63. Nachdem mein Sohn krank wurde

Von Yang Le, China

Der Allmächtige Gott sagt: „Die Vernunft der Menschen ist so dürftig – sie stellen zu viele Forderungen an Gott und verlangen zu viel von Ihm. Ihnen fehlt sogar das kleinste bisschen Vernunft. Die Menschen fordern ständig, dass Gott dies oder jenes tut und sind unfähig, sich Ihm völlig zu unterwerfen oder Ihn zu verehren. Stattdessen stellen sie basierend auf ihren eigenen Vorlieben unvernünftige Forderungen an Gott. … Die menschliche Vernunft ist dürftig, nicht wahr? Die Menschen sind nicht nur unfähig, sich Gottes Orchestrierungen und Fügungen vollständig zu unterwerfen oder alles zu akzeptieren, was von Gott kommt, dagegen stellen sie zusätzliche Anforderungen an Gott. Wie können Menschen mit solchen Forderungen Gott treu sein? Wie können sie sich den Fügungen Gottes unterwerfen? Wie können sie Gott lieben? Alle Menschen haben Anforderungen hinsichtlich dessen, wie Gott sie lieben, sie tolerieren, über sie wachen, sie beschützen und für sie sorgen sollte. Keiner von ihnen stellt jedoch irgendwelche Forderungen hinsichtlich dessen, wie sie selbst Gott lieben, an Gott denken, Gott gegenüber rücksichtsvoll sein und Gott zufriedenstellen, Gott in ihren Herzen haben und Gott anbeten sollten(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Wenn ich diesen Abschnitt aus Gottes Worten früher las, bezog ich ihn nicht auf mich selbst. Ich dachte, Gott spricht von jenen Gläubigen, die nur darauf aus sind, sich am Brot satt zu essen. Ich glaubte, nur solche Leute würden ununterbrochen Forderungen an Gott stellen und Gnade und Segnungen von Ihm verlangen. Was mich betraf: Ich hatte so viele von Gottes Worten gegessen und getrunken. Ich wusste, dass ich ein geschaffenes Wesen bin und genau diesen Platz einnehmen sollte, und ich wusste: Ganz gleich, ob Gott mich segnete oder ob Er gute oder schlechte Umstände für mich anordnete, ich sollte mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Aus diesem Verständnis und Anspruch dachte ich, ich könnte mich Gott unterwerfen und würde nichts von Ihm fordern. Doch diesmal war es die Krankheit meines Sohnes, die mich endlich meine wahre Größe und die Tatsache meiner Verdorbenheit klar erkennen ließ.

Im September 2015 kam mein Sohn vom Haus seiner Großmutter zurück, und sie sagte, er hätte zugenommen. Mir fiel auf, dass seine Augenlider etwas geschwollen waren; irgendetwas stimmte damit nicht. Ich ließ ihn Hemd und Hose ausziehen, um ihn zu untersuchen, und sah, dass seine Beine ziemlich geschwollen waren und glänzten. Wenn ich auf sein Bein drückte, blieb eine Delle zurück, die nicht sofort wieder verschwand, wie es bei einem gesunden Menschen der Fall wäre. Plötzlich kam mir in den Sinn, was die Alten oft sagen: „Jungen fürchten geschwollene Beine, Mädchen fürchten einen geschwollenen Kopf.