Ich habe endlich aufgehört, mich zu verstellen und eine Fassade aufrechtzuerhalten

Mai 4, 2026

Von Cole, Italien

Im Juni 2018 ordneten die Leiter an, dass ich meine Brüder und Schwestern im Schauspiel coachte. Ich freute mich sehr. Ich dachte bei mir: „Meine schauspielerischen Fähigkeiten scheinen die Leiter überzeugt zu haben. Ich muss also ernsthaft mitwirken.“ Anfangs war ich nur dafür verantwortlich, die Darbietungen der Brüder und Schwestern in unserem Team zu coachen. Später aber beauftragte mich der Regisseur, gemeinsam mit zwei Schwestern Schauspieler aus anderen Ländern zu coachen und Lernkreise zu organisieren. Das machte mich noch glücklicher, und ich lief überall erhobenen Hauptes herum. Wann immer mir Brüder und Schwestern Fragen zum Schauspielern stellten, konnte ich meine Freude kaum verbergen, wenn ich den Neid und die Bewunderung in ihren Augen sah. Im Januar 2024 wurde ich von den Leitern für die Hauptrolle in einem Film besetzt. Ich war begeistert, als ich die Neuigkeit hörte, aber auch ein wenig besorgt. „Bisher habe ich immer Bösewichte gespielt, und selbst wenn ich positive Figuren darstellte, waren das nur Nebenrollen mit kurzen Auftritten. Aber diesmal spiele ich die Hauptrolle. Diese Rolle ist enorm wichtig; wenn ich das vermassele, wird das furchtbar peinlich! Außerdem durchlebt die Hauptfigur in diesem Film viele emotionale Erfahrungen, die ich noch nie gemacht habe. Wenn ich das nicht hinbekomme, werden meine Brüder und Schwestern dann nicht auf mich herabschauen? Sie werden sagen: ‚Obwohl er seit all den Jahren seine Pflicht als Schauspieler ausführt und sogar andere coacht, kann er selbst nicht einmal gut schauspielern, und seine Fähigkeiten reichen einfach nicht aus.‘“ Doch dann dachte ich: „Dass die Leiter mich gebeten haben, die Hauptrolle zu spielen, zeigt, dass sie meine schauspielerischen Fähigkeiten gut finden und glauben, dass ich dieser Rolle gewachsen bin. Ich werde jegliche Probleme einfach langsam und insgeheim alleine lösen; ich darf nicht zulassen, dass meine Brüder und Schwestern auf mich herabschauen. Außerdem ist es eine Erhöhung durch Gott, dass ich diese Rolle spielen darf. Ich muss gewissenhaft sein und darf mich nicht vor meiner Pflicht drücken.“ Also stieß ich zu meinen Brüdern und Schwestern, und wir stürzten uns in die Proben und Dreharbeiten.

Bei einer emotionalen Szene konnte ich mich einfach nicht in die Rolle hineinversetzen und wurde richtig unruhig. „Das ist eine wirklich wichtige Szene. Wenn ich nicht gut spiele, was werden meine Brüder und Schwestern von mir denken? So eine Szene habe ich noch nie gespielt, und einige Details verstehe ich nicht ganz. Was soll ich nur tun?“ Ich sah mir schnell ähnliche Filmausschnitte und Videos an, in panischer Angst, dass ich den Dreh aufhalten würde, weil ich nicht die richtige Emotion abrufen konnte. Ein Bruder merkte, dass ich mich schwertat, und schlug vor: „Wenn du dir nicht sicher bist, wie du diesen Teil spielen sollst, könntest du die Brüder und Schwestern fragen, die schon mal positive Rollen gespielt haben. Sie kennen sich mit den Details sicher aus, und das könnte dir eine Richtung für deine Darstellung geben.“ Als ich das hörte, dachte ich: „Sie fragen? Wie könnte ich meinen Stolz herunterschlucken? Als ich damals noch Nebenrollen spielte, da war es in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Aber diesmal bin ich die Hauptfigur. Ich habe die Hauptrolle bekommen, weil ich ein guter Schauspieler bin. Wenn ich nun um Hilfe bitte, was werden meine Brüder und Schwestern von mir denken, wenn sie das erfahren? Sie werden mit Sicherheit sagen: ‚Du hast ja von nichts eine Ahnung, und deine Schauspielerei ist auch nicht so toll!‘ Außerdem war ich es früher, der ihre Darbietungen gecoacht hat. Wenn ich sie jetzt um Rat frage, zeigt das dann nicht, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten schlecht sind und alles, was ich ihnen beigebracht habe, nur Theorie war? Dann würde mich wirklich jeder durchschauen.