9. Mein Erwachen nach dem Ausschluss

Von Chongxin, China

Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn ihr ein wenig Einschränkung oder Not erleidet, ist es gut für euch; wenn man es euch leicht machte, wäret ihr ruiniert, und wie könntet ihr dann beschützt werden? Weil ihr heute gezüchtigt, gerichtet und verflucht werdet, wird euch Schutz gewährt. Weil ihr viel gelitten habt, seid ihr geschützt. Wenn nicht, wäret ihr längst in Verderbtheit gestürzt. Dies geschieht nicht, um euch die Dinge absichtlich schwer zu machen – die Natur des Menschen ist schwer zu verändern, und es muss auf diese Weise geschehen, damit seine Disposition geändert werden kann. Heute besitzt ihr nicht einmal das Gewissen oder die Vernunft, die Paulus besaß, und ihr habt noch nicht einmal seine Selbsterkenntnis. Immer muss man euch unter Druck setzen, und immer müsst ihr gezüchtigt und gerichtet werden, damit eure Geister erweckt werden. Züchtigung und Gericht sind das, was am besten für euer Leben ist. Und wenn nötig, muss die Züchtigung auch darin bestehen, dass die Tatsachen über euch kommen; erst dann werdet ihr euch völlig beugen. Eure Natur ist derart, dass ihr ohne Züchtigung und Verfluchung nicht gewillt wäret, eure Häupter zu neigen, nicht gewillt wäret, euch zu beugen. Ohne die Tatsachen vor euren Augen gäbe es keine Wirkung. Ihr seid zu gering und wertlos im Charakter! Ohne Züchtigung und Gericht wäre es schwierig für euch, erobert zu werden, und schwierig, eure Ungerechtigkeit und euren Ungehorsam zu überwinden. Eure alte Natur ist so tief verwurzelt. Wenn man euch auf den Thron setzen würde, würdet ihr euren Platz im Universum nicht kennen, geschweige denn wissen, wohin es mit euch ginge. Ihr wisst nicht einmal, wo ihr herkamt, wie also könnt ihr Kenntnis des Schöpfers besitzen? Ohne die rechtzeitige Züchtigung und die rechtzeitigen Flüche von heute wäre euer letzter Tag längst gekommen. Ganz zu schweigen von eurem Schicksal – drohte diesem nicht noch mehr unmittelbare Gefahr?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Praxis (6)). Als ich diese Passage aus Gottes Worten las, dachte ich darüber nach, wie sehr mir die Selbsterkenntnis gefehlt hatte: Ich hatte mit meiner arroganten Disposition gelebt, Böses getan und die Arbeit der Kirche gestört und war deswegen schließlich aus der Kirche ausgeschlossen worden. Obwohl ich in dieser Zeit Leid und Not litt, erfuhr ich zutiefst, dass Gottes Züchtigung und Gericht tatsächlich Liebe und auch ein großer Schutz für die Menschen sind.

2007 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt, nachdem ich über ein Jahr an Gott geglaubt hatte. Damals war ich sehr enthusiastisch, nahm aktiv an Versammlungen teil, bewässerte Neulinge und predigte jeden Tag das Evangelium. Nach einer gewissen Zeit zeigten sich in der Evangeliumsarbeit, der Bewässerungsarbeit und der Förderung von Menschen erste Erfolge. Wann immer später eine Kirche ein schlechtes Kirchenleben oder schlechte Arbeitsergebnisse hatte, bat mich die obere Leitung, dort Unterstützung zu leisten. Nachdem ich eine Weile dort gewesen war, lief die Arbeit in dieser Kirche dann wieder normal, und die Brüder und Schwestern bewunderten mich sehr dafür. Ich fühlte mich sehr stolz und lief mit erhobenem Haupt umher. Ich dachte: „Ich kann Probleme besser lösen als andere Kirchenleiter und besitze ein besseres Arbeitsvermögen. Die Kirchen, die ich unterstützte, zeigten nach einer Weile Erfolge in ihrer Arbeit, also bin ich anscheinend tatsächlich eine talentierte Leiterin in der Kirche.“ So diente ich sieben Jahre lang ununterbrochen als Kirchenleiterin. Ich war fest davon überzeugt, dass ich für die Leitung geschaffen war, und wurde deshalb immer arroganter.

Im Winter 2015 wurde Schwester Siyu und mir gemeinsam die Verantwortung für die Kirchenarbeit zugeteilt. Sie glaubte schon länger an Gott als ich und tat ihre Pflichten gewissenhaft und mit einer Bürde. Doch nach einer Weile der Zusammenarbeit fand ich, dass sie weniger Urteilsvermögen besaß und ihre Gemeinschaft über die Wahrheit schlechter war als meine, und auch bei ihren Pflichten war sie nicht so effizient. Tief in meinem Herzen schaute ich auf sie herab und dachte, dass ich – obwohl sie vorher schon verschiedene Pflichten ausgeführt hatte – trotzdem besser war als sie. Einmal hörte ich einen Bruder sagen, dass Siyu sein Problem damals nicht durchschaute und ihre Gemeinschaft wirkungslos war, als er beim Predigen des Evangeliums keine Ergebnisse erzielte. Als ich davon erfuhr, empfand ich starke Verachtung für Siyu und wies sie vor unseren Mitarbeitern lautstark zurecht: „Wie willst du denn mit so einer Gemeinschaft Probleme lösen? Wie sollen die Brüder und Schwestern da den Weg finden?“ Siyu senkte den Kopf und sagte leise: „Es lag an meiner schlechten Gemeinschaft.“ Damals war ich mir nicht nur meiner eigenen Probleme nicht bewusst, sondern war unbarmherzig und kritisierte sie weiter. Im Stillen dachte ich: „Du hast wirklich nichts vorzuweisen! Wenn du nicht wenigstens ein paar allgemeine Angelegenheiten erledigen könntest, wärst du hier völlig überflüssig!“

