56. Felsenfest in der Pflicht trotz aller Widrigkeiten

Von Li Yan, China

Am Morgen des 21. März 2023 erhielt ich den Brief einer Schwester. Darin stand, dass ein Leiter namens Zhao Jun im Anschluss an eine Versammlung verhaftet worden war, als er unterwegs einige Angelegenheiten erledigte. Sie bat uns, uns umgehend um die Folgearbeiten zu kümmern. Als ich diese Nachricht hörte, überkam mich Angst, und mein Herz pochte wild: „Zhao Jun arbeitet schon seit über einem Jahr in unserer Kirche und war in vielen Gastunterkünften. Diejenigen, die dort ihre Pflicht tun, sowie die Bücher mit Gottes Worten müssen also umquartiert werden. Wohin können wir sie derzeit bringen? Wenn die Polizei herausfindet, dass Zhao Jun der verantwortliche Hauptleiter für die Arbeit hier war, wird sie diese Gegend wahrscheinlich observieren, um Leute zu verhaften. Erst vor ein paar Tagen war Zhao Jun noch in der Gastunterkunft, in der ich lebe.“ Ich spürte, dass ich in großer Gefahr war und jeden Moment verhaftet werden könnte. In meinem Herzen rief ich immer wieder zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu bewahren. Nach dem Gebet fühlte ich mich etwas ruhiger. Mir fielen diese Worte Gottes ein: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen. Wenn die Menschen zaghafte und ängstliche Gedanken hegen, dann deshalb, weil Satan sie getäuscht hat; Satan fürchtet, dass wir die Brücke des Glaubens überqueren werden, um in Gott einzutreten(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Durch Gottes Worte verstand ich, dass diese Situation eine Prüfung für mich war. Wenn ich jetzt feige wäre, meinen Verantwortlichkeiten nicht nachkäme und die Bücher mit Gottes Worten dadurch der Polizei in die Hände fielen, würde ich dann nicht meine Pflicht vernachlässigen? Ich musste die Interessen der Kirche schützen und Gottes Werk mit Glauben erfahren. Diese Erkenntnis gab mir Zuversicht, und ich besprach mich schnell mit den Brüdern und Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete. Wir teilten uns auf, um die Bücher mit Gottes Worten und diejenigen, die ihre Pflicht taten, umzuquartieren.

Kaum hatten wir die Umquartierung abgeschlossen, erhielten wir einen Brief von der oberen Leitung. Darin stand, dass Schwester Liu Wei, mit der ich zusammengearbeitet hatte, ebenfalls verhaftet worden war. Angesichts dieser ununterbrochenen Verhaftungen fühlte ich mich plötzlich am ganzen Körper schwach und kraftlos und dachte: „Wie konnte Liu Wei auch verhaftet werden? Ich habe bei unseren Pflichten über ein Jahr lang mit ihr zusammengearbeitet. Bedeutet das, dass ich auch von der Polizei beobachtet werde? Wenn ich beobachtet werde, könnte ich jederzeit und überall verhaftet werden! Wenn die Polizei mich schnappt, wird sie mich fast zu Tode prügeln. Was ist, wenn sie mich am Ende wirklich zu Tode prügelt oder zum Krüppel schlägt?“ Mir fiel auch ein, dass Liu Wei die Privatadressen vieler Brüder und Schwestern kannte, die ihre Pflicht taten. Ich musste also die in Gefahr schwebenden Brüder und Schwestern sowie die Bücher mit Gottes Worten schnell in Sicherheit bringen. Bei all diesen Gedanken wurde ich extrem unruhig, also kniete ich mich sofort hin, um zu Gott zu beten: „Gott! Die Nachricht von Liu Weis Verhaftung hat mich furchtbar ängstlich und besorgt gemacht; ich weiß gerade nicht, was ich tun soll. Gott! Meine Größe ist zu gering, und ich weiß nicht, wie ich diese Situation durchstehen soll. Bitte erleuchte und führe mich und schenke mir Glauben.“ Nach dem Gebet fielen mir diese Worte Gottes ein: „Du solltest wissen, dass deine gesamte Umgebung von Mir zugelassen und arrangiert ist. Sei dir darüber im Klaren und stell Mein Herz in dem Umfeld zufrieden, das Ich dir gegeben habe. Fürchte dich nicht vor diesem oder jenem; der Allmächtige Gott der Heerscharen wird gewiss mit dir sein; Er fungiert als eure Rückendeckung und euer Schutzschild(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 26). Gottes Worte gaben mir Glauben und Mut. Gott war mein Halt, und solange ich mich auf Ihn verließ und zu Ihm aufsah, würde Er bei mir sein. Nachdem Liu Wei nun verhaftet worden war, musste ich einen Weg finden, die Bücher mit Gottes Worten und diejenigen, die ihre Pflicht taten, in Sicherheit zu bringen – das war meine Pflicht und meine Verantwortung. Bei diesem Gedanken ließ meine Angst etwas nach. Am selben Abend, irgendwann nach 22 Uhr, teilten ein Bruder und ich diese Aufgaben unter uns auf.

