern und Schwestern mitteilen müssen – nicht nur, um ihnen zu helfen, sondern auch, um ihre Ergebnisse und ihre Effizienz bei der Pflichtausführung zu verbessern. Um jedoch mein Ansehen zu wahren, lehnte ich immer wieder ab und machte Ausflüchte. Mir wurde klar, dass ich zu viel Wert auf meinen Stolz legte und bei jeder Gelegenheit nur an mich dachte. Ich war wirklich enorm egoistisch und verachtenswert! Gottes Absicht ist es, dass die Menschen ehrlich sind und lernen, sich zu öffnen, und sogar ihre eigenen Schwächen und Mängel offenlegen; sie sollten nichts vertuschen oder sich verstellen. Nachdem ich Gottes Absicht und Seine Anforderung verstanden hatte, betete ich zu Ihm: „Lieber Gott. Ich will mich nicht ständig von meinem Stolz binden und einschränken lassen. Ich möchte meine negativen Minderwertigkeitsgefühle hinter mir lassen. Bitte führe mich, damit ich die Wahrheit praktizieren kann.“

Als ich einmal bei meiner Pflicht gute Ergebnisse erzielt hatte, bat mich die Verantwortliche bei der Arbeitszusammenfassung, darüber zu sprechen. Sobald ich daran dachte, vor so vielen Leuten Gemeinschaft zu halten, wurde mir etwas bange. Ich wollte gerade ablehnen, als mir plötzlich klar wurde, dass alle Situationen, die mir täglich begegnen, mit Gottes Erlaubnis geschehen. Gott gab mir hier eine Chance, die Wahrheit zu praktizieren, und der sollte ich mich stellen. Ich erinnerte mich an eine Passage aus Gottes Worten: „Wenn du deinen Fehlern und Schwächen erlaubst, mit dir zu koexistieren, dann erlaube ihnen, zu existieren, und selbst wenn andere deine Makel erkennen, kann das für dich sogar von Nutzen sein und dich schützen, indem es verhindert, dass du arrogant und eingebildet wirst. Natürlich erfordert es für viele Menschen Mut, ihre eigenen Fehler und Schwächen zu offenbaren. Manche Leute sagen: ‚Jeder offenbart seine eigenen Stärken und Vorzüge. Wer würde absichtlich seine eigenen Schwächen und Fehler offenbaren?‘ Es geht nicht darum, dass du sie absichtlich offenbarst, sondern darum, dass du ihnen erlaubst, offenbart zu werden. Wenn du zum Beispiel schüchtern bist und oft nervös wirst, wenn du vor vielen Leuten sprichst, kannst du die Initiative ergreifen und anderen sagen: ‚Ich werde beim Sprechen leicht nervös; ich bitte nur darum, dass alle verständnisvoll sind und keine Fehler bei mir suchen.‘ Du ergreifst die Initiative, deine Fehler und Schwächen allen zu offenbaren, damit sie verständnisvoll sein und dich tolerieren können und damit jeder dich kennenlernt. Je mehr jeder dich kennenlernt, desto ruhiger wird dein Herz sein, und desto weniger wirst du von deinen Fehlern und Schwächen eingeschränkt sein. Das wird tatsächlich für dich von Vorteil und hilfreich sein. Deine Fehler und Schwächen immer zu vertuschen, beweist, dass du nicht mit ihnen koexistieren willst. Wenn du ihnen erlaubst, mit dir zu koexistieren, musst du sie offenbaren; schäme dich nicht und sei nicht entmutigt, und fühle dich nicht anderen unterlegen oder denke, dass du nichts taugst und keine Hoffnung auf Errettung hast. Solange du nach der Wahrheit streben und deine Pflicht von ganzem Herzen, ganzer Kraft und ganzem Verstand gemäß den Grundsätzen tun kannst, und dein Herz aufrichtig ist und du Gott gegenüber nicht oberflächlich bist, dann hast du Hoffnung auf Errettung(Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Gott einen Menschen nicht wegen einiger Mängel und Probleme verurteilt. Und es bedeutet auch nicht, dass dieser Mensch weniger wert ist als andere. Gott hofft, dass wir mit unseren eigenen Mängeln richtig umgehen und einen Weg finden, mit ihnen zu leben. Wenn wir unsere Mängel vertuschen, weil wir Angst haben, dass andere auf uns herabschauen, ist das Verstellung und Trickserei. Dann werden wir bei jeder Gelegenheit eingeschränkt sein und können nicht einmal die Dinge voll zur Geltung bringen, zu denen wir eigentlich fähig sind. Ich bin von Natur aus introvertiert und werde schnell nervös, wenn ich unter vielen Menschen bin; außerdem kann ich mich nicht gut ausdrücken. Das wurde von Gott bestimmt. Ich sollte nicht ständig darüber nachdenken, wie ich beim Sprechen nicht nervös werde oder was ich gegen meine schlechte Ausdrucksfähigkeit tun kann. Ich sollte mich Gott zuwenden und es praktizieren, ein ehrlicher Mensch zu sein, indem ich genau erzähle, wie ich meine Arbeit gemacht habe und was meine Erfahrung war. Solange ich mein Bestes gebe, gute Arbeit zu leisten, reicht das. Ich betete still zu Gott: „Lieber Gott, ich will keine Rücksicht mehr auf meinen Stolz nehmen. Ich möchte dieses Gespräch nur als eine Gelegenheit nutzen, die Wahrheit zu praktizieren und ein ehrlicher Mensch zu sein. Bitte führe mich!“ Also sprach ich mit allen über meine Erfahrungen aus dieser Zeit und die Erkenntnisse, die ich bei der Pflichtausführung gewonnen hatte. Obwohl ich manchmal nervös war und nicht besonders flüssig sprach, ließ ich mich davon nicht einschränken, und mein Herz war befreit. Gottes Worte haben mich dazu gebracht, über mich nachzudenken und mich selbst zu verstehen und mich allmählich von den Fesseln und Einschränkungen meiner Minderwertigkeitsgefühle zu befreien, sodass ich meine Pflicht mit einer proaktiven und positiven Einstellung tun konnte. Dank sei Gott!

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