Im Februar 2016 fragte uns der Prediger während einer Mitarbeiterversammlung nach unserer Arbeit. Siyu antwortete zuerst, und ich war innerlich ziemlich unzufrieden: „Willst du mir etwa die Schau stehlen? Ich bin auch da und habe noch kein Wort gesagt; warum redest du schon?“ Daraufhin unterbrach ich sie, um zuerst zu sprechen. In diesem Moment sagte Siyu vor dem Prediger zu mir: „Ich fühle mich von dir eingeschränkt.“ Ich war sofort außer mir vor Wut und dachte: „Du stellst mich hier vor dem Prediger und mehreren Diakonen bloß! Damit blamierst du mich total. Wie soll ich in Zukunft in dieser Kirche noch bestehen? Was werden die anderen von mir denken?“ Wütend fuhr ich sie an: „Inwiefern schränke ich dich ein?“ Siyu traute sich nicht mehr zu sprechen. Von da an hatte ich ein Vorurteil gegen sie. Als Siyus Gemeinschaft während einer Versammlung etwas länger dauerte, wurde ich sofort wütend, unterbrach sie und sagte unzufrieden: „Komm zum Punkt! Geh nicht so ins Detail, du verschwendest nur Zeit!“ Sogar während der Mitarbeiterversammlungen kritisierte ich sie absichtlich vor mehreren Mitarbeitern, um sie zu blamieren und zu zeigen, dass ich besser war als sie. Wenn ich Abweichungen bei ihrer Pflichtausführung bemerkte, kritisierte ich sie ebenfalls. All das führte dazu, dass sie sich noch eingeschränkter fühlte. Danach nahm Siyus Beteiligung an der Gemeinschaft in den Versammlungen ab und sie achtete beim Sprechen immer auf meine Reaktionen. Wenn während meiner Abwesenheit etwas aufkam, traute sie sich nicht, Entscheidungen zu treffen. Mehrere Diakone wandten sich auch direkt an mich, um ihre Probleme zu lösen; alles in der Kirche lief über mich und ich musste die Entscheidungen treffen. Ich hatte dabei zwar ein etwas ungutes Gefühl, aber gleichzeitig dachte ich, ich würde damit die Arbeit der Kirche schützen, eine Last tragen und meine Verantwortung ernst nehmen. Außerdem hatte sich, seit ich in diese Kirche gekommen war, das Kirchenleben tatsächlich verbessert, und verschiedene Arbeitsbereiche hatten Fortschritte gemacht. Ich glaubte, dass das, was ich tat, positiv war, also dachte ich nicht weiter darüber nach. Danach machte ich weiter wie bisher, und wann immer ich bei meinen Mitarbeitern oder Brüdern und Schwestern Abweichungen in ihren Pflichten sah, trat ich von oben herab auf, tadelte und kritisierte sie. Einige Brüder und Schwestern hatten Angst vor mir und wollten sich deshalb nicht mehr versammeln. Siyu fühlte sich durch meine Einschränkungen lange Zeit unterdrückt, weinte und wollte ihre Pflicht niederlegen. Angesichts dieses Ergebnisses machte ich mir etwas Vorwürfe und erkannte, dass es nicht angemessen war, andere ständig zu tadeln und zu kritisieren. Aber dann dachte ich: „Ich stutze euch ja nur zu eurem eigenen Besten zurecht. Ich meine es doch nicht böse.“ Nach diesem Gedanken verschwand auch das letzte bisschen Selbstvorwurf aus meinem Herzen.

Im September 2016 wurde eine andere Kirche mit unserer zusammengelegt, und zwei Schwestern aus jener Kirche, Chang Qing und Zheng Lu, wurden Gruppenleiterinnen. Zu dieser Zeit mussten wir eine Leiterin für die Bewässerungsgruppe fördern. Ich besprach mich mit mehreren Diakonen über Schwester Zhao Rui. Wir waren der Meinung, dass sie zwar in der Gemeinschaft über die Wahrheit Defizite hatte, aber zuverlässig war, eine Bürde trug und echte Arbeit leisten konnte. Deshalb wollten wir sie fördern. Als Zheng Lu davon erfuhr, hatte sie Einwände. Sie war der Ansicht, dass eine andere Schwester – obwohl sie neuer im Glauben und jünger war – ein gutes Kaliber besaß, förderungswürdiger und somit geeigneter als Zhao Rui für die Position der Leiterin der Bewässerungsgruppe sei. Als Siyu mir nach ihrer Rückkehr davon berichtete, stieg sofort Wut in mir auf. Ich dachte: „Das ist die Kirche, für die ich verantwortlich bin, also habe ich hier das letzte Wort. Und trotzdem mischst du dich ein! Du kommst aus einer anderen Kirche und unterbrichst und störst hier offen in meinem Verantwortungsbereich. Ich sorge dafür, dass du deine Pflicht nicht mehr tun kannst, und isoliere dich, damit du hier nicht weiter für Unterbrechungen und Störungen sorgen kannst! Das hier ist mein Bereich; wenn du nicht auf mich hörst, kannst du gehen. Ich werde nicht zulassen, dass du in unserer Kirche bleibst!“ Wütend sagte ich zu mehreren Diakonen: „Zheng Lu stört die Arbeit! Entzieht ihr die Pflicht und isoliert sie, damit sie hier keine Unterbrechungen und Störungen mehr verursacht!“ Da wies mich eine Schwester auf etwas hin: „Was du tust, ist nicht angemessen. Wenn sie etwas falsch macht, sollten wir mit ihr Gemeinschaft halten und ihr gegebenenfalls Führung geben. So wie du das handhabst, wirkt es, als würdest du sie ausgrenzen.“ Ich dachte bei mir: „Sie gehört nicht einmal zu unserer Kirche. Als ob ich nicht wüsste, wer gefördert werden sollte und wer nicht! Außerdem: Auch wenn Zhao Rui Schwächen hat, ist sie zuverlässig und in der Lage, echte Arbeit zu leisten. Ich kann Zheng Lu sowieso nicht ausstehen und will keine Gemeinschaft mit ihr halten.“ Später isolierte ich Zheng Lu, ohne die Brüder und Schwestern der Kirche miteinzubeziehen.

