90. Wer sich ständig selbst schützt, kann seine Pflicht nicht gut ausführen
Ich prüfte Predigten in der Kirche. Meine Arbeitspartner waren Yilin und Yiyang. Eines Tages im April 2022 schickten die Leiter einen Brief, in dem stand: „Yilin tritt beim Prüfen der Predigten nicht in die Grundsätze ein, und ihre Arbeitsergebnisse sind nicht gut. Sie muss entlassen werden. Du und Yiyang erzielt zwar bei eurer Pflicht einige Ergebnisse, aber in letzter Zeit gab es Abweichungen in der Art, wie ihr Predigten prüft: Ihr habt einige wertvolle Predigten aussortiert. Ihr könnt vorerst unter Beobachtung weiterarbeiten.“ Als ich diese Nachricht sah, kamen in mir die unterschiedlichsten Gefühle hoch. Yilins Kaliber war eigentlich besser als meins, und trotzdem wurde sie entlassen. In Sachen Kaliber und Arbeitsvermögen war ich nicht so gut wie sie, und auch bei den Grundsätzen war ich nicht sattelfest. Wenn ich beim Prüfen der Predigten noch einen Fehler machen würde, würde man mich sicher entlassen. Gottes Werk steht jetzt kurz vor seiner Vollendung. Hätte ich noch eine Chance auf Rettung, wenn ich entlassen würde und keine Pflicht mehr hätte? Bei diesem Gedanken wurde mir ganz schwer ums Herz. In dieser Zeit las ich jede Predigt, die ich prüfte, mehrmals durch, aus Angst, entlassen zu werden, wenn eine Abweichung aufträte. Doch je mehr Angst ich hatte, einen Fehler zu machen, desto weniger war ich in der Lage, die Dinge genau abzuwägen, und desto mehr Probleme und Abweichungen traten auf. Einmal beurteilten wir eine Predigt, die meiner Meinung nach klar strukturiert und in ihrer Gemeinschaft ziemlich praktisch geschrieben war. Ich gab sie den Leitern zum Durchsehen. Ich hätte nie erwartet, dass die Leiter sie lesen und sagen würden: „Die religiösen Auffassungen in dieser Predigt wurden nicht ausgeräumt. Sie kann nicht eingereicht werden.“ Ich war schockiert: „Wie konnte ich das übersehen? Wenn die Leiter sehen, dass ich die Grundsätze nicht verstehe und bei meiner Pflicht keine Fortschritte mache, werden sie mich dann entlassen?“ Später wurde ich bei meiner Pflicht extrem zaghaft und es fehlte mir an Eigeninitiative. Beim Prüfen von Predigten traute ich mich nicht, meine Meinung klar zu äußern, weil ich Angst hatte, einen Fehler zu machen, enthüllt und entlassen zu werden. Deshalb fragte ich wegen jeder Sache die Leiter und ließ sie entscheiden.
Einmal gaben die Kirchen einige Predigten an uns weiter. Nachdem wir sie gelesen hatten, stellten wir fest, dass vier Predigten recht praktisch geschrieben waren und eingereicht werden konnten. Aber in meinem Herzen gingen die Berechnungen los: „Was, wenn ich wieder eine wertlose Predigt einreiche, weil ich sie falsch beurteilt habe? Was mache ich, wenn die Leiter denken, dass ich die Grundsätze nicht verstehe, und mich entlassen? Um sicherzugehen, sollte ich sie zuerst den Leitern zum Durchsehen geben. So liegt die Hauptverantwortung nicht bei mir, selbst wenn ich einen Fehler mache.“ Also gab ich diese Predigten an die Leiter weiter. Nach ein paar Tagen antworteten die Leiter mit ihren Vorschlägen für drei der Predigten und sagten, sie könnten eingereicht werden. Zu der anderen Predigt von Zhang Li äußerten sie sich jedoch nicht. Ich dachte bei mir: „Wenn die Leiter nicht geantwortet haben, könnte es sein, dass sie denken, es gibt ein Problem damit? Ich sollte sie besser nicht einreichen. So kann ich vermeiden, dass später ein Problem mit den Grundsätzen auftaucht und ich als jemand dastehe, dem es an Urteilsvermögen fehlt. Ich sollte auf die Antwort der Leiter warten und dann entscheiden, ob ich sie einreiche. Das ist sicherer.“ Danach beschäftigte ich mich mit anderen Aufgaben. Diese Predigt blieb zwei Wochen lang liegen. In dieser Zeit erinnerte mich Yiyang daran, dass diese Predigt so schnell wie möglich eingereicht werden müsse. Ich sagte: „Lass uns mit dem Einreichen warten, bis die Leiter antworten. Wir sollten nicht zu versessen auf schnelle Erfolge sein.“ Yiyang sagte nichts mehr dazu. Eines Tages schickten die Leiter einen Brief, in dem stand: „Ihr habt die Predigt von Zhang Li unseres Wissen noch nicht weitergeleitet. Wo ist sie steckengeblieben?“ Erst da wurde mir klar, dass die Leiter sich schon längst zu Zhang Lis Predigt geäußert hatten und sagten, sie könne korrekturgelesen und eingereicht werden. Wir hatten den Brief nur nicht erhalten. Als ich das erfuhr, hatte ich ein Gefühl im Herzen, das schwer zu beschreiben war. Ich musste mich einfach fragen: Ich habe genau gesehen, dass Zhang Lis Predigt recht praktisch und in ihrem eigenen sprachlichen Stil geschrieben war. Laut den Grundsätzen sollte sie eingereicht werden. Aber warum habe ich weiter auf eine Entscheidung der Leiter gewartet? Von welcher verdorbenen Disposition wurde ich beherrscht? Ich brachte meinen Zustand vor Gott, um zu beten und zu suchen.