“ Obwohl ich zustimmte, fragte ich letztendlich niemanden. Später erinnerte mich der Regisseur mehrmals daran, meine Brüder und Schwestern um Hilfe zu bitten, aber der Gedanke, mein Gesicht zu verlieren, hielt mich immer davon ab. Damit die anderen nicht auf mich herabschauten, zerbrach ich mir den Kopf, um Wege zu finden, meine Emotionen zu wecken, und ahmte sogar die Darstellungen von nichtgläubigen Schauspielern nach. Ich dachte: „Ich muss diese Szene richtig hinbekommen, ganz egal wie. Ich darf sie nicht merken lassen, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten nicht ausreichen. Wenn ich das vermassele, verliere ich komplett mein Gesicht!“ Beim Dreh gab ich alles, um meine Emotionen heraufzubeschwören, aber die Darstellung wirkte trotzdem flach. Der Regisseur sah, dass ich mich schwertat, und hielt mit mir Gemeinschaft über die Emotionen in der Szene. Damit die Leute nicht merkten, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten nicht ausreichten, sagte ich: „Ich kenne diese Emotionen alle schon. Ich fühle sie nur noch nicht richtig. Ich brauche nur etwas mehr Zeit, um reinzukommen.“ Aber egal, was ich versuchte, nichts funktionierte richtig. Nach dem Dreh sagte der Regisseur, meine Darstellung sei künstlich, angespannt und zu melancholisch. Als ich das hörte, fühlte ich mich furchtbar. Ich wollte die Rolle gut spielen, aber ich hatte vor dieser Rolle nur selten über die Denkweise und die Emotionen nachgedacht, die diese Art von Figur haben sollte, deshalb bekam ich es einfach nicht richtig hin. Ich wusste, dass ich meine Brüder und Schwestern um Hilfe bitten sollte, aber der bloße Gedanke, jemand anderen zu fragen, ließ mich zurückschrecken. „Schließlich habe ich früher andere im Schauspiel gecoacht, und nun spiele ich die Hauptrolle. Ich darf niemanden merken lassen, dass ich dem nicht gewachsen bin. Vergiss es. Ich bringe es mir einfach selbst bei. Ich konnte in diesem Moment einfach nicht tief genug in meine Emotionen eintauchen. Sobald ich ein wenig Zeit hätte, mich hineinzufinden, würden sich diese Probleme lösen.“

Einmal kontaktierte der Regisseur eine Schwester, die bereits eine Hauptrolle gespielt hatte, um die Probleme in unserer Darstellung zu besprechen und ihre Erkenntnisse aus ihren Darbietungen mit uns zu teilen. Aber ich hörte nicht wirklich zu. Ich dachte: „Früher war ich derjenige, der für alle die Proben geleitet hat, und jetzt ist es genau umgekehrt: Sie haben diese Schwester geholt, um mir das Schauspielern beizubringen. Das ist eine absolute Demütigung! Wenn ich ihr grundlegende Fragen zum Schauspiel stelle, was wird sie dann von mir denken? Wird sie nicht sagen, dass ich nicht einmal die Schauspieltechniken beherrsche, die ich all die Jahre allen beigebracht habe, und dass alles, was ich gesagt habe, nur reine Theorie war? Dann stehe ich völlig blamiert da!“ Obwohl ich also dasaß und zuhörte, war ich innerlich gequält. Ich wollte mich wirklich öffnen und mit der Schwester über meine Schwierigkeiten sprechen, aber ich dachte: „Wenn ich ihr von meinen Schwierigkeiten erzähle, wird sie mich dann nicht vollkommen durchschauen? Das geht nicht! Ich darf nichts sagen.“ Also brachte ich es einfach nicht über mich, irgendetwas zu fragen. Ich bekam von dem, worüber sie Gemeinschaft hielt, nichts mit und wollte einfach nur, dass dieses Treffen vorbei war. Als wir später wieder mit den Dreharbeiten begannen, waren meine Probleme immer noch nicht gelöst. Der Dreh kam nur sehr schleppend voran. Der ursprüngliche Drehplan verzögerte sich immer weiter. Für einige bereits abgedrehte Szenen, mussten zusätzliche Aufnahmen gemacht werden oder sie mussten sogar komplett neu gedreht werden, weil meine Darstellung und meine Emotionen nicht stimmten. Als der erste Rohschnitt fertig war, war ich fassungslos, als ich das Video sah. Mein Gesichtsausdruck war gequält, und meine Darstellung wirkte erzwungen und unnatürlich. Ich hatte die wesentlichen Eigenschaften der Figur überhaupt nicht zum Ausdruck gebracht. Ich wirkte sogar ein wenig erbärmlich und rückgratlos. Die Darstellung konnte keineswegs die Wirkung erzielen, für Gott Zeugnis abzulegen. Besonders traf es mich, als eine Schwester sagte: „Ich habe gesehen, dass du traurig geweint hast, aber es hat mich einfach nicht berührt.