Gerade als sich meine arrogante Disposition immer mehr aufblähte, meldeten mich einige Brüder und Schwestern. Daraufhin veranlasste die obere Leitung eine Untersuchung der Situation und las mir die Berichte der Brüder und Schwestern vor. Aufgrund meiner Arroganz und Selbstgerechtigkeit sowie meines ständigen Tadels und meiner Einschränkungen anderer wurde ich als falsche Leiterin mit schlechter Menschlichkeit eingestuft und entlassen. Als ich das hörte, konnte ich es absolut nicht akzeptieren. Ich dachte: „Wie konnte ich entlassen werden? Ich glaube seit über zehn Jahren an Gott, arbeite und wende mich Tag für Tag auf. Ich war doch bei allem in der Kirche immer ganz vorne mit dabei. Wie konnte man mich da entlassen?“ Ich fühlte mich zutiefst ungerecht behandelt und weinte auf dem Nachhauseweg unkontrolliert. Da zu diesem Zeitpunkt noch niemand für die Nachfolge eingeteilt war, erledigte ich vorübergehend einige Aufgaben. Ich sah das nicht als eine von Gott gegebene Gelegenheit zur Buße. Stattdessen dachte ich, dass ich ja immer noch weiterarbeiten konnte, obwohl ich doch entlassen worden war. Es schien, als käme die Kirche nicht ohne mich aus und als ob ich sie schon bald wieder leiten würde. Bei einer Gruppenversammlung sagte eine Schwester zu mir: „Du siehst in letzter Zeit so dünn aus.“ Ich erwiderte: „Ich habe zu Hause über mich nachgedacht und Andachtsnotizen geschrieben. Ich hasse mich selbst und weine beim Schreiben.“ Die Schwester sagte: „Du strebst wirklich nach der Wahrheit. Selbst nach deiner Entlassung schreibst du noch Andachtsnotizen.“ Ein Ehepaar fügte hinzu: „Schwester, du kannst viel ertragen und wendest dich wirklich auf. Wir können nicht akzeptieren, dass du entlassen wurdest. Der Leiter hat sich sogar extra Zeit für uns genommen und mit uns Gemeinschaft gehalten.“ Heuchlerisch antwortete ich: „Ich war eine falsche Leiterin und habe die Entlassung verdient. Ihr solltet nicht zu mir halten, sondern zur Wahrheit.“ Innerlich aber war ich überglücklich und dachte: „Es scheint, dass die Brüder und Schwestern mich verstehen und wissen, dass mir Unrecht getan wurde. Sie wissen, wie viel Arbeit ich in der Kirche geleistet habe. Die obere Leitung hätte Siyu entlassen können, aber doch nicht mich!“ Ich dachte auch daran, dass die meisten Berichte, die mir damals vorgelesen wurden, von meinen Mitarbeitern stammten. Das machte meinen Widerstand und meine Weigerung, es zu akzeptieren, nur noch größer: Ich hatte sie doch nur zu ihrem eigenen Besten zurechtgestutzt, aber sie warfen mir vor, ich würde sie nur tadeln, und stellten mich bloß, was zu meiner Entlassung führte. Ich habe eindeutig Gutes getan, aber sie hatten es nicht gesehen. Meine ganze harte Arbeit blieb völlig ungewürdigt! In Zukunft werde ich ihre Probleme nicht mehr ansprechen, und dann werden wir ja sehen, wie sie ohne mich zurechtkommen. In dieser Zeit führte ich äußerlich meine Pflichten weiter aus, aber innerlich widersetzte ich mich und kämpfte. Ich hegte Hass gegen die Mitarbeiter, die mich bloßgestellt hatten. Wenn sie mit mir sprachen, ignorierte ich sie, und während der Mitarbeiterversammlungen schaute ich immer mürrisch drein und sprach kaum. Sie fühlten sich durch mich eingeschränkt und achteten ständig auf meinen Gesichtsausdruck, sodass die Versammlungen nicht effektiv waren. Als ich all das sah, spürte ich nicht nur keine Spur von Reue, sondern hatte sogar das Gefühl, dass mein Leid durch ihre Berichte und ihre Bloßstellungen verursacht wurde. Sie wussten es einfach nicht besser. Ich ließ meiner Unzufriedenheit sogar vor den Brüdern und Schwestern freien Lauf und sagte: „Ich wurde entlassen und trotzdem verlangen sie von mir, an den Mitarbeiterversammlungen teilzunehmen. Ich bin keine Leiterin mehr, also warum sollte ich hingehen?“ Insgeheim dachte ich sogar: „Man hat mich entlassen und trotzdem verlangt man von mir, alles Mögliche zu tun. Alles bleibt immer noch an mir hängen.“ Einen Monat später fand die Leitung heraus, dass ich nach meiner Entlassung nicht über mich nachgedacht hatte und sogar meiner Unmut bei den Brüdern und Schwestern freien Lauf gelassen hatte. Daraufhin hielten sie Gemeinschaft mit mir und stellten mich bloß. Ich akzeptierte es jedoch nicht und hegte einen Groll gegen die Schwester, die die Situation gemeldet hatte. Ich dachte: „Ich habe dir vertraut, aber du hast hinter meinem Rücken einen Bericht über meine Fehler geschrieben. Wenn ich dich wiedersehe, werde ich dir erstmal die Meinung sagen.“ Während einer Versammlung fuhr ich die Schwester wütend an: „Dir werde ich mich nie wieder anvertrauen! Du hast mich gemeldet, nur weil ich ein wenig über meine Verdorbenheit gesprochen habe.“ Die Schwester saß hilflos da. Dann sagte ich voller Groll: „Ich werde nie wieder eine Leiterin sein. Sie haben mich entlassen und haben dafür gesorgt, dass ich mich hier völlig blamiert habe. Das ist, als würde man mit einem stumpfen Messer langsam zerhackt!“ Die Mitarbeiter sahen mich nach diesen Worten überrascht an, und wieder hatte ich die Versammlung durcheinandergebracht. Später machte mich die Schwester darauf aufmerksam, dass ich meiner Negativität freien Lauf ließe. Aber ich nahm das überhaupt nicht wahr.

