70. Jetzt kann ich mit Menschen nach den Grundsätzen umgehen
Im Juni 2023 wurde ich zur Verantwortlichen für Textarbeit gewählt. Im Umgang mit meinen Brüdern und Schwestern wurde mir klar, dass ihre fachlichen Fähigkeiten und ihr Arbeitsvermögen relativ schwach waren, also leitete ich sie geduldig an, half ihnen und hielt mit ihnen Gemeinschaft, um jegliche Schwierigkeiten, die sie hatten, zu lösen. Aber als es viel zu tun gab, verlor ich die Geduld und fing an, auf sie herabzuschauen. Im Juli sah sich die Kirche einer brutalen Verhaftungswelle der KPCh gegenüber. Ich konnte viele der Texter nicht erreichen, und unsere Arbeitsergebnisse ließen nach. Die Brüder und Schwestern eines Teams wollten von mir wissen, wie wir mit der anstehenden Arbeit verfahren sollten. Zu der Zeit kümmerte ich mich um eine andere Aufgabe, also tauschte ich mich kurz mit ihnen über die allgemeine Richtung aus, mit der die Arbeit erledigt werden sollte. Ich ging davon aus, dass sie wissen würden, wie man sie umsetzt. Doch die Teamleiterin schrieb mir zurück und sagte, dass sie einige Schwierigkeiten hätten. Ich dachte bei mir: „Als es mit den Verhaftungen in der Kirche losging, wusste ich auch nicht, was ich tun sollte, aber durch Beten und Suchen konnte ich einige Wege finden. Warum weißt du nicht, dass du selbst einen Weg finden solltest? Du kannst dich immer nur über Schwierigkeiten beschweren. Du bist einfach nicht mit vollem Herzen bei deiner Pflicht; du wartest nur darauf, dass dir eine fertige Lösung serviert wird. Du bist die Teamleiterin; wenn du dich über Schwierigkeiten beschwerst, wird sich das negativ auf die anderen auswirken.“ Bei einer Versammlung sagte ich in anklagendem Ton: „Habt ihr irgendwelche Lösungen für diese Schwierigkeiten besprochen? Was macht ihr überhaupt den ganzen Tag? Warum versucht ihr nicht, selbst einen Weg zu finden?“ Ich sah, dass die Schwester bestürzt schien, und merkte, dass ich mich im Ton vergriffen hatte. Aber dann dachte ich, dass es stimmte, was ich gesagt hatte, und dass ich versuchte, sie anzuleiten, sich bei Schwierigkeiten mehr auf Gott zu verlassen, anstatt sich nur zu beschweren. Ich sagte mir, es sei zu ihrem Besten. Weil ich schnell spreche, reagierte Schwester Liu manchmal nicht sofort, wenn ich sie etwas fragte, und ihre Antworten waren etwas umständlich. Dann schaute ich auf sie herab und dachte: „Du beantwortest doch gar nicht meine Frage. Kannst du nicht einfach direkt und auf den Punkt antworten? Warum musst du so um den heißen Brei herumreden?“ Dann sagte ich in vorwurfsvollem Ton: „Rede nicht um den heißen Brei herum. Antworte einfach auf die Frage, die dir gestellt wurde, sonst versteht dich niemand!“ Nachdem ich das gesagt hatte, fühlte sie sich etwas eingeschränkt. Einmal sprach Schwester Zhang über ihren Zustand und sagte, dass sie manchmal, wenn ich sie etwas fragte, nicht sofort begriff, was ich meinte. Wenn ihre Antworten nicht auf den Punkt waren, wies ich sie zurecht, und dann traute sie sich nicht mehr, etwas zu sagen, aus Angst, sie würde zurechtgestutzt, weil sie nicht auf den Punkt antwortete. Als ich Schwester Zhang das sagen hörte, dachte ich immer noch nicht über mich nach. Stattdessen dachte ich, ihr sei ihr Ansehen zu wichtig. Ich dachte: „Ist es nicht zu deinem Besten, dass ich dich auf deine Probleme hinweise? Warum fühlst du dich überhaupt eingeschränkt? Du bist einfach zu empfindlich!“ Nach einer Weile distanzierten sich die Schwestern etwas von mir. Manchmal hörte ich sie im Büro plaudern und lachen, aber sobald ich hereinkam, wurden sie still. Mir wurde klar, dass sie mich alle meiden würden, wenn das so weiterginge – wie könnten wir dann noch zusammenarbeiten, um unsere Pflichten zu tun? Also suchte ich einige von Gottes Worten heraus, die eine arrogante Disposition im Detail analysierten, und versuchte zu sehen, wie sie auf mich zutrafen. Ich zügelte mich auch nach außen hin und versuchte, generell in einem sanfteren Ton mit ihnen zu sprechen oder Witze zu erzählen, um die Stimmung aufzulockern.
