99. Standhaftigkeit in der Pflicht unter Verfolgung und Drangsal
Im April 2023 teilten mir die oberen Leiter mit, dass ein Leiter der Kirche in Xingyuan verhaftet worden war und zwei weitere Leiter von der Polizei in ihren Häusern aufgesucht und befragt worden waren. Aufgrund von Sicherheitsrisiken konnten sie ihre Arbeit in der Kirche nicht fortsetzen. Die oberen Leiter baten mich daher, mich um die Bewältigung der Nachwirkungen zu kümmern und die Brüder und Schwestern zu unterstützen. Als ich das von den Leitern hörte, spürte ich wirklich das Gewicht dieser Verantwortung. Ich war auch etwas besorgt und dachte: „Dieses Umfeld ist so hart. Warum schicken sie ausgerechnet mich dorthin? Was, wenn ich verhaftet werde? So viele verhaftete Brüder und Schwestern werden letztendlich schwer gefoltert. Einige können die Qual nicht ertragen, verraten Gott und werden zu Judassen, während andere zu Tode geprügelt oder zum Invaliden geschlagen werden. Die Methoden des großen roten Drachen, mit denen er die Menschen quält, sind so grausam. Wenn ich verhaftet werde, die Folter nicht ertragen kann und zu einem Judas werde, der Gott verrät, dann werde ich nicht gerettet. Wäre mein Glaube dann nicht umsonst gewesen?“ Doch dann dachte: „Ich darf nicht so selbstsüchtig sein und nur an mich denken. Ein Leiter wurde verhaftet, die Bücher mit Gottes Worten sind in Gefahr und müssen dringend umgelagert werden. Und die Brüder und Schwestern sind negativ eingestellt und schwach und brauchen Unterstützung und Hilfe. Ich muss Gottes Absicht berücksichtigen und diese Pflicht annehmen.“ Also stimmte ich zu.
Nachdem ich in der Kirche in Xingyuan angekommen war, erfuhr ich, dass die Schwester Zhang Fen – ein Judas – die Wohnungen der meisten Brüder und Schwestern aufgesucht hatte, sodass sie alle ein Sicherheitsrisiko darstellten. Zu der Zeit war nur das Haus von Schwester Zhang Yu relativ sicher und konnte vorübergehend für Arbeitsbesprechungen genutzt werden. Doch als ich Zhang Yu traf, erfuhr ich, dass die Polizei einige Jahre zuvor mehrere Schwestern in ihrem Haus verhaftet hatte und dass die Verräterin Zhang Fen vor ihrer Verhaftung auch bei Zhang Yu zu Hause gewesen war. Als sie das erzählte, blieb mir das Herz stehen und ich dachte: „Ob die Polizei uns wohl heimlich überwacht und beobachtet? Was, wenn sie mich verhaften? Wenn ich die Folter nicht ertragen kann und zu einem Judas werde, ist dann nicht alles aus für mich? Sollte ich bleiben oder schnell verschwinden? Wenn ich bleibe, laufe ich Gefahr, verhaftet zu werden, aber wenn ich gehe, gibt es keine Möglichkeit, die Arbeit bezüglich der Nachwirkungen zu besprechen.“ Ich betete in meinem Herzen und bat Gott, mich darin zu führen, wie ich praktizieren sollte. Ich dachte an diese Worte Gottes: „Ist es für einen Menschen ohne Menschlichkeit leicht, die Wahrheit zu erlangen? Es ist schwer für ihn. Wenn von ihm verlangt wird, zu leiden oder irgendeinen Preis zu zahlen, denkt er: ‚Geht ihr schon mal voraus mit all diesem Leid und dem Preis, der zu zahlen ist, und nachdem die Resultate so ziemlich erzielt worden sind, komme ich nach.‘ Welche Art von Menschlichkeit ist das? Solche Verhaltensweisen sind insgesamt als ‚keine Menschlichkeit besitzen‘ bekannt. … Im Angesicht der Gefahr geht es manchen Menschen nur darum, sich zu verstecken. Manche beschützen andere und kümmern sich nicht um sich selbst. Wenn ihnen etwas zustößt, ertragen manche Menschen es, und andere kämpfen. Das sind Unterschiede in der Menschlichkeit“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Man kann die Wahrheit gewinnen, indem man Gott sein Herz schenkt). