45. Überlegungen zu meiner Angst, Verantwortung zu übernehmen

Von Li Zhen, China

Im April 2022 wurde ich von den Leitern für die Bereinigungsarbeit in der Kirche eingeteilt. Da ich diese Arbeit noch nie gemacht hatte und die Grundsätze zur Unterscheidung verschiedener Arten von Menschen noch nicht verstand, machte ich mir Sorgen: „Schaffe ich das? Was ist, wenn ich versehentlich jemanden bereinige, der gar nicht bereinigt werden sollte? Würde ich damit nicht ein großes Übel begehen? Das wäre eine schwere Verfehlung!“ Doch dann dachte ich, dass ich mich nicht vor meiner Pflicht drücken darf. Ich war nicht die Einzige, die diese Pflicht tat; auch andere Schwestern halfen mit. Wenn ich etwas nicht verstand, konnte ich von ihnen lernen. Also nahm ich diese Pflicht an. Später erfuhr ich, dass Schwester Song Ping diese Pflicht schon seit einigen Jahren tat und die Grundsätze zur Unterscheidung verschiedener Arten von Menschen gut verstand. Ich wurde sehr abhängig von ihr und dachte: „Ich habe die Grundsätze noch nicht verstanden und weiß nicht, wie ich diese Arbeit ausführen soll. Also halte ich mich einfach an Song Ping und lasse mich von ihr führen.“ Danach bemühte ich mich, mir die Grundsätze zur Unterscheidung von Menschen anzueignen, und brachte mich aktiv in die Arbeit ein, in der Hoffnung, die Grundsätze schnell zu verstehen und die Arbeit zu schultern. Mir war klar, dass die Bereinigungsarbeit anders war als andere Arbeit, da selbst ein kleiner Fehler gravierend wäre und dazu führen würde, dass ich zur Rechenschaft gezogen würde. Daher hielt ich es für das Beste, sehr vorsichtig und umsichtig zu sein. Wenn ich bei der Organisation der Bereinigungsmaterialien auf etwas Komplexeres stieß oder es Unstimmigkeiten bei der Charakterisierung gab, fragte ich sofort Song Ping. Erst nachdem sie es überprüft hatte, fühlte ich mich bei der Bearbeitung der Sache wohl. Auch bei meiner Arbeit verließ ich mich auf Song Ping. Ich tat alles, was sie mir auftrug, und vermied es tunlichst, selbst die Initiative zu ergreifen. So arbeiteten wir ein Jahr lang zusammen.

Im Mai 2023 teilten uns die Leiter schriftlich mit, dass sie planten, Song Ping mit der Beaufsichtigung anderer Arbeit zu betrauen. Bei dieser Nachricht dachte ich: „Song Ping wird versetzt; ich bin im Team am längsten in dieser Position, also werde ich die Verantwortung übernehmen und die Arbeit hauptverantwortlich schultern müssen.“ Bei diesem Gedanken machte ich mir unweigerlich Sorgen: „Ich habe mir in diesem Trainingsjahr zwar einige Grundsätze zur Unterscheidung von Menschen angeeignet, aber bei komplexen Problemen weiß ich immer noch nicht weiter und brauche Song Pings Hilfe, um sie zu besprechen. Außerdem lagen diese Augaben, sei es die Zusammenfassung von Arbeitsabweichungen oder die Mitarbeiterförderung, bisher hauptsächlich in Song Pings Verantwortung, und wenn es Probleme bei der Arbeit gab, wandten sich die Leiter ebenfalls an sie. Was soll ich tun, wenn Song Ping geht und ich diese Verantwortung nicht schultern kann? Es geht hier um die Bereinigungsarbeit in mehreren Kirchen. Was, wenn Probleme oder Abweichungen bei der Arbeit auftreten, die die Bereinigungsarbeit der Kirche unterbrechen und stören? Wenn das passiert, wäre ich direkt dafür verantwortlich und müsste die Konsequenzen tragen. Die Bereinigungsarbeit ist anders als andere Arbeit. Wenn ich ein Problem nicht durchschaue und Antichristen und böse Menschen in der Kirche belasse, würde ich sie decken und mich an ihren bösen Taten mitschuldig machen. Schließe ich versehentlich jemanden aus, der nicht ausgeschlossen werden sollte, und begehe damit eine schwere Ungerechtigkeit, würde ich auch damit Böses tun. Beides wäre eine schwere Verfehlung. Wenn mich das Haus Gottes zur Rechenschaft zieht, würde ich mindestens entlassen werden, und bei schweren Konsequenzen könnte ich sogar ausgeschlossen werden.“ Bei all diesen Gedanken wurde mir ganz schwer ums Herz, und der Druck war enorm. Aber ich konnte Song Pings Weggang nicht aufhalten. Die Tage vergingen, und als Song Pings Abschied näher rückte, wurde ich immer ängstlicher und konnte bei meiner Pflicht einfach keine innere Ruhe finden. Da ich erkannte, dass mein Zustand nicht richtig war, betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich meine Probleme erkenne.

