46. Meine Zeit in der Gastgeberpflicht

Von Ning Yu, China

Seit ich an Gott glaube, war ich in der Kirche als Leiterin und Mitarbeiterin tätig und begann später eine Pflicht im Textbereich. Diese beiden Pflichten gefielen mir sehr, denn ich hatte das Gefühl, es seien Pflichten für Leute mit Kaliber. Allein sie zu erwähnen, klang beeindruckend und ehrenwert und machte andere neidisch. Besonders als ich Ende 2016 befördert wurde, um eine Pflicht in der Korrekturlesegruppe von Gottes Haus zu tun, fühlte ich mich noch mehr darin bestätigt, dass ich ein gutes Kaliber und eine Begabung für Textarbeit hatte und dafür geeignet war. Im August 2020 wurde ich entlassen, weil ich nicht harmonisch mit anderen zusammenarbeiten konnte und bei meiner Pflicht keine Ergebnisse erzielte. Es ergab sich, dass zu dieser Zeit mehrere Mitarbeiterinnen im Textbereich keine passende Gastfamilie hatten, also arrangierten die Leiter, dass ich ihre Gastgeberin sein sollte, während ich über mich selbst nachdachte. Sobald ich hörte, dass ich die Gastgeberpflicht übernehmen sollte, war ich innerlich etwas aufgewühlt. „Die Gastgeberpflicht ist doch nur körperliche Arbeit, eine Pflicht für Leute mit geringem Kaliber und ohne besondere Stärken. Immerhin habe ich mehrere Jahre lang eine Pflicht im Textbereich getan und besitze ein gewisses Kaliber und Stärken. Selbst wenn meine Pflicht neu zugewiesen wird, kann man mich doch unmöglich bitten, die Gastgeberpflicht zu übernehmen. Doch zu meiner Überraschung haben mir die Leiter genau diese Pflicht zugewiesen!“ In diesem Moment widerstrebte es mir, aber ich besann mich darauf, dass ich die Arbeit bereits verzögert hatte, weil ich bei meiner Pflicht im Textbereich in letzter Zeit keine Ergebnisse erzielt hatte. Gottes Haus hatte mich nicht zur Rechenschaft gezogen und erlaubte mir trotzdem noch, die Gastgeberpflicht zu tun – das war bereits Gottes Gnade. Wählerisch zu sein wäre unvernünftig, also blieb mir nichts anderes übrig, als mich vorerst zu unterwerfen. In den ersten beiden Wochen bereitete ich jeden Tag pünktlich die Mahlzeiten zu und reinigte die Zimmer, hielt dann meine Andachten und las Gottes Worte. Ich fand, dass es auch ganz gut war, meine Pflicht auf diese Weise zu tun. Allmählich aber, als ich sah, wie meine Schwestern jeden Tag vor ihren Computern saßen und ihre Pflichten taten, während ich mit Töpfen und Pfannen hantierte und meine Tage mit Schürze, Wischmopp und Mülleimer verbrachte, fühlte ich mich innerlich zunehmend gekränkt. Ich dachte bei mir: „Die Gastgeberpflicht ist körperliche Arbeit: Alle Brüder und Schwestern, die kochen können, können sie tun, dafür braucht man weder Kaliber noch Stärken. Bei der Pflicht im Textbereich hingegen schuftet man geistig, und zwischen der Textarbeit und der körperlichen Arbeit der Gastgeberpflicht gibt es einen klaren Niveauunterschied!“ Je mehr ich so dachte, desto widerständiger wurde ich bei meiner Gastgeberpflicht.

Einmal bat mich Schwester Chen, ihr zu helfen und den Müll rauszubringen. Sofort wurde ich ganz rot im Gesicht und ich fühlte mich wie eine Bedienstete. Umso mehr hatte ich das Gefühl, dass die Gastgeberpflicht minderwertig war. Manchmal baten mich die Schwestern, an ihren Versammlungen teilzunehmen, aber weil ich das Gefühl hatte, ihnen aufgrund der Gastgeberpflicht unterlegen zu sein, traute ich mich nicht, bei den Versammlungen im gemeinschaftlichen Austausch offen über meinen Zustand zu sprechen. Ich litt große Qualen. Ich erinnerte mich daran, wie in den Jahren meiner Pflicht im Textbereich meine Brüder und Schwestern zu mir aufsahen und mich beneideten, wo auch immer ich hinging. Jetzt war ich Gastgeberin, und niemand schaute mehr zu mir auf. Je mehr ich so dachte, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass die Gastgeberpflicht bedeutungslos war. Ich dachte sogar: „Statt hier Gastgeberin zu sein, wäre es besser, in meine Ortskirche zurückzukehren. Vielleicht könnte ich dort immer noch eine Pflicht im Textbereich tun, und meine Brüder und Schwestern würden auch wieder zu mir aufsehen und mich beneiden.“ Einmal kam die Verantwortliche zu mir nach Hause, begrüßte mich und ging direkt in das Zimmer meiner Schwestern. In dem Moment, als sie die Tür schloss, fühlte ich mich plötzlich ausgeschlossen, als würde ich nicht in derselben Liga spielen wie sie. Meine Schwestern taten eine Pflicht im Textbereich; sie hatten einen höheren Status und einen höheren Rang als ich und wurden von anderen geschätzt, während ich nur eine unbedeutende körperliche Pflicht tat und ihnen unterlegen war. Dieser krasse Gegensatz zerriss mir das Herz, und der Schmerz war unbeschreiblich. Nach der Versammlung ging die Verantwortliche eilig, ohne zu fragen, wie mein Zustand in letzter Zeit gewesen war. Ich wusste, dass sie mit ihrer Arbeit beschäftigt war, also war es normal, dass sie