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass Menschen mit gutem Charakter bei Gefahr zuerst andere schützen und dass sie bereit sind, sich selbst in Gefahr zu bringen, um die Interessen von Gottes Haus zu wahren und ihre Verantwortung zu erfüllen. Diejenigen ohne Menschlichkeit sind selbstsüchtig und verachtenswert; sie stellen ihre eigene Sicherheit an die erste Stelle und verstecken sich überstürzt, sobald Gefahr droht, völlig gleichgültig gegenüber der Arbeit der Kirche oder der Sicherheit der Brüder und Schwestern. Im Licht von Gottes Worten erkannte ich, dass ich sehr selbstsüchtig gewesen war und mein Charakter sehr schlecht war. Angesichts der Gefahr dachte ich zuerst an mich selbst, fürchtete eine Verhaftung, wollte sofort fliehen und die Arbeit der Kirche und meine Pflicht waren mir gleichgültig. Obwohl das Haus von Zhang Yu gewisse Sicherheitsrisiken barg, war es im Vergleich zu anderen Häusern derzeit ein relativ sicheres in der Kirche. Ich konnte vorübergehend dort bleiben, um mich mit Brüdern und Schwestern zu treffen und die Arbeit zu besprechen, und an einen anderen Ort umziehen, sobald ein geeigneterer gefunden war. Sollte es wirklich zu besonderen Umständen kommen, müsste ich zu Gott beten und mit Glauben und Weisheit handeln. Also betete ich zu Gott und bat Ihn, mir Glauben und den Willen zu schenken, Leid zu ertragen.
Am nächsten Tag veranlasste ich, dass zwei Brüder in Zhang Yus Haus kamen, um die Arbeit zu besprechen. Li Bin, der aus demselben Dorf wie Zhang Yu stammte, sagte zu mir, als er mich sah: „In meinem Dorf, in der Nähe von Zhang Yus Haus, gibt es zwei böse Menschen. Sie rufen die Polizei, wenn sie Fremde ins Dorf kommen sehen und herausfinden, dass es Gläubige sind. Einige Brüder und Schwestern wurden in meinem Dorf schon verhaftet, weil einer dieser bösen Menschen sie angezeigt hatte.“ Als ich Li Bins Worte hörte, bekam ich etwas Angst und dachte: „Ich weiß nicht, ob die bösen Menschen mich bei meiner Ankunft gesehen haben. Wenn sie mich anzeigen, werde ich auf jeden Fall verhaftet!“ In diesem Moment erinnerte ich mich an eine Passage aus Gottes Worten und suchte sie heraus, um sie zu lesen. Gott sagt: „Ganz gleich, wie ‚ungeheuer mächtig‘ Satan ist, wie dreist und ehrgeizig er ist, wie groß seine Fähigkeit ist, Schaden zuzufügen, wie weitreichend seine Fähigkeiten sind, den Menschen zu verderben und zu ködern, wie clever die Tricks und Listen sind, mit denen er den Menschen einschüchtert, oder wie vielfältig die Formen seiner Existenz sind, er war nie in der Lage, ein einziges Lebewesen zu erschaffen, Gesetze oder Regeln für die Existenz aller Dinge festzulegen oder irgendein Objekt zu regieren oder die Herrschaft darüber zu haben, sei es belebt oder unbelebt. Innerhalb des Kosmos und des Firmaments gibt es keine einzige Person und keine einzige Sache, die von ihm ins Dasein gerufen wurde oder die seinetwegen existiert; es gibt keine einzige Person oder Sache, die seiner Herrschaft untersteht oder von ihm regiert wird. Im Gegenteil, er muss nicht nur unter der Herrschaft Gottes existieren, sondern auch allen Befehlen und Anordnungen Gottes gehorchen. Ohne Gottes Zustimmung kann Satan nicht einfach einen Tropfen Wasser oder ein Sandkorn auf der Erde berühren; ohne Gottes Zustimmung kann sich Satan noch nicht einmal an den Ameisen auf der Erde zu schaffen machen, geschweige denn an der Menschheit, die von Gott geschaffen wurde. In den Augen Gottes ist Satan niedriger als die Lilien auf dem Berg, als