Später fand Bruder Wang, ein Mitarbeiter, heraus, dass sich mehrere Teammitglieder durch mich eingeschränkt fühlten, und wies mich auf mein Problem hin. Er las mir viele von Gottes Worten vor, und besonders eine Passage hinterließ einen tiefen Eindruck. Der Allmächtige Gott sagt: „Kannst du den Leuten dabei helfen, die Wahrheit zu verstehen und in die Wirklichkeit einzutreten, wenn du nur Worte und Glaubenssätze äußerst und sie schulmeisterst und sie zurückstutzt? Wenn das, worüber du Gemeinschaft hältst, nicht praktisch ist und es sich dabei nur um Worte und Glaubenslehre handelt, wird es nicht fruchten, egal wie sehr du sie schulmeisterst und zurückstutzt. Denkst du, wenn die Leute eine gewisse Angst vor dir haben und tun, was du ihnen sagst, und nicht zu widersprechen wagen, sei das dasselbe wie wenn sie die Wahrheit verstehen und sich unterwerfen? Das ist völlig falsch. Lebenseintritt ist nicht so einfach. Manche Menschen, die Leiter werden, sind wie neue Manager, die versuchen, einen starken ersten Eindruck zu hinterlassen; als Erstes versuchen sie, Gottes auserwähltem Volk ihre neu gewonnene Autorität aufzuzwingen und jeden dazu zu bringen, ihnen zu gehorchen. Sie denken, das wird ihre Arbeit erleichtern. Wenn du die Wahrheitsrealität nicht besitzt und nicht über die Wahrheit Gemeinschaft halten kannst, um Probleme zu lösen, dann wird es nicht lange dauern, bis deine wahre Größe offenbart und dein wahres Gesicht entlarvt wird, und es könnte durchaus sein, dass du ausgemustert wirst. Bei einiger administrativer Arbeit ist es akzeptabel, Menschen ein wenig zurechtzustutzen und zu disziplinieren. Aber wenn du unfähig bist, über die Wahrheit Gemeinschaft zu halten, kannst du Probleme am Ende immer noch nicht lösen, und das wird sich auf die Ergebnisse der Arbeit auswirken. Wenn du, egal welche Probleme in der Kirche aufkommen, die Menschen immer schulmeisterst und andauernd Anschuldigungen machst und du dich stets nur ungebührlich anderen gegenüber verhältst, dann zeigt sich darin deine verdorbene Disposition, und du hast die hässliche Fratze deiner Verderbtheit gezeigt. Wenn du dich immer auf ein Podest stellst und die Leute auf diese Weise schulmeisterst, dann können die Menschen mit der Zeit von dir nicht mehr mit Leben versorgt werden, sie gewinnen nichts Praktisches und werden dich stattdessen verabscheuen und von dir angewidert sein. Darüber hinaus wird es einige geben, die, nachdem sie aufgrund von mangelndem Urteilsvermögen von dir beeinflusst wurden, dich zum Beispiel nehmen und anfangen, andere zu schulmeistern und zurechtzustutzen. Auch sie werden wütend werden und die Beherrschung verlieren. Du bist nicht nur nicht in der Lage, die Probleme der Leute zu lösen – du förderst auch ihre verdorbenen Dispositionen. Und führt das die Leute nicht auf den Weg ins Verderben? Ist das nicht ein Akt des Bösen? Ein Leiter sollte vor allem dadurch führen, dass er Gemeinschaft über die Wahrheit hält und das Leben bereitstellt. Wenn du dich immer auf ein Podest stellst und andere belehrst, werden sie dann die Wahrheit verstehen können? Wenn du eine Zeit lang auf diese Weise arbeitest und die Leute dich deutlich als das erkennen, was du bist, dann werden sie dich ablehnen. Kannst du Menschen vor Gott bringen, indem du auf diese Weise arbeitest? Auf keinen Fall. Du wirst die Arbeit der Kirche nur durcheinanderbringen und dafür sorgen, dass Gottes auserwähltes Volk dich verabscheut und zurückweist“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Als ich über Gottes Worte nachdachte, trafen sie mich wirklich mitten ins Herz. Gott enthüllte meinen exakten