Nach dem Gebet las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Manche Menschen haben Angst davor, Verantwortung zu übernehmen, während sie ihre Pflicht ausführen. Wenn die Kirche ihnen eine Arbeit zu tun gibt, überlegen sie zuerst, ob die Arbeit von ihnen verlangt, Verantwortung zu übernehmen, und wenn das der Fall ist, nehmen sie die Arbeit nicht an. Ihre Bedingungen für die Ausführung einer Pflicht sind erstens, dass es eine gemächliche Arbeit sein muss, zweitens, dass sie nicht arbeitsreich oder ermüdend ist, und drittens, dass sie, egal was sie tun, keine Verantwortung übernehmen. Das ist die einzige Art von Pflicht, die sie auf sich nehmen. Was ist das für eine Art von Mensch? Ist das nicht ein gerissener, betrügerischer Mensch? Sie wollen nicht einmal das kleinste bisschen Verantwortung übernehmen. Sie fürchten sogar, dass ihnen die Blätter den Schädel brechen, wenn sie von den Bäumen fallen. Welche Pflicht kann ein solcher Mensch ausführen? Welchen Nutzen kann er im Haus Gottes haben? Die Arbeit des Hauses Gottes hat mit dem Kampf gegen Satan zu tun, sowie mit der Verbreitung des Evangeliums des Königreichs. Welche Pflicht ist nicht mit Verantwortung verbunden? Würdet ihr sagen, dass die Rolle eines Leiters mit Verantwortung verbunden ist? Ist seine Verantwortung nicht umso größer, und muss er nicht umso mehr Verantwortung übernehmen? Egal, ob du das Evangelium predigst, Zeugnis ablegst, Videos drehst und so weiter – egal, welche Arbeit du leistest – solange sie mit den Wahrheitsgrundsätzen zu tun hat, bringt es Verantwortung mit sich. Wenn du deine Pflicht ohne Grundsätze ausführst, wird dies die Arbeit des Hauses Gottes beeinträchtigen, und wenn du Angst hast, Verantwortung zu übernehmen, kannst du keine Pflicht ausführen. Ist die Art Person, die Angst davor hat, bei der Ausführung ihrer Pflicht Verantwortung zu übernehmen, feige, oder gibt es da ein Problem mit ihrer Disposition? Ihr müsst imstande sein, den Unterschied zu erkennen. In Wirklichkeit ist dies keine Frage der Feigheit. Wie kommt es, dass solche Menschen so kühn sind, wenn es darum geht, reich zu werden, oder wenn sie etwas zu ihrem eigenen Vorteil tun? Für diese Dinge gehen sie jedes Risiko ein. Aber wenn sie Dinge für die Kirche, für das Haus Gottes tun, gehen sie überhaupt kein Risiko ein. Solche Menschen sind selbstsüchtig und verachtenswert, die hinterlistigsten von allen. Jeder, der bei der Ausführung einer Pflicht keine Verantwortung übernimmt, ist Gott gegenüber nicht im Mindesten aufrichtig, ganz abgesehen davon, wie es um seine Treue bestellt ist. Welcher Typ Mensch traut sich, Verantwortung zu übernehmen? Welcher Typ Mensch hat den Mut, eine schwere Bürde auf sich zu nehmen? Jemand, der im entscheidendsten Moment im Werk des Hauses Gottes die Führung übernimmt, mutig voranstürmt, eine schwere Bürde auf sich nimmt und keine Angst hat, Schwierigkeiten und Gefahren zu ertragen, wenn er die Arbeit sieht, die am wichtigsten und entscheidendsten ist. Das ist jemand, der Gott gegenüber treu ist, ein guter Soldat Christi. Trifft es zu, dass jeder, der Angst hat, Verantwortung in seiner Pflicht zu übernehmen, es deswegen tut, weil er die Wahrheit nicht versteht? Nein, es ist ein Problem mit seiner Menschlichkeit. Er hat kein Gerechtigkeits- oder Verantwortungsgefühl. Er ist ein egoistischer und verachtenswerter Mensch, er ist keiner, der aufrichtig an Gott glaubt. Er akzeptiert die Wahrheit nicht im Geringsten, und allein aus diesem Grund kann er nicht gerettet werden(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 8: Sie