nicht fragte, aber innerlich fühlte ich mich trotzdem ziemlich niedergeschlagen. Ich dachte daran, wie sich früher, als ich meine Pflicht im Textbereich tat, die Verantwortliche von Zeit zu Zeit nach meinem Zustand erkundigte, mit uns über die Wahrheit Gemeinschaft hielt, um unsere Probleme zu lösen, und mich sogar bei einigen Angelegenheiten zu Rate zog. Aber jetzt war ich nur eine Gastgeberin, und niemand beachtete mich mehr. Egal, wie viel ich tat oder wie gut ich es tat, niemand würde es erfahren. Müsste ich den Rest meiner Tage so verbringen? Bei diesen Gedanken litt ich große Qualen und spürte noch stärker, dass die Gastgeberpflicht und die Pflicht im Textbereich nicht auf dem gleichen Niveau waren. Mein Widerstand gegen die Gastgeberpflicht wuchs umso mehr. Später ergriff ich bei der Zubereitung der Mahlzeiten nicht mehr so die Initiative. Je nach Laune kochte ich mal pünktlich, mal nicht. Auch beim Reinigen war ich nicht mehr so fleißig und ließ es schleifen, wo ich nur konnte. Ich war bei allem, was ich tat, unaufmerksam, und am Ende des Tages fühlte ich mich innerlich sehr müde und leer. Weil ich unaufmerksam war, bemerkte ich nicht einmal, dass sich das Abflussrohr in der Küche von der Hauptabwasserleitung gelöst hatte, wodurch das Abwasser direkt auf den Boden lief und zum Nachbarn unter uns durchsickerte. Deswegen klopfte dieser mehrfach an unsere Tür. Da der große rote Drache überall nach Gläubigen suchte und Belohnungen für deren Meldung auslobte, mussten die Schwestern jedes Mal, wenn jemand kam, schnell ihre Computer wegräumen und ihre Arbeit unterbrechen, was sie in ihren Pflichten verzögerte. Während dieser Zeit war ich jeden Tag wie benommen und litt große seelische Qualen.

Eines Morgens, als ich kochte, flog eine weiße Taube herbei und landete auf dem Küchenfensterbrett. Ihr Gefieder war reinweiß, und sie stand da, mit erhobenem Kopf und geschwellter Brust, und schaute mich mit ihren pechschwarzen Knopfaugen an. Nach einem Moment flatterte sie davon. Eine Welle der Trostlosigkeit überkam mein Herz. Ich lebte nicht einmal so frei und glücklich wie ein Vogel. Unwillkürlich stiegen mir Tränen in die Augen. Da erinnerte ich mich an eine Passage aus Gottes Worten: „Ich erfreue Mich daran, die kleinen Vögel, die im Himmel fliegen, zu beobachten. Auch wenn sie vor Mir keinen Entschluss gefasst haben und keine Worte haben, um Mich zu ‚versorgen‘, finden sie Vergnügen in der Welt, die Ich ihnen gegeben habe. Der Mensch jedoch, ist dazu unfähig, und sein Gesicht ist von Melancholie erfüllt – könnte es sein, dass Ich bei ihm in einer unbezahlbaren Schuld stehe? Warum ist sein Gesicht ständig von Tränen überströmt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 34). Die Worte Gottes trafen mich mitten ins Herz, ich schämte mich und es war mir zutiefst peinlich. Ein Vogel nimmt die Welt, die Gott ihm gegeben hat, als sein Paradies und lebt sorgenfrei; er kann in seinem kurzen Leben Gottes Herrlichkeit manifestieren. Obwohl auch ich ein geschaffenes Wesen war, konnte ich mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen nicht unterwerfen. Die Verantwortliche hatte mir entsprechend meiner tatsächlichen Situation und den Bedürfnissen der Arbeit die Gastgeberpflicht zugeteilt. Das war sowohl für mich als auch für die Arbeit der Kirche von Vorteil, aber ich hatte mich die ganze Zeit dagegen gesträubt, weil ich glaubte, die Gastgeberpflicht biete keine Chance, sich hervorzutun oder bemerkt zu werden, und ich könnte von anderen nicht geschätzt oder geachtet werden. Also ging ich oberflächlich und unverantwortlich vor, versäumte es, für eine gute Umgebung zu sorgen, und störte meine Schwestern bei ihren Pflichten. Ich war Gott gegenüber wirklich zu rebellisch! Mit Tränen in den Augen kniete ich nieder und betete: „O Gott, ich habe die ganze Zeit gegen Dich rebelliert und mich sehr dagegen gesträubt, die Gastgeberpflicht zu tun. Ich habe immer das Gefühl, dass mich diese Pflicht anderen unterlegen macht, und ich kann mich in meinem Herzen niemals unterwerfen. O Gott, ich will meine Pflicht nicht so behandeln, aber ich kann allein keine Wende herbeiführen. Ich bitte Dich, mich zu führen, damit ich Deine Absichten verstehe, sodass ich mich Dir unterwerfen kann.“