“ Das bedeutet: Wenn die Beine eines Jungen geschwollen sind, muss er schwer krank sein. Ein ungutes Gefühl beschlich mich: Mein Sohn war definitiv schwer krank. Am nächsten Tag brachten wir unseren Sohn in die Nierenklinik der Provinz. Der Arzt meinte, er hätte vielleicht das nephrotische Syndrom. Bei dieser Krankheit ist der Eiweißspiegel im Körper extrem niedrig, während der Kreatininwert viel zu hoch ist. Der Patient wird immer schwächer, und wenn es sich verschlimmert, entwickelt es sich zu einer Urämie. Ich erinnerte mich daran, dass es in der chinesischen Medizin heißt, die Niere sei das angeborene Fundament eines Menschen. Wenn mit der Niere etwas nicht stimmt, wirkt sich das direkt auf die Gesundheit eines Kindes aus. Wenn diese Krankheit nicht geheilt werden könnte, würde mein Sohn nicht wie normale Kinder zur Schule gehen können, und auch das Heiraten wäre später ein Problem für ihn. Bei diesem Gedanken machte ich mir große Sorgen und dachte: „Mein Sohn ist erst 14, er hat noch viel vor sich. Wird er jetzt wirklich für immer von Krankheit geplagt sein? Wie soll ein Kind in seinem Alter das bloß ertragen? Ich darf nicht zulassen, dass mein Sohn einfach so krank bleibt. Selbst wenn wir unser Haus und Land verkaufen müssen, ich muss dafür sorgen, dass er geheilt wird.“ Im Krankenhaus wartete ich voller Angst auf das Ergebnis seiner Diagnose. In meinem Herzen betete ich ununterbrochen zu Gott. Während ich betete, fiel mir ein, dass ich gestern eigentlich eine Versammlung bei mir zu Hause ausrichten sollte. Verzögerte ich damit nicht meine Pflicht? Ich machte mir große Selbstvorwürfe und dachte, ich dürfte nicht zulassen, dass die Behandlung meines Sohnes den Versammlungen im Weg stand. Meine Frau blieb im Krankenhaus, um sich um ihn zu kümmern, also fuhr ich erst einmal nach Hause, richtete die Versammlungen aus und arbeitete gleichzeitig.

Später wurde bei meinem Sohn tatsächlich das nephrotische Syndrom diagnostiziert. Als ich die Nachricht hörte, traf es mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Genau davor hatte ich mich am meisten gefürchtet, und nun war es bittere Realität geworden. Von nun an würde mein Sohn nicht mehr normal zur Schule gehen können, sondern müsste im Krankenhaus bleiben. Wie sollte so ein junger Kerl das bloß verkraften? Als ich darüber nachdachte, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. In jenen Tagen war mein Herz unglaublich schwer, und ich dachte unweigerlich: „Seit ich Gottes Werk angenommen habe, habe ich Gott nie wegen fleischlicher Belange um etwas gebeten. Es wäre großartig, wenn Gott mir dieses eine Mal den Gefallen tun und meinen Sohn vollständig heilen würde.“ Ich wollte so gerne zu Gott beten und Ihn bitten, die Krankheit meines Sohnes wegzunehmen. Doch ich wusste, dass Gottes Werk in den letzten Tagen das Werk des Gerichts und der Züchtigung, der Prüfung und der Läuterung ist; es geschieht, um die verdorbene Disposition der Menschheit zu reinigen. Eine solche Forderung an Gott zu stellen, entsprach nicht Seiner Absicht. Aber sobald ich an die Krankheit meines Sohnes dachte, hoffte ich trotzdem, dass Gott ihm aufgrund meiner „Unterwerfung“ eine Gunst erweisen würde. Wenn das geschähe, müsste mein Sohn diese Art von Schmerz nicht ertragen. Eine Zeit lang klammerte ich mich an diese Hoffnung, doch der Zustand meines Sohnes besserte sich nicht. Obwohl ich meine Pflicht nach außen hin nicht verzögerte, war mein Herz sehr schwer. Um meinen Schmerz zu überwinden, konnte ich nichts anderes tun, als zu Gott zu beten, Ihn zu suchen und Seine Worte zu essen und zu trinken.