Später las ich diese Worte Gottes: „Es gibt viele Menschen, die Angst davor haben, bei der Ausführung einer Pflicht Verantwortung zu übernehmen. Ihre Angst äußert sich in erster Linie auf dreierlei Art und Weise: Erstens suchen sie sich nur Pflichten aus, bei denen es nicht erforderlich ist, Verantwortung zu übernehmen. … Zweitens ist es so, dass sie, wenn sie einer Schwierigkeit oder einem Problem begegnen, es zuerst einem Leiter melden und es den Leiter erledigen und lösen lassen, in einem Versuch, es sich weiterhin bequem zu machen. Es ist ihnen egal, wie gut der Leiter die Sache handhabt, es kümmert sie nicht – solange sie nicht selbst Verantwortung übernehmen, ist für sie alles in Ordnung. Sind sie Gott treu, indem sie ihre Pflicht auf diese Weise ausführen? Man nennt das, den Schwarzen Peter weiterzugeben, eine Pflichtverletzung zu begehen und aalglatt zu sein. Es ist alles nur Gerede, sie tun nichts Echtes. Sie sagen sich: ‚Wenn ich mich um diese Sache kümmern muss, was ist dann, wenn ich am Ende einen Fehler mache? Wenn sie dann nach einem Schuldigen suchen, würden sie sich nicht mit mir befassen? Würden sie nicht zuerst mir die Schuld geben?‘ Darüber machen sie sich Sorgen. Aber glaubst du, dass Gott alles genau prüft? Jeder macht Fehler. Wenn jemandem, dessen Absichten richtig sind, die Erfahrung fehlt und er irgendeine Sache vorher noch nicht gemacht hat, aber sein Bestes getan hat, dann ist das für Gott sichtbar. Du musst glauben, dass Gott alle Dinge und das Herz des Menschen genau prüft. Wenn jemand nicht einmal das glaubt, ist er dann nicht ein Ungläubiger? Welche Bedeutung könnte es haben, wenn so eine Person eine Pflicht ausführt? Es spielt nicht wirklich eine Rolle, ob sie diese Pflicht ausführen oder nicht, oder? Sie haben Angst, Verantwortung zu übernehmen, und sie entziehen sich der Verantwortung. Wenn etwas passiert, versuchen sie nicht sofort, eine Lösung für das Problem zu finden, sondern rufen zuerst den Leiter an und benachrichtigen ihn. Natürlich versuchen manche Menschen, das Problem selbst zu lösen, während sie den Leiter benachrichtigen, aber manche tun das nicht, und das Erste, was sie tun, ist, den Leiter anzurufen, und nach dem Anruf warten sie einfach passiv auf Anweisungen. Wenn der Leiter sie anweist, einen Schritt zu tun, tun sie einen Schritt; wenn der Leiter sagt, sie sollen etwas tun, tun sie es. Wenn der Leiter nichts sagt oder keine Anweisungen gibt, tun sie nichts und schieben es einfach auf. Ohne dass jemand sie antreibt oder beaufsichtigt, leisten sie überhaupt keine Arbeit. Sag Mir, führt eine solche Person eine Pflicht aus? Selbst beim Schuften hat sie keine Treue! Es gibt noch eine weitere Art und Weise, wie sich die Angst einer Person, beim Ausführen einer Pflicht Verantwortung zu übernehmen, manifestiert. Bei der Ausführung ihrer Pflicht verrichten manche Menschen nur ein bisschen oberflächliche, einfache Arbeit, Arbeit, die es nicht mit sich bringt, dass man Verantwortung übernehmen muss. Arbeit, die Schwierigkeiten und Verantwortung nach sich zieht, wälzen sie auf andere ab, und wenn etwas schiefgehen sollte, schieben sie die Schuld diesen Menschen zu und tun so, als hätten sie nichts damit zu tun. Wenn Kirchenleiter sehen, dass sie unverantwortlich sind, bieten sie geduldig Hilfe an und stutzen sie zurecht, damit sie Verantwortung übernehmen können. Aber trotzdem wollen sie nicht und denken: ‚Diese Pflicht ist schwer zu tun. Ich muss die Verantwortung tragen, wenn etwas schiefgeht, und ich könnte sogar entfernt und ausgemustert werden, und das wäre dann das Ende für mich.‘ Was für eine Haltung ist das? Wenn sie bei der Ausführung ihrer Pflicht kein Verantwortungsgefühl haben, wie können sie ihre Pflicht dann gut ausführen? Diejenigen, die sich nicht aufrichtig für Gott aufwenden, können keine Pflicht gut ausführen, und diejenigen, die Angst haben, Verantwortung zu übernehmen, werden die Dinge nur verzögern, wenn sie ihre Pflichten ausführen. Solche Menschen sind nicht vertrauenswürdig und man kann ihnen nichts anvertrauen; sie führen ihre Pflicht nur aus, um sich durchzufuttern. Sollten ‚Bettler‘ wie diese ausgemustert werden? Das sollten sie. Das Haus Gottes will solche Menschen nicht. Dies sind die drei Erscheinungsformen von Menschen, die Angst haben, bei der Ausführung ihrer Pflicht Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die Angst haben, bei ihrer Pflicht Verantwortung zu übernehmen, erreichen nicht einmal das Niveau einer treuen Arbeitskraft und sind es nicht wert, eine Pflicht auszuführen. Manche Menschen werden aufgrund einer solchen Haltung gegenüber ihrer Pflicht ausgemustert. Selbst jetzt kennen sie vielleicht den Grund nicht und beklagen sich immer noch und sagen: ‚Ich habe meine Pflicht mit feuriger Begeisterung getan, warum haben sie mich also so kalt hinausgeworfen?