“ Ich war völlig fassungslos. Ich dachte: „Aber ich habe mich so angestrengt. Warum ist es so geworden? Was werden meine Brüder und Schwestern von mir denken? Sie werden sich ganz bestimmt fragen, wie ich dazu komme, die Hauptrolle zu spielen, wenn ich nicht gut schauspielern kann!“ In jenen Tagen ging ich meinen Brüdern und Schwestern aus dem Weg, wann immer ich sie sah. Ich schämte mich zu sehr, um irgendjemandem unter die Augen zu treten. Ich war wirklich niedergeschlagen und hatte keine Energie für meine Pflicht. Später dachte ich über mich selbst nach. Ich wusste, dass ich Unzulänglichkeiten hatte, aber ich brachte es einfach nicht über mich, mich anderen gegenüber zu öffnen. Was war die Wurzel dieses Problems?

Einmal las ich während meiner geistlichen Andachten einen Abschnitt aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis meines Zustands. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen sind von Natur aus geschaffene Wesen. Können geschaffene Wesen Allmacht erlangen? Können sie zu Vollkommenheit und Makellosigkeit gelangen? Können sie in allem zur Meisterschaft gelangen, alles verstehen, alles klar erkennen und zu allem imstande sein? Das können sie nicht. Allerdings findet sich in den Menschen eine verdorbene Disposition, eine fatale Schwäche: Sobald die Menschen eine Fertigkeit oder einen Beruf erlernen, glauben sie, sie seien kompetent, sie hätten Ansehen und Wert und seien Fachleute. Ganz gleich, was ihr tatsächliches Maß ist, sie alle wollen sich als berühmte oder außergewöhnliche Person inszenieren, zu einer einigermaßen bekannten Persönlichkeit werden und andere glauben lassen, sie seien perfekt und makellos, ohne einen einzigen Fehler; sie wollen von anderen Menschen als eine fähige, mächtige, außergewöhnliche oder berühmte und große Person angesehen werden, als jemand, der ein großartiges und imposantes Image hat, der in der Lage ist, alles zu tun, und für den es nichts gibt, was er nicht tun kann. Sie haben das Gefühl, unfähig und minderwertig zu erscheinen, wenn sie die Hilfe anderer suchen würden, und dass die Menschen auf sie herabsehen würden. Aus diesem Grund wollen sie immer eine Fassade aufrechterhalten. Manche Menschen sagen, wenn sie gebeten werden, etwas zu tun, dass sie wissen, wie es geht, obwohl sie es in Wirklichkeit nicht wissen. Danach schauen sie es heimlich nach und versuchen zu lernen, wie man es macht, aber es stellt sich heraus, nachdem sie es mehrere Tage lang studiert haben, wissen sie immer noch nicht, wie sie es machen sollen. Auf die Frage, wie sie damit vorankommen, antworten sie: ‚Es ist fast fertig, fast!‘ Doch in ihrem Herzen denken sie: ‚Es ist nicht annähernd fertig, ich habe keine Ahnung, ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich darf die Katze nicht aus dem Sack lassen, ich muss mich weiterhin verstellen. Ich darf nicht zulassen, dass die Leute meine Unzulänglichkeiten und meine Unwissenheit sehen, ich darf nicht zulassen, dass sie auf mich herabschauen!‘ Was für ein Problem ist das? Man leidet, nur damit man um jeden Preis sein Gesicht wahrt. Was für eine Disposition ist das? Die Arroganz solcher Menschen kennt keine Grenzen, sie haben jegliche Vernunft verloren! Sie wollen keine üblichen Menschen sein; sie wollen keine gewöhnlichen Menschen, keine normalen Menschen sein, sondern Übermenschen, außergewöhnliche Individuen oder fähige Personen. Das ist ein sehr großes Problem! Was die Schwächen, Mängel, Unwissenheit, Dummheit und das mangelnde Verständnis innerhalb der normalen Menschlichkeit betrifft, so verbergen sie all das und lassen es andere Leute nicht sehen – sie verstellen