Kurz darauf erhielten wir einen weiteren Brief von der oberen Leitung. Darin stand, dass Zhao Jun alle Pflichten, die er ausgeführt hatte, gestanden hatte. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch unklar, ob er noch etwas anderes verraten hatte, weshalb wir zur Vorsicht ermahnt wurden. Ich dachte: „Wenn Zhao Jun verrät, dass ich eine Leiterin bin, wird die Polizei mich dann jemals schonen? Und wenn ich verhaftet werde, kann ich dann der Folter durch diese KPCh-Dämonen standhalten? Was ist, wenn ich zu Tode geprügelt werde?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich, und ich wollte diesen gefährlichen Ort am liebsten so schnell wie möglich verlassen. Aber dann dachte ich daran, dass die Brüder und Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, verhaftet worden waren und dass noch Folgearbeiten zu leisten waren. Wenn ich in diesem entscheidenden Moment meiner Verantwortung nicht nachkäme, wäre ich dann nicht wie eine Schildkröte, die sich in ihren Panzer verkriecht? Wenn ich mich angesichts der Gefahr versteckte und die Sicherheit der Bücher mit Gottes Worten und die Sicherheit der Brüder und Schwestern einfach ignorierte, wäre das absolut unverantwortlich und ein schwerer Verrat an Gott! Aber ich hatte Angst, dass ich verhaftet würde, wenn ich nicht wegginge. Ich betete zu Gott: „Gott, ich möchte meine Pflicht aufgeben und diesen Ort verlassen, aber ich weiß, dass das nicht mit Deinen Absichten übereinstimmt. Gott, bitte gib mir Glauben und Kraft, damit ich in dieser Situation standhaft bleiben kann.“

Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Ganz gleich, wie ‚ungeheuer mächtig‘ Satan ist, wie dreist und ehrgeizig er ist, wie groß seine Fähigkeit ist, Schaden zuzufügen, wie weitreichend seine Fähigkeiten sind, den Menschen zu verderben und zu ködern, wie clever die Tricks und Listen sind, mit denen er den Menschen einschüchtert, oder wie vielfältig die Formen seiner Existenz sind, er war nie in der Lage, ein einziges Lebewesen zu erschaffen, Gesetze oder Regeln für die Existenz aller Dinge festzulegen oder irgendein Objekt zu regieren oder die Herrschaft darüber zu haben, sei es belebt oder unbelebt. Innerhalb des Kosmos und des Firmaments gibt es keine einzige Person und keine einzige Sache, die von ihm ins Dasein gerufen wurde oder die seinetwegen existiert; es gibt keine einzige Person oder Sache, die seiner Herrschaft untersteht oder von ihm regiert wird. Im Gegenteil, er muss nicht nur unter der Herrschaft Gottes existieren, sondern auch allen Befehlen und Anordnungen Gottes gehorchen. Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Beim Nachsinnen über Gottes Worte schöpfte ich Glauben und Kraft, und mir wurde klar, dass alle Dinge und Ereignisse in Gottes Händen liegen. Ganz gleich, wie bestialisch und niederträchtig der große rote Drache auch ist, er ist lediglich eine Spielfigur in Gottes Hand und ein Werkzeug, das Gott dazu dient, Sein auserwähltes Volk zu perfektionieren. Ohne Gottes Erlaubnis kann uns Satan nichts anhaben, ganz gleich, wie bestialisch er ist. Ich dachte an einen Abend im Dezember 2012 zurück, als während einer Versammlung plötzlich sieben oder acht Polizisten hereinstürmten. Als sie gerade nicht aufpassten, nutzte ich die Gelegenheit und rannte hinaus. Doch als ich das Tor der Wohnanlage erreichte, wurde mir der Weg von zwei Wache stehenden Polizisten versperrt, also drehte ich mich um und rannte zurück. Die Polizei mobilisierte ein Team, um in der Wohnanlage jeden Haushalt zu durchsuchen und mich zu fassen. Gerade als sie den ersten Stock durchsuchen wollten, in dem ich mich versteckt hielt, verbarg ich mich in