‘ Selbst jetzt verstehen sie es nicht. Diejenigen, die die Wahrheit nicht verstehen, verbringen ihr ganzes Leben damit, nicht zu verstehen, warum sie ausgemustert wurden. Sie argumentieren für sich selbst und verteidigen sich ständig, sie denken: ‚Es liegt im Instinkt des Menschen, sich selbst zu schützen, und das sollten sie auch tun. Wer muss sich nicht ein bisschen schützen? Wer muss nicht ein bisschen auf sich selbst achten? Wer braucht keinen Fluchtweg für sich offenzuhalten?‘ Wenn du dich immer selbst schützt, wann immer dir etwas widerfährt, und dir eine Hintertür und einen Ausweg offenhältst, setzt du dann die Wahrheit in die Praxis um? Das ist kein Praktizieren der Wahrheit – das ist aalglatt. Du führst jetzt deine Pflicht im Hause Gottes aus. Wie lautet der erste Grundsatz zur Ausführung einer Pflicht? Du musst diese Pflicht zuerst mit ganzem Herzen ausführen, keine Mühe scheuen und somit die Interessen von Gottes Haus schützen. Das ist ein Wahrheitsgrundsatz, den du in die Praxis umsetzen solltest. Sich selbst zu schützen, indem man sich eine Hintertür und einen Ausweg offenhält, ist der Grundsatz der Praxis, dem Nichtgläubige folgen, und ihre oberste Philosophie. Bei allen Dingen zuerst an sich selbst zu denken, die eigenen Interessen über alles andere zu stellen und nicht an andere zu denken, zu glauben, dass die Interessen des Hauses Gottes und die Interessen anderer nichts mit einem selbst zu tun haben, zuerst an die eigenen Interessen und dann an einen Fluchtweg zu denken – macht das nicht einen Nichtgläubigen aus? Genau so jemand ist ein Nichtgläubiger. Diese Sorte Mensch ist es nicht wert, eine Pflicht auszuführen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 8: Sie bringen andere dazu, sich nur ihnen zu unterwerfen, und nicht der Wahrheit oder Gott (Teil 1)). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass Menschen bei ihrer Pflicht ständige Angst davor haben, Verantwortung zu übernehmen. Sie fürchten sich, Fehler zu machen, enthüllt und entlassen zu werden. Wenn Probleme auftauchen, überlassen sie die Entscheidung den Leitern und halten sich immer einen Ausweg offen, um ihre persönlichen Interessen zu wahren. Genau diesem Grundsatz folgen Nichtgläubige in ihren Handlungen. Was Gottes Worte da aufdeckten, traf mich wie ein Stich ins Herz. Hatte ich mich nicht haargenau so verhalten? Als Yilin entlassen wurde, bei den von mir geprüften Predigten Abweichungen und Probleme auftraten und ich unter Beobachtung weiterarbeiten durfte, trat ich nicht vor Gott, um der Ursache der Probleme auf den Grund zu gehen und die Wahrheit zu suchen, um sie zu lösen. Stattdessen machte ich mir Sorgen, entlassen zu werden und keine Pflicht mehr tun zu können und dadurch keine guten Aussichten oder keinen guten Bestimmungsort zu haben. Ich hatte genau gesehen, dass diese Predigten recht praktisch waren und eingereicht werden konnten, doch ich hatte Angst: Sollten sich Abweichungen zeigen, würden meine eigenen Probleme bloßgestellt und ich entlassen. Deshalb schob ich sie unter dem Vorwand, ich sei mir nicht sicher, den Leitern zu, damit sie entscheiden. Falls Probleme auftreten sollten, würde so die Verantwortung nicht allein bei mir liegen. Als die Leiter nicht antworteten, zögerte ich die Sache hinaus und wartete ab. Das führte dazu, dass eine wertvolle Predigt nicht rechtzeitig eingereicht und der Fortschritt behindert wurde. Damals dachte ich, dass ich nicht mehr so versessen auf schnelle Erfolge war wie früher. Auch vertraute ich nicht mehr so sehr auf mich selbst und hielt es für ein Zeichen von Vernunft, bei aufkommenden Problemen die Leiter um ihren Rat zu bitten. Nun erkannte ich endlich, dass ich im Innern verachtenswerte Absichten verborgen hatte. Ich hatte Angst vor der Verantwortung gehabt und hinterhältige Methoden angewandt, um mich selbst zu schützen. Ich war extrem egoistisch, verachtenswert, aalglatt und betrügerisch gewesen! Hätte ich die richtigen Absichten gehabt und an die Arbeit der Kirche gedacht, hätte ich wertvolle Predigten so schnell wie möglich prüfen sollen, damit sie für Gott Zeugnis ablegen konnten. Selbst bei Problemen oder Abweichungen hätte ich diese umgehend zusammenfassen und die Wahrheit suchen können, um sie zu lösen. So wären die Abweichungen immer weniger geworden. Doch ich hatte nicht geglaubt, dass Gott alles genau prüft. Ich hatte Angst, bei einem Fehler entlassen zu werden und somit keine sichere Zukunft mehr zu haben. Um mich selbst zu schützen, nahm ich lieber in Kauf, das Einreichen der Predigten zu verzögern. Die Arbeit der Kirche war mir dabei völlig egal. Dadurch würde ich nicht meine gute Zukunft und guten Bestimmungsort einbüßen, sondern mir auch Gottes Abscheu zuziehen.