die Vögel, die in der Luft fliegen, und als die Fische im Meer und die Maden auf Erden. Seine Rolle unter allen Dingen ist es, allen Dingen zu dienen, der Menschheit zu dienen und Gottes Werk und Seinem Führungsplan zu dienen. Ganz gleich, wie böswillig seine Natur ist und wie niederträchtig sein Wesen ist, das Einzige, was er tun kann, ist, fügsam seiner Funktion zu dienen: Gott einen Dienst zu erweisen – gut als Kontrastfigur zu dienen. So ist die Substanz und die ursprüngliche Position Satans. Sein Wesen hat nichts mit Leben, Macht oder Autorität zu tun; er ist lediglich ein Spielball in Gottes Händen, nur eine Maschine, die Gott verwendet, damit sie Ihm dient!“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. Gott herrscht über alles und kontrolliert alle Dinge. Alle Dinge und Ereignisse liegen in Gottes Hand. Die KPCh und die bösen Menschen, egal wie zügellos sie auch sind, sind alle in Gottes Händen. In Gottes Augen sind sie sogar minderwertiger als die Maden auf der Erde. Sie sind bloß Werkzeuge, die einen Dienst erweisen, um Gottes auserwähltes Volk zu perfektionieren. Der große rote Drache scheut keine Mühen, um diejenigen zu fangen, die an Gott glauben, aber ohne Gottes Erlaubnis kann er uns nichts anhaben. Genauso ist es, wenn die KPCh einige Brüder und Schwestern jagt und ein Kopfgeld auf sie aussetzt; die Partei wendet immense personelle und materielle Ressourcen auf, um Gläubige zu suchen, aufzuspüren und zu beobachten, und nutzt alle Arten von High-Tech-Ausrüstung zur Überwachung, aber ohne Gottes Erlaubnis können sie sie trotzdem nicht fangen. Als ich an jenem Tag hörte, dass es böse Menschen geben könnte, die mich anzeigen könnten, wurde ich zaghaft und bekam Angst. Ich erkannte, dass ich zwar davon sprach, an Gott zu glauben, aber als es wirklich darauf ankam, war es so, als wäre Gott gar nicht in meinem Herzen. Mein Glaube an Gott war so klein. Obwohl das Umfeld hart war, lag es in Gottes Hand, ob ich verhaftet werden würde oder nicht. Diese Angelegenheit war Gottes Sache. Bei diesem Gedanken hatte ich nicht mehr so viel Angst. Ich sah, dass die beiden Brüder in Angst und Zaghaftigkeit lebten, also hielt ich mit ihnen Gemeinschaft über Gottes Autorität und Herrschaft. Nachdem sie zugehört hatten, gewannen sie an Glauben und waren bereit, ihre Pflichten zu tun.
Danach fragte ich mich: „Warum hatte ich solche Angst davor, verhaftet und zu Tode geprügelt zu werden? In welchen Aspekt der Wahrheit sollte ich eintreten?“ Ich las, was Gottes Worte sagen: „Wie kamen jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar zu Tode gebracht – so starben sie den Märtyrertod. Wir wollen nicht davon reden, wie es für jene Märtyrer letztlich endete, oder über Gottes Urteil über ihre Taten, aber stellt euch folgende Frage: Als jene Märtyrer das Ende ihres Weges erreichten, stimmte da die Art und Weise, wie ihr Leben endete, mit menschlichen Auffassungen überein? (Nein, das tat sie nicht.) Aus der Perspektive menschlicher Auffassungen zahlten jene Märtyrer einen so hohen Preis, um Gottes Werk zu verkünden, wurden aber letztendlich von Satan so schwer geschädigt, dass sie starben. Das stimmt nicht mit menschlichen Auffassungen überein. Jedoch ist genau das ihnen widerfahren – Gott hat genau das zugelassen. Welche Wahrheit kann darin gefunden werden? War die Tatsache, dass Gott ihren Tod auf diese Weise zuließ, Sein Fluch und Seine Verurteilung, oder war es Seine Anordnung und Sein Segen? Es war keines von beidem. Was war es dann? Es zehrt an den Herzen der Menschen, wenn sie an den Tod dieser Märtyrer denken, doch das sind nun einmal die Tatsachen. Welche Erklärung sollte dafür gegeben werden, dass Gottgläubige auf diese Weise gestorben sind? Wenn wir dieses Thema ansprechen, versetzt ihr euch in ihre Lage; seid ihr also in euren Herzen betrübt und verspürt ein gewisses Maß an verborgenem Schmerz? Ihr denkt: ‚Diese Menschen taten ihre Pflicht, um Gottes Evangelium zu verkünden, und sollten als gute Menschen gelten, wie also fanden sie so ein Ende, kamen sie zu so einem Ergebnis?