Der Allmächtige Gott sagt: „Alles, wonach du strebst, seitdem du an Gott glaubst, ist, Frieden erlangen zu können – dass deine Kinder frei von Krankheit sind, dass dein Ehemann einen guten Job hat, dass dein Sohn eine gute Ehefrau findet, dass deine Tochter einen guten Ehemann findet, dass deine Ochsen und Pferde das Land gut pflügen, dass es ein Jahr mit gutem Wetter für deine Ernten wird. Das ist es, wonach du strebst. Dein Streben ist nur, bequem zu leben – dass deiner Familie keine Unfälle widerfahren, dass die Winde an dir vorüberziehen, dass dein Gesicht nicht von Staub berührt wird, dass die Ernten deiner Familie nicht überflutet werden – von jeglichem Unheil verschont zu bleiben, in ‚Gottes Umarmung‘ zu leben, in einem gemütlichen Nest zu leben. Ein Feigling wie du, der stets nach dem Fleisch strebt – besitzt du ein Herz, besitzt du einen Geist? Bist du nicht ein Tier? Ich schenke dir den wahren Weg, ohne etwas dafür zu verlangen, dennoch strebst du nicht danach. Bist du noch immer einer von denen, die an Gott glauben?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Als ich diese Worte las, traf es mich tief ins Herz. Gott hatte den Nagel auf den Kopf getroffen und meine Ansicht, in meinem Glauben nach Segnungen zu streben, entlarvt. Nachdem bei meinem Sohn das nephrotische Syndrom diagnostiziert worden war, tat ich nach außen hin mein Bestes, beim Beten keine Forderungen an Gott zu stellen, doch innerlich hoffte ich, Gott würde aufgrund meiner „Unterwerfung“ Erbarmen mit mir haben und die Krankheit meines Sohnes fortnehmen. Als Gott meine Forderungen nicht erfüllte, empfand ich Schmerz in meinem Herzen und suchte nicht nach den Lektionen, die ich daraus lernen sollte, dass mir so etwas widerfuhr. Inwiefern unterschied ich mich da von religiösen Menschen? Wonach ich in meinem Glauben strebte, war immer noch, Brot zu suchen, um meinen Hunger zu stillen – was überhaupt nicht mit Gottes Absicht übereinstimmte. Als ich darüber nachdachte, schämte ich zutiefst und hasste mich selbst dafür, dass ich nicht nach der Wahrheit strebte und diese Forderungen an Gott stellte. Mir fehlte wirklich jegliche Vernunft. In meinem Herzen betete ich zu Gott: „Gott! Ich bin bereit, Dir die Krankheit meines Sohnes anzuvertrauen und mich Deinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Bitte schenke mir ein Gefühl der Bürde und gib mir Glauben, damit ich meine Pflicht gut ausführen und Dich zufriedenstellen kann.“ Nach dem Gebet fühlte sich mein Herz etwas friedlicher und ruhiger.

Im März 2016 übernahm ich Pflichten der Kirchenleitung. Einige Monate später erlitt mein Sohn erneut einen Rückfall. Er hatte Harn, den er nicht ausscheiden konnte, was zu Ödemen am ganzen Körper führte. Als ich das sah, war ich absolut am Boden zerstört. Ein völlig gesundes Kind wie er endete irgendwie in so einem Zustand. Wann würde es ihm bei all diesen Rückfällen jemals besser gehen? Ich dachte bei mir: „Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bei meiner Pflicht nicht genug anstrenge. Wenn ich mir noch mehr Mühe gebe, wird sich sein Zustand dann vielleicht ein bisschen bessern?