Später las ich weitere Worte Gottes: „Manche Menschen glauben nicht, dass Gottes Haus die Menschen gerecht behandelt. Sie glauben nicht, dass Gott in Seinem Haus herrscht und dass dort die Wahrheit herrscht. Sie glauben, dass das Haus Gottes, ganz gleich welche Pflicht eine Person auch tun mag, sich sofort mit dieser Person befassen wird, sobald dabei ein Problem auftritt, dass es ihr die Eignung für das Tun dieser Pflicht absprechen, sie wegschicken oder sogar aus der Kirche entfernen wird. Ist das wirklich der Fall? Sicherlich nicht. Gottes Haus behandelt jede Person nach den Wahrheitsgrundsätzen. Gott ist in Seinem Umgang mit jeder Person gerecht. Er schaut nicht nur darauf, wie sich eine Person in einem einzelnen Fall verhält; Er schaut auf die Wesensnatur einer Person, auf ihre Absichten und auf ihre Einstellung. Insbesondere schaut Er darauf, ob eine Person über sich selbst reflektieren kann, wenn sie einen Fehler macht, ob sie Reue empfindet und ob sie den Kern des Problems anhand Seiner Worte durchschauen kann, somit die Wahrheit schließlich versteht, sich selbst hasst und wirklich Buße tut. … Sagt Mir, wenn ein Mensch einen Fehler gemacht hat, er aber ein wahres Verständnis erlangt und bereit ist, Buße zu tun, würde das Haus Gottes ihm dann nicht eine Chance geben? Während sich Gottes sechstausendjähriger Führungsplan dem Ende zuneigt, gibt es so viele Pflichten, die getan werden müssen. Aber wenn du weder Gewissen noch Vernunft aufweist und dich nicht um deine eigentliche Arbeit kümmerst, wenn du die Gelegenheit bekommen hast, eine Pflicht zu tun, diese aber nicht zu schätzen weißt, nicht im Geringsten nach der Wahrheit strebst und den besten Zeitpunkt verstreichen lässt, dann wirst du enthüllt. Wenn du beim Tun deiner Pflicht ständig nachlässig bist und dich überhaupt nicht unterwirfst, wenn du damit konfrontiert bist, dass man dich zurechtstutzt, kann das Haus Gottes dich dann noch einsetzen, um eine Pflicht zu tun? Im Haus Gottes herrscht die Wahrheit, nicht Satan, und Gott hat bei allem das letzte Wort. Er ist es, der das Werk vollbringt, den Menschen zu retten; Er ist es, der die Herrschaft über alles hat. Es ist nicht nötig, dass du analysierst, was richtig und falsch ist; du musst nur zuhören und dich unterwerfen. Wenn du damit konfrontiert bist, dass man dich zurechtstutzt, solltest du die Wahrheit akzeptieren und deine Fehler korrigieren. Wenn du das tust, wird das Haus Gottes dir deine Eignung, eine Pflicht zu tun, nicht aberkennen. Wenn du immer Angst davor hast, ausgemustert zu werden, dich immer rechtfertigst, immer Spitzfindigkeiten verwendest, um dich zu verteidigen, dann ist das ein Problem. Andere werden sehen, dass du die Wahrheit nicht im Geringsten akzeptierst und dass du völlig unvernünftig bist. Das bedeutet, du steckst in Schwierigkeiten, und die Kirche wird sich mit dir befassen müssen. Du akzeptierst die Wahrheit beim Tun deiner Pflicht überhaupt nicht und hast immer Angst, enthüllt und ausgemustert zu werden. Deine Angst ist mit unlauterer menschlicher Absicht durchsetzt; in dieser Angst existieren verdorbene satanische Dispositionen sowie Misstrauen, Missverständnisse und eine argwöhnische Abwehrhaltung. Nichts davon ist eine Haltung, die ein Mensch haben sollte“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Als ich über die Worte Gottes nachdachte, wurde mir endlich klar, warum ich mich ständig sorgte, bei einem Fehler in meiner Pflicht enthüllt und entlassen zu werden und meine gute Zukunft und guten Bestimmungsort zu verlieren. Der Hauptgrund war, dass ich Gottes gerechte Disposition nicht verstand und nicht glaubte, dass im Hause Gottes die Wahrheit herrscht. Das Haus Gottes folgt Grundsätzen für die Neuzuweisung und die Entlassung von Leuten. Es entlässt niemanden, nur weil er ein oder zwei Dinge falsch gemacht hat oder es gewisse Abweichungen bei seiner Arbeit gibt. Stattdessen achtet es auf das durchgängige Verhalten der Menschen und darauf, ob sie die Wahrheit annehmen und das Ruder schnell herumreißen können, wenn Abweichungen und Probleme auftreten. Ich dachte an Yilin. Obwohl sie ein gewisses Kaliber und einige Begabungen besaß, hatte sie nur nach Ruhm und Status gestrebt und war auf schnelle Erfolge aus gewesen. Als bei ihren Pflichten Abweichungen und Probleme auftraten, hatten die Leiter mehrfach versucht, sie zu führen. Doch sie dachte nicht über sich nach, suchte nicht nach den Grundsätzen und verursachte Unterbrechungen und Störungen in der Arbeit. Deswegen war sie entlassen worden. Im Gegensatz dazu gab es in meinem Umfeld eine Schwester, die beim Prüfen von Predigten nachlässig gewesen war und einige wertvolle Predigten aussortiert hatte. Doch mithilfe von Führung und Zurechtstutzen konnte sie das annehmen, über sich nachdenken und umgehend die Dinge zum Besserern wenden. Die Kirche gab ihr weiterhin die Gelegenheit, ihre Pflicht zu tun. Yilins Entlassung war tatsächlich ein Weckruf für mich. Ich dachte darüber nach, warum bei meiner Prüfung der Predigten so viele Abweichungen und Probleme aufgetreten waren und warum ich kaum Fortschritte gemacht hatte. Die Hauptgründe waren, dass ich arrogant und eingebildet war und in meinen alten Gewohnheiten feststeckte. Bei meiner Pflicht hatte ich mich auf meine Erfahrung verlassen und stur Vorschriften angewandt, anstatt die Grundsätze zu suchen. Infolgedessen hatte ich wertvolle Predigten aussortiert und die Arbeit gestört. Die Leiter hatten mich jedoch wegen der Abweichungen und Probleme, die bei meiner Pflicht auftraten, nicht entlassen. Sie hatten sogar mit mir Gemeinschaft gehalten, um mir zu helfen, meine eigene verdorbene Disposition zu verstehen, und mir eine Gelegenheit gegeben, Buße zu tun und mich zu ändern. Ich hatte es aber nicht nur versäumt, aus Yilins Entlassung etwas zu lernen und über meine eigenen Probleme nachzudenken, ich hatte Gott auch noch missverstanden und war Ihm gegenüber misstrauisch. Ich hatte Predigten klar als wertvoll erkannt, mich aber nicht getraut, eine Entscheidung zu treffen, und sie stattdessen auf die Leiter abgeschoben. Ich hatte Angst gehabt, kein gutes Ergebnis zu haben, wenn ich einen Fehler machte, entlassen würde und keine Pflicht mehr tun könnte. In meiner Vorstellung war Gott genauso wie die verdorbene Menschheit, Er erlaubte den Menschen keine Fehler und musterte sie aus, sobald sie welche machten. Habe ich Gott da nicht verleumdet und gelästert? Ich war wirklich zu niederträchtig und zu betrügerisch gewesen!