Während meiner Andachten las ich eine Passage aus Gottes Worten, die mir sehr hilfreich war. Der Allmächtige Gott sagt: „Was deine Pflicht ist, mach keinen Unterschied zwischen hoch und niedrig. Angenommen, du sagst: ‚Selbst wenn diese Aufgabe ein Auftrag Gottes ist und die Arbeit von Gottes Haus, wenn ich sie verrichte, könnten die Leute auf mich herabschauen. Andere bekommen Arbeit, die sie herausragen lässt. Diese Aufgabe wurde mir zugeteilt. Mit ihr kann ich nicht glänzen, und hinter den Kulissen muss ich mich anstrengen. Das ist unfair! Ich will diese Pflicht nicht tun! Meine Pflicht muss eine sein, die mich vor anderen herausragen lässt und mir ermöglicht, mir einen Namen zu machen – und selbst wenn ich mir keinen Namen mache oder herausrage, muss ich daraus einen Nutzen ziehen und mich körperlich wohl fühlen.‘ Ist das eine vertretbare Einstellung? Wählerisch zu sein, bedeutet, die Dinge nicht von Gott anzunehmen; es bedeutet, Entscheidungen deinen eigenen Vorlieben entsprechend zu treffen. Das ist nicht, deine Pflicht anzunehmen; es ist die Verweigerung deiner Pflicht, ein Ausdruck deiner Aufsässigkeit gegenüber Gott. Ein derart wählerisches Verhalten ist durch deine individuellen Vorlieben und Begierden verfälscht. Wenn du auf deinen Stolz und deinen Status, deine eigenen Interessen und andere derartige Dinge Rücksicht nimmst, hast du gegenüber deiner Pflicht keine unterwürfige Haltung. Welche Haltung solltest du gegenüber deiner Pflicht haben? Erstens darfst du nicht analysieren, wer dir diese Arbeit zugewiesen hat; stattdessen solltest du sie von Gott annehmen – es ist Gottes Auftrag, es ist deine Pflicht, und du solltest dich den Orchestrierungen und Anordnungen Gottes unterwerfen und deine Pflicht annehmen. Zweitens unterscheide nicht zwischen hoch und niedrig und mach dir keine Gedanken darüber, von welcher Natur deine Pflicht ist – ob sie dich herausragen lässt oder nicht, ob sie vor den Augen der Öffentlichkeit oder hinter den Kulissen getan werden soll. Berücksichtige diese Dinge nicht. Diese Haltung umfasst noch einen weiteren Aspekt: Unterwerfung und aktive Mitwirkung(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). Als ich über Gottes Worte nachdachte, war es, als ob ein Lichtstrahl plötzlich mein Herz durchdrang, das so lange in Finsternis gewesen war. Gott verlangt von den Menschen, dass sie die richtige Sichtweise und Haltung zu ihrer Pflicht haben, dass sie in der Lage sind, sie von Gott anzunehmen – egal welche Pflicht sie ausführen –, dass sie nicht nach ihren eigenen Vorlieben handeln und dass sie fähig sind, sie anzunehmen, sich ihr zu unterwerfen und sich ihr mit ganzer Hingabe zu widmen. Seine Pflicht nach eigenen Vorlieben zu behandeln, sie anzunehmen, wenn sie einen ins Rampenlicht rückt, und sich ihr zu widersetzen, wenn sie es nicht tut – das kommt einer Verweigerung der Pflicht gleich; das ist Rebellion gegen Gott. Ich dachte über meine Haltung zu meiner Pflicht nach. Ich pickte mir immer das heraus, was meinen Vorlieben entsprach, und war überhaupt nicht unterwürfig. Ich glaubte, dass es dazu führen würde, dass andere mich wertschätzen und achten und es mir Ansehen verleihen würde, wenn ich eine Leiterin oder Mitarbeiterin wäre oder eine Pflicht im Textbereich hätte, also nahm ich das gerne an. Nun war ich für die Gastgeberpflicht eingeteilt worden. Weil ich fand, es sei körperliche Arbeit, um anderen zu dienen – eine minderwertige Aufgabe –, und dass ich, egal wie gut ich sie tat, mich nicht hervortun oder von anderen geachtet und wertgeschätzt werden würde, empfand ich es als erniedrigend und beschämend und konnte mich einfach nicht unterwerfen. Als meine Schwester mich bat, ihr zu helfen und den Müll rauszubringen, dachte ich, sie würde mich herumkommandieren. Wenn ich mit meinen Schwestern zusammenkam, fühlte ich mich ihnen auch unterlegen und war unwillig, mich einzubringen. Ich bereute es sogar, die Gastgeberpflicht zu tun. Ich dachte darüber nach, dass ich nur ein winziges geschaffenes Wesen war, ohne nennenswerten Status. Die Verantwortliche hatte für mich die Gastgeberpflicht arrangiert, und das Vernünftigste wäre gewesen, es von Gott anzunehmen und mich zu unterwerfen, aber ich wollte mir lieber etwas aussuchen, das meinen Vorlieben entsprach – mein Herz war darauf fixiert, eine Pflicht im Textbereich zu tun, um die Wertschätzung anderer zu gewinnen –, und ich war widerständig und ging oberflächlich mit der Gastgeberpflicht um. Mir fehlte es wirklich komplett an Gewissen und Vernunft. Wie konnte Gott mich da nicht verabscheuen und verachten? Damals war ich in Finsternis versunken und lebte in unerträglichem Schmerz. All das lag nur daran, dass ich mich zu sehr um mein eigenes Ansehen und meinen Status sorgte und mich Gott nicht unterwarf. Erst da verstand ich Gottes mühevolle und gewissenhafte Absicht, die dahintersteckte, dass die Leiterin mir die Gastgeberpflicht zugeteilt hatte. Diese Pflicht sollte meine verdorbene Disposition offenbaren und mein Verlangen nach Status zurechtstutzen, um mich dazu zu bewegen, über mich nachzudenken, mich selbst zu erkennen und wahre Reue und Wandlung zu durchlaufen. Diese Pflicht war tatsächlich genau das, was ich brauchte, und sie war für meinen Lebenseintritt von Vorteil. Ich konnte nicht länger gegen Gott rebellieren. Ich wollte mich nur Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen und meine Pflicht gut tun, um Gottes Herz zu trösten!