sich unaufhörlich. … Sag Mir, leben Menschen dieser Art nicht immer in einem Nebel? Träumen sie nicht? Sie kennen sich selbst nicht, sie wissen nicht, wer sie sind, und sie wissen nicht, wie sie eine normale Menschlichkeit ausleben sollen. Sie haben nie auf bodenständige Weise getan, was Menschen tun sollten, noch haben sie jemals wie ein normaler Mensch gelebt. Wenn du immer in einem Nebel und auf wirrköpfige Weise lebst, die Dinge nicht auf bodenständige Weise tust und immer nach deinen Vorstellungen lebst, dann verursacht das Schwierigkeiten – du weißt nicht, wie du dich verhalten sollst, und der Lebensweg, den du gewählt hast, ist falsch(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die fünf Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um den rechten Weg des Gottesglaubens einzuschlagen). Als ich Gottes Worte las, traf mich das wie ein Schlag. Gott hatte exakt meinen Zustand entlarvt. Gott sagt, wenn Menschen sich einmal eine Fähigkeit angeeignet haben, halten sie sich für fähig, wollen anderen etwas vormachen und geben sich als Experten aus. Obwohl sie Unzulänglichkeiten haben, weigern sie sich, andere um Hilfe zu bitten, da sie dies als eine Schwäche ansehen, wegen der andere auf sie herabschauen würden. Also verstellen sie sich. War ich nicht genau so ein Mensch? Ich hatte mich selbst als Experte auf ein Podest gestellt und kam nicht mehr herunter. Ich dachte, die Besetzung als Hauptdarsteller in diesem Film würde zeigen, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten gut waren. Als ich also auf Schwierigkeiten stieß, versuchte ich, selber einen Weg zu finden, anstatt um Hilfe zu bitten, weil ich das Gefühl hatte, mich herabzuwürdigen, wenn ich andere fragte. Damit andere mich nicht durchschauten und auf mich herabschauten, weigerte ich mich, meine Unzulänglichkeiten und Schwierigkeiten offenzulegen. Infolgedessen konnte ich während des Drehs nie die richtige Emotion abrufen. Ein Bruder erinnerte mich daran, erfahrene Brüder und Schwestern zu fragen, aber ich machte mir Sorgen, sie könnten herausfinden, dass ich nicht einmal so ein kleines Problem lösen konnte, und dass sie auf mich herabschauen würden; also fragte ich nicht. Als der Regisseur sah, dass ich mich schwertat, versuchte er, mir zu helfen, die Emotionen der Figur zu analysieren. Aber ich hatte Angst, er würde auf mich herabschauen, also erfand ich eine Ausrede und sagte, ich würde es nicht hinbekommen, weil ich die Emotionen nicht stark genug fühlen würde. Ich wollte damit sagen, dass mein Schauspiel nicht das Problem war – wenn ich die Emotionen nur richtig spüren könnte, könnte ich die Szene definitiv spielen. Ständig versuchte ich, mein Gesicht zu wahren, und wollte nicht, dass irgendjemand sagt, ich wäre dem nicht gewachsen. Als der Regisseur später eine Schwester dazuholte, damit sie ihre schauspielerischen Erfahrungen teilte, hatte ich noch stärker das Gefühl, dass es noch mehr meiner Unzulänglichkeiten bloßstellen würde, wenn ich mich öffnete und ihr Fragen stellte. Obwohl ich viele Fragen hatte, die ich stellen wollte, konnte ich mich dementsprechend nicht durchringen, den Mund aufzumachen. Immer wieder verstellte ich mich und machte anderen etwas vor. Das führte dazu, dass meine Probleme nie gelöst wurden, und die ständigen Nachdrehs verzögerten den Fortschritt des Films. Gott sagt: „Was für eine Disposition ist das? Die Arroganz solcher Menschen kennt keine Grenzen, sie haben jegliche Vernunft verloren! Sie wollen keine üblichen Menschen sein; sie wollen keine gewöhnlichen Menschen, keine normalen Menschen sein, sondern Übermenschen, außergewöhnliche Individuen oder fähige Personen. Das ist ein sehr großes Problem!