Später las ich eine weitere Passage von Gottes Worten und erlangte mehr Verständnis für meinen Zustand. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen müssen mit ehrlichem Herzen an ihre Pflichten und an Gott herangehen. Wer Gott fürchtet, sollte dazu in der Lage sein. Welche Art von Haltung haben Menschen mit ehrlichen Herzen Gott gegenüber? Zumindest haben sie auf jeden Fall gottesfürchtige Herzen. Sie haben in allen Belangen Herzen, die sich Gott unterwerfen; das heißt, sie stellen keine Fragen über Segnungen oder über Unheil, sie stellen keine Bedingungen, und sie liefern sich Gottes Orchestrierungen aus. So sind Menschen mit ehrlichen Herzen. Sind diejenigen, die immer an Gott zweifeln, Ihn immer hinterfragen, immer versuchen, mit Ihm zu feilschen – sind das Menschen mit ehrlichen Herzen? (Nein.) Was wohnt in den Herzen solcher Menschen? Hinterlist und Niederträchtigkeit; sie prüfen immer ganz genau. Und was prüfen sie ganz genau? (Gottes Einstellung zu den Menschen.) Sie prüfen Gottes Einstellung zu den Menschen immer ganz genau. Welches Problem ist das? Und warum prüfen sie das ganz genau? Weil es um ihre grundlegenden Interessen geht. Im Herzen denken sie bei sich: ‚Gott hat diese Situation für mich eingerichtet, Er hat dafür gesorgt, dass mir das passiert. Warum hat Er das getan? Anderen ist das nicht passiert – warum musste mir das passieren? Und was werden die Folgen sein?‘ Das sind die Dinge, die sie unter die Lupe nehmen, sie werfen einen genauen Blick auf ihre Gewinne und ihre Verluste, auf ihren Segen und auf jedes Unheil, das ihnen widerfährt. Und können sie die Wahrheit praktizieren, während sie diese Dinge ganz genau prüfen? Können sie sich Gott unterwerfen? Das können sie nicht. Was ist die Natur der Dinge, über die sie in ihren Herzen nachdenken? All diese Dinge drehen sich um ihre eigenen Interessen und darum, sich selbst Vorteile zu sichern. … Jeder, der besonderen Wert auf seine eigenen Zukunftsaussichten, sein Schicksal und seine Interessen legt, schaut sich immer ganz genau an, ob Gottes Werk für seine Zukunftsaussichten, für sein Schicksal und für die Erlangung von Segnungen vorteilhaft ist. Was ist letztendlich die Konsequenz davon, dass sie immer alles genau prüfen? Da Gottes Werk nicht mit ihren Auffassungen übereinstimmt, kann die Konsequenz nichts anderes sein, als dass sie sich oft über Gott beschweren, sich gegen Gott auflehnen und sich Gott widersetzen. Selbst wenn sie es schaffen, weiterhin ihre Pflicht auszuführen, tun sie dies nachlässig und voller Negativität; in ihrem Herzen denken sie ständig darüber nach, wie sie sich einen Vorteil verschaffen und keinen Verlust erleiden können. Wenn man die eigene Pflicht mit solchen Absichten ausführt, ist das gleichbedeutend damit, zu versuchen, mit Gott zu feilschen. Was für eine Disposition zeigt das auf? Verlogenheit, eine niederträchtige Disposition. Es handelt sich hier nicht um eine gewöhnliche verdorbene Disposition – sie hat sich zu Niederträchtigkeit verschlimmert. Diese Art von niederträchtiger Disposition in seinem Herzen zu hegen, bedeutet, gegen Gott zu kämpfen! Ihr solltet dieses Problem durchschauen. Wenn jemand Gott immer hinterfragt und seine Pflicht mit einer Quid-pro-quo-Denkweise ausführt, wird so jemand in der Lage sein, seine Pflicht zu erfüllen? Auf keinen Fall. Solche Menschen verehren Gott nicht von Herzen, noch sind ihre Anbetung Gottes oder ihr Umgang mit ihrer Pflicht von Ehrlichkeit geprägt. Bei ihrer Pflichtausführung schauen sie nur zu und beobachten nur, und sie halten sich immer zurück. Welche Folgen hat das? Gott wirkt nicht in ihnen – sie sind wirrköpfig und verwirrt, sie verstehen die Wahrheitsgrundsätze nicht, und sie handeln immer nach ihrem eigenen Willen und machen