bringen andere dazu, sich nur ihnen zu unterwerfen, und nicht der Wahrheit oder Gott (Teil 1)). Was Gott offenlegte, war mein wahrer Zustand. Als ich erfuhr, dass Song Ping versetzt werden würde und ich die Arbeit übernehmen müsste, war mein erster Gedanke nicht, mich dabei auf Gott zu verlassen. Stattdessen überlegte ich, ob mich das Haus Gottes zur Rechenschaft ziehen und sich mit mir befassen würde, und ob ich dann noch die Chance auf Errettung hätte, falls es in der zukünftigen Arbeit zu Abweichungen oder Problemen käme. Ich dachte überhaupt nicht darüber nach, wie ich die zukünftige Arbeit bewältigen sollte. Wie hätte ich als egoistischer und verachtenswerter Mensch, der bei allem nur an seine eigenen Interessen dachte, meine Pflicht gut erfüllen können? Ich erinnere mich, dass ich anfangs Angst hatte, Fehler zu machen und Verantwortung zu übernehmen, als mir diese Pflicht zugewiesen wurde. Obwohl ich sie später annahm, fürchtete ich mich immer noch vor der Verantwortung. Ich war nicht gewillt, die Initiative zu ergreifen und in meiner Pflicht eine Bürde zu übernehmen, sondern verließ mich in allem auf Song Ping. Wenn wir auf Materialien stießen, die schwer zu beurteilen und charakterisieren waren, oder wenn bestimmte Aufgaben anstanden, ließ ich Song Ping die Führung übernehmen und die endgültigen Entscheidungen treffen. Ich gab mich damit zufrieden, ein Handlanger zu sein. Auf diese Weise müsste ich, falls Abweichungen oder Probleme auftraten, weder die Hauptverantwortung tragen noch leiden oder einen Preis zahlen und hätte das beste aus beiden Welten. Gefangen in dieser listigen, selbstsüchtigen und verachtenswerten verdorbenen Disposition, trainierte ich ein Jahr lang in dieser Pflicht, ohne nennenswerte Fortschritte zu machen, und konnte selbst jetzt noch nicht eigenständig arbeiten. Schadete ich mir damit nicht selbst? Jetzt, da Song Ping versetzt wurde und ich die Arbeit allein stemmen musste, war dies eine von Gott gegebene Gelegenheit für mich, mich zu schulen. Aber ich verstand Gottes Absicht nicht und wusste auch nicht, dass ich dankbar sein sollte. Ich dachte ständig an meine eigenen Interessen, war ängstlich und besorgt. Quälte ich mich damit nicht nur selbst? In Wahrheit betrifft jede Aufgabe im Haus Gottes die Wahrheitsgrundsätze, und jede Pflichtausführung erfordert die Einhaltung der Wahrheitsgrundsätze und Verantwortungsbewusstsein. Gottes Werk geht dem Ende entgegen, und die verschiedenen Arten von Menschen in der Kirche werden nach und nach offenbart. Gott hat über die Wahrheiten bezüglich der Unterscheidung Gemeinschaft gehalten, um uns dabei zu helfen, alle Arten von Menschen zu erkennen, die zu Satan gehören. So können wir die verschiedenen Teufel und Satane, die Gottes Werk unterbrechen und stören, aus der Kirche bereinigen und Gottes auserwähltem Volk ein gutes Umfeld bieten, um nach der Wahrheit zu streben. Da ich nun die Bereinigungsarbeit tat, hatte ich die Verantwortung und die Verpflichtung, meine Brüder und Schwestern darin zu leiten, die Wahrheit zu suchen und ihr Unterscheidungsvermögen zu schärfen, um jene aus der Kirche zu bereinigen, die Böses taten und die Kirchenarbeit unterbrachen und störten. Wenn ich Angst davor hätte, Verantwortung zu übernehmen, und meine Aufgabe nicht erfüllte, wäre ich dann nicht einfach nutzlos? Wie könnte so ein Mensch von Gott gerettet werden? Als ich über diese Dinge nachdachte, wurde mir klar, dass ich nicht länger in diesem falschen Zustand leben durfte, da es sonst meine Fähigkeit beeinträchtigen würde, in Zukunft meine Pflichten auszuführen.