Zustand. Ich war eine Verantwortliche, doch wenn ich sah, dass die Brüder und Schwestern bei ihren Pflichten Schwierigkeiten und Probleme hatten, habe ich nicht nur weder Gemeinschaft mit ihnen gehalten noch ihnen geholfen, sondern sie stattdessen ständig von oben herab belehrt und kritisiert. Das führte dazu, dass alle mich mieden und vor mir Angst hatten. Ihr Zustand verschlechterte sich, und es hat ihre Fähigkeit, ihre Pflichten zu tun, beeinträchtigt. Dass ich Menschen nach meinen verdorbenen Dispositionen behandelte, war für Gott wirklich abscheulich und für andere abstoßend. Vor einer Weile kam es in der Kirche zu Massenverhaftungen, viele Texter waren nicht zu erreichen und der Fortschritt der Textarbeit verlangsamte sich. Die Brüder und Schwestern befanden sich in einer schwierigen Lage und wussten nicht, wie sie diese Situation erfahren sollten. Sie brauchten in dieser Zeit meine Gemeinschaft und meine Hilfe, um mit ihnen zusammen einen Weg nach vorne zu finden und die verschiedenen Schwierigkeiten und Probleme, die sie hatten, zu lösen. Aber anstatt ihnen praktische Gemeinschaft und Hilfe anzubieten, schaute ich auf die Schwestern herab und belehrte sie. Folglich erhielten sie keine Hilfe, wurden aber bei jeder Gelegenheit von mir eingeschränkt. Das war alles andere als meine Pflicht zu tun! Tat ich hier nicht nur Böses? Das wurde mir erst recht bewusst, als ich folgende Worte Gottes las: „Wenn du dich immer auf ein Podest stellst und die Leute auf diese Weise schulmeisterst, dann können die Menschen mit der Zeit von dir nicht mehr mit Leben versorgt werden, sie gewinnen nichts Praktisches und werden dich stattdessen verabscheuen und von dir angewidert sein.“ Wenn ich als Verantwortliche andere von oben herab belehrte und einschränkte, würde ich nicht nur die Arbeit vermasseln. Denn wenn die Brüder und Schwestern keine Hilfe von mir bekämen, würden sie mich ablehnen. Nun hatten die Ergebnisse unserer Arbeit nachgelassen, die Brüder und Schwestern waren in einem schlechten Zustand, und ich wurde auf diese Weise zurechtgestutzt und entlarvt. War das nicht eine Maßregelung von Gott? Als ich das erkannte, fühlte ich mich zutiefst betrübt und schuldig. Ich wollte einfach nur zur Ruhe kommen und die Wahrheit suchen, um meine Probleme zu lösen.
Später las ich eine weitere Passage von Gottes Worten, die mich wirklich tief berührte. Der Allmächtige Gott sagt: „Ich habe festgestellt, dass viele Leiter nur wissen, wie man Leute belehrt und anderen herablassend von oben herab predigt, sie aber nicht in der Lage sind, mit anderen als Gleichgestellten zu kommunizieren oder normal mit Menschen zu interagieren. Wenn manche Menschen etwas sagen, ist es immer so, als würden sie eine Rede halten oder einen Bericht erstatten. Ihre Worte richten sich immer nur auf die Zustände anderer Menschen, aber sie öffnen sich nie in Bezug auf sich selbst. Sie analysieren niemals im Detail ihre eigenen verdorbenen Dispositionen, sondern nur die Probleme anderer Menschen im Detail, sodass jeder davon erfährt. Warum tun sie das? Warum halten sie solche Predigten und sagen solche Dinge? Was sie tun, beweist, dass sie nicht die geringste Selbstkenntnis besitzen, dass sie über zu wenig Vernunft verfügen und dass sie zu arrogant und selbstgerecht sind. Sie glauben, die Fähigkeit zu besitzen, die verdorbenen Gesinnungen anderer Menschen zu erkennen, würde beweisen, dass sie über anderen stehen, Menschen und Dinge besser als andere beurteilen können und weniger verdorben sind als andere Menschen. Sie können andere entlarven, im Detail analysieren und belehren, aber sie öffnen sich weder selbst