der Ecke bei der Treppe. Als die Polizisten um die Ecke kamen, um die Seite der Treppe zu kontrollieren, entkam ich durch den Haupteingang der Anlage. Zu meiner Überraschung erkannten mich die beiden Wachen nicht einmal, und ich entging knapp einem Unheil. Und auch dieses Mal, nachdem Zhao Jun und Liu Wei verhaftet worden waren, erschien uns unser Aufenthaltsort nach unserer Einschätzung sehr gefährlich, und während dieser Zeit war ich ständig mit Folgearbeiten beschäftigt und lief Gefahr, jeden Moment observiert und verhaftet zu werden. Aber ohne Gottes Erlaubnis konnte mich die Polizei nicht verhaften, ganz gleich, wie bestialisch sie war. An diesen Tatsachen erkannte ich Gottes Allmacht und Herrschaft, und dass alles in Seinen Händen lag. Wenn Gott es nicht zuließ, konnte mich die Polizei nicht fassen, ganz gleich, wie sehr sie es auch wollte; und wenn Gott zuließ, dass ich verhaftet würde, dann würde ich nicht entkommen können, egal, wo ich mich versteckte. Als ich das erkannte, schöpfte ich Glauben und Kraft und fuhr mit den Folgearbeiten fort.

Am Morgen des 16. Mai erfuhr ich, dass Xin Yi, eine weitere Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, ebenfalls verhaftet worden war, und mir wurde schwer ums Herz. Die obere Leitung schickte einen Brief, in dem sie uns dringend bat, die Brüder und Schwestern in Xin Yis Gastunterkunft schnell zu benachrichtigen und sie zur Umquartierung aufzufordern. Ich dachte: „Wenn ich hingehe, um sie zu benachrichtigen, und die Polizei dort auf der Lauer liegt, laufe ich dann nicht in eine Falle? Was ist, wenn die Polizei weiß, dass ich eine Leiterin bin? Sie würden mich noch schlimmer foltern. Selbst wenn sie mich nicht umbringen, werden sie mich mit Sicherheit zum Krüppel schlagen! Und was, wenn ich sterbe? Könnte ich dann überhaupt noch errettet werden?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Angst bekam ich. Ich fühlte mich in großer Gefahr. Ich trat ans Fenster, seufzte tief und fragte mich: „Soll ich gehen oder nicht? Wenn ich nicht gehe, werden die anderen Brüder und Schwestern Xin Yis Gastunterkunft nicht finden können. Werde ich einfach zusehen, wie die Brüder und Schwestern dort verhaftet werden?“ Ich dachte lange und intensiv darüber nach, fühlte mich gequält und war unsicher, was ich tun sollte. Ich kniete nieder und betete zu Gott: „Gott, mein Glaube ist zu gering; ich lebe in Angst und Feigheit und möchte nicht hinausgehen, um die Brüder und Schwestern zu benachrichtigen. Ich bin so egoistisch! Gott, ich bin bereit, mich auf Dich zu verlassen und zu Dir aufzublicken. Bitte schenke mir den Glauben und die Kraft, diese Situation mit Glauben durchzustehen, und bitte führe mich darin, meine Verdorbenheit zu verstehen.“

Nach dem Gebet las ich diese Worte Gottes: „Antichristen sind extrem egoistisch und verachtenswert. Sie haben keinen wahren Glauben an Gott, geschweige denn Treue gegenüber Gott; wenn sie auf ein Problem stoßen, schützen und wahren sie nur sich selbst. Für sie ist nichts wichtiger als ihre eigene Sicherheit. Solange sie noch leben und nicht verhaftet werden, ist es ihnen gleichgültig, wie viel Schaden dem Werk der Kirche zugefügt wird. Diese Menschen sind extrem selbstsüchtig, sie denken überhaupt nicht an die Brüder und Schwestern oder an das Werk der Kirche, sie denken nur an ihre eigene Sicherheit. Sie sind Antichristen. Wenn also solche Dinge denen widerfahren, die Gott treu sind und wahren Glauben an Gott haben, wie gehen die dann damit um? Worin unterscheidet sich das, was sie tun, von dem, was Antichristen tun? (Wenn denen, die Gott gegenüber treu sind, so etwas widerfährt, werden sie sich alles Mögliche