‘ Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke des Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; das heißt, seiner Verantwortung nachzukommen. Als Satan sie bedrohte und terrorisierte und sie am Ende sogar mit ihrem Leben bezahlen ließ, kündigten sie ihre Verantwortung nicht auf. Das heißt, seine Pflicht bis zum Äußersten zu erfüllen. Was meine Ich damit? Meine Ich, ihr sollt dieselbe Methode anwenden, um Gott zu bezeugen und Sein Evangelium zu verkünden? Das musst du nicht unbedingt tun, aber du musst verstehen, dass das deine Verantwortung ist, dass du es als etwas annehmen solltest, zu dem du verpflichtet bist, wenn Gott es von dir benötigt. Die Menschen von heute tragen Angst und Sorge in sich, aber welchen Zweck erfüllt diese Sorge? Wenn Gott nicht von dir benötigt, das zu tun, ist es völlig ohne Belang, ob du dir Sorgen machst oder nicht. Wenn Gott von dir benötigt, das zu tun, solltest du dich nicht vor dieser Verantwortung drücken oder sie ablehnen; du solltest von dir aus aktiv mitwirken und sie annehmen – sich Sorgen zu machen, nützt hier nichts. Egal, wie man stirbt, man sollte nicht in der Gegenwart Satans sterben, man sollte nicht in seinen Händen sterben. Wenn einer sterben muss, sollte er in Gottes Händen sterben. Die Menschen sind von Gott gekommen, und zu Gott kehren sie zurück – diese Vernunft und Haltung sollte ein geschaffenes Wesen besitzen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass die Jünger, die dem Herrn Jesus folgten, für die Verkündung des Evangeliums des Herrn Verfolgung durch die Machthaber und die religiöse Welt erlitten und auf jede erdenkliche Weise starben. Aber sie zahlten den Preis ihres Lebens, um ein wunderbares Zeugnis für Gott abzulegen und Satan zu beschämen. Obwohl ihre Körper starben, waren ihre Seelen in Gottes Hand, und Gott erinnerte sich ihres Todes. Wir, die wir dem Christus der letzten Tage folgen, erleiden für die Verkündung des Evangeliums des Königreichs die grausame Verfolgung durch die herrschende Partei Chinas. Viele Brüder und Schwestern wurden nach ihrer Verhaftung gefoltert, doch selbst an der Schwelle des Todes leugneten sie Gottes Namen nicht und verrieten Ihn nicht. Einige wurden bis zum Tode verfolgt, wurden aber dennoch nicht zu Judassen. Sie gaben ihr Leben, um für Gott Zeugnis abzulegen, was wertvoll und bedeutungsvoll war. Aber was war mit mir? Als ich dieses gefährliche Umfeld sah, hatte ich Angst, verhaftet und zu Tode geprügelt zu werden, und wollte deshalb meine Pflicht aufgeben. Ich hatte wahrhaftig Angst vor dem Tod! Wenn ich nur danach strebte, mich selbst zu retten und ein unwürdiges Dasein zu fristen, wäre ich nur eine wandelnde Leiche, selbst wenn ich mich perfekt schützen würde. Wenn ich meine Pflicht nicht gut täte und keine guten Taten oder ein Zeugnis vor Gott hätte, dann würde ich – selbst wenn ich im Fleisch noch am Leben wäre – Gottes Anerkennung nicht erlangen, und wenn ich sterbe, würde ich in der Hölle bestraft werden. Als ich das verstand, war ich weniger von der Angst vor dem Tod eingeschränkt.