“ Und so steckte ich mehr Energie in die Ausführung meiner Pflicht. Zu meiner Überraschung begann es meinem Sohn nach und nach besser zu gehen. Ich war Gott zutiefst dankbar, führte meine Pflicht noch eifriger aus und erzielte bei verschiedenen Aufgaben einige Ergebnisse. Die Zeit verging, und im Herbst 2016 nahm der Zustand meines Sohnes unerwartet eine Wendung zum Schlechten. Er schied jeden Tag weniger Harn aus, und fast die gesamte Flüssigkeit staute sich in seinem Körper. Sein Körper war so stark geschwollen, dass sich seine Gesichtsform verändert hatte und seine Augen nur noch schmale Schlitze waren; er war nicht wiederzuerkennen. Seine Beine sahen aus wie Elefantenbeine, seine Haut spannte und glänzte, und er konnte kaum noch aus dem Bett aufstehen. Wenn wir weg waren, um unsere Pflichten auszuführen, konnte er sich die Zeit nur damit vertreiben, auf seinem Handy zu spielen. Als wir ihn ins Krankenhaus bringen wollten, sagte er reif für sein Alter: „Meine Krankheit wird nicht besser; es hat keinen Sinn, dorthin zu fahren. Geht einfach und tut, was ihr tun müsst.“ Ich wünschte, ich könnte all diesen Schmerz an seiner Stelle ertragen, doch ich konnte nichts tun. Ehe ich mich versah, beklagte ich mich bei Gott und dachte: „Gott! Ich bin nicht Hiob und auch nicht Petrus; meine geistliche Größe ist nicht so beachtlich. Was mehr ins Gewicht fällt – ich habe die ganze Zeit über nie aufgehört, meine Pflicht auszuführen. Warum wird mein Sohn nicht gesund? Selbst wenn seine Krankheit nicht sofort besser werden kann, wäre ich schon zufrieden, wenn sie nicht stetig schlimmer wird.“ Als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich mich darüber beklagte, dass Gott ungerecht war. Mir war sehr unbehaglich zumute, und ich betete hastig zu Gott: „Gott! Ich weiß, ich sollte mich auf diese Weise nicht bei Dir beklagen, aber ich stehe das wirklich nicht durch und weiß nicht, welche Lektionen ich lernen soll. Bitte führe mich in dieser Angelegenheit.“

Nach dem Gebet las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Gerechtigkeit ist keineswegs Fairness oder Angemessenheit. Sie ist nicht Gleichmacherei oder dass du das bekommst, was du für deine Arbeit verdienst, oder dass du für die geleistete Arbeit bezahlt wirst oder den Anteil bekommst, je nachdem, welche Mühe du aufwendest. Dies ist keine Gerechtigkeit, es bedeutet nur, fair und vernünftig zu sein. Nur wenige Menschen sind fähig, Gottes gerechte Disposition zu erkennen. Angenommen, Gott hätte Hiob vernichtet, nachdem Hiob für Ihn Zeugnis abgelegt hatte: Wäre das gerecht? Tatsächlich wäre es das. Warum nennt man dies Gerechtigkeit? Wie sehen Menschen Gerechtigkeit? Wenn etwas mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt, dann ist es für sie sehr leicht zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn sie hingegen meinen, etwas stimme nicht mit ihren Auffassungen überein – wenn es etwas ist, das sie nicht verstehen können –, dann wäre es für sie schwierig zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn Gott Hiob damals vernichtet hätte, würden die Menschen nicht sagen, Er sei gerecht. Aber muss Gott sich eigentlich rechtfertigen, wenn Er Menschen vernichtet, egal, ob sie verdorben sind oder nicht, ob sie zutiefst verdorben sind oder nicht? Muss Er den Menschen erklären, auf welcher Grundlage Er dies tut? Muss Gott den Menschen die Gesetze erklären, die Er verordnet hat? Das ist nicht nötig. In Gottes Augen ist jemand, der verdorben ist und sich Gott widersetzen könnte, wertlos; wie Gott mit ihm umgeht, wird angemessen sein, und es geschieht alles gemäß Gottes Anordnungen. Wenn du in Gottes Augen missfällig wärst und Er sagen würde, dass du, nachdem du Zeugnis abgelegt hättest, nicht mehr zu gebrauchen wärst, und dich deshalb vernichten würde, wäre das Seine Gerechtigkeit? Auch das wäre es. Du kannst das von der Sichtweise auf die Tatsachen jetzt vielleicht nicht gleich verstehen, aber du musst es in der Glaubenslehre verstehen. Was meint ihr – ist die Vernichtung Satans durch Gott ein Ausdruck Seiner Gerechtigkeit? (Ja.) Was wäre, wenn Er Satan bestehen ließe? Das traut ihr euch nicht zu sagen, nicht wahr? Gottes Wesen ist Gerechtigkeit. Auch wenn es nicht einfach ist, zu verstehen, was Er tut, ist alles, was Er tut, gerecht; es ist nur so, dass die Menschen das nicht verstehen. Als Gott Petrus Satan übergab, was sagte Petrus in Antwort darauf? ‚Die Menschen sind außerstande zu ergründen, was Du tust, doch alles, was Du tust, enthält Deine guten Absichten; in all dem liegt Gerechtigkeit. Wie kann ich Deine Weisheit und Taten nicht lobpreisen?