“ Ich hatte immer gedacht, dass die Tatsache, dass ich die Hauptrolle spiele und meine Brüder und Schwestern stets im Schauspiel gecoacht habe, bedeutet, dass ich einer der Besten bin, also durfte ich niemanden meine Unzulänglichkeiten oder Schwächen sehen lassen. Ich war so arrogant! Ich bin nur ein geschaffenes Wesen; es ist vollkommen normal, Unzulänglichkeiten zu haben. Außerdem habe ich nur selten positive Rollen gespielt. Ich hätte mit meiner schauspielerischen Unfähigkeit und meinen Problemen korrekt umgehen sollen, mich öffnen und meine Brüder und Schwestern um Hilfe bitten sollen. Nur so hätte ich meine Unzulänglichkeiten wettmachen und meine Pflicht gut erfüllen können. Aber ich war so arrogant, dass mir jegliche Vernunft fehlte. Ich dachte, weil ich andere gecoacht hatte und die Hauptrolle spielte, war ich besser als alle anderen und musste sie in jeder Hinsicht übertreffen. Also verstellte ich mich ständig und machte allen etwas vor. Letztendlich habe ich es nicht nur versäumt, meine Pflicht gut zu erfüllen, sondern auch die Arbeit der Kirche verzögert. Als mir das klar wurde, empfand ich aufrichtige Reue und betete zu Gott: „Gott, ich bin so arrogant gewesen. Ich war in dieser Zeit nicht in der Lage, mich meinen eigenen Problemen und Unzulänglichkeiten zu stellen. Ich lebte ständig gefangen in einem Zustand, in dem ich mich verstellte und allen etwas vormachte, und ich habe den Fortschritt des Films ernsthaft verzögert. O Gott, ich bin bereit, Buße zu tun. Bitte führe mich darin, tiefgehender über mich selbst nachzudenken und meine Lektionen zu lernen.“

Eines Tages las ich Gottes Worte und erlangte ein etwas besseres Verständnis meiner selbst. Der Allmächtige Gott sagt: „Unabhängig vom Zusammenhang, ganz gleich, welche Pflicht sie ausführen: Antichristen werden versuchen, den Eindruck zu erwecken, dass sie nicht schwach sind, dass sie immer stark, voller Glauben und niemals negativ sind, damit die Menschen nie ihre wahre Größe oder ihre wahre Einstellung gegenüber Gott sehen. Glauben sie tatsächlich, in der Tiefe ihres Herzens, wirklich, dass es nichts gibt, was sie nicht tun können? Glauben sie wirklich, dass sie ohne Schwäche, Negativität oder Offenbarungen von Verdorbenheit sind? Absolut nicht. Sie sind gut darin, Theater zu spielen, geschickt darin, Dinge zu verbergen. Sie zeigen den Menschen gerne ihre starke und blendende Seite. Sie wollen nicht, dass sie ihre schwache und wahre Seite sehen. Ihre Absicht liegt auf der Hand: Es geht ganz einfach darum, ihre Eitelkeit und ihren Stolz zu wahren, den Platz zu sichern, den sie in den Herzen der Menschen haben. Sie glauben, wenn sie sich anderen gegenüber über ihre eigene Negativität und Schwäche öffnen, sowie über ihre rebellische und verdorbene Seite, würde das ihrem Status und Ruf ernsthaft schaden – und wäre mehr Ärger, als es wert ist. Deshalb würden sie eher sterben, als zuzugeben, dass sie hin und wieder schwach, aufsässig und negativ sind. Selbst wenn der Tag kommt, an dem jeder ihre schwache und aufsässige Seite sieht, wenn alle sehen, dass sie verdorben sind und sich überhaupt nicht geändert haben, werden sie trotzdem weiter Theater spielen. Sie denken, dass sie ihren Platz in den Herzen der Menschen verlieren, jedermanns Anbetung und Bewunderung verlieren und somit völlig versagt haben, wenn sie zugeben, verdorbene Dispositionen zu haben, ein gewöhnlicher Mensch zu sein, jemand Unbedeutendes. Und so werden sie sich, was auch immer geschieht, den Menschen nicht auf arglose Weise öffnen. Was auch immer geschieht, sie werden ihre Macht und ihren Status nicht an andere abtreten. Stattdessen werden sie versuchen, so hart wie möglich zu konkurrieren, und sie werden niemals aufgeben(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 10)). Gott sagt, um ihren Ruf und Status zu schützen, legen Antichristen anderen gegenüber niemals ihre negative, schwache, rebellische oder verdorbene Seite offen. Sie glauben, dass sie dadurch minderwertig erscheinen und ihren Status und ihr Ansehen in den Herzen der anderen verlieren würden. Bei jeder Gelegenheit verstellen sie sich und machen anderen etwas vor, und selbst wenn sie durchschaut werden, verstellen sie sich weiter. Was ich an den Tag gelegt hatte, war ebenfalls die Disposition eines Antichristen. Ich hatte ständig nach satanischen Giften wie „Wie ein Baum seine Rinde braucht, so braucht ein Mensch seinen Stolz“ und „Ansehen ist unbezahlbar“ gelebt. Ich hatte das Gefühl, dass ich unter keinen Umständen zulassen durfte, dass die Leute auf mich herabschauten, und dass ich ihr gutes Bild von mir in ihren Herzen wahren musste. Ich erinnere mich, wie meine Mutter mir als Kind oft sagte: „Zeig dich immer von deiner besten Seite.