noch entlarven oder analysieren im Detail ihre eigenen verdorbenen Dispositionen, legen sich offen oder sagen etwas über ihre eigenen Absichten. Sie belehren andere Menschen immer dafür, sich unangemessen zu verhalten. Was sie da tun, ist, sich selbst zu verherrlichen und sich selbst zu erhöhen. Warum machst du auf so unvernünftige Weise Probleme, seit du ein Leiter geworden bist? Warum belehrst du andere beiläufig, bist willkürlich und handelst stur nach deinem eigenen Willen, seit du zum Leiter einer Kirche gemacht wurdest? Warum denkst du, wenn du diese Worte sagst, nie an die Konsequenzen oder an deine eigene Identität? Warum handelst du so? Das liegt daran, dass du, obwohl du ein Leiter bist, weder deine eigene Stellung noch deine Identität kennst. Dich als Leiter einzuteilen, erhebt dich lediglich und gibt dir die Chance, zu praktizieren. Der Grund dafür ist nicht, dass du mehr Wahrheitsrealität besitzt als andere oder besser bist als sie. Tatsächlich besitzt du, genau wie jeder andere, keine Wahrheitsrealität. Und in mancherlei Hinsicht bist du vielleicht sogar verdorbener als andere. Warum belehrst, beschimpfst und beschränkst du andere also willkürlich und unvernünftig? Warum andere zwingen, dir zuzuhören? Warum zwingst du andere, dir zuzuhören, selbst wenn du Dinge falsch machst? Was beweist das? Dass du dich über deinen Stand erhebst. Du arbeitest nicht vom Rang eines Menschen aus, sondern stellst dich bei deiner Arbeit auf die Stufe Gottes, eine Stufe, auf eine erhöhte Stufe“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Über Gottes Verwaltungsverordnungen im Zeitalter des Königreichs). Als ich Gottes Worte las, trafen sie mich mitten ins Herz. War ich nicht die Art von Mensch, von der Gott sprach? Die fachlichen Fähigkeiten und das Arbeitsvermögen der Schwestern waren relativ schwach, und als ihre Arbeit durch die Situation mit den Massenverhaftungen behindert wurde, brauchten sie mich, um ihnen zu helfen, eine Lösung zu finden. Aber anstatt ihnen mit ganzem Herzen zu helfen, habe ich sie auch noch von oben herab belehrt. Ich spreche sehr schnell, und wenn mich eine Schwester deswegen nicht verstand, bekam sie eine Standpauke von mir. Ich bereitete anderen nichts als Schmerz und Schaden und beeinträchtigte zudem noch die Arbeit. Wo war darin auch nur ein Funken Menschlichkeit? Ich dachte an die Antichristin Ye, die vor einiger Zeit ausgeschlossen worden war. Wenn sie einige Abweichungen oder Probleme bei den Pflichten der Brüder und Schwestern bemerkte, belehrte sie sie, stutzte sie zurecht und quälte sie, ohne den Kontext zu berücksichtigen oder zu verstehen, wo ihre eigentlichen Schwierigkeiten lagen. Dies führte dazu, dass die Brüder und Schwestern Angst hatten, wenn sie sie sahen, und ständig auf der Hut waren, was ihre Pflichten beeinträchtigte. Dann betrachtete ich mich selbst. Obwohl ich die Leute nicht so streng belehrte und so sehr quälte wie Ye, lebten die Schwestern alle in ständiger Vorsicht, weil ich auf die Teammitglieder herabschaute und sie belehrte. Sie dachten nur darüber nach, wie sie mich zufriedenstellen konnten, um eine Standpauke zu vermeiden, was sowohl ihren Zustand als auch die Arbeit beeinträchtigte. Mir wurde klar: Dass ich andere einschränkte, war in seiner Natur und in seinen Folgen sehr ernst, und sollte ich das Ruder nicht herumreißen, würde ich auf dem Weg einer Antichristin enden und ausgemustert werden, genau wie Ye. Ich hatte Angst und fühlte mich zugleich schuldig, also betete ich zu Gott, um Buße zu tun, und bat Ihn, mich darin zu führen, weiter über mich nachzudenken und Selbsterkenntnis zu erlangen.