Während dieser Zeit dachte ich oft über eine Passage aus Gottes Worten nach: „Die gesamten Leben der Menschen befinden sich in Gottes Händen, und wenn es ihre Entschlossenheit vor Gott nicht geben würde, wer wäre da gewillt vergebens in dieser leeren Welt der Menschen zu leben? Wozu die Mühe? Wenn sie in die Welt hinein und aus ihr hinaus hasten, wenn sie nichts für Gott machen, werden ihre gesamten Leben dann nicht vergeudet worden sein? Auch wenn Gott deine Handlungen nicht als erwähnenswert erachtet, wirst du im Augenblick deines Todes nicht zufrieden lächeln? Du solltest in eine positive Richtung voranstreben, anstatt dich in eine negative Richtung zurückzuentwickeln – ist das nicht eine bessere Praxis?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Offenbarungen der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 39). Als ich über Gottes Worte nachdachte, fühlte ich mich sehr ermutigt. Dass ich meine Pflicht in der Zeit tun kann, in der Gott Fleisch geworden ist, um in den letzten Tagen zu wirken, ist das Sinnvollste von allem. Egal, welche Pflicht ich tue, der Schlüssel ist, die richtigen Absichten zu haben, an meinem richtigen Platz vor Gott zu stehen, Pflichten nicht nach meinen Vorlieben für mich herauszupicken und in der Lage zu sein, mich Gott zu unterwerfen und Ihn zufriedenzustellen – das ist das Wichtigste. Je mehr ich über Gottes Worte nachdachte, desto bewegter war ich, desto tiefer fühlte ich mich Gott verpflichtet und desto mehr verabscheute ich meine eigene Rebellion. Ich war dann bereit, die Gastgeberpflicht zu tun. Danach bereitete ich jeden Tag pünktlich die Mahlzeiten zu, sorgte für eine gute Umgebung und hielt auch das Haus sauber, damit sich meine Schwestern wie daheim fühlten. Durch diese Praxis spürte ich, wie meine Beziehung zu Gott enger wurde. Da ich jedoch kein wahres Wissen über meine eigene Wesensnatur hatte, lebte ich nach einer gewissen Zeit wieder in einem falschen Zustand.

Eines Tages erfuhr ich zufällig, dass eine Schwester, der wie mir die Pflicht neu zugewiesen worden war, um als Gastgeberin zu fungieren, nun eine Pflicht im Bereich Internettechnologie übernommen hatte. In diesem Moment war mein Herz in Aufruhr. „Andere tun eine Weile die Gastgeberpflicht und dann werden ihre Pflichten neu zugewiesen, warum also passt die Verantwortliche meine Pflicht nicht auch an? Selbst wenn sie mich in meine Ortsgemeinde zurückkehren ließe, um eine Pflicht im Textbereich zu tun, wäre das in Ordnung; zumindest würde es ansehenswerter klingen als die Gastgeberpflicht zu tun. Jetzt bin ich den ganzen Tag hier beschäftigt, erledige körperliche niedere Aufgaben, und egal, wie viel Mühe ich mir gebe, niemand schaut zu mir auf. Darin gibt es keine Zukunft. Sollte ich mit der Verantwortlichen sprechen und sie bitten, meine Pflicht neu zuzuweisen?“ Aber dann hatte ich das Gefühl, dass ein solches Vorgehen unvernünftig wäre. Ich dachte immer wieder darüber nach und war selbst beim Kochen unruhig. Einmal war ich geistesabwesend und kochte zu viele Nudeln; meine Schwestern brauchten drei Mahlzeiten, um sie aufzuessen. Das demütigte mich zutiefst. Ich konnte nicht einmal richtig kochen – was konnte ich denn sonst tun? Mein Herz wurde noch schwerer und ich versank immer tiefer in meiner negativen Einstellung. Eines Tages ging ich auf den Markt, um Lebensmittel zu kaufen, und traf Schwester Xiao, die allgemeine Verwaltungsaufgaben erledigte. Als ich sie unter der sengenden Sonne mit ihrem Fahrrad fahren sah, wie sie sich mit einem freudigen Ausdruck im Gesicht durch die Menge schlängelte, war ich sehr neidisch. Dann schaute ich mich selbst an: Ich zog den ganzen Tag ein langes Gesicht und war unfähig, glücklich zu sein. Ich konnte nicht umhin, nachzudenken: „Wir erledigen beide allgemeine Aufgaben in der Kirche, wie kommt es denn, dass sie sich unterwerfen kann? Wie kann sie so freudig sein? Warum kann ich mich nie wirklich unterwerfen?“ Während dieser Zeit dachte ich immer wieder über diese Fragen nach, und ich betete auch zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich die Wahrheit in dieser Hinsicht verstehen konnte.