“ „Lebt man sein Leben denn nicht nur für das eigene Ansehen? Wir dürfen nicht zulassen, dass die Leute auf uns herabschauen. Solange es dazu führt, dass die Leute dich bewundern, ist das jeden Preis wert.“ Durch diese Erziehung meiner Mutter wahrte ich bei jeder Gelegenheit mein Gesicht und versuchte immer, anderen meine beste Seite zu zeigen. Selbst wenn ich etwas nicht verstand oder nicht wusste, wie man es macht, tat ich so, als wüsste ich es, und zwang mich dazu, es zu tun. Nachdem ich zum Glauben an Gott gekommen war, verhielt ich mich genauso. Als die Leiter mich die Darbietungen meiner Brüder und Schwestern coachen und gemeinsames Lernen für alle organisieren ließen, sah ich, dass sie alle zu mir aufschauten, und ich begann zu glauben, meine schauspielerischen Fähigkeiten waren bereits ausgereift. Als ich diesmal für die Hauptrolle besetzt wurde, traute ich mich nicht, einfach so jemanden um Hilfe zu bitten, selbst wenn ich Schwierigkeiten hatte. Ich verstellte mich mit aller Kraft, aus panischer Angst, mein Ansehen in den Augen meiner Brüder und Schwestern zu verlieren. Als der Regisseur später eine Schwester einlud, damit sie ihre Erfahrungen teilte und mir half, weigerte ich mich, mich zu öffnen und um Hilfe zu bitten, obwohl ich offensichtlich viele Schwierigkeiten hatte – alles nur, um mein Ansehen zu schützen. Weil ich mich nicht in die Rolle hineinversetzen konnte, habe ich den Fortschritt des Films ernsthaft verzögert. Bei meiner Pflicht habe ich es nicht nur versäumt, Gott zu erhöhen oder für Ihn Zeugnis abzulegen; stattdessen schützte ich ständig mein Ansehen in den Augen meiner Brüder und Schwestern. Ich war sogar bereit, den Dreh zu verzögern, anstatt die Hilfe der Schwester anzunehmen. Mir fehlte es völlig an Gewissen und Vernunft! Ich beschritt den Weg eines Antichristen! Wenn ich so weitermachte, würde ich letztendlich von Gott verschmäht und ausgemustert werden. Ich musste dringend die Perspektive hinter meinem Streben ändern und aufhören, mein Ansehen und meinen Status zu schützen. Ich betete zu Gott: „Allmächtiger Gott, Du hast mir heute immer noch die Chance gegeben, meine Pflicht auszuführen. Darin zeigt sich Deine große Barmherzigkeit. Ich darf mich nicht länger gegen Dich auflehnen und mich Dir widersetzen. Bitte führe mich, damit ich mich öffnen, ein ehrlicher Mensch sein, meine Pflicht erfüllen und Dich zufriedenstellen kann.“

Später gab es einige Änderungen am Drehbuch, und der Film musste neu gedreht werden. Die Kirche ließ mich die Rolle weiterhin spielen. Ich war dankbar, aber auch zutiefst beschämt. Ich nahm mir vor, ernsthaft Buße zu tun, meine Einstellung zu ändern und bei der Arbeit alles zu geben. Eines Tages las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten und fand einen Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Sagt Mir: Wie kann man jemand sein, der gewöhnlich und normal ist? Wie kann man, wie Gott sagt, den richtigen Platz eines geschaffenen Wesens einnehmen und nicht versuchen, irgendeine große Persönlichkeit oder ein Übermensch zu sein? Wie sollte man praktizieren, ein gewöhnlicher und normaler Mensch zu sein? Wie kann man das erreichen? Wer möchte etwas dazu sagen? (Zuallererst müssen wir eingestehen, dass wir gewöhnliche Menschen sind, völlig durchschnittliche Menschen, und dass es viele Dinge gibt, die wir nicht verstehen, nicht begreifen und nicht durchschauen. Wir müssen eingestehen, dass wir verdorben sind und Fehler haben. Danach müssen wir ein aufrichtiges Herz haben und oft vor Gott treten, um zu suchen.) Erstens: Gib dir nicht selbst einen Titel und lass dich dann von diesem einschränken, indem du sagst: ‚Ich bin der Leiter, ich bin der Teamleiter, ich bin der Verantwortliche oder ich bin die sachkundigste und fachlich versierteste Person auf diesem Gebiet.