‘ Du solltest nun sehen, dass der Grund, warum Gott Satan in der Zeit Seiner Errettung der Menschen nicht vernichtet, darin liegt, dass die Menschen klar sehen können, wie Satan sie verdorben hat und in welchem Ausmaß er sie verdorben hat, und wie Gott sie reinigt und rettet. Letztendlich, wenn die Menschen die Wahrheit verstanden, Satans abscheuliche Fratze klar gesehen und die ungeheuerliche Sünde gesehen haben, mit der Satan die Menschen verdorben hat, wird Gott Satan vernichten und ihnen Seine Gerechtigkeit zeigen. Der Zeitpunkt von Satans Vernichtung ist Ausdruck von Gottes Disposition und Weisheit. Alles, was Gott tut, ist gerecht. Auch wenn die Menschen nicht in der Lage dazu sein mögen, das wahrzunehmen, sollten sie nicht nach Belieben Beurteilungen vornehmen. Wenn den Menschen etwas, was Er tut, unvernünftig erscheint, oder wenn sie irgendwelche Auffassungen dazu haben und dann sagen, dass Er nicht gerecht ist, sind sie höchst unvernünftig(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass Gottes gerechte Disposition nicht so war, wie ich gedacht hatte – fair, vernünftig und gleichmacherisch. Ich dachte, solange die Menschen einige Pflichten ausführen könnten, sollte Gott ihnen Vergünstigungen gewähren, und je mehr die Menschen bei ihren Pflichten einen Preis zahlen könnten, desto mehr sollte Gott sie segnen. Das sind geschäftsmäßige Sichtweisen auf die Welt, die ganz grundlegend nicht mit der Wahrheit übereinstimmen. Gottes Wesen ist gerecht. Alles, was Er tut, ist eine natürliche Offenbarung Seiner gerechten Disposition. Ich dachte daran, wie Hiob Gott fürchtete und das Böse mied und in Gottes Augen ein vollkommener Mensch war. Gemäß den menschlichen Auffassungen hätte er sich Satans Versuchungen nicht stellen müssen, doch Gott ließ zu, dass ihm so etwas widerfuhr. Obwohl dies nicht mit den Auffassungen des Menschen übereinstimmte, vervollkommnete es Hiobs Glauben. Ich sah, dass, unabhängig davon, ob Gott die Menschen segnete oder ihnen etwas nahm, ob Er sie entlarvte oder vervollkommnete, all dies Offenbarungen von Gottes gerechtem Wesen waren, und jeder sollte sich ihnen unterwerfen und sie annehmen. Menschen sollten ihren eigenen Aufwand nicht als Kapital nutzen, um Gott vorzuschreiben, was Er tun soll. Aber ich hatte Gottes Gerechtigkeit nicht verstanden. Wenn ich mich bei meiner Pflicht ein wenig aufwendete und sah, dass sich der Zustand meines Sohnes verbesserte, glaubte ich, dass Gott gerecht sei, und war voller Tatendrang bei meiner Pflicht. Wenn mein Sohn dann einen Rückfall erlitt und sein Zustand immer ernster wurde, beklagte ich mich über Gott und fand, dass die Prüfungen, denen Er mich unterzog, zu schwer seien. Ich begann, mit Gott herumzudiskutieren und mich Ihm zu widersetzen. Das zeigte, dass meine Definition von Gottes Gerechtigkeit darauf basierte, ob mir meine harte Arbeit und mein Aufwenden Gnade und Segnungen einbringen konnten; sie war voller Transaktionen und Tauschgeschäfte. Stellte ich nicht gemäß meinen eigenen Auffassungen Forderungen an Gott? Ich tat meine Pflicht überhaupt nicht als geschaffenes Wesen, und ich besaß absolut nicht das Gewissen und die Vernunft, die ein geschaffenes Wesen haben sollte. Ich betete zu Gott: „Gott! Ich möchte jemand sein, der Gewissen und Vernunft besitzt und meine Pflicht gut ausführt, um Dich zufriedenzustellen. Warum missverstehe ich Dich und beklage mich über Dich, wann immer ich mit Dingen konfrontiert werde, die mir nicht passen? Gott, bitte führe mich darin, mich selbst in dieser Angelegenheit zu verstehen.“