Später las ich eine weitere Passage aus Gottes Worten und gewann ein noch tiefere Erkenntnis über mich selbst. Gott sagt: „Antichristen sind extrem egoistisch und verachtenswert. Sie haben keinen wahren Glauben an Gott, geschweige denn Treue gegenüber Gott; wenn sie auf ein Problem stoßen, schützen und wahren sie nur sich selbst. Für sie ist nichts wichtiger als ihre eigene Sicherheit. Solange sie noch leben und nicht verhaftet werden, ist es ihnen gleichgültig, wie viel Schaden dem Werk der Kirche zugefügt wird. Diese Menschen sind extrem selbstsüchtig, sie denken überhaupt nicht an die Brüder und Schwestern oder an das Werk der Kirche, sie denken nur an ihre eigene Sicherheit. Sie sind Antichristen. Wenn also solche Dinge denen widerfahren, die Gott treu sind und wahren Glauben an Gott haben, wie gehen die dann damit um? Worin unterscheidet sich das, was sie tun, von dem, was Antichristen tun? … Wenn die, die Gott treu sind, ganz genau wissen, dass ein Umfeld gefährlich ist, ertragen sie trotzdem tapfer das Risiko, sich um die Nachwirkungen kümmern zu müssen, und sie halten die Verluste im Hause Gottes so niedrig wie möglich, bevor sie sich selbst zurückziehen. Sie geben ihrer eigenen Sicherheit keine Priorität. Sagt mir, wer könnte in diesem niederträchtigen Land des großen roten Drachen sicherstellen, dass der Glaube an Gott und die Ausführung einer Pflicht überhaupt keine Gefahr darstellen? Welche Pflicht man auch immer auf sich nimmt, sie bringt ein gewisses Risiko mit sich – doch die Ausführung der Pflicht wird von Gott in Auftrag gegeben, und während man Gott folgt, muss man das Risiko der Pflichtausführung auf sich nehmen. Man sollte Weisheit walten lassen, und man muss Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu gewährleisten, aber man sollte seine persönliche Sicherheit nicht an die erste Stelle setzen. Man sollte Gottes Absichten berücksichtigen und das Werk Seines Hauses und die Verbreitung des Evangeliums an die erste Stelle setzen. Die Erfüllung von Gottes Auftrag an sie ist das Wichtigste, und sie steht an erster Stelle. Antichristen geben ihrer persönlichen Sicherheit die höchste Priorität; sie glauben, dass nichts anderes mit ihnen zu tun hat. Es ist ihnen gleichgültig, wenn jemand anderem etwas zustößt, ganz gleich, wer es sein mag. Solange den Antichristen selbst nichts Schlimmes zustößt, fühlen sie sich wohl. Es fehlt ihnen jegliche Treue, was durch die Wesensnatur der Antichristen bedingt ist. Ist es im Umfeld des chinesischen Festlandes möglich, jegliche Risiken zu vermeiden und sicherzustellen, dass nichts Schlimmes passiert, während man seine Pflicht ausführt? Selbst die vorsichtigste Person kann das nicht garantieren. Doch Vorsicht ist notwendig. Eine gute Vorbereitung im Voraus kann die Situation etwas verbessern und kann helfen, Verluste zu minimieren, wenn etwas schiefgeht. Völlig ohne Vorbereitungen werden die Verluste erheblich sein. Könnt ihr den Unterschied zwischen diesen beiden Situationen klar erkennen? Deshalb sollte man am besten immer vorsichtig sein, egal ob es um Versammlungen oder die Ausführung irgendeiner Pflicht geht, und es ist notwendig, einige vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Eine treue Person, die ihre Pflicht ausführt, kann über diese umfassender und gründlicher nachdenken. Sie will für diese Dinge so gut wie möglich Vorkehrungen treffen, damit, falls etwas schiefläuft, die Verluste minimiert werden. Sie ist davon überzeugt, dass sie dieses Ergebnis erreichen muss. Wenn jemand keine Treue hat, berücksichtigt er diese Dinge nicht. Er denkt, dass sie keine Rolle spielen, und