Danach las ich einige von Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis meines Problems. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du in deinem Herzen die Wahrheit wirklich verstehst, dann weißt du, wie du die Wahrheit praktizieren und dich Gott unterwerfen kannst, und du wirst ganz natürlich den Weg des Strebens nach der Wahrheit einschlagen. Wenn der Weg, den du gehst, der richtige ist und mit den Absichten Gottes übereinstimmt, dann wird das Wirken des Heiligen Geistes dich nicht verlassen – in diesem Fall wird es immer unwahrscheinlicher, dass du Gott verrätst. Ohne die Wahrheit ist es leicht, Böses zu tun, und du wärest nicht in der Lage, dir selbst zu helfen. Wenn du zum Beispiel eine arrogante und eingebildete Disposition hättest, würde es keinen Unterschied machen, wenn man dir sagen würde, dass du dich Gott nicht widersetzen solltest, da du dich nicht beherrschen könntest – dies wäre für dich etwas Unwillkürliches. Du würdest es nicht absichtlich tun; du würdest es unter der Dominanz deiner arroganten und eingebildeten Natur tun. Deine Arroganz und deine Eingebildetheit würden dazu führen, dass du Gott verachtest und missachtest; sie würden dich dazu verleiten, dich selbst zu erhöhen, und dazu führen, dass du dich bei jeder Gelegenheit zur Schau stellst; sie würden dazu führen, dass du auf andere herabblickst und in deinem Herzen keinen Platz für andere lässt, außer für dich selbst; sie würden dir Gottes Platz in deinem Herzen rauben und schließlich würden sie dich dazu bringen, dich an Gottes Platz zu setzen und zu verlangen, dass die Menschen sich dir unterwerfen und dich dazu bringen, deine eigenen Ideen, Gedanken und Auffassungen als die Wahrheit zu verehren. So viel Böses wird von Menschen unter der Vorherrschaft ihrer arroganten und eingebildeten Natur verübt!“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur durch Verfolgen der Wahrheit kannst du Änderungen in deiner Disposition erreichen). Durch Gottes Worte verstand ich, dass der Hauptgrund, warum ich auf Menschen herabschaute und sie einschränkte, darin lag, dass meine Natur zu arrogant war. Wenn die Schwestern Schwierigkeiten hatten und nicht wussten, wie sie diese lösen sollten, brauchten sie meine praktische Hilfe. Aber ich dachte, sie sollten in der Lage sein, selbst durch Beten und Suchen einen Weg nach vorne zu finden, und dass sie doch begreifen müssten, was ich meine, wenn ich es nur einfach genug erklärte. Wenn sie trotzdem noch Schwierigkeiten hatten, fing ich an, auf sie herabzuschauen, und stutzte sie einfach zurecht, ohne wirklich zu fragen, wo genau sie nicht weiterkamen. Und dabei war ich früher auch oft ratlos gewesen, wenn es Schwierigkeiten gab, und hatte nicht gewusst, wie ich sie lösen sollte, und manchmal weinte ich sogar heimlich. Dennoch hielt ich mich für besser als die Teammitglieder, und in meinem Herzen erhöhte ich mich und setzte sie herab. Ich war so arrogant und ohne jegliche Vernunft! Indem ich die Schwestern gemäß meiner arroganten Disposition behandelte, schränkte ich sie ein und verursachte Störungen und Unterbrechungen bei unserer Pflicht. Widersetzte ich mich da nicht Gott? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass ich wirklich unfreiwillig Böses tun könnte, wenn meine arrogante Disposition nicht beseitigt würde. Ich wollte mich von Grund auf ändern, eine Wende schaffen und die Schwestern gemäß Gottes Worten behandeln.