Später las ich zwei Abschnitte aus Gottes Worten: „Seit dem Zeitpunkt, als der Mensch anfing, an Gott zu glauben, hat er Gott als Füllhorn betrachtet, als ein Schweizer Armeemesser, und er hat sich selbst als den größten Kreditgeber Gottes erachtet, als wäre es sein angeborenes Recht und seine Verpflichtung, von Gott Segnungen und Verheißungen zu erbitten, während es Gottes Verantwortlichkeiten seien, den Menschen zu beschützen, sich um ihn zu kümmern und ihn zu versorgen. Das ist das grundlegende Verständnis der drei Worte ‚Glauben an Gott‘ all jener, die an Gott glauben, und das ist ihr tiefstes Verständnis des Begriffs des Glaubens an Gott. Von der Wesensnatur des Menschen bis hin zu seiner subjektiven Bestrebung gibt es nichts, was mit Gottesfurcht zusammenhängt. Das Ziel des Menschen bei seinem Glauben an Gott könnte unmöglich etwas mit der Anbetung Gottes zu tun haben. Das heißt, der Mensch hat nie beabsichtigt, Gott in seinem Glauben an Gott zu fürchten und anzubeten, und hat nie verstanden, dass solche Dinge im Glauben an Gott erforderlich sind(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gottes Werk, Gottes Disposition und Gott Selbst II). „Worin liegt das Problem, wenn die Menschen immer Forderungen an Gott stellen? Und worin liegt das Problem, wenn sie immer Auffassungen über Gott haben? Welche Dinge beinhaltet die menschliche Natur? Ich habe festgestellt, dass die Menschen, egal was ihnen geschieht oder wie sie mit etwas umgehen, immer ihre eigenen Interessen schützen und sich um ihr eigenes Fleisch sorgen, und sie suchen immer nach Gründen oder Ausreden, die ihnen dienen. Weder streben sie nach der Wahrheit noch akzeptieren sie sie im Geringsten, und alles, was sie tun, dient dazu, ihr eigenes Fleisch zu rechtfertigen und Pläne für ihre eigenen Zukunftsaussichten zu schmieden. Sie verlangen stets Gnade von Gott und wollen sich jedwede Vorteile verschaffen. Warum stellen die Menschen so viele Forderungen an Gott? Es beweist, dass die Menschen von Natur aus gierig sind und dass sie vor Gott überhaupt keine Vernunft haben. Bei allem, was die Menschen tun – ob sie beten oder Gemeinschaft halten oder Predigten halten –, läuft das, worüber sie nachdenken und wonach sie streben und sich sehnen, letztlich immer nur darauf hinaus, Forderungen an Gott zu stellen und Dinge von Ihm zu verlangen, in der Hoffnung, sie könnten etwas von Ihm bekommen. Manche Menschen sagen: ‚Das liegt an der menschlichen Natur‘, und das ist richtig. Darüber hinaus zeigt die Tatsache, dass die Menschen zu viele Forderungen an Gott stellen und zu viele extravagante Begierden haben, dass ihnen tatsächlich jeder Hauch von Gewissen und Vernunft fehlt. Sie alle fordern und verlangen Dinge für sich selbst oder versuchen, sich zu rechtfertigen und Ausflüchte für sich selbst zu machen – all dies tun sie für sich selbst. Man kann in vielen Dingen erkennen, dass das, was die Menschen tun, völlig ohne Vernunft ist, was voll und ganz beweist, dass Satans Logik von ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ bereits zur Natur des Menschen geworden ist. Welches Problem wird durch zu viele Forderungen an Gott veranschaulicht? Es zeigt, dass die Menschen von Satan so weit verdorben wurden und dass sie Gott in ihrem Glauben an Ihn nicht im Geringsten wie