‘ Lass dich von deinem selbsternannten Titel nicht hemmen. Sobald das passiert, wird dir das enorme Fesseln anlegen; es wird deine Worte und Handlungen ebenso wie deine normale Denkweise und dein Urteilsvermögen beeinflussen. Du musst dich von den Einschränkungen dieses Status befreien. Steige zuerst vom Podest dieses offiziellen Titels hinunter und nimm die Stellung eines gewöhnlichen Menschen ein. Deine Denkweise wird sich dann einigermaßen normalisieren. Zudem musst du eingestehen: ‚Ich weiß nicht, wie man das macht, und ich verstehe das nicht – ich muss da einige Nachforschungen anstellen und mich schlau machen‘, oder ‚Ich habe damit keine Erfahrung, also weiß ich nicht, was ich tun soll.‘ Wenn du sagen kannst, was du wirklich denkst, und dich auf diese Weise ehrlich äußern kannst, wirst du im Besitz normaler Vernunft sein. Wenn du zulässt, dass andere dich so kennenlernen, wie du wirklich bist, werden sie eine normale Ansicht von dir haben, und du wirst keine Fassade aufsetzen müssen. Du wirst dich nicht länger stark unter Druck gesetzt fühlen, und du wirst in der Lage sein, normal mit anderen zu kommunizieren. So zu leben ist frei und unbeschwert. Jeder, der das Leben als zu anstrengend empfindet, hat sich das nur selbst zuzuschreiben. Täusche nichts vor und verbirg nichts. Zuallererst solltest du offen über das, was du in deinem Herzen denkst, und deine wahren Gedanken sprechen, damit sich jeder ihrer bewusst ist und sie versteht. Auf diese Weise werden deine Sorgen sowie die Barrieren und der Argwohn zwischen dir und anderen allesamt beseitigt werden. Darüber hinaus gibt es noch etwas anderes, das dir Fesseln anlegt, und zwar, dass du dich selbst immer als Teamleiter betrachtest, als einen Leiter oder einen Mitarbeiter, als jemanden mit einem Titel, mit Status und Ansehen – wenn du dann sagst, dass du diese Sache nicht verstehst und jene Sache nicht tun kannst, setzt du dich damit dann nicht selbst herab? Wenn du diese Fesseln in deinem Herzen loslässt, wenn du aufhörst, dich als Leiter oder Mitarbeiter zu betrachten, und wenn du aufhörst zu denken, du seist besser als andere Leute, und du dich stattdessen für einen gewöhnlichen Menschen hältst, genauso wie alle anderen, und glaubst, dass es einige Bereiche gibt, in denen du anderen unterlegen bist, wenn du dann mit dieser Denkweise über die Wahrheit und arbeitsbezogene Angelegenheiten Gemeinschaft hältst, werden sowohl die Ergebnisse als auch die Atmosphäre anders sein. … Alle Menschen sind gewöhnlich, ob es nun Leiter und Mitarbeiter oder Brüder und Schwestern sind. Sie sollten alle diesen Grundsatz praktizieren. Jeder Mensch hat Anteil daran und trägt Verantwortung dafür, Gottes Wort zu praktizieren. Vielleicht bist du ein Leiter, ein Mitarbeiter, ein Teamleiter oder Verantwortlicher, oder bist in der Gruppe hoch angesehen. Du solltest lernen, auf diese Weise zu praktizieren, ganz gleich, wer du bist. Nimm den Heiligenschein und den Titel ab, die du trägst, nimm die Kronen ab, die andere dir verliehen haben. Dann wird es dir leichtfallen, ein normaler Mensch zu werden, und du wirst problemlos auf der Grundlage von Gewissen und Vernunft handeln. Natürlich reicht es danach nicht, einfach einzugestehen, dass du etwas nicht verstehst und nicht weißt. Das ist nicht die letztendliche Lösung, die das Problem behebt. Was ist letztendlich die Lösung? Bringe Angelegenheiten und Schwierigkeiten vor Gott, um zu beten und zu suchen. Es reicht nicht, dass ein Mensch allein betet. Stattdessen musst du mit allen gemeinsam in dieser Sache beten und diese Verantwortung und Verpflichtung auf dich nehmen. Das ist eine wunderbare Art, etwas zu erledigen! Du wirst