Später las ich einige Worte Gottes: „Die Pflichtausführung des Menschen ist tatsächlich die Erfüllung von allem, was dem Menschen innewohnt, das heißt, was dem Menschen von Natur aus möglich ist. Dann ist seine Pflicht erfüllt. Was die Mängel im Dienst des Menschen betrifft, so werden diese durch fortschreitende Erfahrung und den Prozess, sich dem Gericht zu unterziehen, allmählich weniger; sie behindern oder beeinträchtigen die Pflicht des Menschen nicht. Jene Menschen, die aufhören zu dienen oder nachgeben und zurückfallen, aus Angst, es könnte Unzulänglichkeiten in ihrem Dienst geben, sind die feigsten von allen. Wenn die Menschen während ihres Dienstes das, was sie zum Ausdruck bringen sollten, nicht ausdrücken können, oder nicht das erreichen können, was ihnen von Natur aus möglich ist, und stattdessen nachlässig sind, dann haben sie die Funktion verloren, die ein geschaffenes Wesen haben sollte. Solche Menschen sind das, was als ‚Mittelmäßige‘ bekannt ist; sie sind nutzloser Abfall. Wie können solche Menschen als geschaffene Wesen im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnet werden? Sind sie nicht verrottete Dinge, die nach außen hin strahlen, aber im Innern verwest sind? … Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht des Menschen und der Tatsache, ob er Segnungen empfängt oder Weh begegnet. Pflicht ist, was der Mensch erfüllen sollte; es ist seine vom Himmel gesandte Berufung und er sollte sie ausführen, ohne Belohnungen zu suchen und ohne Bedingungen oder Ausreden. Nur das kann als die Ausführung der eigenen Pflicht bezeichnet werden. Segnungen zu empfangen bezieht sich auf die Segnungen, die ein Mensch genießt, wenn er, nachdem er gerichtet wurde, vervollkommnet wird. Weh begegnen bezieht sich auf die Strafe, die ein Mensch erhält, wenn sich seine Disposition nach dem Durchlaufen der Züchtigung und des Gerichts nicht ändert – das heißt, wenn er nicht vervollkommnet wird. Jedoch unabhängig davon, ob sie Segnungen empfangen oder Weh über sie kommt, sollten geschaffene Wesen ihre Pflicht erfüllen, tun, was sie tun sollten, und tun, was sie tun können; dies ist das Mindeste, das eine Person – eine Person, die nach Gott strebt – tun sollte. Du solltest deine Pflicht nicht ausführen, um Segnungen zu empfangen, und du solltest dich nicht weigern, deine Pflicht auszuführen, aus Angst, Weh zu begegnen. Lasst Mich euch das Eine sagen: Die Pflichtausführung des Menschen ist, was er tun sollte. Und wenn er seine Pflicht nicht ausführt, dann ist das seine Aufsässigkeit(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Unterschied zwischen dem Amt des fleischgewordenen Gottes und der Pflicht des Menschen). Gottes Worte sind sehr klar: Die Ausführung der eigenen Pflicht hat nichts damit zu tun, Segnungen zu empfangen oder Unglück zu erleiden. Die Pflicht vor dem Schöpfer erfüllen zu können, ist die vom Himmel gegebene Berufung und Verantwortung eines geschaffenen Wesens und sollte an keinerlei Bedingungen oder Belohnungen geknüpft sein. Gottes Anforderungen an die Menschen sind nicht hoch. Er verlangt nur, dass wir mit Herz und Einsatz bei der Sache sind und das erreichen, wozu wir fähig sind. Was Abweichungen, Unzulänglichkeiten oder Hintertürchen betrifft, die im Laufe unserer Pflichten auftreten können, so sind diese völlig normal. Ohne die Wahrheit können wir die Dinge nicht klar sehen, sind voller verdorbener Dispositionen und handeln oft gemäß Satans Disposition. Daher ist es unvermeidlich, dass bei unseren Pflichten Abweichungen und Fehler passieren. Aber solange wir nach der Wahrheit streben und bei unseren Pflichten kontinuierlich nach den Wahrheitsgrundsätzen suchen, um unsere verdorbenen Dispositionen zu beseitigen, können wir Abweichungen und Verfehlungen nach und nach verringern und unsere Pflichten