Gott behandeln(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Menschen stellen zu viele Forderungen an Gott). Als ich diese Worte las, traf es mich tief ins Herz. Ich war exakt die Art von Mensch, die Gott entlarvt hatte; ich hatte mich als jemanden gesehen, der Ansprüche gegen Gott erhebt, und Ihn nicht als den Schöpfer angesehen. Als ich an meine Zeit im Glauben an den Herrn zurückdachte, und nachdem ich Gottes Gnade und Segnungen genossen hatte, dachte ich, dass Er den Menschen ihre Wünsche erfüllen würde, solange sie beten und Gott anrufen, wenn sie Schwierigkeiten begegnen, denn nichts sei größer als Gottes Liebe zum Menschen. Nachdem ich das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen angenommen hatte, verstand ich schließlich durch Seine Worte: Gott ist der Schöpfer. Wir Menschen sollten keine unvernünftigen Forderungen an Ihn stellen und verlangen, dass Er ihnen Gnade oder Segnungen gewährte. Dennoch hatte sich meine Einstellung, auf Segen aus zu sein, innerlich nicht geändert. Nehmen wir die Krankheit meines Sohnes als Beispiel: Anfangs konnte ich sie Gott anvertrauen. Und als ich sah, dass sich sein Zustand etwas besserte, dachte ich, Gott kümmere sich wirklich um uns. Ich dachte, wenn ich an meiner Pflicht festhalten und Gott sehen würde, wie ich mich aufwende, würde mein Sohn vielleicht gesund werden. Beherrscht von diesen Absichten, war ich bei meiner Pflicht besonders energiegeladen. Doch als mein Aufwenden nicht die gewünschten Ergebnisse brachte und die Krankheit meines Sohnes immer schlimmer wurde, konnte ich nicht anders, als mich über Gott zu beklagen. Ich meinte, das Erfüllen einiger Pflichten und das Zahlen eines gewissen Preises berechtigte mich dazu, mit Gott zu feilschen. Ich erkannte: Ich hatte nur an Gott geglaubt und meine Pflicht getan, um Segnungen und Vorteile zu erlangen – nicht, um Gott einfach nur zufriedenzustellen. Meine Natur war wirklich unglaublich egoistisch! Als geschaffenes Wesen ist es vollkommen normal und gerechtfertigt, an Gott zu glauben und Ihn anzubeten. Aber ich hegte stets meine eigenen Absichten und Forderungen und betrog Gott in allem, was ich tat. Ein solcher Glaube würde niemals Gottes Anerkennung finden. Ich schämte mich zutiefst und fühlte mich schuldig. Ich wollte nur noch zu Gott zurückkehren, den Platz eines geschaffenen Wesens einnehmen und meine Einstellung korrigieren. Ich wollte keine Forderungen mehr stellen, mich nicht mehr über Ihn beklagen, und Ihm meinen Sohn voll und ganz anvertrauen.

Ende 2018 musste ich aus Sicherheitsgründen mein Zuhause verlassen. Genau zu dieser Zeit wurde bei meinem Sohn eine Hüftkopfnekrose (HKN) diagnostiziert, bedingt durch die langanhaltende Einnahme hormonhaltiger Medikamente. Er konnte sich beim Gehen nicht mehr aufrichten und nur noch laufen, indem er sich mit beiden Händen auf die Knie stützte. Obwohl ich wusste, dass meine Frau da war, um ihn zu pflegen, und ich zu Hause ohnehin nicht helfen konnte, bereitete mir der Zustand meines Sohnes großen Schmerz. Ich dachte: „Seine alte Krankheit ist noch nicht einmal geheilt, und jetzt hat er eine neue. Was soll ich tun? Soll ich wirklich fortgehen?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich. Ich hoffte, Gott würde ein Wunder vollbringen, das die Krankheit meines Sohnes so schnell wie möglich eindämmen würde. Ich spürte leise, dass ich schon wieder Forderungen an Gott stellte. Also betete ich im Stillen und bat Ihn, mich zu behüten, damit ich an meinem Platz als geschaffenes Wesen standhaft bleiben und mich diesen Umständen unterwerfen konnte. Nach dem Gebet packte ich ein paar Sachen und verließ mein Zuhause.