Eines Tages las ich Gottes Worte, die mich sehr bewegt haben und mir die nötige Entschlossenheit verliehen, um die Wahrheit zu praktizieren. Der Allmächtige Gott sagt: „Da Ich sehe, dass ihr alle gefühllos seid, die Wahrheit nicht liebt und nicht nach der Wahrheit strebt, was mit eurem schlechten Kaliber einhergeht, muss Ich ausführlich darüber sprechen. Ich muss alles klar und deutlich erklären, über die Dinge von jedem Blickwinkel und auf jede erdenkliche Weise sprechen, und die Dinge in Meiner Rede aufschlüsseln und in ihre Einzelteile zerlegen. Erst dann versteht ihr ein bisschen. Wenn Ich mit euch oberflächlich wäre und ein wenig über irgendein Thema sprechen würde, wann immer Ich Lust dazu hätte, Mir keine Gedanken dazu machen und Mir keine Mühe geben würde, wenn ich nicht mit dem Herzen bei der Sache wäre und Mich nicht äußern würde, wenn Ich keine Lust dazu habe, was würdet ihr erlangen? Mit Kalibern wie euren würdet ihr die Wahrheit nicht verstehen, ihr würdet nichts gewinnen, und erst recht würdet ihr nicht gerettet werden. Dementsprechend kann Ich das nicht tun, sondern Ich muss im Detail sprechen. Ich muss ins Detail gehen und Beispiele für die Zustände jeder Art von Person, die Einstellungen, die Menschen zur Wahrheit haben, und jede Art von verdorbener Disposition geben, und muss Mich wiederholen; erst dann werdet ihr verstehen, was ich sage, und verstehen, was ihr hört. Ganz gleich, über welchen Aspekt der Wahrheit Ich Gemeinschaft halte, Ich verwende verschiedene Ausdrucksweisen und benutze verschiedene Methoden des gemeinschaftlichen Austausches für Erwachsene und für Kinder. Zudem benutze ich auch andere Methoden, wie über grundlegende Prinzipien zu sprechen und Geschichten zu erzählen, über Theorie zu sprechen und über Praxis und Erfahrung zu sprechen, damit die Menschen die Wahrheit verstehen und in die Realität eintreten können. Auf diese Weise werden diejenigen, die Kaliber und Herz besitzen, die Chance haben, die Wahrheit zu verstehen und zu akzeptieren, und gerettet werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Um seine Pflicht gut zu erfüllen, muss man zumindest ein Gewissen und Vernunft besitzen). Ich dachte darüber nach, wie tief unsere verdorbene Natur in uns allen verwurzelt ist. Weil wir Gottes Werk nicht verstehen, entwickeln wir oft Auffassungen und Missverständnisse über Ihn, und alle möglichen verdorbenen Dispositionen kommen nacheinander zum Vorschein. Selbst wenn wir ein wenig von der Wahrheit verstehen, können wir sie meistens nicht in die Praxis umsetzen. Aber Gott hat uns nie aufgegeben. Er drückt ständig Worte aus, um uns zu versorgen und uns zu helfen. Einige sind Worte des Trostes und der Ermahnung, während andere Worte des Gerichts und der Enthüllung sind. Manchmal benutzt Er auch Beispiele, Gleichnisse und Geschichten, um uns zu helfen, es besser zu verstehen. Gott tut wirklich alles, damit wir die Wahrheit verstehen, sodass wir über unsere eigenen Probleme nachdenken und sie erkennen und einen Weg der Praxis finden können. Ich erkannte, dass Gottes Herz wirklich wunderbar und gut ist und dass alles, was von Ihm kommt, zu unserem Besten ist. Aber dann dachte ich daran, wie ich den Brüdern und Schwestern keinerlei Geduld oder Liebe entgegenbrachte. Wenn die Schwestern Schwierigkeiten hatten, habe ich ihnen ein- oder zweimal geholfen und fing dann an, auf sie herabzuschauen. Nicht nur, dass ich ihnen nicht half, ich schadete ihnen sogar und schränkte sie ein. Ich hatte wirklich überhaupt keine Menschlichkeit! Danach vertraute ich mich den Teammitgliedern an, enthüllte meine eigene Verdorbenheit und entschuldigte mich bei ihnen.