In dieser Zeit war ich widerständig und wollte die Entlassung nicht akzeptieren. Ich verbreitete Unzufriedenheit, ließ meiner Negativität freien Lauf und störte das Kirchenleben. Zwei Monate später legten die Brüder und Schwestern mehr als zwanzig Fälle offen, in denen ich die Arbeit der Kirche unterbrochen und gestört hatte. Als ich mir die schriftlichen Anschuldigungen der Brüder und Schwestern eine nach der anderen anhörte, fühlte ich mich extrem unbehaglich und hätte am liebsten im Erdboden versinken wollen. Der Leiter sagte: „Durch die Berichte der Brüder und Schwestern sehen wir, dass du andere in der Kirche konsequent eingeschränkt, getadelt und sogar gequält hast. Du hast alles allein entschieden, willkürlich und rücksichtslos gehandelt und die Brüder und Schwestern unterdrückt. Du hast dich in der Kirche gesetzlos verhalten. Nach deiner Entlassung bliebst du trotzig und unzufrieden, hast das Kirchenleben gestört, Auffassungen verbreitet, um andere irrezuführen, und die Brüder und Schwestern dazu gebracht, sich für dich einzusetzen. Aufgrund deiner Handlungen wirst du als Antichristin aus der Kirche ausgeschlossen.“ In diesem Moment brach ich völlig zusammen. Das war etwas, das ich mir nie hätte vorstellen können. Ich hatte viele Jahre an Gott geglaubt und war nun an so einem Punkt gelandet. Mein Herz war erfüllt von tiefem Leid, und es war, als würde die Welt über mir zusammenbrechen. Außer weinen konnte ich nichts tun. Ohne Gott, welcher Weg lag vor mir? Ich wagte nicht einmal, daran zu denken. Es fühlte sich an, als sei mein Leben mit Gott zu Ende. In den Tagen danach hatte ich das Gefühl, dass Gott unendlich weit weg war, wenn ich zu Ihm betete. Ich spürte Seine Gegenwart nicht mehr. Ich blätterte ziellos in Gottes Worten, fühlte mich innerlich finster und leer, und Seine Worte zu essen und zu trinken brachte mir keinerlei Licht. Ich wollte einen Weg in Gottes Worten finden, aber ich spürte, dass nun alles anders war. Ich war kein Mitglied von Gottes Familie mehr, und Er würde mich nicht mehr wollen. So verging jeder Tag in einem Zustand ständiger Angst. Dann wurde ich krank. In dieser Zeit aß ich jeden Tag nur eine Schale dünne Suppe, wand mich oft vor Schmerzen und war wie in Trance, wie eine wandelnde Leiche. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr weiterleben zu können, also betete ich inständig zu Gott. Eines Morgens schoss mir eine Passage aus Gottes Worten durch den Kopf: „Gott versteht jeden Menschen so, wie eine Mutter ihr Kind versteht. Er versteht die Schwierigkeiten eines jeden Menschen, seine Schwächen und seine Bedürfnisse. Mehr noch, Gott versteht, auf welche Schwierigkeiten, Schwächen und Misserfolge jeder Mensch im Laufe des Lebenseintritts und des Wandels der Disposition stoßen wird. Genau diese Dinge sind es, die Gott am besten versteht(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Weg der Praxis für den Wandel der eigenen Disposition). Ich erkannte klar, dass dies Gottes Erleuchtung war. Ich spürte, dass Gott mir nicht völlig den Rücken gekehrt hatte; Er war immer noch bei mir und wachte über mich. Ich weinte und betete zu Gott: „Gott! Du hast mich also nicht aufgegeben. Du bist immer noch an meiner Seite, begleitest und führst mich …“ Ich empfand Gottes Worte als außerordentlich tröstlich. Sie zogen mich vom Rande des Todes zurück und gaben mir den Mut, weiterzumachen. Mein Herz war nicht mehr so verzweifelt. Danach fing ich an, zu Gott zu beten, damit Er meinen Zustand veränderte.

Eines Tages hörte ich die Kirchenhymne „Gottes Worte erwecken mich zu neuem Leben“: „Gottes Worte des Gerichts durchbohren mein Herz wie ein scharfes Schwert, lassen mich sehen, wie zutiefst ich verdorben war und dass ich kein menschliches Abbild besaß. Ich war so arrogant, dass mir jeder Funken Vernunft fehlte, ohne jede Furcht und Unterwerfung gegenüber Gott. Meine Disposition hatte sich nicht geändert, ich war immer noch des Satans; selbst mein ganzes Dasein war ein Widerstand gegen Gott. Erst nach wiederholtem Gericht wurde ich wachgerüttelt, empfand Reue und hasste mich selbst wahrhaftig. Inmitten von Schmerz trösteten und ermutigten mich Gottes Worte und ermöglichten es mir, nach meinen Stürzen wieder aufzustehen. Ich möchte loyal und unterwürfig sein, um Gottes Liebe zu vergelten, die Wahrheit praktizieren und meine Pflicht gut tun. Ich danke Gottes Gericht, das meine Verdorbenheit reinigt. Ich habe erfahren, wie groß Seine Liebe ist – oh Gott! Ich möchte aufrichtig nach der Wahrheit streben, das Abbild eines neuen Menschen ausleben und Deinem Herzen Trost bringen“ („Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Ich hörte mir diese Hymne immer wieder an und die Tränen liefen mir ununterbrochen über die Wangen. Jede einzelne Zeile berührte mein Herz und drückte genau das aus, was ich dachte. Mein Gewissen war zutiefst getroffen. Als ich über die Meldung und meine Entlassung nachdachte, erkannte ich, dass all dies Situationen waren, die Gott für mich arrangiert hatte. Sein Ziel war es, mich wachzurütteln, damit ich in Reue zu Ihm zurückkehrte. Das war Gottes Liebe und Seine Errettung. Aber ich hatte das alles immer wieder von mir gewiesen. Nicht ein einziges Mal nahm ich es von Gott an und lernte die Lektionen, die Er mich lehren wollte. Ich hatte die Gelegenheiten, die Gott mir zur Reue gab, ein ums andere Mal verpasst. Jetzt gab es keine Chancen mehr. Ich war von Reue und Schuldgefühlen erfüllt, und die Tränen flossen unkontrolliert. Später wurde mir klar: Da ich nur ein geschaffenes Wesen bin und diesen Atemzug von Gott erhalten habe, sollte ich, solange ich lebe, Seine Liebe vergelten – auch wenn Gott mich nicht mehr wollte. Ich konnte nicht aufhören, an Gott zu glauben, nur weil ich ausgeschlossen worden war. Bis zu meinem letzten Atemzug musste ich weiter an Gott glauben, Ihm folgen und über mich nachdenken, um mich selbst zu erkennen. Als ich diese Dinge erkannte, begann ich darüber nachzudenken, warum ich nach so vielen Jahren des Glaubens an Gott schließlich ausgeschlossen worden war.