In der Zeit, als ich von Zuhause fort war, dachte ich manchmal an meinen Sohn, was mich bei meiner Pflicht störte. Also betete ich zu Gott und aß und trank Seine Worte. Ich las folgende Worte Gottes: „Abgesehen davon, einem Menschen das Leben zu schenken und ihn aufzuziehen, besteht die Verantwortung, die die Eltern im Leben eines Menschen tragen, lediglich darin, diesem Menschen von außen eine Umgebung für sein Heranwachsen zu stellen, und mehr nicht – denn nur die Vorherbestimmung des Schöpfers hat einen Einfluss auf das Schicksal eines jeden Menschen. Was für eine Zukunft jemand haben wird, kann von keinem Menschen kontrolliert werden; sie wurde lange im Voraus vorherbestimmt, und nicht einmal die Eltern eines Menschen können sein Schicksal ändern. Was das Schicksal betrifft, ist jeder unabhängig; jeder hat sein eigenes Schicksal. Niemandes Eltern können also Schicksal eines Menschen im Leben überhaupt durchkreuzen, noch können sie irgendetwas tun, um ihm weiterzuhelfen, wenn es um die Rolle geht, die er im Leben spielt. Man kann sagen, dass, ganz gleich in welche Familie jemand vorherbestimmt hineingeboren wird und in welcher Umgebung er aufwächst, diese Dinge nichts weiter als die Voraussetzungen dafür sind, seine Mission im Leben zu vollenden. Sie bestimmen in keiner Weise das Schicksal eines Menschen im Leben oder die Art von Schicksal, in dem er seine Mission vollendet. Somit können niemandes Eltern einem Menschen dabei helfen, seine Mission im Leben zu vollenden, noch kann irgendein Verwandter ihm dabei helfen, seine Rolle im Leben auszufüllen. Wie jemand seine Mission vollendet und in was für einer Lebensumgebung er seine Rolle übernimmt, hängt ganz und gar von seinem Schicksal im Leben ab(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Gott über das Schicksal eines jeden Menschen herrscht und es anordnet. Jeder Mensch muss in seinem Leben ein gewisses Maß an Leid ertragen, und niemand kann ihm das abnehmen. Was meinen Sohn betraf, konnte ich ihn lediglich großziehen und so meiner Verantwortung gerecht werden. Doch welche Härten er in seinem Leben durchmachen musste und wie sein Leben verlaufen würde – all das lag in Gottes Händen. Ich konnte das weder entscheiden noch ändern. Früher, als ich noch zu Hause war, kümmerte ich mich ein wenig um ihn und erinnerte ihn daran, seine Medikamente pünktlich einzunehmen. Trotzdem bekam er diese Hüftkopfnekrose. Meine Fürsorge und meine Anwesenheit konnten nichts an dem Leid ändern, das er durchmachen musste. Selbst wenn ich an seiner Seite geblieben wäre, hätte ich ihm nur Gesellschaft leisten und ein wenig Trost spenden können. Ob sich seine Krankheit verschlimmerte oder verbesserte, lag absolut nicht in meiner Macht. Ich musste meinen Sohn Gott anvertrauen. Das einzig Richtige war, Gott darüber herrschen und verfügen zu lassen. Dieser Gedanke gab mir ein Gefühl der Befreiung, und ich fand meinen inneren Frieden bei der Ausführung meiner Pflicht wieder.

Später schrieb mir meine Frau in einem Brief, dass mein Sohn wieder im Krankenhaus sei. Als ich sah, dass er erneut einen Rückfall erlitten hatte, war ich sehr verstört. Ich betete zu Gott und sagte Ihm, dass ich bereit sei, Ihm meinen Sohn anzuvertrauen und Ihn über alles herrschen und verfügen zu lassen. Meine einzige Aufgabe war es, mich Gottes Herrschaft und Anordnungen zu unterwerfen und meine Pflicht gut auszuführen. Als ich so zu Gott betete und keine Forderungen mehr an Ihn stellte, überkamen mich ein tiefer Frieden und große Erleichterung, und ich konnte mich mit ganzem Herzen meiner Pflicht widmen.

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