Später dachte ich ein weiteres Mal über mich nach und erkannte, dass es noch einen anderen Grund gab, warum ich Menschen einschränkte: Ich wusste nicht, wie man Menschen gemäß den Grundsätzen behandelt. Ich berücksichtigte nicht die tatsächlichen Schwierigkeiten und Umstände der Schwestern, sondern scherte einfach alle über einen Kamm. Eigentlich wollten sie auch ihre Pflichten gut ausführen, aber ihr Kaliber war nur durchschnittlich und es mangelte ihnen an Arbeitsvermögen. Das erforderte von mir mehr Anstrengung und mehr Zeit und Energie, um ihnen zu helfen. Später las ich diese Worte Gottes: „Wie sollte man die wenigen Leiter und Mitarbeiter behandeln, die ein schlechtes Kaliber haben und denen es an Arbeitsvermögen fehlt? … Du musst ihnen konkret sagen, wie sie die Arbeit machen und wie sie sie umsetzen sollen. Du solltest ihnen sagen, wer für diese Aufgabe ernannt und verantwortlich gemacht werden sollte und welche Personen ausgewählt werden sollten, um gemeinsam daran zusammenzuarbeiten. Erkläre ihnen all diese Details und lass sie dies ausführen. Warum sollte es auf diese Weise gemacht werden? Weil die Mitglieder der Ortskirche im Allgemeinen nur sehr oberflächliche Erfahrungen haben und es ihnen an Arbeitsvermögen fehlt, was es unmöglich macht, geeignete Leiter und Mitarbeiter auszuwählen. Nur durch diese Arbeitsweise können die Arbeitsanordnungen umgesetzt werden. Wenn du nicht auf diese Weise arbeitest und diese Leute genauso behandelst wie andere Leiter und Mitarbeiter, indem du ihnen nur die konkreten Grundsätze und Pläne nennst und keinen Unterschied machst, werden die Arbeitsanordnungen nicht umgesetzt. Wenn du dem keine Beachtung schenkst, ist das nicht eine Vernachlässigung der Verantwortlichkeit? (Ja.) Das ist eine Verantwortlichkeit von Leitern und Mitarbeitern. Manche Leiter und Mitarbeiter sagen: ‚Andere wissen, wie man die Arbeitsanordnungen umsetzt und praktiziert; warum weiß diese Person es nicht? Wenn sie es nicht weiß, werde ich mich nicht um sie kümmern. Das ist nicht meine Verantwortung. Jedenfalls habe ich meinen Teil getan.‘ Ist diese Argumentation stichhaltig? (Nein.) Nehmen wir zum Beispiel an, eine Mutter hat drei Kinder, und eines davon ist schwach, wird immer krank und will nicht essen. Wenn die Mutter zulässt, dass dieses Kind nicht isst, wird es vielleicht nicht lange überleben. Was sollte sie tun? Als Mutter muss sie sich besonders um dieses schwache Kind kümmern. Angenommen, die Mutter sagt: ‚Es ist schon gut genug, dass ich meine Kinder gleichbehandle. Ich habe dieses Kind zur Welt gebracht und Essen für es zubereitet. Ich habe meine Verantwortlichkeit erfüllt. Es ist mir egal, ob es isst oder nicht. Wenn es nicht isst, soll es hungrig sein, und wenn es wirklich hungrig genug ist, wird es schon essen.‘ Was haltet ihr von einer solchen Mutter? (Sie ist unverantwortlich.) Gibt es solche Mütter? Nur eine einfältige Frau oder eine Stiefmutter wäre so. Wenn sie die leibliche Mutter und nicht einfältig ist, würde sie ihr eigenes Kind niemals so behandeln, oder? (Richtig.) Wenn ein Kind schwach ist, immer krank wird und nicht gerne isst, muss seine Mutter mehr Sorgfalt und Mühe aufwenden. Sie muss Wege finden, das Kind zum Essen zu bringen, sie muss das kochen, was das Kind essen möchte, ihm besondere Mahlzeiten zubereiten, und wenn das Kind nicht essen will, muss sie ihm gut zureden. Wenn es achtzehn oder neunzehn Jahre alt ist und sein Körper gesund ist wie der eines normalen Erwachsenen, kann die Mutter sich entspannen und zurücktreten und muss sich nicht mehr besonders um dieses Kind kümmern. Wenn eine Mutter ein Kind mit besonderen Umständen so behandeln und ihre Verantwortlichkeit erfüllen kann, was ist dann mit einem Leiter oder Mitarbeiter? Wenn du nicht einmal die Liebe einer Mutter für die Brüder und Schwestern hast, dann bist du einfach unverantwortlich. Du musst deiner Verantwortung nachkommen; du musst die Kirchen berücksichtigen, in denen relativ schwache Personen mit einem relativ schlechten Arbeitsvermögen die Leitung haben. Leiter und Mitarbeiter müssen besonders auf diese Belange achten und besondere Führung bieten. Was ist