Während meiner Andachten las ich Gottes Worte und erlangte eine gewisse Einsicht über meinen Zustand. Der Allmächtige Gott sagt: „Während eures Strebens habt ihr zu viele persönliche Auffassungen, Hoffnungen und Zukunftsaussichten. Das Werk wird jetzt auf diese Weise verrichtet, um euer Verlangen nach Status und eure extravaganten Begierden anzugehen. Diese Hoffnungen, dieses Verlangen nach Status und diese Auffassungen sind allesamt Inbegriffe satanischer Dispositionen. … Über viele Jahre haben die Gedanken, auf die sich die Menschen zum Überleben verlassen haben, ihre Herzen zersetzt, so weit, dass sie heimtückisch, feige und verabscheuungswürdig geworden sind. Nicht nur, dass sie weder Willensstärke noch Entschlossenheit besitzen, sie sind zudem gierig, überheblich und eigensinnig geworden. Ihnen fehlt gänzlich die Entschlossenheit, sich selbst zu überwinden, und erst recht jeglicher Funke Mut, sich von den Einschränkungen dieser finsteren Einflüsse zu befreien. Die Gedanken und das Leben der Menschen sind so verdorben, dass ihre Sichtweisen hinter ihrem Glauben an Gott immer noch unerträglich abscheulich sind – man kann es kaum ertragen, sich das anzuhören. Die Menschen sind alle feige, machtlos, verabscheuungswürdig und anfällig. Sie verabscheuen die Mächte der Finsternis nicht, und sie empfinden keine Liebe für das Licht und die Wahrheit; stattdessen tun sie ihr Möglichstes, sie zu vertreiben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Warum willst du keine Kontrastfigur sein?). „Für einen Antichristen sind Status, Macht und Ansehen die wichtigsten Arten von Interessen und die Dinge, die er mit seinem eigenen Leben gleichsetzt. Deshalb ist es für einen Antichristen, der Status und Macht als das Leben selbst ansieht, absolut inakzeptabel, wenn er entlassen wird, wenn er seinen Titel des ‚Leiters‘ verliert und keinen Status mehr hat, was bedeutet, dass er seine Macht und sein Ansehen verloren hat und dass er nicht mehr die besondere Behandlung erfährt, geschätzt, unterstützt und bewundert zu werden(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 12: Wenn sie keinen Status haben oder nicht darauf hoffen können, Segnungen zu erhalten, wollen sie sich zurückziehen). Ich verglich mich mit Gottes Worten und dachte über mich selbst nach, und erst da erkannte ich, dass die Wurzel meiner Unfähigkeit, mich der Gastgeberpflicht wirklich zu unterwerfen, darin lag, dass ich nach satanischen Giften lebte wie „Menschen brauchen ihren Stolz, wie ein Baum seine Rinde“, „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“, „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Diejenigen, die geistig hart arbeiten, herrschen über andere, und diejenigen, die mit ihren Händen hart arbeiten, werden von anderen beherrscht.“ All das wurde durch mein ständiges Streben nach Ansehen und Status verursacht. Beeinflusst und geprägt durch diese satanischen Gifte, hatte ich mir vor meinem Glauben an Gott das Lebensziel gesetzt, an eine Universität zu gehen und einen angesehenen Beruf zu finden, damit ich hoch angesehen und von anderen respektiert werden konnte. Ich fand, nur so zu leben sei wertvoll und sinnvoll, und wenn ich mein Leben mit körperlicher Arbeit verbringen, herumkommandiert und von anderen verachtet werden würde, hätte das Leben keinen Zweck. Aus verschiedenen Gründen kam ich jedoch nicht auf eine gute Schule und konnte nur zu Hause in der Landwirtschaft arbeiten. Ich war nicht gewillt, körperliche Arbeit zu verrichten, also trat ich eine Stelle als Vertretungslehrerin an einer Schule an. Obwohl das Gehalt nicht hoch war, war der Beruf angesehen. Nachdem ich begonnen hatte, an Gott zu glauben, lebte ich weiterhin nach diesen satanischen Giften. Ich unterteilte die Pflichten von Gottes Haus nach ihrer Rangordnung und mochte nur Pflichten tun, die mich ins Rampenlicht stellten und andere zu mir aufblicken ließen. Ich glaubte, dass die Gastgeberpflicht körperliche Arbeit und minderwertig sei, also wollte ich mich ihr entziehen und sie verweigern. Diese satanischen Gifte beherrschten mich. Meine Lebensanschauung und meine Werte hatten sich verzerrt, und mein Herz war auf das Streben nach Ruhm und Status ausgerichtet. Ich erachtete meinen Stolz und Status als wichtiger als alles andere, und wenn ich beides nicht erlangen konnte, hatte ich das Gefühl, dass das Leben keinen Zweck hatte und sehr schmerzhaft war. Ich dachte darüber nach, dass mein Zustand während der Ausführung meiner Pflicht im Textbereich damals immer schlecht war, weil ich ständig nach Ruhm und Status