Danach las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Wenn du viele Jahre an Gott geglaubt hast und Ihm dennoch nie gehorcht hast und die Gesamtheit Seiner Worte nicht annimmst und stattdessen verlangst, dass Gott sich dir unterwirft und deinen Auffassungen entsprechend handelt, dann bist du der aufsässigste von allen und ein Ungläubiger. Wie könnten solche Menschen in der Lage sein, sich dem Werk und den Worten Gottes, die nicht den Auffassungen des Menschen entsprechen, zu unterwerfen? Am aufsässigsten von allen sind jene, die sich absichtlich weigern, sich Gott zu beugen, und sich Gott absichtlich widersetzen. Sie sind die Feinde Gottes und Antichristen. Sie hegen stets eine Haltung der Feindseligkeit dem neuen Werk Gottes gegenüber; sie haben nie die geringste Absicht, sich zu unterwerfen, noch haben sie sich jemals bereitwillig unterworfen oder sich selbst herabgesetzt. Vor anderen sind sie die enorm selbstgefällig und sie unterwerfen sich nie jemandem. Vor Gott halten sie sich für die Besten im Halten von ‚Predigten‘ und für am fähigsten, an anderen das Werk zu verrichten. Sie lassen nie von den ‚Schätzen‘ ab, die in ihrem Besitz sind; stattdessen behandeln sie diese wie Familienerbstücke, die man anbeten sollte und über die man anderen Predigten halten sollte, und sie benutzen sie, um jene Dummköpfe zu belehren, die sie vergötzen. Es gibt tatsächlich eine gewisse Anzahl derartiger Menschen in der Kirche. Man kann sagen, dass sie ‚eine Dynastie unbezwingbarer Helden‘ sind, die sich Generation um Generation im Hause Gottes aufhalten. Für sie ist das Halten von ‚Predigten‘ (Glaubenslehren) ihre höchste Pflicht. Jahr um Jahr und Generation um Generation machen sie sich daran, ihre ‚heiligen und unantastbaren‘ Pflicht exakt zu verrichten. Niemand wagt es, sich mit ihnen anzulegen; keine einzige Person wagt es, sie öffentlich zu tadeln. Sie werden zu ‚Königen‘ im Hause Gottes und setzen sich über alles hinweg, während sie andere über Zeitalter hinweg tyrannisieren. Dieses Pack böser Dämonen trachtet danach, sich zu verbünden und Mein Werk zu zerstören; wie kann Ich zulassen, dass diese lebendigen Teufel vor Meinen Augen existieren?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die sich Gott mit wahrem Herzen unterwerfen, werden gewiss von Gott gewonnen). Gottes Worte des Gerichts erweckten mein erstarrtes Herz; besonders die Worte „Ungläubiger“, „Antichrist“ und „Dämon“ trafen mich bis ins Mark und bereiteten mir unerträglichen Kummer. Ich dachte immer wieder nach und fragte mich: „Nachdem ich jahrelang an Gott geglaubt, meine Familie und meine Karriere geopfert, Leid ertragen und meine Pflichten gewissenhaft getan habe – wie bin ich zu einer Antichristin geworden?“ Ich begann, über mich selbst nachzudenken. Ich dachte, ich hätte viele Jahre lang die Leitung gehabt, mehr Arbeit geleistet als viele andere Mitarbeiter, mehr Probleme gelöst und wäre von der oberen Leitung sehr geschätzt worden. Ich sah dies als meine Verdienste an und glaubte, dass ich ein besseres Kaliber als andere hätte, über bessere Arbeitsfähigkeiten verfügte und eine talentierte Person sei. Das machte mich arrogant. Besonders als ich entsandt wurde, um Kirchen mit schlechten Arbeitsergebnissen zu unterstützen und durch meine tatsächliche Mitarbeit schnell Verbesserungen sah, schrieb ich diesen Erfolg mir selbst zu. Ich fühlte mich fähig, alles zu schaffen, und hielt mich für besser als alle anderen. Ich fing an, auf jeden herabzusehen. Als der Prediger kam, um sich nach der Arbeit zu erkundigen, sah ich mich als die große Nummer in der Kirche, diejenige, die allein das Sagen hatte. Als ich sah, dass Siyu zuerst sprach, dachte ich, sie würde mir das Rampenlicht stehlen. Während meiner Pflichtausführung ignorierte ich die Stärken meiner Mitarbeiter, pochte oft auf meine Qualifikationen, belehrte und kritisierte sie. Gegenüber Siyu führte ich mich wie eine Chefin auf. Wenn sie etwas tat, das mir nicht passte, wies ich sie bei jeder Gelegenheit harsch zurecht. Das führte dazu, dass sie sich von mir eingeschränkt fühlte, bei ihren Pflichten ängstlich wurde und immer nur mein Gesichtsausdruck zu lesen versuchte. Ich traf alle Entscheidungen in der Kirchenarbeit allein und überging dabei meine Mitarbeiter völlig. Als Zheng Lu Zweifel an meiner Wahl äußerte, empfand ich das als mangelnden Respekt vor meiner Führung. Also konnte ich sie nicht dulden, isolierte sie ohne Rücksprache und entzog ihr ihre Pflichten, nur um mein eigenes Ansehen zu festigen. Wenn ich auf all diese Handlungen zurückblicke, habe ich da wirklich meine Pflicht getan? Ich war herrschsüchtig und willkürlich in der Kirche und brachte alle Brüder und Schwestern dazu, auf mich zu hören und nach meinem Willen zu handeln. Beanspruchte ich damit nicht einfach nur die alleinige Macht und riss alle Entscheidungen in der Kirche an mich? Aber ich war völlig abgestumpft und uneinsichtig. Ich tat so viel Böses, ohne es überhaupt zu merken. Nachdem die Brüder und Schwestern mich gemeldet hatten und ich aus meiner Pflicht entlassen wurde, sah ich darin nicht Gottes Liebe und Seine gerechte Disposition, die über mich kam. Ich versäumte es, nachzudenken und mich selbst zu erkennen. Vielmehr blieb ich trozig und unzufrieden, nutzte meine vergangenen Opfer und Aufwendungen als Kapital und hielt mich für eine verdiente Mitarbeiterin, die nicht hätte entlassen werden dürfen. Ich dachte sogar, die Bloßstellung durch meine Mitarbeiter sei eine Gemeinheit mir gegenüber. Während der Mitarbeiterversammlungen benahm ich mich wie eine Furie, stiftete Unruhe und spielte die Gekränkte, was das Kirchenleben ernsthaft störte. Obendrein täuschte ich eine falsche Selbsterkenntnis vor und brachte die Brüder und Schwestern so dazu, sich auf meine Seite zu stellen und mich zu verteidigen. Ich riss die Macht in der Kirche an mich, brachte die Leute dazu, auf mich zu hören, und griff sogar diejenigen an, die sich mir widersetzten, und grenzte sie aus. Ich weigerte mich, die Meldung und Entlassung zu akzeptieren, wetterte dagegen und leistete Widerstand, verbreitete sogar Auffassungen, um die Brüder und Schwestern irrezuführen. Meine Handlungen entsprachen genau dem, was Gottes Worte bloßstellten: „Keine einzige Person wagt es, sie öffentlich zu tadeln. Sie werden zu ‚Königen‘ im Hause Gottes.“ Ich war genau die Art von Person, die man weder provozieren noch kränken durfte – niemand wagte es, mich bloßzustellen oder auf meine Fehler hinzuweisen. Meine arrogante Natur war völlig außer Kontrolle geraten. Ich offenbarte nicht nur eine gewöhnliche verdorbene Disposition, sondern das unverhüllte Erscheinen einer satanischen Natur. Es war keine Übertreibung, mich als Antichristin einzustufen. Die Art und Weise, wie Gottes Haus mit mir umging, war Gottes Gerechtigkeit, und ich nahm sie nun bereitwillig an. Ich hatte mich Gott so oft widersetzt, dass ich wahrlich Schlimmeres als den Tod verdient hätte und verflucht werden sollte! Ich betete wiederholt zu Gott: „O Gott, ich habe zu viel Böses getan. Hätte die Kirche mich nicht ausgeschlossen und hättest Du mir nicht Deine gerechte Disposition offenbart, weiß ich nicht, wie viel mehr Böses ich noch getan hätte. Gott, ich bin bereit, meine Sünden zu bekennen und vor Dir Buße zu tun. Selbst wenn Du mich jetzt sterben lässt, bin ich bereit, mich Dir pflichtgamäß zu unterwerfen.“