immer besser ausführen. Das Haus Gottes hängt sich nie an kleinen Fehlern oder Verfehlungen auf, um sich mit Menschen zu befassen, sondern bietet vielmehr maximale Möglichkeiten zur Buße. Nur diejenigen, die beharrlich Böses tun und die Kirchenarbeit absichtlich unterbrechen und stören, sollen aus der Kirche bereinigt und ausgemustert werden. Tatsächlich hatte ich genau in diesem Bereich der Bereinigungsarbeit der Kirche die tiefgreifendste Erfahrung gemacht. Ich dachte an die Antichristen und bösen Menschen, die vom Haus Gottes ausgeschlossen wurden. Keiner von ihnen wurde ausgemustert, weil er die Wahrheitsgrundsätze nicht verstand oder weil bei seinen Pflichten kleinere Abweichungen oder Probleme auftraten. Stattdessen wurden sie ausgeschlossen, weil sie beharrlich Böses taten, absichtlich gegen Grundsätze verstießen, um persönlichen Gewinn, Ansehen oder Status zu erlangen, die Arbeit des Hauses Gottes schwerwiegend unterbrachen und zerstörten, sich weigerten, die Wahrheit anzunehmen, und uneinsichtig blieben. Das liegt in Gottes gerechtem und heiligem Wesen begründet. Obwohl ich so viele Tatsachen gesehen hatte, verstand ich Gottes gerechte Disposition immer noch nicht. Ich bildete mir ein, das Haus Gottes sei wie die nichtgläubige Welt, und dachte, die Verantwortung für jede Kleinigkeit würde auf meinen Schultern lasten und dazu führen, dass ich enthüllt und ausgemustert werden würde. War das nicht Gotteslästerung?

Danach dachte ich nach und suchte: „Warum denke ich bei meinen Pflichten immer nur an meine eigenen Interessen und habe Angst, Verantwortung zu übernehmen? Welche satanische Disposition beherrscht mich?“ In meiner Suche las ich weitere Worte Gottes: „Bevor die Menschen Gottes Werk erfahren und die Wahrheit verstehen, ist es Satans Natur, die das Kommando übernimmt und sie von innen heraus beherrscht. Was beinhaltet diese Natur im Einzelnen? Warum bist du zum Beispiel selbstsüchtig? Warum verteidigst du deinen eigenen Status? Warum bist du so sehr von deinen Gefühlen beeinflusst? Warum magst du jene ungerechten Dinge und jene bösen Dinge? Was ist die Grundlage dafür, dass du solche Dinge magst? Woher kommen diese Dinge? Warum magst und akzeptierst du sie? Inzwischen habt ihr alle verstanden: Der Hauptgrund ist, dass Satans Gifte im Menschen sind. Was also sind Satans Gifte? Wie äußern sie sich? Wenn du zum Beispiel fragst: ‚Wie sollten die Menschen leben? Wofür sollten die Menschen leben?‘, werden alle antworten: ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel.‘ Allein diese eine Redensart drückt die eigentliche Wurzel des Problems aus. Satans Philosophie und Logik sind zum Leben der Menschen geworden. Was es auch sein mag, wonach die Menschen streben, sie tun es tatsächlich für sich selbst – und deshalb leben sie alle für sich selbst. ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ – das ist die Lebensphilosophie des Menschen, und es repräsentiert auch die menschliche Natur. Diese Worte sind zur Natur der verdorbenen Menschheit geworden und sie beschreiben zutreffend die satanische Natur der verdorbenen Menschheit. Diese satanische Natur ist gänzlich zur Grundlage der Existenz der verdorbenen Menschheit geworden. Seit mehreren tausend Jahren und bis heute lebt die verdorbene Menschheit nach diesem Gift Satans(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man den Weg des Petrus beschreitet). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass satanische Gifte wie „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und „Der Vogel, der seinen Hals herausstreckt, wird abgeschossen“ tief in meinem Herzen verwurzelt waren. Ich lebte nach diesen satanischen Giften, und meine Natur war äußerst selbstsüchtig, verachtenswert, aalglatt und betrügerisch. Ich dachte immer zuerst an meine eigenen Interessen und tat nur das, was mir nützte. Ich würde nichts tun, was mir keinen Vorteil brachte oder wofür ich Verantwortung tragen müsste. Es war genau wie zu dem Zeitpunkt, als ich die Bereinigungsarbeit übernahm: Weil ich die Grundsätze noch nicht verstand, hatte ich Angst, Abweichungen zu verursachen und die Verantwortung tragen zu müssen. Also weigerte ich mich, eine Last auf mich zu nehmen, und folgte Song Ping bereitwillig als Handlangerin. Ich dachte, falls Probleme oder Abweichungen aufträten, müsste ich nicht die Hauptverantwortung tragen. Jetzt, da Song Ping versetzt werden sollte, lag es an mir, die Initiative zu ergreifen und diese Last auf mich zu nehmen, da ich schon so lange in dieser Funktion tätig war. Aber ich befürchtete, für jegliche Abweichungen bei der Arbeit zur Rechenschaft gezogen zu werden. Deshalb war ich nicht gewillt, die Last auf mich zu nehmen, und versank in einem Gemisch aus bedrückenden Gefühlen. Ich lebte nach diesen satanischen Giften und versuchte ständig, Gott auszutricksen. Oberflächlich betrachtet schien ich clever zu sein, da ich ständig meine eigenen Interessen schützte. In Wirklichkeit war ich jedoch furchtbar dumm, denn ich hatte viele Gelegenheiten verpasst, die Wahrheit zu erlangen, und mein Lebenseintritt hatte stark darunter gelitten. Wenn ich darüber nachdenke: Glaube ich heute nicht an Gott und folge Ihm in der Hoffnung, die Wahrheit zu erlangen und von Gott gerettet zu werden? Doch bei meinen Pflichten lebte ich nach meiner selbstsüchtigen, verachtenswerten, aalglatten und betrügerischen satanischen Natur. Ich suchte oder praktizierte nie die Wahrheit und war mit Gott nicht in Herz und Verstand eins. Wie sollte ich auf diese Weise jemals die Wahrheit erlangen und von Gott gerettet werden? Von da an konnte ich nicht länger nach diesen satanischen Giften leben. Ich musste die Wahrheit suchen, Gottes Absichten suchen und meine Pflichten gemäß Seinen Anforderungen ausführen.

Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Was sind die Äußerungsformen eines ehrlichen Menschen? Erstens hat ein ehrlicher Mensch keine Zweifel an Gottes Worten. Das ist eine der Äußerungsformen eines ehrlichen Menschen. Abgesehen davon, ist die wichtigste Äußerungsform, dass man in allen Belangen die Wahrheit sucht und praktiziert – das ist am entscheidendsten. Du sagst, dass du ehrlich bist, aber du verdrängst Gottes Worte immer und machst einfach, was du willst. Ist das die Äußerungsform eines ehrlichen Menschen? Du sagst: ‚Mein Kaliber ist zwar dürftig, aber ich habe ein ehrliches Herz.‘ Doch wenn dir eine Pflicht zufällt, hast du Angst, zu leiden und Verantwortung zu tragen, falls du sie nicht gut erfüllst, also erfindest du Ausreden, um dich vor deiner Pflicht zu drücken, oder schlägst vor, dass es jemand anderes macht. Ist das die Äußerungsform eines ehrlichen Menschen? Eindeutig nicht. Wie sollte sich also ein ehrlicher Mensch verhalten? Er sollte sich den Anordnungen Gottes unterwerfen, der Pflicht, die er ausführen soll, hingebungsvoll gegenüberstehen und danach streben, Gottes Absichten zufriedenzustellen. Das äußert sich auf verschiedene Weise: Eine davon ist, dass du deine Pflicht mit ehrlichem Herzen annimmst, ohne an deine fleischlichen Interessen zu denken, ohne halbherzig zu sein und ohne zu deinem eigenen Vorteil zu intrigieren. Das sind Äußerungsformen von Ehrlichkeit. Eine andere ist, dass du dich mit ganzem Herzen und ganzer Kraft einsetzt und deine Pflicht gut erfüllst, die Aufgaben, die dir von Gottes Haus anvertraut wurden, richtig tust und dein Herz und deine Liebe in deine Pflicht einbringst, um Gott zufriedenzustellen. Das sind die Äußerungsformen, die ein ehrlicher Mensch bei der Ausführung seiner Pflichten haben sollte. Wenn du verstehst und weißt, was zu tun ist, es aber nicht