mit besonderer Führung gemeint? Abgesehen vom gemeinschaftlichen Austausch über die Wahrheit musst du auch konkretere und detailliertere Anleitung und Hilfestellung geben, was in puncto Kommunikation mehr Mühe erfordert. Wenn du ihnen die Arbeit erklärst und sie es trotzdem nicht verstehen und nicht wissen, wie man sie umsetzt, oder du dir, selbst wenn sie es im Sinne von Glaubenslehre verstehen und zu wissen scheinen, wie man sie umsetzt, immer noch unsicher und ein wenig besorgt bist, wie die tatsächliche Umsetzung laufen wird, was solltest du dann tun? Du musst persönlich tief in die Ortskirche eintauchen, um die Betreffenden zu führen und die Aufgabe mit ihnen umzusetzen. Teile ihnen die Grundsätze mit, während du für die Aufgaben, die erledigt werden müssen, gemäß den Vorgaben der Arbeitsanordnungen konkrete Regelungen triffst, wie etwa, was zuerst und was als Nächstes zu tun ist und wie man Menschen richtig zuteilt – all das musst du ordnungsgemäß organisieren. So führst du sie auf praktische Weise bei ihrer Arbeit, statt nur Slogans auszurufen oder wahllos Befehle zu erteilen und sie mit irgendwelchen Glaubenslehren zu belehren und deine Arbeit dann als erledigt zu betrachten – darin manifestiert sich nicht, dass konkrete Arbeit geleistet wird, und Slogans auszurufen und Menschen herumzukommandieren, gehört nicht zu den Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern. Erst wenn die Ortskirchenleiter oder Verantwortlichen die Arbeit übernehmen können und die Arbeit ins rechte Gleis gekommen ist und es im Wesentlichen keine großen Probleme gibt, kann der Leiter oder Mitarbeiter wieder gehen“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (10)). „Um die vielen Schwierigkeiten zu lösen, auf die die Menschen stoßen, musst du die Dynamik des Wirkens des Heiligen Geistes verstehen. Du musst begreifen, wie der Heilige Geist an verschiedenen Menschen wirkt, du musst die Schwierigkeiten, denen sich die Menschen gegenübersehen, und ihre Unzulänglichkeiten verstehen und du musst die Kernfragen des Problems durchschauen und zur Ursache des Problems vorstoßen, ohne Abweichungen oder Fehler. Nur diese Art von Person ist qualifiziert, im Dienst an Gott zu koordinieren“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Was ein Hirte, der zur Verwendung geeignet ist, besitzen sollte). Durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich, dass Menschen mit schlechtem Kaliber mehr Anleitung und Hilfe brauchen und man nicht alle über einen Kamm scheren darf. Das ist wie bei einer Mutter, die mehrere Kinder hat, und eines davon schwach und kränklich ist. Die Mutter muss diesem Kind mehr Fürsorge geben als den anderen, damit es gesund aufwachsen kann. Aber eine unverantwortliche Mutter, die sieht, dass ihr Kind schwach ist, kümmert sich nicht um das Kind und wirft ihm stattdessen vor, eine Enttäuschung zu sein. Wie kann ein Kind auf diese Weise gesund aufwachsen? Gott zwingt die Menschen nicht zu Dingen, die ihre Fähigkeiten übersteigen; Seine Anforderungen an die Menschen beruhen auf ihrem angeborenen Kaliber. Ich sollte meine Brüder und Schwestern auch gemäß Gottes Worten behandeln und ihnen mehr Anleitung und Hilfe anbieten. Wenn ich danach sah, dass meine Schwestern bei ihrer Arbeit Schwierigkeiten hatten, hörte ich ihnen geduldig zu, wenn sie ihre Probleme und Schwierigkeiten schilderten; dann machte ich die Wurzel des Problems ausfindig, um ihnen durch Gemeinschaft weiterzuhelfen. Durch diese Praxis fühlten sich die Schwestern nun nicht mehr von mir eingeschränkt. Wenn sie bei ihren Pflichten auf Probleme stießen, die sie nicht verstehen konnten, fragten sie mich auch von sich aus. Wir suchten dann gemeinsam die Wahrheit, um sie zu lösen, was auch die Ergebnisse unserer Arbeit verbesserte.
Durch diese Erfahrung wurde mir klar: Behandelt man Menschen nach verdorbenen Dispositionen, bringt ihnen das nichts als Einschränkung und Schaden und schadet der Arbeit. Behandelt man seine Brüder und Schwestern nach den Wahrheitsgrundsätzen und Gottes Worten und erfüllt seine eigenen Verantwortlichkeiten, ist das für die Arbeit förderlich – und zudem für andere erbaulich.