Später las ich Folgendes in Gottes Worten: „Wenn du in deinem Herzen die Wahrheit wirklich verstehst, dann weißt du, wie du die Wahrheit praktizieren und dich Gott unterwerfen kannst, und du wirst ganz natürlich den Weg des Strebens nach der Wahrheit einschlagen. Wenn der Weg, den du gehst, der richtige ist und mit den Absichten Gottes übereinstimmt, dann wird das Wirken des Heiligen Geistes dich nicht verlassen – in diesem Fall wird es immer unwahrscheinlicher, dass du Gott verrätst. Ohne die Wahrheit ist es leicht, Böses zu tun, und du tust es gegen deinen Willen. Wenn du zum Beispiel eine arrogante und eingebildete Disposition hättest, würde es keinen Unterschied machen, wenn man dir sagen würde, dass du dich Gott nicht widersetzen solltest, da du dich nicht beherrschen könntest – dies wäre für dich etwas Unwillkürliches. Du würdest es nicht absichtlich tun; du würdest es unter der Dominanz deiner arroganten und eingebildeten Natur tun. Deine Arroganz und deine Eingebildetheit würden dazu führen, dass du Gott verachtest und missachtest; sie würden bewirken, dass du dazu neigst, dich selbst zu erhöhen, und dazu führen, dass du dich bei jeder Gelegenheit zur Schau stellst; sie würden dazu führen, dass du auf andere herabblickst und in deinem Herzen keinen Platz für andere lässt, außer für dich selbst; sie würden dir Gottes Platz in deinem Herzen rauben und schließlich würden sie dich dazu bringen, dich an Gottes Platz zu setzen und zu verlangen, dass die Menschen sich dir unterwerfen, und dich dazu bringen, deine eigenen Ideen, Gedanken und Auffassungen als die Wahrheit zu verehren. So viel Böses wird von Menschen unter der Vorherrschaft ihrer arroganten und eingebildeten Natur verübt!(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur durch Verfolgen der Wahrheit kannst du Änderungen in deiner Disposition erreichen). Aus Gottes Worten verstand ich, dass die Tatsache, dass ich überhaupt dazu in der Lage war, die Kirche so zu dominieren, die Führung an mich zu reißen, meine Mitarbeiter zu tadeln und einzuschränken und jene mit abweichenden Ansichten auszugrenzen, daher rührte, dass ich von einer arroganten und eingebildeten Natur beherrscht wurde. Es war meine arrogante und eingebildete Natur, durch die ich so sehr von mir selbst eingenommen war und die mich glauben ließ, dass alles, was ich tat, richtig war und die Brüder und Schwestern mir gehorchen müssten. Jeder, der mir widersprach, wurde ausgegrenzt und gequält. Die Gifte Satans, wie „Im ganzen Universum herrsche nur ich“ und „Lass diejenigen gedeihen, die mir gehorchen, und diejenigen umkommen, die sich mir widersetzen“, machten mich immer arroganter und eingebildeter. Infolgedessen tat ich in der Kirche, was ich wollte, wurde zu einer widerspenstigen, unkontrollierbaren Person und verlor jedes Gewissen und jede Vernunft, ohne jede Menschlichkeit. Wenn ich mich nicht änderte, würde ich letztendlich von Gott ausgemustert und bestraft werden, weil ich so viel Böses getan hatte und mit Ihm in Feindschaft lebte. Ich dachte darüber nach, wie Gott mich erhöht und mir die Gelegenheit gegeben hatte, mich als Leiterin zu üben Seine Absicht war, dass ich durch solche Gelegenheiten nach der Wahrheit streben und auch über die Wahrheit Gemeinschaft halten sollte, um Brüder und Schwestern zu unterstützen und ihnen zu helfen. Ich aber spielte mich als Königin auf und riss die Macht in der Kirche an mich, tadelte und beschimpfte jeden Bruder oder jede Schwester, die Verdorbenheit offenbarten, und behandelte sie wie Leibeigene, die man nach Belieben beschimpfen und misshandeln kann. Wann immer jemand meine Entscheidungen in Frage stellte, unterdrückte und quälte ich ihn. Ich war so böswillig! Egal, wie viel Leid ich meinen Brüdern und Schwestern zufügte, wie viel Störung ich in das Kirchenleben brachte, ich blieb kaltherzig und gefühllos. Selbst nachdem die Kirche mich wegen meiner Taten entlassen hatte, tat ich immer noch keine Buße. Ich hielt mich für talentiert und für die Kirche unverzichtbar und fuhr fort, zu stören, Unterbrechungen zu verursachen und Unzufriedenheit innerhalb der Kirche zu verbreiten, um die Brüder und Schwestern auf meine Seite zu ziehen, sodass sie mich verteidigten. Das Wesen dieser Handlungen war ein offener Trotz gegen die Vorgehensweise der Kirche mir gegenüber. Es war Widerstand gegen Gott und kam einer Feindschaft mit Ihm gleich. Dass ich aus der Kirche ausgeschlossen wurde, offenbarte Gottes Gerechtigkeit in vollem Umfang, und es war ganz allein meine Schuld. Als ich an die einzelnen Szenen der Vergangenheit zurückdachte, fühlte ich mich zutiefst verurteilt. Ich hasste mich so sehr, dass ich mich mehrmals selbst ohrfeigte, aber meine Verfehlungen waren nicht wiedergutzumachen. Als ich an die Brüder und Schwestern dachte, die ich verletzt hatte, ging ich zuerst zum Haus einer Schwester, an die ich mich wenden konnte. Ich weinte und sagte zu ihr: „Ich sehe jetzt, dass ich kein menschliches Abbild besaß. Als wir zusammenarbeiteten, fand ich jeden erdenklichen Grund, auf dich herabzusehen, und sagte verletzende Dinge, um dich zu tadeln und einzuschränken. Ich war nicht einmal menschlich; ich war zu arrogant. Ich bitte dich um Verzeihung!“ Die Schwester hielt Gemeinschaft mit mir und tröstete mich, indem sie mich ermahnte, aus dieser Situation meine Lektion zu lernen. Als ich diesen Ausschluss endlich annehmen konnte, fühlte ich mehr inneren Frieden. Das überwältigende Gefühl von Angst und Hilflosigkeit begann nachzulassen. Wenn ich über all das nachdachte, was ich getan hatte, war es, als würden Dornen in mein Herz stechen, was den Rückblick unerträglich machte. Selbst wenn ich am Ende kein gutes Ergebnis hätte, war ich bereit, mich zu unterwerfen und Buße zu tun. Um meine Schuld wiedergutzumachen, unterstützte ich schwache und negativ gestimmte Brüder und Schwestern nach besten Kräften. Ich war auch Gastgeberin für Versammlungen von Brüdern und Schwestern bei mir zu Hause, verbrachte Zeit damit, Gottes Worte zu essen und zu trinken, und schrieb Artikel mit Erfahrungszeugnissen. Ohne es zu merken, begann ich, Gottes Gegenwart wieder zu spüren, erlebte die Führung und Leitung durch Gottes Worte und mein Herz fühlte sich viel erfüllter an.