tust, dann bist du nicht mit ganzem Herzen und ganzer Kraft bei deiner Pflicht. Vielmehr bist du durchtrieben und wirst nachlässig. Sind Menschen, die ihre Pflichten auf diese Weise ausführen, ehrlich? Auf keinen Fall. Gott setzt solche gerissenen und betrügerischen Menschen nicht ein; sie müssen ausgemustert werden. Gott setzt nur ehrliche Menschen zur Ausführung von Pflichten ein. Selbst treue Arbeitskräfte müssen ehrlich sein. Menschen, die andauernd nachlässig und durchtrieben sind und faulenzen, sind alle betrügerisch, sie sind allesamt Dämonen. Keiner von ihnen glaubt wirklich an Gott, und sie werden alle ausgemustert(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich Seine Anforderungen. Gott hofft, dass wir Ihm und unseren Pflichten mit einem ehrlichen Herzen begegnen können und alles in unserer Macht Stehende tun, ohne persönliche Interessen zu berücksichtigen oder für uns selbst Pläne zu schmieden. Auf diese Weise wird Gott zufriedengestellt. Ich dachte daran, dass ich diese Pflicht nicht alleine tat, da es auch neue Schwestern und Leiter gab, die mit mir zusammenarbeiteten, und dass ich, wenn ich die Angelegenheiten mehr mit ihnen besprach und nach den Grundsätzen suchte, anstatt auf meinem eigenen Weg zu beharren, Probleme und Abweichungen vermeiden könnte. Als mir das klar wurde, hatte ich keine Bedenken mehr und war bereit, die Arbeit zu stemmen und meinen Verantwortungen gerecht zu werden. Nachdem Song Ping gegangen war, ergriff ich die Initiative, um die neuen Schwestern zu fördern. Bei der Organisation der Materialien besprach ich unklare Angelegenheiten mit den Schwestern. Dadurch konnte ich die Dinge genauer beurteilen und einige Abweichungen und Probleme vermeiden. Kurz darauf schickten die oberen Leiter einen Brief, in dem sie eine Untersuchung dahingehend forderten, ob es in der Kirche falsche Leiter oder Antichristen gäbe. Sie baten uns, Briefe an jede Kirche zu schreiben, um diese Arbeit umzusetzen. Ich war etwas nervös und befürchtete, dass ich, wenn ich mich in dem Brief nicht klar ausdrückte und nicht klar über die Grundsätze Gemeinschaft hielt, die Brüder und Schwestern vom richtigen Weg abbrachte und dadurch Unterbrechungen und Störungen in der Kirchenarbeit verursachte, sicherlich zur Rechenschaft gezogen werden würde. Würden sie mich dann entlassen? In diesem Moment erkannte ich, dass ich schon wieder an meine eigenen Interessen dachte. Also betete ich zu Gott, da ich den Wunsch hatte, mich gegen mich selbst aufzulehnen und nicht nach meiner verdorbenen Disposition zu leben. Dann tauschte ich mich mit den neuen Schwestern aus, notierte die verschiedenen Aspekte der Arbeit, die umgesetzt werden mussten, und begann, den Brief zu schreiben. Als er fertig war, überarbeiteten und perfektionierten wir ihn anhand der Vorschläge der Leiter und schickten ihn ab. In dieser Zeit verfolgte ich kontinuierlich den Stand der Umsetzung dieser Arbeit in der Kirche. Sobald ich Probleme oder Abweichungen entdeckte, tauschte ich mich umgehend mit den Brüdern und Schwestern aus. Letztendlich identifizierten wir einige falsche Leiter, die keine echte Arbeit leisteten, sowie einige, die beharrlich Böses taten und die Kirchenarbeit unterbrachen und störten. Wir nahmen Anpassungen vor und befassten uns mit ihnen.

Nachdem ich das durchlebt hatte, erkannte ich, wie gut das von Gott angeordnete Umfeld war. Ohne dieses Umfeld hätte ich meine Probleme gar nicht erkannt. Ich würde immer noch nach meiner selbstsüchtigen und verachtenswerten satanischen Disposition leben und mich damit zufriedengeben, nur eine Handlangerin zu sein, ohne echte Fortschritte zu machen. Meine Einstellung zu meinen Pflichten hat sich nun etwas geändert, und all das ist das Ergebnis von Gottes Worten!

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