strebte, dass ich nicht harmonisch mit anderen zusammenarbeiten konnte und bei meiner Pflicht keine Ergebnisse erzielte, was zu meiner Entlassung führte. Wenn dieser Aspekt meiner verdorbenen Disposition nicht gelöst würde, würde ich früher oder später, egal welche Pflicht ich tat, scheitern und zu Fall kommen. Aber ich dachte weder über meine Verdorbenheit nach noch behob ich sie, und ebenso wenig überlegte ich, wie ich die Gastgeberpflicht gut tun könnte. Mein Herz war darauf fixiert, eine Pflicht im Textbereich zu tun, um mein Verlangen nach Ruhm und Status zu befriedigen, und ich war widerständig, ging oberflächlich vor und behandelte die Gastgeberpflicht ohne Hingabe. Ich war besonders egoistisch und gemein, wirklich ohne einen Funken Menschlichkeit oder Vernunft! Ich dachte darüber nach, wie ich meiner Familie und meiner Karriere entsagt hatte, um mehr als ein Jahrzehnt lang meine Pflicht zu tun, und nur eine einzige Neuzuweisung meiner Pflicht hatte meine wahre Größe offenbart. Erst da erkannte ich, dass alles, was ich gewöhnlich sagte, nur Worte und Glaubenslehren waren, ohne die geringste Wahrheitsrealität. Plötzlich fühlte ich mich sehr erbärmlich. Ich dachte an die Antichristen, die hartnäckig nach Ruhm und Status streben und niemals ihre Ambitionen und Begierden aufgeben, egal wie viele Zurechtstutzungen, Entlassungen und Neuzuweisungen sie durchmachen; stattdessen tun sie viele böse Taten und werden letztendlich von Gott ausgemustert. Folgte ich nicht ihren Fußstapfen? Der Weg, den ich ging, war der eines Antichristen. Wenn ich nicht umkehrte, würde ich letztendlich von Gott verschmäht und ausgemustert werden!

Während meiner Andachten dachte ich weiter nach: „Ich kann mich der Gastgeberpflicht nicht wahrhaftig unterwerfen. Welche anderen falschen Sichtweisen habe ich in mir?“ Ich las Gottes Worte: „Vor der Wahrheit sind alle gleich. Diejenigen, die befördert und gefördert werden, sind nicht viel besser als andere. Jeder hat Gottes Werk ungefähr gleich lange erlebt. Diejenigen, die nicht befördert oder gefördert wurden, sollten ebenfalls nach der Wahrheit streben, während sie ihre Pflichten tun. Niemand darf anderen das Recht nehmen, nach der Wahrheit zu streben. Manche Menschen sind eifriger in ihrem Streben nach der Wahrheit und haben ein gewisses Kaliber, also werden sie befördert und gefördert. Dies geschieht aufgrund der Bedürfnisse des Werkes des Hauses Gottes. Warum also hat das Haus Gottes solche Grundsätze für die Beförderung und den Einsatz von Menschen? Da es Unterschiede im Kaliber und Charakter der Menschen gibt und jeder einen anderen Weg wählt, führt dies zu unterschiedlichen Ergebnissen im Glauben der Menschen an Gott. Diejenigen, die nach der Wahrheit streben, werden gerettet und werden zum Volk des Königreichs, während diejenigen, die die Wahrheit überhaupt nicht annehmen und ihre Pflicht nicht treu tun, ausgemustert werden. Das Haus Gottes fördert und setzt Menschen danach ein, ob sie nach der Wahrheit streben und ob sie ihre Pflicht treu tun. Gibt es einen Rangunterschied zwischen den verschiedenen Menschen im Haus Gottes? Vorläufig gibt es keine Hierarchie in Bezug auf die Stellung, den Wert, den Status oder Stand der verschiedenen Menschen. Zumindest während des Zeitraums, in dem Gott wirkt, um die Menschen zu retten und zu führen, gibt es keinen Unterschied zwischen den Rängen, Stellungen, dem Wert oder dem Status der verschiedenen Menschen. Die einzigen Unterschiede liegen in der Arbeitsteilung und den jeweiligen ausgeführten Pflichten. Natürlich werden in diesem Zeitraum einige Leute ausnahmsweise befördert und gefördert, um einige spezielle Aufgaben zu erledigen, während einige Leute aufgrund verschiedener Gründe wie Problemen mit ihrem Kaliber oder ihrem familiären Umfeld solche Gelegenheiten nicht erhalten. Aber rettet Gott diejenigen nicht, die solche Gelegenheiten nicht erhalten haben? Das ist nicht der Fall. Sind ihr Wert und ihre Stellung niedriger als die der anderen? Nein. Vor der Wahrheit sind alle gleich, jeder hat die Gelegenheit, nach der Wahrheit zu streben und diese zu erlangen, und Gott behandelt jeden gerecht und vernünftig(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (5)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass vor Gott alle gleich sind, alle geschaffene Wesen sind, und es keinen Unterschied in Status oder Rangordnung gibt, je nachdem, welche Pflicht eine Person tut. Ein Leiter zu sein oder eine Pflicht im Textbereich zu tun, bedeutet nicht, dass die eigene Position oder der Status höher ist als die