ständig Fehler. Warum machen sie ständig Fehler? Weil ihr Verstand zu verworren ist; wenn Probleme auftreten, denken sie weder über sich selbst nach noch suchen sie die Wahrheit, um diese Probleme zu lösen. Stattdessen beharren sie darauf, nach ihrem eigenen Willen und ihren eigenen Vorlieben zu handeln. Infolgedessen machen sie bei der Ausführung ihrer Pflicht ständig Fehler. Die Arbeit der Kirche und die Interessen des Hauses Gottes sind ihnen egal. Sie intrigieren immer für ihren eigenen Vorteil, schmieden immer Pläne für ihre eigenen Interessen, ihren Stolz und ihren Status. Sie versäumen es nicht nur, ihre Pflicht gut auszuführen, sie beeinträchtigen und verzögern auch die Arbeit der Kirche. Schlagen diese Leute so nicht den falschen Weg ein und vernachlässigen ihre eigentlichen Aufgaben? Wenn jemand beim Ausführen seiner Pflicht immer Pläne für seine eigenen Interessen und Zukunftsaussichten macht und keinerlei Rücksicht auf die Arbeit der Kirche oder die Interessen des Hauses Gottes nimmt, ist das nicht das Ausführen einer Pflicht. Das ist ein Planen für persönlichen Gewinn, ein Tun von Dingen, um sich Vorteile zu sichern und Segnungen für sich selbst zu erlangen. Wenn das Ausführen einer Pflicht so ist, ändert sich seine Natur: Es wird zu einem Versuch, Geschäfte mit Gott zu machen, das Ausführen der Pflicht zu nutzen, um die eigenen persönlichen Ziele zu erreichen. Diese Art, Dinge zu tun, wird die Arbeit des Hauses Gottes nur allzu wahrscheinlich stören“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn man nach den Wahrheitsgrundsätzen sucht, kann man seine Pflicht gut ausführen). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass Menschen mit einem ehrlichen Herz bei ihrer Pflicht nicht an ihre eigenen Gewinne, Verluste, Segnungen oder Unglücksfälle denken. Sie versuchen nicht, mit Gott Handel zu treiben, sondern führen ihre Pflicht mit Leib und Seele aus, um Gott zufriedenzustellen. Genau wie Noah: Gott trug ihm auf, die Arche zu bauen, und Noah überlegte nicht, ob er sie bauen konnte oder nicht. Von ganzem Herzen dachte er nur daran, wie er Gottes Auftrag so schnell wie möglich ausführen konnte. Noahs reines, ehrliches und unterwürfiges Herz gewann Gottes Anerkennung. Betrügerische und niederträchtige Menschen gehen ihre Pflicht an, indem sie ständig alles genau prüfen und beobachten und bei jeder Gelegenheit Pläne für ihre eigenen Zukunftsaussichten und Wege schmieden. Diese Art von Mensch zieht Gottes Abscheu auf sich. Als ich über Gottes Worte nachdachte, gingen sie mir durch Mark und Bein. Ich dachte darüber nach, dass die Art und Weise, wie ich mit meiner Pflicht umging, nicht im Geringsten von einem aufrichtigen Herzen zeugte. Ich hatte Gottes Absicht überhaupt nicht berücksichtigt. Ich hatte nicht überlegt, wie ich so schnell wie möglich Predigten prüfen könnte, die den Anforderungen entsprechen, damit man mit ihnen das Evangelium predigen und für Gott Zeugnis ablegen kann. Stattdessen hatte ich Gott mit cleveren Tricks ausgespielt und war Ihm gegenüber stets misstrauisch, um mich selbst zu schützen, und bat die Leiter, alle Entscheidungen zu treffen. Es war wirklich zutiefst betrügerisch von mir, meine Pflicht mit einer solchen Absicht zu tun! Bei meiner Pflicht hatte ich ständig an meine Zukunft und meinen Bestimmungsort gedacht, als würde ich, solange ich keinen Fehler machte und nicht entlassen würde, überleben, wenn Gottes Werk abgeschlossen ist, und einen guten Bestimmungsort haben. Die Disposition Gottes ist gerecht und heilig. Weil ich bei meiner Pflicht eine Haltung von misstrauischer Vorsicht gegenüber Gott an den Tag legte, konnte ich Gottes Erleuchtung und Führung nicht empfangen. Meine Gedanken waren extrem wirr, und ich konnte Probleme in den Predigten nicht erkennen. So weiterzumachen, würde die Arbeit der Kirche nur unterbrechen und stören, und ich würde wirklich enthüllt und ausgemustert werden, wenn die Zeit gekommen ist. Als ich das verstand, bekam ich es mit der Angst zu tun und betete eilig und voller Reue zu Gott.