einfallen lassen, um die Interessen von Gottes Haus zu wahren, um die Opfergaben Gottes vor Verlusten zu schützen, und sie werden die notwendigen Vorkehrungen für die Leiter und Arbeiter sowie für die Brüder und Schwestern treffen, um Verluste kleinzuhalten. Antichristen stellen inzwischen sicher, dass sie zuerst geschützt werden. Sie machen sich keine Gedanken um die Arbeit der Kirche oder um die Sicherheit von Gottes Auserwählten, und wenn die Kirche mit Verhaftungen konfrontiert ist, hat das für die Arbeit der Kirche einen Verlust zur Folge.) Antichristen lassen die Arbeit der Kirche und Gottes Opfergaben im Stich, und sie sorgen nicht dafür, dass die Menschen sich um die Nachwirkungen kümmern. Das ist dasselbe, wie zuzulassen, dass der große rote Drache Gottes Opfergaben und Seine Auserwählten an sich reißt. Ist das nicht geheimer Verrat an Gottes Opfergaben und Seinen Auserwählten? Wenn die, die Gott treu sind, ganz genau wissen, dass ein Umfeld gefährlich ist, ertragen sie trotzdem tapfer das Risiko, sich um die Nachwirkungen kümmern zu müssen, und sie halten die Verluste im Hause Gottes so niedrig wie möglich, bevor sie sich selbst zurückziehen. Sie geben ihrer eigenen Sicherheit keine Priorität. Sagt mir, wer könnte in diesem niederträchtigen Land des großen roten Drachen sicherstellen, dass der Glaube an Gott und die Ausführung einer Pflicht überhaupt keine Gefahr darstellen? Welche Pflicht man auch immer auf sich nimmt, sie bringt ein gewisses Risiko mit sich – doch die Ausführung der Pflicht wird von Gott in Auftrag gegeben, und während man Gott folgt, muss man das Risiko der Pflichtausführung auf sich nehmen. Man sollte Weisheit walten lassen, und man muss Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu gewährleisten, aber man sollte seine persönliche Sicherheit nicht an die erste Stelle setzen. Man sollte Gottes Absichten berücksichtigen und das Werk Seines Hauses und die Verbreitung des Evangeliums an die erste Stelle setzen. Die Erfüllung von Gottes Auftrag an sie ist das Wichtigste, und sie steht an erster Stelle. Antichristen geben ihrer persönlichen Sicherheit die höchste Priorität; sie glauben, dass nichts anderes mit ihnen zu tun hat. Es ist ihnen gleichgültig, wenn jemand anderem etwas zustößt, ganz gleich, wer es sein mag. Solange den Antichristen selbst nichts Schlimmes zustößt, fühlen sie sich wohl. Es fehlt ihnen jegliche Treue, was durch die Wesensnatur der Antichristen bedingt ist(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott offenbart, dass Antichristen wirklich egoistisch und verabscheuungswürdig sind. Wenn etwas passiert, denken sie nur an ihre eigene Sicherheit und stellen ihre eigenen Interessen über alles. Das Leben der Brüder und Schwestern und die Interessen von Gottes Haus sind ihnen egal. Sie besitzen keinerlei Treue zu Gott. Verhielt ich mich nicht genauso wie ein Antichrist? Angesichts von Gefahr dachte ich zuerst an meine Sicherheit. Als Xin Yi gefasst wurde, wusste ich, dass ich hinausgehen und die Brüder und Schwestern, die mit ihr zusammenlebten, benachrichtigen sollte, damit sie umquartiert werden konnten, andernfalls könnten sie von der Polizei verhaftet werden. Aber ich hatte Angst, verhaftet, zum Krüppel geschlagen oder zu Tode geprügelt zu werden, deshalb wollte ich nicht gehen und so mein Leben retten. Wenn Dinge geschahen, dachte ich nur an mich selbst, ohne Rücksicht auf die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern. Ich war wirklich egoistisch und verabscheuungswürdig und es mangelte mir an Menschlichkeit! Ein Mensch, der wirklich Menschlichkeit besitzt und Gott treu ist, kann angesichts von Gefahr seine