anderer, und die Gastgeberpflicht oder eine Pflicht im Bereich allgemeine Angelegenheiten zu tun, bedeutet auch nicht, dass die eigene Position oder der Status niedriger ist. Die Pflicht, die jeder tut, wird gemäß seinem Kaliber und seinen Stärken und den Bedürfnissen der Arbeit der Kirche zugeteilt. Die Pflichten unterscheiden sich nur in der Arbeitsteilung; es gibt keinen Unterschied zwischen hohem und niedrigem Status. Egal, welche Pflicht man tut, Gott legt Wert darauf, ob man nach der Wahrheit strebt und sie letztendlich erlangt – das ist das Entscheidende. Als ich mich mit Gottes Worten verglich, sah ich, dass meine Sichtweise einfach zu absurd war. Ich glaubte, dass in Gottes Haus alle, die als Leiter und Mitarbeiter dienen, das Evangelium predigen oder eine Pflicht im Textbereich tun, Menschen mit Kaliber und Stärken sind, die einen hohen Status haben und angesehen sind. Im Gegensatz dazu glaubte ich, dass diejenigen, die die Gastgeberpflicht oder eine Pflicht im Bereich allgemeine Angelegenheiten tun, nur körperliche Arbeit verrichten, von niedrigerem Status und einer niedrigeren Klasse sind. Beherrscht von dieser absurden Sichtweise, gefielen mir die Pflichten im Textbereich, und als ich gebeten wurde, die Gastgeberpflicht zu tun, fühlte ich mich, als wäre ich ins Abseits abgeschoben worden. Ich war traurig und verloren und fand es schwierig, mich zu unterwerfen. Ich betrachtete die Dinge nicht nach Gottes Worten, sondern sah die Pflichten von Gottes Haus aus der Perspektive von Nichtgläubigen, unterteilte sie in eine Rangordnung und verachtete die Gastgeberpflicht aus tiefstem Herzen. Es war wirklich absurd. Das war die Sichtweise einer Ungläubigen! Egal, welche Pflicht wir tun, Gott hofft, dass wir dabei nach der Wahrheit streben, Menschen und Dinge ganz nach Gottes Worten betrachten sowie uns danach verhalten und handeln, mit der Wahrheit als unserem Maßstab. Ich dachte an die falschen Leiter und Antichristen um mich herum, die zu Fall gekommen waren. Obwohl sie Leiter in der Kirche waren, taten sie viele Dinge, die die Arbeit der Kirche unterbrachen und störten, weil sie blind nach Status strebten und sich nicht darauf konzentrierten, die Wahrheit anzustreben. Sie blieben bis zum Ende reuelos und wurden schließlich ausgemustert. Im Gegensatz dazu konnten einige Brüder und Schwestern, die Pflichten im Bereich allgemeine Angelegenheiten oder Gastgeberpflichten taten, obwohl sie keinen hohen Status hatten, sich den Anordnungen der Kirche unterwerfen und im Stillen ihre Pflichten tun. Nach einer gewissen Zeit konnten sie einige Fortschritte in ihrem Lebenseintritt machen, und einige schrieben sogar Artikel mit Erfahrungszeugnissen. Ich sah, dass man Gottes Erleuchtung und Führung haben wird, egal welche Pflicht man tut; wichtig ist nur, dass man die Wahrheit anstrebt und sich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen kann. Ich dachte darüber nach, dass ich so viele Jahre an Gott geglaubt hatte, doch als dann meine Pflicht neu zugewiesen wurde, konnte ich die Angelegenheit nicht nach Gottes Worten betrachten, sondern beurteilte sie anhand meiner eigenen abwegigen und absurden Sichtweisen. Ich konnte die Gastgeberpflicht nicht treu und gut tun und zeigte Gott gegenüber überhaupt keine Unterwerfung. Wenn ich weitermachte, ohne umzukehren, würde ich letztendlich auch ausgemustert werden. Ich musste mich darauf konzentrieren, bei meiner Pflicht die Wahrheit zu suchen und die Wahrheit zu praktizieren, und ich durfte nicht länger gegen Gott rebellieren. Danach betete ich oft, las Gottes Worte und hörte Hymnen, und meine Beziehung zu Gott wurde viel enger. Immer wenn ich irgendwelche Schwierigkeiten hatte, öffnete ich mich und suchte bei meinen Schwestern Rat. Sie hielten Gemeinschaft und halfen mir, und ich spürte, dass auch meine Beziehung zu meinen Schwestern enger wurde. Ich konzentrierte mich auch darauf zu üben, die Wahrheit zu suchen und die Wahrheit in den Dingen, die mir geschahen, zu praktizieren, pünktlich Mahlzeiten zuzubereiten, das Haus sauber zu halten und für die Sicherheit und den Schutz der Schwestern zu sorgen, und tat mein Bestes, um ihnen eine ruhige, komfortable und sichere Umgebung für ihre Pflichten zu bieten. Manchmal halfen meine Schwestern mir auch beim Saubermachen, nachdem sie ihre eigenen Pflichten beendet hatten, und wenn sie sahen, dass ich zu sehr mit dem Kochen beschäftigt war, boten sie auch von sich aus ihre Hilfe an. Als ich meine Sichtweise änderte, meine Haltung berichtigte und mich unterwarf, fühlte sich mein Herz befreit an.