er hält sie nicht für seine Verantwortung oder seine Pflicht. Wenn etwas schiefläuft, fühlt er keinerlei Schuld. Das ist eine Erscheinungsform von fehlender Treue. Antichristen zeigen keine Treue gegenüber Gott. Wenn ihnen Arbeit zugewiesen wird, nehmen sie diese recht bereitwillig an und machen einige schönklingende Erklärungen, aber wenn Gefahr im Anzug ist, laufen sie am schnellsten weg; sie sind die Ersten, die fliehen, die Ersten, die sich aus dem Staub machen. Das zeigt, dass ihr Egoismus und ihre Verächtlichkeit besonders schwerwiegend sind. Sie haben überhaupt kein Verantwortungsbewusstsein und keine Treue. Wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden, wissen sie nur, wie sie fliehen und sich verstecken können, und denken nur daran, sich selbst zu schützen, ohne jemals Rücksicht auf ihre Verantwortung oder ihre Pflichten zu nehmen. Um ihrer eigenen Sicherheit willen zeigen Antichristen konsequent ihre egoistische und verachtenswerte Natur. Sie stellen weder das Werk des Hauses Gottes noch ihre eigenen Pflichten an erste Stelle, geschweige denn die Interessen des Hauses Gottes. Stattdessen ist ihre Priorität ihre eigene Sicherheit“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott entlarvt, dass Antichristen wirklich selbstsüchtig und verachtenswert sind. Wenn Gefahr droht, sind sie die Ersten, die weglaufen und fliehen, als ob die Arbeit von Gottes Haus, die Interessen von Gottes Haus und das Leben der Brüder und Schwestern sie nichts angingen. Während ich über Gottes Worte nachdachte, reflektierte ich über mich selbst. Waren die Dinge, die ich offenbarte, nicht genau die eines Antichristen? Als die Leiter und Mitarbeiter verhaftet wurden, hatte die Kirche mich beauftragt, die Bücher mit Gottes Worten umzulagern und die Brüder und Schwestern zu unterstützen. Das war von entscheidender Bedeutung, doch ich machte mir Sorgen, dass mein Glaube umsonst gewesen wäre, wenn ich verhaftet würde, nicht standhaft bleiben könnte und zu einem Judas würde. Deshalb wollte ich diese Pflicht nicht tun. Ich dachte daran, wie ich die Bewässerung und Versorgung durch so viele von Gottes Worten genossen hatte, doch angesichts von Schwierigkeiten dachte ich nur an meine eigenen Interessen und meine Sicherheit, schützte die Interessen von Gottes Haus überhaupt nicht und dachte nicht daran, wie ich die Bücher mit Gottes Worten schnell umlagern oder die Brüder und Schwestern unterstützen konnte. Mir fehlte es wahrlich an Gewissen und Menschlichkeit! Als mir das klar wurde, betete ich zu Gott: „Gott, ich mache mir ständig Sorgen, verhaftet zu werden, und möchte andauernd am liebsten aus diesem Umfeld fliehen und die Interessen der Kirche ignorieren. Ich bin wirklich selbstsüchtig! Gott, ob ich verhaftet werde oder nicht, liegt in Deiner Hand. Wenn Du zulässt, dass ich verhaftet werde, kann ich nicht entkommen. Aber wenn Du es nicht zulässt, kann mich die Polizei nicht fassen. Ich bin bereit, mich Deinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen und meine Pflicht zu erfüllen. Bitte schenke mir Glauben und den Willen, Leid zu ertragen.“ Später erfuhr ich, dass die Verräterin Zhang Fen nicht bei He Fang zu Hause gewesen war, also bat ich einige Brüder und Schwestern, sich dort zu versammeln. Durch das Lesen von Gottes Worten und den gemeinsamen Austausch begannen die Brüder und Schwestern zu verstehen, wie sie sich inmitten von Verfolgung und Drangsal auf Gott verlassen und Ihn erfahren können. Alle gewannen ein gewisses Maß an Glauben und waren bereit, ihre Pflichten zu tun. Auch die Bücher mit Gottes Worten wurden sicher umgelagert.