Interessen hintanstellen, um die Arbeit der Kirche zu schützen. Aber als ich mit Gefahr konfrontiert war, zog ich mich zurück wie eine Schildkröte in ihren Panzer, um mein elendes Dasein zu fristen. Ich nahm weder auf die Interessen von Gottes Haus noch auf die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern Rücksicht. Inwiefern unterschied ich mich von einem schändlichen Judas? Ich dachte daran, wie die Heiligen im Laufe der Geschichte ihre Jugend und ihr Leben opferten, um das Evangelium zu predigen. Inmitten von Verfolgung und Drangsal legten sie ein wunderbares Zeugnis für Gott ab. Ich habe Gottes Werk der letzten Tage angenommen und mich an den Wahrheiten erfreut, die Er zum Ausdruck gebracht hat. Gott hat uns mehr gegeben als das, was die Apostel und Propheten der Vergangenheit hatten. Mit dem Eintreffen von Verfolgung und Drangsal wurden die Leiter und die Brüder und Schwestern in meinem Umfeld, mit denen ich zusammenarbeitete, nacheinander verhaftet, während Gott mich davor bewahrt hatte, gefasst zu werden. Wenn ich auch nur ein Fünkchen Gewissen hätte, sollte ich aufstehen, um die Interessen der Kirche zu schützen und die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern zu gewährleisten. Aber ich dachte immer nur an meine eigenen Interessen und zog Gottes Absichten überhaupt nicht in Betracht. Ich war weniger treu, als ein Wachhund seinem Besitzer gegenüber ist. Ich war es wirklich nicht wert, Mensch genannt zu werden! Als ich das erkannte, hasste ich mich selbst dafür, dass ich so egoistisch und verabscheuungswürdig war.

Später dachte ich weiter nach und fragte mich: „Mein Leben ist mir wirklich kostbar, und ich habe immer Angst, verhaftet oder zu Tode gefoltert zu werden. Wie kann dieses Problem gelöst werden?“ Ich las einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wie kamen jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar zu Tode gebracht – so starben sie den Märtyrertod. Wir wollen nicht davon reden, wie es für jene Märtyrer letztlich endete, oder über Gottes Urteil über ihre Taten, aber stellt euch folgende Frage: Als jene Märtyrer das Ende ihres Weges erreichten, stimmte da die Art und Weise, wie ihr Leben endete, mit menschlichen Auffassungen überein? (Nein, das tat sie nicht.) Aus der Perspektive menschlicher Auffassungen zahlten jene Märtyrer einen so hohen Preis, um Gottes Werk zu verkünden, wurden aber letztendlich von Satan so schwer geschädigt, dass sie starben. Das stimmt nicht mit menschlichen Auffassungen überein. Jedoch ist genau das ihnen widerfahren – Gott hat genau das zugelassen. Welche Wahrheit kann darin gefunden werden? War die Tatsache, dass Gott ihren Tod auf diese Weise zuließ, Sein Fluch und Seine Verurteilung, oder war es Seine Anordnung und Sein Segen? Es war keines von beidem. Was war es dann? Es zehrt an den Herzen der Menschen, wenn sie an den Tod dieser Märtyrer denken, doch das sind nun einmal die Tatsachen. Welche Erklärung sollte dafür gegeben werden, dass Gottgläubige auf diese Weise gestorben sind? Wenn wir dieses Thema ansprechen, versetzt ihr euch in ihre Lage; seid ihr also in euren Herzen betrübt und verspürt ein gewisses Maß an verborgenem Schmerz? Ihr denkt: ‚Diese Menschen taten ihre Pflicht, um Gottes Evangelium zu verkünden, und sollten als gute Menschen gelten, wie also fanden sie so ein Ende, kamen sie zu so einem Ergebnis?