vermeiden, den Weg zu beschreiten, eine große Persönlichkeit und ein Übermensch sein zu wollen. Wenn du das tun kannst, dann wirst du unbewusst die angemessene Stellung eines geschaffenen Wesens einnehmen und dich von den Einschränkungen des Ehrgeizes und Verlangens befreien, ein Übermensch und eine große Persönlichkeit zu sein(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). Gottes Worte machten es sonnenklar. Ich bin nur ein winziges geschaffenes Wesen. Ich habe überhaupt nie irgendeine professionelle Schauspielausbildung genossen. Dass ich heute in Gottes Haus meine Pflicht als Schauspieler ausführen kann, ist Gottes Erhöhung, und ohne die Erleuchtung und Führung des Heiligen Geistes wäre es überhaupt nicht möglich. Ich erinnere mich an einen Dreh, bei dem meine Emotionen nicht tiefgehend genug waren. Ich versuchte alles, doch es war vergebens. Mir blieb nichts anderes übrig, als ernsthaft zu Gott zu beten. Später, unter Gottes Führung, fand ich in die Rolle, und der Dreh war ein Erfolg. Ohne Gottes Erleuchtung und Führung hätte ich das niemals geschafft. Nun muss ich meinen Stolz und Status loslassen, meinen Unzulänglichkeiten direkt ins Auge blicken und bei den Dingen, zu denen ich fähig bin, mein Äußerstes geben. Und wenn es etwas gibt, das ich nicht tun kann oder nicht verstehe, sollte ich meine Brüder und Schwestern öfter um Hilfe bitten und außerdem mehr beten und mich mehr auf Gott verlassen. Also erstellte ich eine Liste der Probleme bei meiner Darstellung und schickte sie an ein paar Brüder und Schwestern mit der Bitte um Hilfe. In dem Moment, als ich die Nachricht abschickte, fiel mir eine riesige Last von den Schultern, und mein Herz war erleichtert. Ich bekam sehr schnell ihre Antworten. Sie alle gaben mir einige Vorschläge für meine Probleme und teilten auch mit, wie sie beim Drehen die richtigen Emotionen abrufen. Sie zeigten mir mehrere Wege der Praxis auf und ermutigten mich, die Rolle ernsthaft zu spielen. Ich war so gerührt und mir wurde ganz warm ums Herz, als ich ihre Vorschläge und Ermutigungen las. Ihre Ratschläge waren sehr hilfreich, und ich wusste dann, wie ich die Probleme bei meiner Darstellung lösen konnte.

Ich stürzte mich direkt in die nächste Runde Dreharbeiten. Als der Neudreh der emotionalen Szenen anstand, richtete ich mich nach den Methoden, die meine Brüder und Schwestern mir beigebracht hatten, und besprach vorab bestimmte Details der Darstellung mit dem Regisseur. Wenn ich mich nicht in die Rolle hineinversetzen konnte, sprach ich offen darüber, und der Regisseur und meine Brüder und Schwestern waren alle gleich da, um mir zu helfen. Nach dem Dreh schickte ich das Video an meine Brüder und Schwestern und fragte sie, welche Probleme bei meiner Darstellung noch bestanden. Wenn sie mich auf Probleme hinwiesen, nahm ich schnell Anpassungen vor und verbesserte mich. Beim nächsten Dreh konnte ich viel tiefer in meine Emotionen eintauchen. Ich fand schnell in die Rolle, und die Ergebnisse des Drehs waren viel besser als zuvor. Einige der Ausschnitte waren für die Brüder und Schwestern, die sie sahen, sehr bewegend, und der Dreh ging deutlich schneller voran.

Wenn ich jetzt etwas nicht verstehe und daran denke, mich zu verstellen und anderen etwas vorzumachen, praktiziere ich ganz bewusst, ein ehrlicher Mensch zu sein. Ich spreche offen über meine Probleme und suche gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern nach Grundsätzen und Lösungswegen, und die Probleme, die ich nicht verstehe, werden schnell gelöst. Durch diese Erfahrung ist mir klar geworden, dass falsche Fassaden und Verstellungen keine Probleme lösen können. Nur indem man gemäß Gottes Worten praktiziert, sich arglos öffnet und ein ehrlicher Mensch ist, kann man Probleme lösen und seine Pflicht erfüllen; nur dann kann man wahren Frieden und innere Ruhe im Herzen finden. Dank sei Gott!

Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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