Eines Tages kam die neu gewählte Verantwortliche für die Textarbeit zu mir nach Hause. Ich sah, dass es Schwester Chen war, mit der ich vor zwei Jahren zusammengearbeitet hatte. Ich war überrascht, aber gleichzeitig auch wieder in Aufruhr. „Schwester Chen wurde letztes Jahr auch entlassen, und nachdem sie eine Zeit lang über sich selbst reflektiert hat, hat sie wieder angefangen, eine Pflicht im Textbereich zu tun, und dieses Mal wurde sie sogar zur Verantwortlichen gewählt. Sieh mich dagegen an: Nachdem meine Pflicht neu zugewiesen wurde, bin ich die ganze Zeit hier als Gastgeberin gewesen. Andere kommen voran, während ich absteige. Das ist doch gar kein Vergleich!“ Als ich das dachte, hatte ich wieder das Gefühl, dass es peinlich war, die Gastgeberpflicht zu tun. In diesem Moment erkannte ich, dass mein Zustand nicht richtig war, also betete ich schnell zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu schützen. Danach las ich Gottes Worte: „Allgemein gesagt trägst du zum Werk von Gottes Führungsplan bei. Genauer gesagt arbeitest du im Einklang mit den Bedürfnissen der verschiedenen Aspekte des Werkes, die Gott zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Gruppen von Menschen vollbringt. Unabhängig davon, was deine Pflicht ist, ist es eine Mission, die Gott dir gegeben hat. Manchmal wird von dir vielleicht verlangt, auf einen wichtigen Gegenstand aufzupassen oder ihn zu verwahren. Das ist keine große Sache – man kann es nur eine deiner Verantwortlichkeiten nennen –, aber es ist eine Aufgabe, die Gott dir gegeben hat, du hast sie von Ihm angenommen, und es ist jetzt deine Pflicht. … Ungeachtet dessen sollten die Menschen, solange es mit Gottes Werk und den Bedürfnissen der Arbeit der Verbreitung des Evangeliums zu tun hat, es als eine Pflicht von Gott annehmen. Noch umfassender ausgedrückt ist die Pflicht die Mission einer Person, ein von Gott anvertrauter Auftrag. Genauer gesagt ist sie deine Verantwortung, deine Verpflichtung. Da es sich dabei um deine Mission handelt, um einen Auftrag, mit dem Gott dich betraut hat, und sie deine Verantwortung und Verpflichtung ist, hat die Ausführung deiner Pflicht nichts mit deinen privaten Angelegenheiten zu tun(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). Als ich Gottes Worte las, verstand ich, dass es für die Menschen Gottes Gnade und Erhöhung ist, wenn sie die Gelegenheit bekommen, ihre Pflicht zu tun, Gott ist auf die Erde gekommen, um das Werk der Errettung der Menschheit auszuführen. Dies ist ein gewaltiges Unterfangen, und es gibt viele Pflichten, die die Mitwirkung der Menschen erfordern, wie zum Beispiel Leiter und Mitarbeiter zu sein, das Evangelium zu predigen, als Gastgeber zu fungieren und so weiter. Jede Pflicht ist wichtig. Es gibt keine großen oder kleinen Pflichten, keine hohen oder niedrigen Pflichten und keine edlen oder niederen Pflichten. Ob man nun geistige oder körperliche Arbeit verrichtet – es geht immer darum, seine Verantwortung vor Gott zu erfüllen. Obwohl ich durch die Gastgeberpflicht nicht herausstach, ist es auch die Erfüllung der Verantwortung und Pflicht eines geschaffenen Wesens, allen zu ermöglichen, ihre Pflichten in Ruhe zu tun. Es widerstrebte mir in meinem Inneren nicht mehr, die Gastgeberpflicht zu tun, und ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass die Gastgeberpflicht nur körperliche Arbeit und minderwertig war. Während ich meine Pflicht tat, konnte ich mich auch mehr darauf konzentrieren, über meinen Zustand nachzudenken und die Wahrheit zu suchen. Ich empfand tiefen inneren Frieden, als ich meine Pflicht auf diese Weise tat.

Ich hätte nie erwartet, dass ich nach einiger Zeit doch wieder eine Pflicht im Textbereich tun würde. Jene Tage, in denen ich die Gastgeberpflicht tat, sind zu einer kostbaren Erinnerung in meinem Herzen geworden. Es war die Führung von Gottes Worten, die es mir ermöglichte, die abwegigen und absurden Sichtweisen hinter meinem Streben zu durchschauen und zu verstehen, dass es keine hohen oder niedrigen und keine edlen oder niederen Pflichten gibt. Egal, mit welcher Pflicht man konfrontiert wird, man sollte sie annehmen und sich unterwerfen. In der Lage zu sein, die Wahrheit anzustreben und seine Hingabe darzubringen – das ist es, was Gott wertschätzt.

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