Eines Nachmittags im November 2023 erhielt ich einen Brief von den oberen Leitern. Darin stand, dass der Kontakt zu den Leitern und einigen Schwestern der Kirche in meiner Heimatstadt abgebrochen sei. Wahrscheinlich waren sie verhaftet worden. Sie baten mich also, dorthin zu fahren, um die Lage zu prüfen, und mich, falls etwas passieren würde, um die Bewältigung der Nachwirkungen zu kümmern und die Opfergaben und die Bücher mit Gottes Worten umzulagern. Ich war hin- und hergerissen und dachte: „Das Umfeld in dieser Kirche ist so furchtbar, und die Brüder und Schwestern, zu denen der Kontakt abgebrochen ist, kennen mich alle. Wenn sie verhaftet wurden, könnte ich dann mit hineingezogen werden? Es wäre viel zu gefährlich für mich, mich um die Bewältigung der Nachwirkungen zu kümmern!“ Ich war sehr zögerlich, dort hinzugehen. Später las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Einige Kirchen befinden sich in einem feindseligen Umfeld, wo Menschen häufig verhaftet werden, und deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Standorte der Häuser, in denen Opfergaben verwahrt werden, verraten werden und der große rote Drache dort eine Razzia durchführen lässt und alles durchsucht – die Opfergaben können jederzeit von bösen Dämonen geplündert werden. Eignen sich solche Orte für die Lagerung von Opfergaben? (Nein.) Was sollte also getan werden, falls sie bereits dort untergebracht wurden? Bringt sie sofort woandershin. … Wenn sich gerade eine Situation ergeben hat und sie voraussehen, dass die Opfergaben in Gefahr sind, dann sollten sie sie sofort wegbringen, damit der große rote Drache, der böse Teufel, sie nicht in Besitz nimmt und verschlingt. Das ist die einzige Möglichkeit, die Sicherheit der Opfergaben zu garantieren und zu vermeiden, dass irgendwelche Fallstricke oder Fehler auftreten. Diese Arbeit sollten Leiter und Mitarbeiter leisten. Sobald es das kleinste Anzeichen von Gefahr gibt, sobald jemand verhaftet wird, sobald so eine Situation entsteht, sollten Leiter und Mitarbeiter als Erstes daran denken, ob die Opfergaben in Sicherheit sind, ob sie vielleicht bösen Menschen in die Hände fallen oder in ihren Besitz geraten oder böse Dämonen sie sich schnappen und ob es bei den Opfergaben irgendwelche Verluste gegeben hat. Leiter und Mitarbeiter sollten sofort Maßnahmen zum Schutz der Opfergaben ergreifen. Das ist die Verantwortung von Leitern und Mitarbeitern“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (12)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass es in der Verantwortung der Leiter und Mitarbeiter liegt, die Opfergaben und die Bücher mit Gottes Worten zu schützen. Da die KPCh in meiner Heimatstadt hart gegen die Kirche vorging und sich niemand um die Bewältigung der Nachwirkungen kümmerte, und da ich mit dieser Kirche relativ vertraut war, musste ich Gottes Absicht berücksichtigen und die Arbeit der Kirche schützen. Wenn ich mich aus Angst vor einer Verhaftung davor drücken würde, die Bewältigung der Nachwirkungen zu übernehmen, und wenn die Opfergaben und Bücher vom großen roten Drachen geraubt würden, dann würde ich Böses tun. Mit dieser Erkenntnis kehrte ich noch am selben Abend in die Kirche meiner Heimatstadt zurück.
Nach meiner Rückkehr erfuhr ich, dass die Kirchenleiter tatsächlich verhaftet worden waren und dass ständig weitere Brüder und Schwestern verhaftet wurden. Die Bücher in einigen Häusern, die als Lager dienten, mussten dringend umgelagert werden, aber ich konnte zu dem Zeitpunkt keinen geeigneten Ort finden, weshalb ich mich in einem Zustand voller Schwierigkeiten befand. Später sah ich mir das Erfahrungszeugnis-Video „Auf die Probe gestellt in doppelter Bedrängnis“ an, und die Erfahrung der Schwester war sehr erbaulich für mich. Obwohl sie mit der doppelten Bedrängnis von Polizeiverhaftungen und dem Lockdown wegen der Pandemie konfrontiert war, hielt die Schwester weiterhin an ihrer Pflicht fest. Mein aktuelles Umfeld war nicht ganz so schlimm, also musste ich mich umso mehr auf Gott verlassen, um meine Pflicht gut zu tun. Kurze Zeit später schickten die oberen Leiter einen Brief und teilten mit, dass in einer anderen Kirche ein Haus für die Lagerung gefunden worden war. Wir organisierten also schnell ein Fahrzeug, um die Bücher mit Gottes Worten dorthin zu bringen. Danach brachten wir in Zusammenarbeit mit den Brüdern und Schwestern die Opfergaben und die Bücher mit Gottes Worten an sichere Orte. Durch diese Erfahrung gewann ich etwas Glauben und verstand: Egal, wie schlimm das Umfeld auch ist – an seiner Pflicht festzuhalten und die Arbeit der Kirche zu schützen, ist genau das, was ein geschaffenes Wesen tun sollte. Dank sei Gott!