Zwei Jahre später hörte ich eines Tages eine Schwester sagen, dass die Kirche mich wieder aufnehmen wolle. Ich war innerlich glücklich, konnte es aber noch nicht ganz glauben. Ich dachte bei mir: „Sollte ich jemals in die Kirche zurückkehren, werde ich nie wieder so Böses tun wie früher.“ Unerwarteterweise kam die Leiterin zwei Tage später zu mir und sagte: „Wir haben von deinem bußfertigen Verhalten nach deinem Ausschluss erfahren. Du warst Gastgeberin von Brüdern und Schwestern und hast sie unterstützt und deine eigenen Übeltaten offengelegt. Die Kirche hat die Situation anhand der Grundsätze bewertet und beschlossen, dein Kirchenleben wiederherzustellen. Bist du bereit, zurückzukommen?“ Ich war so aufgeregt, dass ich wiederholt sagte: „Ich bin bereit! Ich bin bereit!“ Auf dem Heimweg war mein Herz voller Freude, und ich hätte am liebsten laut geschrien: „Gott! Gott! Ich bin wieder in Deinem Haus!“ In diesem Moment fühlte sich alles wunderbar an, und die Bitterkeit der Vergangenheit war verflogen. Als ich nach Hause kam, war ich so aufgeregt, dass ich nicht wusste, was ich zu Gott sagen sollte. Ich betete nur mit Tränen in den Augen: „Gott, ich darf wieder ein Kirchenleben mit meinen Brüdern und Schwestern führen. Gott, ich danke Dir! Gott, ich danke Dir!“ Danach tat ich wieder meine Pflichten. Ich schätzte diese Gelegenheit, meine Pflichten zu tun, zutiefst und wollte nicht mehr wie früher Böses tun und mich Gott widersetzen. Ich hatte zutiefst erfahren, dass Gottes gerechte Disposition lebendig und real ist. Ob Gott den Menschen gegenüber zornig oder barmherzig und tolerant ist, es ist stets eine Manifestation Seiner gerechten Disposition. Ich sah, dass alles, was Gott an den Menschen tut, aus Liebe und zu ihrer Errettung geschieht.