‘ Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke des Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; das heißt, seiner Verantwortung nachzukommen. Als Satan sie bedrohte und terrorisierte und sie am Ende sogar mit ihrem Leben bezahlen ließ, kündigten sie ihre Verantwortung nicht auf. Das heißt, seine Pflicht bis zum Äußersten zu erfüllen. Was meine Ich damit? Meine Ich, ihr sollt dieselbe Methode anwenden, um Gott zu bezeugen und Sein Evangelium zu verkünden? Das musst du nicht unbedingt tun, aber du musst verstehen, dass das deine Verantwortung ist, dass du es als etwas annehmen solltest, zu dem du verpflichtet bist, wenn Gott es von dir benötigt(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich. Wenn ich den wahren Wert von Leben und Tod erkennen und den Sinn des Lebens verstehen kann, dann kann ich es vermeiden, mich angesichts von Verfolgung und Drangsal vom Tod einschränken zu lassen, und ich kann an meiner Pflicht festhalten und bereit sein, mein Leben zu opfern, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Ich dachte an die Heiligen im Laufe der Geschichte, die ihr Leben geopfert und ihr Blut vergossen haben, um das Evangelium des Herrn Jesus zu predigen. Unzählige sind für Gott den Märtyrertod gestorben. Manche wurden gesteinigt, andere von Pferden zu Tode geschleift. Sie zahlten mit ihrem Leben, um ein starkes und überwältigendes Zeugnis für Gott abzulegen. Ihr Tod war voller Bedeutung, denn sie erlitten Verfolgung um der Gerechtigkeit willen und fanden Gottes Anerkennung. Obwohl ihre Körper starben, gingen ihre Seelen nicht zugrunde. Andere hingegen verraten aus Angst vor der Folter nach ihrer Gefangennahme Gott und verkaufen ihre Brüder und Schwestern, womit sie zu schändlichen Judassen werden. Sie verletzen Gottes Disposition schwer und verlieren die Errettung durch Ihn. Selbst wenn ihr Körper weiterlebt, sind sie doch wie wandelnde Leichen, und am Ende werden sie in die Hölle hinabfahren, um bestraft zu werden, und dort werden sie ewig leiden! Genau wie der Herr Jesus sagte: „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 16,25). In diesem Moment verstand ich endlich die Bedeutung dieser Worte Gottes. Früher konnte ich das Thema Tod nicht klar sehen. Ich hatte Angst, von der Polizei gefasst und getötet zu werden, und dachte, wenn ich stürbe, könnte ich nicht gerettet werden. Jetzt erkannte ich, dass der Tod des Körpers nicht der wirkliche Tod ist. Zwar mag der Körper sterben, doch die Seele ist bei Gott. Ein Mensch, der angesichts von Verfolgung für die Gerechtigkeit sterben kann, findet Gottes Anerkennung, und Gott wird sich an ihn erinnern. Da die Brüder und Schwestern nun in Gefahr waren, durfte ich in diesem entscheidenden Moment nicht länger an meine eigene Sicherheit denken. Ich musste schnell einen Weg finden, die Brüder und Schwestern aufzufordern, umzuziehen. Selbst wenn ich am Ende von der Polizei gefasst und zu Tode gefoltert würde, wäre ein solcher Tod voller Bedeutung. Bei dieser Erkenntnis fühlte ich mich ruhig und gelassen. In jener Nacht ging ich zu der Gastunterkunft, in der Xin Yi gelebt hatte, und betete auf dem ganzen Weg ununterbrochen zu Gott. Als ich unter der hochauflösenden Überwachungskamera hindurchging, überkam mich wieder etwas Angst, also nahm ich einen Umweg durch eine abgelegene Gasse. Als ich unten vor dem Gebäude ankam, wurde ich wieder nervös und machte mir große Sorgen, dass dort Polizisten lauern und die Gegend beobachten könnten. In meinem Herzen rief ich immer wieder zu Gott. Da fielen mir diese Worte Gottes ein: „Bei allem im Universum gibt es nichts, wobei Ich nicht das letzte Wort habe. Gibt es irgendetwas, das nicht in Meinen Händen liegt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 1). Gottes Worte gaben mir Glauben, und ich hatte nicht mehr so viel Angst. Letztendlich wurden alle Brüder und Schwestern erfolgreich umquartiert, und mein sorgenschweres Herz kam endlich zur Ruhe.

Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der mir half zu verstehen, welche Bedeutung es hat, dass Gott den großen roten Drachen für Seinen Dienst nutzt. Gott sagt: „Diejenigen, die Gott wirklich folgen, sind in der Lage, den Prüfungen ihrer Arbeit standzuhalten, während jene, die Gott nicht wirklich folgen, außerstande sind, jeglicher Prüfung Gottes standzuhalten. Früher oder später werden sie ausgeschlossen werden, während die Überwinder im Königreich bleiben werden. Ob der Mensch Gott wirklich sucht oder nicht, wird anhand der Prüfung seiner Arbeit festgelegt, das heißt, durch Gottes Prüfungen, und es hat nichts mit dem zu tun, was der Mensch selbst beschließt. Gott weist keine Person leichtfertig zurück. Alles, was Er tut, kann den Menschen völlig überzeugen. Er tut nichts, was für den Menschen nicht sichtbar ist, oder irgendein Werk, das den Menschen nicht überzeugen kann. Ob der Glaube des Menschen wahr ist oder nicht, wird von den Tatsachen belegt, und kann nicht vom Menschen beschlossen werden. Dass ‚Weizen nicht zu Spreu gemacht werden kann, und Spreu nicht zu Weizen gemacht werden kann‘, ist nicht zu bestreiten. All jene, die Gott wirklich lieben, werden letztendlich im Königreich bleiben, und Gott wird niemanden, der Ihn wirklich liebt, schlecht behandeln(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gottes Werk und die Praxis des Menschen). Gott lässt zu, dass der große rote Drache Christen verfolgt und verhaftet. Er nutzt den Dienst des großen roten Drachen, um unsere Arbeit zu prüfen und zu sehen, ob wir Ihm gegenüber echten Glauben und echte Treue besitzen. Das ist eine Prüfung für jeden Gläubigen an Gott. Manche Menschen haben aus Feigheit nicht den Mut, an ihrem Glauben festzuhalten; andere verstecken sich aus Angst vor einer Verhaftung und haben nicht den Mut, ihre Pflichten zu tun; wieder andere verraten Gott, weil sie die Folter nach ihrer Gefangennahme nicht ertragen können, und werden zu Judassen. Diese Menschen sind das Unkraut und die Ungläubigen, die durch Gottes Werk offenbart werden, und sie werden am Ende ausgemustert. Andere jedoch sind in der Lage, beharrlich ihre Pflichten zu tun und die Arbeit der Kirche zu schützen, egal wie aussichtslos die Lage ist. Selbst wenn sie gefasst und gefoltert werden, gehen sie lieber ins Gefängnis, als zu Judassen zu werden. Sie legen ein überwältigendes Zeugnis für Gott ab. Das sind die Menschen, die wirklich an Gott glauben und Ihm treu sind. Durch den Dienst des großen roten Drachen werden die wahren und falschen Gläubigen sowie der Weizen und das Unkraut in der Kirche offenbart. Unbemerkt werden die Menschen ihrer Art entsprechend eingeordnet. Gottes Werk ist so weise! Gleichzeitig erkannte ich durch die Verhaftungen und die Verfolgung durch die KPCh, wie gering mein Glaube war. Wenn ich nicht in Gefahr war, betete ich normalerweise vor Gott, dass ich bereit sei, Dingen zu entsagen und mich für Ihn aufzuwenden, um Seine Liebe zu vergelten. Aber angesichts von Gefahr dachte ich nur an mich selbst, und in entscheidenden Momenten waren mir die Sicherheit meiner Brüder und Schwestern und die Sicherheit der Bücher mit Gottes Worten egal. Täuschte ich nicht Gott? Wären diese Tatsachen nicht offenbart worden und hätte es nicht das Gericht und die Züchtigung von Gottes Worten gegeben, hätte ich keinerlei Erkenntnis über meine egoistische und verabscheuungswürdige satanische Disposition gehabt. Ich hätte immer noch geglaubt, dass ich fähig sei, meiner Familie und Karriere zu entsagen, dass ich Gott treu sei und mit Sicherheit Seine Anerkennung verdienen würde. Und ich hätte immer noch gedacht, dass ich, sobald Gottes Werk vollendet wäre, gerettet würde und in das Himmelreich einginge. Es war wirklich erbärmlich, dass ich mich selbst nicht kannte!

In dieser Zeit haben die Verfolgung und die Verhaftungen durch den großen roten Drachen meine Verdorbenheit offenbart. Ich sah, dass es mir an der Wahrheitsrealität mangelte und dass dies sehr gefährlich war. Das spornte mich auch an, nach der Wahrheit und nach oben zu streben, damit ich künftig in noch widrigeren Situationen Prüfungen standhalten und letztendlich Satan besiegen und für Gott Zeugnis ablegen könnte. Diese Situationen zu erleben, war für mein Leben sehr segensreich. Das war Gottes Errettung für mich! Nachdem ich dies durchgestanden hatte, war mein Herz erfüllt von Dankbarkeit Gott gegenüber. Durch die Führung von Gottes Worten erlangte ich ein gewisses Verständnis von Gottes Autorität, Allmacht und Souveränität, was meinen Glauben stärkte. Dank sei Gott!

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Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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