Eines Tages las ich während meiner Andacht diese Worte Gottes und fand einen Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Pflichtausführung des Menschen ist tatsächlich die Erfüllung von allem, was dem Menschen innewohnt, das heißt, was dem Menschen von Natur aus möglich ist. Dann ist seine Pflicht erfüllt. Was die Mängel im Dienst des Menschen betrifft, so werden diese durch fortschreitende Erfahrung und den Prozess, sich dem Gericht zu unterziehen, allmählich weniger; sie behindern oder beeinträchtigen die Pflicht des Menschen nicht. Jene Menschen, die aufhören zu dienen oder nachgeben und zurückfallen, aus Angst, es könnte Unzulänglichkeiten in ihrem Dienst geben, sind die feigsten von allen. … Obwohl die Pflicht des Menschen durch viele menschliche Gedanken und Auffassungen verfälscht ist, musst du deine Pflicht tun und hingebungsvoll sein. Die Unreinheiten in der Arbeit des Menschen sind eine Frage seines Kalibers, wohingegen es seine Aufsässigkeit zeigt, wenn der Mensch seine Pflicht nicht ausführt“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Unterschied zwischen dem Amt des fleischgewordenen Gottes und der Pflicht des Menschen). „Ganz gleich, welche Pflicht du tust, nur wenn du in allen Dingen darauf bestehst, nach den Wahrheitsgrundsätzen vorzugehen, bist du deiner Verantwortung wirklich nachgekommen. Wenn man nach menschlicher Art nur nach Schema F vorgeht, ist man oberflächlich; nur wenn man an den Wahrheitsgrundsätzen festhält, bedeutet das, dass man seine Pflicht gut ausführt und seiner Verantwortung nachkommt. Und wenn du deiner Verantwortung nachkommst, manifestiert sich darin dann nicht Treue? Darin manifestiert sich, dass du deine Pflicht treu ausführst. Nur wenn du dieses Verantwortungsbewusstsein, diese Entschlossenheit und dieses Verlangen sowie diese Manifestation der Treue in Bezug auf deine Pflicht aufweist, wird Gott dich wohlwollend betrachten und dich billigen“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (8)). Gottes Worte gaben mir einen Weg der Praxis. Gottes Anforderungen an uns sind nicht hoch. Er verlangt nicht von uns, dass wir alles perfekt und fehlerfrei machen. Solange wir ein ehrliches Herz haben, alles, was wir tun können, auch mit Leib und Seele tun, unsere Absichten korrigieren, wenn wir etwas nicht durchschauen können, und darüber mit den Brüdern und Schwestern, mit denen wir arbeiten, sowie den Leitern kommunizieren, gemeinsam die Grundsätze suchen, nicht passiv abwarten und unserer Verantwortung gerecht werden, wird Gott es gutheißen. Ich dachte daran zurück, wie ich früher beim Prüfen von Predigten gewesen war. Ich war arrogant gewesen, hatte mich auf meine Erfahrung verlassen und suchte nicht nach den Wahrheitsgrundsätzen, weshalb Abweichungen auftraten. Jetzt muss ich mich bemühen, die Grundsätze besser zu befolgen. Bei jeder Predigt, die ich prüfe, muss ich ein gottesfürchtiges Herz haben und alles gemäß den Grundsätzen beurteilen. Auch wenn bei meiner Pflicht immer noch Probleme und Abweichungen auftreten werden, muss ich richtig damit umgehen, die Gründe zusammenfassen und umgehend eine Wende herbeiführen. Als ich das verstand, dachte ich nicht mehr darüber nach, ob ich entlassen werde oder nicht, und konnte mein Herz meiner Pflicht widmen. In dieser Zeit nahmen die Probleme und Abweichungen allmählich etwas ab, und ich machte sowohl fachlich als auch in Bezug auf die Grundsätze einige Fortschritte. Mein Herz war voll innerem Frieden.