Im November 2020 wurde ich bei der Gemeindewahl zur Evangeliumsdiakonin gewählt. Als ich daran zurückdachte, wie ich früher Böses getan und die Arbeit der Kirche gestört und unterbrochen hatte, wurde mir klar, dass die Kirche mir dieses Mal eine Gelegenheit zur Buße gegeben hatte, also musste ich sie richtig nutzen. Ich durfte mich bei der Ausführung meiner Pflichten nicht mehr auf meine arrogante Disposition verlassen. Eines Tages las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Wenn du als Leiter oder Mitarbeiter immer so handelst, als stündest du über anderen, und in deiner Pflicht schwelgst, als wäre sie ein Regierungsposten, dich immer den Vorteilen deines Status hingibst, immer deine eigenen Pläne machst, immer deinen eigenen Ruhm, Gewinn und Status abwägst und genießt, immer deine eigenen Vorhaben durchführst und immer danach strebst, einen höheren Status zu erlangen, mehr Menschen zu leiten und zu kontrollieren und in eine höhere Stellung befördert zu werden, dann bedeutet das Ärger. Es ist sehr gefährlich, in einer wichtigen Pflicht zu schwelgen, als wäre sie ein Regierungsposten. Wenn du immer so handelst, dass du mit keinem anderen zusammenarbeiten willst, dass du deine Macht nicht verwässern und mit anderen Menschen teilen willst, dass du nicht willst, dass andere dich in den Schatten stellen, dass sie dir das Rampenlicht stehlen, wenn du die Macht nur für dich allein genießen willst, dann bist du ein Antichrist. Wenn du aber oft die Wahrheit suchst, es praktizierst, gegen dein Fleisch, deine Motivationen und deine Ideen zu rebellieren, und es auf dich nehmen kannst, mit anderen zusammenzuarbeiten, dein Herz auf arglose Weise öffnest, um dich mit anderen zu beraten und mit ihnen zu suchen, aufmerksam den Ideen und Vorschlägen anderer zuhörst und Ratschläge akzeptierst, die korrekt sind und mit der Wahrheit übereinstimmen, ganz gleich, von wem sie kommen, dann ist die Art, auf die du praktizierst, klug und richtig und wird dich davon abhalten, den falschen Weg einzuschlagen, und dich schützen. Du musst den Titel deiner Führungsposition aufgeben, die schmutzigen Allüren des Status ablegen, dich als einen gewöhnlichen Menschen betrachten, dich mit anderen auf Augenhöhe begeben und eine verantwortungsvolle Haltung einnehmen, wenn es um deine Pflicht geht. Das ist die richtige Art, zu handeln. Wenn du deine Pflicht immer als offiziellen Titel und als Status betrachtest oder als eine Art Auszeichnung, und dir vorstellst, dass andere Leute nur dafür da sind, um für deine Position zu arbeiten und ihr zu dienen, dann ist das ein Problem, und Gott wird dich abscheulich und widerwärtig finden. Wenn du glaubst, dass du anderen gleichgestellt bist und lediglich einen etwas größeren Auftrag und etwas mehr Verantwortung von Gott bekommen hast, wenn du lernen kannst, dich auf dieselbe Stufe wie sie zu stellen und dich sogar dazu herablassen kannst, nach ihren Meinungen zu fragen, und wenn du ernsthaft, aufmerksam und von Herzen dem zuhören kannst, was sie sagen, dann wirst du in Harmonie mit anderen zusammenarbeiten können(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 8: Sie bringen andere dazu, sich nur ihnen zu unterwerfen, und nicht der Wahrheit oder Gott (Teil 1)). Gottes Worte zeigten mir den Weg der Praxis. Gott verlangt von uns, dass wir unsere Anführerallüren ablegen und harmonisch mit anderen zusammenarbeiten, nicht auf unseren eigenen Ansichten beharren, sondern mehr auf den Rat anderer hören und von ihren Stärken lernen. Nur so können wir unsere Pflichten maßstabsgerecht ausführen. Früher dachte ich, dass meine langjährige Erfahrung als Leiterin eine Art Kapital sei. Ich glaubte immer, ich sei besser als andere, war unfähig, die Stärken meiner Brüder und Schwestern zu sehen, und ich fügte ihnen nur Schaden zu. Mein einziger Beitrag zur Arbeit der Kirche war Störung. Jetzt erkannte ich, dass Siyu bei der Ausführung ihrer Pflicht beständig war und eine Bürde trug. Wenn sie bemerkte, dass jemand gegen die Grundsätze handelte, bot sie Führung und Hilfe an. Ich aber schätzte ihre Stärken nicht und sah oft auf sie herab. Meistens hörte ich nicht auf ihren Rat und schränkte sie sogar ein. Als ich darüber nachdachte, schämte ich mich und fühlte mich Siyu gegenüber schuldig. Jeder hat seine Stärken. Gott hat unsere Zusammenarbeit so arrangiert, damit wir uns gegenseitig helfen, voneinander lernen und uns gegenseitig zur Rechenschaft ziehen konnten, um uns davor zu bewahren, vom Weg abzukommen. Diese Art der Praxis war für die Arbeit der Kirche von Vorteil. Jetzt musste ich mich ändern. Bei der Ausführung meiner Pflichten musste ich nach der Wahrheit suchen, mehr auf den Rat anderer hören und mich nicht nur auf meine eigene Erfahrung und meine Qualifikationen verlassen. Ich musste dem Weg folgen, den Gottes Worte aufzeigten.

Während einer Versammlung diskutierten wir über die Schwierigkeiten und Probleme bei einem potenziellen Evangeliumsempfänger. Ich hatte eine andere Ansicht als eine der Schwestern, und als ich meine Ansicht teilte, wies sie diese zurück. Ich fühlte mich etwas blamiert und dachte: „Ich habe doch in letzter Zeit mit meiner Methode einige Erfolge beim Predigen erzielt. Du bist jünger und warst noch nie für die Evangeliumsarbeit verantwortlich – meinst du nicht, dass ich es besser verstehe? Als ob ich nicht wüsste, wie man solche Probleme angeht!“ Ich erkannte, dass ich wieder Arroganz offenbarte und auf meiner Meinung beharren wollte. In diesem Moment erinnerte ich mich an diese Worte Gottes: „Wenn du glaubst, dass du anderen gleichgestellt bist und lediglich einen etwas größeren Auftrag und etwas mehr Verantwortung von Gott bekommen hast, wenn du lernen kannst, dich auf dieselbe Stufe wie sie zu stellen und dich sogar dazu herablassen kannst, nach ihren Meinungen zu fragen, und wenn du ernsthaft, aufmerksam und von Herzen dem zuhören kannst, was sie sagen, dann wirst du in Harmonie mit anderen zusammenarbeiten können(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 8: Sie bringen andere dazu, sich nur ihnen zu unterwerfen, und nicht der Wahrheit oder Gott (Teil 1)). Ich verstand, dass es Gottes Absicht war, dass ich meine überhebliche Haltung aufgebe, lerne, harmonisch mit anderen zusammenzuarbeiten und auf ihren Rat zu hören. Nach sorgfältiger Überlegung fand ich den Vorschlag der Schwester angemessen und stichhaltig. In diesem Moment wurde mir klar, wie selbstgerecht ich in der Vergangenheit gewesen war. Ich hatte mich für überlegen gehalten und nicht auf den Rat anderer gehört. Ich war zu arrogant. Ich sah auch, wie der Heilige Geist in jedem Menschen anders wirkt. Egal, wer Vorschläge macht, wir müssen versuchen zuzuhören, mehr die Wahrheit zu suchen, voneinander zu lernen und unsere Schwächen gegenseitig auszugleichen, um die Arbeit gut zu machen. Da der Vorschlag der Schwester passend war, sollte ich ihn annehmen. Also sagte ich: „Lass es uns nach deinem Plan versuchen.“ Als ich meine eigenen Meinungen um der Arbeit der Kirche willen zurückstellte und auf den Rat der Schwester hörte, fühlte ich mich sehr zuversichtlich. Wenn wir später bei unseren Pflichten auf Probleme stießen, teilte jeder seine Ansichten mit. Ich nahm jeden passenden Vorschlag meiner Brüder und Schwestern an, der das Problem lösen konnte. Manchmal fühlte ich mich zwar unbehaglich, wenn meine Brüder und Schwestern auf meine Probleme hinwiesen, konnte es aber annehmen und über mich nachdenken. Nachdem ich eine Weile so praktiziert hatte, machte ich Fortschritte und konnte normal mit meinen Brüdern und Schwestern umgehen.

Obwohl ich nach dem Ausschluss sehr gelitten hatte, half es mir, ein gewisse Erkenntnis über meine tief verwurzelte arrogante Natur zu erlangen. Ohne solche Umstände zu erleben, wäre es für jemanden wie mich, der so arrogant ist, schwer gewesen, sich zu ändern. Letztendlich wäre ich ohne Veränderung entlarvt und ausgemustert worden. Diese Entlassung und der Ausschluss sind Gottes große Liebe und Seine Errettung für mich. Aus tiefstem Herzen bringe ich Gott aufrichtiges Lob dar!

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