Später wurde ich zur Teamleiterin gewählt. Einmal schickten die Verantwortlichen einen Brief, in dem sie darauf hinwiesen, dass das Thema der Predigten, die wir diesmal eingereicht hatten, unklar sei und die Gemeinschaft über die Wahrheit nicht praktisch sei. Sie fragten, ob ich sie geprüft hätte – warum ich die Probleme nicht gesehen hatte? Als ich den Brief las, wurde mir schwer ums Herz. Es stimmte, dass ich diese Probleme nicht gesehen hatte. Ich konnte nicht anders, als zu vermuten: „Wenn die Betreuer sehen, dass ich diese Pflicht schon so lange tue, aber die Grundsätze immer noch nicht verstehe, werden sie dann denken, ich sei für diese Pflicht nicht geeignet, und mich entlassen?“ Danach war ich bei meinen Pflichten wieder zaghaft und es fehlte mir an Eigeninitiative. Obwohl ich genau erkennen konnte, dass einige Predigten wertvoll waren, hatte ich Angst, einen weiteren Fehler zu machen und enthüllt zu werden, also gab ich sie an die Verantwortlichen weiter, damit sie sie beurteilen und prüfen. Ich erkannte, dass ich mich in einem falschen Zustand befand und wieder an meine eigenen Zukunftsaussichten und Wege dachte. Mir fiel eine Passage von Gottes Worten ein, und ich schlug sie nach, um sie zu lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Ganz gleich, welche Pflicht du tust oder welche Arbeit du verrichtest: Jeder macht mal Fehler und erlebt Dinge, die sein Kaliber und seine Einsicht übersteigen. Das ist ganz normal, und du musst lernen, richtig damit umzugehen. … Was du stattdessen tun solltest, ist, sofort über dich selbst nachzudenken und herauszufinden, ob der Fehler durch mangelnde Kompetenz bei deiner Arbeit verursacht wurde, durch die Verfälschung deines Handelns mit persönlichen Absichten oder dadurch, dass du Dinge auf der Grundlage deiner Auffassungen und Einbildungen tust. All diese Aspekte solltest du prüfen. Wenn es an mangelnder Kompetenz bei deiner Arbeit liegt, kannst du dir die beruflichen Fähigkeiten aneignen oder dich mit Leuten beraten und besprechen, die sich in dem Beruf auskennen. Wenn deine Absichten falsch sind oder du Auffassungen und Einbildungen hegst, solltest du über dich nachdenken und versuchen, dich selbst in Gottes Worten zu erkennen, und dann deine falschen Absichten oder Auffassungen korrigieren und dich gegen sie auflehnen und gemäß Gottes Worten praktizieren. Wenn du das Problem nicht selbst lösen kannst, kannst du dich natürlich auch an einen Kirchenleiter oder jemanden, der die Wahrheit versteht, wenden, um bei dieser Person Rat zu suchen und mit ihr Gemeinschaft zu halten. Wird das Problem auf diese Weise nicht gelöst?“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (6)). Nachdem ich diese Passage von Gottes Worten gelesen hatte, fühlte sich mein Herz voller Klarheit und Erleuchtung. Wenn bei meiner Pflicht Abweichungen und Probleme auftreten, muss ich richtig damit umgehen, indem ich nachdenke, zusammenfasse und der Ursache des Problems auf den Grund gehe. Dann dachte ich über mich selbst nach und entdeckte, dass ich mich, wenn ich Predigten prüfte, auf meine Erfahrung verließ. Wenn ich sah, dass der allgemeine Rahmen stimmte, machte ich mir keine Gedanken über die Details. Das führte dazu, dass ich einige Probleme nicht fand. Von da an sortierte ich die Predigten mit Problemen aus und besprach sie mit meinen Schwestern. Durch Austausch und Diskussion verstand ich die relevanten Wahrheiten und Grundsätze ein bisschen besser. Durch diese Erfahrungen habe ich wirklich verstanden, dass wir nur, indem wir unsere misstrauische Vorsicht aufgeben und eine Haltung des Suchens nach der Wahrheit annehmen, Gottes Erleuchtung und Führung erlangen und unsere Pflicht gut tun können.